Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1372 (5.12.1922)
- Date
- 1922-12-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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WSRj Ztm Abhdica in .der' ' ilWirJnaintry erscHUiwtelle jffrafik) monatl; FC 28.000 IMik Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 irr - . -v . fische ch 07 81 owa Ire i: Mon. K 17. Ungarn: Mon. K 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 30. P ölen: Mon. A4.k. 3500. De ut sch 1 and: Mon. Mark 800. Frank r., Belgien: Monatl. Frcs.-8 r»achzah'1a*S!6i) ^W> Preiserhöhungen. Vorbehalte«» 91t. 1372 -y.Mien.s. De'emder. Wenn' mait die Erklärungen liest, Vie der Bundeskanzler OestMeiHs am letzten Saittstäg der zu ihm entsandtM Abordnung der Wiener Kultusgenieiude gegeben hat, jo müßte man eigentlich zur Ansicht kommen, daß nichts vorgefallen sei. Eine aus die Erreichung des Numerus cläusus M jüdische Lehrer und Hörer abzielende Bewegung älteren Datums ist wieder belebt worden, hat aber durch die Mäßigung der Beteiligten sehr rasch ein Ende gesunden, Sie ist aus. Im übrigen gibt es wohl eine Verschiedenartige Stellurignahme der politischen Parteien izup Judenfrage, aber da die Bevölkerung friedlich/gewonnen ist,, besteht zu Besorgnissen kein Anlaß, zumal die Judenschaft loyal und. patriotisch suhlt. Dies:der Inhalt des Regierungscommuniques, das.in seiner Textierung an die Zeiten erinnert, da irgendein Seremflimus — ein'ausgeklärter natürlich — des 18. JahrhmÄerts eine Abordnung Schutzbefohlener seiner wohlasfektionierten Geneigtheit . durchlauchtigst §n versichert! gernedre Gelegenheitwahrzunehmen veranlaßt zu sehen sich-hevabließ. „Beim Bundeskanzleramt erschien der Vorstand . . : Da: wir die Geschichte der Juden in Oesterreich genauer zu kennen die Ehre haben, so möchten .wir es unterstreichen, daß die Numerus clausus-Agitation nicht Mt von heute stammt, Sie hat sich auch nicht , immer —"mdie Juden. Wvendet. Wir wissen und wahrscheinweiß dies auch der Bundeskanzler, daß diese Bewe- und daß es eine Zeit'der Äs von Hom-Propagawda gein der z. B. kein kacholischer'Theologe an .. .Die A bet verM^nest7MHsMsgchröcheM Reubölebung der Äten' Foroevung' -aberzüg^dje..Herren Ksktovm zur aktiven DienstlÄstüna:im 7 -Gefolge. der deutschvölkrschen — man verzeche Ms. harte. Wort. — Idee heran^ urch fie zeigten sich gerne bereit, auf die Beteiligten Mäßigend emzuwlrken. Me bewiesen ihren. Eifer dadurch, daßsie der angegriffenen jüdischen Studentenschaft, ohne sie zu hören, ja, ohne. sie -hören zu wollen, ihre .MWMgung ousdtückien.' Das. ist eine etwas sonderbare Art der Mäßigung, die weder die Studentenschaft nach das' übriges Judentum akzeptieren kann. Diese Mäßigung ist auch dadurch akzentuiert worschaft gemeinsanii uber den. gelben FW auf der Grund-, läge d^ völkischen Programms zu diskutieren. Worauf die gemäßigte arische Studentenschaft, dpm Diener' der Umversität Ähre - Reverenz in den Foriiven der Ka serne eümes. '" . ' --- •'-r 7-7 7- ’ ’ ' ' ' Es ist nümerhrn ein Fortschritt' gegenüber dein 