Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1328 (22.10.1922)
- Date
- 1922-10-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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' ‘ ' “ r, ' ' Kr. rvr-8 Wien, Glnmtag Wiener Morgenzettung. 22. Oktober 1922 Seite 9 Sine Grttkrone ----- 14.94V Pnpier- Lronen. , Besserung der Goldparität. Die Geschäftsleituug der Oesterveichisch-MMvischen Bank -eilt mit, daß die Goldparität (Umvechmingsverhälinis betreffend die Zollzahlungen in Gold) für die Periode vom 28. örs 29. d. mit 14.940 K. festgesetzt wovden ist. In der letzter Woche betrug die'Goldparität 14.970 K., es ist. also eine Besserung um 80 Papierkronen zu verzeichnen. Keren Kajemeth l'Israel, «ckidischer Naftonalsonds, II.. Taborstrahe 59, Lclepdsn 40-3.16, Ausweis Nr. 12/2 vom 6. bis 11. Oktober 1822 ----- 3,548.097 — H. Fm Jahre 1922 insgesamt 46.829 396 fl. —. Zentrale: Nowaczek 50.000, Emil Knoll (Maribor) 200^0, Zahr'eitb. a. N. Lhana bath Zipöra Gold 2.. Degiue Pick gest. Fuhrmann 12, Rah. Dr. Baruch Markul es 21. Ernestine Finke Doth 23. Abr. Teicher 29, Tischri je 10 070; Judith Rosenthal a. N. Mirjam Kantor anl. ihrer Geburt 10.000. — 1. Bezirk: d. Fr. Riitermann: Pollaczek, Funk L Grünhut 69.000, Ftandrok & Lord. Dr. Lia Gelbtuch je 10.00', Div, 9;84. — §. Be. zirk: Lotit Mayer 13.904, Mol. Müller 20.000, Geschw. Blaustem 18.7(0, D'v. 65.696, $. ©. für Coupons d. Colontalbank 197.147, Verein Emeth-We'chu'om 52.000, Thora^p. David Leisner, Ulrich Kah je 10000. Markus S'kerschatz (F d.) 25000. F. Grünberg L0.000, Friedrich Prinz, Fürsorgerat Lgnaz Stern, Kerm. Pauker je 10.000, Div. 132 0; Pratersprengel: Minjan für Sokolowhain 1,000.000, d'. Epler 16.250, Keinrich Nebenzahl l0.000. — 3. Bezirk: Dr. Waller Werner 20.(00, Isidor Schwärz 10.000,' Fric-dr. Neuländer 15.000, Lakob Low 40.000. Dagobert Wlaschim 30.0 JO, Div. 3000.4./5. Bezirk: d. Kerzberg: Anl. Barmizroah Egon Rietz 53.200, Div. 77.056, Div. 10C0. — 6. Bezirk r Menvrah d. Rubin: Adolf Rosenbaum 10.001. Div, 7999. Div. 10.687. - 7. Bezirk: 25.000 - 8. Bezirk: Z. G. V. Lordania d. Spiegler: P. G. 20. 00, Div, 5240. Killet Badian als Thoraspende 100.0 0, Div. 11.000. — 9. Bezirk: Markus Pilpel 22.000, Makkabi IX d. Liesl Waig Artur Rosenberg anl. i. Vlbg. mit Frl. Trude Schwarz 50.0 0 Kugo Drünner 15.000. Dr. Z. F. Finkelstein lv.000. Div. 9700. Div. 1229. - 10.,11. Bezirk: Gold. Buch 16.00). - 12./15. Bezirk: Abr. Zahler 32.000. Fr. Dr. Lisa Geier 50.000. Div. 1441. — 16./17. Bezirk: Kirschmann 30.000, Div. 21.000. ~ 18./19. Bezirk: d. Dr. Kirsch!: S. Rosen 25./00, Salomon Guttenberg 20.(00, M. Stern 10 0 0. Oberrec! nungsrat d. R. Nathan Dorfmann 20.0 0. — 20. Bezirk: Kultursekiion: Nathan Feuerstein (Minjan) 17.200, verl. Schachwette der Ku'iurekt. an S. C. Bar Kockba 10.0M. Emlg. fi. Zuckerkanl 13.100d. K. Seqall: Will). Feldmann 20.