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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-07 · Heft 1374 (7.12.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1374 (7.12.1922)
Date
1922-12-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr.'1374 Men, DonneEag MödgLnzertüttg. h. Dezember '1922 Gelte 3 vom einfacMn bis;om feinsten BILLIGER Wiener Pelzwarenniarkt Breitfeld & Länder, Wien, II. ICI.Sperlgasso 8 (mÄ) «a«<bs»LL ' ' lS'c»I.4»ca>8Boam 4SB«fla^lO Herten Hilden separate Klubs, die ganz selbständig Auftreten. Der tveißruss'vsche Sejlwklnb wird jedoch in den fragen der nationalen Minderheiten mit den Klubs der übrigen nationalen Minderheiten zufaunmenge-hen. Der weißrussische Klulb wird, was den sozialwirtschaftlichen Teil seines Programms betrifft, Vorwivgend mit den linken Parteien zufammengchen. Die Weißrussen verlanrgen eine territoriale Auton o mie für di« weißvussischen Gebiete Polens, die Regelung der administrativen Verhältnisse in den Ostgebieten und die -Aufhebung der Kolonisation der- Ostgebiete mit polnischen Cleimenten. Der Jüdische Klub zählt 6 Zionisten, i Misrachisten, 1 Abgeordneten der Hitachduth, 1 Poale Zionisten, 5 Ägudisten und 1 Vertreter der Kanftnauwschaft, 1 Unparteiischen. Unter den Senatoren 2 Zionisten, 2 Misrachi, 2 Vertreter der Aguda, 2 der kanfmaunischen Organisationen Der Ostgailizisch-jüdische Klub zählt 11 Zionisten, 2 Vertreter der Hitachduth, 1 Unparteiischen, 1 Agudisten. Unter den Senatoren 3 Zionisten, 1 Vertreter der Hitach- Lnth. Zusammen zählt somit der gesandte JMische Klub 34 Se-jmabgeovdnete und 12 Senatoren. ' . Die BizemarschMe. Warschau^ 6. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgenzeilun-g".) In der letzten Sitzung wurden folgende fünf B i z emarschalle Mvählt: Abg. Gdyk (RatioMdemokrat), Poniätawski (Wiswoleny), Moräczewski (Sozialdemokrat), O siet ki (Witoä-Gvuppe), Sehda (Bereinigte ^rationale Partei). Außerdem wurden neun Sekretäre, darunter auch ein Vertreter des Jüdischer: Klubs, Ahg. Dr. We i n z i e h e r, gewählt. wird. Für die Kolonie sind .MO Dunam Boden erworben worden. Amerikanischer HauserSou. Dieser Tage haben sich mehr als IM amerikanische Juden nach Palästina begaben, uin dort Grün d st ü ck e zu erwerben, aus denen sie Häuser erbauen wollen.'ES werden jetzt in Amerika Gruppen organisiert, die gemeinsam Mcks Bvdenevwerbs Palästina besuchen wollen. . Palästinensischer Import «nd Export. Im Juli betrug 'bet palästinensisch« Import 389.955 ägyptische Pfund, 47.737 Pfund wehr als -tut Juli 1921 und der Export 81.832 Pfn'td, 30.630 Pfund mehr als im Juli 1921. Gegenüber dem Juni 1922 ist beim. Import eine Abnahme von 26.265 Pfund zu verzeichnen, Vagegen beim Export eine entsprechende Zunahme. . KarWrst gegen den Alls Frankfurt wird gemeldet: Der frühere deutschnationale Führer und jetzige Abgeordnete der Deutschen Volkspartei Harr v. Kardovff hielt aus einer dolksparteÄichen Versammlung in Frankfurt a. M. eine Rede über die politische Läge und führte unter anderem aus, cs sei eine grobe Unwahrheit, daß fast mlr I u den unter den Notgewinnlern dieser Jahre zu finden foicn. Der Radauantis-mnitiÄnus appelliere an -die niedrigsten Instinkte. Außerdom sei der Antisemitismus heute eine große außenpolitische Dummheit, da die Hochfinanz der Welt einem antisemitischen, Deutschland keinen Kredit gewähren würde.. Wilson «nd die oftgaWsche Froge. Lemberg, 6. