Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1347 (10.11.1922)
- Date
- 1922-11-10
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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v -^v T*ti f i* t - r >v*‘'V'7rn?', T r Veste L Alen, Freitag »M li'iitlii n\ wtOIyCIljCUUitg* 10. November 1922 MZM I Nachdmck verholen. Eoptzr^t>^^Ä bh-Jüd. Verlag.*) 19. 11. Oktober. Mittagin der „Neuen Freien Dveffe". ' Ich sprach zuerst mit BemdÄt. Dieser noch gegnerisch» aber ün innersten wankend. Er.hcche bfcc. Kongveßber.ichte «ufmettjam gelesen und sehe durch die Waick. Wir.hätten vom ursprünglichen Programm viel aufgegeben. An die Bank glaubt er nicht Wch. W.ÄNW^chHstM MchM-' der kompwmittieM, „Wenn Die zwei Millionen Wmb zusamnienbriNgen, lasse ichmich. hängen." , . ..., , „Geben'Sie mir das geschrieben?" sagte ich. „Wien, 10. Oktober. Wenn Sie .die ztvei Millionen Pfund zusammenbringen, lasse.ich Mch HngeN." y Tr machte eine spaßige Bewegung -nach dem Schreibtisch hin, als wollte er es unterschreiben. , # Dann mit Bacher, der «Mcher schiimstzelte: Ich zeigte beiden die Depesche des Großherzogß, die nrich nach Potsdam ruft. Mitbr sagte ich ' ihrlest natüMch nichts, bereitete sie oder vor, dirß etwas Großes bevbrstche. Beide versuchten-'in das Geheümns emzudrmgen: es gelang ihnen aber nicht. * - r' In der Reidaktionszeit heute Krach mit Bacher-und Benedikt. Ich sagte Bacher: -,,Ich bin vom Kaiser eingeladLNmit nach Palästen« zu führen." - Die Mtttellung deprimierte ihn geradezu. „Finden Sie^rs nicht interessant?" fragte ich. „Ich W davcms Verlegenheiten für hie „Neue Freie Pveffe" kommen. Er hat Sie doch als Zionist emgelüden?" „Jedenfalls nicht als Redakteur der „Neuen Freien Pveffe". Me brauchen auch weiter nichts über den Ziönismus zu schreiben. Für Sie. das beste wäre, Sie ließen mich die Sache im Blatt exponieren. — Mer wie Sie wollen." Darm mit Benediktder «Mschm, und irdisch zur Seite blickte. Ich vermute,, daß sie ettvas'auskochen; vielleicht werden sie meine gcheime Mitteilung ans Auswäckige Amt verraten. Bacher verwies müh an Benedikt. Dieser wieder an Benedikt log: „CaAee ist uustr Feind ftst.zwei.-Jahre«, seit Siemit Rewlinski dort waren. Er hat einen geyeivren Prief.über. S^gns-AuWichge Amt ^schMest, den «n- Do^h miMlte,^ „Ich wollte ft Dochy 'anr der Grwzel, packen, Sic hahM «M WchÄken^ - AeWtzestS brauche, ich- CÄtO zum MstteiLem" . 7 Et sirr eÄr bmchmr. 1 12. Lcktober. Die beiden hadert mH' gestern wieder'sehr aufgeregt. Mstckwückige pftchvlogische.' Mchermmg, daß Bacher mir mehr Bevemmamg ve«msach't als . Reichskanzler Hohmlohe! Ihm gegerrüber fühle ich fondeckatevweffe noch immer, was ich Map: ein. schüchterner Luyraljstischer Debütant, obwohl er -mir geistig durchaus nicht imponiert. '■■■- ■, SO.**) r , H. November. . . In. der „Neuen Freie» Wffe" wM diesmal' mt Wch gelächD, nicht mchv Macht, M ich wiederum, VWe lächelten sogar MM» ÄenoW machte ein sauersüßes Gesicht und fragst, was der Kaffer Ä Desterreich ßefägt habe. ‘ k . . „NichtS!" «chyorieheich. .Bacher lom sehr lichsnS* wückig. Auf seinem Tische lag zu seiner BeschLmMg.und Verlegenheit die „Welt , die er nicht mchr verschwinden lassen kounter Auch er fvagie mich aus, auch ,er .bekam nur vage Antworten. Ich Mcde ihn nur auMren,. sagte ich, wenn di« „None Frei« Dreffe" den