Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1326 (20.10.1922)
- Date
- 1922-10-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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; Tnie 6 '' -. Men, ^reltag Kriegskinderhört (bisher 10.000): <5, 6. 1Q.0ÖO. 5 a K o b <B i 1 b t r XX. (bisher 20.020): Bsrdach XX. 5050. K o h l e n a k l i o n D r. S e i p c i . (bisher 160.000)*. i-:oß-Rabbiner Markus Friedenau I6O.O00. DieFremde (bisher 3461 0 •): Ungenannt lO.OtiO, Ernst Schuschnig 20.000. 5. P. IOO.OÜO, Luaniiiuna der Beainten der Anglo Tultnan Bank I. Wipp- 'ingersiroste 33 171.000, Allbekannt 50C0, S. S. 10.000, Max Schafranek 80.000. O p f e r d c s A n 1 i s e m t t i s m u s (bisher 319.800, 100 Mark): £011,15 Perutz 50.000, Kagiujen XV. 10.030, BaUuch d. Langer Leipzig löo Mark. Ernährung. Die LeberrsmitteMLrkLe. . Tie Großuns Ktr'.nmä"?ie wiesen gestern.;iem! ich starten Desuch auf, doch war für >cn Bedarf an Lebensmitteln auf alle,, GcÄiArn mehr als reich! ich m>rrm. Äu» dem Nasch mark: sind zu den großen Lagervorräten an Kar.osseln noch gegen.1OO.OOO 5k-ilaarcnrm. angeliefert worden..Dreselhe Höhe erreichten die Zufuhren an Äannncrgcmüse u:,o .<Utchu. Zwiebel und Knoblauch wurde» ebenfalls in größerer Menge angeboten. Spinat und, stahl wurden wieder etwas teurer, und zwar Spinat um 600 K. pro Kilograuull. Er wurdet nach C.naliiiit mit £S00 bis 4(300 Kronen 'pro Kilogramm abgegrorn, Kahl in schöner Ware bis IKJÖO fl pro Stück, Kohlrüben bis 1601 K. pro Stück. An steirischen Äep'eln waren über 110.000 Kilogramm, au Birnen über "3.000 Kilogramm ongekornnren. Einige hundert Stück Zitronen wurden um 400 bis 600 K. ^ugevoten. Drei Kisten Eier, die zürn Verkauf auf dem Naschmarkt bereitgestellt waren, reichten 'natürlich auch nick): annähernd znc Befriedigung -der Nachfrage. Sie wurden mir 2400 bis ri'Og K. pr« Stück abges.m. Dagegen ist Butter bei jedem Stand in ocllediger Menge zu haben.' Tie fyleischzufuhreu waren wieder sehr groß. Größere Nachfrage bestand aber nur für Rnlbsteisch. Preisverändcrungeu find auch hier nicht zu.verzeichnen. In der Großnrarktballe wurde der Preis für Filz im Großhandel um L000 K. erhöht. ,>in Derailverkans kau, diese Erhryuna nicht zur Wirkung, weil der Absatz sehr gering ist und durch eine Verteuerung weiter reduziert werden würde. Speck und Filz kosten gegenwärtig 46.000 bis 50.00!' K. pro Kilogramm. Seefische wurden gern gekauft; lebende Karpfen, die auf allen Märkten zu haben' find, toucm dagegen wegen des hohen Preises — sie kosten 89.000 K. pro Kilogramm — so gut wie gar nicht 'begehrt. Bühne und Kunst. Das Moskaner hebräische Theater Habimah. -Eigenbericht der „Wiener Movgeuzcitnng".) vwrri «der Habimah. — Ein Gespräch mit der Tragödin Lchoschancch Awiwith. — Das künstlerische Programm der Habimah. Ein enthusiastischer Aufsatz Maxim Gorkis -über das Moskauer bsbrastche Theater Hobimab, den wir ' auch in unserem Blatte Wiedergaben, hat