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgenzeitag".) Das ukrainische Organ „Swoboda" meldet, daß die Rechtsanitvaltskanzlei des gewesenen Präsidenten der Ber- «migten Staaten Wilson und seines Sekretärs C o l b h die Verteidigung der sta a tli ch e n U n ab h ä n g: g k e i t Osigali z r e n s übernomnren habe. Der nächsten Sitzung des Votschastervates soll bereits ein entsprechendes Referat tvovgelogt werden. Wie das in Amerika erscheinende polnische Organ „Rekord Eodienny" meldet, soll Wilson die Los- Vstrng'Ostgaliziens' von Polen' verlangen. Sein gewesener SÄretar Eolby soll sich in dieser Angelegenheit nach Europa begäben. Die amerikanüschen Zeituirgen wclrdeten sich an das polnische und tschechoslowakische Konsulat in Rew-Nork NM Anstlävungen.' Das polnische Konsulat antwortete, daß die Ukrainer das ostgalizische G-chiet von Polen losreißeu und einen Aufstand Hervorrufen wollen. Die Rechtsanwaltskanzlei Wilsons gibt an die Presse Informationen über di« kgalizische Frage aus. 8in pslitischer WeMeter der ZisMUchm , . LkgmUtisR in f alSftim London, 6. Dezember. (Tel, der „Wr. Morgenztg") Me die hiesige „Zeit" meldet, ist an Stelle Dr. Ebers Oberstleutnant Kish zum politischen Vertreter der Zionistischen ' Organisation in Palästina ernannt worden. Ta Herr Kish im- Gegensatz - zu- Dr. Eder nicht vom Kongreß gewählt wurde, wird'er dieses Amt nur in technischer Hinsicht ausübm. Oberstleutnant Kish hat im Kriege in der englischen Armee aktiv gedient und hat nach Kriegsschluß der englischen Friedensd-Kegation in Paris als . Mitglied angehört. Zületzt war er Mitglied einer englisch-politischen - Misiion in Frankreich. Kish ist mit W e i z nr a n n nach- Palästina abgereift. Ein neuer jüdischer Stadtteil in Tiberias. Am 26. No- Venrb>c-.r fand die Eiuwekhung des neuen jüdischen Stadtteils von Tiberias statt, der den Namen'Sir Samuel-Stadt trägt. Sir Samuel hat tnm Feierlichkeiten p er s ö nli ch boigewohnt. Der Handel zwischen Deutschland und Palästina. Laut offiziellen Mitteilungen wurden tntN Verlaufe des Moivats September Wäre:: im Werte von 80.000 Pfund Sterling aus Deutschland und Oesterreich in Palästina -importiert, das sind um 17.000 Pfund mehr als im Monat August dieses Jahves. ' Die Fortschritte der jüdischen Arbeit in Emek Jefreel. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Der Oberlommissär ist soeben von ein-ein Besuch Em-ek Iosreels zurückgekehrt mrd äußerte sich sehr befriedigt - über'den großen Fortschritt der dortigen Mischen Siedlung. Dort ist eine neue jüdische Kolonie gegründet worden, die von 60 Ehalnzim bearbeitet werden Die e«MÄM AmhechMM. London, 6. Dezember. c.I. (£ B.) Die „Nationalpolitische Liga" veransttiliete am 26. November zu Ehren des Prinzen Habib Lotfalah, der sich als Vertreter, des Königs Hussein von Hedschas nach Amerika begibt, ein Bankett, welchen u. a. Lord Sydenyam und etliche! Parlamenisrnitglieder leiwohnieu. In seiner Ansprache wies der Prinz darauf hin daß die Entente die im Jahre 1915 mit.