erstell, zionfftiscAn Artikel gebracht wird. Mchher Mieten wist aber doch Noch ür einen Streit über dm ZwmKmus-.derge-mütlich endete. ' 21. M? DcherMst. In der „NWM FM« Pckff^ Mch' gestern "M offenbar offMs inspirierte Bwliner JstkfortttaMM.' Ich fragte Bacher: von wem? Gr 'Me. Mrr'->Gevchach fft in Berlin ünd hat mit Milow gHprochen." Ich bin sich«, daß Bülow.MÜh vwl'«rsr gesprochen mck Steinhach irgend eine flau«, mich herundersetzÄde Antwort geMnhat. GteinLach fft „Änchkonfft" und büche gesagt habe«, ich sei ih liebenrwÜMger FMÜetonist; als Politiker, nehme mich rckntand ,.evnst. -- Oie wenn ich dabei getveftn wä«. Das ist der Auch der Schwäche, -dir «Lm lmnpige Million fiir chw Zeijung — mch Ms Ivä« anders. > 22, ' ' Jetzt konzentriere ich mich mvf die.DchMrW. M pMMschm OrgcmS, bM ich » Wü.W Mr'und *) Siche „Wiener Morgenzeitung" vorn ö,,, ß. und 9. No« vember. - && iLLKALk* *»• Taß arbeite. Der NervllS MlOt die Schwierigkeit. 500.000 unerläßlich, ist Anteilen zü 60. Für Wserchanm habe ich , MMp^eMsgGDLiteti DerMou Min Lk-spätere ge-' '»-HMchäHA MW-Wl- MteilsMne ß«^100 GulM mit BezugIrecht mrs Pin Freiexemplar undDilvidende. Ich WM O' MMs durchführen werde -M'^Mangel M .geeigneten Helfern. Aber das ist sicher eine Idee des wMrenden Mhrhmrderts. Das ist die RefiMr -M>K- AngSwesenS. Der AbourE als Aktionär Mr Eofsedfchastler des Journals. "" ' " . ' Ä .' y . A..^NnMst/yD» OrienEpM hinter München. *) ' Äor rneinev Wveise dort Wien gab es noch einen Kwch mit Bacher. .Jch hatjp für .Sonn tag ein Feuilleton geschrieben (Das AutomMl) und hatte es gut gemacht, um. erMt..lLrlaubS«MW^^M haben. ^Mmttag nach Schluß des Weüdbkattes sagte'ich ihm,, ich wolle nun'auf Urlaub gehem Daß er mir die sert.drer.Tagvn bei^ihm liegende Bcchnkarte nach Buchs bisher nicht'ausgestestt hatte, hielt ich für emen Lusall. Jndeffen tvar es. keiner. Sr wollte mich durch das Mskine Mittel: der Kartenverweigerung lLngeö dabehc»lten/- Er sagte: „Jetzt vor der Goethe-Rumnter wollen Sie mich allem Wen? Und wie lauge, wollen Sie aus-. bleöben?" . Ich: ,Ms aNsmttzS September." > . 45 c^S. lbärsch): „Das geht nicht." .f Ich: ,Mt> so tveM-ich a-m M. August wieder hier, sein." .. - ' . -■•hv.c-:-../,. v..; . . 4,, : Er ging fort, ohne M«lM sägen. Ich hmierkießühm AN-Schlüffel der FeüMewnMe mit emWn twikeüen Zeisen. In dieser deMt-PeMN" Äage, M' M KöÄMs mm Maub- Litten zu müffe'n, befinde ich mich noch heute! Es kam noch, schöuep. Äin Tage Nach meiner Abreise Mlchte d!e „Neue Freie Presse^ iw „Ausland" eine Notiz aus'cheurschen Blätteim,.. woriach sich der Großher^og von Baben m St.^ Moritz zu Mr jüdischen Gelehrten Doktor Berliner /,sech ^eptisch'Mer die' zionistische WtvetzNng . geäußert hätte". v '? ■ - Äas 'GegetttVil fft tvahr. Des Gtoßherzbgs' Worte, die sogar nach dem ,JMish-Chronicl«" für Mich sehp fvdn-Mich waren (die heuffgr „Wirst" enthält st«), wEtN Ä>N den Mgenblättern ZeiÄng M JnbeMM^- NNd ,/Wische P-vesse" tzpsUAt WiÄ>e'vg«-gebeÜ und fänden'ÄuS diesen Mfamen BlatteM best Weg in die allgeNrelnr Hvsfft. Die „Neue Freie Presse" übernahm sie mit Wonne. DaS ist mein Lohn'M'HM^HsOWie.'' 'r-- ■>*; V ■ . - •••■: i 'n: '24,': 'U4-; - y-. .. 24. August,' Wierr. . »,I'ar counu lst-gmndebleffure-de, kavgent", sagt Henry Beqne. - ---- Je la -emiMs Ärffi. Niem -Werk würde viel wunderhaver.