Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1329 (23.10.1922)
- Date
- 1922-10-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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( "* ~ ' V1 -JpW * J .> * ■ ' ■ (l ' '-\%i %**$%'* e,> v ' - ^»>1.. lüizdinianirK700 Wien: Zmn Abholen ha Her Expedition, II.,Tabor*tr.1*3, oder in einerVerschleieaUlU (frafik) monatl. K 3OJ0Ö0 \ j Poajtvelrsend furWienn. Oesterr. monatl. K 30.000 T« ch e e ho-S.l ow'a kei.t Mon. K20. Ungarn: Mon« K 600. J ngoslawien: Mon. Dinar 30, Polen: Mon. Mki 2200. Deutschland: Mon. 'Mark 300. Franko ' Belgien: Monatl. Fres. 8 ■K*-NsebB«'1ilea<«a HW ricn«ehOii»Tei!av«T« «scli«<h. K 1.20 11 a I i e p: Monatl 10 Lire Rumänien. Bu^gajjen: Monatl. 00' Lei berw-Lew» Schweir übd da« Übriga Ausland monatlich FVes. 3. Redaktion u.Adminlstration Wien, II., fiböiatrasse 1—3 relephonetMWz-!-!^ ab 6 Uhr abend# 16*301. Tel* Adr.: .Morgenxeitnng“ v Wien: v >■ Oesterreiehische* Pestspar- lassen-Konto Nr. 150.693 . Nr. 1329 Wien. Montag, 23. Oktober 1922 4. Zahrgaug RegiernngswechfÄ luEngland Law betm A-yis- LondoH^Sl. Oktober. (Reuter.) Der K ö n ig .hat heute Bonar Law in Audienz empfangen. ÄcketLäüminister: Bo § c ave it hat B o n ar Law seine Anter-' siützung zugesagt. . Bonar L-V — Kandidat der EiLH. ' Lvddsa, 22 Oktobers Mdlff.)DerDniali^ liberale' Schatzkanzler Ma cKenna erklärte einem Herichterstatter 'der'.„SundayHeiüld^ gegenüber.- seiner Ansicht nach werde Bon a r L aw bei den PaMmentswdhlen als Kandidat der Cjty airftrete».fjr■< - - Lord Derby will in die Regierrmg gehen. London» 21. Oktober. (Reuter.) Lord Derby, der in Manchester und in Boltün Reden hielte 'er-litte, daß er der Partei der Unionisten auf ihrem : neuen. Wege folgen werden. Er sprach sich, ge gen eine Koalition ans, trat jedoch für eine Zusammenarbeit ein, die, wenn auch die Koalition tot: sei, möglich Hübe. Er gab dem- Wünsche Ausdruck, an den-Liberalen, die an der Koalition teilgenommen haben, k ein e Rache zu nehmen und zollte Lloyd Gr oirgieals seinem ipersonlichen Freunde und als Staatsmann Lob. Lord D e r by schloßt mit der Erklärung, daß er: niemals.nach .einem Pottefeuille gestrebt habe, daß. er es aber, falls' es ' hm an ge b o t e n wch r d e, an ne % men werde. 5 KaMpfansage dev AxbeitetyarLei. die Möglichkeit, däWHie Ko alit i.-o n w ie de r ^üusleben '.und :die- AMiterpartei bekämpfen Tonnte, Die Partei würde in einem: solchen den Kamps bis zum äußersten führen. ' ' Hgs' SyKdLkÄt >e.v Merrbahner gegeV - Lloyd GLvrge.' London, 22. Oktober. (Reuter.) Das Nuterl)aU§ Mitglied und' Sekretär : des Eiseubahneisyndikats Thoyras hielt in einer 'Eiseilbahnerversautmlüng in Carlisle eine Rede, worin er die sofortige Auflösung des Parlaments.forderte. Er wies darauf hin, daß Lloyd George die bei den Wahlen tut Jahre iül8 gemachten Versprechungen nicht emgehalten habe, und trat dafür ein,' daß Großbritannien die vertrauensvollen Beziehungen mit dem Auslande, die gegenwärtig erschüttert feien, wiederherstelle. ' Bonsv Laws Mo-Zramm... : Londi«, 28. Oktober (Tel.