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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-08 · Heft 1375 (8.12.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1375 (8.12.1922)
Date
1922-12-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Jtc. 1375 Wie«, Freitag Wiener Morgenzettunq. 6. Dezember 1922 Seite V ^iedigen war, Hai nach dem Ausweis der Baut vom 30. November für chvc Anlagebeständr mch. Banknot'viwusgahe wem HöchstzMrn e-vgVbon. ^>ie gosamt« Kapiitälsauklge stieg in der Berichtswoche um den ün geheur-en BE-tr-ag von 160,6 auf 971 Milliarden Mark, die 'bankmäßige Deckung allein wuchs um 117,7 auf 919,2 Milliarden Mark. An der AnilagevevmGning waren die Wechselbestän'de mii 38,2, die 'diskontierten Reichsschatzanweifun'gen mit 79,5 und die Lonrbardsorderuugen mii 42,9 Milliarden Mark beioi-ligt. Bon den beansprucht-en Kveidiibvlvcigen blidbcn 'der Bant 39,6 auf den Konten der fremden Gelder belassen, die auf 241 Milliarden Mark zunahmeu; der größte Teil wurde der Bank wiederum in Form von ZahlungenittÄn entzogen. Der an die Baut pm Ultimo heranMtretene Neu- . äedarf an Banknoten hat 110,3 Milliarden Mark erreicht; der B a n k n ö t e n u m l a u f schwoll damit auf ' 754,1 Milliarden Mark cm. Der Umlauf an Darlehcus- 'kassenf^aiMn zrigt von neuem eine geringfügige Abnahme um L7,1 Millionen Mark, die Umlcmfshühe betrug 13,8 Milliarden Mark. Da der Darlehensbestand der Darlehenskassen sich um .i,5 aus 91,7 Milliarden Mark ermäßigte, hatte die Reichsbank ihnen einen dieser Verminderung enlsprechenden Betrag an Darlchenskassenscheinen zurückzulieftrn. Jnfolgadessen gingen die Bestände der Bank an' solchem Scheinen unter Berücksichtigung der aus dem Verkehr aichgenommenerr Summe aus 77,8 Milliarden Mark zurück. Me Kriegsanlelhefragr itt der Tschechoslowakei. Anläßlich der Debatte im BudgetauZschuste des tschechoflowakischen Parlaments hat der Finanzminister Dr. Raschln auch die Frage der Kriegsanleihen in der Tschecho-Slowakei berührt und man konnte aus seinen Erklärungen entnehmen, daß die tschecho-slowakische Regierung geneigt ist, diese Frage endgültig zu regeln, wodurch das gewichtigste Hindernis für eine sriedliche Zusammenarbeit aller Bürger des tschecho-jlowakischen Staares aus dem Wege geräumt und den deutschen Chauvinisten eine wirkungsvolle Propagandawaffe entzogen wevden wird. Die deutschen Chauvinisten in der Tschecho-Slowakei haben eürch ihren Widerstand gegen wiederholte Lösungsversuche der tschecho-flowakischen Regierung in dieser Frage ihren Wählrrn einen schlechten Dienst erwiesen. Zuletzt hatte die Regierung B e n e s ch im Juni d. I. einen Entwurf vorgelegt, der bestimmte, daß alle Personen, die der Vermögensabgabe nicht oder mit höchstens 25.000 tschech. K. unterliegen und höchstens 70.000 K. Nominale Kriegsanleihen besitzen, für je 160 K. Nominale 75 tschech. K. in dreieinhalborozentigen unverlosbaren und unbelehnbcrren Rentenschuldderschreibungen crhalren sollten. Das Scheitern des Entwurfes war ein unüberlegter Schritt, der deutschen Abgeordneten, die lieber die Lösung dieser für so viele kleine Leute brennendenn Frage Preisgaben, als ihre Prinzipienreiterei aufzugeben. Es wurde darauf hingewiesen, daß der österreichische Staat die Kriegsanleihen im vollen Norninalwerte einlöse und sie in vollem Umsange zu Zahlungen auf die Vermögensabgabe zulässe. Wie demagogisch dieser Einwand war, erhellt sofort, wenn man den inneren Wert der Anleihen österreichischer und