Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1365 (28.11.1922)
- Date
- 1922-11-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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' ,.1' - ' ’V'T " . ,,<T ' ' , ' ' 1 *", y ' ' i *i ‘ti -t > r r. «t. 1305 Wiener MorgeNMLrms. ss. üjüWÄtuör .vszz 9mt"V - i mmteitisten IW ienerPelziitfareninaPkt Breitfeld & Lander, Wien, Knsvvos En detail Telephon Kl. Sperlgasse 8 (, *** ««■4M»' •. -isch nationaler -Wahlbl-ock ln Ostgaliz-ieu l ßf jüdische Volk spartet 1, jüdisch nationaler iS a h l L l o ck i n ' W e st g a l i -: e n 2, Chltborobe (ruthenische Arboitspartei ln Ostgalizien) 6. Zusmnmen wird der neue Lejm 444 'Abgeordnete zählen. Bon diesen wurden 372 gerollt, 72 sind von den Staatslisten mit dem Mandate betraut oord.".!. Bor der TejmeröMmg. Warschau^25. November. (Tel. der „Wiener Morgenztg.") Die weißrussischm Abgeordneten tvcrden in der eilten Sejmtitzung eine'Dekläralivn abgebrn, daß sie ans der Grundlage >er polnischen Staatlichkeit Ästchen.' —. Wie ln maßgebenden «reisen verlautet, wird cer Staatssches Pilsndski an der Eröffnung des Sejms und des Senates terln entert. Die Verhandlungen der N a t i o n a l b e m o kr a t e n n-it der Witosgrnppe zwecks Schaffung omes Majoriätsblocks sind enMöltig gescheitert. Witos tjat in semetn Organ einen scharfen Artikel gegen die Nationaldemokraten veröffentlicht, iü. dom er ihnen den Vorwurf macht, daß sie vahrend ber Wahlkampagne die anderen polnischen Parteien rnterwi'chlt und die Jude n wie auch die anderen nationalen Minoritäten ver gessen haben. ' Die meisten Klubs haben bereits ihre Plenarsitzungen »'Mbernsen. Im Ssjm-gebäude. lvurden bereits die Sitzplätze und Ü'lublokalitäten für die einzelnen Fraktionen -bestimmt. In den Louloi-rs werden /als Kandidaten für die Stelle des Sejm« «narschall der gotossene Ministerpräsident Witos und der Helvesene Minister Rataj genannt. Von den Nationaldemo- 'raien sind bisher noch feine Kandidaten für diesen Posten gerannt worden. Der hiesige „Kurier" tritt in einem Leitartikel für die Kandidatur des gewesenen Ministerpräsidenten Poni-- towsk'i Mm Staatschef als eines Kompromißpotitikers ein. Drohungen gegen einen Wischen Abgeordnete». Warschau, 26. 'ylovem'ber. (Tel. der „Wiener Morgenztg.") DÄ/jüdischnatidnale Abgeordnete Dr.. W einzieh er. erhielt ron der polnischen-Aerztevereinigung einett Brief, in dem ihm «it dem A n s s ch l u ß gedroht wird, falls er auf das ihm vom Vliuderheitsblock zngesprocheue Mandat nicht verzichten werde. Die Bedingungen der Mfnnhwe in den Böllerbmd. Budapest, 27. Nevornbef. (Tel. der,, Wr. ÄLvrgetlzeiitg".) 'LSW aus-'informierten Kreiselt 'verlautet, wird über Forderung eer Opposition schon in dett nächsten Tagen der Ausschuß für a ns w artige Auge l e gen h e i t en eilt berufen werden, da ttunnlchr der Anßetwolitit Ungarns! größere Aufnterksamkeit Mgewettdet werden soll. Die Opposition ist entschlossett, anläßlich der Beratung über das Gesetz betreffend die Ansn ä h in c 1t n g a r -n s i it - e n B ö l k e r d u;t d die Bekarintgabe des' genauen -Wortlautes der Erkläruntzett des A-ußenntimsterü Bawsify in <Ncu.f gu fordern. .Es wird die Veröffentlichung feiner Zrrsichermlgen in bezug ans den Ntrmerit» clausus, und. die Königs frage verlangt werden. Sollte Ban fff) vis dahin,M)1 im Hanfe -rischsinrn körnten, so.wiLd die Opposition vom Ministerpräsidenten Bethlen die Bekanntgabe dieser anNlichk>,i Erklärungen in Genf fordern, Die Regelmg der BoMrMschnIden. Budapest, 9oovenMr. (U-.