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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-12 · Heft 1349 (12.11.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1349 (12.11.1922)
Date
1922-11-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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»r. 1349 Wien, Sonntag Wiener Morsenzertung. 12. Nichemhflk 1922 Eene t SMro«e ---- 1S.VV0 Vapiervo««. < Die Gefchaftsteitung der 0est«ne1chljch-uyßarischen Bank M. daß die «oldparttSt(UmrechnnugsverhSÜnis tttffend die Zyll-ahlu»ve, i» Sold) für die Periode vom ^S. d. bis IS. d. mit IlUlooS.jHßesetzlvochn'P. LKP«M iß mwertzchett sedliedm. > / ' f Vre Mmprü» «WMKMr. (t I« -iesen Doge«, ttt denen sich de« österreiMhe k«nenku«8 zn stabilisiere» und die Warenpreise zu sixieve» begmuen» ist es endlich auch möglich , geworden, M wevtvüllste Berschleißobjekt gewisier Politiker in Oesterreich, jene Ware, Mt der sie seit jeher die ergiebige & Geschäfte machen, genau ans seinen Ladenpreis zu ren. Er betrügt genau 800 -r sage uM schreibe achtdrrckert r~ dmtschösterveichische Kronen. Diese Taxierung fmttibe dadittch ermöglicht, daß sich Vie^„Deutschösterrsichische Tageszeitung^' eine kleine Ausgabe Leigelegt hat. Diese kostet nämlich' 890 Kronen, die große 800 "Kronen. Die Differenz von 500 Kronen darf also füglich als der Schätzungswert des Inhalts gebucht werden, um den die große Ausgabe.' reichet: ist, als die kleine. Der inhaltliche Unterschied zwischen dieser und jener ergibt sich aber dav» ms, daß'die kleine Ausgabe die Ereignisse als solche bloß vegistriert, während die große nicht ermangelt, die geheimnisvolle» Zusammenhänge zwischen allem Geschehen i» PoliÜk, Wiäschast, Literatur usw., aufzuspüren, und festzustellM, wer an allem schuld ist. Und dÄ ist natürlich wÄch teutscher SUtoim darf düran zweifeln- — nur darrr ^Üd'. Das großdeutsche Organ treibt also mit der Jlrdestfvage Preistreiberei. Es läßt die Volksgenossen, die für das Presieerzeugms der Herren Sestlak und Hart- »neier nur 800 Kronen zahlen wollen, blindlings in die Gefahr rcnncttl, die sie den zahlungskräftigeren oder bloß leichtsinnigeren,^ hie sich's um, einen halben Tausender mehr kosten lassen, unaufhörlich als die größte schildern, die für das deutsche Volt besteht: Die Judengefahr. Wir lasten die. Frage Merr, ob diese geschäftliche Manipulation mit einer Sache, hie zu den eminentesten. Lebensnotwendigkeiten der>Partei gehört, weil sie von nichts aMrern ibr Leben friste» Wnnte, im kaufmännischen Sinne stttr ist, und begnüge» Ms mit der für das Juden tmn schmeichelhaften FeststelWtzb).daß r die Beschäftigung mit diesem die- Creme der großWstcheft- Publizistik bildet, deren Weglassung den Wert der-!dÄrstchbölkischen Presse sofort um 62,ß. Prozent entwertet^ ' - ' i ' Man^vmeste daher den ungeherrerlicheu Gdod der Heuchelei,^ sich die „Deutschösterreichische Tageszeitung" leistet, wen» 'sie einer historischen Reminiszenz „Hundert Jahr- Antisemitismus in Wien", die Zeit vor dem „Unglücksjahr 1848". in der es hier nicht einmal Zweihundert geduldete Indens« milien gab, die „gute, alte" nennt, von der sie nur mit „ohnmächtigem-Neid'" Kunde gebe» chnne. Daß ,hie Wiener Großdeutschen bei der Vorstellung eines Wien ohne Inden O h n m a chtsa n fälle bekommen könne», beweist uns schon die. oben (^schilderte