diese erste hebräische Bühne Niitzlands auch außerhalb Rußlands berühmt goniacht. Gorki schilde-n den Eindruck, den P inskis Drama „)( h a sverus" in diesem Theater auf ihn gemacht Hai (dreimal wohnte er der Vorstellung bei), schildert die Eigenart, die FnbiTviti: der .Künstler, stellt dieses hebräische Theater sogar höher als das /Moskauer Küustlerstwarer („sie besitzen nicht weniger Talent, aber mehr Leidenschaft und Extase") und schließt seine Aussübynrgcn mit den Worten: „Eine ungeheure' Summe von Arbeit ist in diesem kleinen Theater angchäuft; ein neuer, großartiger Beweis M' gegeben für die tünsiler-ifche Zanberkr.rft und ras Talent« desjüdischen Volkes. Habimah ist ein Theater, auf das di« Inden stolz sein können. Dieses stmge, schone Kind verspricht sich zu einem Makkabäer zu entwickeln." Eine Künstlerin^ drr „Habimah", S ch 0 s ch a n a h A w U w i: h, weilte, wie bereits mitgeteiü, oorübergeliend in Wien. 'Einer unserer Mitarbeiter sprach mit ihr über das Entstehen, die Entwicklung und das künstlerische Prograrnm der' Habimah. Schoschcuiah Awiioiih, die ganz erfüllt ist von den großen Aufgaben, die sich Habimah gestellt hat, erzählte ungefähr folgendes: „Der geistige Führer unseres hebräischen Theaters ist Zemaä:. ein Mann von großer Bege-istdrungsfähigkeit und Energie, Darsteller, Spielleir-r, Dramaturg, Organisator in einer Versou..Vor zehn Jahren hat er nvii der Bildung einer hebräischen Bübne begonnen und zu Studienzwecken gemeinsam mit t"' n e s f i n zahlreiche europäische Großstädte, -darunter auch Wien,.attfgesttcht. Er war fortwährend auf der Suche nach Begabuugrn, die sicb Der hebräischen Bühne tmdmen (wollten, scharte herborragenoe Künstler, wie War di und Fräulein Ron in, um sich und trat dann mit Stanislawski, -dem Führer ' des Moskanrr Küicstlerthoators, in Verbindung. Slauislawski empsahl iinn als künstlerischen Erzieher seinen .Regisseur Wachtangotv, der in selbstlosester Weise an unserer künstlerischen Ausbildung arbeitete und dem wir unendlich vrÄ zu verdanken haben. Nach langer, ernster Arbeit au uns traten wir im Fahre 1918 in die Oeffenllichk-eit. Ich selbst gehöre -zu jenen Mitglisdern des Ensembles, die Zemach entdeckt und für seine große Sache gewonnen!)at. Er holte mich au- S-deste und ich tverde die Monate gemeinsamen Stndmms — ich mußte zunächst Pie hebräische Sprache erlernen, die «ich nicht beherrschte.— niemals vergessen. Es ist ja auch jetzt schon außerhalb Rußlands bekannt, daß d:e Habimah Erfolge hatte, die wir uns niemals trännwn ließen.