Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1374 (7.12.1922)
- Date
- 1922-12-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»r. 1374 Wien, Donnerstag__ -katze SS. Lvh» Ssidor. geb. 31. Augnfi 1894. Malacßa, % Bez.. Am Labor L2. N a s ch t tz Leon. geh. 2b. 8uni 1879. Men. 2. Dez.. DolKertplatz L. S ch w a r z Ernst, geh. 16. Sepkember 1894. Wien. 2. Dez.. Lassalestratze 24. Wisch° newsky F.. geb. 20. September 1905, Ntßolajrw, Eiudent, 19. Bez.» Amalgergasse 2. yrvgan Gisela, geb. 19. Juli 1878. Mauer bei Wie». FobnKantensgaltiti, 7. Bez., Schottin- «affe 69. _ Nie LebemmittelmiMe. ReuerNcher starker Rückgang der Fleischpreise. Die Preisrückgänge auf den letzten Lebendvichmarktccc Taben schon gestern im Kleinhandel eine starke Rückwirkung auf die -Fleischpreise geübt. Rindfleisch wurde nicht nur m der Großmartthalle, sondern auch in den Bezirkshallen nm 3OOO bis 4OOO K. pro Kilogramm billiger. Den Preisnachlaß erstreckte sich aus alle.Sorten. Sehr schönes, frisch geschlachtetes > vorderes Rindfleisch ohne Zuwage wurde in der Großmarkt-; Halle schon um 6000 St., hinteres mit Zuwage um 8000 K. unb Bratenfleisch um 10.000 K. pro Kilogram,n in großen Mengen angeboten. Auch Schloeinefleisch und Kalbfleisch kannj len die gestrigen Preise nicht behaupten. Beides wurde um 1 jdurchschnittlich 2000 K. pro Kilogramm niedriger angeschrieben.! Schweinefleisch notierte 2O.OOO bis. 26.000 K., Kalbfleisch je nach Qualität 16.OOO bis 24/100 K. pro Kilogramm. Die! meisten Flerschverkäufer machten durch auffallende Plakate auf die Pr.eisrcdukt.ion aufmerksam. Der Verkehr war ziemlich lebi haft. Der Fleischkonsum erfährt durch den in den letzten Wochen;sehr stark fortgeschrittenen Abbau der Preise eine merkliche Zunahm«, reicht aber noch keineswegs an das andauernd starke Angebot heran. In der Gvoßmarkthalle waren heute | wieder weit mehr als LOO.OOV Kilogramm Fleisch aller Sorten!zum Verkauf angeliesert worden. So große Quantitäten der-.;!trägt aber die Kaufkraft der Wiener Konsument«« noch lange i nicht.! Die Presse der Seefische verfolgen seit einigen Tagen eine wenn auch nur langsam ansteigende Richtung. Dies ist auf die geringeren Zufuhren znvückzuführen. Da eine Angleichung der Seefisch- und Fleischpreise in nicht allzu ferner >Sicht ist. wird mit dem dann automatisch zu erlvartenden 'Atückga-ng des Fischkonsums auch das Preisniveau sich den geänderten Verhältnissen onpasftn. Der Naschmarkt verzeichnet« wieder ziemlich schlvache Zrt-! sichren. die aber den verhältnismäßig nicht großen Bedarf; /eicht decken konnten. Ms Neuheit wurden schone große Kastanien italienischer Herkunst um 9200 bis 9600 K. pro Kilogramm angeboten. Die Nachfrage nach Obst und Südfrüchten -war rege. Die Preise haben sich nicht geändert. Bühne Md Kirnst. Theatermd SchaasptÄkmrst. Neber dieses Thema sprach Montag abends in kleinem; gewählten Kreise Herr A. M o r e w 2 k y, der bekannte Schau-! ^spielet und Regisseur der Wrlnaer Truppe. In seinen inter-!!efsant«n, sehr beifällig anfgenommenen Ausführungen erwies /ich Morewsky als begeisterter Anhänger des vom großen Dheater-Shaikaspeare und der ihm folgenden Schauspielkunst ' i vertretenen allmenschlichen Ideals. Nach Morewskys Darlegungen war die griechische Schauspielkunst und das griechische Theater, welche die Anfänge dieser Kunstgattung repräsentieren, ekstatisch; e§ fehlte ihr aber ebenso wie der späteren römischen das gesellschaftliche Ideal; erst die Re« , uäissance und Shakespeare haben die großen gesellschaftlichen Idea'lcsungm in Theater- und Schauspielkunst ertönen lassen. Dies« Ideale sind jedoch von den späteren Zeiten verwischt worden, -da Sensation und Didaktik überwuchern und die in ^er Folgezeit immer stärker auftretenden sozialen Fragen, die lbiz heute auswirken, den idealen Aufschwung des Theaters und der Schau spielkucsst verhindern. So herrscht denn auch in den bcutrgen Theatern nicht der Schauspieler, sondern der Regisseur. Das Sensationelle wurde in den Vordergrund gerückt. In der Zeit des ausgesprochensten Utilitarismus, welcher im Theater die von Idealen getragene Schauspielkunst beseitigt hat, begann nun das jüdische Theater in die Erscheinung zu treten. Es hat sich nun gezeigt, daß. in dem neuen jüdischen Ly ater Wege gegeben seien zu dem großen Idealismus, der einst Theater und Schauspielkunst beherrschte. Unter den gegebenen Verhältnissen können sie sich freilich noch nicht auswirken, da auch im jüdischen Theater heute zunreist das System des Ensembles und der Regie herrscht. Theater als Tempel der Kunst, als Seeleulänterung, ist heute ein Ideal. Dieses Ideal der Bühne überhaupt und der jüdischen Bühne im besondern — das intellektuell schöpferische Wirken, welches nicht von der Masse, sondern von einzelnen ausgeht —, wird erst verwirklicht werden, wenn die Menschen frei von wirtschaftlichen Nöten sind, die Kunst nicht nach Brot ringt und wieder die Möglichkeit zur Entfaltung der Persönlichkeit besteht. Di« Zuhörer nahmen die Ausführungen Morewskys mit Interesse und dankbarem Verfall auf. „Der Frechdachs". Lustspiel von LorrtS V -e r n e u i l. Gastspiel Reinhold Schgnzel. Echtes und rechtes Pariser Theater. Unmögliche Voraussetzungen, bis zur Lächerlichkeit unwahrscheinliche ©ititatkmen, erzwungene Dorvnüpfungen, Manschen, die nm auf «inen To« gestimmt sind, primitivste Vereinfachung jeder psychologischen Erfassung und das Ganze sin fesselndes, amüsantes, in allen Farben glitzerndes Spiel. Ger über die Ein-elhsiten mchdächte, müßte auf den ersten Mick die ganze lächerliche Unwahchaftiiglkeit dieses traditionellen LustspielmllieuS erkennen. Aber zum (Ävick denkt rran bei DlMterabenden dieser Art nicht Webber nun;, sondern unterhält sich vortrefflich und kommt zwei Me lang nickt §>ls dem Lack-en. SelibstvevstäiMich deckt fick vft Hanid- Wrenev Moxgenzeltring. 7. Dezember 1922 Gelte 8' lung der fröhlichen DelangjloflgM mit der Handlung sämtlicher anderer Stücke dieses Genres. Da ist der junge Mann, der einer jungen Frau nachstellt, diesmal, wie schon der Titel ahnen läßt, müt besonderer Bcharrlichkeit und Kührcheit. Da ist der ältliche Gatt«, der ein Verhältnis mbt einer Kokotte hat nnd durch die Mitwissenschaft des Frechdachs zu allerhand Konzessionen an den Störenfried gebracht wird, es gibt Verwechslungen, ^belauschte Gespräche, Spitzen emd Zacken im Dvalog. Hat sich di«, sogenannte Handlung auf diese Wc'is« zwei Akte lang m bem üblichen Dreieck, das hier zu dem noch viel üblicheren Vieveck erweitert wird, herumgetummelt, sowird ein dritter Mt cnrgeklebt. Er dient der Losung und der Abendfüllmng und wird nach allen Richtungen gezogen wie «in Strudelteig. Aber da man einmal im Lachen drin ist, lacht mau weiter, und