-- T.--K.-B.) Die Regie-- tttttg hat eine BewrÄrm-nig erlassen, wonach die zwischen den u-naavi schert Styalsbürgcrtt ein-er-seits und' den StaatMir- .gerrc der im Tnanoner Vertrag als Alliierte bezeichneten Staaten atldererftits bestHenden Geldfoiiderimgen ans. der Borkvirgszeit in HinAmft nicht' auf gerichKichent Wege geltend gclnacht/lvevden Gmten..Die Regelung der züvischcn englischen, fmngösiischcu, belgischen und griechischen Staatsbürgern einerseits und -nuMvlschen StaaiKbürgevn auderer-- scits bestehenden Fvridernngeir.erfolgtiur Wege der AusgleichSÄnicr. Die nbrigett Slaalett, die den.TrÜMoner Vertrag noch nicht ratifiziert halben, 'haben sich noch -M erfi«v-n. ob sie die Regelung auf diesem Wege wünschen. Mit der Lschecho-SloM'kei, Polelt, NulnäNien und Serbien ist auch 'noch die Balorrsation und die Frage des Untrechnnngskttrscs zn regeln. 4* PF* Der Kanchs trat die PekolW«qnellen von ' Moffnl. , Lausanne, 27. Noventber. Wl.-.KvinP.) Lord Curzon, Jsmet.Pascha und Barrere hatten Sonntag abends eine genteinsarne Besprechung über die Frage von Mossul. Es wurde beschlossen, datz 'die Sitzung der ersten Kommission, die heute vomrittags siattfiüden.. sollte,' nur die Frage von Mossul'zu. beräleu, nicht abgehalren werden soll. - . Die 'drei Delegierten kanten überein, ihren persönlichen Menmugsrnsümsch sortzusetzen, bevor diese Frage in der Kommission behandelt wird.'/ Jsmet Pascha' und Lord Cnvzon haben, auch heute vormittags ihre Kenfererz fortgesetzt und. BechaM-mrg stchenÄen Fragen besprochen. . NachtNlüags ist die Konnnlssion für wirtschaftliche und finanzielle - A-ngelegelcherten ZwsanMtengetreien. London,. 27, November.. (Tel.-Komp.) ,,Daily Telegraph" zufolge sind Eovberatnngeit zur gmrelnsomen Ansbentnng der'-PttroleuiNiffnÄlken von Mossul durch Frankreich und England irn Gange. N *: . Lausanne, 27. 9!ovent,ber. (Te-l.-Ko-mP.) Wie-ans sicherer Quells UlllgeteiiL wird, hat dieenglische Delegation kategorisch erklärt, England betrachte dir Frage von Mossul. als unglücklich gelost, es heißt, daß ALossnl in der englischen Einslußzone Ueiben tnüsie. . Die Russen verlangen die Mms M Kmferew. Lausanne, 27. Novernber. (Schweiz. Dep.-Ag.) Ra-- koivski. richtete namens der jetzt ans Rußland eingetrosfenen .Mitglieder der russischen Delegation, die uneingeschränkte Vollmachten girr Vertretung Nltßlands und seiner Alliierten, der Ulrainc und Georgiens, mit sich trachten^ an den Präsidenten der-Orientkonserenz eine Note, worin er, um sofortige. Zulassung der DelegaÄon zu allen Beratungen .der. Konferenz.ersucht. .... / ' . DWM-mm8«ifchL.BrrlWÄmgM. Berliü, 27. November. > Wie das WpWche Brrreau erfährt, werden die dentsch-WilNänischen Berhandlungen wegen der nbch bcstchenden ä.n s dem Kriege herrührmden Drfferenzpunkie demnächst wieder MWnontmen werden. Deutschs Unterhändler werden zu diesenr Zwecke in-den allernächsteu.Tagen nach Bukarest reisen. Dar