&cm. aMbWenLi>W.LcWfh:n.e. Abmachung respektieren müsse. Auch.müßten dst Verbündeten es König Hussein überlassen, öio Angelegenheiten der arabischen Rasse zu regeln. Er sprach die-Hoffnung aus, daß mit der Erneuerung der englischen-Regierung auch eine neue Aera für die Araber ansängen werde. Lord Syd enham erklärte, England müsse seine Verpflichtungen gegen die Araber erfüllen. Die B a l f o u r - D e k l a r a t i o n diskreditiere das cftglische Volk und müsseannulliert werden. Die Ansprachen her anderen Redner bewegten sich in den gleichen Linien. (Es handelt sich hier um Politiker, die seit langen? als Gegner der Balfonr-Politik bekannt sind.) M.8M TchwerbeschiMstr! Berlin, 6. Dezember. (Wolfs.) Der Reichstag erledigte mehrere kleinere Nachtragsgesetze und überdies die Novelle zum-Gesetze über die Beschäftigung Schwerbeschädigter. Hierbei teilte Arbeitsminister- Dr. Braun rnit, daß gegenwärtig ruüd' 350.000 Schwerkriegsbeschädigte in , Deutschland vorhanden seien, von denen 17:000 arbeits- |;o$ jcieu. Oie Beschäftigung der Schwerbeschädigten habe - im allgemeineil zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht! geführt. 22.000 freie Arbeitsstellen konnten nur deshalb! nicht besetzt werden, weil die notigen Wohnungen nicht zu beschaffen waren. Ne Konferem vm M8M. Paris, 6. Dezniber. (Wolfs.) „New Dork Herald" halt es für wahrscheinlich, daß die Brüsseler Konferenz ' gegen den 4 Jänner zusammentreten werde. Mlim Md KWKffMiW. Rom, 6. Dezember. Die -Blätter me-l>den, daß die Jufamuieickunstzwischen M u>s s o l i n i und N t u c i e wegen des Ausbruches der Rogierungs.krise in BelgvÄd unterblieben sei, derenÄvegen Nmcie direkt nach Belgvwd zurückkehren mußt«. „Messagero" sagt, es sei erwiesen, daß Mussolini von denr besten Willen beseelt sei, die ita-lienisch-jugoslawischen Bez-ichungen, die bisher rmr ans dom Papier stmlden, herzustellen. . mifima&miBcanui nmamm■ um—11 nn 11 —wmniin»ni. mmmmmmmmmi Billigstes Kaufhaus — de>* Stadt Wien Teppichhaus „Källnerltof(i Q Vien» l*i Kdlinephofgassa ® sss Tagesbericht. Lsr neue MeterschnAefetz. Der ISVfache Friedenszins ab 1. November. Heute vormittags wird das neue M i e t e r s ch u fc» gesetz, über besten wesentlichen Inhalt wir gestern lur,; berichtet haben, im Nationalrat als ein Kompromiß zwischen allen Parteien in Verhandlung gezogerr und zum Beschluß erhoben wevden. Das neue Gesetz schafft für die Bildung des Zinses eine einheitliche Grundlage und sichert dem Mieter in stärkerem Maße als bisher den ungestörten Besitz der Wohnung. Es sieht zivei Stadien vor: 1. Einen Uebergangszins für die Zoll vom 1. November d. I. bis zum 1. Februar 1923 und 2. den nach bestinlmten Regeln zu bildenden Z i n s vom Februar 1923 an. Der Uebergangszins wird nach dem Gesetz ganz allgemein das 150fache dcs Frieden szfnses betragen. Damit will man alle bisher bei den Mietämtern anhängigen Entscheidungen über die Mietzinshöhe panschaliter erledigen. Somit hat jeder, der im November d. I. noch nicht einen Zins gezahlt hat, der samt den etwa abgesondert verrechneten Gebühren für die Betriebs- und Jnstandhaltungskosten des Hanfes das 150sache des Fri-edenszinses erreicht, diese Differenz n a ch z ü z a h l c n. Ab 1. Februar 1823 der 25üfache Frredenszins. Voml.Februar 1923 