Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1352 (15.11.1922)
- Date
- 1922-11-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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«nitre * säten, «tnwoch MeM 15. November 1922 m 1 bl! »n 0 M i stier Pelzwarenmarki Breitfeld & Lander, Wien, II. SCI. Suerlg sssse 8 ( mnerhalb der Entente und insbesondere über territoriale Fragen, über ReparationSsragen und über Kratzen der Rohstoffbelieferung. IMMn de« dn'Men Berlin, 14. November. (Wolfs.) Die Beratungen der sozmldenwkratlschen Fraktion endeten nach 9 Uhr abends mit folgendem, mit großer Mehrheit" gefaßtem Beschluß: Die sozialdemokmtifche Reichstagsfrak.ion lehnt die Erweiterung der Regierung durch Einbeziehung der Deutschen Bolkspartei ab. Berlin, 14. November. (Wolfs.) Nachdem die 'sozialdemokratische Fraktioü heute abends mitgeteilt hatte, daß sie in eine Koalition mit der Deutschen V ükHartei nicht emtxeten werde, hat da« Ne'.chskabinett beschlössen, durch den Reichs^tnZler' bcm Reichspräsidenten seine Domisiion zu überreichen. , Jebatte Über die batzrychr Negierung«- MSrnus. München, 14. November. (Wolfs.) Im Landtag begann heute vormittags die "Aussprache über die Erklärungen des neuen Ministerpräsidenten. Als erster Redner erklärte im Namen der Deutschen Bolkspartei Abg. Dr. Wohlmuth, seine Partei unterschreibe die Ausführungen Knillittgs über das Verhalten Bayerns zum Reiche vollständig und betonte, , daß die Regierung auf kein Machtmittel zur Wahrung der Aütoritrt des Staates verzichten dürfe. An einen Putsch oder an eine Putschgefahr glaube er nicht. Den Ausführungen des Ministerpräsidenten zur. Frage der Schaffung eines Staatspräsidenten und einer zweiten Kammer schließe sich seine Partei an, wie sie Herrn v. Knilling überhaupt Vollstes. Vertrauen entgegenbringe. Hierauf erklärte der Redner der vereinigten sozialistischen Parteien Abg. Timm, seine Parei werde Herrn von Knilling unterstützen, wenn er die Interessen der Allgemeinheit vertrete, ihn aber entschieden bekämpfen, wenn er eine einseitige Pcrrteipolitik verfolge, gegen die Einheit des Reiches arbeite oder sich auf reaktionäre Wege begeben wolle. Der Redner verlangte Auskunft vom Ministerpräsidenten darüber, was er gegenüber dem verhetzten Vorgehen gegen die Soziak)emokratie zu tun gedenke und gegenüber der offenen Aufforderung zur Gewalt, wie sie in dem Artikel des „Heimatland" zum Ausdruck gekommen sei. Die Aussprache wird heute fortgesetzt werden. pflichtmigen Deutschlands sobald wie möglich in solcher Höhe festzusetzen. daß siö zusammen mit dem Dienst der Anleihe aus dem Haushaltsüberschuß bestritten werden können, für drei bis vier Jahre Deutschland ein Moratorium zu gewähren und unverzüqfich eine Konferenz von internationalen Finanzenten zur Beratung eines Deutschland zu gewährenden Bankkredits emzuberufen. '* Armemmu tM «W Paris, 14. November. (Wolfs.) „Echo Nationale" berichtet, daß nach einem Funkspvnch, der ihm von dem Dampfer „Paris" übermittelt wnrde, der französische Sozialistenführer Longu e t, der sich, augenblicklich in Amerika aushalt, Llerneneeau aufgefordert hat. in Amerika in einer von Clemeneeau zu bestimmenden Stadt über den,Versailler Frieden mit ihm öffentlich zu diskutieren. Elememeau antwortete Longuet: Ich komme nach Amerika, um zu zeigen, daß Frankreich weder utilitaristisch ivoch imperialistisch ist, was man ihm vorwirft. Was Fragen unter