Preispolitik der >,Deutschosterreichischen- TageszeiNrng", für die sich unzählige Analogien aus allen Gebieten des polititstchen Lehens im Lichte der „völkischen Belange" finden ließen. Daß aber ausgerechnet N e i d die llrfachc dieser Ohmnacht sein soll, ist eitle starke Behauptung — es müßte denn bh New gegenüber Politikern itnb Parteien sein, die im öffentlichen Leben Oesterreichs und irr der Geschichte des deutschen Volkes Bedentrurg erlangen konnten, ohne hiezu die- Aufwühlung der niedrigsten Masse n i rr stinki e nötig gehabt zu haben. Ae unseres Blattes Litten wir um Bekanntgabe von- Adressen, an die wir Probenammem der „Wr. Horgenzeittmg“ mit Aussicht auf Erfolg senden kttmen. m!» «» j-udiz für die.im 'Laufe , der Verhandlungen etwa zu vereinbarenden Novernberbezüge — in der Höhe des halben OktobeÄMgos am 15. d. zur Auszchkmg zu bringen. Mestmog der mmäuischm SlaatrimgehSrigen. Der rumänische Miktärattache ür Wim erläßt die folgende Kundmachung: Zum Zwecke der obligaten Statistik, die jedes Jahr vorgenommen wird,^ werken hiermit alle' rumänischen Staatsangehörigen / ist Oesterreich, die cmr 31. Dezember 1922 das i Mer von IS, 20 und 21 Jahren erreichen werden, sowie alle diejenigen, die Ms verschiedenen Gründen ihre mil^- tärische Pflicht mcht erfüllt haben (Aufschub wegen Körperschwäche, während der Assentierung Abwesende usw:), in Kenntnis gesetzt, daß sie verpflichtet sind, sich bei dom rumänischen Militärattache, Wien, 1. Bez., Hofburg, bis spätestens 18. d. zu melden. Diese Anmeldung kann durch eine schriftliche Mitteilung geschehen, - in der anzugeben stt: Name »md Vorname, die Geburtsdaten (Tag, Monat, Jahr), Bildungsstufe, Beschäftigung, Personsbeschreibung, genaue Adresse des Betretenden sowie seüner Eltern. Keine Rennen in relttfchlmd. Me die Berliner Blätter melden, haben die obersten Behörden für Vollblutzucht und Rennen beschlossen, im Jahre 1923 keine Rennen im'R-eiche abzuhalten. Die BeMner.Remweveme würden versuche», ihren Willen aufs äußerste anzuspanmesr,^ rmr de» Rennställen m der Hauptstadt wenigstens emigemnaßen lohuende Mnnpieiseauszusetzen. Die AnsftlHr von dmtschenMechen hat in den letzte» Wochen m erschreckntder Weife MeW8 genommen Lohnverhandlungen in der Wiener Metallindustrie. Der „Wiener I ndustriellenverband" tM mit: Me 'BechaMungen über den vorn Wiener Jnbnstr iefleitverband' fiir die" Wiener Metall t n d nstrie verlangten' durchschnittlich LOProzenvigen Lohnabbau konnteir InHer nicht abgeschlossen werden. Mit der Gewerkschaft wurde jedoch vereinbart, die Vevhandkmgen am 15. d. wieder anfztmehinen und bis längstens 17. d. zn beenden. - Aus tÄmnd der Zusichevmrg dieses vechtzeitigen Abschlusses der^ Berhandütngen eitnpfvelhlt der Wiener Jlwuftrielleirvevbqnd über Beschluß seiner Delegierten-Versaunnlnng seinen'RtitWieidern ^der Metallindnstrie, Mchnials arn 17. Ä., 'beznchnllgs'weise 18. d. d i e b i s h e r i ge n L ö h n e anszrlzahlen^ Sollte wider Evtvarten bis 17. d. eine kollektive Ztogvllmg nicht zilstanlde komnreir, wird — in Anbetracht des - kolsektivvertragssosen Zustandes -der Wiener Zttdustriellenverbandes seine Mitglieder am 18. d. verständigen. in', welcher- Art die AnsMüma vom 24. bezw. 35. an durchMMen ist. -- Auch die.