Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1348 (11.11.1922)
- Date
- 1922-11-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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' ■ ' .V V v \. XW”-' mr«w ty&r'b'w# -v y-fyjrr» nwy V r ‘ (J-Y"-:'"'* ,1 - 's ' ' Men, Samstag SMchner Morgenzettung. M. 1848 it. Novemver 1922 Mtte.r' von iIdlokdrlsi blt nn Mistel Geilt , Wien,II.KI. Telephon 4l3»i»4lO Set RoheWreis für Merl Knftein. -Z: Die schwedische Mademie der Wisienschaften Hai beschlossen, Professor Albert Einstein den Nobel-Preis für 1921 für Pch y s ik wegen seiner Arbeiten auf dem Gebiete dextheovetischm Physik, rünnentlich seiner Entdeckung des Gesetzes der photo-elektrischen Wirkung, Mvwleihen. Die.Auszeichnung Einsteins ist eine scharfe Stellungnahme der vorurteilsfreien Wissenschaft gegen die im Zeichen des Hakenkreuzes einhergehenden Beschimpfungen des Forschers imDentschland. Es ist auch von seiten der Gelehrten in Doütschland eine niederträchtige Hetze betrieben worden/die weniger von einer sachlichen Beurteilung seiner Relativitätstheorie als vielmehr von, seiner nationalen Zugehörigkeit ansging. Einstein bekennt sich als, Zionist und Hai es wiederholt als sehnlichen Wunsch ansApvochen, au der Mischen Hochschule m Jerusckwm lehren zu können. Im Vorjahre 'weilte er gemeinsam mit W< i z m a n n, Üssis ch-kin und Schemarjahu L e w i n 'in A m erika, um dort durch seine Persönlichkeit für den Palastina- Aufbaufonlds znwirken. Seine Vorträge inLondon und in Paris trugen mehr -als das «Mutsche Geheul seiner neidischen KonNrventen zur Wiederherstellung der Jnternattonalität in der Wissenschaft bei. Auch in Prag und Wien erschien er am Vortragstisch, um die Resultate seiner Forschung selLstdor einer größeren Zuhörerschaft zu erklären. J'n den letzten Kit hat er sich entschlossen, seine akademische Tätigkeit in Berlin »bzubrechen. Er ist von der japanischen Regierung eingeladen worden, au den Universitäten vorr Tokio Und Osaka zu losen und hat diesen Ruf angenommen.' Auf der Rückreise will er Palästina, das Land seiner Sehnsucht, besuchen. — Die beste Darstellung Einsteins als Gelehrten und Menschen hat Alexander Moszkowskr in seinem. Buch; ,Mnst-ein" geliefert. Londonj» 1V November. Das Rvntersche Birvean meldet aus Hongkong, daß Professor Einstein dort erngetroffen ist und feine . Reise nach Japan sortfetzen wird. Die übrige« TrLg« des N«chel-Preises. Stockholm, 10. November. Der Nobel-Pwis für Physik fiir das Jahr 1922 wurde. Niels Bohr (Kopenhagen), der Preis für Chemie für das Jahr 1921 Fredsrrk S o d d y, (Oxford) und der Chemiepreis für 1922 Francis WAiam Aston (Cambridge) zuerkannt. De« Preis für Literatur erhielt der spanische Dramatiker Jacinto Benabeute.'. Meaer Semeinderat. (Sitzung am 10. November.) Pom Aktienbesitz -er Gemeinde. Dic^Gömewide Wien .ist bekanntlich Teilnchnverm an großen indUMellen lUUorttehnnmgen deidurch geworden, daß ^ie Mwnl igroßen Teil der Aktien zum jetverligen Emissionstvert erworben hat. Diese Transaktionen Konmulme wurden vielfach — ob itzit Recht oder Unrecht sott hier nicht erörtert meiden -— als „Sozia li jHenlUgsPläne" bezeichnet. Von mancher Seite wWven diese Akdionen der Gemomde sogar als einfache ,/6-örseiMschafte" registriert. Anläßlich' zweier Mrträye, die in der gestrigen Sitzung vom Finanzvefereirten Breitner vertreten wrrrden, mW' einerseits die Ausübung des normalen Bezugsrechtes aMßiich der