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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-01 · Heft 1368 (1.12.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1368 (1.12.1922)
Date
1922-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Rr. 1868 " "(■ v v.. Wie«. MMA . , (>"---- --7" : -- vüchte zur Folge, daß wolle Kreiise des Publikums diese Aktien stürnnsci) begehrten, w-idhrend die Eingcweihten die Gelegenheit benützten, um ihren Aktienbesitz während der Hausse zu möglichst ho^en Kursen a-bzusetzen. Die geschädigten kleinen Aktionäre.machten daher eine Eingabe bei der Banktommission, damit sie den Fall untersuchte.- Diese hat nun gestern ihr Gutachten . veröffentlicht. Bemerkenswert ist, daß die Bankkommission darin es als Pflicht der Emissionsinstitute bezeichnet, sich das Schicksal der von ihnen ausgegehenen Aktien angehen zu lassen und die Verantwortlichkeit fü-r die Bonität di-ef er Papiere zu tragen, weshalb sie es tadelt, daß die Niederösterreichische Eskompt>egeseNschaft den im Sommer vevbr-eit-eten günstigen Gerüchten ül&cr die Dividendenchancen der Coburg-Wien nicht entgegengetreten ist-. Da die Verwaltung der Coburg-Werke mit Rücksicht. auf die Verilustbilanzen des Unreruehmens eine Abstempelung des Aktienkapitals beabsichtigt, wird in dem Gutachten der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Frage untersucht werden müsse, db jene großen Verluste, denen offene Reserven im Betrage von rund 17,6 Millionen Kronen gegenüberstehen, nicht durch Heranziehung noch vorhandener stiller Reserven gedeckt werden könnten, wodurch verhindert werden würde, daß di'e gesamten Verluste auf die Aktionäre.abgewälzt werden. Die Bankkommission kogt es den österreichischen Aktionären nahe, znr Gel- Lungnrachung dieser Gesichtspunkte den Weg an die Verwaltung sn n d G e r i ch t 8 b e h ö r d e n des Auslandes zu betreten und empsichlt ihnen, zutn Schutz ihrer Interessen bei der am 7. d. stattfindenden Generalversammlung selbst tätig einzugreifen. Im Ausaurmeirhang mit diesem Gütachten der Bank- . kommission erfuhren gestern Coburg-Aktien an der Börse eine Steigerung von 15.000 K. Ausgleichsverfahren für BackriesMuIde« zwischen MitMen «uvÖsterreich. Das Bundesmiuisterrum für Finanzen veröffentlicht sollende Kundmachung: Das Abrechnungsamt in Wien, 1. Bez., Biberstraße 16,-dem auch gegenüber Italien die Aufgaben Mes Prüstmgs- und Äusgleichsamtes im Sinne des Staatsvertrages von Saint-GerMain übertragen worden sind, begann mn 1. November 1922 die Durchführung des Prüfungs- und Ausgleichsverfahrens von Vorkriogsschusden zwischen Gläubigern und Schuldnern Altitaliens und Schuldnern und. Gläubigern Lesterreichs im Sinne des BorkviegsschuldengesetzeS vom 16. Juli 1921. Von diesem Zeitpunkt angefangen ist der unmittelbare Verkehr zwischen Gläubigern Altitaliens und Schuldnern Oesterreichs zänr Zwecke der gütlichen Ausgleichung der Schuldverhältnisse zulässig. Die bezüglichen Vergleiche, .ferner;öi? Zahlung oder sonstige Begleichung der Schulden bedarf jedoch der Gon-chnvigung des österreichischen Abrechmurgsamtes und des italienischen Prüfungs- und Äusgleichsamtes. Die Genehmigung ist beim österreichischen Äbrechnungsamt einzuholen. Das Abrechnü ngsamt wird allgemein nur solche Vergleiche genehmigen, bei denen der verglichene Betrag