englische AmMdergesch. Berlin,' 27. November. (Wolfs.)' „Daily Expreß" erführt, daß die britische Regientng nicht die Absicht-habe, den. Dell 10 des Anslandergrsetzes vo-m Jahre 1019 zu erneuern, lvonach kein einer ehemals feindlichen Macht angehöviger Ansmnder erigüscherr Boden wahrerrd des ZeittMtmes von drei Jahren ohne Erlaubnis bettetert darf. Wie das Blatt nwint, sei keiij Znstwtn iddntscher Einwanderer crwartvn, und man wolle das Gesetz qurt 23. Dezernber anttanatisch ablanfen lassera ......; ■ ZWOMcht. SrimermMU ei« WWeu - WWeMs. Bon Heinz German». Racktzruck verboten. - -;iü.;;; .. Der Israelitische Handwertervereiu vermittelt. Nun blieb mir nichts anderes übrig, als beim Israeli' tischen Haudwerkerverein mich.um einen Lehrlingsplatz ümznsehcy. Ich stellte mich dem Präsidenten/Dr. R e i ß, dessetc sich viele Ält-Wiener-Famitien noch als eines der angesehensten Hausärzte erinnern werden, am alten Fleisch- .markt vor. „Kantor willst du werden?", herrschte mich der Mann mit. seinen buschigeu schwarzen Augenbrauen und seiner lveißen Lölvenntähne an: „Unsintt. Das wird> heute >höchstens einer aus einer ungarischen oder polnische^ Kill e. Handwerk hat einen goldenen Boden". Aber auch meine stehende Bitte, nur wenitsstens ein Handwerk wählen .zu lassen, bei dem ich meüt Zeichentalent verwebten könne, .fand kein Gehör. Er untersuchte mich zuerst ärztlich und rief dann: „$m, du bist so kräftig und gesn-nd, daß du Schlosser oder Kupferschmied werden muht! Kecker Junge, geh zum Teufel", herrschte er mich an, als ich ihn dringendst bat, mich doch wenigstens Tapezierer ^der Dekorateur werdet! zu lassen. Endlich ließ er sich doch erweichen und schickte mich mit' dem ungemein dicken Vereinsdiener, "den er Ludwig anrief, zn einem Meister, wobei er Ludlvig den Auftrag gab, pt sagen, daß es sich um einen selten intelligenten Jungen handle. Mit liefen Verbeugungen, wie vor ernSm'Monarchen, verließetr Ludwig und ich das Zitnmee des Gewaltigen. Ans meine besorgten Fragen, wohin er mich führe, erhielt ich nur die Ätrtwort, nicht keck und net:- gierig zu sein. Hingegetl tonrde ich nach Namen und Ve schäftignng meines Paters befragt. Da äußerte Ludwig große Freude. Er war auch Barchenlweber gewesen, habe mit tneinen Vater gearbeitet. Uebrigens dürfe ich 'nicht^ so vertraulich Ludwig ztt ihm sagen, er heiße Herr Nessel wth. Nachdem ich mich wegen meiner Ungeschicklichkeit ge bührend entschuldigt hatte, erklärte er mtt, daß er jetzt U dick gelvordett sei, nicht etwa von seinem ziemlich kleim'-. Gehalt als Vereinsdiener, sondern von den reichlichen Trinkgeldern, die er von'den Lehrlingen und Meistern ‘eV halte. Doch erklärte er, als er meine Verlegenheit bemerkte, von denr Sohn meines Vaters, vckn dem Solnr . eines BarchentweberK überhaupt/ lvürde er rnchts nehmen. Inzlvischeir hatten wir schon das Ziel unserer Wandertttrst erreicht. Nesselroth zeigte nur utit dem Finger auf ent. kleines Tapezierergeschäft, zn dem-eine Stiege iü einen ttnterirdischen .Keller hinabsührte. Artf der-kleinen Firrrta - tasel stand der Narne „Wenzel Vlha, Dekorateur". Ich tvar verzweifelt beim Anblick dieses. Geschäftes. Doch tröstete-mich Nesselroth gutmütig, werm es mir hier nicht gefalle, führe