Franzosen anbetrrfft, so bin icb der Ansicht/ daß man sie in Frankreich austragen müsse.' Me wkEMW Lake Paris, 14. Novenlber. (Havas.) Gelegentlich der Beratung des Handelsbudgets in der Kammer erörterte Handelsminister Dior die wirtschaftliche Lage Frankreichs und erklärte, die Ausfuhr von Fabrikserzeugnissen habe in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres die Einfuhr um 6,218 Millionen überschreiten. Die letzten drei Monate würden noch, günstiger'sein, da die Handelsverträge mit Spanien und Italien bis jetzt noch keine Früchte zeitigen konnten. Der Minister zollte hierauf den Bemühungen um die Wiederherstellung der Kohlengruben im Norden und den Landwirten Anerkennung, die daran arbeiten, die Lage immer günstiger zu gestalten, Dem Jahr 1923 könne man vertrauensvoll entgegensehen. Rednep fuhr fort: Die finanzielle Lage ist nur ein. Teil der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Frankreich befindet sich gegenwärtig in einer Lüge, die weder drohend, noch kritisch, sondern einfach schwierig ist. Es hofft aber auf die Zukunft, und diese Hoffnung ist durch die oben erwähnten Ziffern gerechtfertigt. Frankreich-ist sicher, daß es durch die Arbeit seiner Industriellen, Kaufleute, Arbeiter und Landwirte seine gegenwärtigen Schwierigkeiten überwinden wird. (Lebhafter Beifall auf allen Bänken.) Ielegiertentag des jüdischen Hoch- . Sie RMmtMms/ Die neuen Lorschläge Deutschlands. Berlin, 14. November. (Wolff.) Fa der neuen Note der Reichsvegierung an die Reparationskommiflion heißt e§:^Die deutsche Regierung erkläre, eine endgültige Sta- Wifieruug sei erst nach Regelung der Repara- 1 o n s s.r age möglich. Für die vorläufige Stützungsaktion, die unter Mitwirkung des Auslandes erfolgen kön-ne i und für welche die Deutsche Reichsbank 500 Millionen Gold- I zur Verfügung stelle, sei es notwendig, baß Deutsch- > land für drei bis vier Jahre von allen Bar- und Sachleist-rmgen aus dem Versailler Vertrag befreit werde,, mit Ausnahme der Sachlieftrungen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, und daß Deutschland von den ausländischen Banken einen gesicherten Kredit von mindestens 500 Millionen Goldnmrk erhalte, für die das Reich Sichev- 'heiten stelle. Diese Mittel würden von einer unabhängigen Stelle dertoaltet werden, die aus den Vertretern der ausländischen ^Geldgeber, der Reichsbank und der ReichsfinanzverwaltuUg bestünde und den Kurs der Reichsmark zu vegulieren suchen toürde. Später könne die Reichsregierung eine innere Goldanleihe und auch ausländische Anleihen, wem möglich, aufnohMen und sie würde die Hälfte der inneren Anleihe und den ganzen Betrag der äußeren AMeKe zu Bar- und Sachleistungen aus dem Versailler Vertrag verwenden. Dadurch würde Deutschland das Gleichgewicht in seinem .Haushalt Herstellen, dem Anwachsen der schwebenden Schuld aus Weichen und bi<! Diskon tierung der Schcktzanweffungen bei der Reichsbank m absehbarer Zeit einstellen können. Die Ursachen der Inflation freien damit fort. Deutschland werde ferner durch innere Reformen die Ausgaben einschränken und die Einnahmen erhöhen, die Produktion steigern und einen Ausgleich der Handelsbilanz hevbeiführen. Unter Festhalkrng des Achtstundentages als Nornralarbeitstages werde sie eine Neuregelung des ArbeitszeiLrechtes einführen und bfe. Zwangswirtschaft für Brotgetreide Äbbauen. Die ausländischen Staaten müßten bei Besserung der Mark die durch den Niedergang der Hark veranlaßen Einfuthobeschränkungen für deutsche Waren aufheben, Deutschland wirtschaftspolitische Gleichberechtigung einräu- „ v ,■ - . ■.