(00. Div. 1800, Div. 17.000, Kitachduih: Dr. Kirschhorngalten: Dr. CH. Tartakower für Thoraspende anl. Barmizwah s. Sohpes 10.000, Spenden d. Darrülzwah s. Sohnes 57.640, Dr. Tartikower 15.000, LH. Zion d. Schärfstem: Mendel Lohn 10824, Div. 6201» AK. Landesvrrb.: Dr. Arnold Brod (Kadima) 10 l:00. — Afl.mz; 5. Kollander 10.000; Erlauf 4000; Grnündm: Jakob u. Rosa Estermapn 13.000; Graz 7000Kaüueilh 3COO; Linz (Ausw. 11 Ka/plmannxGrutz 15.000, Erwin Piskaty, Berta Piskaty je 10.000; Siegfr. Keßler. A. Jelinek je 115.000; Em Sand 10.000, Cm g. Fritz Pisinger 46.000, Div. 3000, BüÄsen-- teilergcbnis 69 640; Glückwunschablöse: Fam. Fürst 10.000, Lina Schapira 20.000, 21. Lederer, Kemz Kauplschein, D. K'rschseld, Em. Sand. ' Lederer je lo.OtO, Div. abzgl. Spesen- 200,500; Loosdorf 50<.0; Salzburg d. Frl. Dora Schwarz: Dora Schwarz 100.000, Master Schwarz 20.200, Jul. Levi 10.100, Div. 7260^Steyr 3000; Tallesbrunn 1000; Wörgl 1000 Das Neueste ist. . . Das Neueste ist nämlich das achttägige Operu-uutemchmen. Es kam, sah >mrd ging pleite. Anscheinend waren bei den Reklamefanfaren so viel Posaunen und Trompeten. verwendet worden, daß hcmn das Blech ausging... Vielleicht Ivollte ntan auch der Mitwelt deutlich demonstrier :it, wie rapid der Wiener Blittelstand zugrunde geht. Man hat setz: das beste Bergleichsobjekt — schnell wie t'e Mittelstandsoper. Eine kurze Woche lang sah sich der Herr Negierungsrat schon i n dreirnal gewendeten schwarzen Anzug erwartungsvoll in den letzten Reihen einer allerobersten Galerie sitzen, eine kurze Woche lang wurden Stella und Willibald, seine beiden Sprößlinge, uingeheud über den Unterschied zwischen Spieloper, großer Oper, Mittelstand und Staat (beini Mittelstand kommt es gleich z.nn Krachen, beim Staat dauert es ein bißchen länger), belehrt, eine kurze Woche lang kramte die Frau Regierungsrat mit der linier: Hand in ausrangierten „Melodienkränzen", „Sangesperleu" usw. und mit der rechten Hand in lausrangierten Abendkleid: :n. Mer'es scheint den Weisen doch nicht ganz gelungen zu den Unterschied zwischen der Mittelstandsoper und ihren edelvalntarffchen Schwestern festzustellen. Dieser Unterschied besteht nicht so sehr in den musikalischen Qaralidäten als im Beharrungsvermögen. Wir sind eben, immer noch au Opemrmternchinen gewöhnt, die etwas 'längerer: Bestand alls eine Woche haben. Es ist sicherlich ein Vorurteil, aber wir sind auf die neue TM noch nicht „eingespielt". Vielleicht kommt evuch das, denn seitdein die Mittelstandsoper tot ist, schlvärmt ganz Wien von ihr. Wären von allen Leuten, die sich ,/gerade Sitze sichern wollten", auch nur der zehnte Teil seinem Vorsatz gerecht worden, sogar die schlechteste geschäftliche Leitung hätte nicht ausgoreiht, das Unternehmen ins Grab zu bringen. Wer leider fallen dm meisten Wiener MittelstäMern ihre rmabändeMchen Zrlkunfts- Mne limmer erst im nachhinein ein. K a t e r M u r r. Der Kampf gegen de» Alkohol. Insgesamt wurden während des Monats September dieses Jahres 28^2 Persorren (gegenüber 9172 >rm Monat August) wegen polizeiwidrigen Verhaltens beanständet; «darunter waren 2186 Ver^ sonen (gegenüber 2460 im Atonal August), bei denen eine Einwirkung >des.Alkoholgenusses