Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1324 (18.10.1922)
- Date
- 1922-10-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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?, iy?v';' M:■ :>.' ■'■•; ' -, + ‘ , frwv:- ' , ',U * <l ” ‘ , (( ' flMBlnramerllllOö W!an: ZumAbholenin d<ir Expedition, lI.,Tabojr^ti,»l*3, »dsriasm-r^pvsWqiMeliL, ^Trafik) moBati. jC 'SO.OOO Mit Postveraand für Wien jti. Oester*, monatk. IC 3O!0pÖ rache ch o?Sl owa k ei: Mon. I< 20. Ungarn: Moni K6O0. Jugoslawien: Moo. Dinar 30. P o le n t Moin. Mk 2200. Deutschland: ^son. Mark 300. F/aylrr.. , 8el gi en: Monat!. Frcs. 8 VffcP Nacl»EohluBjreij *^d Sei ■ Preiserhöhunjren. vorbebalten Rr. 1324 VJ- V.1; tstnecneeSlowäN V tschech.K1.2ll Ft k!i'e'n:" Monatl; 10 tira R umänienv- Bulgarien: Monatl. HO Uri bezw- Lewa Schweiz und dag Übrige Ausland monatlich Frcs, 3. Wie«, Mittwoch, 18. Oktober 1922 Redaktion ti, Administration Wien, H.,Tabömvaszo i-:5 TöMone:l4-0-38,42-M9.; ab o Uhr abends 16-30 i. Tel." Adr.: ,MorgenzeHun g1“ , Wien Oesterreiehisches Postspav» kassen*l£ont° hjr. 150.00'* 4. Iahrgarlft Krlsenstrmmung in Bulgarien. Bon unserem Sofioter Korrespondent«». .Sofia, 12. Oktober. Seit ntehrerenWochett besindet sich Bulgarien in größter Auftegung. Nicht die Ereignisse im nahen Osten, syfldern di e i tut erp 0 li tis che n E n,t w i cki u n g e n der letzten Monate haben die Oeffentlichkeit in Siedehitze gebracht, mtd am Balkan, wo .auch in normalen Zeiten das Politische Leben rascher und unruhiger pulsiert als in Westeuropa, eine Ungewißheit hervorgerufen, die schwer auf. dem öffentlichen Leben lastet. Das Kabinett S t am b n \ i s f i, das vor der' öffentlichen Meinung. Europas als geschloffeneEiNhÄtder -agrarischen MachtverlMniffe auftritt, ist, wie Kenner der Verhältnisse wissen, - innerlich zerfahren und,durch Intrigen von Schwäche erfüllt. Der Fall des Ministers T u r l ak 0 v, der seinerzeit in der bulgarischem Presse erregt be-' sprochen wurde, ist fiir die Verhältnisse tm jetzigen Kabinett symptomatisch. Turlaküv sollte' schon im Juli. ans detz Regierung ansscheiden: als er aber die Drohung aus-, sprach, er werde'aus der Schule schwätzen, tränte sich Staulbuliski' nicht mehr, Turlakov politisch tnundtot zu nrachen. Die'Opposition schöpfte daraus die Hoffnung, daß .es?ihr -durchweinen Zusannrtenschluß' aller Kräfte gelingen Wird, . dB N g r a r i s ch e R e-g i m e zu brechen. Man wollte .'von:o P P o s.i t i 0 ne l.ler S e t'i c .einen Block bilden,? der üust konstitutioneller-Basis.' die entrechteten bürgerlichen Schichten wieder zur Geltmtg bringen, undwie.dasBlatt.^Prepvreck'' .erklärte,.'Bulgarien aus dH jetzigen? N Weff'.MM'e m i tsi sich e n S i t-1; m t itz n ^tteft; weche-?Deri Mock Hat. ftr .sicht,'--so.SobranjeUrtzuzieHn^Haßdn> jetzige RegichAntzs mit Mfolgw MLnMen.OnnLL.' Da' aber..- die Neuwahlen erst im. Jahre? 19Ä.7stättfinden folletr,- war dep: B lock d e r: B ü r g e r?l i'che n ' gezwungen, seine Organisationen zw ergänzen: .Er berief, zu -dieftni Zweck irn verfloffchten Aivnat.mehrere Kongresse.inHie größeren bulgarischen Städte. Stamlmliski. .dem - man Politisches Talent - nicht, 'absprechetr-i kattn-,' .erkannte. sofort die-Gefahr,:die.demjetzigen NegiNte-ans einer- Organisierung des Bürgertunis droht. Darum erschienen plötzlich in der Regierantg^presse die ^MÄdulmen Uber. Verschwörungell der. Bürgerlichen mit den Wrangel-Ofsi-- zieren und.' die alarttlierenden' Depeschen der .offiziellen bulgarischen Delegraphenagenttlr. Die - Regierung . ertläpte die Borbereitungell des Blocks/ für gesetzwidrig und kündigte an,-daß sie.