ÄttienkapttÄsexhöhurzg dm „Semperit", Oefterveichisch-M«.rikauische Gummiwerke A. G., aniderevsetts die Ausübung des awrmcckech Bchugsrechtes anläßlich der Kapitalsechöhung der Maschinen- und Woggorrbou-Fabriks A. G. in Simmering zmn Gegenständehatten, und wobei es sich um den Verkauf der jungen Aktion handelt, wies Stadtrat'Dreitnor darauf hin, daß die ovstsyen 2W) Stück Aktien dem Wiener Bankbevem zum Verkaufe-MM bestnwglichsten Kurse übergeben werden sollen. Die letzteren sollell zum Kurse von 143.M) K. verbaust werden. Der Grundgedanke der beiden Gogeuftänlde sei der gleiche. Die Gemeinde" {£-Wer nicht in der Lage, ihren Wienbesitz zu vermehren. Mrs dvcher Tva-nsaktton toerden sich für die GemeiM (p,- - Gewinn einige hundert MMone« Kronen «rgöbey. Mt diesem. Bevkäufe -.fei. 'rächt/ GründsLiMcheS ausgesprochen, sofern es iverde den geärrderten finanzielle» Bechättnisien Rechrmnig ge-tragen. Durchdie DeningerMg des Fremdenverkehres erleide die Gemeinde emen bedeutenden SteuerNNtfall "und ien Iuge' bvs 'Sametungsprograumles' der Regiovimg müsse noch - urtt weiteren starken EinschrÄchmgerr gerechue-t worden. So wünschenswert es wäre, daß >der Mnsluß der Gemeinde auf die gMßen .UnteEhnmlMN m Gebiete der Stadt Wien ausgedehnt werde, so unmöglich fei dies bei den gegeuwärtigeu sinanziellen Berhätlmssen. O Diches. Bekermtms - Bvoitnors zum Schlusie seiner'Ausführungen löste eine große Debatte aus, M der sich -der chriistlichsoziale Z immerl, der deutschnattorvale Ernt ner und D.L Schwarz-Hiltler belMiglen. G..R. AMmrorl sagt- Sie begründen-den Verbauf dieser' Aktien mit den vervinigorteu Stsuevemgängen. Wir^ haben schon früher darauf quifmov^am gemacht, daß Sie sotche Wisn mcht kaufen sollen, Werl sie twS Gold ainmal brauchen werden. Heute aber wollen Sie die Gewinne vealifveren und sind dadrrrch zu Spekula ate n gowoüden. De« Gemeinde ist beveiits der Atem ausgegangen und'es ist nicht, richtig, daß allem durch den .geviugeren Fremdenverkehr die Steuern austzleibeu. Wir' begwifen die Grüride, die Sie zum Verkauf dtssvc Aktien vevanlasien. Im Rathause wird man fester aus die 5kro«e. Es scheint also doch, daß das Scm-ierungsprogvamm Dr. Seipels <mf die Gemeinde eine gute'WrrÄmg ausnbt, dem: Sie ivevden m einigen Tagen den Straßenbahnsahvpreis ermäßigen und' haben auch, bsvsiis die Ms-, juck). Stvomproife 'Äwas der-, billigt. Mr wußten nie, was Sve. mit Wen Mbienkänfe» .boabfichtigt haben. Nun verkaklsen Sie die Aktien, treiben also Börfenfpeckuckation und begeben sich durch den Verkauf natürlich auch jeder Einflußnahme auf diose' Unieruchwungen. Wir habe» weder für den Ankauf eine VeraMvovtu-ng übernommen und übernehmen auch für den Verkauf von Aktien keinerlei Ve-mnttooDtung. G. R. Erntner wendet sich scharf gegen die Aktivnevwwbungen. Dr. Schwärz-Hitter polemisiert gegen die Finanzgebavung der Gemeinde und!-sagt, Ms' heutige Referat zeige, daß man eben Prinzipien nicht für-die Ewigkeit aufstestk» könne; es, zsige auch, daß die Grurche, 'die früher für die Mknevwerlhimaen. ongegchen' wuvhen, nicht stichhältig waren. . Hierauf wies Sadtrat VrertE alle Emwände zurück, die VovIaM' wurde sodann nrit den Stinvnen der Mehrheit Mg^ nommen. Hiermit. war das Interesse au der gestrigen Sitzurig e^chöpfi und nach ErilMgrmg e-iües mmder wichtigen Referates wurde sie geschlossen. Irr neue StraßelltaMurs. Nur um 1VV Krone« billiger. Das große Geheimnis, in das sich die städtische