Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1326 (20.10.1922)
- Date
- 1922-10-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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7VK -ItBzelnanioerKllOO Wie»: Znm Abholen in der JE^wiitioo; II.,Tf|borStr. 1-3, eii?r jn einery erWHleisuVeiS* (Tr»fik) motiatl.1K J 30.000 Mit Poatveisand für Wien o. jÖnaterr. monatl. K 30.000 T*jcheeKo-Sl owake i: Mbn.K MOnxarn j.Motu K600. Jugosl awi en: Non. Dinar 3& P o 1 e ja': < Mop. Mk. 2200. Deutschland: ■Mo». Mark * 300. Frankr., Belgien: Mpnatl.; Fres. 8 &QT N«allsahtunfen *W> b«i Preiserhöhungen vorbehelie» m'fl.w.'i'w,' * & T iiihftcw*$iew4igtti i ischeehi X Hali e n: Monat!. 10*iir< R ümanieni. Bulgarien; Monatl; 60 Lei, ber>v^L-I| Schweiz uhd das.’^bri^j» Ausland iridnatÜch prcai 3j Re^aküo.nn^Ä'ünüpirsrLÜojk ]Wien,( II.,Taboj’stva«»« jr~* •L’eüephou«; 4 4* G-38,43-34 9, tb: 6 Uhr abincte v 16*301 Tel.-Adr.: .Hcrjreiiscitftvjrf . ., Wien - j Oeatertetchisches Potsl'spav- Lassen-Konto Nr. 150.693. Skr. 1326 WW Wertag, M vhtobrr 1922 4. Jahrgang Der Rücktritt der englische« Regierung, - ' —y. W i e 20. DÄlöbtr. Eine Reuter-Depesü,e teilt mit, daß die englische Regierung ihre -Demission beschlossen habe: Für gestern war eine Vollversammlung aller »monistischen Minister und Abgeordneten einberuseu, - in. tvelcher darüber Beschluß gefaßt werden, sollte, ob die. aus den Konservativen und den naLionalistischeu La'cralen im/Krieg gebildete Regierungskoalition n r den Full - von Neuwahlen - aufrecht bleiben solle. Die Versammlung - hat' mit großer Mehrheit diese Frage vernernr und will als unabhängige konservative -.Partei in den Wahlchrnchs ziehen,, der ngnmehr für England ulch mit ihm für ganz Europa beherrschende Bedeutung gewinnt. Die.'Meldungen über .bevorstehend^ Neuwahlen tu England mehrten sich schon jcü Wochen. Es waren nicht nur Abgeordnete-.der konservativen Parteien, sondern auch solche der liberalen und sozialistischen Richtung, die die Erneuerung des '.Parlaments, für urwerureidlich erklärten, und die Arbeiterpartei hat bereits mit der. Nominierung ihrer .Kandidat«!- begonnen. Die RegierungskoaMon, schon -seit längerer Zeit zermürbt, ist sehr rasch Msammengebrochen rmd die Versuche Chamberlains, die divergenten Strönruugen noch einmal zu vereirien, sind rmn gescheitert. Durch die Rede, die Lloyd George Mitte Oktober in seiner Vaterstadt 'Manchester gehalten hat, ist die Krste jödensalls be.schlmnigt worden. - . - Der Husgcmgsstunkt dieser Situation ist der-gleiche war.'beiallen früheren Erschütterungen detz Kabinetts, das seit dem -Jahre1916 nn Amte -schnd. -Es ist immer halten, werdest-. . Die eüglifche Regierrmg." wgr seit Friedensschluß nnabläffig um. den Frieden bemüht. Alle Reden , und Taten des Premierministers verfolgten stets nur dasHt?l,-:dyn. .Konflikt Frankreichs mit Deutschland erhaWw und die Schaffung irreparabler Tatsachen zuverhindernd Am großen.ganzen ist dies mich gelungen; erschwert wurde diese