■■■ <,. wen und die Unabhängigkeit der deutschen Wlrtschaftsven Die Beziehungen zu den aWeMtschen Behörden waren waltung im besetzten Gebiete wiederherstellen. W abgelaufenen Jahre gut. Ein besonderes Augenmerk Zur Ausführung dieses Planes beantrage die deuthat^der.I. H. A: der Frage der aus Ungarn t^rtnebeney jche Regierung bei der Nevarationskomlnillion, die Ner- . jüdischen Kollegen gewidmet. Es war dus Bestveom der Am 1., 2. und 4. d. fand der Vierte ordentliche Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „I u d ä a" statt. Der HelLgiertentvg,^u dem 91 Delegierte aus Wien und Graz erschienen, wurde in Anwesenheit des Präses der israelitischen Kultusgemeinde,^ Prof. Dr. Pick, und des Hösrates Dir. Frankfurter, vom Obmann des Verbandes, Dr. Lauterpacht, eröffnet, der aus die Notwendigkeit hinwies, die bisher vorwiegend wirtschaftliche Tätigkeit des Verbandes auch in anderer Richtung auszubauen und die sich darbietettde Möglichkeit der Schaffung eines kulturellen und nationalen Zentrums der Wischen Studentenschaft entsprechend auszunützen. Dem Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Studienjahr 1922—23, welchen der Sekretär des Verbandes, Herr Ste inig, erstattete, ist zu entnehmen, daß die Exekutive im abgelausenen Jahre gute Arbeit geleistet.hat, und der großen Schwierigkeiten, welche die Vertretung von 6006 jüdischen Studenten bietet, Herr geworden ist. Vor allein wurde der Fortbestand der von der jüdischen Studentenschaff in Wien gegründeten und ausgebauteu Wirtschaftlicherr Institutionen gesichÄt. Die Mens a aeadentiea j ü da r ca, in der zurzeit zirka 1400 Studenten speisen, das Wirtschafts- und Fürsorgeamtdes I. H. A.» dem die Krankenfürsorge, der Jnskriptronsunb Darlehensfo^dS angegliedert sind, das Grinzinger Studentenheim, haben ihre Aufgabe vdÜkörHnen erfüllt. Diese Institutionen konnten dank der grHMigen tzörtzevurtz iMrch die gesamte jüdische OeMt» lichkeit des In- und Auslandes ihre Tätigkeit., in UnjM schmälertem Maße aüsübeN. Das. KUltuvamt des.J. H. A. hat durch die Schaffung der Büchetftet1e, durch Errichtung von Sprachku r s.e tt, durch Veranstaltung wiffeNschüftsichrr Vorträge, an denen Herr ProMor E i s l e r hervorragend Mittzewivkt hat, eine ersprießliche, abtretenden Exekutive, die jüdischen Kollegen aus Ungarn in den Gesamtverband organisatorisch einzufügen und ihnen durch Gewährrrng aller Vorteile, die der Verband bieten - kann, das Studium in Wien zu ermöglichen.' Diese mannigfaltigen Angaben konnte der Gesamwerband nur deshalb lösen, weil die gesamte jüdische SMdentenschaft Oesterreichs geschlossen in ibm organisiert war, und die Exekutive stets auf die Unterstützung der geeinten' Studentenschaft rechnen konnte. ' Den Hauptgegen^and der Beratungen - bildete dre Frage der^ Gründung eines Wel 1 verhau des der j-ü d i s ch e n S t u d e n t e n's ch a f t. Nach ernem von Dr. Lauterpacht erstatteten Referat und nach einer längeren Debatte, in welcher die verschiedenen Richtungen der Studentenschaft ihre Stellung zum Gelenken des Weltverbandes präzisierten, wurden die vom Referenten vorgelegten Thesen genehmigt, und ein mit der Aufgabe der Gründung des Weltverbaudes betrauter Ausschuß gewählt. Der Beschluß, betreffend dm zu gründenden Sürdentenweltverbaud besagt unter anderem: 1. Die beruflichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der jüdischen Studentenschaft erfordenr dringend — insbesondere mit. Rücksicht auf die Berhältniffe der Nachkriegszeit — die Gründung eines Weltverbandes, welcher, gestützt auf sämtliche Territorialverbände und auf sämtliche Richtungen innerhalb, der jüdi'chen Stttdenienschast, geeignet wäre, die genannten Interessen in jeder wirksamen Form lvahrzunehmen. 