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Wiener Morgenzeitung · 1922-11-02 · Heft 1339 (2.11.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1339 (2.11.1922)
Date
1922-11-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Elttzelnnmmer K. UOO Wien: Ziim Äbljolcn in der Expedition, II.,Tabor str. 1-3,. oder in einerVerschleisstelle J _ (Trafik) rnonatl.K 30.000 Mit Postveraend für Wien u. Posten. rnonatI. K 30.000 Ts e h e c h o-Sl o wa k e i: Mpn. K20. Ungarn: Mon. K600. Jugoslawien: Mon. Dinar 30. P,o len: Mon, Mk. 2800. Deutschland: Mon» Mark 6Ö0. Frankr., Belgien: Monatl. FrcS. 8 MT; N a di h l u n xcn '“Wt bei', PrdiferkonungieB 1 Vorbehalten TschachovSIowaktl l tschech. K1.20 1t a! i ca: Mohatl. 10 Lire R um a n i e in, B ö lg.ar.ikas Monatl. 60 Lei bd*w. Lewa S cii w ei % and. das übrige Ausland monatlich Frei. 3» -Redaktion u. Administration Wien,.!1.,T aborstrasse.l—:3 Telephone: 44-0-38.43-3-19, ab 6 Uhr abends 16-301. Tel.-Adr.: .Morgenzeitung“ " Wien O österreichisches Postspar* kassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 1939 UMmbrr 1922 H ZahrgM - —y. M i e n, Ü. November. ' Das neue englische Kabinett hat in einer Erklärung a-n den Oberkommissär Palästinas rnitgeteilt, der Regierungswechsel bedeute keine Aenderunö der Palästina- Politik, Diese Erklärung war nach HeM gegenwärtigen Stand der‘ poMschen Berhälknisse in England' zu erwartend'Nichtsdestochettigev ist es zu'begrüben, daß sie erfolgt ist, weil sie der Gefahr emes Mißverständnisses vorheugt und auch die allzeit geschäftige politische Legendenbildnng verhindert. Im Lause dev sich jetzt in vollster Stärke befindlichen Wahlkampagne war von einzelnen Organen der konservativen Parteidie -Politik des abgetretenen Kabinetts auf. allen Punkten zum Gegenstand abfälliger Kritik geipacht worden. Hierbei ward selLjtverstäiMch'der'Dinge-int' nahen Orient mit aller Schärfe gedacht und die Forderung'. nach Liquidierung aller Unternehmungen gestellt, die auf den Widerstand Frankreichs oder seiner Freunde stießen. Auf der Wunschlffte befand sich auch das.Verlangen nach Räumung Mesopotamiens und Palästinas, ein Erlangen, daS nicht. neu. ist aber durch feme Wiederholung nichts an Erstillbarkeit gewinnt. Pieser Wunsch wuide auf-dem Wege det journalistischeil Uebertnittlung nach dem^ Kontinent in eme Willenskundgebung der neuen Regierung urngewandelt und trat vielerorts, so auch in einer Wiener Zeitung, als Vater eines frohen Gedankens. auf. - 7 Bonar Laws Kabinet ist nur. ein Uebergangsministevium, dessen Lebensdauer von dein Resultqt der Wühlen bestimmt wird. Diesem feinem -Ehärafter würde jeder Schritt einer Festlegung* auf eim mMe politische Richtung ^zMidUhmfezu, annimmt, ^^^^EonservaWekPäÄMstch Sie Mrderrrnsen der türkischen NattonaMM. MiM S, 31^ Oktober. (Wvas.) „Petit Parisien^veröffeMcht ein Interview, düs Mnst af a Kemat Pas ch ä einer« Vertreter des Blattes in Bruffa gewährte. Kemckl dementiert daS Gerücht von Berhandlunge« zwrfchM