Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1349 (12.11.1922)
- Date
- 1922-11-12
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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lütt'.l3f9 Men, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 12. November 1922 Seite 9 K,«»«rr«»»l»ses Angebot fm Wsrrxhau» V rkder S cki f f m « n n, Wien, II,, radokftrichL 48. ■ LtzMa«. pra WtUr . . . ... .K. 9.800 ftamtnltmdtn.. . . . , 848CO Fierea«tzEMöen... 49.M0 «»z»ß«dffe. rrfn Wallt, 140 3fm. br. . . . m 49,000 Ptt«A Sie,<n«»«1el ........ , H 161.000 Veivnre, Leinenweren. Teppiche, Strick* und Wirkwaren zu de- -«utend ermlszizirn Greisen. □ Ci« «amzes sr«e» Bettzeug für 2 Betten auareicfiend. . . . 194,900 G. m Prima Quam«! 99 Zentimeler »reif . 276,000 » Cid ferßtges Veiaimch. Faraaiieri 2 Vieler lau,, 19» Zealimeier breit .... 39,000 » i« attbekaaate» Mareahau« Kart Avt b vi »» AAeu. tt.» vaßaUestratze 28 Nikchjt bem Praterilern, Stratzenbahnttaie 8» kst» 25» 24.1«. □ vereine, Borttikse ttttb Versammlungen. Aller »erren-Verband der jüdischen Leie- und Vedeholie. Zn'ammtnkunst Maniaß, den 19. d.» 8 vtzr abends. im Lass Museum, I.. Friedrichsttra.e 6. — GeteiischaftderFreunde. Technisch« Fachschule. IV., Karlsplatz 18. ßßrtaal NI. 2. Las links, morsen, ( Uhr obrnds, sprich' Professor Oliv E>mon über asperanio. - Ttzeologia. Verein jüdischerßochschüler in der israeliiisch-theoiosischen LeKran st a lt in Wien. 3* der letzen ordenttichea Valloersammluna Wurden di« folgenden Ke»ren in den Ausschutz ge. »Stzlt: Dr. Manfred Papa, Präsident; föf. Bwnjiein und Sä alom Lilienfeld. Vizeprbsidenlen; K. 3. Zimmels, Kassier: Venjamin Klar und. Loses Äatzrhasttg, Schrislsützrer. — G ele l l s ch a ft fär Sammlung und Konser« v i er ung vanAunsi-und dißorischen Denkmälern des Judentums. Jüdisches Mute um.) Monlag den 13. d., 7 Uhr abends, im Saale. IX., Unioersilätsslratze 4 (B'nai B'rtth-Bereinigun-en), Bortrag ll, Vorirag im Zyklus 1822/1923) des »enn Erw. Oberrad. vr. L. % Lhajes über: »Das Buch der Psalmen." — Zionistische Ardeitspartei Kitachduttz. Voriragsordnung: 18. d.: Aadler geldmann, V.zeprüstdent des Wood Leumi: Zur Araberfrage. 2. Dezember: Dr. S. Beineld: Die Arbeitsschule. S. Dezember: Adolf Böhm: S>ed- '.ungsformen in Palästina. 16. Dezember: Dr. N. Goldjttin: Vas Arbeilsrecht bei den Zud»n. 23. Dezember: Dr. I. Waldmann: Nationale Auivnomte in der Gcuuth. 90. Dezember; Aadler Feldmann: Abdouf»agen im Palöstina-Budget. O e st e r r e i ch i s ch e s Museum. Am Mittwoch den 15. d. sind die Sammlungen und die Bibliothek sowie die Vläseraussiellunr von S d,s i llyr geöffnet. Eintritt SVO K. Ilramia. Leute. '/>-Uhr (Trotzet Saal): Nestroy. */»S Ilhr kleiner Saal): Fachlehrer Josef Drustmann: Vas Salzkammergut. I. Teil: Von der Eherney Mark zum Dachstein. %5 Ühr (Alemer Saal): Opernfragniente, V. Margarete. 5 Uhr (Trotzet Saal»: Än«r Freund, der Kund, vlarionetteakrirg. lL6 Ilhr (Kurssaal): Dr. Werner Riemer- ^ch m i d: Vorlesung Oskar Wilde. 