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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-29 · Heft 1335 (29.10.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1335 (29.10.1922)
Date
1922-10-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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. ’i Wi e k r Zum Abholen in der Expedition, 1I..T aborstr. 1*3, oder in einerVsrschleisstella ^Trafik) monatl. K 3O.Ö0O Mit Postversand türMiqn u. Oesterr. monatl. K-30.000 Tsehecho-Slowakei: Mon. K 20. Ungarn: Mo«. K 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 30. Po len: Mon. Mk. 2800. Deutschlands Mon. Mark 600. Fr anirr., Belgien: Monatl. ksres.'8 r -N « c li« ah l.u n gje». 7WU Preiscrhöhiin^en Vorbehalten Tsefoactvo-Slowekei I tscheeh» K 140 Italien.! Monatl.! lO .Lira Ru man isn, Bulgar ien: Monatl. 6ö.;L.ei bezw. Lewa Schwei z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3. Redaktion n. Administration Wien, II.jTaborsträsCel— 3 Telephone: 44-0-38/13-3-19. ab 6 Uhr abeSncls (16^301. Tel;- Adr.: »Morgehzeituög“ . ' . Wien -; ' O est er reich iscbesPost Sparkassen-K&nto. Kr. 150.693 Der Aufstand Mussolinis. -^.y. Ä i'e n','.2y, O^ober. .Kre' rätselhaften. Vorgänge auf dem Neapler Faszkstettkongres; finden nun 'MMrüng/^r.Mtzltche Abbruch der Beratungen sollte demMnerälsrab der Bewegung den Raunt -schaffen,. MufsyltniH'-Wort „Entweder sie gehen uns die Regierung oder,wir nehmen .sie" rasch zur Tat werden zu lassen. Her. Aü^stano ist seit Freitag mittags iw vyllster EntwiMh-.^Me) Negierung verfügt noch über den. Telegraphendrght nach dem Ausland. Sie teilt mittags, die Verhän^ng^ des Belagerungszustandes mit, um abends He Abhebung dieser Maßregel zu melden. Inzwischen hat der Vormarsch der fäszistischen Formationen nach. Rorn begonnen, Florenz, Pisa und Cremonä ist in ihrer Gewalt, ein Dell des regulären Militärs auf ihrer Seite..' der Regierung, deren Äntvrität. durch ihre Demffsion geschwächt ist, gelingen wird, den Aufstand niederzuwerfen, steht noch sehr dahin. Hinter Müssolmi stehen 200.000 bewaffnete, gut organisierte und Won einem fanatischen Willen erfüllte junge Leute, mit'ihm sympathisiert die subalterne Bnreankratie und. ein großer Teil der höheren Generalität. Selbst wenn es möglich ist, , dieser Macht mit Aussicht auf Erfolg entgegenzutreten, können die Spüren des Putsches nicht aus 'der staatliche:: Entwicklung Italiens gelöscht. werden. Mussolini hat. den Kampf aufgenommett und sich wie bei. jeder Offensive durch seine brüske. Aktion in die beherrschende. Position gesetzt, Es muß!.mit ih:n verhandelt weHeü, heute, .mehr als gestern, Und es tnüssen seine Ansprüche wuf/RDerungspÄ^seMD^'im'. weitest-' gehenden Maß erfüllt . werden. . Däs^- 'rst! .eine; der. schwierigsten Ansgaben, vor die.dieDHMHnstv gestellt werden kann» Denn ,es muß.. znnHUEA^^ Mch) dein.lächlichdnPogÄnnw!der FäWiM'MMb werden/ WWt.MrW^HMMMWD!MkKget i st >paM, die Hyduftrtz ftK Hit<-W^MeAmde - in einer perinaurnten Krise, die LiraM W>eiN 'Sechstel ihres Friedensstatrdes eingeschrümpD WWn war aus' LöndM MgeteW worden/ Hr. RtickttW der Regierung sei weniger.den /Faszisten'als den 'lseren Staatskassen zuzuschrerben, und es wird, sich nichtAlttgehen.lassen -zu konstatieren, ob ein Land. in. solchen' Verhältnissen beit Anforderuttgen eines! nach allen. Seitchl hin um sich schlagenden Mtivrsmus gewachsen, fet.