-Komp.) Das Regi:nmgsprograntm Bonar La Ws wird folgend? Punkte enchalten: Keine Intervention in . kontinentalen Angelegenheiten Freundschaft und Entente mit Frankreich als Grundlage der znLnnftigcn Kont^entalpolitik Englands; Einschränknng der auswärtigen Unternehmungen, namentlich / im Orient; Sparsamkeit in den Ministerien; Wiederherstellung der pariamentatt'chen Kontrolle über die Ausgaben: Herabsetzu ng der Stertern, besonders der Einkommen- - Neuern und der indirekten Steuern. Die.: Orrerrtko«fpreM.^ in Auch Rußland soll veigezogen werden. Parl.S, 21. Oktober. (Havas.) Die Kabinette von London, Paris und Rom sind zu einem fast vollständigen Uebereinkommen gelangt, die Orientkonfcrenz für den 13. November nach Lausanne einzuberufen. Die Meerengenfrage würde g e s o n d e r t' behandelt werden und sollen zu diesen Teil der Konferenz außer Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Rumänien, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei 'aüch Ru ß l a n d, Georgien, die Ukraine und Bulgarien eingeladen werden. ' i : Gestempelte Krone An-zahlung Wien 3tt Zürich notierte bie österreichische Aron.» . . die ksierr. gesiempelle Lrone. die tschechische Krone .... die Mark. Aoram Bukarest Sofia . Budapest ~,0<i78 LentMik*' —.0072 CeMW 0.0072 O.OC78 1795 042V* 2,40 345 3.45 0.311/. ( 0.0072 ( 0.0078 U8.r- ’ ( 0.12V« (2.50 (3 40 . I 3.60 ( 0^27» SM* am -1. ykl.) ack Ll. Ml.) .ach Hv:VKt.) am ri- M) ach M Mt am am.SlL.vw.) m Drei It« vier Milliarde» »euer Note« tLgiich. Berlin, - 22.- Oktober' 1022, Die - Pttisrevoku-- tion hat sich in keiner« früheren Periohs^ in DeuWland so ungeheuerlich nusgewirkt,so fessellos. ausgetobt. wie diesmal. Biele Industrien, die Ihre Preise,- uM zwar miD -i nur die' ausländischen Rohstoffe in' ihnen, sondern auch den: inländischen Teil der Gestehungskosten wie Kohlen, -j Frachwn, Lohne, schon im wollen Dmsange -der Devisen-: steigemng (also nhermäßjg)- unter Hinweis auf. einen angeblichen, aber -weit über den gerechtfertigten Umfang , hinausgehenden WiederbeschaffurlgDreis -nach", oben s.reguliett Hatten, , schlugen nun die doch bereits einkalkulietten - nachfolgenden Erhöhungen üer mländischen Löhne/ Transpottkosten, -Kohlenpreise usw. noch einmal auf ihre B e r-' k a ufsp.reis e mit - dem Erfolge/daß an den Zahlungstagen jetzt der - Geldbedarf einen umso-gewaltigeren Umfang erreicht. . /• :;./.• Alle anfgesammelten Geldreserven ' find nicht ausreichend, vor allem.aber: ergab es sich, daß. selbst dort, wo' die in-Bankguthabenform angirfarnmelten Reserven vorhanden ivaren, nicht genug Zahlungsmittel zur Verfügung: standen, uni die Giroguthaben zrrrealisieren. Die Reichsbank hat ihre: Notenproduktion in ^en letzten Wochen ins. Riesenhafte gesteigert, sie hatte; täglich drei bis vier Milliarden Noten -in den Verkehr gegeben; aber den Ansprüchen des Verkehrs genügen auch diese riesigen Mengen nicht. Allerdings;wird von der Reichsban? behauptet, daß Wiele Finnen .MMncchrnittel-anfoiLern.' .Ue'.Mt. üherMrchtt LeqÄiwen gertfütt -einen nochgrößten erwarteten ZahlNygsbedarf au-jzüspeichem oder aber, um sich 'durch die ' Ueberfordcrüng angesichis der in letzter Zeit häufig vorgenormnenen Rationierimg - der Banknotenzuteilnng wenigstens den wirklich