Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1359 (22.11.1922)
- Date
- 1922-11-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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a i»)! >•). ).) >.*) ).)• >.) >.) >.) >.) I# et §« 'C* n. e-- n. et ell >e. tii ifc et »!> tu nb iit chl.)r| 06: »er: elf i fet: iWji Xll IX'- Del: z«: >Cti 4! i*. 1350 Wien, Mittwoch Wiener Mor^enzeituttg. 22. Kovembev 19A2 Seite 7 «Mnen (früher 280 tschech. St) Feinbleche (unter 1 Milli-- MIN) M tfchech. K. (früher 260 tschech. L) für M Kilo, gvamm. Im Großhandel stellet» sich die genannten Blechsorten ans 228, 248 und 230 tschech. K. pro 100 Kilogramm. Verzinkte Bleche werden' mit 850 tschech. K. gegen früher 425 tschech. K. gehandelt. : / > Das Expor tgeschäst liegt im allgemeinen flau. Wir haben uns den Aeltmarktpressm so weit genähert, daß'der fremde Wettbewerb^England und Amerika) fast zu glichen Preisen Eisenlieferungen übernehmen kann. Da wir jedoch gegen Deutschland dreimal (o teuer find, verschafft sich die r e i ch s d e u t s ch e K 0 n k u r r e n z immer größere Gkd* ' trmg. wenn auch die Werke infolge des drückenden Rohmaterial« mangels an der termiNgerech^n Fertigstellung kranken. Hoch ' vor kurzem kostetest zum Beispiel belgNche Feinbleche franko nordböhmische Erreugüngsstätie von Mmblechen in der Tschecho-Slotväkei gerade so viel wie die „Knüppel" dortseBsi^ (kalte Stahl-Harren aus denen die B'leche gewalzt werden), &>ie Lohn frage ist vorläufig zu einem befriedigenden Ende geführt worden.. Zur,Ehre der Drünner Arbeiterschaft sei erwähnt, daß sie kn richtiger Würdigung der kritischen Situation ohne Streik und nach kurzfristigen Verhandlungen von der Teuernngszulage 65 v. H. nachgelassen hat, was im Gesamtlohn einer Ermäßigung von Ungefähr 24 v. H. gleichkommt. Beim Fabrikat bedeutet dieser Nachlaß, zusammen mit der angeführten Verbilligung der Rohmaterialien immerhin bis 15 v, H. ' . Dennoch läßt die Beschäftigung der Werke viel zu wünschen übrig, da der größte Teil der Industrie außerstande ist, Bestellungen zu Mächen, vielmehr wegen des begonnenen Preisabbaues eine zuwartende Haltung einnimmt. Der Ausfall der Beschäftigung ist bedeutend, da Abschlüsse nicht einmal mit „Baisseklausel" getätigt werden können. f- Auch die tschechische M a s ch i n een i n d ü st rie arbeitet begreiflicherweise mit verringerter ErzeugungÄapäzllat. Die Krise ist mich hier durch -das emdauernde Fehlen größerer AuslandSorders verursacht. Da die staatlichen Bestellungen für -die Lok 0 m 0 t i v e n» und Wagg 0 nbauindustrie nur sehr gering sind und von privater Seite so gut wie gar keine Auf« -rüge 'einlaufein, sehen die Fabriken L-ine Möglichkeit, ihre Arbeiterschaft zu beschäftigen. Nur vereinzelt ist es gelungen, durch Arbeiten mr,f -dem Gebiet des Motorenbaues einen teilwessen Ersatz für dos Ausbleiben staatlicher Lieseruingen zu schaffen. I« D a m p f t u rlb i n e n und K e s s e l n werden die alten, Aufträge -fertiggestellt. doch laufen Neubestellungen nmr selten em' Da für die Zuckerfabriken die neue Kampagne bereits begonnen hat, liegt auch hi« das Geschäft flau (Zuckerfcvbrikseinrichtungen). Für Ziegeleimosch inen stagniert die Nachfrage vollwmmen. - Die Maschinenausfuhr richtet, sich momentan einzig nach: I u go s l .a tv i e u, dakolossal investiert, doch bevsrten die neuen DevisenverorLmlngen - ziemliche Schwierigkeiten. Oesterreich dagegen, das am Vorabend einer schweren Jn-> inHriekrrse steht, hat in derAufnahmSfähigkett