m indestens zu 75 Prozent durch eigene oder überu o m m e n e Aktiben in Italien (einschließlich von Forderungen nach Art. 248) und höchstens zu 26 Prozent durch Barzahlung gedeckt wird. Eigene Aktiven in Italien können erst nach voller Begleichung der eigenen Schulden, dann aber ohne Beschränkung <tn Dritte übertragen werden.» Verbindlichkett-en, die nach Wiederaufnahme der Handelsbezichungen mit Italien (8°. April 1919) entstanden sind, fallen nicht unter dm Staatsvertrag von Saint-Germain. Diese Kundmachung findet daher. auf sie keine Anwendung. «siMe Mtwtzettzerkimg. W msere U Z.Utome«LM! HerabschMU der Tezugsgebübreu Kr SesterreU md die Achrcha-Elomlri. Die in dev beiden letzten Fnrex.pffern mm Ansbrnck gelangte geringe Erleictleuing der wirtzchaf licken Verhältnisse veranlastt uns — obnvbl unsere Aukgaben vorläufia noch keine Mintexnna eriatren toben in Erwartunq ener ba>diaen ^A'prbilt'gnna der tfes ekungekosten die Bezuasgebuhren der „Wiener Maraenzeiillna" c b 1. Dezember.berab'Hetzen: Für da«''Ausland crfolnt — mit Ausnahme von Polen und Deutschland, für >v rche Länder infolge der Eiilmer urig der dortigen Valuta eine mäßige Erhöhung notwendig ist — keine AeNderung in den Bewgspret'en. BezuWgebMrm Ä 1. Dezember: Abonnement für Wien (zum Abhvle» im Ervedtt oder in den Verfchleitzstellen) monatlich ..K. 28.000.— Einz°lverschleißvmle ab Montag den 4. Dezember: Sonn- «nb Wochentogsnummer ...... K. 1.000.— Montaxsnummer -.K. 709.— Das? dornen ent wolle gesölliall rechtze'tia in der nächlie^enden Ver'ch'eißs'elle erneuert und die Bezugsgebithr gleichtalls dortselbst erlegt werden. OeNerreirb monakUch . . . 28.000*— Tschecho-SloVabei monaNich .... tlchech. K. 17.- Polen monatlich ...... . . . pvln. Mark 8,500.- Jugoslawien monatlich. . . 30.- Deüiichland monMNeh ... ...... Mark 860.- BumLnie» monatlich .... ....... Del 80.- Kollanö monatlich. ..... holl. fl. 1.50 Dlaiien monatlich ..... ..Lire 10.- Schweiz monallich .... fchwefz. Franks» 3.— Frankreich monatlich . . . . . .. . Francs 8— Belgien monatlich ..... . . Lelg. Francs 8.— Enaland monatlich . . . . . . . . Schilling - 3 — Amerika monaNich. . . . . .Lollar 1.— z«Wellen: Oefterreichischrs Postsparkallenkonto 180.888. ' Ttchrcho-slowakifches Postsparkassenkont» (Prag) 38.381. i Polnisches Poflsparkasf-nkonfo (Warschau) 180.227 Deutsches Poflfcheckkonlv (Berlin W 7) 108.722. ’ Bukowina: Ofkbank A. G und deren Filialen» bas Übrige Rumänien; Bankhaus Abramovici» Dururestt, ftr. Aeademiei 4. Schweiz r Schweizer DolksSank in S1. Sallsn. Jugoslawien r Postsparkassenkonid (Zagreb) 40.088. Italien r Soziela bi Creblto Commereiale Triefte» Bia Mazzint 80. Die Verwaltung -er „Wiener Morgenzeilrmg" Wien» N.. Toborftraße Telephon 44.058» 43.319; Die Fnffation in ZentschlMd. Banknotenumlauf 643,7 MWachen Mack Wieder Ausweiis der Deutscheni Reich^bank vom 23. November zeigt, haben zwar die Krcdttanspvüche. an die.. Bank in der dritten Novembevwoche nicht unwesentlich nachgelassen, aber die Abflüsse von Zahlungsmitteln in fast unverminderter Stärke sich fortgesetzt. Der Banknötenumlauf ist weiter um 61,6 auf 643,7 Milliarden Mark gestiegen.. $>ipc Amlarrf an Darlchmskassenscheiwen ging demgegenüber ^nur L".' L/ezeirkvev.'iZ22'" " ' " Mtte V geringfügig,, nämlich mn 32,3 Vdillionen Mark auf 13,8 Ml» liarden