5 Uhr (Klubsaal): vr. Franz R e b i c z e k : Erzene Dichtungen. 7,8 Ilhr (Großer pflQl): Aus der Glanzzeit der heileren Wiener.Musik. 7,8 Uhr Kleiner Saal): Biedermeier-Quartett. Vs8 Uhr (Aurssaal): Dr. Gustav K a r t e r - Die chronische Veisiapnmg und Darmjchwache. 7,8 Uhr (Kiub'aal): Dar delrtsche Lred der letzten »undert Jahre, HI. — Morgen, V-3 Uhr (Groher Saal): vchÜleroortrag: Die Nibclungensage. .Eine Wanderung durch das schöne Lnnslai. 5 Uhr sGrotzer Saal): Wild-ckfritia. V,6 Uhr Kleiner Saa): Prof. Dr. Oswald R o s s r; Kauplsijnden der arztehung. I V*0 »dr (Kursxial): Kochschulpro. Dr. Otto porsch: Das Beftäudiingsleben der Alnmen. 111. 6 Uhr lÄUblaul): Prof. Dr. Walter N e u w i r t i): Dm Frau' m den Motiven Ibsens und Dtrindbergs, Ul. V,8 Uhr ^Großer Saal): Mandolinen-Orch^er-Konzert. '/r8 Uhr (Klemer Saal): dlleifter der veiiezianischen Atalerei, I. Abt. tt. Unio.-Pros. Vr. Ke» mann Julius Ke r mann: - Andrea Mantegna. /,8 Uhr (Kurssoal-: Pros. Dr. Wilhelm Schmidt: Die ttnba-e der menschlichen Geseli^haft, I V. V,8 Uhr (Älubsaal) : Kochchulprof. Dr. Äans Frisch: Die Pouttk im Wandel der Jahrhunderts U. Z w e i z st e l! e W »r d e n. IV.. M i t 1 e r st e t g iS. »enk, S Uhr: Durch de» West-Sudan. V*6 Ugr: Johann ö rauh. 8 Uhr: Uns« Aioenveik und seine Lieder. — Mprae», l/a6 Uit: Der Kampf mit dem Berge, l. Ln Sturm rmd Ms. ° Uhr: Der Wiener Watzer. Ernährung. Ae LebsnsmitteimSrNe. Starke Zufuhren — leichte Preisritckgänge. Die Lebensmittel Märkte waren gestem besonder-, reichlich beschickf. Auf dem Naschmarkt allein waren über 190.000 Kilogramm Tör'nerwaren, an Lartosteln fast e>ne vterl«! Million Kilogramm vorrätig. Die Nachfrage war, wie gewöhnlich am Samttag, lebhatter, die Preise find für »ah! und Spinat um eine Kleinigkeit ziltäckaegangea. Auch die Aepsehusuhren sind anhaltend günstig, ebenso find Birnen und Nüsse stark verirrten. Gegenüber dem Mangel an Eiern, der sich noch vor kurzem zeigte, waren gekrn die Zufuhren günstig ausgefallen. Exportware ist mit 2400 K. pro SNlck, Bauernware mit 2600 hir L80V K. ovaeschrteSen. Aber selbst bei diesem ermiihtglen Drei e ist der Avlak nur fehl gering. Etwas bester >st die Nachfrage nach Butler trotz des hohen Preises von 58.000 dis 68.000 K. pro Kilogramm. Mit fi>letsch rller Art waren so«»hl die Trotzmarkthalle al» auch die übrigen Müikke überr-tch ich »er orgt. Dir Nachfrage war besonders nach den billigeren Carlen f tzr lebhaft' Ekorke Anstellungen konnte man bei den Verbautstönden beobachten. bet denen Schmalz um 97.t00 »eselchter Speck um 20.000 K. Und geräuchertes Vindfle sch zu 20.00OK. verkauft wutdie. 5m Vergleich zum letzlen Samstag hat sich Aindstet ch um 1000 Kalvstelsch und Schweinefleisch um WM bis 9000 Ä. pro Kilogramm im Preise ermäßigt. Der D et» pon Schmasz, der gestern »7.4U) K. betrug, hat ein« Er- MtziMg von SOO K. ptv Kilogramm ersahren. V In der Grvtzmarkthail^ galten im Detailhandel solaestde Mets« pro Kilogramm: Vordere» Vmdfleisch 14.000.28 OOO.K., yinleres 16.0o0M000 K., Braterfleisch 18.0(0/32.000 S.. vor« ttrev Kalbfleisch 21.000,*7,i/OO K., Hinterer 25.000,81.