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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-05 · Heft 1372 (5.12.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1372 (5.12.1922)
Date
1922-12-05
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Dienstag ftc&t Tagen eine Denkschrift betreffs des Minoritäte \u f ch« tze s auszuarbeiten, die bei der am 11. d. beim Bundeskanzlers Seipel und Minister des Innern Doktor Frank erfolgenden Vorspräche überreicht werden soll. Sollte-nach Ablmrf einer bestimmten Frist keine Positive Erledigung dntch die österreichrjcheRegrerung erfalgin, so/ sei der Bukowina-er Zentralverband ewfchlossen. seine Mino ritä t e »rechte mit allen gesetzlichen-Misteln zu ev» llmrpfen und den V ö l k e r b u i^i> lüm Schutz anzurufen. Die BezirkLrLte Dr. Weiner und Dr. Plaschkes übten 'charfe Kritik an der Haltung d?r sozialdemokvati- /chen GeureilÄeratsmehrheit im Heimatsrechtaus schusse, gegen die abweisende Tendenz des sozialdemokratischen Stadtrates Richter sowie gegen die Beeinflussungen der Bezirksvertretungen. Diese Praxis der Sozialdemokraten Müsse öffentlich an den Pranger gestellt werden. Dr. O r n st e i n bemrtragt., bei der Polizei und Landesregierung zu intervenieren, danüt Optionswerber, deren Verhältnis noch nicht geklärt ist, wenigstens ein unbehelligter Aufenthalt gesichert fei. Die Entschließung Ehrlichwürde angenommen. Das Heimatsrecht der Optanten. In einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung des Hllfsvereins der Suvetendeutfcheu berichtete Hoftat Doktor K r a u t m a n n über die Frage des Heimatsrechtes der Optanten in Oesterreich. Die bevorstehende Gesetzesvorlage bestmmrL, daß die Optanten in jenen Gemeinden, in denen sie rn den letz ten fü n f Iahren seßhaft waren, das .Heimatsrecht erhalten, im übrigen aber durch Vas Ministerium des Innern an andere Gemeinden gewiesen werden. —— f /■. rivghofer als Hakenlreuzler. Lob für den deutscharischen Diener. T«r Verband der Abgeordneten der Großdeutschen VÄkspartei im NationalMt hat auf Grund eines Klubbeschluffrs folgendes Schreiben an den Rektor der Wiener Umvevsitat, Dr. Diener, gerichtet: „Eure Magnifizenz- Der Verband der Abgeordneten der Großdeutschen Volts- Partei im Nationalrat begrüßt die von der deutscharische« Hörerschaft zur Aufvechterhaliung des vöMschen Chlwaikters mrferer Hochschulen ausgestellten Fordermlyen. Die gwßdeuffchen Abgeordneten sind jederzeit bereit, alle Maßnahmen tatkräftig, zn unterstützen, dtz geeignet sind, die derstsche bodenständige Studentenschaft gegen den überwuchernden Einfluß fvemder Elemente zu schützen und die Rechte der angestammten Bevölkerung auf deutsche Erziehung und Bildung M wahren. Für die anerkemvenswerte Hältung, welche unsere Hochschulbehorde« in dieser Frage eingenommen haben, bringen wir Euer Magnifizenz unseren wärmsten Dank pit Ausdruck und bitten ©ie, diesen Dank auch den Rek t o re n der übrigen Hvchschulen sowie den gleichgesinnten Professoren zur Kenntnis zu bringen. Für den Verband der Abgeordneten der Großdeutschen VÄksPartei im Nationalvat: Dr. D i n g h o f e r." Außerdem hat der großdeutsche Abgeordneienverband au den Vorsitzenden der Kammer der Universität Wien, Herrn jur. Walter Kolbe, folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr Mchvter Herr! Mit anerkennenswerterTatkraft ist die dsutschavische Hörerschaft für die Wahrung des völkischen Gharakters urssever Hochschulen. eingetreten. Die. gro^eutfchen Abgeordneten begrüßen die von der Wudentenschaft zur Erreichung dieses Zr.les aufgestellten Forderungen «md sind stets bereit, ihr im Kampf gegen den überwuchernden Einfluß fremder