-Das Theater ist immer überfüllt, trotzdem wir nur ein kleine? Aeperwir haben. Alt—fkrs ,,Dv 'b t>. k" spielen wir in P'jßl li.s,.hebMchei: AMLichlutta. Zwei.' .Jahre Mbien^ Wiener MoeKenzerLirng. - l freie 1 ürt VoUwbilhne) Ensemble-Gastspiel der WXLNAER TRUPPE Freitag den 20. Oktober 1922, 7 Uhr abends DER DYBUK Dramatische Legende in 3 Akten von Sch. An-ski (Zwischen zwei Welten) Samstag den 21, Oktober, 3 Uhr nachmittags «ÄB-feHäm© bei ermüssisjten Preisen Sonnlag-den 22. Okf/ ber. 2 Uhr nachmittags 19 3EK6 BWBIJK h-iv diesem Werk, bevor wir es aufsührten. Der Tondichter Engel hat eine Driginalmnsik zuui „Dybuk" geschriebeu unb der Maier i'bl t ui a u u die Ausstattung eulwvrfen. AußervrteuUich v-el bedeutet es für uns/ daß Habimah ein T! a a t s i he a l er i ft. Nicht nur das jüdische, auch das russische Pttblikurn besucht nnfeve Vorstellungen, die hervorragendsten Männer rmd Fratten ivohnten unseren Anfführungelt bei, und es tvaren natürlich Festtage, als Gorki bei uns weilte. Wir itKbimit gegenwärtig Hebbels „Herodes und M atiantte", ferner Wildes „Salo'mc" und ein Drama „Acher des vtlsfisch-jüdischen Dichters Wolkenstoin. Unser Etisemblc zähl: gegenwärtig 18 Mitglieder.^ Wir haben eine G.'Nleiuschaft gleichstrebender, begeisterter Schauspieler, die nur der hcbräischeir Kunst lebett und das hebräische Zuk n n s: et h e a t e r s ch a f f e rt w o l l e n. Wir erhielten zahlreiche Einladungen in das Ausland, darnnler auch eine sehr verlocketede nach Amerika, gedenken aber vorlansig Ruß lat td nicht zu verlassen. Wir haben es mts vorgettaatgtett, zunächst an uns lve-ter zu. arbeiten, dann aber in allen Dt'-ett zu jpielett, in welchmt die Judettschaft das Martyritnn der Pogrome mitgemacht bat. Durch jüdische Lhnnst wollen wir die jüdischen H.w-zen anfrnytt tt" . Aus de« Theatern. 5m B u r c t o e a i c r gelangt Samstag den 31. d. bei austehebtnem Fahresabonnement, Zu erhöhten Preisen, .zum ersten Ma-e ,.D e r A r? f am Scheidewege", Komödie in 5 Ahlen von Bernhard Sh-nv zur Aufführung. --Die Besetzung der Rollen-iit folgende: Ridgevn — Paulien. Lullen — Kugo Thimig, Benninajon — Danegger. Walpolr — Schmöle,' Blenteniiop — Moser, Dr. Schuhmacher — Pranger, Dudedat — Trestler, Jennifer— Medelsky, Redpenny — Philipp Zeska, Emmv — Glossy, Mntnie Tinwell — Wilke, Reporier -- Kuder» Schreiber — Schmidt. Die Regie führt Kerr Paulsen. Bühnenbilder von Remigius Geyiinu. Anfang 7 Uhr. — Sonntag den 22. d. und Dienstag den 24. d. wird die Neuheit „Der Arzt am Scheidewege" wiederholt. Beide Dorflellungen beginnen um 7 Uhr. Als VorMluno des Burgthealers im 2ldademietheater wird Samstag den 21. d. die Komödie „Die Lokalbahn" von Ludwig Thoma aufgeführi, unter Mitwirkung der Zerren Batimgarntner, Benard, Kauffermann, Keller, Nst,yerhofer, Moric'.a, Müller. Ruh, Seydelmann, Wawra und Wiesner. der Damen Lewinsky, Mell, Schulz und Seidler. Diese Vorstellung ist zugleich die 25. seit Aufnahme des SMes in den Spielplan. (28. I. 1903.) Anfang 7 Uhr. — Dienstag den 24. d. wird gleichfalls „Die Lokalbahn" gegeben. Anfang 7 Uhr. 3m D e n t f ch e n V o! k s l h e a t e r wird gegenwärtig die vieratziige Komödie „R a u f ch" von August Slrindberg durch Direktor Bernau neu ernsiudiert und neu ini.zenicrt. Die Aufjührung ist für Mittwoch den 25. d. geplant. In den Kauptrollen sind die Damen Busch, Ianower nnd Thaller und