er mich zu einem anderen Meister. Herr Blha musterte mich eine längere Zeit, bonu sagte der christliche Meister offenbar sehr befriedigt: „Diesem -Jungen steht man mcht an, daß er Jude ist." „Um so besser," erwiderte Nesselroth und tnachte dem Meister ein übervorteilhästes Bild meiner Borkenntnisse. Und der vornehnwu Fmnilie, aus der ich stamm-e,. und bedeute ihen, daß ich der Enkel eitles bedentettden Fabrikanten sei, in. dessen Fabrik er gearbeitet habe. ° - „Gut, ich nelnue dich", entschied der Meister: offenbar auf diese Erzählung hin gab er mir die Hand, sagte mir, ich solle am 1. November cirtireiett und mir Kleider mW Wäsche mitbrtngen. - ~ . „Na, was sagst dü' zu beinem zukiiüstigen 'Herrch'!"-' rlef- Nesselroth begeistert,, „nicht währ, ein überaus - nettcr „Ich habe aber gar rtichts von Dekorationen' bei rhni in der Werkstätte gesehen, nichts als altes -Gerümpel und Mist", ries ich verzweifelt. „Das verstehst du nicht", sagte Herr Nessettolh, bis du dort arbeiten wirch ivird sich'aller' anders zeigen". Mit lieben Grichen für meinen Vater eütlietz mich nun der dicke Mann. Ae Mmer JelüMAGche«. ' ' Nachahmung der Prager Forderungstt. — Numerus, elaustts.' Vor -eiujKn Tagen-'hat die. ösirrreichrschs Rcgiermtg mitgeteilt,- haß sie dank der gwßmr Spende -der q-rüer-staril.' scheu' J-udenschaft, .bcs „Joint" itt den. Stmw .gesetzt dett Professorenüsch u-nd. die Versorgung der st-ndentischü^ Mensen aufre.cht.ztt halten. Der Dank-ist schon-da. Die -deuischvöskischen Studeisten-Habetr gesierir an sämtlichst Diener Hochschulen für die . Prager .MeMbeüz-ler detnsn, ftti-wt und an die R-oktoreir fotgetl.de Fordemmgen gchichtti: nme.ruS clau.stls von 10 Prozent für jüdi» ,sthe Hörer, und -Proftfforeir, Veidot der BEtdu-rig d.-r Nektowts- .und Dekanttlswürden durch Mische Ire, ftssören und BeschräuLtl-ng 'der Berttsti-evgr-etstt'.ig jüdi-- scher Hochschusabsolventen in Oesterreich. Es scheinen sie:/ vor der Ocffeutlichkeit die seit langem bekanntetr Gcw.tOangriffe. der chauvinPischetr doM-schen 'Studenten smo st vorzubereiten. . ' Die.-jüdische Studetrienschaft.lst emschtossen, diejern AritLy-at. auf alles Recht und auf die gss-etzlich gewährleistete Stndienfreihoit -maßvoll, aber mit aller Energie eurgegeitztlireten.... Man wird rechtzeitigchafür Sorge -tnWn ntüssen, dal; die Gesellschaft der Ha-kenkrenzl-er, welche es nicht r.lschtnähl, sich von . den (Mdeam des jüdi-schen. -AnsMltds z-.> mästen, iil die nostvettdigeuSchranken zuLückgöwws-cn n-e-d.-. Wie -gemeldet wird, soll die Hochschule ftir Welchandol. heute lmd Ulprgen geschlossert 'bleibett. Auch die.Unibersiiä! und Technik sollen sich , angeblich diesen Vorgartg' anfchließen. An dr-r ExPortaLademie versuchten akadernisih? RÄvdys mit Hilfe ihrer Geltossttt von der -Hochschule für Bodenku-liür zu Tätlichkeiten gegerr jüdische Stnöertten üb:'r> zugehen, gva§ durch das FerMeiben'- Äer letzteren' üntev blieb. Man tnrtß ablvartcu, wie sich die akadeltlischeir Se nme zn diesen» Treiben Men werden! msugstoff<$* rein Wolle, 140 cm br. K 49.000 II., TaborstraBe ü?ouB}!4>RagRans, rein Wolle K 590,000 Telenhon 47-1-78 RegonsnSntet, I a K 108,099 Sn deier TTggTOTifnc .V ui» ü.jwuaBBMBwra. j,r,La wiunagnar«»-