MeNgttfchut^egwrimgzM de« Kemattsten. Bezüglich HrrKonfer enz von Lau sann e erklärte KeMal, er MH dst DöchangsWeW die . darauf abziele, die M eDst n^n frag e ge so ndert zn veh an de ln und De Nötwendißkeit einer Sichemug dervollständigen FreiM^der-Meerengen unter der'Bedingung anzuerkerinen, daß Äüch - die Siche r h ei 1 8 es M ai maram e e r e S unhStambuls verbürgtMrden. Außer der vollständige» AüMbnng 8er Kapitulationen werde die Türkei in Lausanne alle jene Gebiete, verlangen, die innerhalb 8«.*'ön.a'l-dn'.'Gre\siE' Schließlich erklärte Kemal Pascha, die R^iernng von Angora betrachte den Sültmi und die Regierung von.Konstantinopel als Mcht ^vorh-ändest. - Die ftnordnungen sürdieAbreise der türkisches Helegatio.n find getroffen. Die Wordnung «nter Ftthrüng I ß m e t P a s cha s wird aus ^5 biß 30 Personen bestehen und in Lausanne am 11. November ein-; / Sichemyg d?r Konfereaz. Paris, 1. RöyenMiL-Hchas.) Französische Meise haltest W Note der Regierung Vtzn-Angora, worin sie znstimmt, die Konftre^ von Äusanye zu beschicke«, für b tlt\ e 8'i g>ü d.^Ws die EifiMMuK der Angora-R^gierungWdAEW «MSf MWfstso.ist man der Änsicht, daß diese Einwendung die Berbstydetett «W» m* gehe. Es sei Sache der RegieruNgen von A»- g o ra und Ko n st an tino p 11, sich chre bei den früheren Berhandlunaen ins Einvernehmen H fetzen, um ihre Vertretung in Lausanne zu regeln. Zchische» P a r i 8, London und Nom wird cm Meinungsaustausch stMfinden und es -werdeü... .wahrscheinlich "HwMm^en getroffen werden, um den Zusammentritt Konferenz an dem vereinbarten Orte und Tage zn sichei^ . MuffolW t L o u d o n, 1. November. (Nenter.) He „Daily Mail" aus Rom meldet, habe Mussolini eWr^ er sei der Änsicht, daß die Wiederherstellung des Friedens im Orient sehr wichtig und eine LebenssragE sei. Er werde deshalb keine Aufschiebung der^Koüferrty von Lausanne verlangen. 5/ : 7 MheMche Front kuglmds uMFiWreW. L 0 n d 0 «, 1. Roveinber.. (Reuter.) Aaich RitMon und der franz0sische BotschafterHaben die Maßnahmen geprüft, die die Alliierten ergreife« Müsseu, um den Türken gegenüber eine einheitliche F.ront auftechtzuerhalten, und insbesondere die Möglich^ einer allfälligen Mobilisiermng türkischer Dlvisionen in Kpnskatttinopel und Thrazien ms Auge gefaßt. I7 November. (Havas.) Der „Temps" berichtet« Ws' Äthen: 'GpiWMiWK^-depch^bernfnng '-er. Frje^> .dienWnfereyz nach Länsanne krWgt wich -77, so W-es klar, daß ste ftch -dtzr^it dazu rncht ^schließen.wftd. Me Politik Wyh Georges trug sicherlich m vielem den allzu deutlichen^ Stenrpel seiner Persönlichkeit, aber sie entsprach jederzeit der Anschau-« una der Unterhcmswehrheit. In den Fragen Palästinas und Mesopotamiens' war sie in jeden: "Stadium der Entwicklung von der./Regiorüngskoalition' ipid der Arbeiterpartei unterstützt, fand zudem auch die Gutheißung der Kabinette. der Dominions. Eine Politik, die ans tö festem Boden steht- . kann nicht über Nacht, auch nicht von einer neuen Regierung umgestellt werden. Sie wurde irn Kabinett Lloyd