Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1373 (6.12.1922)
- Date
- 1922-12-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980453--13071-2999682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
finzsbrammerKlOOQ Wien: Zinn Abholen in der 1 Expedition, II.,Taborstr. 1-3, ' edler ifieide^V^jschleisstelle ll'r.G) tzH,MKü28.00» - Xkit?ostvchA'dd^kür^ien°-v^ Oesterr. monatl. K 28.000 Teche ch o-S 1 q#a k e 1* Mon. K17. Ungarn: Mon. K 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 30. Polen:. Mop. ' Mlc. 3500. DeutschIand: ‘Mon. Mark 800. Fränkr.. . Belgien: MonatI. -FYcs. 8 ET Nachzahlungen "W0t l?reiscrhShungxn Vorbehalten 3f>; . iVfy-,:- i'i t'ik 1 Tsehecho-Slöwsfcoli «sehech.K 1,20 Italien: Monat! lO Lin Rnmn nien, Bulgarien Monat!. 60 Lei bfesvr. Lewi Schweiz und.das übrig* " Ausländ' monatlich FrCs. 3 Redaktion u. Adrniiustratioi Wien, XL, Tabofstrafe 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19. ab 6 Uhr abends 16-301, TeL-Adr.:,Morgenzeitung*' Wien . Oesterreiehisches Postspari hassen - Konto Nrv-150.693 MßWWWWWWWWWWWWWH Ar. WM Re Plane Frankreichs. ein zweiter: iMffrziellev Plan, per ernemfrüheren MinLstev und einem wahrkcheinlich znküttftrgetzWkjMjW zugeschvieben wir-. -Dieser Plan soMsehL bemerkenswerte Punkte enthalten. Wt Mrhündeten solle» danach Mf einen-KeM 7ihKNr.Mechte:.im-..-'efetztenGebiete zngunHst des/Pankierkowitees verzichten. Die von diesem aufgebrächten ÄnleiHrn sollen zum Teil für die Reparationsfür die Sachliefe- Ng der Mark verüb soll drei Jahre ftichLungen befreit ßeser Frist werden die znm P a r i s, 5. Dezember. (Tel. der „Wiener! der Berteilung der detzkschenLeistungen hin Morgenzeitung".) Die Meinungen über die aussaufen. Neben demMlane Poineares exi Londoner Besprechungen sind geteilt. Ein- """" ' ... zelne Presseorgane betrachten die Londoner Zusammenkunft als wichtiger als die Brüsseler Konferenz, da dieser nur der im wesentlichen bereits Unabänderliche gemeinsame Plan der Alliierten vorzulegen sei. Es scheint sich dabei Merdings mehr um einen französischen Wünsch als nm reale Tatsachen zu handeln. Man halt auch eine eventuelle Verschieb bung der Brüsseler« Konferenz auf den. 15. Jänner für { $ Andere Stirmnen besagen dagegen, daß die Aufgabe, die die Brüsseler Konferenz zu lösen hat, der Plan der Franzosen sei, der Nicht in seineUr ganzen Umfange der Londoner Konferenz vorgelegt werden wird. Gewisse Fragen, wie die der Kriegsschulden, der deutschen Zahlungsversplichtüngen und der internationalen Anleihe, sollen erst auf der Brüsseler Konferenz angeschnitten werden. Die gleiche geteilte Meinung herrscht auch hinsichtlich der Dauer der Londoner Besprechungen. Verschiedentlich wird von einer Dauer von zwei Tagen gesprochen, andere rechnen mit' einer Dauer von einer Woche. Rach Behandlung der sranzSsische« Pläne in London soll Mennis den belgischen Plan zur Sprache Wingen, den sich an Me Pläne der SachverMndikenMsstM anlehüt. . -- " ' P -- Bo« Italien werden in diesem Punkt bestimmte Forderungen erwaMt, die