Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-11-25 · Heft 1362 (25.11.1922) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1362 (25.11.1922)
Date
1922-11-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980442--12952-2999552
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

«*. 1861 Liß«, SamStag SBietter Morgenzeitung. Bezüglich der Einkommenftener bemerkte.per- Mer, daß er skee . Hdumfietz«- ** «Mreichett M «md Wild Qüviß für erwägenswertDamit Weche sich der Hauptausschuß za beschäftigen haben. Bei der Waren Umsatz st/r fter müffe der Aufstau' siueS netren TtenerapparatS von vftruherai« mtSgefchlosten bveiben. Er kämpf« jetzt dar einer Mauer, der stillgekegleti Nütenpresse, und man könne von ihm nicht wieder di« Rückkehr zur Jnslaiion vertanen. Zum Schluß' forderte der Minister zur rührige« Beteiligung au, der Zeichnung der «M^n 'Tlnleihe und der Mien der Notenbank auf. Nächst« Älpung: Heute um 9 Uhr vormittags. WMU der für nachmittags angesagt«« komm un ist i sche« St2aßendemomstration dürfte die Sitzmtg bereits um 2 Nhr nachmittags unerbrochen und u« 6 Uhr abends wieder airfgsüomnre-n werde«. Die ■ Nachmittagspause wollen die Soz:.i!>5.nokmter> dazu benützen, um an dem LeichenbegänguiS ibre? Parteigenossen Laimer teikzunehmen, dessen Sitz im Nationalmt heute mit eisiem rotbeLändertrn Fichtenkranz geschmückt war. Die RevarMmrKmlmksliün hat kein Geld r«r Bezahlung der Wiener Bureaus. ^.legeritlich der gestern abgehaltenen Sitzung der ReparaLionskommrsfio», deren Aufgabe es ist, daS Erbe an Fahrbeiriebsruitteln der staatlichen Eisenbahnen in der ehemaligen öfterr^-ichisH-ungarischen Monarchie unter den auf ihrem - Boden entstandenen Staaten zu verteilen, erösfftete, wie wir erfahren, der Präsident den Kommissiousnntjsiietzer», daß rc insolgeFehlens von Mitteln zur ^Bestreitung d e r A u s l a g e n für fein B u re a u und für die Bezahlung der Gehalte des Burea«- stabes gezwungen fei, die Sitzungen der Kommission zu nntcrbrechen. * Hiezu erfahren wir, daß anläßlich der Bestellung der Kommission durch die Friedenskonferenz die Frage der Kostentragung für die Auslagen der Kommission nicht geregelt wurde. Seit jener Zeit ist diese Frage bei der Botfryafterkonserenz anhängig. Alle Versuche der Repara'ionskoimmssion und der «m ihr interessierten Staaten, eine Nebelung herbeiz«ftchr«r, haben bisher kein Ergebnis gezeitigt. Bis nun waren die Kosten vorschußweise durch das HritLsche Schatzamt getragen worden. Lellweise FreiMe her ErenzveMrs mtt BOem. . München, 24. November. Die Sperrung des NahrerseverkehrS aus Oesterreich in die begünstigten Gebiete Bahenrs hat, wie bereits gemeldrt, in'den stetrefftndLN Ländern Oesterreichs lebhaften Widerspruch hervorgerufen. Zn de« letzten Tagen weilten, wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" melden, der Landeshauptmann von Salzburg, der Landeshauptmann von Tirol und der Landeshauptmannstellvertreter von Vorarlberg in München, um mit den bayrischen Behörden, wegen Aufhebung der Sperre zu verhandeln. Wie das Blatt erfährt, wurde in den Verhandlungen eine Einigung erzielt. Der sogenannte kleine G r e n z v et l.t h r to i r d io i c b e t freigegeven. In der amtlichen Bekanntmachung, die demnächst erscheint, werden Erleichterungen im Grenz- Verkehr verfügt, doch wird auch in der Neuregelung den schwierigen Verhältnissen Bayerns.Rechnung getragen. . MechS'MWML. Der Kamps gege» dm Wische» Rektor. Prag, 24. November. Die deutschen politischen Parteien beschlossen, auf die Sktbenlcnschaft der Prager deutschen Universität in dem Sinne enrzuwirken, daß die