Georges' Mch vondem der konservativen Partei, angehörenden Lord Balfoirr vertreten und es muß nicht erst daran erinnert werden, mit welcher Verve sich gerade dieser autoritäre Mann für die Uebernähme und die Erteilung^ des Palästina- Mandates zum Zwecke der Aufrichtung der Heimstätte für das jüdische Volk eingesetzt hat/Er hat'es gemeinsam mit Lloyd George erzielt, daß die vielen und sehr schwerwiegenden Widerstande so weit beseitigt werden konnte::, daß der Völkerbund in historischer Sitzung die Beschlüsse von San Remo in das öffentliche Recht eintrug. Die- Unterschrift Englands, b»'. unter diesem Doklftnent steht, kann nicht durch eine Nachfolgeregieritng - durchstrichen wechen. Es si nd nicht allein Griinde der'politischen Takttk, die einer Räumung der Positionen am Jordan und im Zlveistrornland widersprechen, sondem auch.solche der staatspolitifchen Auffassung von der'. Weltmachtstellung des engliHen Jinperi'lms. Lloyd. Georges Mhandlnng der OrWtfrageentspra?' nicht allein^ seirier persönlichen Meinung, schtdexjt der Erkenntnis vöp?den.'-^bensnotwendigkekten' des- Staates. Es geholt zu'den Grundsätzen dc"' "nglischen Lebens, daß weder das MittelMeer noch stille Ziftahrfftraßen'yder MsteMbi^Mmcht gartz zuv'.'rlässigel: oder nicht jederzeit koiltrolllevbarel: .Hättden sich befinden^ Das ('.' "biet von: Liba« oy bis Mossul bildet -rnsäminen"Nt die ftrcftegische Sicherung des Weges «ach' Indien. England müßie^ durch einen schwereii und.verlorenen Krieg dazu veranlaßt werden, auf diese Duellen' seiiles Lebens zu tstrzichtep urch. sich für alle EwiKeit auf^ stine Mutterirrstlnzn-Wchrailken. Freiwillig wftd. es'den. Schlüssel sstiM-'McM. niemals aus den .HaiWen geben, und es eLiswpe^Mne- MgiePchg, die sich ohne. den . härtesten Zwaugdä^u verssthen Würde. Daß ein^ solcher Zwäng niemals 'äus' einer -. innere« Pärteiellkonstellatiön köminen kann,; derftcht sich von selbst: V'.. Es ist lücht erst! iwtwendig/ dst..ÄvralWeftGründezu/ erörter«, dies gerade für die. Festhaltupg ' der Palästinä-Pölitil,'' so' wstsie' Lloyd. Geörtze ünd Balfour gezeichnet haben/ sprechen. In.HÄsttmt' Üftd M das M H HM 1. November. (Steftmb) M u s sali n t hat gestern nachmittags die Geschäfte im M i n i st e r i u m d e s A e «Je r» übernommen, wo er in Gegenwart von GenerastD iüz eine längere Unter re du ng mit Schanze rhatte. ' Huffolini sandte «t Me itDenischen Botschaften und GesatzdischäM Telegramme, worin er mitteilt, daß er mit d«n heüttgew Tage die Regierung Italiens übernommen Hab« nnd betont, er erwarte, dich das Werk aller sich m i t eine ui n e n e n «m f a s s e n deren Vaterland is ch r rt B e Wm ß t s e i n erfülle«' werde. Weiters Wdte Mussolini an Staatsseketär Hughes ein Herzliches BegrüßungsAegramm, worin, sß die Züdwsicht ans ei« freundschaftliches Züsammenarbeiken^^ ans wirlfchaftlichem und geistigem Gebiete zwischendenvereinigten StaatenundJtalienausspri'cht. Jas SchWll dek Kammer. R« m, 31. OiicHer. Die WÄt« melde«, taft WW». lini n i ch t