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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-27 · Heft 1333 (27.10.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1333 (27.10.1922)
Date
1922-10-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M 1888 .vicn,- Freitag Wienev Morgenzeitung. 87. Oktober 1V22 vielte V feet Mann, der den Namen des größten deutsche« Dichters jvSgt, hatte nämlich in einer Versammlung erklärt, er hätte schon dreimal ein ihm vom BormundschaftSgericht angebotenes kchrenamt abgelehnt, weil es ihm nicht einfalle, bei einer Re« K' mg, die nur aus Lumpen und Schiebern bestehe, ein solches zu bekleiden. ,-Wenn ich den Auftrag hätte, in drei Tagen Kbert, Scheidemann — Erzberger ist ja schon im Jenseits — Wirth und Rat Henau umzubringen, dann würde ich es tun", erklär!« -er Biedermann weiter auf der Tribüne eines Versammlungslokals. Er wurde zu neun Monaten Gefängnis und zur Zahlung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Interessant für die Mentalität der Hakenkreuzlergesellschaft ist auch die Haltung deS Verteidigers, welcher vor Eintritt in die Verhandlung den Vorsitzenden Senats-Präsidenten Dr. Hägens wegen Befangenheit ablehnte, weil er bei der Urteilsbegründung im Rathenau-Prozefse den fanatischen verantwortungslosen Antisemitismus als Schuldigen , bezeichnet und auch sonst „seine Abneigung gegen die Vertreter des sogenannten Antisemitismus" zum Ausdruck gebracht hätte. Auch den Beisitzer Fehrenbach lehnte der Verteidiger ab, weil er einmal geäußert hätte, es werde ihm „schwummerig", wenn er das Wort „de-utschvölkisch" höre. Ebenso stellte er Ablehmngsantrag gegen alle Beisitzer, die jüdischen Blutes oder attt Juden versippt" seien. Selbstverständlich wieS der Gerichtshof alle diese Anträge ab. Der verurteilte Goethe unterließ es auch nicht, nach der Urteilsverkündigung die mannhafte Erklärung abzugeben, daß er das „jüdisch-rörüische Recht" nicht «ecknne. Volkswirt. Gestempelt« Krone ----- —.0078 Centimes. Anszahlung Wien --- —.0073 Centimes. zuversichtlich und glaubt nicht, daß der Kurssturz Heiter anhalteu wird. ES ist zumindest mit einem Stillstand im Abwärtsgleiten des Markkurses, wenn nicht, sogar . mit einer neuerlichen Aufwärtsbewegung zu rechnen. a. st. Sn Zürich notierte die österreichische Krön»... 0.0073 ( 0.0075 am 25. OM.) die österr. gestempelte Krone. 0.0078 ( 0.0078 am 25. OKI.) die tschechische Krone .... 17.65 (17.75 am 25. OM.) hie Mark. <X12V, < 0.12»/, am 25. OKI.) Agram ........ 2.22V, ( 2.20 am 25 OM.) Bukarest ......... 8.87 ( 3.60 am 25. OM.) Sofia .......... 3.80 f 8.60 am 25. OM.) Budapest. . . .v. .... 0.2i V, ( 0.81'/, am 25. OM.) Warschau. 0.04V, ( 0.04 >/, am 25. OM.) Der Marksturz. Aeußermtgen eines deutsche« Großkausmannes. Ei« in Wien weilender Großkaufmann äußerte sich über Ke Wirkungen der Markkatastrophe auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland wie folgt: Das dmtsche Geschästsle-ben bietet auch heute in den Tagen des rapiden Marksturzes ein ganz anders Bild als ich es m Oesterreich in den Tagen der sinkenden Krone zu sehen Gelegenheit hatte. Ich möchte sagen, daß auch der Niedergang des Veldwertes sich in Deutschland in geoÄneten Verhältnissen vollzieht und trotz aller Spekulation, die sich jetzt mtt Macht stach Berlin geworfen hat — wo es von internationalen Hochstaplern aller Branchen geradezu winmielt — doch noch eine gefcnfle ReeMtät, die in Oesterreich