tschechoslowakischer Kriegsanleihebesitzer vergleicht, denn sofort ergibt es sich, daß mit Rücksicht auf den großen Wertunterschied der österreichischen und der Tschechenkrone der tschecho-slowakische Kriegsanleihebesitzer selbst bei einer 75prozentigen Honorierung weit günstiger gestellt ist als der österreichische. ' Es dürfte' aber, um die ganze Demagogie zu beleuchten, von Interesse sein, die Rechtslage,, wie sie'sich nachdem Friedensvertrage ergibt, festzustellen. Dev Artikel 206 des Friedensvertrages von St. Germain bestimmte, daß es nicht die. Pflicht der tschecho-slowakischen Republik sei, die öfterreichischungarischen Kriegsschulden zu übernehmen. Hingegen wurde den Staatsbürgern der tschecho-flowakischen Ripubli? nicht das Recht zugebilligt, ihre Ansprüche aus den Kriegsanleihen gegenüber Oesterreich geltend zu machen, vielmehr wurde es der Tschecho-Slowakei 'anheimgestellt, diese Ansprüche zu befriedigen. Die tschecho-slowakische Finanzv^rwaltung war sich aber dessen bewußt, daß die Nichthonvrierung der Kriegsanleihen namentlich für die deutschen und slowakischen Geldinstitute und vor allem für die Sparkassen, in deren Besitz sich zahlreiche Kriegsanleihen befinden, schwere wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen könnte und suchte daher Mittel und Wege, diese Frage, die insbesondere von deutscher Seite zu einem Kernpunkt ihres Prvgrammes gemacht wurde, in einer billigen Weise zu lösen, um so mehr, ass auch zahlreiche Staatsbürger tschechischer Nationalität im Besitze von Kriegsanleihen waren. Der erste Finanzminister - der Republik, Dr. Alois Ra sch in, der auch heute wiederum das Portefeuille des Finanzlninisters innehat, hatte sich zwar gegen die Honorierung der Kriegsanleihen ausgesprochen. Der zweite Finanzminister Horacek.erwog bereits eine Honorierung der Kriegsanleihe und sprach sich für eine individuelle Lösung nach dem Gesichtspunkt der Bedürftigkeit und Würdigkeit aus. Aber erst unter dem Finanzminister Englis wurde das Gesetz vom 24. Juni 1920 von . der Nationalversammlung angenommen, das jedoch die Frage der Behandlung jener Kriegsanleihebesitzer ungelöst ließ, die der Vermögensabgabe nicht unterliegen, deren Vermögen nicht mehr als 25.000 tschech. K. beträgt oder welche einfach mangels Barvermögens die neue Anleihe nicht zeichnen konnten. Diese Lücke sollte der bereits erwähnte Gesetzentwurf der Regierung B e n e s ch ausfüllen. ■ Die jüngsten Erklärungen Dr. Raschins lassen nun erkennen, daß er gewillt ist, die Kriegsanleihefrage als eine rein wirtschaftliche Angelegenheit zu behandeln. Wie immer' die Lösung -gefunden werden wird, der tschechisch-slowakische Kriegsanleihebesitzer wird gegenüber ■ öen Schicksalsgenüssen in den anderen Staaten, die aus dem Boden der ehemaligen Monarchie entstanden sind, stets im Vorteile sein, dä^die' tschechisch-slowakische Währung die werlhöchste auf diesem Territorium ist. ^öir den DeoissenmSrlilen». Die österreichischen Zah lungsmittel notierlen gestern in Zürich rroe» äodert,; die R e i ch s m a r k besserte sich um eine Kleinigkeit, von 0 6637 auf 0.0350 Eine ibelrächtlich? S eigerurg erfuhr der französische Franken, der von 58.95 aui. 3740 hlnauf-f äugen ist. Dre t s ch e cl, i s ch e K r o n e ili von 1682 auf^ 16.80. die polnische Mark yoa 0.0 25 au,. 