-Vevhaud5u.ngen mit >den Organisationen der Judustr,ikangesteKlte u wegen Erneuerung der- AlMsteKteWMtwverträge' konnten bisher noch nicht zum Abschluß tzvMWwerden und es herrscht nach wie vor auch bei dest '-Wrgestellten der Wierrer MetaUndrAtrie und' ewigen anderen^ JndustriegruPPen der kolleUivvertvagslose Zustand. Der Wiwwr J.MvstriellettvevblMd> empfiehlt jenen Mitgliedertt,Kollektivverträgc abgelMisen sind, die in den meisM Mtvroben ^öreinbaM' 'o^Mlichs/MK-. nronatlichc ^HHÄug ün Monat November -ohne.Hm- MMTMs * Lrauung. 2m Tempel in -er Seiienstettengaffe findet heute um V«3 llhk nachmitwgr die Trauung -es Fräuleins Grtte K r a l5s z, Tochter der Nedaffteurs der .Wiener MorgenzeitunA- Lerrn Jakob Krausz. mit dem Bankbeamte» Äerrn Eron Pollock, stall. r . * „Revolutionsfeier." Geistern' albeuds wurde anläßlich des bevorstehenden NabiEalfoiertaigLs .zu Ehren, der Spitzen der -RegieMng urrd Behörden von AMitavm^iAapellen Siandchm vor, den em^elnen Gebäuden dargebmcht. Jn der Zeit von 6 vi4 7 Uhr duirchzogen ' die' BVWdvtEschmusrk 1 die Retzi- MchUtSnmsiken der JufEdeMEeigimender^ 4 und-5 die Straßen und unter gwßer Ausarmnlmrg von PMilkusn'postivertM sie 'sich oinzeln Var den v^chöedenM^^ und zwar am Ballhaus-Platz, dem -Sitze des Bundespräsiderrten Doktor' Hmnisch, vor dem Parlamente, dmi Sitze der drei Prästdent-e« des Nationallrates, W-ersHirchner, Svrtz und Dr. DrtvHofer sowie des Präsidrn'wn des' Bundesvcvties, Var dam Rächaulse zu G^ven ides Mirgevnwisteirs und LaudeHMptimannes der 0tÄ. Wien, und vor Wn BwndesuWisichÄum für Heevwn'en,. um ihve Stäirochen darzubvingen. Mit klMgeardeur Spiel rückten sie.dann in, ihre Kasernen ein. Die für heute angesetzt« Pavade der Wiener GaWilsM findet bei RegeuwEer nicht'staibt. —''.In' särntlichen städtischen Bolks- und BÜDgeTschiuLen Wiens wurde Mtorn vormittags der Gedchtktag der Errichtung der Re-- V^u b lÄ Oesterreichs in festlicher Weise bogangM. Die SchrMnder. erschienen im Meirtagsigewaud in chven Schnlgebäudon. Cinge'licitot wn-vde die Mrisr überall rwit Festansprachen von febtett der Lehrer- und Klassenvorstänide, im wÄcher die Fchtwdner die Bedentmrg des Tages beleuchteten. Sodann trugen SchuMnidsr Festgedichte, vor, worauf die Fever mit' 'der Wsingung von Lieder«, ihren Abschluß fand. * Eine.Aktion der Gewerbetreibend«» um Freigabe zweier goldener Sonntage. Wie'wir erfahren, wird seitens der Gewerbetreibenden anläßlichder bevorste'hen'den Wechna'chtsfeiertage eine Aktion eingelestet, um bei den kompetenten Fcü-. town dp Freigabe zweier goldener. Sonlttage zu erlangen. Da die derzeitige KoninrÄtur für ,unsere G«-iverbetreibenden eine äußerst triste ist, sä hofft sich die Geschäftswelt durch Bewilligung zweier Sonntage vor d«n Christfest einen kleinen Ersatz ^finden. Seitens, der gewerMcheu Körperschaften 'werden die . notwendigen Schritte zur Freigabe der VerkaussstuNden au Izwei.'Sonutage-rr, und .'zwar Sönniag 'den--17. DeMcher und Sonntag den-24. DeMcher, dein Heilige»-Abends vvrlalvgt:' * Einstellung des Flngpostdienstes. Im der Zeit von». 16. d. bis 46. Febrrmr 1923 unterbleibt der Flugverkehr zwischen Paris, Prag. Warschau, Wien,- Budapest, Bukarests und Konstant'Mopöl. Infolgedessen wird auch der. gesamte Flngpostdmrft in Oesterreich fiir diese Zeit eingestellt.