gebrauchten Betrag zu sichern. ' "* Dazu kommt noch etwas anderes!., In der letzten Zeit macht sich eine stets wachsende . Nachfrage des Auslandes nach deutsche» Zahlungsmitteln geltcatd. Auslairdische Banken, besonders holländische, schweizerische, arnerikanische und tschecho-slowakische, suchen nicht nur ihre deutschen Markguthaberr zu verwendeit, sondern sie richten auch an deutsche Banken/ ja sogar an größere Industrie- und Handelsfirmen das Angebot, ihnen ümfängrerche Markbeträge gegen exorbitant hohe Zinsen * — genannt werden Sätze, von 50 bis. 60 PvozM für drei » Monate —- zu leihen. Diese -Gesuche, die trotz der derlockertden Zinssätze von den deutschen.Bankett' fast durch- Wegs?abgesehnt werden; beweisen zweierlei. Einmal, daß der Drarkbesitz des Auslandes im Lause der letzten De- . -visenbewegung statt zusammengeschrumpft sein muß., oder doch/?daß?er trotz eines noch immer großen.UmsLN^mcht Mehr erheblich genug ist, um bei. den jetzigen hohen Preisen als Gegenwert für namhafte - Warenkaufe - m -DeptsKland , 'auszureichen. Solche Warenkäufe, vielleicht anch.-Aktter^ Mnd Grundstückskäufe, will aber offenbar daß Ausland jetzt in Deutschland' noch in erhebi.chem. nehmen, weil es fürchtet, daß es nicht mchv sv günstig wird karlsin können, wenn die deutsche PaküÄ, ln., der nächsten Zeit stabil bleibeu.-svll^ -und - die.i^nümds- Preise i.sich mit ihrer großen, int Gang befindljMn.Oteitzeruyg ihr erst voll angepaßt haben. Um äber-WeM' Risiko einer etwaigen Berschlechtemng der deutschen-Mark nicht ausgesitzt zu '.sein, wollen die ausländis^w Hnteviessenten. die - von ihnenbenötigten MarkbLiräß^.u kaltf 1 ich erwerben, sondern sie Nur Mgcht. hohe . Zinsen, die sie durch vorteilhaften Warenemfäsis wieder Hereinzubttngen.hossin,, leihen.^\ ' Vielleicht.hartdelt es sich teilweise auch MM Wa iss s e» spekulationen ' gewisser arwländischcr i'Hwisi' m deutschen. Matt, dä die' betreffenden Kreise ansi-Hnen, daß die'jetzt' geliehenen Markbeträge später in.enHettetern WMe.vvn chneN. zÜrü^Mhlt 'werdM^ //Wildem Matt und speziell nach zu der Verschärfung der Zahlungsinirtclnot itt MütMajid nicht unerheblich hei, und da es sich um Leihnachfrage, nicht um Kaufnachfrage handelt,: kommt sie nicht einmal der Mattvaluta zustatten. .. Berlin, 23. Oktober. Nach einer MittMmg . de/. „Monragsogst" hat der Reichskanzler sür hkute itachmittags die Führer der Patteien zu sich geLeten,' uw mit. ihnen den Zusammenbruch der deutschen Währung und-dieidamit Zusammenhängende Teuerlrng zu beraten. Die^ Fräktjonen . werden vorher im Reichstag Besprechungen abhalsin.. „Die Welt am Montag" spricht von einer gvund. sätzlichen Neuregelung des Devisenvettehrs. Die Mordylärie dev Htttzenkrerrzler. . Das österreichische ReformprogvaMM. Mehrere Verhaftungen bevorsteheud. G yrLnr, 22. Oktober. Zu dem geplanten Attentat auf den Reichskanzler berichten die Blätter, daß Oberreichsanwalt Ebermayr gestern in Berlin; emgetroffen ist und die Leitung der Untersuchung in die Hand genommen hat. Der in Hagen verhaftete Attentäter ist vom Oberreichsanwalt vernommen worden, wobei er seine Angaben wiederholte, daß er von a nderen Personen zur