klaglose Abwicklung des UniversitätsbeLriebes am Montag gewährleistet werde. . Wie die „Prager Presse" meldet, wird die deutschvölkische Studentenschaft am Montag die Vorlesungen wwder besuchen, beabsichtigt aber, im Lause der Woche wieder in den Streik zu treten. Das «orMHMche BraMkohkemMsr. Prag, 24. November. (Tfchecho-slöwakisches Preßbnreru.) Im Ministerium für öffentliche Arbeiten fanden heute vormittags und nachmittags gesonderte Berhondlungen mit dm Unternehmer, und Arbeitervertretern der nordböhmischrn Vraunkohlenreviere statt. Abends verhandelten beide Parteien gemeinsam. Es wurde ein Ergebnis dahingehend erzielt, daß der Vermittlungsantrag des Vorsitzenden als Grundlage weiterer Verhandlungen dient, die morgen vormittags fortgesetzt werden sollen. Bolen. Aktuelle Frage« der ausländischen PMS. -r sozialdemokratische Araker Laudeshaavtinanu voo Hakenkrenzleru überWea. . Innsbruck, SS. November. Als LandeShanpfmann- SÄlvertreitt Dr. Grüner mit Witter Frau heute nüchsts von einem Besuch« nach Hause ging, wurde-er iu der Vilserstefiße von drei jungen L.'uten überfallen und mit Gufttmik'tüLteln geschlagen. Nach kurzer Gegenwehr brach er bewußtlos zusammen. Seine Frau wurde nicht ftuge- Kcifsen. In nächster Nähe standen noch einige junge Leute, die Dr. Grüner nicht zu Hilfe kamen, nach den Blättern anscheinend Komplizen. Dr. Grüner wurde von seiner Frau fct die Klinik gebracht. Er hat ans dem Kopf mehrere blutunterlaufene Stellen, Knochen sind nicht verlöt. Laftdeshanptmann S t u m P f hat dem Uebersattenen das Bedftuern gnsgedrückt. Der Minister Narutowiez besprach itt bet heutigen Pressekonferenz die Beziehungen Polens zu Jugoslawien und erinnerte an den mit diesem Staate abgefchlosseneir, von dessen Regierung und der öffentlichen Meinung dieses Staates beifiliig ausgenommen«» Handelsvertrag. Er ging sodann auf die Beziehungen Polens zur Tsch cho slowakischen Republik über, wobei er die feste E wa tung auf eine weitere Ausgestaltung der gegenseitigen Beziehungen betonte unbezüglich der Entscheidung der Jaworina-Frage durch die Botschasterlonserenz die Hoffnung auf ein« günstig« Lösung dieser Frage für Polen aucsvrach. In der Frage von Memel betonte der Minister, der wirtschaftliche Fortschritt Memels hänge von dem Ver- 'hältriis Memels zu Polen a). Bezüglich der Moskauer Abrüstungskonferenz erklärte Rarutowiez, daß die polnische D^lezation aus 25. November 1922 Gelte I —. . .....—-....... I dieser Konse -enz die politischen Richtlinien, die auf der Konferenz von Reval ihr^n Ausdruck fanden, nämlich zur Feststp'.'.ng des Friedens in .Europa be'zutragen, einh alten werde. Dev,.' Äußenmmister kündigte schließlich die Teilnahme Lst" tauettS <ur der Msekav« Abrüstungskonferenz an. »ÄMPWÄlsr Marschau, 24. November. (Tel. der „Wr. Morgerw Zeitung".) Da neugewählte Sejm und der Senat; für den 25. d. zur Erüffnung-siHung einberufen .wirrdeü, hr^af'en sich die Parlamentari'ck>en Klubs bereits mit! der Frage, wer an PilHdskiö zum Präsi« deuten der pvlni'chr» Republik g-?x?LW wev'oen. soll. Wiq in Ab^eyrdneten"reisen verlautet, wird Pilsudski sofort .nach der Neukonsütuicrung der beiden gesetzgebenderrj Körperschaften seinen Rücktritt anmeldtzn und nur an der Spitze der polnischen Armee als dersw OVeckonnnandanL verbleiben; nach dem vom letzte» Sejm be'chlo^sensn Ber'L'sungs-esetz ist die 5tumuliernus der beiden Aemter ausge>hwsse,r. Bei der bevorstehenden Wahl des neuen Staatschefs dürften der derzeitige GeneralsLabZchef Gelrerak Sikorski, der ehemalige Ministerpräsident Ponikowskt und der polnische Gesaidte in Paris, Graf Z