Straßen- , Sahnunternehmung seit Wochen gehüllt hat, ist nun gelüftet. Die „Erstellungen" und,Berechnungen" sind ,-fertiggestellt^ mid auf Grund all dieser erhvbemn Tatsachen wird der Straßenbahntavif a d S o n n t a g d e n 19. d. sage und schreibe um 199 Kronen billiger. Dabei ist zu bemerken, daß die Z e i tu n d N etzkarten van dieser ,Begünstigung" ausgeschlosien sind. Wahrlich, diese Bagatelle von 100 K. ivar das große Ratseispiel, welches der zu evtvavtende neue Tarif seit Wochen mrsgÄöst hat, nicht wert. Altch W hier gleich angemerkt werden, daß die BevoAevung durch das souveräne Stillschweigen der maßgebendest Faktoren in dieser Fvage, beziehungsweise dadurch, daß auf Nachrichten, die, allerdings inoffiziell, in der Bevölkerung verbreitet stunden, ebenso souverän von diesen Stellen nicht reagiert' wurde, sehr enttäuischt worden ist. Bor Wochen schon hieß es, daß der Tarif um 300 K. heralbgvmrndert werde, um einen Betrag, der gewiß nicht nennenAwert ist, ccker inrmerhin, er konnte als' Maßstab für eine nahe ZuÄmft gelten. Wir sind also wieder vertröstet Mit dem Abbast des ^tvaßenbahntaM, Ms — der Judex eine größere Senkung erfahren HM« wird, als es bisher der Fall ist. Tenn aus der Senkung der Indexziffer beruht die Heraibsetznn-g des Straßerchcchntariss, wie uns die Herren im Rathaus versichern. Die Senkung der Indexziffer im Monat Oktober betvrkg 8 Prrtzent, durch welche sich die Pevsonalloften der Straßenbahn^ die den Hauptteil der Betrwbskosttzn ausmachen, usn rund 23 Milliarden, auf das Jahr gevechn-et, vermindern. Derwewe Tarif ist also aus der Grundlage einer Verbilligung der Gesamtkosten' unr 23 Milliarden errechnet, wobei dev bei der Einführung des 1700-Aronen-Tarifs mibedeckt .gebliebe« Gebernngsabgang von jährlich 21,9 Milliarden auch weiterhin ck'ffe « bleibt. Die rrmützigte« Fcchchnife. Die geltenden Fahrpreise sollen folgendermaßen ermäßigt -vcrden: der Tagesfahrs ch ein von 1700 K. airs 1600 K.,inr Vorverkauf von 1600 K. auf 1500 K.» der Abendfahrschern von 2200 K. ans 2100Ä.,.der Frühfahrschein von 1100 K. auf 1000 K., der Hi«-- und Rückfahrschein von 24500 K. auf 2300 K., die Wo che nkarte von 11.500 K. auf 11.000 'K. Die übrige« Fahrkarten bleiben unverändert. Fm Durchschnitt betagt die-Hr m L ß i g u ng a l s o z e n t-. was denn BevhLltnis her Bermindermrg der Personalkosten zu - den Gefamtkosten -entspricht. Verhältnismäßig am g e r i n g st.e n t ft d i e E r m ä ß i g u n g be hu Abendfa hr sche in «yd bei . der Wo che nka r Le, welche 'gleich den Zertka-rtest-bei den letzten TariferWnngcn LußeMdentlich bMnsttgt worden waren. Ler komnende Index. Me Korrespondenz Kerzog schreibt: .Am 14. d. irirt im Min sterium fSr soziale Verwaltung die pariMsche Lvhnkvmwijfion zusammen, um den 3nde; für die Zeit oym 14. Oktober.bis 14. November zu errechnen. Der Index dürfte diesmal alter Voraussicht nach wieder positiv fein, da feit der letzten Errechnung des Index der Brotpreis um 100 Kronen gestiegen ist Md auch die Miete am 1. d. in der überwiegenden Zahl der Wiener Kaur» halte eine nicht unbeträchtliche Erhöhung erfahren hat. da die «eisten Wiener Hausherren dir zur gesetzlichen Rrgelrlns der M,etfrrge eine lOOfache, vielfach auch t eme' SOOsache Erhöhung des Fnedenrmietzinfts als Anzahlungh emgehvbe« haben. Die meisten Konsumartitzel -7mit Ausnahme-des Brotes—- sind auf de« bisherigen Peeissiande geblieben, und auch die Beßieidungr- «riikel haben im