Verübü.n.g desAttentatS auf den Reichskanzler äugest ist et worden sei. Die Beamten der politischen Polizei sind noch mit der Prüfung der Angaben, die kein es w egs zwei felsfrei erscheinen, beschäftigt. Der Oberreichsanwalt hat nach Information der „Deutschen Allgemeinen Zeitung^ alle zuständigen Stellen aufs strengste verpflichtet, keinerlei Einzelheiten über die-mit aller Energie gesühtte Untersuchung in die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen. * - Berlin, 23. Oktober. Der „Lokalanzeiger" will erfahren haben, daß als Ergebnis der bisherigen Evmittlungen in der AngelegenM des geplanten Attentats auf den Reichskanzler die Verhaftung mehrerer kompromittierter Persönlichkeiten vorgenommen werden soll. l Die Brrliuer -KsmMA-AisteZm'n uhrn. Beisetzung der Opfer. > Berlin, 22. Oktober. Heüte/sand di-Ticruerfeier für die bei den letzten Unruhen am vergangenen Sonntag geröteten Kommunisten statt. Beisetzung und Trauerfeier Verliesen ohne jeden Zwischenfall. Bevorstehende Demission -«» Kabinett» Belgrad» 22. oiwber. N»j> . einem xwiichni den Radikalen und den Demokrasin gegossenen Ue-her ein», kommen wird das Kabine11 Pasic Äufang R»»e«rer de»iil.i«»ie»«^ - ‘ : v*’ '//> / Die Arbeiterinternationale protestiert. Das Reform- und Sanierungsprogramm bildel gegenwärtig den Gegenstand der Verhandlungen mit den Delegierten des Völkerbundes. Zur Behandlung der Einzelheiten des Programms werden Delegierte des Finanzministeriums von Fall zu Fall herangezogen. Die Beratungen nehmen, wie uns mitgeteilt wird, einer, vollständig glatten Verlauf. : Inzwischen hat bis Jnternaüormle Arbeitsgemein schast sozialistischer Parteien a u f A n t r a g d e r f r a nzösischen Mitgliedsr einen Ausruf cut die Arbeiter aller Länder erlassen, , in dem es laut „Arbeiter- Zeitung" heißt: . „Das Exekutivkomitee der Internationalen Arheitsgememschaft Sozialistischer Pavteieil lenkt die Aufnrettsomkeir per Proletarier aller Länder auf bas Manöver deß internationalen Kapitalismus, der unter dem Vorwand, Oesterreich Hilfe In bringen, es in Wahrheit darauf abgesehen W, dieses europäische Land einem Protektorat zu mnterwersin. wie es die kapitalistsichen Großmächte in Marokko und in Mesopotämiem aufgerichtet haben. Das Exekutivkomitee wendst sich mit allem Nachdruck gegen die Folgen des Genfer Vertrages, der durch die Einsetzung eines Ge neralkommissärs und einer SMtrvklkommtsiion der Entente das österreichische Bolk sivingen will, eine vorübergehende Hilfeleistung.mir dem Berlust seiner Freiheit zu bezahlen und sich der Fremdherrschafr zu unter- 'werfen. ..... . V.v .. Einberufung des ^ristkchfozialeu P«tettagrs. . D«r.Wiener christlichsoziale Patteirat hielt axti Samstag eine Sitzung ab. in welcher Parteisekretär National^ 'Sch ö n st einer berichtete, daß die Vereinbarungen des Bundeskanzlers in Genf und deren parlamentarische Da- Handlung die. Neichsparteilcitnng veranlaßt haben, stir ^den '28. und 29. Oktober dieses Jahres einen a ntz e eordentlichen ReichSparteltäg nach Mt-n/ein- «rberusilt. Den einzigen Punkt der TageSorhtrung htlbs 'sur.politische und wirtschaftlich«. Page! -'küMer Dr. Seipel und Fmanz'.:'inist"r W