ab wird der Gesamtlü ietzins eine bedeutende Erhöhung erfchren. Er wird sich aus folgenden Teilen Zusammensetzen: 1. Aus dem Grundzins (Grundmiete), der den halben Friedenszins ausmacht und die Rente des Hausbesitzers darstellt; 2. aus denk 110- bis löOfachen Friedenszins — das Ausmaß steht noch nicht fest — für die H a u s e r h a l t u n g s» kosten; - 3. aus den monatlich, zu verrechnenden Betriebskosten des Hauses (Kanalräumer-, Rauchfangkehrer-, Wassergebühren, Beleuchtung), und » 4. aus dem Anteil an den öffentlichen Abgaben. D.ie .Gesamtsuinme aller' dieser Bestandteil« wird ungefähr den 250sachen Frredenszins ausmachen.- Die Mndigung darf künftig nur gerichtlich - vorgenommen werden. Die Rä umungsfrisr für rechtskräftig gekündigte Wohrrnngen wird a u f s e ch s M o n a t e v e r! a n g e r t. Sie kann irr desonderen Fällen u m w e'i t e r e z w e i M o n a t e, und wenn es sich um Kün-digungeu wegen Eigenbedarfs handelt, um noch weitere vier Monate er st reckt werden, so daß ein rechtskräftig gekündigter Mieter im äußersten Fall noch ein Jahr in der Wohnung bleiben kann, Im Zusammenhang mit der MietzinsbiLdung wird auch die Wohnbausteuer neu gestaltet werden. Gariz neue Grundlagen werden hier aufgestelli und haupt sächlich - die L u x u s lv o h r: u n g e n getroffen, die kleinen und mittleren Wohnungen möglichst geschont werden. Ja, es ist sogar geplant, die Wohnbausteuer in der gegenwärtigen Gestalt gänzlich aufzulasten, wenn die Gelneinde Wien genügende Darlchen für ihre Wohnbauten erhält. Was die W ohn u n g s an f or d e ru n g anlangt, so wird lx'.s Bundesgesetz sich im Allgemeinen an die bisher in Wien geltende Verordnung für Wohnungsanforderungen Hallen. Neu wird nur sein, daß beim Wohnungstausch die fehlende Zustimmung des Hausbesitzers durch das Wohnungsamr ersetzt ^werden kann. Der SberrMinrr von Men MIM vmmMckt. Budapest, 6. Dezernber. Der OLerrckbbiner von Alt- Ofen, Ignaz Schreiber, ein Lljährigrr Mann, geriet -heute vormittags, als er auf einen fahrenden Stvaßenjbahuzug auf• springen wollte, unter die Räder und konnte nur mehr als Leiche geborgen tverden. Bevorstehevde DerbWigmg des Motprches. Es verba>ut«t, daß, ohne Rücksicht auf das Ergebnis der heute stattfürdenden Verhandlungen mit dem Backergehilfen, schon in der nächsten Woche eine Verbilligung dos Brotes ointreten wovde. Gogvn idie augerMcklichs volle -Auswivkung der Ädchlverbilliguirg sträuben sich anscheinend die Betriebe mit d«m Hinweise darmst, >daß das gegenwärtig zu veravboitende Lageirmchil noch zu höheren Preisen angeschchsi worden sei, und Mehl, wie -es heute an der Produktenbörse gehau - -dickt wird, erst ungefähr zu Weihnachten zur Wevwendnng koium«n werde., Salbst wann dieser Emivanid als stichhältig crfförf- Wird, wird von Konrvmn des Marktes und ^der Kallulati^oueu der BroterzouHlmg erklärt, daß nächst« Woche schon eine Verbilligung emtveten müßte,- die mindostens die Hälfte der Spannung ztoischen den jetzigen Güstchungskostzen und deni anLutzstakte, rein V/olle. 140 om dr. & 49.000 Double-Raglan«, rein Woll^ . . K 590.000 RtgenmBiiiei. l a ... K1 SB.000 [Schiff mann II., Taborstraße 43 Telephon 47-1-79 Engros En detail

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