0;03 zulüchgegamen. In B e r 1 i-n gingen die fremden ZM ings» mitkel bsirüchtlrch zurück. Der D o I l a r fenkle. sich von 8331.12 auf 8079 75. Auch der französische Franken, war trotz der Besterung der Devise Paris in Zürich um r nd 12 Mark billger erha Il'ch. 2n Wien fand'gestern ein Clearingstall. Goldanleihe und Notenbank. Die Anmeldungen ans den Bezug von Schatzschoinen der achlproz-eniiM, österreichischen Goldanleihe i nehmen einen günstigen Verlaus' und es liegen sogar aus dem näheren und weiteren Ausland beträchtliche Kaufaufträge vor. Das Interesse für die GoDa-nleihe ist mit Rücksicht daraus, daß sie infolge ihrer Unterlagen ein n n b eding( iwe.rt'beständiges Papier darstellt und. die Rentabilität außer Zweifel stcht, durchaus verständlich/ Diese Unterlagen beruhen ans «den BrwttMinnahmen der Z ölle -n-n d des Tabak in o n opols, so daß die Goldanleihe im innigen Zusammenhänge mit den von: Völkerbünde garantierten Kr-cditen steht, ans 'deren Erlös sie im sechs Bwnaten zurückgezaW werden wird. Aber auch sonst ist die Goldanleche mit Vorteilen mmgebem, die den Anreiz für die Erwerbung der Goldschatzscheir« verstärken müssen. Wer Kronen in Dollar verwandeln will, hat die Möglichkeit, sich durch Zeichnung auf Goldschatzscheiue Dollar zu sichern. 70.000 Kvomn werden 'dem Zeichner für einen Dollar angerechnet, er kann natürlich auch in effeöt-ivön Dollars einzahlen, es ist aber der erste Fall, daß Kronen gegen Balntaverluste versichert werden. Der Zeichner kann es sich aussuchen, ob er rin Juiri nächsten Jahres Dollar oder Kronen vom Staate zurückverlangr. Er besitzt dahar die Möglichkeit, schlechtere gegen bessere Kronen zu tauschen v'der, falls eine gegonleilige DevisenlbÄvsWn^ Platz . greift, schlechter gewordene Kronen in Dollar zu verwandeln. Die Subskription aus die GoDschatzscheine ist überdies mit der ans die Rotenhankaktien kombiniert, drei Fünftel der Anleihe können als Gegenwert für die Notenbankaltien gsleistet werdm. Abgesehen von -diesen günstigen Bedingungen -der Geldanleihe wirbt ans die Zeichnnngs-täiigkei't auch die Tatsache günstig ein, 'daß sich das -Mglische Unterhaus bkellle, die ©arme* tievorlage für den Kredit an Oesterreich zu verabschieden. Lonlinenlale Sank — Oeflerreichische Vereinsbank A.--G. Ob ^enannle Banken haben rin,n Lanscb tkrer BureoviLrmlichkeilkN und der Zeniralwechfelslvben vereintart. Dieser Tausch gelanKle geslern dm 7. d. zur Durchführung. Es befinden sich loracb ab beule d-n 8. d. die Zenirole der Conli» n nta'en Bank, 1 Bez. .fafesburerraffe 5, Telephon 51'ZS, 9249, 92 23, die Zentrale der Veste reichtfck m Vereinrbank A.-G.. i. Bez., Marc Aureist^he 5—7, Telephon K2-5-S0 Eerre. _ o Meuer Börse. Trotz der dn'töaigen Unterbrechung des Verkehrs wa? während der gan-en Bvr'ezeit d e Tendenz überaus freundlich und die Kurse ftst oller Papiere bewegle» sich in aufsteigevder R'chlung. Maßgebend für dm Tendenzumichwuug war der Umstand daß die Kontermine im Kinblick auf Las v n uns b re>ts gejt rn gemeldete Arrangement in ftruppahlien sich ' veranlaßt iah, lall überall zu Deckungen zft streiken und daß dar Publikum wegen des in Len letzlen Wochen singekreken.m starkeu Preisabbaues der Effeklm allerdings im begkenzlen Umfange Koufauslräge erleilt halte. Gcsördert. würde die freundliche St'Mnuma durch den f l ü s! i g e n Ä e l d st a n d und den bei der Dorver orgung nach längerer Zeit zum Vorschein gekcmme„en S l ü ck e m a n g «1 in ein einen Sfsek'en, woraus man cnlr ahm, Laß die Banken für Konlrstyineoperat onen keine Lei'stücke mehr zur Verfügung stellen. - Auch die freundliche Tendmz der Budapeflsr Börse wirkte oüfH Verkehr günstig ein. An der Kulisse behauptelen Swaisbahnakt en eine Sleioenina" voa 4-5.000, SüdbohN.Prior'täten 14.