a m o y s ki, in Betracht kommen. Bon einer Kandidatur der Abgecrdneten Korfanty und Dmowski, wie auch d^S früheren KabinettSchefs Padere wfki ist nicht mehr die Red«. Paläftino. M Mkschs KnvmldMW. Jerusalem, 22. November. (I. E. B.) In der Zeit vom 4. bis 41. November sind aus Konstanimopel, Triest und den Bereinigten Staaten drei Schiffe mit insgesamt 3V8 I mmigra n t e n in Palästina eingetroffen. Es i!st dies die höchste Zahl der Immigranten, die während der letzten Zeit vm Zeltva-wm von einer Woche , in Palästina ankcm. Posipaketverkehr zwischen Deutschland und Palästina Wie die deutsche Hanptpostverwaltrmg bekawntgibt, können - von jetzt an Postpakete bis zum Gewicht von fünf- Kilogramm nach Palästma in umnittelbaren Paketposten über Hambllrg mit deutschen. Schiffen (erstmalige Absendu-ng von Hamburg am 30. d.) versandt werden. Rundschau. Kmos ProN«Mede. Vorstellung im Reichstag. Berlin, 24. November. In der heutige« Sitzung Reichstages waren fast sämtliche Abgeordnete zugegen. Sowohl die Pressetribünen als auch die Galerren waren üderfüllt und in der Diplomatenloge wohnte» zahlreiche Verirrt« der fremden Staaten der Sitzung bei. Präsident Loebe eröffnet« die Sitzung und unter großer Spannung gab Reichskanzler C u n o seine Erklärungen ab, wobei er sich durchwegs an sein Konzept hielt. Cr sprach in ruhiger und leidrnschaf.sloser, aber eindringlicher Art, einige Male von Zwischenrufen der Kommunisten, aber ebenso oft vom Beifall der Rechten unterbrochen. EINZIG IN »»» Chiffon per Meter K 9.800 Dnmanhomdon K 24.800 Herrenhemd an K 49.809 Nb Schiffmann IL, Taborsiraßs 48 Telsphon 47-1-73 En sros En detäil 3b|. Bon Franz Bieter. Mltorisierte Lebevsetzu-ng <mS dem UngaMcho« von MwuruS Mezei. Nach sechs Uhr abends begmmen wir dm fitz tzwrm zu fühlen. Das heißt, nicht wir, sondern unsere 'f tdqtt Heidenfüllen, welche manchmal klüger als die Punschen sind. 'Der Braune des Ingenieurs Wheel witterte Wch-st daS iahende Unvermeidliche: er blieb in raschem Galopp plötzlich stchcn, hielt die Nase in die Höhe und begann gedehnt^ w^e»!?^n. Ter scharfe Ton glich in diesem Augenblick cot} eigMüm- \im Art dem Brüllen der nächtlichen wilden Tiere. Die anderen Pferde blieben sofort stehen und watchM sich mit fl'UÄgsftrerfien Hälsen gegen Cftcn, mit tiosech eckgerissetM Lrutan röchetlnd. Änr klaren HinunelSg-ewölbe war nicht die Demst« WoKe 7u sehen, nur trä Lust war dicht und brennend. In nitferen Ges'chtern und aus unseren Händen verspürten wir einew d«n :-'a^lst'ich äihtrlicheN Schmerz. Am fernen Rande der unh^Wohn- :vn Äifts spielte der aus denn Bodvn smpörsteigende' Dmsit ..'i:t wellenfövmigem Zittern- Der Sturm befand sich noch unter fcwn HvriMt. ■ Cwß, 'der HUsKingenionr — »in ältlicher, erffthrever Manu, der erst vor vier Wochen irr den Dienst dox di« Fsöriha« ÄMtlPse üLstrocknende» MrengeseÄschaft getvetey hob sich mit sachverständigem Forschen «n Sattel mw spähte ein-ge Minuten in die Ferne. ' V ' „Er kommt von Osten," sagte er dann, „m Sftuche wir ihn am Halse." '; - Und wie ehret, der jAe weLere AustlLrang sür - öHs^« flüssig hält, wendete er plötzlich nach Norden; sein Pfvrd styrmt« vhne Zuveden vorwärts. Ztosi Augeniblick« spätrer wa^en tyir schon zwanzig E^m weit. ..