(0, K. ßchNikelfletsch 3l.( 00 44.000 K., Jungschweinernes 35.000 bla 40.000 K.. Sbaezogenes. 34 .,00,44 000 K.. Schaffleiscb vorderes 14.000,22.000 K. hint,res 17.0 0 24 OOuS..Rauchfleisch LK.OoO btr 46.000 K. Schmalz 27.000/28,000 K„ Speck Z5.90H40.000 SiUHv, >0^0.000 K. Geflllael., Wildbret- und. Fischmarkt waren iedr gut beschicht, die Nachfrage war lebhaft. Kaien kosteteien 50.000 bis 60 00 K.. Ka'eniunges 20.000/35.00 K. nw Stück. Seefische fanden zu unveränd-rten Preisen von 10.000/18.000 $. pro Äiloorantm flatten Absatz, ckän'e stellten sich gut 90.000 bis 45.000 A., Lnlen aus 2b: vco 40.0 0 »vhner aut 30.000 dir 44.0 0 K. pra Kslagramm. Die Nachfrage nach Teflüael ist tabr bescheiden, da ein» halbwegs schöne Gans aus ungefähr 200.000 Kranen zü stehen stammt Llteratm. Mitteilungen der Hakonh-SchnchseMn. Internationales Schachmaesterturnter in PMyan 1922, We,tz: P r z e p t 0 r k a-Schwarz: Mare 0. 1. 68-44 2. S?l-fS 3. c2“i4 4. e2—«6 b. S bt-cS 6. »2—»S , 7. 64X-8 8. V61v2 2. b k1X«4 10. 0-0 11. bS-r>4 «7—«6 S 1« - f6 c7-o6 67-45 Sb8-c« Lf8-e7 65Xc4 Le7X»0 »7—a6 0-0 Lc6-e7 12. T11—dl 18. Lc4—«2 14. L d—b2 15. Tal—41 16. Sc3—*4 17. S»4XI5 18 Lb2X<6 19. Dt2-c5 20. L ©2X81 Dd8-c7 b7-b5 . Lc8-b7 Ta8—c8 T18-48 Le7X<6 «7X16 T68Xdlf De7~e7 remis Wiener internationaler Schachköngretz. Der heutige Tag ist für die Schachkunst, vielleicht aber auch für diese verelendete StM von Bvdenmng. Für bre Schachkilnst, weil heute ein wochenlanges Ringen auf den 64 Feldern seinen. Anfang nimmt, ein Ringen, an dem sich fast alle großen Geister von Caissas Gnaden beteiligen werden und das eines der größten schachlichen Ereignstise aller Zeiten zu werden verspricht. Für diese Stadt, weil die großartige Veranstaltung hier überhaupt zustande kommen konnte, weil sich inmitten einer Sphäre von drückender Sorge des Mtags noch jener Idealismus fand, der allein imstande ist, Großes zu leisten und DauarUdcs zu schaffen. Die ungeheuren Opfer, die von jedem einzelnen, der an diesem großen Werke mitavbeitete, , gebracht wurden und gebracht werden mußten, urn -es §u ermöglichen, diese Opfer sind es,-die denr Wiener internationalen Schachkongreß seinen inneren Wert verleihen und dir ihm eine besondere Marke aufdrücken. Die Zahl der Teilnchmer an diesem Sckachkongreß ist un-« beschränkt. -Wir laden alle ein, die an die Macht des Geistes glauben und alle, die guten Willens sind. Die Namen der teilnehmenden Meister sind bekannt, wir wollen sie hier nicht noch einmal U'mnen. Sie sind aus aller Heroen Länder bm Rn.se gefolgt. . ' Andere Turniere mögen größeren materiellen Gewinn geboten haben, der moralische 'Getvimr^des Wiener Tumiers:ist unübertroffen. Ernst Wahle. Programm des SchachkongreffeS. Zur- Orientierung der auswärtigen Delegierten und Turnierterlnehmer gibt das Komitee folgendes bekannt: Sitz de§ Hauptkomitees (Kongveßleitung): Wiener Schachklub, t Bez., SHauflergasfe 2. Turnierlokale, Sekretariat, Preffekomitee: Messepalast, 7. Bez., MusMmstrahe 1. Bankkonto: Britifch-Oesterreichische Bank-A.