Elemente ihre werktätige Unterstützung angedeihen zu lassen. Deutscher Geist hat unsere deutschen Bildungsstätten geschaffen und deutscher Geist muß in ihnen walten. Wir bitten Sie, .unsere« Dank und unsere Grüße der gesamten deutscharrschen .Hörerschaft unserer Hochschulen zu Übermitteln. Für den Verband der Abgeordneten der GrotzdcuLschrn Volkspartei im Nationalvat: Dr. D i n g h o f e r. Bekanntlich hat dieser Verband unter dem Vorsitz Drnghofers de-m Benedikt von der „Neuen Freien Presse" das Vertrauen ausgesprochen und mit Stimmenmehrheit Erschlossen, daß Dr. Grünberger, weil «ran ihn im Mmistermm «des Aeußevu brauchte, kein Jude ist. Die Hochschule für Welthandel. An der Hochschule für Welthandel haben gestern die Vorlesungen im vollen Umfange wieder begonnen. Es ereignete sich kein Zwischenfall. Sk Aegienmg gegm die Lügender „SeUsch« SfterreWscheu LageeMm,". Amtlich wird gemeldet: Me „Deutfchösterwichische DrgeS- Leitung" hat vor einigen Tagen unter dem Titel „A9bcm der Entente-Kontrolle" eine Darstellung über. die Tätigkeit deS LicsRÜdiepungsorganes des interalliierten HeereMberwachungS- Lusschusses veröffentlicht, die einerseits durchaus nicht der besrehendei; Rechtslage entspricht und andererseits m n'ichts.begr iindete persönliche Vorwürfe gcheN MÜglioder hiesiger fremder Missionen enthält. ' Die Regierung stellt mit Bedauern fest, bvtz durch bermtige Auslassungeu ihre Bcstredurpgpd, - mitallen Mächte« ftsuüÄschaMchs .Bez-iehnnge», herzustDest Iu«d "«ifppchtMr--'! hoüenx in so^sindlichsder ^Leife gcfchrtwerdest, Menen Mvrgenzeitung. 5. 'Dezember 1922 miS7T r. ttt ifffh ’i ff Her Mm des deutschen FasWWs. . > Der Berliner .Korrespondent .der „Prager Presse" entwirft /die/ folgende SD^rNng der' Tät-rgkeit und der Pläne des nun Verhafteten Ght- - - Hardt.. . -./p;-- Die Bechaftung des Kapitäns Ehrhardt, der in d/r Nacht vrmr 14. März 1tz20 die nach ihm benannte Ararinebrigade von Döberitz nach B-rLm g jührt und es dadurch erst-den Kappisten ,r hat, w? dürnalige ^ersäffungsmLßige Retzieimn^zstM' zen und dre> Diktatur Kapp-Düttwitz ausKnrichten, ruft in ganz T »rtschland außerordentliches Aufschen hervor, 'und das ist beg'Mich, denn der Steckbrief gegen Ehrhardt lärft schon ffeit dreieinhalb Jahren. Erhardt häk sich trotz dieses Steckbriefes feit vtwa zwei Jahren da«e.rnd in B-Y.«rn. auMhalstn, und eS.ist trotz, aller.Hmtveife in her republikanischen^^Presse bisher nicht gelungen, kye Ausfirhruing des Haftbefehles und die Festnahme des Kapitäns Ehvhacht durchzufetzem Ern volkspa-viÄiches Blatt neeint, es fti kenn Zufall, daß d« Verhaftung jetzt erfolgte, einige Tage nachdem der sozia>ldkim''kmtische' Rerchsjustiznunister durch den der Deutschen Bolkspartei angehörenden Dts. Heintze ersetzt worden ist, und WM damit offenbar sagen, daß man in Bayern' einean rechtsstehenden Justizmirch'ter eher entgegenzükonrmerr bereit' war als einem Sozialisten. Diese Aeußerung ist immechin bezeichnend für die Rechtsäuffassung, wie sie irn heutigen Bayern herrscht. Als vor einigen Wochen in Berlimr B'ättern enthüllt lvurde, daß Kapitän Ehrhardt . in Münch« n fein Hauptquartier aufgeschlageu hä-be und, von dort aus eine Faszistenbewegung in Deutsche i Land nach italienischem Muster organisiere, wurde von der bayrischen Rsgioruttg aus scharf dsmentiert, daß Ehrhardt . in Bayern wohne. Die Tatsache der Verhaftung beleuchtet dieses DEenti hinreichend. Ter „Vorwärts" kündigt an, daß Ehrhardt uunmchr vor den Staatsgtrichthof gestellt Werder: wird und daß ein P o l i L i s ch e r S e n s a- .Liönspr.ozeßzu erwarten ist. Er wirft 'daurck die Frage auf, ob die Verhaftung - Ehrhardtsein Zurückgehen der faszistischen Bewegung vornehmlich m Bayern zur Folge halben werde. .. . UMer den Hcmpilbeteiligken an dem KaPP-Putsche des Jahres 1920, der nach sechs Tagen lämmevlich zusamm^n- . gebrochen ist, war Ehrhardt zweifellos die überragendste Persönlichkeii, -avum aber.q-nch. dis gcjährl'tchstr. 