2. Da der zu'gründende We'ttverband auf freitvilliger Grundlage beruht, und da dementsprechend keine Gruppe und kein Land Verhalten werden kann, sich. an Aufgaben zu beteiligen, die in ausschließlichem Interesse einer Gruppe oder eines Landes liegtznX. ist es notwendig für den zu gründenden Weltverband, den Grundsatz des Minimalprogramms anzunehm-en und diesen Grundsatz sowohl programmatisch, wie Praktisch durchzusühren. 3. Bon der Erkenntnis ausgehend, daß die voWereiten* den Aufgaben zur Gründung eines solchen WrltverbaNdeL derjenigen Organisatwn zufallen, welche sich mit Rücksicht auf ihre geographische Lage, ihre numerflche Stärke und ihre, alle Gruppen umfassende Zusammensetzung, zur Initiative verpflichtet fühltbeschlicht der Jüdische Hochschulausschuß in Wien, als. Exekutive des Gesamtvev» Landes jüdischer Hochschüler OesterreiM „JüLEa", We ltkouferenz der jüdischen Stubep» tenschast einzuberufen. Das Refemt über den Weltverband fand in AWesettheit des von den Delegierten und Zuhörern herzlichst begrüßten Herrn Oberrabbiner Dr. CHajes statt, der in seiner Ansprache an die Führer der Wischen Studentenschaft die Auffordvnmg richtete, den Verband auch als Plattfottn zur ErMung kultureller Aufgaben dauernden Wertes cmszubauen. ' ' ' Der Delegierten tag faßte eine Reihe von Resolutionen, in tvelchen die jüdische Studentenschaft Oesterreichs ihren Dank denjenigen Jnstiwtionen ausspricht, die durch ihre finanzielle Hilfe die Erhaltung des Verbandes ermöglicht haben. Es seien hier insbesondere erwähnt: Die gemeinsame Organisation der Wischen Professoren Und Studenten der Vereinigten Staaten „Jntercollegiate Menorah Association", „The EngW Fund os Victims", die „Miance Jsvaelite Universelle". und die ,^8'nei B'rkth Loge" in Wien. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Haus Präses; Sch. A. Fleischer, 1. Vize-Präsrs; Zwi Zuckerberg, 2. Vize-Präses; Marek Glimrt, Wirtschaftsreferent; Pinbas Meyer, Men'areferent; Karl Guttvald, Bud-- gewefertznt; Sigmund Hirschhorn, Kassareftrent; Fritz Adler, Organisationsreferent; Pinkas Lindner, Kulturreserent; Miksa Salpeter, Kanzleireftrent; Max Schwarz» Barackenreferent; Isaak Günsburg, Emigration^ und Na- ' tionalfoildsveftrent. Stt rimMsGe MMtag. Der nächste ordentliche Parteitag der österreichisckM Zionisten findet in der Zeit vom 26. bis 27. d. in de« Ramntzn des Niederöstcrreichischen Gewerhevereins» 1. Bez., Eschenbachgasse 11, statt. &mt Beschluß des letzten Parteitages werden nur jene Delegierten zugelassen, die ihrer Pflicht für den K ere n H a j e fts o d n a ch gekommen sind. Die Bezirkss^ktionen, Ortsgruppen und Sonderverbände Werden äufgefordert. hierfür Sorge zu zionMcke« kondeslomitee. Jugendamt. Der Endtermin für tik Kartenverrechnung der zu» „ ften des Kablenb.'rgerdorfer-Heimes veranstalteten LheatervorfteÜung der Wunaer-Truphe läuft ' heute Ä» Sämtliche Gruppen wollen bis spätestens heute naLmitwsS die übernommenen Karten verrechnen.