-G., 1. Bez., Herrengaste -2.' Kongreßrestcmvant: H. Kirnberger, 7. Bez., Burggasse 2. Unterkunft: Hotel Hüller, 7. Bez., Bnrggasse 2; Pension Quistsana, 6. Bez., Wi-ndmühlgaffe 6. Kongrvßphotograph: Kalnran Friedmann, Atelier Amerling, 6. Bez., Amerlinggafse 1. Kongreßzeichner: Emmerich Göndör, Messepalast. Die feierliche Eröffnung deS Kongrestes wird Sonntag den 12. d„ 4 Uhr nachmittags, im Sitzungssaale der Wiener Mefse-A.-G.,Mestepalast, 1. Stock, staitfinden, die Funktionärs «erscheinen bevviits nm 8 Uhr. Insolge des', beschränkten Raumes haben nur Zutritt: die auswärtigen Delegierten, die Teilnehmer des Meister- und KongveßtuvnierS, das Hauptkomitoe, Ehrenkomite«, Delegierte deS Ocherveichffchen Schachverbandes, Delegierte der Schachvereine, die Presse urck geladene Gaste (Ghenkarten). Die Mitglieder des Ehrenkomitees, die noch keine Ehrenkarten erhielten, sowie die Funktionäre Der Presse werden gebeten, ihre Karten Sonntag vormittags von 10 bis 1 Uhr im Sekretariat des Kongresses (Massepalast) abholen^ zu lassen. Die Ännioldung sämtlicher Turnierterlnchmer e-rsolg» Sonntag vormittags, 11 Uhr, bei den Sekretären des Kongresses irn Sitzungssaals. Nichterscheinen von Teilnehmem des Kongreß- und Nebenturniers wird als Rücktritt betrachtet. ES wird gebeten, zur Kongreßeröffnung in dunkler Kleidung zu evscheknen. Montag-den 13. d., 2 Uhr nachmittags, beginnt das internatiormle Meisterturnier im Sitzungssaals der Messe, um 6' Uhr abends das' internationale Kongreßturnier wie auch Nebentuvniere im Parterre freS Mefsepalastes und in der Schachftktion Hakoah, Cafe Korb. Das internationale Da»nentmnier und die Schach- Industrie-Ausstellung nehnren' erst in der zweiten Woche des Kongresses ihren Anfang. Der Kartenverkauf beginnt Montag den 13. d. mn halb 2 Uhr nachrrnttags Un Messepalast. Zuschriften an Ernst Wählt, H-, Obere Donaustratzr 67. RlmoN, hebräische Zeitschrift für Kunst und Literatur. Heft 1. Berlin 1922. Bor kurzer Zeit bildetesich in Berlin unter Leitung deS jüdischen Historikers Dr. L. Wischnitzer und der Schriftstellerin Rachel Wffchnitzer-Bernstein ein Verlag zur Herausgabe von Werken aus den Gebieten der Aeftbetik, Kunstgeschichte und dergleichen in hebräischer Sprache. Es wurde sofort an die Herausgabe einer periodischen Kun st Zeitschrift in hebräischer Sprache unter dem Titel „R m 0 n" und m indischer Sprache unter dem Titel „Milgroim" geschritten. Bor zirka drei Wochen erschien das erste Heft der hebräischen Zeitschrift, das über alle Erwartung gelungen ist. Die bisherige, nzoderne hebräische Literatur hat noch nicht die Herausgabe oiner, so künstlerisch ugd ästhetisch ausgesMteten Zeitschrift zu verzeichnen. Der „Rimon" erinnert an die ersten Jahrgänge der deittsch-jüdischen Zeitschrift „Ost und West". Wenn er auch inhaltlich nichts Besonderes bietet, so hat der Jllustrationsteil des Heftes viel neues Material zur jüdischen Kunst zusammengebracht. Schon das Titelblatt wirkt faSzmiererrd