festgestellr werden konnte. Unter iÖÖ Beanständeten waren also 75 (iS sin Vormonat), die offenbar unter dem Einfluß des Alkohols' handelten. - Es -ist also ein R n ck A g n a der erlvästnten ttrajbaren bemerkbap. * Verhaftung Perez Hirschbelns ln Polen. Ein i'aangenehmes Abenteuer erlebte, derbekannte- Kaische Dramatiker Pevez. Hirschb e i n, der: nach langer Abwesenheir zum Besuch seiner Heimatstadt L.etitschi im Grodno"r Gouverne'-. ment heimgekehrt war.. Als er mit - seinem in Amerika ausi gestellten Paß zur Meldung auf. dem Polizeibureau.^schien/ wurde er sofort ohne Angabe von Gründen .verhafte:. Srst nach Jnterventwn sMer Fpeunde und-Verehrer gab. der Polizeib'eamt-e die Auskunft, daß Hirschhein' .unter dein Verdacht,-ent bolschewikischev Sendl.ing.zu fctrt4 verbafret würde. Grrnrd zu dieser Annahme gab das Aussehen seines Pässes, der etwa 200 Visen und Annleldebescherniguttg?» der .verschiedenen Länder auswies. Mit schwerer Mühe konnte,'man oen Polizeibeamten "davon überzeugen, datz drele Bmuheit der Retsedokumente ihre . Ursache nicht m.bolschewikischer Tätmkeih sondern in seinem Wandertrieb habe, worausbig Hlrschbein fveigelassen wurde. Dem Dichter wurde in seiner Heimatstadt ein sehr herzlicher Empfang zuteil. (I. E. B.) * Das Genesungsheim des Vereins Asyl für kranke Israeliten in Meran wird in dieser Saison am.10. Jänner 1923 wieder eröffnet. Aufn-cchmSsuchende «ollen sich ehestens um Einsendung der AnfnahmSbedingungen an das Genesungsheim in Meran (Italien) wenden. - * Hebräische Schule der Bezirke 12 bis 15. Die feierliche Eröffnung des dritten Jahrganges findet- Dienstag den 24. d. um 7 Uhr abends im Schullokal, 18. Bez.. Herklovgasse -21, für alle Kurse (Anfänger und Vorgeschrittene) statt. Daselbst werden noch Einschreibungen entosgen"enommen. Zur Eröffnungsfeier sind alle Freunde der hebräischen Schule eingeladen. . * Salz und E»hle M» die . Arme«. An weiieren Soenden für -ke „Kohle» und Aolzakiion" der Bundesknnffws Dr. Seipel sind unler^ anderem eingelaufen : Bundeskanzler Dr. Seipel 1 M llion Kronen. 1 Maaaon Brennbmz von der Koliexploitations» und Boubkdarf«"esellltbaif. Wien IV.. 2 Waa-on Biennho'z von „Ungenannt", Niederösterreickilche Gewerbe-und Kan^'lsbank 250.000 A.. Wenzel Rudel, W<en XVI.. 100.000 fl„ Wiener Modenhaus M. Weinstack 50.000 fl, Anna Peter, Wien IV. 100.0« 0 S. Gut 400 tscheck. K., Anlerconliyenlal A.-G. 235 000 K.« A. S. Diamant 350.0r0 Ä., Gebrüd"r Reiher 3 Millionen Kronm. Kerr „nd Frau Eugene Foald-Springer 3 Millionen Kronen. Professor K. Marsckisi loO.OOO K.. Oeste reickiscke Salva'y^Werke 1 Million Kronen, Eisenwerk Sulzau Werfen 1 MMvn Kronen. / .. * Llüditchs Aoraenvoft. Die soeben erschienene Nr. 38 der „Füdischen Moraenposi" mit folgenden Jnbali: Bar der Müfung von N a t a n. Ein »rakli^ches Dokument von Doktor Juda L e b o w i r zi Für ein jüdisches Milieu von Sch 3. © t> r Mohn. Der Dpbuk (T^eaiernotlz) von Kafrini. Bon Sobbat bis. Säbbvt von K o m o g i e n. Jüdischer Bolkshumvr und allerlei Nachrichten. * ..Der Sude.