-erscheinen,-wenn imm tvüßte; mit tvelcheü Mldfovgen ich infolge Msmer Aufwendungen für den ZioiriSmns zu kMpfen habe. - ---- - ' <Die inehr als kP.M'MMn, die N) hinMgöstecki ha-be, .fehlen rnir Devall, inachen mich der ,Mu«u Fveien gegerchber rpch Mfreier als ich schon -var. Jch muß. NotMM und Saukenm». B.!^laitzter ‘JBr. ff e,« n* HÄ liÄamitlichdÄXd? Ht> erste»! Äffnng'M WiederaufhäügesetzeS darauf hingeioiesen,'datz di^ Regie'rungschM in der nächsten Zeit rechtzeitig mit der iMre« Anleihe, auch die Aktien der Natioustlbank zirr,Dub stviptichi aufle^en M<He Me. Notenbank^ die in de,n ÄüM blick ihre Funktion'begiritten kann, wenn die Hälfte peI Ä k t i en,k a p i t a l s gezeichnet i st, soll nach ddn Wünschet der FinanAekgiürtLN -des VMerbnMes am l.'D^eiMr'iNS P^ben.treten. Da d;e Beratn-ngen des Sanlemnghpwgranune? dövausstchtlich längere Zvit in Anspruch nchrüen werden, hi< Werobschiedmrg des Notenbcurkgefetzes und des Nöten'ba-tkstatuits jedoch i-n kürz e st er Fristmög lt ch i st, wurde veroinbavt,. die VerhaMung schon am kommenden Dienstag im. Ausschuß zu beend cm so dqß die .beiden^ Vorlage^ chn 16. d. im Nä. tionalrat zur' sSAMglistg kürmnen köMn. " Die ^zweite S;<f-tt«ß des Sauierungspro. gr a msn e S ist vor Beginn der übernächstest 'Woche'zn-ercharien, Es ist hierfür keine Fvist vereinbart Wörden, /in der BerlMj der VerliaMniMN davon abhängt, aus welcher Bgsis in den prützipiellen Fragen des SanievungSprograMnes M..Einvernchnren zwischen''den Parteien ermöglicht werden kann. / - Jur Finanzausschuß wurde gestern die Generaldeb at teüber die erste Gruppe, des WiodcvaufbaHffrtzes (Wunahmen,?LäMv und Gemeindesinanzen) f o r t g i f estt.. Sie brachte keinerlei neue Momente. ' .;- Di« Agyar-ier beschränken sich darauf, eure Intensivierung de-r. landwirtschaftlichen Prodsrrt'ion aus GruMagevon?lgrarzollen zu verlangen, falls die Industrie unter Zollschutz gestellt wird. .Es sprachen unter. anderem der Gvoßdeutsche Päu-ly, der.deuffche Agrarier ,M-. Schönbau e r, der Christlichsozialie, E i s anh «t und für. die Opposition AbgeoMeter Austerlitz. - Irr Wiener Landtag zum FlnanzdrpsraM der Aesiernng. Der- PräMni des Wiener Laichtages hat für Dienstag den 14. d. ein« Lastdtagssitzung einbemfen, deren attsschließ- ^icher Zweck es sein soll, die Rückwirkungen^ deS' Finchizplanes der RegierOlg auf. die Wiener BevolkewMg klarzu-. stellen. An die .Laudta>gssttznW wich sich eine Sitzmig des Mener Gemcmderates anschließen, in der die BerbMigüng der.Straßo.nhahnfahtpreise (chu 100. K.) und die neuerliche, Herabsetzung der 'städtischen gebühren besHlosien lyechen soll. vrst'Ler SrMffung. ztttem, bann nicht' wagenmsr den Kchziwhsttsulrlaub -u?whff«n, nachdem ich sechs.-Wvchen fm:t4wgr, . Mchings Mtv im AoniAMts Eg. j ' So komme 'ich hsirw Wieder einmal in die^ReWston zMck, nachhem ich ist BM ein.-freier Md größer Herr Wav/Md NAß demW wie ein KomwiS beim HMstHrlnzM Bacher eintvete«. 7^' ' Grausam! ._•■ /, / . 