so endet der Abend fröhlich und unter großem Beifall. Die Novität wurde flott, animiert und mit viel Witz gespielt. ReinhoD Schünzel führte die fröhliche Gesellschaft schneidig, bstosglich und sehr getoaudt. Gr fand vortreffliche Unterstützung durch Herrn -Foreft, dessen außergewöhnlicher Chavakterifiemugskunst. es sogar gelang, einen wirklichen Menschen amf die Bühne zu stellen, obwohl er nur eine „Rolle" zu geben hat. Berta Gast sah entzückend aus und spielte angnrch-nr. Sie trug bomerkearsroerte Toilotten, die mrch etwas von Pariser Geist verriet«r A-uch Am>y Wimbergsr als klaiire Kokotte und Anny Han als Kamnrerzöfchen boten Gutes, "und Herrn Lovvic—last, not least — seine Kunst kanr in einer Epiisodenrolle zur vollen Geltung. Das Pu<bM«n zoigde sich erfreut und angeregt. K. M. Burgtheoter. Morgen nachmittags um 2 Uhr außer dem Jahres- und ' Stammsitzabonnement „M o n n a Sauna" von Maurice Maeterlincks deutsch von Fried, von Oppeln-Bronikowsky. Es wirken mit Frau Wohlgemutb und; die Herren Blum, Eidlitz, Höbling, Schmidt, Schmäle, Schott! und Siebcrt. Abends um 7 Uhr, bei aufgehobenem Jahres-! abonnement, zu erhöhen Preisen „Anna Karenina" noch Tolstoi von Ednwnd Guiraud. — Dienstag wird llllolnars Spiel „Das Märchen vom Wolf" aufgeführt. Anfang 7 Uhr. Akademretheater. Morgen um 2 Uhr nachmittags die Komödie „Die Lokalbahn" von Ludwig Thoma mit den Damen Lelvinsky^ Mell, Schulz und Seidler und den Herren Baumgartner, Häussermaun, Heller, Mayerhofer. Müller. Moncza, Moser, Rub, Sehdelmann, Wöesner und Wawra. Ab e it b Z um halb 8 Uhr zu erhöhten Preisen das Mysterium „Candida" von Bernard Shaw, deutsch von' Siegfried Trebiisch mit den Damen Albach-Netth. uivd Wohlaenmth und den Herren Atayerhofer, Pcmlsen, Schott und Hans Thimig. — Dienstag geht das Schauspiel „D i e Mütter" von Georg HirsckMd, neu einstudiert, zu erhöhten Preisen m Szene. Anfang halb 8 Uhr. Im- Ra imnnd-Thea ter ist die Samstag den 9. d. stüttfindende Erstaufflihrung des Lustspiels „Tartüff" von Dioliere in folgender Weise besetzt: Tartüff — Eugen. Klopf er; Dorins — Maria Karsten; Madame Pernelle — Emmy Förster; Orgen Eduard yLeibner; Glmrre — DLaria Gutmann; Damis —- Heinz Stransky; Marianne — Margarete Ris; Baler — Richard Duschrnsky; Cleant —> Herbert Bru-nar; Loyal Willy .SckMieder;, ein Polizeibeamter - —. Heinrich Schnitzler.'' Hreranf folgt Äie Erstausrührung 'des fGcriHtsstückes „In Ewigkeit Amen" von Anton"Wildgans^ init Klöpser als Beschuldigten und den Herren Homolka, Neugebaner, Schmieidrr, Schnitzler und Fräulein Hammer in den Hauptrollen. Der Dichter wolnrt den Proben und der Erstaufführung bei. Jnr I o s e s st 5 d t e r - T h e a t e r gelangt Sonntag den 10. d., nachmitta-gs g Uhr. als erste Kindervorstellung in dieser Spielzeit hxi§ dreiaStige Kindermärchen „Die Prinzesfrn auf der Erbse" von Robert Burkner bei bedeutend er» müßigten Preisen zur Aufführung. Earl-Theater. Heut« und morgen Gastspiel des Burgschauspiel-ers Raoul Äslan als Pruu Radionri in der Kalnranschen Operette „Die Bajadere". Morgen um 3 Uhr nachmittags br>i ermäßigten Preisen Schars Operette „Der Rast elb in der". Wiener K o m ö d i e n h « u Haut« um 7 Uhr abends Erstaufführung der Operette „Der Glückstrompeter" von Gustav Beer und Armin. Friedulaun. Musik von Heinrich Reinhardt. Für die Rolle des MälZel, Erfinder des Metronoms.,wurde Herr Franz Glawaisch al'S Gast gewonnen. Das Werk ist vonr Oberregisstur Karl Staub in Szene gesetzt. Die musikalisch« Leitung lregt in den Händen des Direktors Max Sellmann. Die Tänze sind von Otto Glaser, der das Faktotum Malzels spielt, einst-vdiert. In den Hauptrollen sind beschäfngt Ännt) Rainer. Liesl Neubauer, Toni Wengersky. Engen Günther mch Rudi Merstallinger. „Der Geigsr des Ghetto." Die zionistische Bezirkssektion Landstraße veranstaltet heute um 10 Uhr abends (m Löwenkmo. 