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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-25 · Heft 1362 (25.11.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1362 (25.11.1922)
Date
1922-11-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wien? Zem Abhelea in «Jet En*MA».n..Tat»r«tr.1'& oder Ja einerV«r8cUei*«tefle> tTrmßfe) «evot!.. K 38:000 Art Poitycrgaiiicl für Wlet» a. Oesterr. nxmiti. K 28.000 Tdchech o*51 ov-sLei: Mail. K 17-Ubfern t; Wob. SC 600. Jegoelawieo: Mob. J?jnar 30. Polen: Mo». 3500. DeuitfefaJaud:! äp>n, Mark 8C0. F realer., lgieeit• Mon*tL Fvea. B lpQF “MB , Vej FrebetfcSfarageu' «Mutt«) TKlitlbtoSlevikiVt tschvch.K 1«20!ta)ieo: Mo*»M.10 Uri R ttiirnolea« Mon«ll. 60 bei». Lew« Seh wein md Hai übnx« Ausland mÄieDeh Frc*. 3. Redaktion <i. Administration IWTaborstjfsse 1—3 Telephone: 4S^»38^l3*3»l^ ab 6 tjtir abeads 16*301, Tel.-Adr.: .Morffenzeitaan41 Wien Oesterreich iactoes Postsparkassen * Konto’ Nr, l50;693 1922 —y. Hie V. 25. Rovemb«. Die Legung der DekegierZe» - Ätt Zionistische« Organ!- Mio« Oesterreichs, die heuieaEWhKöeginnt, ist die: erste .ftft der Ratifizierung des ^^WMWdateS, -MKVd« HptterLirrch. Diese Tatsache tzWtW peraimg^ ^ribe .und Gewicht. Dd§ jüdische Bp^Ht-wH>ex ein politrsches .Ziel; der Aufbau b«3 in Palästina ist nicht r mehr pWgWMvmtischeM sonder« reale MirkkichM. Die erste Vora«Ssetzüni . des Baseler. Progvammes, di«' öffsnWch-rechtlicheGichMLg der Hestnstätte sn Pälüstina für das jiWsche PoH ist eine Tatsache der Ge- Mchle KSworden; .Aufgabe dch ItzWtüms ist es rrnmnehr. Nie .Krmftatte zu. Lmmn., ,'D«ß >D«f« Byvaussetzung die Muhe« uud sorgenvolle« BestrebrrnlSen von'Lö'-ft zum ALWuß der erste» Etappe dringe« konnte, ist der Lohn für die nie wankende TM« , und. Festigkeit der 'Hjvrnstkschen. OlMmiWo». .•;; '; VDer ZroniSyms ist leise Mitffch-territoriaLe Bewegung; er ist keine BeweguW zur Erfüllung des Juden-. Lums mit neuen geistigen Werten; er ist keim Bewegung zur sozialen und kulturellen Renälflanee des Judentums > Er ist all dies zusammen. Er ist dar Judentwmm selbst, 1 Ziel im*» Bewegung. Er ist keine Partei im Judentum, sonder« die Synthese ans alle» . wDenden und schaffenden frästen des jüdischen Dolles, sofern sie auf dem Boden jüdischer Weltanschauung stehen und sofern ste den Lebenswillen beä jüdischen Volles bejahest Dielfältig und bielgestaltig W das Lebe» eines Dolles zeigt sich der Zionismus dem Astge. Wh Strömung«», d» in einem gesunde« Voll nach Macht und Geltung ringen,' regen sich im Ziomsmchs ustd befruchten sein« ArbestdstMemals enden kann und für die auch Las Palastinä-Mandat nur ein Marksjei» ist, der uns beweist,daßwird«stchtige Straße gehen. Wir sind' der Lösung der JudeNfrstge näher glommen. Nichts -mehr» aber auch nichts' tvenHer.. Wir haben er« großes und arischnliches Werr zu EnVe Wührt, ahn wir ''-EAr'mch ^iWiHWiWMtt^':W!sch«it - BÄkes zu Voüstvecken, der sich ßn^ ZionttWS Manifestiert. Das ist unsere Pflicht und wir Wen Uas/in ihrer Erfüll>rnq durch nichts beirren, auch nicht durch den so oft angeführten Scheingrund, daß wir inwerhalb des jüdischen Volkes nur eine Minorität W. Ms. Misch fühlt und denkt, -ist bei uns; was nicht nuferer Fahne folgt, ist nicht jüdisch.