- 'Letzter Flug in Rich-> wng Budapest, Bukarest, Konstant'mopel heute, in der Richtung Prag, Warschau, Paris am Io. d. Ein Gedenlkalender im Leopoldstädter Tempel. Zur -ErinM.r«'ng 'an dem äm '17. August' 1917 a^rsgcbrochenen Brand --Leopoldstädter Ge»neirchetvnrpe-l und die anr 1. Oktober 1921 erfolgte'Vieneinwöthnng' des Ternyels hat Herr- Inspektor Mar Schwager einen sinnveichen Gedeirkkalender, -der Tag, Monat, Sidra und Hastom verzeichnet/-gewidyret. Der kürzlich seiirer -Bestimrnllng übergelben« Gedenkkal-euder ist eine -kiutstvolle Hmwschmtzarbsit des Kunsttischlers.E. König. * Sitzungen im Rathause. In der komnrenden Woche f'indenim Rachcmse folgende Sitzungen statt:<Mvntag .den 13. d. mn ll Uhr: Stadttsenat als Lcnchesvegierang; Dienstag Den 14.. d., 10 Uhr: Stadtsenat;. Dionstag nachmittags 4 Uhr: Landtag, damt GeErtderat; ' Freitag den 17. d.. .4 Uhr: Gemeindsrat. - . ® Von vier Zügen überfahren. Anr 7. d. abends gegen drmVierM 8 Uhr wurde auf vor Strecke Nauilenghacki—-Watzkesdorf im^ GemeiindeHvbieie -die. Leiche eines um-, bejbmntm Mannes, der.von einem Schnellzug übws-ahrerr und worden ist^ awfgesimden'. Da über den Wanm vier Züge gegangen such, war der Tote ganz unkrnntlich und ver- )t. Er hatte dunkÄbrvimes Haar.'SM'Älter war zwischen 25 und 40 Jahren. Bekleidet wa« er mM dunkvMauMl, grün aestveisienr U-wsrrvck mit drei großen Bemkmöpfen^ Ausfeeckut, weißem Leinen» und Trikothemd, .weißer B-archmtuniterhose, mMren Wollsocken, bvcmMm Hcmvschuhen, schwarzen Schnürschuhen. Er hatte eine sünssächevige Brieftasche mit 3600 Kronen, einem , Dgschenfcchrpl'a.n, zwei Briefpapiere, ein Kuwert, zwei ungemarkte Taschentücher, «me Double-U!hrkvtte und-eine Fahrüwte vorn 7. d. für die^ Strecke- Wien—Nmilengdachheü sich. * «edrMsche Schule -er Bezirke XII/XV. In die Kurse sü» Anfitnger und Dor,escdrittene (Jugendliche und Erwachsene) werden »och EinschretdungM tzir 15. d. entgegengrnommrn. Täglich von 6 bis 7 Uhr abends. Sonntag von 9 bis 12 Uhr vormmags; XV., Kerklohgaij« 2l/l. *- A«skH«jße Ader Freunöe und D«r»a»-te iw Amerik«. Die Wh »t»Star- Line teilt uns mit, traft §e allen Perfööen/ dis Auskunft über ihre ln Amerika iedendew reund« und Verwandten wünschen oder deren Adresse zur Er-i kwiung von Geldsrnduneen ermitteln möchten, dies k 0 st t n-i l p 5 durchführt. Interessenten müßten sich zwecks Dübrinqnogi von Anhaltspunkten im Bureau der White Star-Linie, Wim, 4. Bez,. Wiedner Eiiitel 8. p e r f d n li.ch emjiHften. Wetterbericht. In Oesterreich hat es sich größtenteils: Msgeheitert. Bei uoMvestlichem Winderc ist die Temperatur^ etwas gesunken. .Mitteleuropa ist von hpl>eitt > Lustdmck bedeckt, so. daß einige trockene, morgens neibelige Tage zu erwarten sind. Doraussage: Vielfach Morgennebel, tagsüber Sonne t>urcli=' brechend, trocken, etwas kälter, nach" klarer Nacht Morgcnfrost. Die in den nachfolgenden Nubrillen miii o bezeichnete» Notizen und Ariistri sind enttzeNkicho AnKünöüsnnge» (8 28 -es Pretzgefetzes). * Warenbrach. Etaminstores mit Einsätzen und Motiven 58.000- K., EtaminKiinstlervorhänge 68.000 Etanündoppeldrcken mit Ansätzen und Motiven 1Z8.000 'ä, Madrasvoihäns« durchgewebt 148.000 Ä.-, Steppdecken qufc Füllung 158.000 K., Steppdecken Qcblumi 208.. 00 K., PiüichliMecken olle Farben 1tz6.(X V K., Ueberivürie, Gvbttins 165/Z0V 258.000. Ä. Detailveckaus zu Sngro--Preisen im Vvrhangspezialhans. VI, Oumpendorstrsiraße 38. 0 Diese WW spreche« Kr sich! K. 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