-seinen Bestrebungen energisch entgegeutreten werde. Die. oppositwnelle Presse blieb.die Antwort nicht schuldig mH teilte mit, daß die Agrarier mit.• den.Kmuumnisttzn; - gemeinsame Sache-. Nlacheu und sich die. gegettseitige Hilfe gegen die Meetings des Blocks garantieren. Die ganze Angelegettheit .wurde dadurch kompliziert, daß plötzlich f ihqicr-tc polil i s ch e D.o k u m e n t e bei dem ruffischen General W i t k 0 w ski gesunden wurden, die.angeblich auf ein Kpnlplott Per Wr.angel-L.euto tnit dem Block hinwiesen. Die Ereignisse nahmen Hann den von'.den Agrariern gewünschten Verlauf.«. ' .? r..^ . In T i r n nw-o sollte der erste Kongreß des Blocks stattsinden. Zu diesem Zweck-fuhren zahlreiche . Bürgerliche nach Tirnöwo und als Auftakt zu .den späteren Ereignissen wurde: der Zug, der die bürgerlichen Kongreßteilnehmer äus- Sofia' nach Tirnöwo führte, von den zu -diesem Zwecke mobilisierten Bauern überfallen. In Dubtiik bestiegen die- Stambuliski-Anhänger' unter dem Vorwand, daß die Bürgerlichen Waffen ntitführten, den Zug und mißhandelten' die gewesenen Minister D a n e w, Tod o r Uw',: M ä lin 0 w ulld Ma dj a r 0 w. - Die Opfer würden verhaftet mtd die erregte Menge beschloß, sie sofort hinzurichten. Erst auf Intervention des Ministers D-a s'k ä l o v wurden^sie freigegeben und nach Tirnowo gebrächt! Mr Kongreß wurde gesprengt und die ehemaligen Minister, nach. Mfta -eskortiert^ Als der Z a r B 0 r i s ihre Enthaftung anvrdnete und mit seiner Abdaükung drohte, würde fein Wünsch erfiillt; kurz daraus wurden die- Freigelassenen übev-kategorische Förderung 'det- Agrarier wieder^'Haftgesetzt: EeHefrndeü sich jetzt i n den VäöbrecheMllen des- Hauptarrestes in Sofia und Die Anträge Äer DanLkowmMvn. -Agräriet-Mt' weiter M^ HckrMrisüWMM'Hage in -Bulgärien ist die WMrüng des söziakistischett' ,^Naröd", der wls tzäuptförderung des Tages für Bulgarien das einzige Zieb darin-'sieht,'^daßHie Regierung StäMuliKki- Die Barckkommission,. die gelegentlich des bankgesetzes vom: Parlament -eingesetzt wurde,- hat .dem. Sowdevausschuh des Nationalrates.einen ausführlichen. Bericht v'orgel-egt, der im Wesen in den nachstehenden Änregungeü gipfelt: ' . . 1. Dew gesamte Perckeh-v-mit auslLudis ch e n Za h lü n g s m i t't eTmm n d D e v i s e n wäre vom Augenblicke der ErrichMnA'der neuen Notenbank-an-' gefänge'n -' zu' einem B u nde Km o-n 0 p o l zu gestalten, deffen 'Ausübung e i n e r k -l eine n Z a h l s o r'tz-s ä l-t i g aus g v w ä h-'l^ e r Ba nke M übertrügen würde. - Der Einfluß der Bnndesoerwalümg -würe hiebei in der Weise auszuübei^ daß bei jeder'- dieser 'Pauken' e i n st a n d i g tätiges^ 'BundesköNtrw'llor-gan elngesttzt'-' wird.--. Hand '-in Hand tnit den -Mgesührten sinanztechnische'tr- Maßnahmen wäre -die VWvirknng von Vertretern jener Antetzessen vörzukehmn,'' vMchs- -aus dem Gebiete 'der allgemeinen Wirtschaftsüitd Handelspolirik durch ' das Monopol berührt werden. 'T?:7-'; - 2. Infolge dev vielen. Neugründüngen übersteigtbiei Zahl der Banken und BankirrsHeute weit tzen Bedarf des Zahlungs-, rpH. KreditverMrs,. .Zftm . .außerdem^ .auch, ein. weiteres-Mnbrmgen rein WüMver ,Mnrente. in. -äs. E^MsHst--^evschUMN'. tzirch. 'dHAis^ÜttswAlDöLü!'