Mari'-zuvück. ' . . Die gesamte Kapitalsäntage der Bank nahm um 40,5 auf 810,3 Milliarden Mark'zu; dde bankmäßige Deckung allein wuchs um 47,6 auf 801,6 MiMrden Mark. Bon dieser Steigerung entfielen 83,8 Milliarden Mark auf das Wechselkonto und 13,8 Milliarden Mark auf die Reichsschatz- 'anweisungsbcstände.' Die '. Lom-bair^orderungen ermäßigten sich nach der vorübergeheuSen stärkeren Zunahme. »innerhalb der Vorwoche diesmal wieder um 7,1 Milliarden Mark. Die fremden Gelder zsrgsn eine Verminderung um 10,8 auf 201,4 Milliarden Mark, die im wesentlichen mit den erwähnten Zahlungsmittelabflüsien zusammenhängt. Die Inanspruchnahme der Darlehenskassen nahm rn vorher niemals in einer Woche erreichtem Betrage gu. Die Summe der ausstehenden. Darlehen stieg um nicht weniger als 30,1 auf 95,2 Milliarde« Mark. Da die Darlchenskassen einen dieser Vermehrung entsprechenden. Betrag an DarlehenskassenscheinHu an dje Reichsbank abführten, so haben, sich deren Bestände an solchen Schemen unter Berücksichtigung der »aus dem Verkehr zmückgeflossenen Summe auf 81,2 Milliarden Mark ausgedehnt. Einlösung der Kassenscheine -er Oesterreichisch-ungarische« Bank. Da die Gründung der österreichischen Nationalbank mche bevorsteht, beabsichtigt die Oesterreichisch-ungarische Bmrk, . österveichische Geschäftsführung, die dermalen noch im Nnckmf befindlichen, von der Hauptanstalt .in. Wien ausgegebenen unverzinslichen, bei Sicht zahlbaren Kassenscheine über 1000, 6000, 10.000 und 100.000 Kronen mit dem Datum vom « 23- Dezember 1921 und über eine Million und fünf Million«» Kronen mit dem Datum vom 11. September 1922 gegen Banknolen u m z ü w echseln. Die Bank fordert dcher alle Besitzer solcher Kassenscheine auf, diese ehestens, und zwar spätestens bis 15. d., ihrer Hauptanstalt M Wien, oder emer ihrer Filiale zur Einlösung vorzulegen. Krone und Mark. Die österreichischen ZahlungsnOtel blieben gestern in Zürich unverändert-,-die-Reichsmark besserte sich von 0,0626 auf 0,0675. Auf. dem! Berliner Devise um ar kt ist ein -bedeutender Rückgang der Devisenkurse zu verzeichnen. Es ermäßigten - sich: Dollar von 8354,96 auf 7630,87, Pfunde von 38,104.60. auf 34,713, holländische Mlden von 3336,63 auf 3067,30, fvanzösische Fvänken, tzi-e in Zürich eine kleine Wschwächung erfuhven, gingen in Berlin von 576,05 auf 544,63 zurück. Zchlung Wien ermäßigte sich von 11,32 auf 11,02. In Prag- -waren Westdevisen schwächer, dagegen erhöhte sich die Reichsmark wo« VM.50 auf 0.35, während die österreichischen ZahlüngsrMel nur germge Beränderrmgen erfuhren. Prager. Mustermesse. Die sechste Prager Frühjahrsmesse fandet in den Tagen vom 11. bis 18. März. 1923 statt. Nachdem bereits heute Der 1600 Aussteller für die-Frühsahrsmesie angemeldet sind, empfiehlt es sich, daß jene Herren Interessenten di^ in Prag ausxnstellen beabsichtigen^ .spätestens bis zum 31. Dezeinber 1922 die..Anmeldungen entweder, dem Vertreter der P. M. M. . Herrn F.ravq Josef Dusek^ - Wien, 1. BM, -Hcrrengasse 12 (Zivnobanka), vder-an die Direktion der.P. M. M., Prag, 1. Bez., Altstädter Rachaus, einsenden. Bei hiesigem Bevtreter werden auch Formularien zwecks Zusicherung der EinstchrSbewillM-ng ausgsgsben und sonstige JnfovMattonen erteilt. Ferner wird mitgeteilt, daß diesmal Emkäuferab^eichen . (Messeabzeichen) nichtausgegvben