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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-01 · Heft 1368 (1.12.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1368 (1.12.1922)
Date
1922-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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{/Vf i '"f -'"x!>,■'>?TTTV''' ' T ' 'J?V , >[.i ’’^ " v " > ' /. ,*< v"'l > 1 , ' '' , EhizelmiimnerKIOOO Wi an r Zum Abbolen in der Expedition, H.,Tkbörstr. 1*3, «der iü«inerV«rsohleisstetle (Trafik) monatl. fc 28.000 Mit Postversand fiir.Wien u. Oesterr. monatl. K 28;000 Ts c'K e c h'ö~S 1 owake i: Mod. K'17. Ungärn: Mon. K 600. Jugos 1 awi en: Mon. Dinar 30. Polen: Mon. Mk. 3500. Deutschland: Mon. Mark 800. Frankr., Belgien: Monatl. Frcs. 8 9tT Nachzahlungen 943 2>el Preiaerhöhunjren Vorbehalten Tscnecho-Slowakel t «schech.K1.20 Italieb: Monatl. 10 Lire Rumänien, Bulgarien: Monatl. 60 Lei .bezw. Lewa Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3. Redaktion u. Administration "^ien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44*0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abends 16-301. Tel.-Adr.: .Modenzeitung* Wien-. OesterVeichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693ä 9lr. 136$ Wien. Freitag. 1. 1922 ' Das kleine HSuyein. —y. W i e n, 1. De7emb<r. An den Wiener Hochschulen herrschte gestern Ruhe. Die Vorlesungen wurden wieder ausgenommen und die Deutscharier waren so gnädig, den Mischen Studenten den Zutritt zu den Instituten zu gestatten. Die höllischen begnügen sich einstweilen rrsit dem. Sieg, der von ihrem Rektor erfochten wurde. Sie bereiten jetzt im Ein- - vernehmen mit ihren akademischen Führern den von beit Politischen Führern ungeordneten Hochschnltag vor, auf üvelchem die bekannten Beschlüsse gefaßt werden sollen. Es besteht eine Kooperation Mischen sämtlichen deutschen Hochschulen und es wird ja gar nicht geleugnet, daß die Wiener Vorgänge eine Folge der Prager Attacke wären, oder, wie sich der Anschlag am fchwarM Brett der Wiener Technikausdrückt, daß die Wiener Stu-' dentenschast sich in berechtigter Erregung befunden hat. Es war zwar schwer, eine Verbindung zwischen dem Wortstreit, cm der.Exportakademie und den Raufereien in Prag herzustellen. Aber es gelang doch, und, es ist nunmehr bewiesen, daß'der junge Exportalkademiker, der den Mischen Anteil am Mischen Geld für die Inden reklamiert hat, und der Prager jüdische Rektor, den die Arier gewählt hatten, beide, nach einem vorher bestimmten Plane operierten, der die Universitäten in die, Ddachisphäre des Judentums bringen soll. So malt sich das nämlich in den ^Köpfen der völkischen Stu-denten, urtb sie sehen die^ DMrrn, aus die man sie eingeschworen hat, jetzt auch noch durch hie. Magnifizenz bestätigt, die vor Hrem VoBeimarsch ehrfurchtsvoll das Haupt ent- Näßte, , nachdem sie die Juden, ohne sie amzuhören, -energisch gerüffelt hatte.. . . , Sö oft sich diese Dinge in Wien ereignÄen — mch sie ereigneten sich sehr oft —, tröstet M lewn von Juden geschriebene und Wder von. JHÄ gelesene IrMe äiie«' Krawall, oec juit einmal Mvn. Wesen der Jugerck» gehört. Diese Wffe hat an h^->KälfHnMüng jestgehaltmr, als m Ungarn der Ausschluß der Indem aus dem gesamten Hochschulwesen. Gesetz wurde. Sie hat nicht erkenne» wollen, daß von Ungarn ans sehr dichte Fäden zu den deutschen Gewaltpolitikern führten und daß es.sich hier wie dort um ein sehr, gut mck sehr tief angelegtes Attentat auf die freiheitliche, demokratische Entwicklung harwelt,■ bei dem int Juden, gemäß ihrer historischen Rolle, das erste und nächste Versuchsobjekt darstellen. Es ist ein Symptom der politischen Schwäche des Judentums, daß die Fangarme des reaktionären Polypen sich stets zuEan seinem Körper festklammern. Es ist mih Wenig Risiko verbunden, gegen das Judentum loszugehen. Wenn im Rheinland ein französischer Offizier auftcrucht, dann katzbuckelt alles vor ihm, denn hinter Hm steht die ganze, 'bajonettgespickte' Macht Frankreichs. Nicht