• .Cvoßl,Hrck! Mb' stAn!" vtz Hm WhsSoech- Kommet mir nach," war die Antwort. Unsove Pferde stürmten, den Befehl gar nicht abwartend, nn wilde« Galopp dem Grauen des Ingenieurs Croß nach. Der Aerger war natürlich groß. Ätzhcel, der zwar bedeutend jünger war als der HilfsiWca-eur, aber trotzdem als Borgesetztet figurierte, impwvisierte eine» Austritt. Er wollte mit Gewalt in der Richtung unseres Zieles weiter reiten und er fand die „veruunftlose Furcht" für lächerlich. „Ich mache dich dafür verantwortlich!" rief er. ,^örft tat, Croß? Dich! Und auch die Geldstrafe wirft du bezahlen!" Croß jedoch achtete gar nicht daremf; die vier Georgier Füllen flogen aber galoppierend über die unendliche Einsamkeit. Große, fävbige Ananasfelder waren um uns herum, sich einem riesigen Teppich gleich über das Weltall ansbreüend; deren dur^drin^en-der Geruch, jener heiße, betäubende Obstgeruch, verschmolz wie ein berauschender Dunst mit der unbewe<"i< «n ^n.f.fchich'.e. Hier und dort — in großer Entfernung voneinander — war die große Mauer einer Herberge zu sehen, wie Wachposten in den» Neichtmu der Erde. Im Westen begannen sich schon die Anzeichen der Dämmerung zu zeigen, bte schräge fallendon Strahlen überzogen wie Autiges Gold Pie Ebene und die scharfen, langen Blätter des Obstes schimmerte» wie Flammetrzunsen. Nach einem wortlosen Galopp von zwanzig Minuten bewegtesich dann plötzlich die Luftschicht«. ES geschah ganz unerwartet und es währte tat ganM ein — zwei Augenblicke: Pies war der Vorbote des SturmeS.. Croß begann iwmsch zu lächeln; er wandte sein Antlitz gegen Wheel und sprach leise: „Machst du mich verantwortlich? Hm?" Dann rötete sich plötzlich der Rand des östlichen Himmels. > Minor — der Füngfte unter uns — ritt mit .stiller Furcht nc&ttt mir; nur die in semen glühenden Gesicht brennenden Augen sprachen von seinen Gedanken.. „Eisen wir! Eilen wir!" sagte jetzt Wheeh der, noch immer ärgerliär. auf Croß' Fra-ae die Antwort schuldig öliob. Vor u»S, ein diS zwei Meilen entfernt, am Rande eines großen Waldes, stand ein einsames HauS: dieses mußte« wir vor Ausbruch deS SdurmeS erreichen, welcher sich schon sähe rasch näherte. Me der durch ein großes Feuer gerötete Himmel, so war jetzt der östliche Horizont: der dem Sturm vorangehende Wirbolwind trieb ganze Wolken Wüstensand vor sich her. Die heiße Luft wurde aber immer dichter, tarmer brennender um uns herum, dve schäumenden Roste stürmte« in wildem Laufe vorwärts, von ihrem Instinkt «rgetviebe«. Troß ritt zwanzig Ellen vor uns und er war der erste, der döe Herberge erreichte. Wir ander» holten ihn in dem Augenblick ein, als die Sandwolke aus uns n'wderstürzte. Es war dieS eine wahre Panik. WheÄ, Minor und ich schrieen g» danken'loS auftmandcr, unsere Pferde warfen uns aber beinahe, anS.den Sätteln. Croß blieb allein zurück, obzwar der Flugsand auch ihm m Mund, Ohren und Augen gedrungen war. Er stand dort neben soinem Pferde, welches er fest beim Zügel hielt und schlug mit den Sporen an das Tor des Hauses, welches sich, für uns nicht öffnen wollte. „Hei Menschen! Spitzbuben! Oeffnet daS 'Tor oder wir. schlagen es ein!" riesen wir jetzt alle. vier. Jetzt sahen wir schon nichts mchr, wir fühlten , nur, wie sich der. Staub und die Gewalt deS Windes auf uns legte. Zehn lange M-innte» waren vergangen: die vor dem Sturm einherrasende' Staubwolke war weitergeeilt. Nach derselben folgte in der reinen Luft, gleich dem Symbol der Stratzt, der schwarze Orkan. Die einander am Fuße folgende» Blitze hupchschnitte« wie feurige Schwerter die giftige Schwarze. Einige Minuten lang waren wir wirklch betäubt und wir verbrachte« eine übermenschlich« Arbeit, bis wir unsere Augen und unsere» Mund öffne» konnten. Dann stemmte aber Cwß seine Schütter gegen die Tür, welche sich auf unser Flehen und Drohen nicht öffnen wollt«. i' Wir traten in einen leeren Hof. .Es scheint, es rst niemand zu.Hause?" sagte Wheq.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.