wesentlichen keine Aenderüng der Preislage erfahre». Der Kohlenpreis, dw . indirekt auf tie Errechnung dsr Index eine Mckwirkung hat, hat in- - dem verflosiensu Mvnaie eine geringfüglge Reduktion erfahre» und dürfte pro November trotz de^ Erhöhung der Konventionspreise ab ober, schlesischer Trub? infolge -es Marksturzes- — der allerdings heute durch eine kräftige Erholungabselöst wurde —' eine neuerliche, allerdings nicht wesentliche Neduklion erfahren, lluter diesen Umständen rechnet man dacktt, daß der kommende Index eine «nige Prozente betragende Steigerüirg aufveisen rvird.^ Jeutschlavdsperrtfichab. Salzburg, 10. NovemHer. Nach''einer VevlautbaMNlg des StaatsministexiMrs des JnnevHin^-München sieht -sich dieses angesichts des öffentlichen Notsttindes. gezwungen, den Berckeihr mit NcchvtziWchtvevmerL aus' den: Ländern Dbei> östvvroich- Salzbnxg, Tirol uind BoraObepg nach > Südvayern nnt der Wirkung dom 12. -Rovavkber vorübergehend ausznheben. In Salzburg astsäffige Reichsdeutsche tbenosigen zur Ausreise nach Deutschland nstr eines gültigerr < HÄrfses mit Nachreife- und Sichtvermerk,' Oosterveichcr nmssensich >bei der deutschen Paßstelle das Visum geben lassen, das. aber rmr bei triftigen Gründen, dy: nachgewiesen tverden muffen, erteilt tohfo Masiemmdrang bei der deutschen Paßstelle. j Infolge des Marksturzes ist seit einiger Zeit-täglich ans dev d«lltschen Paßstelle ein MasienanÄvang des Pub'likmnA zu verzeichnen, welches sich vielfach dort höchst ungeMMch benimmt. Es wird infolgedessen darauf hingewiesen, chaß mvgehöriges Betragen, insbösondeve Beleidigung von Be-' amten und Angestellwn der Paßstelle, Verweigerung, des Visums nach sich zieht. Fenver wird.darwuf hingewieserr, daß Personen, die außerhalb Wiens wahnen, ihre Anträgej auf Erteilung eines Visums auch auf. schriftlichem Wege erledigen können. Alle aätderen ha'ben ihre Arrträge. bei dev Paßstelle persöMch zu stellen. Die Aurtsstunden sind VLontag bis Freitag ho« halb 9 Uhr bis halb 1 Uhr und von HM 2 Uhr bis hcrsb 3 Uhr, Samstag nur von halb 9 Uhv bis halb 1 Uhr. ..... Zuteraatiimaler Schachkoagreß in Wien. Die. feierliche -Evöfftmng des Wiener Schachkottgreffss findet Sonntag den 12. d., 4 Uhr -nachmittags, im Sitzmvgsfaale der Wiener Mesie A.--G., -7.. Bez., Mufenw-« straße 1,1. Stock^siati. .Die 'ä«AMr^^DMnerieilnchnHeL und Delegierten der Schachverbände.'tveffen,,hurte abends in Wien ein. Ihre-offizielle Auaneldu^rg. erfolgt Sonntag, den 12. d., vovnritLags 11 Uhr, bei den-Sekretaven des Schachkongvesies im Sitzmrgsfaale des MessepalaM (1. Stock).; Die Teilnehmer des ürternatioNalen Meistevturniers such: Alexander A l j e chi n, E. B o g o lj u b o w (Ruß* Land); Akiva Rnhinstern (Polech; ' Fritz Sa misch, Rudolf S p i e l m an n, Dr. Siogbert Tn tzr a s ch, Richard Teich mann (Dontschland); Gcza^ Mardczh (Ungarn) Richard R e t i, Heinrich W ol f (Tschechö-Mowakel); Doktox Savielly Tartako wer (Udxrine); Ernst Grünfeld, Hmrs Km och, Emrnevich K ö n i &.:. Alexänder Takac s, Bladinsir Bnkovies (Wim), 'l ': Zmn MernationÄen Kon g r e ßt n r nier um die Meksterschaft von Men für 1922'haben sich-.40 Meister und sivW Amateure des In- und AmÄändes,-zi.rjn internatw-' nahm NÄentnrniLr Mer 100 SpiÄer Wiens und des Ans- ^andes, zmn DaMNtn-rnier 12. ößförntir SchachsPieUrMnen ' Chlfffoa per Meter' K - / 9.M0 bliMBli«iiidM K 24.800 Herrenhemden K 49.800 II., TaborstraBe 48 Telaphon 47-1-79 , Ch gros ' En detail