^' Mussolini und seine Truppen' bekennen' sich züm schätfften Imperialismfts;- sie wollen die GrettM JtayeMim NoMn 'und. in der Adria mit dem. Lauf der SpraWüie'zusammenlege«. Siewerklngett'also Savoyen/ Nizza, Korsika von' Frankreich, .den^ Tessin von der Schweiz,. Malta -von England und 'Dalmatien' -von den.'"Jugoslawen. Pas wäre, wenn man es in die verantwortliche Politik übersetzt, der Krieg mit aller Welt. Nach imlen streben sie die totale Niederwerfung aller-Arbeiterparteien an.'-Jhr' sonstiges ünnerpolitisches Programm jft nicht, ftstzufhellen. Tritt cllso 'Mussolini mit vier/pper süfts Freuüden in die Mgievung' ein. so wird Italien iu Kürze.ein fast fabelhaftes Bild geben. Ob nun: der ächzigjähtige mit' alle:: Hunden der- Parlametttstechntk gehetzte Giolitti oder der konziliante Orlando ihren Namen.' zur Leitung der Regierung hergeöen, bestmtmand bleibt der Einfluß der Faszistein deren- Aufblühen .bohaft 'ün llyggrn erinnert., Hier wie, .dort eiye zerrüttete .StaatMirtschaft und die Macht' iu'-den-.Händen eires machtgierigen,, absolut skrupellosen Prä^nauerlu das sich den Teufel um politische und Micrlc Renlttatm-schert. Ein Unterschied liegt.nur-darin, daß die Faszistemerst nach dem Hochfwnd .streben,- der in Ungarn'"reits erreicht ist.. Pie europäische Politzck, die durch die Vorgänge.'in England bereits stark, ins -.Schwanken geraten .ist/: wird' nur: um ein. neues.- Wrnent-der»Unrnhe bereichert/ , Wien, SMntilg, 2S. Oktober 1922 4. Aühr«««tz Lönbvt^M. Oktober. (WoM Nach den „Times" besagen heute srüh aus Italien eingetröfftne Meldungen vom 27, d., baß^ie Fäszisten um Mb 12 Uhr vormittags in verschiedesten -Dtadtest eine, gemeinstyne Aktion begonnen Wien. M Men jetzt Herten eitriger Hauptstädte wie Florenz, Pisa mrd CreMona/ Die Perbindungen zwischen Nord-, Süd- Hiw Mittclitäftest ftieyststterbrochen, In allen diesen? SWien hatten sie die staatlichen Behörden abgesehr und Ae Herrschaft über.-rommeit, Es scheine, däßshnen l e i n Äiderstand entgegengesetzt worden sei. ausgenommen Ä Cremöna, wo sechs FaSzisten durch Schüsse vertvundet' worden feien. Von anderey größeren Städten fehlen bishek Berichte. "'1 ■ v Rom oder der Tod! 4 / w'.e bisher; Mehr alS 3000 Faszisten .sind gestern in voller Av'r'Hflvnz m Ewfoli eingetrofsen. Alle sasiistiich-ü Abteilnngc« tragen Dolche-und Messer, in die die' Ins^hrist eingravitzrt ist: „Rom öder der Tod/f - : Wertere Mobilrfier«rrg der -Nuf-' ' Mrrdtscheo. V . Mailand, 26. Oktober... (Tel.-Kompf.. Z\s’ . Nunhukg der FaSisteu gebt. ungshemuft vitwarrd. Äroße v Her BelaDEngszuftaAd. . Rom, 26.. Oktöbcr. .(SjchtW Nach einer amtlichen Mitteilung tst über ganz Italien.mit heute mittags der B e l a g e r u n g ö z v st a md verhängt worden. erklärte, - der Sieg müsse jetzt um jeden Preis - ctrunge« werden. . J Die Miliiärbchörden rüöten gegen die große Änsammlutig mit Panzcrcituornobisen vor, uty sie zu zerstreucn,, doch kam.es. dabei rrj keinen stärkeren ZusammeWßen. D»r Stt'qßetkbchnverkehr wird -vomden-Milirarbe^ör-. r»en stark cittgeschräntt, NM Wegnahme der Linien duräf'dte RöH, 28. Oktober. (Stefcmi.) Per Befehl "zur Verhängung des Petagertulgszuständes ist von der Regierung infolge Bessernug der Lage zurückgezogen worden. Fasststen, welche fast alle wichtigrn Punkte Mt Stad: besetzt haben, zu verhindern. WD' NegLerMgspeVLl-7.