sehr nachgelassen. Auch nach Polen beginnt sich der Export langsam zu heben. Witkowitz ist es in letzter Zeit gelungen, ein größeres Geschäft auf Malzprodukte (Traversen, Schienen) mit England adzuschl'ießen. . Wenn man die Entwicklung der englischen Und amerikanischen skr ist, die jetzt abflaut, und die Beschäftigung der dortigen Werke mit hiesigen Verhältnissen vergleicht, solste, falls der KroncnkurS stabil bliebe und der Tschecho-Slowakei ein größeres Absatzgebiet erschlossen würde, wie^s England, und Amerika natürlich haben, die Ansicht berechtigt sein, daß die tschechische Krise mit dem Beginn des nächsten Jahres ihren Abschluß find«. Sn 8J! tii find gtfferrt dir Lstekreichischen Za'llungsmitte' unverändert geblieben. Äst 'gelle m pfit* K r 0 u e notierte 0.0075, Au?zohlunq Wien 0.0073. Dagegen find dort die R eich s m a r k von 0 07V. auf 0.08'/« und f r a n z ö i i f ch e Noten Sd^L7M.<Mt.LS.7.^Mst'tgen./.D!e.Ms.oey-LablungL- Mi'M -haben fch in Zürich burbwegs ermäßigt. So fiel der D 0 l I ä r von 539.50 auf ösß, Pf u"n d e von?41? auf 23.97 und die.k schechiich e K rö n e von 17.20 oU' 1678. Sn Ä e r l in e mäiigstn sich die , stechden Zahlung?* mi'kel mit Vsichsict't auf dp Belserlmg der Beichswark in Zürich. Der Dollar fiel von 6688.20 auf 6i'S60. P f u n d e von 29.974.-5 out 27 555 rp, -er fr a nrSfl f ch e F t a n ß e n von 47080 auf 483.85. die. L ika von 3Y7.L0 oilf 291,25 unb d e tschechisch e-K r 0 n 0 von &745 auf 193.75. Da^e^en w'es die Ssterrvichische geltem polte Kro^ie in B.rlin eme Besserung von 5 Punkten auf 8.8^ aus. Aus Prag wurde eine Besserung , der S st e r r e i ch i- 1 ch tz n. K t o n e von 0.089 auf 0 04. der R e i ch s nt ark ci-e '0lchr von 0.44 auf 0 47'/, gemeldet. Der f r a n zöfische Franken st'eg von 228.25 aui 284.2S. ' 3n W i e n fand gestern dem Lteäring stak!. bereits beendet Die Vere'mbaruna"n werden am 22. d.,, spätestens Donnerstag, unterzeichnet und den Regierungerr vorgelegt, werdm.' Die. Einz-lheiten. werden, erst nach erfolgter Annahme veröffentlicht werden. Zusammenkiinste der Messe- und Exportvertreter. Der Vephand der Messe- und Exportvertreter hält jeden SmnStag uw L Nhr nachmittags, im Gremium der Wiener Kaufmannschaft. Wien, 4. Bez.. Schwar;en>''evf'vläN 16. 1. Stocks Vollversammlungen ab, bei welckurn aktuelle Wirtschastsfrcugvn de« 'sprachen werden und.die Mitglieder Gelegenhoi-t haben/ ihre AnOelegenheiten zur allgemeinen Diskussion zu stellen. Im Verlauf der Budgetdebatte im französischen Parlament brrichtet-e Handelsministdr D i ö r über den Stand te8 fran-, zosischen Außenhandels, den er als günstig und vielversprechend bezeichnest. Trotz der schrecklichen Wirkungen des Krieges ist der französische Handel aktiver als vor dem Kriege. Die Ausfuhr an Fahrikslvaren iu den ersten drei Vierteln des Jahres 1922 übersteigt die Einfuhr, um 6,6 .Milliarden Franken. Im Jahre 1919 war sie um 2,8 Milliarden kleiner, 1920 ergab sich bereit? ein'UeberschNtz von 8,8 Milliarden, 1921 ein solcher von 6,3 Milllärden, der im Jahre 1922, nach. dem bisherigen Resultate zu schließen, aus 9,2 Milliarden steigen dürfte. Die Gcsamthändelsbrlauz ist allerdings noch' passiv, aber , sie gestaltet sich Immer günstiger. Das Defizit betrug 1919 noch 2,4 Milliarden, 1920 2,3 Milliarden, 1921 2 Milliarden und in den ersten drei Vierteln-1922 2,3 Milliarden. Da die von den Fremden als Mtgut ausgeführten Waren nicht inbegriffen sind, dürfte die Bilanz tatsächlich bereits aktiv sein. ./Die Aktivität deS Außenhandels ist bedeutet größer als vor dem Kriege. Im Jahre 1922 wurden bisher um 4,8 Mllionen Tonnen mehr eingeführt und um .0,46 Millionen. Tonnen'mehr angeführt als in der gleichen Periode des JahresE1913. . ' / - W'ähmng in Äbetschlesie«. Warschau, 20. November. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Der FinanzauKschuß des Schlesischen Sejm beschloß die^Emsührur<g)d^ polnischen Währung W'iÄerschlesien. ' - Wiener Börse. Gleich ihrer Dornänger'N verkehrte auch die gestrig« Bürst in a n s g e f pro ch e n i ch w ä ch e r K a l t u n g. Zu imx Abgaben der Tronin? gelallten sich Üeerv-rkäufe der Konlermim, welche, da der M,Likt nur p^rinqe Aufn^hmsfäyigre t bekundefe, einen tz m p f i n d l i ch e n Drück aus das Kursniveau ä N s» .ü b i e n. Stärker in M'fleidenschast gezogen würden Alpine- A kl te n. die sich m £51.000, gegenüber dem lehtaemeldeken Etand um 35.000 ermäßigten, strner ste'en Staatsd-ahn hi- S95.coo um 87.000 und Süd bob n-Pri o r i t81 er. bis 4®2.' 0’> um 00. Lediglich Unirnbanb-Attien und A. (k. ch. Wien zeigim Wtderl'andsfrost bti mößtg erhö' tem Stand. -DB», gegen waren urgarifche Werte angeb eien, von denen S a! g 0- K oh i e n von 1,005/l0 auf956.000 zvrückgivgen. Ick weieren Verlaufe che? Verkedks trat n den fübreöden Kui.fsewerten. ausge''«nd von Slidbükm-Priorstäien. die in größeren Posten aus dem Markte genommen wurden, und auf Deckunoskäust 8er Kont^m'ne zwar e ne Besserung ein, doch Äfolgie der Schluß zn den tiefsten Tageskursen. Im Sckranl-en su' te die Spekulation sich ebenfalls zu enk» lasten. Obgleich-die Abgaben nur geringen Umfang Hallen. ivsteR sich auf emze'nen Gebieien denrinch prösi-,- Einbußen aus. So sielen Rrrdbahü um 1,55! 0lo. Bufchliehrader lit. A um 180.000, Berg und Küi'ey um 145.bvx Autsig chemische um 130.000.' DaoeoeN wiesen Cvsmanos, westböhmifche Kohlen und Carbo«/ runium Besserungen auf. Bez u gsrsch i e: PellerCommerzbank.70H00. niederüsierrrichi^che Eecömpie 6006, Mercurbonk 1450, Korksietn 1300» Gösser Brau 110,000, A. E. ©, Union 1606 bis flOO. Dynamowerke 65). gallz'fKe Karpathen 250.000 .und österreichische Eisen» bahnverkelir 60.000. .... - Aus dem Ans ä g e m a r k t t ergaben sich nur geringe Verschiebungen: bloir ungarische K^oninrente wurde um 2000 Punkte b lliger ab'egebcn. Don den E x ö i e n nolle ier: Armaturen 62.000 bis 64.000. Änollvsilm 56t 0, Car? L Scllinek 25.000 bis 26.000, Ir'ag 125.0 0 dis 150.00 , Mrasnica 28^00 b.s 84.0(0. steirische Kohle 19.( 00 h,s 2l.000,. Vereinige Spiritus 305.000 bis 3SU000 UNd Cldöl 15.000 b S 17.00L : "m Die amerikanische Baumwollernte. W a s h i n g to n, 21. November. (Wolfs.) Wie daS Zensüsburoau mitteilt, wurden bis zum 14. d. 8,870.000 Ballen Baumwolle entkörnt gegen 7,276.000 Ballen zur gleichen Zeit des Vorjahres, 8,915.000, bezw. 7,604.000 Ballen in den Jahren 1920 und 1919. Freigabe des Balutens und Devisenhandels ln der Tschecho- Slowakei. Äus Prag.wird berichtet: Nach der „Prager Presst" hat das-Finanzministerium einest Gesetzentwurf betreffend die Freigabe des Valuten- und Devisenhandels aiisgsarbÄtet, wonach nur noch die Abführung einiger höckivertiaer Valuten verlangt wird und di« Trrminzc.hlrtngen sowie Zahlungen ins.Ausland erleich-tert werden. ' Die vngarisch-tschccho-skowakischen Wirtschaftsberatungen. Aus B u da p e st wird berichtet: Wie „Magyar Hirlap" erfährt, sind die ungarisch-tschecho-slowakischen Wirtschaftsverhandlungen Memr Ware«Me. . (.EigeMncht der 'Mstner Morgenze-inmg"«) Bei znl'iederstel'kndem Besuche war in allen Arlibem i.