die Kerren Beregi, Nowoim) 'und Sima deschäsligt. — Für die heutige Ausfühning von Kartweis' Komödie „Onkel -Ton i" ha! Frl. Kochwald die Rolle der Komlrsse Mizzi übernommen. — Montag den 23. d. spielen in Anzengrubers „Pfarrer von K i r 'ch f 11 b* — mit Dr. Rudolf Tyrolt als Pfarrer von der Einöd und Wilhelm Klitsch in der Titelrolle — Kerr Lima zum ersten Male öcit Michel Bernderfer, Frau Föry die Wirtin und Kcrr ^ibiser den Grasen Finsterberg. Den Wurzelsepp spielt Kerr Kulschera, das Dinner! Frl. Keller, die Brigitta Frau Thaller. . Im R a i m u n d - T h e a! e r beginnt Tilla D u r i e u x mprgen ihr Gastspiel als Rebekka West in „R s s » e r sh olm“. — Für Dienstag wird die Komödie von Karl Schvnherr >E r d evorbereitet. Den alten Grutz spielt zum ersten Male Willy Thaller, die übrigen Rollen liegen in den Künden der Damen Keisey, Karoiy, Markus und drr Kuren Amon, Basel, Bruner, Danegger, Komolka, Kirschner, Loibner und R'anzenhofer. Regie: Joses Danegger. Fm Johann Straub-Theater gelangt Sonntag als Nachmittagsvorstellung „Rund um die L i e b e“ 3«e Jussührung. — Abends 7 Uhr geht täglich die Operetla „Der Detter a u s D i n a s d oin Szene, deren viskexigen Wiederhoirmgeir die größten Einnahmen seit Bestand dieser Bühne erzieltet:.' Im Neuen Wiener S t a d i t h t a t < x finket Donnerstag den 26. d. die 200. Wiener Aufführung der Operette „Die Frau i m K e r m e l i u" statt. Anfangs November gelangt »Die Siegerin", musikalischt Komödie ini drei Akten, von Oskar F. r i e d m a n n - L u n z e r und Bela t e n b a ch, Musik von Peter I. T s ch a i k o w s k Y, für. die Bühiie eingerichtet vvtr Staatsopernkapellmrlsjer Joses K l e i n, /zur Uraufführung. Die Inszenierung besorgt Direktor Kerdert T r« u. . Sn der Neu e n W i c n e V Bühne findet morgen das Iubilärtnt der 50. % ufführ u tt g de? Lustspieles „tz ran L o h e n a r t n". ynt Gtseta W e r b e z t r k in der Kauplrolle, statt. Da Fla» Werbezirk aus-ändische Eastipirlverpflichruugen hat. die nicht rückgüngtg za. tue,chm sind, kann ^Frau LvheNgrm" einstweilen nur bis inklusive 31. d, gegeben werden. .; Sn der Renaissance d ü h n e findet heute die Premiere von Bruno Franks Drama. „D a s Weid a u f dem Tie re", statt. .In der weiblichen Kaüpirolle 'eröffnet M a r t a Fein ihr Sastspiei. Die Künstlerin hat diese Polle bei der Breslauer Uraufführung des Dramas kreiert. In den üWaen Rollen ist das gesamte Personal der Renalssancebühne deschäsligt. Inszenierung: Karl'F p r e fl. Beginn präzise 7 Ilhn Me Thesksekrife in Baden bei Wie«. Se'ii Mvnalen! ünst'i dir l i;:t i'ö r::\ ckttbrt des Va'euer E> tdtlhcattts nrriden- FbMMnd bvicr Bühne. ..Aneklor KM A.u.d.e^l^ \ h hirtet 20. Oktober 193? Nr. 1335 wirklich alles auf. dem Badener Publikum künstlerisch wertvolle Aufführungen zu bieten. Jüngst ging die Komödie »Dtt Wettlauf mit d e m Schatten" von Wilhelm vo» S ch o l z mit Ferdinand Otuo und -rmgard Nicht 11 «(* Gäste» in Szene. E» war