18. Jahrhundert. zu verzeichnen- -Der Bundeskanzler, tritt „selbstverstäMich dafür ein, daß. die staatsbürgerlichen Rechte aller Bundesbürger,, tvelcher Na-tion und Konfession sie seien, gewahrt werden müßten". Hoffentlich ist es nur em Fehler der-Stilisierung, -aß Sch'von den Rechten der Bundesbürger gesprochen wick>. Es gibt in Oesterreich, auch 'Ernwöhner, Enicht Bundesbürger sind; die es iverdän wollten, aber'abgelehnt'wurden. Die- . ser Kategorie ist die' bodenständige christlichcheutsche Einwohnerschaft^ ontgegengestellt.worden,7und. zwardurch den Bundeskanzler am Tage vor dem Ansbruch des ge- : mäßigten Numerus clausus-NuMluels.. Esmag ja sein, daß dieses Wort nicht so schroff gemeint loar und daß es gewissermaßen nur ein Schwenken der mrtisemitischen Fahne war, Ob' .es.' im.'Jntepesse.deI''Staates lag,: die Fahne gerade, in hiesenr Augenblick-zu schwenken, ist .eine- Fvagß,. die' njcht - das Judentum zu.. beantzvorten hat. Aber - die shuh^ntrsch-chölkischie' Jugerch - hat das Signal aus den' Fenstern des Parlaments gesehen und - nach sichen. Mämch §p:deuiet. Uüd so viel wir wissen, ist das vom Bundeskanzlergegebene Signal auch-nachher nicht, erklärt, und nicht kmmnentiert jvoHen.: Deim seine Erklärung,' ,,er Mauere die persönlich geftihrten Kämpfe t gegen die SckMÄmng§gesetze, wävL'Äs anders gewesen, so wäre auch das Echo anders missfallen", bezog sich auf ' einen Zwischenruf des bodenst^rMHn christlich-deutschen Sozialdemokraten SÄ, MM-EWus die ganz, unmoti? wert heraußMoMrten JudüU, .die M ihrer. überwiegenden Mehrheit PchDr^-'ScmieÄstMmvn W BölkerbUndeK ein'geM>hattem? . ' x Da'zwischen diesem Angriff im Parlament — wo das Jüdentum als solches gar rächt vertreten ist — und ' den'.E^zeffMkM''dM' HochsäMlen' ein' zeitlicher undein ttrsächlicher Ziljammeirhang- Meht, entjandte die Wiei »järfw Tstn«<hoSSowakel p tsch'ech.K 1.20 Italien: Monatl. 10 JLir« ll umsnlen, .Bulgarien: Monatl’. '60 Lei bezy Lew* Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs». 3. Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —2 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab ,6 .Uhr abends 16-301. Tel.- Adr,: .Morgenzeitung“ ■ Wien Oesterreiehisches Postsparkassen-iConto Nr. 150.693 Men, Dienstag, ^. Dezember 1932 4. Zahrgang Konflikte Mischen den Russen und Eurzon.—Re Forderungen der Türkei Läusänne, 4. Dezember. (Tel.-Komp.) Die heutige euste Sitzung in de« Meerengenkommiffion wurde mit großer Spannung erwartet, und die Erwartungen wurden nicht getäuscht. Die Sitzung bewegte sich in einer sehr nagemüiHchenAtmosphär ebis nach 2 Uhr, namentlich infolge dev ausgesprochen aggressiver Haltung der Russen und des verwirrenden Schweigens der TLrten, so daß Lord Curzon genötigt war, am Schluß zu erklären, daß die Debatte in diesem Geiste nicht fortgesetzt werden könne, und sich zunächst mit den Delegierten dev drei einladenden Mächte' über die in Zukunft einzunehmende Haltung beraten müßten. Ms zum Abschluß dieser Beratungen werde die Kommission nicht tagend In der Sitzung der Meerengenkommission erklärte Jsmet Pascha, er halte sich an die Rot^ der Raiionalpersammlnng von 2lngora vom74. Oktober 1922, in der es heißt, paß die Behandlung der Meerengenfrage nur unter Mitwirkung sämtlicher Uferftaaten erfolgen dürfe. Er inperte daran, daß beide Ufer des Bosporus türkisches Gebiet seien. Der GÄlidpunft der Regiermtg von Angora sei -Ä, d>äß die 'Sich^M'/MeüstantinoHW der Hauptstadt des türWchen Reiches und des -ÄSitzeS^dr^WEsatspMm^ÄdmWWreksNgamärt-/. 