seinerzeit fast ganz verloren gegangen war, überall obwalte-t. Dies liegt im Unterschied zwischen dem deutschen und österreichischen Geschäftsmann, über den ich mich ganz aufrichtig äußern möchte. Der «vutfche Geschäftsmann sieht die Zart, da fein Vaterland von finer schweren . Krise heimgesucht wird, nicht als Konjunktur für groß« Profite an. Gr ist im Gegenteil bereit, wenn nötig, seine rrgene Lebenshaltung zeitweilig eiNzuschränken und dadurch in ver Lage, das Fortschreiten der Teuerung doch einigermaßen zu bändigen. Dem Beispiel des Unternehmers kommt nämlich dann auch der Arbeiter leichter nach und die Lohnerhöhungen erfolgen nur schrittweise und keineswegs in jenem Höllentempo, das notwendigerweise in Oesterreich Platz greifen mußte. Gewiß nimmt mit dem Fallen der Mark die Teuerung zu. Aber die Kurve ist laug nicht so jäh wie sie seinerzeit in Oesterreich war und man wird daher in Deutschland auch bei fortschreitender Teuerung viel länger billig Ankäufen als man eS in Oesterreich tun komtte. Momentan sind wir natürlich für die Geschäftswelt von ganz Mitteleuropa eine nicht zu schlagende Konkurrenz. Es gibt fast keine Branche, m der wir nicht zu den halben oder mindestens mn ein Drittel billigeren Preisen produzieren können, als es Oesterreich augenblicklich imstande ist. Um nicht in Kurze ausverkauft zu werden, sind strenge Ausfuhrbestimmungen uttd Ausfuhraufschlägo erlassen worden. Wir machen den Kreislauf dar Preiserhöhungen, wie gesagt, nicht dn vollen Umfang mtt, weil der deutsche Kaufmann die Ware, die er noch zu billigem Preis erstanden und auf Lager hat, memalS sofort zum höheren Tagespreis, sondern zu dem mäßig erhöhten allen Preis verkauft.' Gewiß hat er dann bei der Neuanschaffung seiner Ware höhere^ Auslagen, aber dadurch, daß er er selbst mithttst, das Dsnrpo der Verteuerung zu verlangsamen, hilft er ja sich selbst und nimmt kleine Opfer — zum Unterschied vom Oesterreicher — gerne auf sich. Ein Spagiergang durch, eine der großen deutschen Städte würde dem Oesterreicher selbst in den feinsten und vornehmsten Goschaften Preise sehen lassen, die seinen Neid ervsgen müßten. Ich habe in Wiener Sladtgeschästen erstklassige Herrenhemden zu 160.000 bis 180.000 Kronen gesehen, und kann Ihnen sagen, däß^ dasselbe Hemd in Deutschland, in Kronen umgerechnet, um weniger als die Hälfte zu haben ist. Dasselbe gilt von Schuhen^ Strümpfen,. Kleidern, Stoffen usw. Bemerkenswert ist, daß die ganze österreichische Bücherproduktton mch Deutschland gegangen ist, d. h. daß fast alle österreichischen Verlagsfirmen Druckaufträge in Deutschland gegeben haben. Eine Vorhersage über den weiteren Verlauf der Dinge Öwer. Die deutsche Geschäftswelt ist trotz allem Gin Konflikt in »er vesterreichifchmigari chLN Bank. Zwischen Beamtenschaft und GeschäftÄevtung der Oestzerreichisch-rmgarischen Bank ist es anläßlich der Fordvruug nach Bekleidungszujchüssen zu Differenzen gekommen, die zu einer stanken Erregung des Boamterckövpers. geführt haben. Die Beamtenschaft verlangt die Bekleidungszuschüsse in der Höhe des Än Kollekttvvertrag zwischen BankenveÄand und Neichsvevein der Bank- und Sparkasseubeamten festgelegdm Ausmaßes. Die Geschaftsileiitung will diesen Anspruch nur bis zu 55 Prozent anerkennen. Den Hinweis ans eine etwaige Leistungsunfähigkeit des Noteninstiibutes läßt die Beamtenschaft nicht gelte«, vielmehr beantwortet sie dies mit den gesteigerten Einnahmsmöglichkeiten