beabsichtige, die Kam«« aufznlSseu, Wör wenn von dieser Schwierigkeiten gemacht würdech was nicht zu rrwarken sei.. . „EotriW dsJtali^ betpnt, daß die neue Regierung dem ProPorz nicht feindsrlig gegenüberstehc, jedoch einige A band e r ü N g e n daran vorzunehmen wünsche. .'7 - ,MM«AIWU^d«- Börse. Ro m, £ November. (Stestmi.) Der H a n d e l s- «r» sft e r. M im Einvernehmen mit dem Schatzminister die hnveMgttche WiedereriM^ der Börse angeordnek.i '. ''' . tzaüllsimls der FarMeru , R0«e .Oktober. Der saszistische Viererr a t hat emen Ärfffttf erlasst«, worin er die Befugnisse an die PWekststupg^ znrüWGt, de« .Anhängern für den MutvndKieDisziPlrndimkt und dies 0 so r t ige DvmobiNs^erüng anordnet. ir*« geflossen und es re-enalr erun mlnier underw-guch.^Neuwephstn, > ' > , V, t"\' -’.f,- KonfereM mit Schamer Etwa 70.000 Faszisten zogen gestern nachmittags i« vollkommener Ordnung wLhtend fünf Stunden durch die Straßen Roms, wobei sie von der Bevölkerung aftlämiert wurden. Abends sind sie mit Sonderzügen nach ihren gewöhnlichen Wohnorten znrÜckgerefft. 1 Normale MKÄL iRom, 1. Novsnkber. (.havas.) Mnss0lini, der 'Letter des öffentlichen Sicherheitsdienstes sowie mehrere polftische und militärische höhere Funktionäre, die. heute nachts konferierten, stellten stst. daß die Lage sich ständig bessere und die v 01 lst äudige Wiederhe r st e ll n n g d e r n 0 r male n Z u st ä n d e unwittelbat bevor- M. - 7' .; j 7 Mtl ons Ko» lMSgewlrM. ' .-4-P a r i s, 1. November. (Havas.) „Petit Parisien" meldet aus Ro«, Ritti sei nicht verhaftet, sondern einfach ansges0rdert worden, Rom zu verl^assen. Eine Abteilung Faszisten sei beauftragt, ü b e r s e i n e S i ch e rheit zn wachen, bis er die Haüptstadt verlaffeu habe. Me MlSmag M FugoflMi'7 . Belgrad, l. Nvveinber. (Avala.) Der itatieNische G e sch a f t s träge r> hat bei dem Minister des AeNßern N i n e i e vorgesprochen und ihn: die Versicherung gegeben, daß die neue italienische Regierung bestrebt sei« werde, mit allen Nachbarn Italiens ein g u t e s n a ch b a rliches Verhältnis aufrecht zu erhalten.! Die Belgrader „Prawdä" befaßt sich in einem Artikel mit der Sitzung des jngoflawischen Ministerrates, der sich -Mit der durch die Uebernahnre der Staatsgewalt in Italien /durch die Faszisten geänderten antzenpolittschen Lag« beschäftigt hatte, imd sagt: Es wäre verfrüht, sich über die Haltung der neuen italienischen Regierung schon jetzt ei» Urteil zu Mden..!tz^e«falls'H ^^es>»ks^ee Pflicht, den Gerüchten über die Haltung Mussolinis gegenüber dem Pextrag von Rapallo und W dessen DurchstHmng' vor-' läuftg noch keinen Glauben zu schenken. -ar ■t,,rjßilK f;«KSv«-jßaj.»rs'v m [ «lögen, gar nichts. Und selbst wenn dies ylöglrch-wsre, so ist das Mandat vom Völkerbund, von diln in chm 'vertretenen Nationen erteilt Wordew Der Wunsch einer Häumung der Gebiete, einer Zürücklegurig des Mtau- -MstZE ist eben nur der Vater' eines' sthr blassen GedaMns, ■i*' {

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