7tiertOWWHMMWaMMMOMMMe lei. M türkisWn^Knkerefsen^ ^aiüentlich' seine Handels' und VerkehrsinteeLssen, nicht schädigen.. - - -- - - .7j i; Lord Curzon erklärte die Ansfirhrur gen Wmet Pnschäs für ungenügend. und betonte die Notwendigkeit, daß die^ Türken endgültig ihre Stellnztguahme Mr Note der Al liierten vom 23. November... ^eßMpkgeben, die das Programm über MMWWlitarisiernug der Meerengen nnrer. der.Kontrolle, des Völkerbundes enthalte. Jsmet Pascha erwiderte darauf wör Mch: ,>Jch. Me Nichts zu sagen.? Lord Curzön gah Grftanftr'n-. dgr-' Mer -'Änsdtznck,. daß, -Jsm«t. Pascha nicht eine; bestimOte These für die heutige Sitzung" vor- ■ bereitet habe, und ersucht ihn, dies so rasch wie möglich nachhöleu znMLlvH. . Hierauf nahm Tschitscherin das Wort zu einer Erklärung, in der er klare -und kateKorischc Prinzipien vertrat, und Man war erstaunt, sie ans feinem Münde zu hören. Gr erklärte, das einzige Ziel der Sowjcrrogiernng sei, den allgemeinen Frieden auf der Welt Widder herznstellen^ Darum begrüße sic die Konferenz, die dazu berufen sei, den Frieden im Morgenlande 'Herbeizn führen. Die SowZetregiernng verlange, daß aüe rrrssiichen Interessen gewahrt werden und in den Meerengen die bestmöglichen LSirtschäftsb^- ziehnngen angeknupft werden. MnemsMeNste. 8 a »s a « n e, 4. Dezrinber. Tic tusstsche Regierung hat gestern abends der Lkonfereuz eine Stote zugehen lassen, worin.sie darauf hirrweist, daß das hartnäckige Bestreben der ladenden Mächte,' Rußland und seine AMierLen von den Verhandlungen ansznschalten Und vor vollendete Beschlüsse, zu stellen,: einen schweren Eingriff in die Lebensinteressen Rußlands bedeute. Seit den Jahren 1840— 1841 hätten die MWLe die MeerengenfMrge und das Problem dW' nMen Ostzens: äl^ 'Un° j teilbares Ganzes - ausgesaßt, weshalb Nuß- -larrd:N0ch«uMgenötigt W»... zn-PrtzteMeren tund'M erklären, .-tza-ßMüNand.und Wye"Mr-. ^hündsten i^ie DMrine nnd Gerwgien) sich.. I düvch^dZefe BefchMW M.MseMx/ALWesW-7 lhett/gesagt ^werdetz^AW. gcbrmdetz füMn. ym die UMUtrSgLLchretten Zedych nicht noch zu erhöhen, werÄe-die russische-'Delegationan den'Arbeiten der Konferenz . über.die Meer-; engen. teilnahmxn. - , / Der A«WM i« Mazie«. K o n ft a n t i n o p e t, 4. Dezember. (Lel.» Komp.) Die An',ständischen in Deftthrazien -haheü. die ganze griechisch-bulgarische Grenze besetzt und Leherrschen , die Linie zwischen S^eft- und Oftthrazien. Sie haben die Lun« ncls auf der Linie nach Karragat sch in die Lust gespreMt. Ihre Zahl wird mit 15*900 Vis 20.990 ängesetzeü. In einzelnen Bezirken haben sie die ganze Gewalt äst sich gerissen und