“ Eine Monatsschr ti. Kerausgegeben von Dr. Mo,im B u b e r. im jüdischen Verlag, Berlin NW 7, Dorotkeenstratzr 35. Das 1 1. Keft des lV. Zaßraa^ges ist soeben erschienen und hat folg nden Inhalt: Ernst Simon, Theodor Kerzls Taaebücher. Kerzl und die „Neue Freie Presse". Kans K o h n. Naiional'smus. Eduard E i r a u tz. Jesus von Nazareth. Franz Rofnnzweig, Meister d«s All du. Bemerkungen: Kugo Berg man n: Zwe'Brenner- Bioarapben. H w f (h a u: Zolef Rabinowitz: Das Gemeinschaft«- und Wirllchaftsieben der Siedlungsgenossenschalt von M-r" nn-jiib. Ara''am K u r ni i h : D'e sr,.dpn in ^i nlond^ . * Warnung vor illegaler Ueberschrcitung der deutsche» Grenze. Das vereinigte jüdische . Emigrationsdirektorium erläßt oine dringende Warnung an die jüdischen Emdgränten, sich in keiirer Weise dazu verleiten zu lassen,, die deutsche Grenze auf illMle-m Wege zu überschreiten, da. laut der letzten Verordnung des Präsidenten der Hauptpaßstelle beim Berliner Polizeipräsidium'alle, diejenigen, die ohne gültige Dokumente die deutsche Grenze überschritten haben, innerhalb von 24 Stunden über die deutsche Grenze'zwangsweise wieder abgeschoben werden. Das Cmigratiönsdirektorium gibt bekannt, daß solche Emigranten ganz allein die volle Verantwortung für ihre Schritte tragen, da keine Institution imstande ist, etwas zu ihren Gunsten zu unternehmen. Wie das Direktorium ferner bekannt gibt, wird von seiner Seite für die Emigrationsbewilligungen soweit gesorgt, daß sie.durch die verschiedenen Länder die Durchreffeerlaubnis erhalten. Das Direktorium kann dos aber nur für solche Emigranten'tun, die in der Lage sind, zu einem bestimmten Zeitpunkt das Durchreffeland zu verfassen und di« Reise in das Bestimmungsland anzutreten. Auf juridische Hilfe des Emigrationödirektorrums können: nur solche Emigranten rechnen, welche die Grenze auf legale Weise überschritten haben und den jurid'sch-administrativen Forderungen des Transemigrationslandes entsprechen. (I. C. B.) * Ein jugendlicher Banknotenfälschee. Der 17jährige Josef Strecker wurde verhaftet, weil er beim Portier eines Stundenhotels in der Annagasse eine gefälschte Dinarnote wechseln lassen wollte. Er hat trotz seiner Jugend bereits einen gewissen Ruf als Banknotenfälscher. Seine Spezialität ist die Rangerhöhung echter, aber minderwertiger Noten zu falschen, höherwertigen. So hat er polnffche Mark durch einen Aufdruck zu tschechischen Kronen befördert und Zehndinarnoten in Vierzigdinarnoten verwandelt. Er wurde, da er geschlechtskrank ist, dem Juqu'isitenspital des Landesgerichtes eingeliefert. * Austritte aus den Religionsgemeinschaften in Wien. Einem Bericht in den statistischen Mitteilungen des Wiener Magistrats ist zu entnehmen, daß im ersten Halbjahr 1922 in Wien aus den verschiedenen Reliaionsgemeinschasten 5975 Austritte erfolgt sind. Aus der jüdischen Religionsgenoffenschaft, sind in dieser Zeit 437 Personen ausgetreten, während in der gleichen Zeit 186Ueb er tritt ezumIudentnm erfolgt sind. Von -der Gesamtzahl der Ausgetretenen aus allen Konfessionen bleiben beinahe 