auf eine stärkere 'BerÜMchtignug Italiens bei Jommission und MnMWd.MG.S WcnMWGÄ D '-'von MiüeM''Z'tch! bleiben. Rach Avlänf . , Verbündeten nach ÄHHMtz Mherer Vereinbarungen an deutschen Unternehmungen interessiert.' / '■ ‘ Es ist aMrViÜgK mehr als fraglich, ob die offiziette französische Politik geneigt sein wird. Rechte aus dem Friedensvertrag aufzugeben. Was diö französische Negierung veranlaßt hat, auf die Vorlage ihred - ganzen Pläne in London zu verzichron, steht ich Augenblick noch nicht fest. Der ,,Matin" deutet lediglich E,dah'England, daran erinnert <a^/!^^W'--LS«donMU'vMWögramm für die Brüsseler Konferenz -/-fchWLseüt.'uvü»er-en- -soll. - K..{ \;ü?: •- ■ ' - ■- - Lausanne, 4. Dezechber; tTel -Komp.) Lord Curzon wird SamKag Nach London reise«, um an den Besprechungen der AMivrtfn teilzunehmen. Sie Schwierigkeitt» der Laulamer Konferenz, Lausanne, 5. Dezember. (Tet.-Konlp.l In folge der stürmischen Sitzung der Meere ngenkommifsion Montag vormittags hat Lord Curzon die Führer der alliierten Delegationen zu sich geladen, nm mit ihnen über die in Zukunft einzunehmende Haltung gegenüber den Russen zu beraten. Das Einvernehmen zwischen der französischen und englischen Delegation konnte leicht herveigeführt werden, bei der italienischen- Delegation stieß der englische Außenminister jedoch auf unerwarteten Widerstand. Der italienische Delegierte Garone erklärte, er müsse erst Mussolini Über die Beratungen informieren. Die Haltung der italienischen Delegation wird in Konferenzkreisen lebhaft besprochen. Man ist darüber sehr erstaunt, daß sich Garone bei Zeder auftauchenden Schwierigkeit hinter den Regierungschef' verschanzt. ' Oie Haltung der Italiener beunrühigt die Konferenzkreise nm so mehr, als sich gegenwärtig Krassin in Italien aufhält, um mit Mussolini zu verhandeln. ' Die Intrigen Mer Art, die die Russe« um die 'verschiedene« Delegationen spinnen, werden sehr abfälligbeurteilt und man ist überzeugt, daß sie die Türken davon abzuhallen trachten, mit de«: Alliierten ein Abkommen zu schließen. Die Fortsetzung der Beratungen hängt jetzt von der italienischen Antwort ab, die jeden Augenblick erwartet wird. In Konfierenzkreisen scheint Maü jedoch daran zu -zweifeln, daß diese Antwort für die französisch-englische These günstig ausfällt. Lord Curzon macht alle Anstrengungen, um die: interalliierte Frout Mieder hekrüftMW'MAÄÄMMWMKE^ her noch yjcht gelungeu. ..... .. ... .''.-.-.-7'-'')- MtMmrW 7! Lau saune, 6. Dezember. (Schweiz. TeP.-Ag.) Gest'eru aLendD fand eine Besprechung' WftchtzürMü WelegatigHm Wtt, -Ütze^.. dH^rLge.Hüch der - ersten. S^tzuM/dje der B«; tzWdlMg""dLr^' MeerdügeüMM aewidw«^ war. Die: Besprechungen nehmen einen sehr befriedigende« Verlauf. Die Einheitsfront der Alliierten ist nach; wie vor anfrechterhalten. Alles in. allem hat mau Montag eine Entspannung festgestellt,, und es ist zu hoffen, daß sich die Türken weniger intransigent zeigen werde als die Russen, die vielleicht ein Jntereffe daran haben, eine gewisse Berchirrung herporzurnfen. Die Besprechungen zwischen dem Alliierten werden heute fortgesetzt. Es ist noch nicht bestimmtwann die nächste Eitzung der Territorialen Kommission für die Meerengenfrage stchtftnden wird.. Her raffsche ' . Lausanne, 5. Dezember. (Schweiz. DeP.