werden, sondern ausschließlich nur Legitimationen. . Abzeichen werden lediglich an Aussteller ausgegcken. Trägerlohne beim Zolldienp. Heute Freitag tritt ein neuer Trägevlohntarif beim Zolloberam.t Wien und beim Zolla>nt Wiener-Nenst-M in Kraft. Bei Eilgut- und Fracht-, s-hndungen sind zu bezahlen für je 60 Kilogramm Rohgewicht' f (11. Fortsetzung.) Zoseph, der Zrümner. Bon I. ZangwA. Spottzüge parodierten, dl-efen Zug der Juden,. Die ' Fischhändler, die -durch ihre Nachbarschaft mit dom Ghetto dessen Gebräuche kannten,. bereicherten den Ka>vne>val mit verschiedenen anderen Parodien. Da gab es eine Travestie «ms das Begräbnis eines Ra-Mners, dort eine lange Kavalkade von Juden, die auf Eseln galoppierten, angeführt von der Spottfigm eines Rabbiners zu Pferde. Er rich den Kopf 'dom Schweif des Hengstes, zugekehrt, , den er mit der einen Hand hielt, während er mit der anderen, zum Ergötzen des Mob, eine nachgomacht« Gesetzesvolle'dachielt, Wahrlich, das Quälen der Juden diente der Knmevalsqnsgetassenheit zur besonderen Würze. Man riß ihnen die Hüte ab und warf ihnen Kot ins Besicht. In diesem Jahre hatte der Gouverneur Roms Einspruch erhoben und verboten, daß etwas auf sie geworfen wurde, außer Früchten. Tin edler Marquis erwarb sich Ruhm durch den lustigen Tinfc^l, sie mit Tanngaipftn Wersen zu lassen. Doch evst am dritte Tage, nach dem Wettrennen der Esel' und Büffel, sollte den Juden die schlmrmste Erni-edrigung zuteil -werden, denn das war der Tag der Judenvennen.' Der Morgen dänrmerie herauf, klar und kalt, aber bald Hallken sich Wolken zu-sammen, urnd die sich drängende, juckelnde Menge begrützfe mit Freuden die Aussicht auf Rogen. An dem Bogen von San Lorenzo in Ättctwv m der langen, engen Straße Bia Corso, wo von den Torwegen, den Fenstern, Dächern und dem Pflaster Tausende von Gestchtorn m neugieriger Spannung herabschauten, war auch Mva ein' halbes Dutzend Juden unter -er Mnge. Eben War rhnm ein gutes Mahl vembveicht worden, aber sie Uickten nicht gerade ÄanWär. Fast nackt, nur mit einem weißen Mantel bekleidet, was unschicklich uröd konnsch zugleich aussah, geschmückt mit Flitter und Lorbeer, standen sie zitterrrd da und harrten des Konrmandos: „Laust!", um Spießruten durch diese übelwollende Menge zu lqufen, die Ke Wt dom lange ausgespeicherteu Mt bespritzte, in der es gärte voll Hohn und Roheit....Endlich - gab ein ^Hauptmälln zu Herd das Zeichen, und unter dem lebhaften. Freudengeschj?el. des Mob begannen die halbnackten, grotesken Gestalten mit den fremdartig orientalischen, kunnnevvpllen Gesichtern den wilden Wettlauf den Korso hinab. , Die XGivgelsburg war das Ziel. Ursprünglich endete der Wettlcmf unten MN Korso, aber das Ziel war betvächtlich Zweiter gesteckt worden, auf Wunsch eines früheren Papstes, der das -Ende des Wettlaufes, von seinen Fenstern mitanzusehen wünschte,'.wenn er dasaß in feinem halbverborgemn Schloßzümner^ dessen Fresken die Nacktheiten Ginlvo Romanos zeigten. Schnell, schnell rannten die Läufer, denn je früher das Ziel erreicht war, um so eher waren sie ja von diesem Hagel. von Spottreden, mit dem sich der schwerer Steine mischte, befreit, und erlöst von den Stacheln, mit denen oft die Stocke der Zuschauer besetzt waren, und.die diese lebhaft; gebrauchten, erlöst von der Beobachtung der seinen Leute, die dem Rennen