Tätigkeit durch die, ZweideütiajeiLen der Pariser' Bundesgenossen, durch . die. Umtriebe der Ktiegsparteiett in Deutschland' und durch die bolschftviklsche Unverläßlichkeit,. die noch, jedes'Montmen, zu dem sie von Englarck gezwungen lvurde, gebrochen hat. ' .Alle Konferenzen, die seit dem Abschluß der Friedensverträge. stattfanden, haben jedoch stets mir ein lahmes Provisorium zustandegebracht. Die Schaffung eines dauernden Zustandes ist bis zur.Stunde von den. Gegnern der KoaWonsregierung .daheim und jenseits des Kangls verhindert worden. Die.Oricntfrise, die wir' gegeiNvärtig durchmachey, schien geeignet,' endlich zur Astfrollung, aller' Streitfrügen zu .führen.- Auch sie ist a us den Jnteressenkrenznilgen der beiden Großmächte, entstanden, die sich über eine gemeinsame, grundlegende Politik in Wen.' und. an den Mittelmeerküsten nicht einigen können. Dadurch wurde, aus dem griechrsch-türkischen. Streit, eine. Affäre.von' gigantischen Dimensionen und die Fävorisierüng GnechenMnds' durch Lloyd George, der Angora-Türkei. durch, Poincare führte zum Protokoll von Mudavia, das das. Bälkankonzept Europas vollständig zdrstort. Die äuZ Europa verdrängte Türkei, trist , wieder als europäische Macht auf, geführt vorn französischen Imperialismus und dem russischen Revolutionsregime, beide ’ Feinde der englischen Weltmachtposition.en. Die Entwicklung^ die hiermit beginnt, ist fast grenzenlos,' weil sie die asiatischen Völker als aktive Teilhaber.an der Weltpoliiik anerkennt. Die Wahlen in , Endlrnd-.werdM.MeMytwort auf die. Frage zu,erbMgew haben, yll. die FriedensPylittk Lloyd Georges , ystch in der nächsten. Zstkunst aufrecht bleibj. Ob.die Regierung noch zum. Zweckder Lertüng der Wahlen iNr' Asttte bleibt,." darüber liegt, noch keine. Nachxicht .por, doch würde dies der englischen Tradition entsprechen, die großen. Llnien der Polittk,- sowie sie die abtretende Rstgserung gestihrt hat, dsm Weil der Wähler zu liyterbreiten und nicht der Parteiensanktion änzüvertrauen. Für - alle Fälle IsiPdoch E'deyr Rücktritt der "nionistischett Minister Chamberlainj Brrkenhead und Hörye zu-, rechnen? Die Konservätiven- Sennen, bereits Lord Derby;. - einen geistigen Freund dersuMösiMn Onentlerung, als ' Wmicrminisier. Lloyd' GeörO hat jtzdoch siinest EntschM. äligekündigt,' tytötfcamni an die;Hpitze der' linksstehenden GrNypen nnschließlich der. Arbesterpartei aüfzunechyen. Bon tim " leses Kach^es häNLen Mckjälsschwere Gnt- England vor Renwahlen. — KSndignng der Resierungskoalitiorr. ' L a n d o n, IS. Oktoberi (Reuter.) Die Regiernng hat beschlossen, sofort zurüchutrestn Der König hat das Abschiedsgesttch Lloyd Geprges genehmigt. .; .’; London, 19. Oktober. (Reuter.) Sobald die Unionistt» durch ihren mit 186 gegen .8 Ltimmen gefaßten Böschlutz ihren Willen kttndgegeben'HM^- ^'Me Freiheit wiederzugewinnen, war es llar, Hß hie Koalition ihr Ende erreicht habe und datz die Demissiou Churchills und Lloyd Georges unvermeidlich gechordM sei/ Chamberlein begab