der Döviseuzentmle, den Möglichkeiten höherer Ginnahmen in soustiigen Zweigen deS Geschäftes. Die Verhandlungen find nun insbesm'dove dadurch in em k r i t i s ch e s Stadium gelangt, als e*m Vorschlag der Berufsorganisation der Bankbeackten, der sich unterhalb der im Kollektivvertrag normierten Sätze bewogt — allerdings nicht.in jenem unakzeptzabLen Ausmaße, wie dies die Göschäftsleitung bietet — von dieser aibgelchnt wurde. Angesichts dieser Haltung der kompetenten Faktoren im Notemnstttnt ist es nicht ausgeschlossen, daß es in der nächsten Zeit zu Störungen in der BotrvebSabwicklung insofern kommen könnte/ als sich in der Beamtonschast nahezu einmütig eine Strömung bemerkbar macht, auf dieses man'gslnde Entgegenkommen der Leitung des NoteuiustttuteS mit der Einstellung von Mehrleistungen zu antworten. Die Aufarbeitung des Materials in der Devisenzentvale nimmt fast «täglich die Arbeitskraft der Beamtenschaft bis in die späte Nacht hinvin in Anspruch und auch im Noteniriftitut rnacht ein weit über die normale Arbeitszeit hruausgchendeL Pensum unbedingt Mehrleistungen notwendig. Die Erogung in der Beamtenschaft nimmt mn so schärfere Formen an, als eS eine bekannte Tatsache ist, daß die klaglose BetrLÄSabwicklung unter den schwierigsten BerhAtnisien nur dank der hingebungsvollen Tätigkeit der Angestellten und Arbeiter möglich war und auch heute noch ist. Einfuhr- »mb Devise«bewillig»«gr« in I«gofla»i«». Wie das Handelsmuseum mitteilt, dürfen auf Grund der Verordnung des jugoslawischen Finanzministeriums vom 16. Oktober l. I. angesangen von den Devisenausschüssen der Ncrtionalbank Einfuhr- Äezw. Devisenbe-Willigungen nur in folgenden' Fallen erteilt werden: Die Bewilligungen für den Ankauf von Devisen können die genannien Ausschüsse in dem Falle erteilen, wenn es sich um eine Bezahlung der Ware handelt, welche vor dem 2. S e p t e m b e r d. I. bestellt wurde und wenn die -betreffende Bestellung am 21. Oktober angemeldet wurde und die Zahlung auf Grund von Wechseln, Kouossamenien, Rimessen oder am 2. .'September getroffenen Vereinbarungen zu leisten ist. Für jene Ware, dve nach dem 2. September bestellt, b-ezw.,' die bis zum 21. September nicht augemvldet wurde, unb; welche sich auf Bahnhöfen, Zollhäusem oder bei Spediteuren' in unserem Staate befindet, kann von den Ausschüssen die Einfuhrbewilligung erteilt werden, damtt die Ware verzollt 'Md entladen werden kann mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß diese Bewilligung für diesen Ankauf für spätere DeürsUnankämse.'nicht bindend ist, weil der Devisenankauf für diese Fälle durch die neue Devisenordnung geregelt ist. -Die Parteien müssen solche Bewilligungen gut aufbewahren, weil sie später'bei weiteren Ansuchen vovgelegt werden müssen. Genau so können die Ausschüsse die Einfrchvbewill-igung für jem Waren erteilen, hie Mt Dinars gekauft wurden, wenn der Beweis erbracht werden kann, daß sich *bcr ’ ausländische Verkäufer damit einverstanden erklärt hat, daß er' für die bewilligten Dinars keine Amveisungen in fremder Valuta verlangen und seine Forderungen in Dinars in Miiferem Staate verbrauchen werde. Die Einfuhrbewilligungen für Waren auf neue Bestellungen können die Ausschüsse bis zur Herausgabe' neuer Bestimmungen nur im Falle von Lieferungen für den Staat erteilen. Diese Bewilligungen können auch'für dir unumgänglich notwendigen Jndttstricartkel erteilt werden, wie für' Rohstoffe zur Verarbeitung