der Respekt vor dä französischst Kultur, nein, die Angst vor den Generalen ist es, die den Orgeschleuten in die Glieder fchhrt. Mer die Juden kann man überfallen, ausplündern/beieidigen; es passiert nichts dabei. Im Gegenteil: - Horthy freut sich mit Hejjas, der Herr Diener rügt die Juden, die ‘i— man Lenke — sich nicht beleidigen lassen wollen. Sie sind Gäste — herrscht man ihnen im Kasernenton zu. Selbst wenn das richtig wäre — und es ist eine freche Lüge — gibt es nicht auch ein Gasirecht, das doch auch der Neger heilig hält? Das „kleine Häuflein der verblendeten Studmten" weiß ganz genau, daß es das alles tun darf, was ihm eingetrichtert wird. Seine Führer wiffen gonau> was sie wagen können, : weil sich' ihnen niemand widersetzt. Nehmen wir an, es wäre em Klerikaler schief angesehen oder, Gott..behüte, ein.Sozialdemokrat beleidigt worden. Alle Bezirksvorstehungen, das Parlament, das Rathaus wären entrüstet gewesen. Terrorismus! Polizei! Regierung! Di« bürgerliche Judenpresse. hätte von heiligem Salböl triefende Artikel geschrieben, aus dom ganzen In- und Ausland hätte man'Proteste wogen, der Mrletzung der Staatsgrundgesetze. und der Verfassung gehört. Der Rektor und seine Amtsbrüder wären präzise an die Grenze ihrer Macht, an ihre beschworene Unparteilichkeit erinnertworden, -und Man hätte ihnen gesagt, daß ihr Amt aus allgemeinen, öffentlichen Steuergeldern bezahlt wird.^Mer da es sich um Juden dpcht, srhwergqn' alle Mten. Welcher Rummel^tobte durch-ganz Oesterreich,-wenn ans dem Pvager Graben einem Cchrleurstudenten die Kappe weggenommen; wurde! Wer . diese sogenannte freiheMche Presse kann nicht oft Mug nach Ungarn schauen.- Dort hat es bei den Juden bogoiuwn, Urch weil die Horthy-Äemle sahen, da es jp gut sei und daß Mn Me. 'N Die Jahreskonsirenz in Karlsbad hat die Einführung des G o l d e n e n S ch e k e l s als eines festen Jahresbeitrages der Zionisten-für die Weltorganisation beschlossen. ' . - Die Eingänge des Keren, Hajessod werden ausschließlich fi'tr das Palästinalverk verwendet. Die Schekelgelder reichen nicht aus, um die Ausgaben der Organisation ^außerhalb. Palästinas zu decken. Wollen die Zionisten,'daß die Weltorganisation, die sich in den 25 Jahren seit ihrer Begründung mächtig entwickelt hat, aufrechterhalten bleibt, und wollen die Zionisten,' daß ihre Leitung, in den Stand gesetzt wird, die p o l rtische Arb.eit^ortzusü'hren, so müssen sie die nötigen 'Mttel-..zy^Derfügung^ stellen. Dies kaEMä^.S'chwieÄ-gkeiten 'geschehen, wenn die bttvahrten AwhänDer der Zionistischen Organisation den Goldenen Schekel entrichten. Die Höhe des Goldenen Schekels ist.mit 1 Pfund Sterling so bemessen, daß Zehntausende von Zconfften ihn bezahlen können, ohne' damit ein fühlbares Opfer zu bringen. Die politische Leitung der Organisation aber wird dadurch in den Stand gesetzt, die Arbeit Weiterzuführen. Zionisten, nicht ein Opfer wird von euch verlangt, sondern die Erfüllung einer Pflicht. Möge ein jeder sofort seinen Goldenen Schekel Wtrichten, in dem Bewußtsein, daß die erste urch dringendste Ausgabe der dje Organisation zu erhalten, die den Anspruch des jüdi^> schenVolke sausdiena t io n a le Heimstätte in Palästina vor der Welt.zu vertreten Hut. , : - : Die Exekutive der Zionistischen Organisation. Jeder Zionist, der den Goldenen Schekel zahlt, erhält das zweimal monatlich erscheinende Bulletin der.'. Zionistischen Exekutive. Zahlungen für den Goldenen Schekel sind durch Einsendung eines Schecks oder durch Bankülbevweisung an den Jewish Colonial Trust, Brook. Hause,- Wülbryok, London E. C. 4, für das Konto „Goldener Schekel" zu leisten.' ' Korrespondenten des Jewish Colonial Böhmische Union-Bank; Warschau, Warschauer.Diskonto-Bank; Bukarest, Vanqüe Marmörosch Blank u. Co. Die Zähler werden gebeten,' gleichzeitig mit bcr Ueberweisung an den Jewish Colonial Trust die Exekutive in London von der Zahlung zu >. verständigen. Jcher Zahler wird von der. Exekuüve eme Quittung; 'erhallen. ' ' - Das Zionistische Landeskomitee,' 2: Bez., Daborsiraße 20 a, nimmt gleichfalls. Zahlungen entgegen. töMsche Differenzen. Lausanne, 30. Nobember. (Tel.