trotz des Verbotes van ihren Kutschen aus zuschauten, i Um ihren Lauf noch anzutreibeu, galoppierte .der Hauptmann, zu Pfevde mit einem Trupp von Kopf b'is Fuß bewaffneter Soldaten hinter ihren Fersen her, so daß sie Gefahr liefen, rvüedergeritterr zu werden. Und sie liefen und liefen, pustend, mit Herzklopfen, in Schweiß gebadet, als könnte sie jeden Augenblick der Schlag rühren, dkttn zu denr Zwecke, Laß sie beständig vor Seitenstechen zusanrmen-- zuvrechcN'drohten, hatte sie der vorzügliche Festordner vorher; mit Esten vollgestopft. Ach, wie komisch! wie köstlich!. Vortrefflich denn heiligen.Antonius! Jetzt errang ein junger Mann, der durch sein abgezehrtes Gesicht und seine , vorzeitige- Kahlhett auffiel, den Bortritt unter dem Gejohle der Menge-. .Waren die grotesken Lauser Vorübevgelaufen, so entfalteten die Men Kavaliere ihreganze Gsivall-cheit an dom- RennpfaM. Sie sandten ein keckes Lächeln Au den Balkonen-der schönen Damen hinauf, ' die es ihrien^ mit ferner.'Tändelte eMidertev. Diese Schönen waren 'nicht maskiert, wie es in Frankreich Sitte, sondern unvechüllt - in gläntzendöm-AMuge. Da plötzlich brach das Unwetter, los —: herrliche Zugabe für das Fest — und ergoß sich lustig auf die halbnackten Läufer. Vorwärts, vorivarts eilten ^sie, -abemlos/ wie Mtdz kmrchend, mit Schmutz -bespritzt.- von den Würfen der Menge gettoffett, hinter sich die Hufe dev Pferde, . die Lhve Fersen streiften. Vorwärts, -vorwärts siüvmtey sie die taufend Meter der endlosen Rennbahn; vorwärts, Vortvävts, wie gesotten, schweißttiefend und strauchelnd. Sie näherten sich dem Ziä. An San Marco, dem ehemaligen Ziel, waren sie schon vorhej. Noch lies der junge Jude voran, aber ein dicker, alter Judewar dicht hinter ihm. . Die Erregung der Menge verdoppelte sich. Tausend spöttische Stimmen feuerten die Rivalen an. Sie waren auf der Brücke. Die Engelsburg, deren Bastionen nach den Aposteln benannt sind, war'in Sicht. .Der-icke, alte Jude lies zu, -in Angst) jetzt, wo er schon so - wett gekommen, sich nur ja die sechsmÄdreißig Kronen zu sichern, für die matt den Preis verkaufen konnte. Da spornte sich der Nebenbuhler mächtig an. Er pastrerte des Papstes Fenster und fein war der Tag. Das Firmament - hallte Wider von . dem schallenden Gelächter, als die anderen Wettläufer ankeuchten. Mtt großem Geschrei wurde tW^Riederfallen des dicken, alten Mannes auf der Heerstraße begrüßt, wo er nun hingestreckt lag. Der Amtsdiener übeveichte bm .Gewinner das Pallium, den Preis — ein Stück roten, venetiamschen Tuches. Der junge Jude nahm und besah es mit seltsamem, unergründlichem Blick, aber der Richter trat dazwischen. „Der Anführer der Soldaten fagt mir, daß sie an de»n Bogen nicht -richtig starteten. Sie müssen morgen noch einmal rennen." Das war ein beliebter Kn-nstgriff^ den Spaß zu verlängern. -Doch unhellverM'dend flammte es in des Gewinners Augen. „Nein, wir starteten wie Kugeln,- die aus eirmn Fal«. konett geschossen sind." , . „Ruhe, R-uhe, gib ihm das Pallium zurück" flüsterte ein Läufer hinter ihm und zog ihn besorgt au seinem dürftigen Gewände. ,ßk erkennen es immer wieder dem ersten- Gewinner zm" Doch der jmtge Mann blieb unbekümmert. „Warum hielt uns der Hartptlttcmn dann -nicht an?" fragte er. , (Fortsetzung, folgt.) -.

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