für Material und Werkzeuge ztir Aufrechterhaltung des Betriebes (Kohlst Koks, Maschinenöl usw.).; '; Die Bewilligungen für die Einfuhr von Lebensrnittel« int Zusantmenhange nnt der Aktion zur Bekmnpsuüg. der Teuerung. erteilt das Ministevium für Sozialpolitik ürtd^ pie hierzu, notwendigen Devisen werden vom Generinfpektorat des Finanzministeriums beigestellt. . Wenn die eiltgeführten Waren durch eine Spchifioysfivmr iesttlautzen, so werton die JrachtgeM)ren bloß m Dinar zu entrichten sein. ' Die tschecho-slowakischen Forderungen in Polen. •; Bon Dr. Norbert Salpeter^ Sekretär des Zentmlverhanides der Kaufloute Kleinpolens. Wie in anderen Tandem mit fchlvacher Valuta droht auch in Polen den Schuldnern in tschechischen Ktonen wegen:der enormen Kurssteigerung derselben die Gefäbry düng der wirtschaftlichen EMe^z. Die regen Handel'sveziehuiMtt, welche die galrzischen Kaufleute mit der tschechischen^ Industrie seit Jahrzehnten pflegten, haben sie. auch nach >dvm Zusamureubruchc fortgesetzt. Bis Juni d. I. berügen viele Äautteute tschechische Iudul'triepvodutte. insbesondere Textilwaren, Eisen Glas, Schuhe und Leder- Waren, bei welchen Kredite getvahrt wurden. Infolge der rapiden Kurssteigerung der tschechischen Krone (seit Juli d. I. von 70 Polenmark für eine tschechische Krone auf 880) sind die Handelsbeziehungen unterbrochen wird die Schuldner, welche die Waren meist auf Gvuud der Kalkulation 70 Polenmark gleich 1 tschechische Krone verkauften, sind jetzt außerstande, ihren Berbmdlichkeiten rrachzukomnren. Deshalb haben sich die galizifchen Importeure, Kaufleute wie Industrielle, durch ihre bemflichen Berbättde zufammengeschlossen, um gemeinsam bei den tschechischen Gläubigern einen durch die Bevhältmsse gebotenen Nachlaß zwecks Ermöglichung der Bezahlung ihrer Schulden zu erwirken. In der Voraussetzung, daß die tschechischen Gläubiger keinen Valutagewinm beanspruchen werden, da zur Zeit der Warenbezüge die schechische Krone laut Züricher Parität zirka 10 Centimes stand, glauben die Schuldner, daß es auch im wohlverstandenen Interesse >der tschechischen Gläubiger liegen wird, ein weitgehendes Entg^genlcmmen bezüglich der Zahlungsrnodalitäten zu zeigen. Um eme Uebersicht über die Hiche der Schulden zu bekommen, hat die Handels- und Gewerbekammer in Krakau eine Registrierung der Schulden in Krakau vorgenommien, bei welcher vorläufig zirka 30 MMonen tschechische Kronen angemeldet wurden, was laut heutigem Kurse etwa 12 Milliarden Polenmark ausmacht, eine Summe, die als Betriebskapital überhaupt nicht vorhanden ist. Hierbei sind itUr die Zahlen aus dem Krakauer Handelskammersprengel erhoben, welcher kaum den zwanzigsten TeÄ Polens umfaßt. Man hofft, daß es gelingen wird, mit den tschechischen Gläubigern zu einem Einvernehmen zu gelangen, nicht nur deshalb, well diesen hierbei infolge der Höherbewertung ihrer Krone kein Schaden erwachst, sondern auch weil es im beiderseitigen Interesse liegt, die alten Geschäftsverbindungen weiter zu schalten und zu fördern. Kredite für Industrieunternehmu«gen in Polen. Warschau, 25. Oktober. (Tel. der Mr. Morgenzertung".) Im Handelsministermm werden Vorbereitungen zur Einleitung einer großzügigen Krchitaktion für Industriezweige vorbereitet. Große industrielle Unternehmungen können bereits um Kredite bei «der Industrieabteilung der Woiwodschaftsabtellungen e'mreichen. Für die Erteilung von Krediten kommen nur solche Unternchnnrngen in Betracht, die bereits tätig sind und denen es nur an Betriebskapitalien fehlt. _ Krone und Mark. Die gestempelte Krone ist gestern in Zürich unverandett gebllebrn, dagegen schwäch!e sich Auszabiung Wien von 00075 «uf 0 0078 ob. Die Reichsmark erholte sich u« eine Kleinigkeit auf 0.12'/,. 