} Durch dsu Zionismus Hst das Judentum wieder seine» Eintritt in d'.e Bölkerfamilie als gleichwertiges mW gleichberechtigtes Voll erlangt; diese Tatsache,' die niemand mehr zu bestreiten wagt, gibt «ns die materielle und moralisch« Legitimation, entsprechend der Verantwortung, die wir übernommen Habs« und in.der wir 25 Jahre lang allein gestanden sind. Stets haben wir für jeden unserer Schnitt« die Sanktion durch das Voll verlangt. und erhalten. Mr können uns in allem und. jedem auf die Nation berufen, .skeim der Gruppen m»d Grüppche«, die sich heust, nachdem wir die AÄe'st getan, herandrangen, ist von her Nation bestätigt worÄeu. W« nehmen aber gest« und frsut^g jede» auf, der an nuserem Werk Mitarbeiten wA, wen» fx sich züm jüdischen Volk bekermt und kein auderes Jn- Aresse kemll als dÄ Wsche im 'Smist dB ZiostiSMus. Die Zionistische OrMnisatlo» in Oesterreich bleibt Wer Lraditian treu, wenn sie die Belebumz der jüdische» MDen mit dem deptökraNschm Wrsti des ^rdentmnS ansirebt. Gin freies jüdisches Gemeinwesen kann nur aus der Zusa-arnrenarbeit freier, . bolkZLcwußstr jüdischer Bürger erstchrm. Das Judentum lebt üLeM i« der Minorität und ftm politisches Bewußtsein ist, gemeffsn an der Eigvngeschichte anderer Völler, noch - fchr-jung. Aber - es mutz nnablasiig an sich arbeiten, es,'müß sich pölisisch erziehen, inn. in sich selbst die Bor^biddM«ge«''M,feiwe in der Ge-, schichte einzig dastehende Aufgabe zu schafjen, auL den Kotomen das Mutterland zu bilden. - Daß unser Werk sckMr ist, wissen wir, schon darum, -weil noch nie.ein Volk e.bEches geleistet hat; wtr"weÄieÄ'eS^sts«,i tveL^tvir eS!: ister? -müssen, weil i unser Volk sonst m der Diaspora unter der Not geistig und seelisch verkümmern würde. West« rS dstst schweren Tage neuer Prüfungen, neuer Pogrome, 7i?uvr Unstrdrückungen überdauert, so dankt es dies nur seiuelN Idealismus und fernem Desti^men m die Aräft der ’wiümahM Idee, aus der es tausend Energietl des WidersÄrrd»? Mpft. Unser Voll ist' nicht ÄterSschwM.' Es hat u'och r«uf ein Morgen zu Höffen.- JÄst DlgMg, dk m feinem züsamentvitt, ist rin Gmtz - an das FunWu- MWpNen«Bolk der ' schep'' Hefen. Die Zionisten Defterveichs gvüßen heute ihr KM wo immer es.l«Ä.«nd TeKjst;'Mre. BemdWM/«B MsHlüsst d'Hrmt seinem MM[ werde» vdnr Geisst sireostsstr Kflichterfjisiung^iw« der WiM»' rüs, daß jeder stm Bestes 'gebm iiLjLj Lesung angenommen. Im Ssterreichischev NatwNLlrat wMe« gestern die . Grotzdeutschen, der Bauernpartei und dem Abgeoxdnelea Genfer Protokolle bt natneütWUAbstimmung ) Czeruin, gab 103 Stimmen für die NatifiziMstg der m ffi i f & i« fe <>&itfcstt Die »fe «^4*.»^ w- -- r ' .