'Wahvrch män von General 2 ü t t w i tz «nb. Clerst V a u e r (Oherst Bäu e K reist zlvischellEünchen und Budapest chin.nnd hcrj er orga-nistevt -eben y-Q den nu'iaart|d)cn -Fa-;iLmus ge« Mervfäm mst dsln AbZ. Georg HegcdüS' 'Die' Nsd)- nichts' mehr'hört, hat man das gefährliche Wirken EyrhäMs H den letzten drei Jahren stark gefpüvt. Er war der.Begründet jener GiHeimbünde, die sich wie ete Pest in Deutschland verbreiteten und>n der n'rcheilvollsten Weise gowütot habest Nach ihm lvar jene Organisation Eonful mit denn Haupft. sitze in München beMNnt, auf deren Konto ' , die Mordtaten an den hervormgendsten republikanischen Politikern. zn buchen sind, dsrMövdan Erzb erg er, jeneran Ga r e i 2 mch zuletzt-der an Rat Henau. Vor einigen.Wochen hat man ailch von der . Deutsch-ungarischen BauLgründnng in Budapest erfahren, die den künftigen rechtsraldUkälen Putsch in Deutschland finanzieren sollte. Daß Ehrhardt der Ucheillrr der Faszistenbewogung in Deutschland gewesen ist, darf man für sicher halten. In einem Berliner Blatts ist jüngst erst als das nächste Ziel, des bayrischen Faszismus die Vereinigung Bayerns mit Novdtiräl, später mU ganz Deutschosterreich zn einem großen Wittelsbacher Staate bezeichnet worden/Nach Erreichung dieses Zieles sollte an die Eroberung des übrigen Oesterreich und die Wiederherstellung der Monarchie in ganz Deutschland geschritten lverden. Mit diesen Ideen hat Ehrhardt selbst in den Kreisen seiner Anhänger Widerspruch hervorgerrvsen. Neben Anhängern sind ihm eiftige Gegiier entstanden, die mit den g l e i ch e n M i t t e l n gegerr Ehrhardt vorgrngen, wie di« Gohevmorganisation C gegen republikanische Polittker. Bor einigen Wochen ist auf Ehrhardt aus diesen rechtsradikalen Kreisen heraus «in Mordanschlag vorbereitet worden, die Ausführung ist jedoch im letzten Augenblick vereiitolt worden, die Täter -vurden verhaftet. Daß die bayrischen Behörden nun bei Evmittlmrg und Verhaftung Ehrhardts nrötgewrM halben, ist wohl darauf zuvückzuftihren, daß auch der bayrischen Regverualg vor dem Treiben - der Faszisten und' Natioualsozialifien bange wird und daß sie sich der Häupter dieser Bewegung jetzt ehestens entledigen möchte, da sie eine innerbäyrische. Gefahr geworden sind.. Meise der »MÄmdrÄeglette«. Die Fmanzdelegierten des Völkerbundes sind abgereist, um ihren Regievimgen über die Konferenz in Wien und die pmÄamentarrsche Erledigung des WiedermrfbaugefetzeK in Wien Bericht zu erstatten. Gegenwärtig befindet sich von dem Finanzkonntee nur noch Mr, Avenol mit «nigen Sekretären m Wien, Pole». Midrki lehnt od. Warschau, 4. Dezember. (Pol«. Tel.»Agent.) In einer BersarmnLrng der Obmänner der bier M^eordnetenklubs des Sejr», die den jetzigen Äaatschef als PräsidenffchastskaMdaten aufgefiellt haben, erklärte der Stäalschef, daß er die Kandidatur nicht annehmen käme; fein Entschluß sei unabänderlich. Der IMsche Kind. Warschau, 4. Dezsmber. (TÄ. der „Wr. MorKnzeitung".) Die Einigkeit, die im Jüdischen Klub herrscht, hat m Abgeordn-etenkreisen das Anßchen des Klubs bedeutend gchoben. Die Erwartungen ^gÄvisier polnischer Partien auf eine Spaltung der Mischen Fraktionen haben sich als sÄlsch erwiesen. Sämtliche jüdische. Abgeordnelen, sowohl ans Polen als auch aus Ostgaliz'öen, haben die feste Absicht geäußert, eine geschlossene Front im Sejm zu bilden, die durch keinerlei ParteiMckfichten