40 Prozent konfeffionSlos. * Nachklänge ans der glorreichen Zeit. Der 22jährige Kri-egsinvalide Franz Kremser erschien, vorgestern mittags im Inva-l-iden<mrt, Josefftädterstraße 39, und verlangte Kleider und Schuhe, um seinem Berufe als Kellner nachgchen zir können.' Als der Beamte ihn abwies, wurde er heftig und stürzte, sich auf. den Amtsdiener Anton Bruckner, der ihn hinausführen wollte, und versuchte, ihn in die Kehle zu.beißen. Nach dem Auftritt siel Kremser in Ohnmacht. Er war in Ualiemscher Kriegsgefangenschaft an der Malaria erkrankt und war zuletzt als unierstands- und mittellos im städtischen Werkhaus mrbergvbvacht. Kremser, der Volks- und Bürgerschule absolviert bat, war heuer vom Landesgerichte wegen Diebstahls von Feldsimchten zu einem Monat Kerker mit zweijähriäer Bewahrungsfvlst verurteilt worden. Er wurde nun wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit dem Landesgerichte eingeliefert. * Ein staatliches Emigrationsamt, in Rowno. Nachdem die vo'lnische Regievunä vor einiger Zeit die Hias-Abteilung, sowie die Agenturen der Schisfsgesellschasien in Rowno geschloffen hat, begannen dort eine Anzahl dunÄer Persönlichkeiten chr Unwssen zu treiben ,welche sich an die Emigrativnswilligen hemnmachten und ihnen ihre Hilfe anboten. Nunmehr hat sich die polnKsche Regierung entschlossen, in RMno ein staatliches Ernigrntionsämt zu eröffnen. (I. E. B.) * Sitzungen sin Rathanse. Der Siadtsenat Hali nächste Woche Dienstag um 10 Uhr vormittags Sitzung. Der Geineinverfltz.tritt., am Freitag mm 4 M W.WM MchästssMug; M° -ö°ckmeL . ' * David Eismann gestorven. Nach Mitteilungen aus Helsiuafors ist in Zarskoje Selo der bekannte ruffisch-jüdische Schriftsteller David Eismann, gestorben. Er ist durch seine Novellen und Erzählungen aus dom russisch-jüdischen Leben, die er in russischen Zeitschriften veröffentilichte, bekanni. Der Verstorbene b ehandelte mit besonderer Vorliebe das Probte nt der jüdischen Intelligenz. ' _ , * Zionistische Sektion-Landstraße. Am 17. d. fand im Lokal der Sektion die Geueralversamluug.statt, welche zahlreich besucht war. Der Vizepräsident, Herr Dr. Felix Orn st ein, erstattete den Tätigkeitsbericht für das Jahr 5682, auf welchen der Bericht-des Herrn Dr. Hugo Benedikt über den Keren Hajeffod, des Herrn Isidor Ge witsch über den Nationalsvuds und der Kassenbericht folgten« Nach lebhafter Debatte wurde dem abtretenden Auschuß einstimmig das Absolutorinm erteilt. Bei den dann vorgenomiuenen Wahlen wurden einstimmig gewählt die Herren: Max Markus als Obmann, Dr. Felix Ornstein und Bruno Rabinowitz . als Stellvertreter, Isidor Zelnik, Dr. Mbert Scharf und Frau Dr. Friede Bau als Schriftführer, Dagobert Wlaschvnr und Josef Bloch als Kassiere, sowie sämtliche Kommissionen und der Beirat. Ms Dele-gievre zum Parteitag wurden gewählt die Herren: Dr. Felix Ornstein, Max Markus, Isidor. Zelnik,-Nathan Lipschütz und Frau Dr..Mimla Halpern. —- Nach einem Referat des Herrn Ludwig Bato, welcher in trefflichen Worten die Aufgaben des Parteitages schilderte, schloß