3. Bez., Wwengasse 35, eine Sondervorstellung. Zur Aufführung gelangt der -Film „Der Geifer des Ghetto". Vorher die neuesten Pnlästinabilder. Musik: Jüdisches Knnstlerorchester. | HeuS© Donnerstag 7. Dezember!. f.Jfndet im Löwenhlno, I IlII., Löwengasse 35, eine SondQrvopsftfillung statt 1 Vorführung des Filmes und der neuesten PalSsKlna-Btlder IMusik: jüdisches Künstlerorchester] Anfang 10 llhr abends sssv Karten an der Kassel Hermann Thimig in den Kaminerspielen. In de« Kammerspielen findet Dienstag den 12. d. im' Rahmen der Nachtvorstellungen di« Premiere des dreiaktigen Lustspiels „Der Hühnerhof^ („Le poulailler") von Tristen Bern-avd statt. Für die ersten drei Vorstellungen des Lustspiels wurde Hermarm Thimig als Gast gewonnen. Er spiest die von ihm seiner« Mt in Berlin kreiert« Rolle' des Leonacöd. Der Vorverkauf zn diesen Vorstellungen -beginnt Samstag an der Kasse der Kammerspiele. Roland-Bühne (Freie JBd. Volksbühne) Ensemble-Gastspiel der WüI-NAEia TREPPE Hcsr-fe Donnerstag den 7. Dezember1922, 7 Ulir abeeds IComödie von Schalom Acbci «ni. Die Plünderung des Cadorna-Schlosses in Campotermond». Vor dem Bezirksgericht FLnfhauS (Landcsgerichtsrat Dr. Winter) fand vorgestern ' eine interessant« Ehrenbeleidignngsverhandlung statt. Auf Grund eines in der Elek^ trischen Wien—Preßburg am 1. Oktober d. I. gefüllten Gei spräches, «das zwischen dem Beklagten, dem 37jähvigen Gerüste« Alex. Bedmarik, und dem ehemaligen Offizier Johann Ho löst) geführt wurde, wurde die Ehrenbeleidigungsklage erhoben, die bei der Verhandlung vom Rechtsanwalt Dr. Franz Wahala vertreten wurde. Der Bekluste hatte im Sauft des Gespräches unter anderem folgendes bemerkt: Er sei als Kom^ nmnÄant einer Sloßtruppe anläßlich einer KampshaMamg beimr Durchbruch an der Piave in ein Städtchen gekommen, in welchem sich das Schloß des italienischen Oberkommandanteu Cadorna befindet (Eambobenyondo); Er (Beklagter) habe als erster das-Schloß betreten; die Bewohner mußten wohl kurz vorher geflüchtet sein, denn in den Zimmern lagen frei, zugänglich kostbare Sckjmucksachen, Rittge, Pretiosen umher. Er habe von diesem Funde Meldung crftAttct/ Er mußte weg und als er nach zirka acht Tagen Zurückgekommen sei, war alles verschwunden. Er habe gehört, daß der 'damalige Proviant« offizier Oberleutnant Möis Mozka^die Kostbarkeiten, bar* unter auch äußerst kunstvolle Kirchengeräte, gesammelt habe und durch Urlauber nach Prag habe schaffen lassen. Ich war dumm, daß ich, der ich'als erster das Schloß betreten habe, mir nicht einige Kostbarkeiten genommen habe, denn alle luiben, sich Sachen angeeignet. Dieses Gespräch wurde von dem Stabsk<rpitän m tschecho-slvwakischen Heer Alois K u s a k gehört. Er mischte sich in das Gespräch, und es gelang ihm, die Namen der beiden Fahrgäste sowie ihre Adressen Zu erfahren. In Preßburg erzählte er die Sache