auf den Leser und erinnert in seinen Farben stark an Elemente der remen Volkskunst. Die meisten Illustrationen sind alten Hagadähmrdschriften des dreizehnten und vierzehnten .Jahrhunderts entnommen. Außerdem enthüll das erste Heft vier künstlerisch ausgestattete Reproduktionen aus Ce^annes Werken, wie auch drei. Originalarbeiten des jungen jüdischen MalrrS Rhbak, sodann Reproduktionen von Rembrandt, L e w i t a n und eine schöne Vignette von Helena P i l i 10, wie auch ein Motiv von Rahel Wischnitzer. Bon den literarischen Arbeiten verdienen, besonderes Augenmerk der einleitende Artikel von Rachel Wischnitzer über die „Neue Kunst und wir". In diesem Artikel gibt die bereits aus ihren ftuheran kunstWorischen Arbeiten bekannte Schriftstellerin ihr künstlerisches Glaubensbekenntnis. Sie stellt einer objektiv-realistischen Kunst' bviirgen konnten. Ebenso fern standen die Juden dem Impressionismus, welchen sie als eine höhere Form des Realismus ansehen. Dagegen ist ihrer Meinung nach der Expressionismus der Eigenart des jüdischen Künstlers nahe. Me modernen Maler mit Rybak an der Spitze sind ihrer Meinung Mch die eigentlichen Vertreter der modernen jüdischen Kunst. , , Es folgt die Uebersetznna eines Artikels von Meier- Gräfe über Eezanne, an der besonders die technisch-ästhetische Ansdrncksweise in hebräischer Sprache hervorzuheben ist. Von literarischen Arbeiten sind zu verzeichnen kleine Gedichte von Katzenelson. Fichtmann. Goldenberg und Kopvelewicz wie auch eine längere Novelle von Jakob Steinberg, die künstlerischer Weise die trübe Stimmung der Einwohner in Poleszie. zum Ausdruck bringt. Von wissen- - schaftlichen Arbeiten sind besonders die Uebersetzung eines Abschnittes Ms der deutschen Arbeit des bekannten hebräischen Schriftstellers Berdiczewskt über den Zusammenhang zwischen Ethik und' Aesthetik zu erwähnen. Dr. E. Kaufmann bespricht eingehend den ersten Band des Svenglerschen Werkes: Der Untergang des MeMandes. Dr. Biber nnd der bebraische Litevarkntiker Friedmann bieten kleine Studien über Brandeis.und Korolestko. Besondere Erwähnung verdient noch die tief durchdachte Studie des fangen Schriftstellers. B 0 leslawski über Pinsker. Mit einem.Wort, das erste Heft des Rimon" bietet sowohl inhMich als auch künstlerisch in der jetzigen modernen hebräischen Literatur ein Novunr, das von jedem hebräischelr Leser mit beso:iderem Dank begrüßt werden wird. Es wäre nur, zu hoffen, daß der „Rimon" einen recht breiten Leserkreis gewinne, um den Fortbestand dieser eigenartigen Herausgabe zu sichern. ' —r. Wachsteln Bernhard Dr. Zur Bibliographie der Gedächtnis- und Trbnervorträge in der h bräischen Literatur. Wien, 1922. Verlag der BSbliothek der Israelitischen Kultnsgemsiwde. (23 und 71 S.) Die Not der Zeit, die dem lullurellen Leben hierznlaavde in allen Belangen unverkenM-ich ihre Spuren auifdrückt, bedeutet für das Gebiet der Mischen Wissenschaft rvachgevaide -die blanke UimwMchkeit literarischer Publizistik. Darum ist es ein Triumph heldenhaften Gelevrteninms, wenn