^- nilgendcs usaebot vo:banden, jedoch' noch immer bet zurückballender Kauflust. Lvarakteiift'sch für dst momentane. Stkuallon ist. daß trotz williger Abgabelust, eine Pre>sstnßüng nicht zst beobachten war. O e l t u n d F e t 1 e verzeichnelen in den me'M Gatlu,"'sn beh^uplete Tendenz. Zum Ausgeböte gelangten Kokosöl Cochi-, zu 15.8(10 K. Wien irantit. KoKvM-Feijfövre zu .iS.§l 0 K,.' Benzin-enochenielt zu 12.500. K., Bey,erun sl»an zu 13.0^a Wedi rnol»?eber!ron?u 17\00 K.» Ol'ia destilliert zu I8.1 OO K.» 'RÜdö' doppelt rotflmerl zu 16.5>0 K,, Xa Leinöl zu 15.400 A., Rizinusöl u» 20.500 v. franko Bahn Wien tranM oder verzollt. Speiseöl Soja zu 16.800 K.» amerikanisches Lchweinsstlt zu 28.400 A. und purs mrck zu 25.200 K. L e d e n s m i i 1 e l- und K 0 ly n i a 1 w a 11«; u rk e r D>e Tendenz bi>eb schwach behauptet. Man dezahite afs-rode Kristall mit 78^0 K. ad Wien.' Sonst wurden noch (4. Fortsetzung.) Foschh, der Träumer. Bott I. Zangwill. 3. Der talmudgelehrte Apostel- -er so. .von Verwandten »nd Fromlden ausgestoßen war, wurde von der heiligen Kirche freu-dig willkommen geheißen; um so wärmer, da er aus eigenem inneren Antrieb gekommen war und die jährliche . Geldbeistmer verschmähte, Mit der die Päpste wahre Religion belohnten —- freilich auf Kosten hsss Ghetto, das dieses Einkommen seiner Abtrünnigen zu. zahlen Hatte. Es war Sitte, bekchrte Juden mit anderen zusammen zu taufen -— zur größeren Ehre der heiligen Kirche. Da heimische Katechumenen selten waren, wurde' den Juden Manchmal, ein türkischer Pvoselyt zugestellt. Aber ln Anbetracht der?Bedeulunll djeses. Uebertrittes, u-nd La Epiphanias dicht bevorstand, mrard es beschlossen, Joseph ben Manage die Ehte einer E'mze/taufe zu gewähren.' Die dazwischenliegenden Tage verbrachte er in einein Kloster, um seinen neuest Glauben zu stu-dstrem So war unmöglich, mit seinen Eltern und seinen iüdi'chm Glanbsnsgenofsen in Verbindung zu bleiben, selbst wenn.er oder sie es gewollt hätten. Ein Kardinalerlaß untersagte ihm, ins Ghetto zurückzukebren oder wahrend der Borhereitungszeit mit einem seiner Rassegenössen zu essen,, zu trinken, zu schlafen oder zu sprechen; Peitsche oder Swang erwartete den Uebertreter dieses Gebotes. Am Tage gingen Rahel und Miriam rn der Nahe des Klosters uncher, in der Hoflnuwg, feister Unsichtig zu werden; mehr als auf neunzig Ellen durften sie sich bei Strafe von Stockschlägen öder Verbannung nicht nähern. Ein Wort an ihn, eine Botschaft, die ihn erweicht, eine Unterredung, die ihn wieder zurückgebracht hätte, und -der" Missetäter wärezu lebeiislänglicher Gäleerenstrafe derdaimnt worden; .;;;; ' Epiphanias kam heran. Eine große Menge Mte die Lateransbasilika. Der Papst. selbst war anwesend, und inmitten scharlachmn Pomps und schallender Musik nahm Jokeph, bewegt W kn oie - Diesen seiner Seele, die Sakramente entgegen. Ämstbale de FEchi, dessen stolzer Fa- ' milienname fortan auch der Jtzsephs sein sollte, stand Pate. Der Äusübenbe^ Kachinal wünschte in seiner feierlichen Predigt der Bersämrnlung Glück-zu dem Wunder, das sich, unter ihrer aller Airgen vollzogen.. Dann wurde der Neubekehrte, gekleidet inDvo'chen Atlas, sangsevm durch die Straßen Roms geführt; um so aller Welt zu heMgen, wie eine Seele dem währen Glauben gerettet worden sei. In der Begeisterung dieser Aufnahme in die menschliche Brüderschaft, di« Gott zum^Vater hat. und Christus zu