eine sorglich abgetönte Vorstellung, die. wie mancher andere Abend dar ernste künstlerisch, Streben der Badener Theaterleitung erwies. — Direktor Adnerieth hat einen Aufruf erlassen, in welchem er ouffordert. da- Stadttheater iticht im Stiche zu lassen und E i a m m s i tz e für die Winiersaison zu erwerben. Das Theater wird bloß an drei Wochentagl-n Vorstellungen geben nnd Oper, Operettr und das Prosastj'lck pflegen. Ls ist zu hoffen, daß der vornehme, schöne Theaierbau der Kurstadt Baden auch im kommenden Winter die Pforten offen Hilten kann, und -atz der Appell de- Direktors nicht vergebens war. Die Dedeulung Webers als Musiker und seine wechselvollen Ledenssch'cksale zeigen Kermine Ä e u d a und Karl I ä g e.r in dem neuen Arania-Vottrag. der. untersiützt durch Lichlbilder, musikalische Beispiele, Lieder. Orcheslerstüdie und Tanzszenen, heule um V-8 Uhr abends im Grohen Saal« der llrania zur Erstaufführung gelangt. Mitwirkende: Marianne Beckmann (Volksoper). Christi P a u l s d o r f, Ittlius P a tz a k. Fritz I o d e r. Ludwig D r a p a l lGesang), K«rla S u s ch i tz k y, Geriy Tenge r. Ellinor T o r d i s (Tanz) und das Ilranta-Orchester (Kapell-neister Josef May« r- A i ch h o r n). Am Lesepult: Direktor Karl Jäger. Gerichtssaal. Eine Denunziation. Ärit einer ungelvöhnlichcn Sirassacho hatte sich bor kurzvnt hu Strafrichter des 'Bcziilsgr.:tchkes Fünfhaus Landesgerichtsrat Tr. Winter zu befassm. Der Realitätenbositzer Ignaz Skala hatte gegett eitlen gewissen Juda A l b a ch a y --B'^ ch e r, 15. Bez., Chrobakgasse 1, die Atizeige erstattet, dieser halbe sich per UchTtrctouig der Falsch tn e ld n n g, bezjw. der lieberiretnug des Betruges 'schuld.a gemacht. In der Anzeige wurde auSgeführt, daß Skala '-.cm Albachary im Dezember 1920, als er zn dauerndem AufettEall nach Wien übevsiedelte, zwei Realität.:» verkauft habe. Albachary habe sich als -Jugoslawe erklärt. Als Skala vor fürjem im Grratdbuch Fünshcms Einsicht nahm, sah er daselbst, daß Hc-rr Atbachary unter dem Namen, Inda Becher im Gruudb-iH eingr^ragru fei,, fermr daß die Eintraguttg bloß auf Gruttd einer Bestätigung der Polizei in Essegg, wo Albacharv bis zum Jchre 1920 wohnte, bewilligt worden sei. In dieser Bestätigung ist Albachary als türkische r Ilntertan bezeichnet worden. Ist dies aber der Fall, daun liegt eine Falschmeldung vor, denn Herr Albachary hat sich, im MÄdzeittel als Jugoslawe gemeldet. Ebenso hat er sich in dem an die Regierung gerichteten Lptioustzesuch als Jugafiawe ibezeichnrt. Bezüglich der Eintragung itts Grundbuch ist zu demerken, daß Jngc-slaweit in Oesterreich infolge -der Reziprozität keinen Grundbesitz erwerbet», noch bürgerlich eingetragen werden Lönuen. Es liegt der Verdacht einer strafbaren Handlung, einer Irreführung, bezw. eines Betrages vor, -indem er sich zur Erlangtutg der Bmidesbürgerschäsr stVichlich als Jugoslawe auSgegeben hat oder indem er eine gcsölschte Urkunde vorgewiefen hat. — Bei