-Ag.^ .Lfchitfcherin erklärte gestern abends Pressevertretern gegenüber, er habr eine Kombination ins Äuge ' gefaßt, die die : Regelung der Meerengenfrage bezwecke. Es^ sollte"' eine internätionäle, rein technische Kommission oder eine Kommisiion eingesetzt werden, der weitgehende- Vollmachten eingeränmt und eine für die DuMfÜhrnng ihrer Ausgaben ' iaüsreichendd Polizeimacht zur Berfügung gestellt würden.: ' Der ILMche Stanhmntt. Lau saune, 5. Dezember. (Schweiz. . Dep.-Ag.) Die türkische Delegation veröffent^ licht eine Erklärung als Wgänznng ihrer inder Kommisiion für die.Meerengenfrage ge-' st^y tchKeWMrnIErkWungeü, tzchif siei dew alltzemeinM Eindruck dieser; Bertzchrdlungen gtä nicht begründet beträWe, Me betont, daß die Meiereitgen des Bosporus' nnp der Dardanellen in einem Gebiet gelegen sind, über das die Türkei uneittgeschränkte .Herrschaft habe. 'DaMM'WMMe'MMWJ'ftDie Dnrchfahrt rwolledie tArkischeDelegatrondie Anbot^und die Vorschläge der Mächte tzören nud prüfen. «breife ties fBUfKuolfdäett Seleoierten. f •' ‘"J -DM m tag Mü^ÄM;e«^:si,.'DezeWer^ (Schwelz. .-Ag.) DLr erste sützslMpische Delegiertö d«» LMsannepMttferLnj Aincie ist. MM nach BeGM MiiMeyeiL;! . 1 ß. 8lchM«» RMdmWMeniaWlMd. Bott unserem Londoner. Körrestottdenten.! ° Die Wahlen in England haben mit einem Sieg der Konservativen geendigt, welche -E einer Mehrheit von Ungefähr 8l) Mann die Majorität - im neuen Patlament innehaben. Die Regierung Donar L aw, ursprünglich ■ v als Uebergan^kabinett gedacht, nimmt dmnir ehren definitiven Charakter an und die künftige englische Politik wird von der konservativen Note behrrscht Aber mart darf sich von dieser Aenderung derpolitischen Situation/ eine FÄtze der Niederlage -der Gruppe um Lloyd George,, kein Unrichtiges Bkkd machen: Die Arberterpartei hat nicht bloß 70 - neue Sitze errungen, so daß sie mit 142 Ahgrovdneten im Parlament vertreten ist,! sie weist auch" eine überaus bedeutsame Erstarkung nach der qualitativen Seite auf. Die abgekmfeiden' Wahlen - in Elchjlaüd siM die ersten, bei' welchen in der Propaganda der Appell: an den-'Kviegsgerst^ keine-Rolle mehr spielte, und so sind fast alle jene Vertreter der Arbertergruppen gewählt worden, deren erschlossene KriegsgsMrschcift' sie'wahrere des Krises -zu den best-- gehaßten Mchllvertt im Lande gemacht hakte. Neben Man-, nern wie M o re l, dem Schöpfer der „Union of Deuwcratic Control", der während des Krieges die stärksten Allgriffe gegen Nas eigene Aand zu richten /wagte,-uM : den bewährten alten: KüLkämpfern des - '«Gschen .