(00, Krupp 30.090, Sal o Kohlen 40.000,. Rima 1400% Coburg 17.700, Waagmr 43.000. Von Bankwerlen wurden Kreditakiien leb» hafler umgeseht. . 3m Schrankrn waren Transportw^r!^ mit Ausnahme .der Kafchau-vderbergsr. begehrt und höher, Prager Eisen find lrotz der ungünstigen Allanz um 35 000gestiegen. Line starke Nachsrsqs bef and auch gestern nach Denes & Fliedmann-Aktim, . die auf günstig'Dwid udengerÜLie auf 600.000 gestiegen sind.^ Auch Bauwerle und Petroleumpapiere wurden rr.it Steigerungen bedacht. Bezugsrech te: Bank Maiopvlski 320, Ungar.. Kredit 23 000, Vaterländische Dank 15 0X', österr. Kolzverwerlui'8 600. Nordböhm. Kohlen 210.000,s Ung. allg.-Kotzlen! 670.01O, Knmanic 110, Neunk^rch^er 5750^ - ' Auf dem A n! a g e m a r k t haben Renlen ihre vor» ''-41^0001 rj/ua«rsj>r.-.Trrscvr (Nachdruck verboten.) IBliBW Hi iilf^i I ■■IIIW IIHIPI (Aus dsnr Hebräischen übertragen.) Bon S. Zemach. Das erste Grab. Wir saßen eines Abends bei einem Glas Tee und Hörten der Erzähkmg^ eines Genossen zu. #*•• .• Die Wohnhäuser" — begann er — „waren erst im Ban 'begriffen, die Ansiedler <utf ihrem eigenen Grund und Boden noch nicht heimisch, denn er war erst vor Tnryonr seinen früheren Besitzern enteignet worden, und die Zahl der Reklanriereriden und Anspruchserhebenden ziemlich groß. Das hatte Veranlassung zu rasch aufeinanderfolgenden Uebersällen > und Zwistigkeiten gegeben, so daß wir unseres Lebens nicht froh wurden. Ringsunr war noch alles öde. Ein einzelner, aus dünnen Brettern zusanmiengefügter Schuppen,/ mit roten Dachziegeln bedeckt, erhob sich mitten im weiten und stachen Tale, das sich dom Jordan erftlan-g hinzog, so daß. sein Ende am Rande 'des Horizonts den Fuß. des hohen, zackigen Gileadgebivges berührtes das stets in einem veilchenblauen, wie Rauchwolken aufsteigenden Dunst gehüllt und hie und da am hellen Sommertagen mit dunklen Flecken betupft war, den Schluchten u)ld.Ritzen, die seine felsigen Abhänge zevklüfterl. Der Schuppeir war von rms allem, was zu uns gehörte, bewohnt. Zwei Drittel loaren für die Tiere, der Rest für uns bestimmt. Dieser' Wohuraum, der uns zur Nachtiherberge diente, war stets mit Bündeln, Gepäckstücken, Kissen, Kisten, Matten und Gewehren angefiillt. In einer Ecke, dort, wo ein« große,, von Mundvorrat, Töpfen, Kasserollen, Spiritnslampen und allerlei Kochgerät strotzende Kiste stand, tremete ihn eine ebenso dünne Wand von einem kleinen Nvbenraüm, zu dem eine mit einem gelben Voih<tng bedeckte - OefftM'U'g, gleichsam eine Tür bildend, führte. Hinter dieser Waud wohnte Sulamith, mlsere Köchin, das einzige, die Bürde des Ansiodlerlebens mit uns teilende Frauercziiunrer, ein wackeres Mädchen, das uns nach Männerart auf unseren Ritten' begleitete und das rlufere arabischen Nachbarn spöttisch ,^Halbrnann" nannten. Sie war noch keine zwanzig Jahre alt, hochgewachsen, schlank,, kerzengerade und selbstbelvußt. Ihre Gesichtsznge ilvaren nicht sonderlich schön, aber sein und weiblich und verrieten '.Geist und Edelmut, und ihre großen,braunen, stets seuchi'schrmmernden Augen schauten unter dunkeln und äußerst langen Wmrpevn hervor, die sich rasch hoben, wenn sie den Sprecher anscrh.. Nur ans ihren kleiueli, zarten,' spitz zulaufenden Händen, die ernst rosig und weich waren, hatte 'das beständige Kocher: und sonstige schwere Hausarbeit, der sie rmansgesctzt mit Eifev. oblag, deutliche Spuren in