dort ein Schreckensregiment erngefuhrr. ner KististsgMemde. eine äus -VertreieM der' .Mehrheit und der Minderheit zusannnengesetzte Abordnung zum - Bundessiuizler. - Dieser Beschluß' Pekräftigt es, daß, das Jlidentrlnr Mens und Oefterreickjs/-so 'wenig einheitlich ' es ist'iw'bezug ans dis'interneü jiMschen Fragen,"'estri-g^ ist m dem Entschluß, seine-EhreündExiftenz-von-niemandem anlasten zu Wen. Es" kennt seine Bedeutung in dein wirtschaftlichen M^n M-Staates^'deM es stiemals die Mitarbeit verweigern wird'^ ohne sich' erstsiutch - Lob inder selbstverstäMichen Erfüllung seiner Pflicht' bestärken zu lassen. Es kennt aber^äuch seine Rechte, die ihm nicht--erst gewährt tverdckl,< sondern sich ans'der^cktUsache seiner Existenz. da, also sind' wir vollberechtigt. Es kann dem. Staafl nur von 9ältzeui sei-r^ daß sich der Bundeskanzler an diese selbstverflcindliche Auffassung,-als das Resultat der. R-echtsentwicklung. des" 20. Jahrhunderts, erinnert hat^ Es wird von Nutzen sein,.' iretcm«- als Bundeskanzlern bei dieser AüffaMng > bleibt. Eine arwere verträgt' dieser Staat mcht, für öeffen > Ruhe Bestrgnisse in Hülle'strch Mlle besteherr, die aber nicht düs -Judentum hogt.> Mir: sind „PatriM-sch ^ünvloyal",: Men,wrsi' aber.'Acht ungestraft, beleidigen;und:, zurückstoßertz wir. .lassen auch nicht - die Existenz unserer ' Kinder unmöglich' machen.- Mr hoffen, - baß- Leu-Worten .', auch Taten folgen-werden. : - ': - - . - ' / P äI i s^ 4. DlkzewbW (Lel.-Kstrnp^ Die PtzöKe^ heMäftigi^'MH weKest^ msl dem/wMrscheistsWest RÜckWtt ^PyWäreÄ. DW Drgän DWöbtsns' überstitstmt Vinest PerichL der äts LNkünftigen MinisterpräsidenLen Tordien selbst erklärt und Lpucheur als fernen HanPL- Mitarbeiter nennte . . 7 : , Der als MinisterkandidaL genannte SeuäLor De Avnvestelle'erklärte, daß' das SGei- :tern btt -Brüsseler Konfsrenz sticht Mein den! Girrmarsch - in - das -Nrrhrgebietzur -Folge ' tzstheamüsse, - es Gönne vielmehr auch an den! Völkerbund' appelliert werden. - 7 , -Um -Sorurtagfand. im- Cafe -Pruckl in. der WyllzeilL ohst von den drei B-nk.o.winae.r-' Heimatsverbä'nden und Lands mann schäften -veranstaltete Masseuversammümg in Angelegenheit der Regelung der OpSiviis- >und ^HeünaWechtfMge - .statt. President E h rl bchkritisierte die bisherige 'Praxis der österverchischerc Behörden in Wr Heimätsrechtsiage. Kein - Krönland der ehemaligen Monarchie, .sagte.Redner, habe so viel gelitten und. so viel BW vergossen' wie die. Bukowina,, heute sind dL^Bukowinaer -die. letzten, denen ihr Recht werden soll. ^8D''..S'testerjrüger .verlangen wir' auch. Recht,!Bftrger dieses Maates, werden zu. können und find nicht mHr'gewillt, .stns. dieses Recht au s' po l i t i s ch e n 2,nd ustllöstaile'n Gründen.entziehen zu^lassen,,Nehner Veri'chtete über die verschiedenen Schritte, 'die der Zentralver-- Lgxw der. PuLfwsnaex sowohl,be.i der Hegiernng,. den politsiHen Mrwlen.im' NatiMralratÄs^^a^^^ re m dlairdischen Botschastern Unternommen hat. In eimr^EntMi-eßung^^ beantragte er, daß Leitung des ZentralveMndB -MsipcG''ZvKr^-'jnwrihäkh