ein Forscher trotz albedsm Mittel und Wege findet, die Unmöglichkeit zu k» siegen und allen Schwierigkellen zum Trotz seinen Dienst an der Wissenschaft auch in schwerster Zest zu versehen. Dean gelehrten BM-wchekar der Wiener jüdischen Gemeindebibliot-Hek, der satt laugenr die Absicht hegt, die reichen Bestände des von ihm geiieiteten Instituts bibliographisch zn bearbeiten und aus diese Wesse weiteren Kvessen zugänglich zu machen, ist dies dank/einem unermüdlichen Esser goAngen. Er reiht vorliegende Schrift, die Kvomnm seiner Bestrebnnaen. als dritte der „Beröffenttichung «ber Bibliothek der Isvae-litsschen Kultusgemeinde Wien" seinen bekannten nnd in Fcichkversen sehr geschätzten Katalogen der Salo Eohnschen Schcnlnnaen an und widmet sie beim Andenken des verdienten Dijevräsidenlen der Wiener Gemeinde, Dr. Loovoll) Kohn. Doch lassen wir den Verfasser die inieresfantie Entstchungsgeschichte dieser Pu>Mation selber erzählen. . . „Die allsten Mittel zu dieser Pu>b-likation gewann ich auZ «-dem Erlös von Büchern ans dem Nachlaß Dr. .Kahns, die mir seine Familie zu meiner fteien Vevfiigring gestellt hatte. Dieser hätte damals ftrr' die Bestvellnng der Kosten ansgeveicht. In der Zell «der Vorbereitung und Durchführung des Druckes erhöhten sich jedoch di« Ausgaben in einem solchen Waße.'-daß die urspriinalich berechnete Srrmme nicht einmal einen Bruü)- teil des Erforderlichen decken konnte. Dank denr Entgegeukonnnen der' BrbliothekSkonrmission und >de§ Vorstandes der Gemeinde konnte ich endlich durch Veräußerung von Dubletten aus den Beständen dsr Bibkiotbek die nötigen Mittel aufbringen. Von. dem Erfolge dieser Arbeit ist nun die Fortsetznuri »der BeröfseMichamgen abhängig, den« aus dem Erlös sollen di« Kosten der nächsten Arbeit, und von dem Erlös dieser dann die der weiter sollenden usw. beMllen werden." Diese Monographie über -di« Gedächtnis- und Trcmervorträge (Hespedim) in der hebräischen Literatur zeigt den vielseitigen Segen bibliographischer Arbeit. Sie komnü in diesen' Falb ebensowohl dem Hsstoriker, insonderheit dem Forscher bei Fmn'>liena!e!schichie wie dem Bücherfreunde und nicht zuletzt auch dem Homiletiker zugarte. Die Beschreibrrng der Hespedim bernü durchwegs auf Autopsie und sowohl diese wie die reichhaltiger wenn auch worikaraen, historische und literarische Daten behandelnden Flißnvten sind in hebräischer Sprache abgefaßt. Letzten dienen der oft nicht leichten Feststellung der behandelten Persönlichkeiten und des Wissenswerten, das diese betrifft, und w» es nottart, der Ergänzung und Richtigstellung der e mich lästiger Lrteratarr. Personenregsster. Ortsverzeichnisse. Zusammen, stellnngen nach besonderen Gesichtspiulkten, wie Hespedim an! l Märtyrer, und katastrophale Eveignisse, erleichtern dem Leie' Pie Auffindung deS jeweilig Gesuchten.- Möge der starke Erfolg, den diese Schrift in ihrem innere» Werte darstellt, auch ihrem äußern idealen Zweck, die Fori - se«una der „VevöffenbUchamgen" zu evmö'-'l.ich-n, vollauf de i schieden sein- Dr. Ni. Nosenseld.