sich sofort zu Lloyd Lage zu besprechen, woran, sich eine Beraturtg der Minister schloß. Untech^seu^hade«' «inisse Minister, die in. der Parteikonferenz für die TelbstLndlgkeit d«r Partei gestimmt hätte«, und sich vor den Unmöglichkeit sahen, WeiterX hin dem Koalitionskabinett anzugrhören, de« Entschluß ihres Chefs nicht abgewattet, sie gaben rmverzüglich ihre Demission. Hierauf erfolgte die GesamÜremsision des AabineM "- - >. - - - , Paris,19. Oktober. (Hadas.) Aus London eingetroffeae Depesche» besagen, datz vor chm Rücktritt Lloyd Georges Oberst- LeKsia Wttsov, der Führer der konservativen -WW» Partei, demiflionlerte, worauf der AckerbanMinister Beseewer, der Parlamentsuntersekretar der Admiralität Oberst Avrery und der Direktor des Autzenhanchlsamtrs ^!r Milip" Lloyd Greame ihre - Densisiipn gaben. .Gstm» M den. Wtig AustrW der «vUseri - KaaNtioM ^o « da n, "19. Qkwber. (tzoWh- Di« Sonservättva Partei HÄ mit 186 gegien 87 SttNtMenMchlosien, als U «abhLngi g e k onservatsv« Par Ui tot die Wühler z« treten. In dÄn LstfÄMMeißt «S^weiter, totz, wenndieKonservativen imnachsteNMterhausedieMchrhell haben sollten, der PtemiMMUisier eiu Käuservariver sein mllsie. Ein Sr ynservattSer rvahlsteg. L o n d S n^ 19 iVto^ch.; Bei der Ersatzvähl in SrewportMönmonch!erWW Wididat der K o « s e rv a t t v e n Richards 13.515, der A r b eite rkandirdat 11.425 und der liberale Kandidat 8841 Stimmen, Es wird vermutet, daß dieser überraschende Sieg chr^-K»«-' servatsve».- die^.Stestung.chr - gegen, ihre politische» FKhrer sich anflehnendrn Konseryativen. auf der heutigen Zysammenlunfr im CäntonWüb verstärkt habe. P a r iS, 19. Oktober. Nach einer Meldung aus New« Jork nimmt „NewDork World" die Zahlung von Ist Mttlionen Pfund durch das britische Schatzamt an die Bereinigten Staaten z«M: Anlaß, um Echlanhs FinauzpolitU zu rühmen, das so das einzige Hindernis a«Malte> das sich der Politik einer stnMziellen Solidaritßt Amerikas unt Europa enigegenstelle. Präsident. Harding werde nicht mehr die a y i ib r i i s s che P a r t e i im Sen a t zu fürchten brauchen und in der Lage sein, Ämerika, aus der e n r o p ä i sch en Wtri s ch a fls kö nufe re n z vertreten zu lasten, die mit Hilfe Grotzbritanniens ei» Protz ta mnr der Stabilisierystg'anßapbMn werde. AShLU srr Ett^kLNÄ: London, 19. Oktober. (TÄ.-. d. „Wr. MorgenzÄtung^.) Die englischen ben die Tarifs um em S«KerE' hembMvhh. -wyMst.-deu Wbau tofk des Krieges eiWtvetMön Auffchläge .btzgomtqn hat. Der.AuWsyg-von. 75 .Prozent nt znm.-mm SottboK, d. «Ihr. MmMuMlPS".) In Romsort i«n S zu einer Demonstvatio» >«» imgefähr . 2000 Arbeitslosen, die'sich , vor dem Gebarcde der Armem. Verwaltung anstl-Mmesien «nd die Srhöhmrg der Unterstützumg verlangten. Erst als diese zrWsägt wurde, gingen die.Demonstvantenauseina-Mer.