der Vorsitzende die Versammlung. ' * verdächtige Shnagogenbrande. Aus Budapest wird uns berichtet: Am vorletzten SnLkoth-Tage brach , im größten Tempel' Budapests, dem Labaktempel, infolge Kurzschlusses ein Feuer a»ls. Es entstand aus der ersten Frauengalerie, gerade in dem Augenblick, als etwa zchutausend Personen das Gebet fiir die Toten verricht-eien. Es entstand eine Panik, als eine Feuerflamme über die Brüstung der Galerie ausschlug, und es ist bloß der Geistesgegenwart des Oberkantors Lazarus, der die Rezit-iernng des Gebetes fortsetz'te, sowie des aus der Galerie den Dienst versehenden Dieners Lampl, der sofort den Feuerlöschapparat in Funktion setzte., zuzusckrei'ben, daß der Zwischenfall nicht mit einem größeren Unglück abschloß. Es fft jetzt schon das dritte Mal, daß^in dem Tab-ak-tenrpel an Festtagen, an denen der Tempel überftillt ist, Feerer durch Kurzschluß entsteht. Die Gleichartigkeit dieser drei Zwischenfälle hat m dem Vorstand der Pester Kultusgemeinde den Verdacht erweckt, daß irgendeine organisierte Gesellschaft anläßlich der Anwesenheit größerer Besuchermaffen Feuer vevnrsacht und die entstehende Panik zu Diebstählen benützt, wi« dies in den drei letzten Fällen gewesen ist. Der Vorstand der Kulbusgemein'de hat «daher um die Einleitung einer strengen Untersuchung angesucht. * Der preußische Landesverband der jüdischen Gemeinde». Wie ein Eommunique des Vorstandes der jüdischen Gemeinde zu Berlin mitteilt, sind die Arbeiten zur Gründung eines Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Preußen so weit gediehen, daß von fast sämtlichen größeren Gemeinden dre Beitrittserklärungen erfolgt sind und der Verband bereits jetzt rund 400.000 Seelen umfaßt. Schätzt man die Gesamtzahl der zur Zeit in Preußen wohnhaften Juden auf rund 425.000 Seelen, so ergibt sich, daß der LandeZvevband schon heute bis auf einen kleinen Bruchteil die gesamte preußische Judercheit repräsentiert. » WetterberiM. Die Wetterlage hat sich drirch we'teren in Osteuropa und Bildung e'nes Tiesdruckgebiek-s über Mitteleuropa umgeitoltst. Das schleble Weiter bei NordosiAinden in Oesterreich ist durch Schlechtareiter bei Westwinden in aanz Mikleleuropa ab^elöll morden. §m Laute des Nahmiitaas ist in Oesterreich die Bewölkung ein wenig aufaebrochrn. Die Temperatur stobt and uernd tief. Im nördi'chen Miite'euroya ff! es noch kalt; Berlin. Breslau und Dresden hatten Schnee. Voraussage: Meist bemL'kt, vermutlich zeitwerse auch Regen, kühl. Die mir -ibezeichnelen Notizen «nd Arttkel find e n!°> geNliche AEn-igunge» (Z 28 -es Prestgefetzes)' l .;■ . 12 Okkasions-Ser!en. unvergleichlicher Billigke t bei Z w i« b a ck V!.,. Mariohillersiratze 111, Ecke Webgaffe. 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Gasapparate auf fünf Teilzahlungen beim Gaswerk, der „Olso"/und jedem Gasinstallateur zu erhalten, in dessen Schäufenlter ein hierauf tezughabendes Plakar offichirrt ist. + , * Seidenreste, Crepe de Ehine» Samte. Lacken- und Muteljulter, infolge kleiner Regien am billiasten der K a n n lSl ' ' +