-So'< ziaüsmus, welche während des Krieges aus dÄtt^pa^ mentavischen Leben ausgeschaltet tvaren, ist eine Reihe. W»nbtzr^PvlrÄer.ous: der Jnwllcktuellen, die! vorher den Libewlvadikalen angehörten, wie Artnr P o nsio n b y,. Noel B u x t o n und. andere auf das sozmliftrsche Programm; gelvählt worden- Die. Sozialisten verfügen' gegegenwärtig' über die hesten Nanlen - im Pärlainent ürchchr- Erfck^D;um st 'gvöW/ M ihnen' die Moße Presst nichtMr; WMejt..DWfst-Egegüt Hst Arbeiterpontsi;richstte,: Mo,. wirdenglischen Parlament^ \ eine ganze Reihej heMmKAMer Politiker UW Redner: für die GmMatze der; üM-ynsionalen Bolle^olidavität W kämpfen Gelegenheit haben.' Um die Positron der. herrschenden konservativen Mhrheit richtig äbMschatzen, ist es' ferner notwendig, sich die Tatsache vor Augen zu halten, daß dank dem veralteten; errglischen Wahlrecht,. welches keinen Proporz kennt, Vst Konservativen die Mehrheit eÄnngen konnten, obgleich sie im gaNzerr mrr stmstmhakb Millionen Stimmen auf-sich -ver^ einigten, wahvend die Liberalen Und die Arbeiterpartei zusauünen achteinhalb Aiillio-nen, Stimmen erhielten, so daß dst 'Konservativen wohl' die Mehrheit'im Parlantent, je-- doch dst Mmorstät im Lande haben. So begreift man die - : Erllarung Bouar L a W s, daß er in erster Reihe mit dem Parlament rechnen werÄr und sich nicht von der großen Presse LeemMsstn lasten dürfe. Eine Regierung, deren! Parstr zwei DrtttÄ sämMcher Strurmen gegen sich hatte, umß bsgreiflrchcNreist mst dstsem Umstand rechnen, - Die letzten Wahlen in England standen,, welrn nmn. von dem Kampf der Arbvrterparteien.absstht, nicht im Zeichen scharstr 'Programmatischer Gegensatze. Damit ist - eS MVveise.M erklärÄr,' daß die Palä stiila-F rgge. auf d« Plaüfontt.des' politischen Kanipfes gezerrt wurde «nd Älß d« Propagawda eines Teiles der großen Preste SpQßt dst pro-zionistische Politik des Kabinetts Lloyd Geovge rm Wahlknnpfe eine beträchtliche Rolle spstlte. Es ist stdoch kaum anzunehmen, daß das neue englische Kaibst nett berest stin wich, dst Palästina^Pokrtrk seiner Vorgänger zü LMrir." Die unangervchme Und' peinliche Wa!hlpropaganda gegen dst Politik te§ jüdischnationalen Heims wu-rdL stft düchhwegK von unvervnttvortlicher Seite getriebeir. Die ÄngWe gegen diest Politik, Welche Lloyd George. und - festem Kabinett gallerr, hätten sich in Wicklichkeit auf alle l Parteien erstrecken müssen, denn der neue Ptemstr Bonar >ÄÜv und^ettiche MWstdvr sn Kabinetts. sowie eine große Anzahl von KMer^ mfolge Hrer bisheri--! gen .Hälttmg für dst Pölitik des Mischen nationalen Heims rächt weniger verantwottkich als Lloyd George selber. Denn dst meissty, Mitglstder^ der liberalen. Partei hahen bisher 'dst-^HMtin^PÄstik'istierDiPtzt und Lord Grey, einer chstr'Mhver, kstin allerÄeffeMichkeit fnrd re Pplt tik!dMHälfostvÄcklarÄtion' ei^ und AZ-., der' Whrer. der unabhängigen Liberalen, welcher letztnis' zu str Jragr eure neutvase Haltung einnahin, hat :inHer 'vor einigen Monaten abgehältenett PärLa-ntentsde^ - hM'^mrSstMich' HlOt," England »rüste die von Mn! Äernommestn Vechstichtmrgen in Palästina pünktlich er^ füllerr. Daß die Arbeiterpartei auch ivährend.des .Wclhl^ ' W^fes nnt alstm' Nachdrrrch sirr' die Politik des, HdrschrmMnalett HerMs eirWt,' 'ist in'^'allgemeiner Eriustechng«