fsinsm Symböl, gewährte Giuseppe de Franchi nicht die düsteren, verstörten Gesichter seiner Brüder in der Menge, nicht den . Haß, der <m§ ihrest ergrimmten Augen loderte, als die festliche Prozession vorüberzog. Auch ließ er sich sticht träumen, als er an diesem Abend vor dem Kruzifix UM dem Heiligest- Lild'kniete, daß frinetwegen eine andere Zeremonie begangen wurde, dort in der Synagoge auf der Piazzct des Tempels, auf. halbem Wege vom Flusse; eine Szene, die in ihrer ganzen Düsterheit eindrucksvoller war als aller Glanz -es Kirchengepränges. Die Synagoge lag versteckt, äußerlich nicht von den Nachbarhäusern zu unterscheiden. Innen glänzten Gold und Silber an den Paradiesäpfeln und Glöckchen her Gesetzesrollen und an der Stickerei des Borh-nas, der die Bundeslade verhüllte. Die Schrien eines der Fenster, das in zwöss Farben leuchtete, nach den „zwölf-Stammen", stellten die „Urrm und Dhuamnim" dar. In dem Hofe stand ein Modell des alten Tempels von Jerusalem, bis ins einzelne wlmdevbcir ausgeführt, ein Andenken äst entfch»vun- . denen'Glanz.. . > •;; \ Der „Rat der Sechzig" Atte gefpröMn. Joseph Ben Manasse sollte die äpßeyte Strenge^ ves Mischest Gesetzes erleiden'. Ganz Israel war ist den Tempel l zusammen-? berufen/ SchreckliM äMtbosse Schtvüle brüttte über der Bersammluug; wie in DooeSschweigen hielt jeder der Männer eine schwawe Fackel empör, die lln dem Dunkel der Synagoge geisterhaft' flackerte. Eistl Wtdderhorn erklang schrill und' fürchterlich, unL Hstn Mange seiner urwüchsigen Döste', ward M KlWttbäM -erhängt, die schreckliche " Berdammntsi"M dM MMetest jedes MirMche Rechts entzog, im Leben wie im Tode. Danst verlöschte die Gemeinde ihre Fackeln und rief „Amen", und ein gleich tiefes Dunkel breitete sich über Manasses Gemüt. Er lvankte nach Ha.nse, um dort mit seinem Weibe auf dem Fußboden zu sitzen und den Tod ihres Josephs zu beklagen, während düs Sterbelicht in dem Oelgefaß matt leuchtete und die Gebete für den Seelenfrieden des Dahingeschiedesten sich leidenschaftlich in die verdorbene Luft des Ghetto schwangen. Miriapt aber, das madonnengleiche Antlitz mit heißen Tranen benetzt,.verbrannte den Gebetschal, an dem sie webte Nin heimlicher Liebe zu dem Manne, der ihr eines Tages seine Liebe schenken sollte. Dann ging sie, bett Trauernden ihr Beileid zu sagen und hielt Rahels rauhe Hand in ihren weichen, sanften Fin'gern, die nie eilt Liebender umfangen sollte. . . Doch Rahel weinte um ihr Kind und tvar nicht M trösten. 4. . Helena de Fvanchi erzählte Giuseppe de Fvauchi von dem Banne. Durch eine ihrer Zofen hatze sie davon gehört, die diese Neuigkeit von Schlaume, dem Spaßvogel, erfahren hatte, einem unverschämten, spaßigen Schelm, der ..zwischen Jud und Christ seinen ränkevollen Weg zum Profit verfolgte. Guiseppe. lächelte — , ein sanftes Lächelst, dem die Tranen nicht fern lagen. „Sie wissen nicht, was sie tust", sagte er. > ... ,-Deine Wern betrauern dich wie einen Verstorbenen." .. >Sie betrauern den verstorbenen Juden; die Liebe des lebendest Christen, soll sie trösten.";; „Aber du darfst ja nicht zu ihnen, noch sie zu dir." Durch Hw Wstben'werden Berge versetzt; im Geiste ulnärme ich sie. Wir werden uns doch gemeinsam freuen dürfen^ nn Lichte des Erlöftrs, denn das Weinest mag wäh« vest eich Mcht.^abev am Morgen kommt tz'.e Freude." Sein MtzÄ Antlitz..strählte in himmlischem Glanze. . Westa betrachtete rhst mit mitleidigem Staunen. „Du ve^ückt^ Oer Gnistppe'll ssagie sitz. ' (Fortsetzung folgt.)