3n Berlin kam die Kaussebewegung der Devisen zum 6!!!!- fiand und es traten mäßige Rückgänge ein. Dle t i ch e ch i s ch e Krone schwächle sich in Zürich von 17.75 aus 17.65 ab, die ungarische Krone von 21»/. auf 0-21V-. dagegen war Zahlung Agra« um 2'/, Punkte höher. Devise Sofia setzte ihre Aufwärirbewegung von 3.60 aus 3.80 fort. Bemerkenswert ist der starke Rückgang des f r a n z ö i i s ch e n F r a n k e n. der m Zürich von 39.15 auf 38.10 und der Lire, die von 22.17 aus 21.70 gesunken ist. In Wien fand gestern kein Clearing statt. Raschi« über hie Rückzahlung der Erlagscheine. Prag, 26. Oktobor. In der gestrigen Moriätsfttzuug des BaMiusschusfes im FManInttmstemdM beitvnte FinanzlUMister Doktor Rasche^ daß er, neuerdings au die Spitze des BantMsfchusses gestellt, der TättgkeÄ desselben die größte Sorgfalt widmen wolle. In Besprechung der wirtschaftlichen Lage verwies der Ministsr aufHmige Anzeichen einer We ndun g zu >n Besseren. Weiters erklärte der Muister, daß die, BorbcreÄungsmibeiten für. die Rückzahlung der bei d.>r .Notenabstempolung aiusgsgebsmn Erlagscheine srwsvtungLgsnmß noch vor Jahresschluß beendet sein werden, so daß es möglich sei, mit der Rückzahlung der ErlagscheÄve Wer die bei der dwimabstempelung zurückbehaltEn Noten vonr 1. Iämwr 1923 an zu begin-nen. Eine wichtige Erleichterung der Einfuhr. Die Zollämter waren bisher rrur evmächttgt, einzelne Postsendungen bis zum Betrage vom 100.000 K. zur Einfuhr zuzulassen. Durch die Intervention des Gremiums der Wiener KaufmannschLlft ist es nunmehr gelungen, diese W e r t g r c n z e auf 6 0 0.0 0 0 5r. zu erhöhen, eine Maßregel, die für bic österreichische Kaufmannschaft von sehr großer Bedeutung ist., Konskriptton der österreichischen und - ungarischen VorkriegstitreS in Holland. Berlin, 22. Oktober. (Wolfs.) Die msdeEndische Gesandtschaft teilt mit, daß' die n: e d e r l ä ndischen Besitzer von nicht sichergestellten Österreichs schon und ungarischen V orkriegs-Staats-. schuldverschreibungen ihre Tttves bei gewissen holläMschen Banken anMnelden und einznrvichen hoben. Interessenten erfahren darüber Einzelheiten bei der Doutschen Bank «dn BevlÄr. Die ErnreichuugsfDist läuft mx 15. November ab. Abbruch der italienisch-französischen Zollverhandluilgen. Rom, 26. Oktober. „Giornale di Roma" gibt dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Verhandlungen zwischen Italien und Frankreich über Z o l l h e r a b s e tz u n g e n von Frankreich abgebrochen worden seien. Das Blatt wirst den Vertretern Italiens Mangel an Geschicklichkeit vor. Ausgabe neuer Geldzeichen in Sowjetrußland. Das Volkskommissariat für Finanzen hat dem Rate der Volkskommissare ein Projekt betreffs der Ausgabe, rreuer Geldzoichen für das Jahr 1923 eingereicht. Ein Rubel des Jahres 1923 soll einer Million Rubel der Emission-1921 entsprecherr. Diese Maßnahme soll den Gcldverkehr erleichtern und steht in gar keinem Zusammenhang mit der Emission von Gokdnoten. Die neuen Geldzeichen werden keinen eigenen Kurs haben und nach denselben Gesichtspunkten behandelt werden wie der Sowietrubel. -

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