^ atm L. Roch- V Oktober.'(BtesM:)/ D<sr. Ministerrat, hat an das Volk et^e Prollamation getiHtet,' worin er erklärt, daß in etüW Prcvmzen Italiens äufkÜhrerrsHe Myd-. gebungen Wtsinden zwdem''ZweSe/^^ daslFüükt'w:ter,n der öffentlichen Hewalle» zu, hindern.' Die Regwrnng wepde Dte. FasArst.en Mv 'Wriig. wugettMWcht Rom, 28. Wober. .M.-Komp:) In /einem befehl wenden sich die Führer der FqszLften-^u die Osstza-re und ' Soldaten de^ Heeres - OnMyrdern sie::aaf, : .für die FaszMt' Partei^eWrüsen</GW-.heben hsrvü>r, - daß Dch chre Bewegnng tücht gegen Italienodrr dle MouarHie richte, sie Wünschet» tvt WgewM,/daß Köui^ Piftor Wauue> W wahre König seitzgb'ei aber uiM ayf die NtgeruMherM: ztterhattrn»/ -MinMrrät'.'\i:- ÄermrAen^-. .- ^ciit, 28. v (S1efanr.)^Srtt heute nacht halt her Mvisterrat ^uuun riibrechen Sitzuitg, um die Nachrichten aus den Prrvst.'jti,. kuLgegLnzunchmen und- Maßnahmen zu treffen. ' > .x‘> a * ■. >- -A ...... .. . .. „. .. 9k% Ha^WÄUer'^üs'MWW'A.,"'' Mailand, Mrrffolinr otzier Gak«n-rü. Lmranübex %U Genfer KMVeLLLo«. - Paris,-. 29. Oktober. „Journal "des -Debals" veröffentlicht einen vausführlichen Artffel,feistes Mvemr Korresppn* bauten' Professor . Ipteer D u n.a y - Mer M. Aufnahme der Genfer Protokolle in. Oesterreich und schildert die nngehsuren 'An^rMuMW, die:die Re?gierstng'Serpel unternommen habe, um Oesterreich 'zu. retten un-.'blL Ängriffs, d-'ren sie/ausgesetzt ist. Drtnan tvvhst..daraus -hin - daß.die' Kontrolle ja nicht: von einzebnem > Mä'ch-fen/yder/ Mächtegruppen ausgeübt tveridöN söll^ sondern'vchtt' B 8-l-.-/ k e r. h u n d,-, ein«» Organ, toa#-' über M Natiosten We' :iub berufen rftii, /den Weltfriedeir :nM ]W:Frorheft; jödss eiuz-eluen: Mitgliedes zu «rhaltetu - Detm ^die' Rchievmtg.. Ul'/)-, da?.'.ParlMmtt -ihre.. Pflicht erfüllen/- lvtzü>tzn der Ge- MpcvKMunMp -unb der^.PölleMnd^iMils. einMreifen> ssnperst..'.Mv;bie:Peprühungen Wsterveichs'zu billiget: haben., DerHMK-YeMM-mtf. M Wahr, ,de.yr Oesterreich UlsgesetztW. MrL M.' .AM MlänM» , Rom, 28. Oktober. (^el....der'.'/,Wr. Movgenzeitustg".) Giolitti, der gestern mit Faeta aus Cavour eine längere telephonische Unterredung hatte, ist nach Rom abgcreist. Man spricht von ettiem Kabinett Giolitti ohne die Faszisten und von einem Kabinett Salandra, daS von den FaSzisten unterstützt werden, wurde, aber auch von einem Kabinett R u f f o t i n i. Alle Kombinationen laufen darauf hinaus, daß die Muug der. Krise ohne Mitwirlnug der Fas^ zisten unmöglich , sei. Durch/die Haltung der Fasziste« ist die. Lage zweffellös 'sehr fchwietig geworden, denn sie sind entschlossen, ichre^, Forderungen unter Lmpanden mit G ewaltdurchzusetzen. , Die.Mobilisierung der „Schwarz ycmden" wurde in mehreren Gebieten, besonders in Toskana, ange,reuet. - Vorgestern. wurde die Berolkeruoou S o r r e n t Lurch neue 3lloLiltsier»ti.g der ^a^stea tu Aufngung vcrfttzt» ... , .. In P i/a w> rdc der BelagerungSzustano verhängt. Die Ausrechterhaltung der Ordnung wnrce dem Militär, köntntaud.» WrtMen, das eine Kundmachung verLffeat- Uchte, in per ünter chtderem die Schließung der Lfsrnttichen Lokale, nm?