^,v , „ -, jj— vuwuvui |U« VI* UIUU|lj)lX^Ung OCl iu zweiter Lesuug zum Beschtsttz Wösu. Die Re- Protokolle ab, die Sozialdemokraten 68 Stimmen dagjerungsmehrheit, bestehend aus MWichsozialm, » gegen. Stimmung. Berll«, 24. November. (Tel. der ,Mr. Morgenzeitung".) United Telegraph meldet aus Lausanne: Da die Tommissionssitzuugen der. Kpnsereüz . üuter dem Ausschhitz der Oesfeutlichleit stattsiüdeu,' ist die Presse in der Hauptsache aus die vom Geurralsekretariat verbreiteten CommumqueS angewiesen, denen zufokge die Kousereuz einen regulären Verlauf nehmen soll. Die trotz aller Vorkehrungen der alliierten Delegatioue» durchsiLernde« Informationen lasten jedoch erkennen, daß durchaus nicht alles nach Wunsch ^ht. Die gereizte Stimmung der türkischen Delegation Hai noch eine Verschärfung. erfahren, da nicht mehr daran zu ziveifeln ist, -aß die türkische Forderung nach einem Plebiszit in Westthrazien von de« Alluerten endgültig abgelrhnt wird. In diplomatischen Kreisen wjnde sotzar ein Abbruch der Konferenz bchlrchtet, der Istdessen^wrrmiede» wurde> Heil sich Ismet Pascha MWMWW.’.Kd^^ Haltens entschiedest hat. Der bisher WaWtte Fragenkomplez bl^wt unbttzntwortG bis We ZnWktioney aus Angora eingelausen sind. Da die türkische Delegation die weitestgehenden Vollmachten besitzt und selbständig handeln kann, verfolgt ste damit den Zweck, die Entscheidung zu vertagen, M die Russen eingetroffeu sind. Dir Verhandlungen kommen dadurch nicht vorwärts und gerate« aus ei» toteK Gellise. Jtebte Amrkemmirg der netten ÄoHfen. Cte Inlgaif^er «orridor ram OReerv dingungeu ans, unter denen die CutmSitärstierrms einer Zone vorgenomurLn werden /kann, die vom Schwarzen Meer zum Apgaische« Meer führL-Der Bericht sieht andererseits die Einsetzung einer mteraMcrien Kommission vor, die den Auftrag hatte, di« EMchtüng eines Freihafens in Düreagatfch oder Umgebnstg zu sicher». Die bulgarische Delegation wuM kn bezug auf den wirtschaftlichen Korridor zum Aeg'äischen Mrer angehSrt. Ae Stellmg Poless. Lausanne, 24. November. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Der Beschluß, die Sitzungen der territoriale» Kommission solange zu Vertagest, bis die mit der Prüfung dieses Fragenkomplexes Leiraütr Unterkommission ihre Arbeiten erledigt hat, ist darauf zurückzuführen, daß die Alliierten Zeit gewinnen wollen, um in persönlichen Aussprache» mit der türlischev Delegation die bisher entstandenen Gegensätze wenigstens soweit ausmaleiMen, daß die Konferenz nicht gefährdet wird. Zwischen Lord Cstrzo« und ISmet^Pascha hat eine Unterredung stattgefnstdeu, in ^r die Velde» UnterhaMer ihren Gmndptmu nochmals erläuterte», ohne daß es zu «luer Verständigung gekommeu w8te. Die von JSmet Pascha ans Angora erwartete.. Instruktionen find bis jetzt noch nicht einjntrossc«. Auf Seite der türkische» Delegat«» besteht 'W jetzt wenig Neigung, den Standpunkt der Alliierte« in der Mehrzahl der Frage» anzuerkenne». tks hat vielmehr den Anschein, daß sich attgesichG der entschlossene« Hattnng der Türken die Alliierten tzoch z» Hrnzessione« bereit finden werden und der Türkei den Pahnhof von Karagatsch unter der Voraussetzung bWisiistendaß davon den Türken verlangte Plebiszit in Mestthrazien ander Debatte ausscheidet. London, 24. Novenrber. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß die Vertreter der Alliierten die Einladung zur Teilnahme an der Zeremonie der Investitur de-"ue«e« Kalifen a bg e l e bn t haben, da chtt Teilnahme ÄS offizielle Anerkennung des neue« Kalifen gedeutet werden könnte. Warschau, 24. November. (Polm Tel>Ag.) ■ In der heutigen Pressekonferenz im Nrinifterium des Aeußern gab Minister des Aeußern Rar« t o w i e z ÄüffchMffe über die Stellung Polens zur Konferenz von Laufapue, an der es keine»- AntÄl^uehme.- fei die Mitwirkung an der friedlichen HojunA aller auf 'dye/MnstMtziM^^fayne Fimgm. Jedenfalls^ erklaW MiMowictz Wope ich WWW ' nufer Bestreben, dle tzeschlossenen Dertrage einzuhalteu, und inbeM W chit^der NmnWWt ustd -em geschlossenen Austreten der Berbündeten rechnen, werden wir nach Maßgabe unserer Kräfte mit all denen Zusammenwirken, deren Ziel es ist, die Welt vor einer neuen Katastrophe zn bewahre». Wenn wir> W es möglich ist, im weiteren Verlaufe der Dinge aufgefordert werden sollten, uns zn prinzipiellen Fragen zu äußern, werde ich dahin drängen, daß unsere Stimme gleichberechügt neben de» übrigen zur Gettung kommt. Eise Vertretmlg der stzElh-pMUnenAschm ShrWt. Lausanne, 24. November. (Schweizerisch« Dep.» Ag.) Die syrisch-palastinische Delegation hat heute die Konferenz gebeten, sie bei der Behemdlusttz der sw interestierenden Fragen anzuhören. Diese Delegation will die christliche BÄölkerung in Palästina «nd Shrieu vertreten. Q))|M tmnrn London, 24. November. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) In der Adretzdebatte im Unterhaus erklärte Bostar Law, England wünsche nicht, in Mesopotamien zu bleiben, so viel Oel auch dort zu finden fein möge. Es habe gewisse Verpflichtungen, denen es sich nicht entzichrn Knne und die jetzt von der Regierung erwogen werden. «««Sa «nd d« «che Sftm. Lausanne, S4. November. (Schweizerische Dep.- Ag.) Die Kommission für terriwM« M Mitarische Frage» hat dim Bericht der UnwrköMiMtzMr Kennt- »is genommen. Dieser N-richt wricht M Mr die Be- London, 24. November. (Tel. der;,Wr. Morgenzeitung".) Der Washingtoner Korrespondent der „Morning Post" meldet, daß die alliierten Diplomaten in' Washington dem Umstand große Bedeutung beiMeffen, daß in den offiziellen Mitteilungen des Staatsdepartements di« amerikanischen Vertreter in Lausanne nicht mehr als „nichtoffizielle Beobachter", sondern als/ „offi-' zielle Vertreter" der Bereinigte« Staaten bezeichnet werden. In diplomatische« Kreisen wird erklärt, daß dies ein bedeutender Schritt nach vorwärts sei, obwohl die amerikanische» Vertreter noch nicht de» Rang vost Bevollmächtigte» hätte«. Der Korrespondeut bemerkt hierzu, . obwyhl die Vereinigte» Staate« ihre allgemeüre Zurückhaltung weiter beobachten, komme es doch immer mehr zum Bstr- Wim daß «w Einverständnis zwischen der amemanischest Regierung und den ÄWLerWn hinsichtlich der Wge des nähen Ostens hestebL

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