-KoMp.) Die Der- Handlung^ über die ottomanischen Schulden sind ctgeb« nislos verlaufen, da Jsmet Pascha von Angora dahin instruiert wurde, daß man dort nur einen kleMen Prozentsatz der ottonianischen Schulde« Mzuerkenue« bereit ist. Me Versuche des ftanzösischm Delegierten Barrere, von Jsmet Pascha die Anerkennung aller alten Verpflichtungen zu erhalten, sind , daran gescheitert, daß sich die türkische Delegation auf ihre präzisen Instruktionen berief. Die Angelegenheit bleibt vorläufig tu Schwebe. Innerhalb der alliierten Delegationen herrscht Über die Haltung der Türken in der Schuldenfrage stmcke Verstimmung. Barrere hat bereits Jsmet Pascha auf die Folgen aufmerksam gemacht uud gedroht, daß die Türkei niemals von den alliiertst Großmächten eine Anleihe erhalten werde» solange die ottomanischen Schulden nicht restlos anerkannt seien, Lausanne, 30. November. (Tel.-Komp.) In.der dritten Kommission ist es zu scharfen Auseinanderse^mgen zwischen, de» griechischen und türkischen Delegierten in der Frage der Reparationen gewmmen. Die Türke» hielten mit Nachdruck an ihren Forderuugen fest, daß sie für die von den griechischen Truppen angerichttten Schaden 'eine evtfl»recheNde . Wiedergutmachung beanspruche»-müßten. Von-'griechischer Sette wnrde diese Fordermch «ckigelehnt mtt dem Hinweis darauf,, daß Griechenland dis Offensive und dm Feldzug nicht auf eigene Veranlassung «nternommm habe. Falls die Konferenz trotz des griechischen Widerspruches die Reparationszahlungen beschließen sollte, Ware es gezwmrgm, diese Verpflichtung aNf die Miierten abzuwalzen und darüber hinaus noch die Koste» für den Rücktransport des griechischen Heeres in Rechnung zu stellen. Die Frage bleibt vorläufig in Schwebe. Ein Beschluß ist nächste Woche z« erwarten. Lausanne, 30. November. (Tel.-Komp.) Zwischen der türkischen und der englischm Delegation sind neu« Meinungsverschiedenheiten entstanden, die mtt der Mafienstillpandsfrage in Zusammenhang stehm. Jsmet Pascha hat de» Mnettm mttgetetlt, daß die Angora-Regierung dm im November 1918 abgeschlossmen WüfsmstAstandsvertrag von Mudros nicht mehr als bindend anerkennen könne, sondern lediglich die Mmachungm von Mudania, Lord Cur^on hat dieser Auffassung widersprochen mü» darauf verwiesen, daß der Vertrag von Atudania ledWch Abmachungen über die Einstellung Kampfes zwischen Grieche» und Türken mthalte, während sich der Vertmg von- Mndros auf die Einstellung des Kampfes zwischen der Entente und der Türkei beziche. Da beide Piwtelett auf ihrem Standpunkt beharren, bleibt we Frage« Welches Ävkömmm bindend ift; weiterhin offen. Süvatsbchvohnern ungestraft avßer -Gesetz stellen könne, so'! taten :sie §as mich an dmr andern. Die Arbeiter fiüdMiedergMüPPell, das Bürger- UAd-Beamtenlunt schwMMai'JntelliHenzist: chrjioW' Die Macht liegt fest! in den 'Händen .des bmmfftieten Gesindels- und es steht ganz.auf der Linie der EntwicklWg'; eSW'Amz^ logisch;Mß ' dieses Gesindel - auch seine' AüffässnNg - von Menschen undMingen über die Grenze, trägt und Berbündete fuchs, die die gleiche - Methodik cmwenden urch das 'Rad 'der Geschichte umstellen' wollen. Das'Judentum in.'Oesterreich, nn - DMtschläM'wM'üW^ evk^etr^ daß ihm das ülMe-SMU hWt M in M'Sttchenwnattäcken in Wien cms der gleichen schmutzi-' gesi Quelle kommen. Es sind tastende Wrsuche güvesen; heüte hält man schon bei der Vorbereitung eines Gesetzes zum Ausschluß der Jrwen von der BiDung und die Rektoren gehen voran. Das Judentum will sich mil dem 'Kernen 'Häuflein trösten und will nicht sehen, daß ihm' ein großes, >gutbewäffnetes Heer entgegensteht. Die Demokratie will nicht sehen, daß die Juden nur als ihr Vottrupp gelten, der ängegriffchr wird> und däß es nach den Juden Rgen alles gehen wird, lvas den Friedm und die stecheitliche^^ Nerwrdnüng der Welt lM,

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