^ Der' Stand titt Arbeits- ' losen in EM<md beläuft'sich gegenwart^ auf 1,330.000. Charchilloperiert. London, 18. ^obev: Weuier.) Chur ch i tt HÄ sich heute abends einer Blinddarmoperation unterzogen, diu Äücklich. verlauft» ist. - ' A«» len offizirlle» D»re«tw»rf. Gestern würde der Reform- und <ZWnieMn'gsMMrnms,' der als'vorlMWe Grundlage für die BerhäMüngen mit den MsterMsibMegierten dienen soll, beröfftnÜM. Dresiv GnllWef, ■. Broschüre von 63 Tieftestumfaßt, wirb "erst dM Wmstein:Lt vorgelegt und-VÄchimchluiy^'^ DelegiertLn deS BöfterMstM üstd - den -PaÄeiest Wf Natwnalrat E Eeg i e r u n g § v. o r.l a g e eingebraM Wrden. .Das'd^auiMsigSÄ^vMm'HMtt .sich in > V ertv äkDittzs.r<sö rm-mchl^EtMarungs matz-näh-l Me n .ustd in. El n n'a h me e r.h oh UN gen. D.chK.HklUpLgewicht^ ivich aufsdie Reform der Bundes-. Problem die HerstellM^Hst, singnzWen Ordnung Lei den E i s e n b a hnen .Mrchst^ 'Es soll vgr. äDst die Anpassung . des ^üristvesests . ast. .die jeweiligen . .B e t r i e L s k o sie «, bMre^Hüsn'ü/tz ung^d.er^ Eb.eitskräfte Nächme'u der gtsetz'lichen Arbeitszeit und dadurch „Äe Erchöglichllug enres, Mtgöhenden. Personals Änf. txm. GeSiet-W-W^Hi^vwaltung.ist ein, weitgHetchcr' TMitsaMttr- und, Personalabbau, in AussichtgenWwLN; 'auchd^' Resiftifentasiönsaüsgüben, die öknüs-^ Pauf-hir'!iÄ^ müddar >'SächaNfwand.'sollen möglichsteinge-^ ^chr^MdHetÄn/torrdchM'-K^^>AM'Be«Ge^jetzes- MinisstMÄS föllsn ' zahlreiche - ÄeÄier ' entweder' auf-^ E zusÄttmWez-tzen istetderü Bis 31; DszemÄrx. 'Mß/HvM fükzesiive - der gesamte-Aufwand der' HoheitS-' Verwallüsig^^ üm ntindestens 30 Prozent, vermindert werden. ^Did^NtrrÄü-'hMei«h'K.htt'N--e«^ streben folgendes MMWes ^an; Zölle: Erhöhung auf 100 Millronen Goldkronen. B e r b r a u ch s st e u e i « (Alkichol, Zucker, Zündmittel, Mneralwaster usw.) ans 31,668 Millionen^ Goldkronen. /M.o,»opv'lep LaMW/ 1L8,K7, Salz aus. 10 MMionen Goldkronen. Direkte Steuern (ohne Realsteucr« und Bermögenssteuem) 44,4 Mllimren Goldkronen. Die Erwerbsteuer ist vorläufig wie bisher bloß mit 2,666 pralimimert, doch wird nach ' Unifizier ung Mit de r Ein komm en st euer, wodurch - «ne einfachere Veranlagung und FatierungHund ein wesenckich' schnelleres Cinstießen der Steuern. eMptzlicht - werdeMoll-. ein viel größeres Erträgms erwartet. Die Real st euer «sind den Ländern Vorbehalten, wodurch eine ,gewaltige Ersparnis , für den Bund «$ielt werden soll. Nach Erhöhung der Grundsteuer. uns der Hausklastenstemr äüf. den Frrchensertvag und . der HauszinssteuLr Luf. 6 Prozent des Friedensettrages sotten die Realsteuern, . die. gegenwärtig nur 1,86 Millionen Goldkronen einträgon, auf 37,66 Millionen Goldkronen gesteigert werden. .. - - - / ' Als. NeueinsHrurrg' . ist eine lau.fe«d.e.^.Kernro g ens stell er WlaUt, die 2,666 Millionen' Gpld- . krönen.eintragenM>. . .. V Die Au 8 fühsta b g ab en sollest auf 7,05^ die G ebühr e«, inklusibe Ware.»u.mfa.tz.ste.uer, auf 161,3 Millionen' GaMoZen gest«gert',.werr^n. . Insgesamt ist rrne Erhöhung der Einstahnftn . um 259,68 auf .473,752 'MMionen Golbkroney vorgesehen. Für'das erste Jähr 1-923' ist ein Zuwachs an Eistllahmen % von.blotz,L38^ HLivüeu. SMkrMLlvvLMben..