24. WM. . , . Wstider eiitttwl „Aav Mr Gefecht'^ 1« die Redaktion gegaMn. - Wieder die gchWM-.DesiiWer derer, - die nicht. dch^ßMEen wollen^Mehsn. Mer Hr GriWst ist älter, »std "vür schein^ mrrtwför geworden,. * - -Oychsr begrüßte wich eonmw st de. rien n'eickt, als hatteer mir die letzten vterzchn Tage nicht vergiftete Cr ffnPch.S-»Mrtzi-iWchch: vom-MWeß^ >Aetzt Wte»?We sich/.aber doch bakd von M Sache wsmachö«:"? * > Jch: /^Fch beM nicht dMt. WüÄlM?" -,Well M der Bayk M GkpaH- -hMstskornntön -vich."' . '' ' .. „8>isse Bstn^,.sagte ich, ,M s<nchch?e'r als , .die wir schm W in den MäiteM'. fvemchlich besprochen zu str 'gewMt sind. Ne Ärütcher chaben. -eirre PoWe,' ßimr Beispiel.M dev KpchiwtffM" Er verkvoch sich ch, lveiüg. Dann kamen Leute herein,M b-achen a!b. . -. Woche, hatte der.RoiDrWLE bißchen m höhnen versucht. Aber ich brachte ihn auf dw Situation M?Redakt«We gegervüber den- Hera-usgebevn der» ,Mu«n Freie» Pveffe",. die tva-hplich uärrtschev und niedvtger tst alS.M ZtonisnmS. Dy hätte B .,»-* mit Mvem Blick mch m HetMSgolEr eh«« Wutausbruch gegen WnWt, den er haßt verachtet nnd dessen schmutziges' BM eressen nmß. Ich verzich dem cmw Mer seinen Hphu. Ich genoß ftinen ohuMMgen. ZorrtsSMLvuch, Me Figur in plÄimn nwÄmu StlMrchrqma „Der Hevr". In' diesem Drama wick geHÄgi, wie-solche KM zu Sünde zemeben wecken. < si - - *\ MckM. WLKUMMnLANreLr Mm. k M.) Matsdebättr Sber dte Regiemng»' Prag, 9. November. Der Senat hat heute die RegieruntzseMrung mit den Stimmen, der^ KoälitionsPartM«, angenommen. Jü der Debatte erklärte der deutsche Seirator Zuleger (Bund der deutschen Landwirte), 'wie aus der Reg'ieruNgserNLmng zw ersehen , sei, hyhe die . Regierung dön Weg zu Leu Minderheitsvölkern' weder gefunbe'n. noch gesucht. Das über könne nur zur Folge haben, haß sich die Gegensätze, zwischen den Natwnen dieses^StaateS noch mHe verschärfen., Es^ sei abernottchrÄjtg^ ^rß.Sie Mehrheit in dresew, Staate von ihrem Mionawn: PWiom. aLlaffe ürch sich auf einen anderen Standpunkt stelle, damit sich die, Naßopeu zusammenfiuden und- Me Fragen gemeinsam lösen. 4 Der. tschechksche Abgeordnete Soukup erklärte, über eine Autonomie der Slowakei-könne nicht verhandelt werden, da eine solche magyaronisch wäre. In dieser Stellungnahme aber dürfe« die Slowaken - keine Animosität geger» das slowakische Volk erblicken. Redner wendete sich sodann gegen de« Vorwurf der deutsche« Sozialdemokraten-- daß die tschecho-flowakffche Sozialdemokratie durch ihre Teilnahme a« der KoaWön die Reaktion unterstütze. Schließlich erklärte er, die Worte Dr. Lodgmanö seien nicht Hochverratan der Republik, sondern Hochverrat am deutschen Bott, das solche Führer nicht verdiene.-. Ae Wahle« in KarpMoWM. Prag. 9. NovWber. J>n BndgdtauSsKüß erklärte heute Wnffter deS Inner« Mal-Y pe t r, daß ,dje Zahlest ist Hnlhschin und in KarPathoruNand .in Kürze wechen. durch geführt tvecke«. DaS Priigelpaient wecke aufgehoben Wecken,, schalp «S mWch sein wecke, eine andere Rechtsnorm mr Interesse des Staates eiüznMren. . . . . . - > W SWWenmmmel. Budapßsi,' ,tz. RoveMr. (Del. dev „Kr. MMw -eittulg"') Die Erfolge der FaSzisten in Italien hahLN,in die Köpst der. verschiedenen tlnverantwortlichen Gruppen förmlich BettviMng gebracht. Jede, dieser Kruppen will den FaSMmS in Ungarn ffrr^^ sich , beschlagnahme« und VMt Gruppe haS ftSzWche Programm in .HorthY-Ungavn durchführe. Dcher die verschie-. dem» Mrckev... MWWM» WzffteWMM^^M' Nrbynd . der G p w y ch e n v e n - U n g a rZ vor m vWitzkvj Ich das. Börvecht, schon bisher faszisttsche Achey gMtet m haben und will «nch in ZmuW der rnagyarW faSzWche AllMWÄcher bleiben. Am letzten Sonntag er^ schienen W HaiWiMr der Btl'dape.ster Zentmle der Sr-