dem Hauptmann M o z k a. Um der Ehre des tschecho-flowakischen Regiments sowie des Offiziers Mozkg wegen Wunde die Sache weiter geleitet, und der Ehrenrcst trug dem Ha-upimann Mozka^ auf, gegcn Bednarik die Ehrenbeleidigungsklage bei dem zuständigen Wiener Gericht einzu^' bringen. Kapitän Kuftk wurde beordert, nach Wien zur Verhandlung Zn fahren und entweder auf einer umfassenden Ehrenerklärung oder einer Bestrafung zu bestehen, falls es; sich ccm <iuen Vorwurf des Diebstahls, der Plünderung oder' des Mißbrauchs der AmtSgetvalt handeln sollte. Bei der vorgestrigen Verhandlung erklärte der Beschuldigte, der zweimal! j die „Goldene" erhalten hat, er habe erzählt, was er gehört! habe und was ihn: Kameraden erzählt hätten. Er nannte' -deren Namen, wüßte aber weder zu sagen, wo sie wohnen, noch woher sie seien. Der Richter hielt dem'Beschuldigten vor,, daß er eine solche ungeheuerliche Anschuldigung gegen einen Offizier nicht öffentlich dorbvingen durfte, wenn er sie nicht beweisen könne, auch nachsprechen' dürft man solche Worte nicht. Das Beweisverfthren ergab, daß Oberleutnant Mozka damals Las Schloß gar nicht betreten.hat. . Nach hartem Kampf, mit sich selbst erklärte sich der Beschuldigt« bereit, eine entsprechende Ehrenerklärung abzugeben und für einen wohltätigen Zweck den Betrag von 60.000 Kronen zu erlegen, worauf die Klage zurückgezogen wurde. Bemerkt muß werden, daß der Beschuldigte den besten persönlichen Eindruck gemacht hat; und diesem auch vom Richter Ausdruck gegeben wurde. Srntfe «W auch nichts. Der Kaufmann Max Zell er mayer aus Berlim-- Schöneberg tvurde mit seinem Optiousansuchen für Oesterreich mangels des Nachweises der Zugehörigkeit zur deutschen Mehrheit der Bevölkerung Oesterreichs der Raffe nach abgewiesen. In seiner dagegen an den Verwaltungsgerichtshof eingeürachteir Beschwerde wurde geltend gemacht, daß schon das evangelische Glaubensbekenntnis des Beschtverdeführers ein Nachweis für die deutsche Rasse sei. Der Verwaltungsgerich!Lhof (Vorsitzender Präsident Dr. Schuster) hat die Beschwerde abgewiesen, weil das Religionsbekenntnis keinen Nachloeis für die Rassezngehörigkeit bilde. Das Wohnungsamt hat aus einer Nachschau heraus gefunden, daß es in Wien noch immer Villen gibt, die im Winter unbewohnt sind. Alle diese Villen wurden angefordert. Der Besitzer einer im Winter unbewohnten Villa in der Pointengosse in Dörnbach, der Vertvaltungsrat der Unionbcrnk Julius Stern, brachte gegen die Anforderung die Beschwerde an den Verwaltungsg-erichtshof ein. Der Beschwevdevertreter Dr. Josef Stern bestritt die Berechtigung der Anforderung aus den, Titel der Doppelwohnung. Wenn auch der Beschwerdeführer eine Stadtwohnung habe und vorschriftsmäßig die Doppelwohn-ungsauzeige erstattete, so könne hier doch von einer Doppelwohnung deshalb nicht die Rede fein, weil die Villa in Dornbach im Winter unbenützbar sei. Sie sei nämlich nicht bcheizbar, vor Schneefällen nicht geschützt, die Veranden seien mit Brettern verschlagen, wodurch die Jnnenraum« total verfinstert sind ufw. ©ine Doppelwohnung liege nur dann vor, wenn beide Wohnungen während des ganzen Jahres beivohnbar sind. Der Vertreter der Stadt Wien Magistratsoberkommissär Dr. Gnllich bekämpfte diese Auffassung. Ein« Doppelwohnccng sei -vorhanden, lvenn dem Inhaber zwei Wohnmmeu zur Verfügung - stellen. Die geschilderten Mä»ael