Ühr 'abends angeordnet wird. . Für alle telegraphischen und telephomicheu. Vtrbtn. düngen wurde die Jen s n r verfügt. Alle AniamMlttngen sind verboten. ZMlreiche Abteilungen von FaSzistcn sind ist- .A«tö.m>ch'le.«jtach Florenz avtzegat^n. Trotz des Perbotetz Frössen,Achten die Fäszisten von Pls, einen Äffevt. lichen Ansrnf, in dem sie ankündigen, daß sie n « ch R o m Mandat -der-Fisszisichr^hat.. sM Hauptquartier Mi aüfgrschlagen, wö sich auch -der Generalsekretär Bianchi aufhält. Si haben den Prasekten aufgefordert, daß er die öffentlichen Gebäude an.das Kommando der Fäszisten übergebe, welchem - Verlangen er nach, kurzem Widerstande Folge mußte. - Im Laufe der, Nacht sind über 3000 Fäszisten in Peruggia eingezogen und haben die wichtigsten Pünkte der Stadt besetzt. Der Kommandant gab daraufhin der Karabinieri und den Polizeitrpppen den Besehh sich in ihre Kasernen zurückzuztehe». In Genua, Mailand und Florenz haben die Militärbehörden einen umfassenden Schutz der Staatsgebände, insbesondere Post und Telegraph, eingerichtet. Der EiAmarsch ««ch Asm. Mailand, 28. Oktc»ber (Tel.-Kornp.) Der seit-langem angekündigte Etuyrarsch. uach Rom ist nun im 'vollen Gange. Ans alley Leilen Italiens strömen in voller Kriegsausrüstnng die Fäszisten nach der Hatrptstadt. Aus Florenz und anderen Orten Toskanas eileu Tausende Faszisten auf Lastwäge« und Sonderzügen nach Rom. In EmPoli stehen 4000 Fäszisten marschbereit. Ms Fwrenz gingen diese Nacht zwei Sonderzüge mit faszistischen ,Soldaten nach Rom ab.' Die Ruhe wirder hergrstellt. Rom, 28. Oktober. (Stefanü) In Rom und fast allen großen Städten herrscht vollständige Mhe. I» Mittelitalien versuchen die FaSzisten eine Bewegung, «m einen Druck auszuüben, aberdie Regierung stellte energisch die Ordnung wieder her. ntak'chieren hirden, nicht aus.äntiroia'.istischeu Beweg-- gründen,., sichern weil sie wünschendaß der W>lle des KönigZ, nicht mehr von schwachen Mänrern geliiM werde rmps U«die«ze» beim Rom, 28. Oktober (Stefam.) - Der König hat heute «acheinauder Tittoni, De Rieola, Cpcco-Orto und- Salastdra empsanKn und mit ihnen über die Lösung der Mintsterkrise konferiert. Pxsüch Seipel« in Budapest. Auf Ende November verschöben. Wie Pe> Körvespottdeuz Herzog uteldet, ist der- Besuch des Bmt-deskaazlers -S e i p e l bet. dem mtdarischen Wyti-, ' swrpWddnten^GrafenMe th'lä n'".kaüm vor 'der zweiten Hälfte NovmMr M' erivarten, da der Buitdeskcmzler bis' zttr' MediguM'der.' iHlffer - VereiMnungneu durch den Nätivicalrat Me'vkWÄff.. legt^ iw •.Hlest.W'Ä>iHen- «nt ■ die eheste parlameuiarifche Genfer. Kpn-.. Pie Gemeircken und dar SKAierungspr«gr.'KMw Ver RestiersmK. -Der. .deul'schösterreichrsche Gllidtebun-d .mmmt am Dienstag -feett 31. d. in einer Sitzung seines grpßen' AusschuW zu dem Reform- 'und Saniierutvgsprograwin der Buüdesvegierüttg Stellung.' Da' die - SamerAtgsvorschläge des. Bmrd-esreaierinrg sich auch 'in tiefeinschnvidender Weise mit den Gemeindeu beschäftige«, hat die Leltu-ng des» Städtebundcs «die Birrgevineifter. der - größeren. Städte 'zu dieser Tagung geladen, die int Wiener'Rgthatts statffindeL rmd. -bM-ey Stadt'M. B l'.e r j st. e r - dtts Reiepat. §Mttteri }vf.V wai ’M' vf?s:l If i'|i 'ri Yi-'-:- $ CS2^E

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