durchbrochen werden kann. Der jüdische Klub wird als eine schr starke Gruppe vorauSsichLich in vielen Fvcrgen maßgebend vingvsifen können. Der Präsident des fozürldemokraiischm Klulbs Abg. Barlick i und -er Vorsitzende der Wyzwolonie-Gruppe T ugu t haben bereits das Präsidium des jüdischen Klubs «mfgestrcht, um mit ihm wegen der Unterstützung der öinksparteien gu konferieren^ Abg. Thon erklärt«, daß die' Juden nur dann die linken' Parteien unterstützen könnten, wenn sie in ihrer Deklaration, die sie dem Schn vorlegen werden, die Ju d en als gle i chbe re ch tigt e R a t ion anerkennen und ihnen die gleichen Mmderheitsrechte zueickennen, wie den a-ndevm Minderheiten. Aus die Frage, ob die linken Parteien im Falle antisemitischer Ausfälle diese verurteilen werden, erklärte B a r l i e k i, daß die linken 'Parteien bezüglich der ersten Frage später ihren Standpunkt, präzisieren Werden; was jedoch die antisemitischen Ausfälle betrifft, so werden sie Liese für jeden Fall verurteilen. Ferner erklärte Barlieki, daß die Sozialdemokraten die Initiative zur Kreierung . der Stelle eines jüdischen Vize-Marschalls ergreisen werden. . Sollte. die Linke eine ÄsiajäriM chlängen,. bU die Bildung der Regierung. Wnög-! l^chch wich, ft werde, der Jüdische Klub zu sämtlichen dMezüglichen BerhquKcnngen zugezogen werden. Dr, ftagtz im Nämen chs .Dgalizischen MÄS, wb>aüch - . M »iM die ÄUdeNM« % MLxochnM bezüglich der Äüfnähcken von jüdischen Beamten und v'tz Aufhebung des Numerus clausus unterstütze« werden. Ätzgeordneter Barlieki sagte dies für jeden Fall zu.'Fernes wurde vereinbart, daß in der zu Pilsudski in Angelegenheit seiner Kandidatur züm Staatschef zu entsendende« Delegation der Jüdffche Klub vertreten sein wird. . Bei der gestern vorgenommenen Wahl der Vize- Marschälle im Senate, erhielt der jüdische Senator Dst' Michael Ringel 23 Stimmen, also nicht die notwendige Strmmenanzahl. Der Jüdische Klub hat einstimmig, befchlosien, zu dem volkistischen Abgeordneten Pryluzki angesichts seines Sttllungnahme während der Wahlkampagne in gar keine Beziehung zu treten. Wie in maßgebenden Kreisen verlautet, wird Pryluzki, mit Rücksicht auf diesen Beschluß' auf sein Mmdat verzichten. Die Rationalversammümg. Warschau, 4. Dezember. (Tel. der Wkener MoMt-, zeitung".) Beide Hauser sind als Nationalder-, s a m m l u n g zur Wahl des Staatschefs für den 9. Dc-> zember embemstn. .< r?r Semit. Warschau, 4. Dezember. (Tel. der „Wiener Morgen- . zig.") Der Sermt setzt sich folgendermaßen zusammen: NationaldeMökraten 31, Christliche Demokraten 7, die Naitionalchristliche Bolkspartei 11, Wifos-Partei 11, Wyzwolenie 8, Sozialdemokraten 7^ Nationale Arbeiterpartei 3, Ukrainer 6, Deutsche 3, Weiß-Ruft sen 2, Wilbe 2, Iüdischer K lnb 12, Sie Kfaritttt. Lemberg, 4. DeMber. (Del. der „Wiener Dlorgenzig") Die in Ostgalizien gewählten Rnthenen (EHUbovobh) haben sich Äs ukrainischer Va.uernklub konstituiert. Das ÄvainWe Organ „Swoboda" stellt fest, daß diese ruthenischen Abgeordnelen «üf keinen Fall berech-. tigt seien, die ukrainische Bevölkeritng OstgstlizicnS im .Sejm zu vertreten. Wenn jemand das Recht habe, ün Na - men der ostgalizischen ukrajurschen Bevölkerung m sprechen,; dann seien es nur die in Wplhynieü, der Polesie unft Chelm gewählten wtstmalbewntzwn icktaruischett Ahge' oÄneteü.; Wlmft; Jcr fospeMerte Shrrstuhlrlchter Förster.! Budapch, 4. Dezotstber. (Tel. der „Wr. MorgenAei-^ - tung".). Wir > berichteten semerzeit über - dys: merkwüvdrge Verhalten dW.Mgarischen Reyiewng gegenübet^ drm. Blur- ' Hund dm Jszätz!Md- O'vgovüN^ O^rstlchft'lchler Dr. Lnd-

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