der Äerhandinng rrklcrle -der Angeklagte Juda/Albachary. daß er in der Tilgtet gcb-ren worden und auch heute noch türkischer Staatsbürger gebli'Len sei. Er sei irrtümlich für einen Jugoslaiven gehalten wcrdnr, -weil jenes türkische Gebiet, in welchem er geboren worden und beheimatet 'sei, an Jugoslawien abgetreten wurde. Nichts cstoweniHer sei er Türke geblieben und habe er auch eine solche Erkilävung 'über Befragen der'Poltzeidirektion in Essegg c.bg?gkl'en. Er habe demnach als Türke -in Wien Gvuplbesitz er werk cu dürfen. Was die polizeiliche Meldmtg onlangt, ebenso sein Optionsgefuch, in ivelchetn er äls Jugoslawe angegeben ist, so habe erweder den Meldezettel attsgefüllt noch habe er selbst ein Optionsgesuch verfaßt oder abgeschickt; das haben c-ulcce Personen getan. Als er nach' Wien kam, habe er bei der Pol'zci ersucht, ihm den ständigett Aufenthalt in Wien zu bewilligen, und -habe er die betreffende Rubrik mit ,/ürkifch" ausgesüllt. Ter Angeklagte legte dem Ziicht-rr ntehrere (Tokttutente, n. a. «Ines von der türkischen Gesandtschaft, vor, <ms denut hcrvorgeht, daß er tatsächlich Türke sei. Herr Skala stellt ' den Antrag, ihn als Privabbeteiligten ei»- Auvernehmen. Nach durchgefüyrtem Beiveisverfähren fällte der Richter einen Freispruch, dozi'ts-l'.ch des Antrages des Anzeigers Ignaz Skala lohnte dev Richter diesen A-ntmg ab, denn es liege hierzu kein Attlaß vor. Das Strafgericht habe -den Staat -gegen Benachteiligungen m setuem Auffichtsrecht zu schützen, nicht aber Jnt-ev-'sset'. z-rtvater Vertuen, wenn diese Interessen zu dem Strafgesetz in keiner Beziehung stehen. Der Antragsteller hat dom Angek'agleir die beiden. Realitäten nur 700.000 K. verkauft: letzterer Hai öen-Preis -toll rnd ohne Vorbehalt ausbezahlt. Ueber die Gültigküt daZ Vertrages wird ohnehin das Zivilgericht entscheiden, bei io-.lchcm ^ine diesbezügliche Klage anhängig ist. Wiener Zeitungen vsr Gericht. Gestern fand vor fam Preßgericht die zweite Serie der Verhandlungeti über die Anklage statt, die die Sta-atsanwaltscha-ft gegen einzelne Wiener Blätter wegen Uebevtvetung des 8 26 des Preßgosetzes erhoben hatte, der die deutliche Kenntlichmachung von „Ankündigungen -und Anpreisungen" vorschroöbt, Angeklagt war für die „Wiener Morgenzertung" deren .Geschäftsführer Ing. Robert Stricker. Seine Deranttvortung ging' dahin, daß die Bereinigung, der österreichischen Tageszeitungen die.Kenntlichmachung solcher Notizen -im Text durch ein Kreuz vereinbart habe. Dies sei -in der „Wiener Morgenzeitung" in den von: Staatsanwalt belangten Fällen auch tatsächlich geschehen. Der Verteidiger Dr. Artur Reik wies auf die Mäugel des Preßge setz es hm, welches keine detaillierte Vorschriften darüber - enthalte, in welcher Weise die Kenntlichntachung gefordert werde. Im übrigen sei in den inkritninierten Fällen schon aus den: Inhalt und Text der Auküttdigungen für jeden Durchjch.uWjeser. tzM exsichtlich, daß es sich, um dWhlte Aykügdi-