Form von Nissen, Schmmmen und Brandflecken znrnckgelassen. llitb wir liebten sie, beteten sie an. Wir zwölf Gerrossen, alle sonnerwerbrannte und robuste Kerle, die uns die schwere'Arbeit, die häusiUn Scharmützel, die Notwendigkeit, unsere Olewehre auch lvährend des Schlafens zu tragen, die die genauen, dürftigen LLbeusbedmg'uugett,. .di^ furchtbare Einsarnkeit, die Entferrnmg von der.Kulturwelt, von irgendwie leidlichen Berhälinissen' roh und Hartherzig geniachr-ketten, jedes milderen Gefühles bar und nur zu gefährlichen Abenieuevn und allerlei tollkühnen, waghalsigen Unternehmungen geneigt, wir bärtigen, barfüßigen Burschen, die wie Seeräuber oder wie die wilden Bewohner entlegener Inseln aussahen — wir liebten alle Sulamith wie enu Man'N, innig, von ganzer Seele. Wir liebten sie, so wiesie 4var, um ihrer Gutherzigkeit, ihrer selbstlosen Hingabe, an jeden von uns, um jener eigenartigen Seligkeit willen^die ihr luftiges Wesen in unser düsteres, freudloses Leben hiueingebrächt hatte; wir liebten sie eüblich ob ihres Hellen, iwohlklingenden und seelenreineu Gelächters, -das die zartoften Saiten in unserer Brust -erbeben lieh und uns die bösen, bitteren Stunden -;,rAH§ elenden, kümmerlichen und tödlich langweiligen C. versüßen halst l Eines Tages ivaren loir?wa» draußen im Felde, als die Sonne bereits längst unkrgegaIlgen war? Wir trngw» die Gerätschaften zusammen und kehrten nach Hause zurück. Die Flinte über die Schulter, die Zügel sin der Hand, d'e Füße zwischen den Stricken der Pf-erdogeschirve, wie in Steigbügeln steckend und das Auge sehnsüchtig gegen das rote Dach gerichtet, das uns von der Ferne entgegenschimmerte, ritten wir auf unseren arbeitsmüden -Tieren gemeinsam und lärmend unserer Nachtlagerstätte zu, dichte Staubwolken hinter' uns zurücklassend. ... Bor dem Schuppen machten wir halt, sprangen fröhlich von den Pferden und wandten uns nach dem Wege zum Stalle. Plötzlich tauchte unser ’ Genosse Amrom, der an jenem Tage zurückgeblieben war, um Sulamith bei der Arbeit zu helfen, vor rms auf und sägte: -7- Macht kein Geräusch, Sulamith ist krank. Wir verstumnEn augen-blicklich. Es war jedem dc>N uns, als sei ihm in der Brust eine Saite gesprungen. Einige Augenblicke standen ivir sinnend da und eine schwere Wolke legte sich uin unsere Stirn. Sulamith krainll. Schon längst hatten wir es kovr.men sehen. Wir sahen ihre Schwäche von Das; zu Tag und von Stunde zu Stunde zunehmen; wir nrerkren, wie ihr zarter Körper züsehopds einschrumpfte und zusaimnenbrach, wie ihre Wangen immer bleicher und hohler und ihre klaren Augen wie von erivsm feinen, geheintnisvollen Schleier umflort wurden.. Das alles saheir, wußten und fühlten wir, aber es 'lvar ihr immer gelnugen, uns. zu beruhigen. Sie hatte es, wie. kein-anderer» verstanden, uns die Sorge um ihre Gesundheit mit ihrer Hellen, klangvollen Stimme, die sich so sonnig über unser lebensdurstiges HM: ergoß, einfach hinwegzulachen. . Wir führten die Pferde in den Stall und begaben uns stillschweigend in unsere Wohnung.. Int Zinimer waren schon Spuren von Sulamiths Erkrankung erkennbar. Oie Unordnung und die drückende Schwüle waren groß. Auf dem Tische lagen Neste und Drosanw.n von der gestrigen Mahlzeit umher, die russigm Töpfe standen ungeschenert auf dem kalten Herd, das Bettzeug lag zu einem Berge znsamnwngeballt und die Luft war mir einem säuern, scharfen und üblen Geruch geschwängert. ..... ÄortsetzMa folgt.)

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