- Bankgewerbe nicht mehr eröffnet werden dürfen, usw. . ■ , 3. Die. Notwendigkeit eines Einblickes in den Baluten - und Devisenbesitz der Banken und Bankiers,, dann Hie Ueberzeügung^ daß der Kredit, den ein Unternehmsn her der hierlöirdischen Notenbank (Obligo)' genießt, nicht' zur Förderilng fremdländischer Wirtschaftsinteressen mißbraucht werden darf.- fiihrten zum Vorschlag der gesetzlichetc Anordnung emes Bilanzschemas. Dieses sieht außer-Insührung des Obligos eine durchgreifende Scheidung der Bilanzposten darnach vor, -ob sie auf in- oder ausländische Währung lauten, int In-- oder Auslarr-de gelegen sind. nsw. Das Schema ist übrigens als emlfttende Maßnahme für die weiteretr-gesetzlichen. Bilanzvorschriften: gedacht. Die -Sanktion für deren Einhaltung wäre irr' einer, .zivil- und strafrechtlichen.Verantwortlichkeit nicht nur des Vorstandes oder.'Inhabers Her. Untertlehtnung. sondern auch der mit der' Bilanzaufstellmrg. betramett Bnchhaltuntzsorgane für ' die. Richtigkeit': des' Kechumtgsabschülffes zu finden. . 4. W« - bereits' -dar-gelegkwtr-rde, ist die^Pankkotmtnssion der-'Ansicht, daß brs Ba'tckgewerbe derzeit bei uns -in- : einem übermäßigen Umfange betrieben wird.' Dem wäre anch dadurch vorzubeugetr,' daß dev Zusammenschllch von:! Bäüküüisrnehmttttgen nwglichft eMchterttwrrd, . 5:.Ein-U>«ttzvtt'..!-BytzWM-Dltz' der.Schaffung, eines des K-.o,rrzes.f-i-ön-szwäH.g^K".ftu-r ' PrivatbatG ki e rs die Regelting gewisftr-'.einschlägiger Einzelfragen,- und zwar: F' e st.fte l l u,ug de. r.'.Vo.lcä n s se tz u.n g e.n für.d.a,s. Recht zur. Führ.üu.g''de'r. Gesch.'chstsh.e zeich i\ u'n g e n „Bü nk", „Bü n,ki.e.r" ',upd' sthn- Xt ch e r;' Erfordernis der stäatlichen Äew.illignatg' zürn Br-, -triebe.'.'besiitnmter' Geschäftszipejige,'-' z'."'V. des .Effektenge-' schäfW. ohne. bolle BardeMnq,' oder/ drs Hypothekeugeschäftes;'E'n.tziehung .'der.Gewerbehere.chtigstru-g' öder. Stellenverltzst', hn Falle . bestimmter sttlänzrechtlicher B'ergchüngen oder. grobes Verletzung der Berufs-. Pflichten; . Wsted.d rein sührung des Leg iti.tn.a-, Li an s'z wa n,g es in' HM.issem' ft ms au g e '(für Devisen- und nicht vpllgedeÄte. Effekt'entransaktionen);. für den .der- -Emftihruüg'.W. KöHeffiottsztvanges, F.e stsetzüntz.ei'nes. St.ich-tag.-e§','■■ nach .welchem bis zwar.angemeldeLe; Met tatsächlich -. nicht entweder g L ü z l i-ch "z u e Nt f a l l e n, oder wäre wemg? siens'auf 'jette "Fälle 'emznschranken, in ivelchett-anf Kründ einer -BücheinsichLfestgestellt wird, das; die Geg-utposteu aus der Vorlrie.gsze.it iu Verbittduug tust sonstigen Valükengewinuen - tnchl ZÜr-.Decktlng des - Ausfalles --aus- : Die -Bankkotttutission . Hai überdies Maßnahntetk stur die psimNtäßige 'Emsiihmngvöti Bmrdesfimktionärenin ’ den VanVerckonirotttzienst.getroffen. -Hiebei kommt rnsbcföndere. das Geor-rt -hex Ehrnehmung inländischer Steuermrd OevisenitstereW -bori^en verschiedenen/ Formen-der Bevaus'ländertlng - (Ä'bspaltmtg -'von •'Zweigniebeölaffttugeu, ausländischer Haltsgefellschafteu usw,) in Betracht. . - Schließlich, wäre noch-zu erwähnen, - daß. ..die.Bgnkkvtnmission sich gegchr die -Ueherlassung . eines staatlichen Gebäudes, an.eine, anslättdische - InteveffeNtMgm'Pr'L, sprochen -hat. - - .. FranzSstsche NWärationspMW/ . Paxis, .'i7.. Oktober.-- iHavas.) Die Reparatwnskommiffion hat in der heute nachmittags. abgehaLtenen Sitzung die Frage gewffser Materiallieferuugen sowie die Frage der Wiederherstestung Vibliqchek von Löwenerörtert. In der offiziösen Sitzung Me Freitag stattsindet, wird die KommPyu die aMcMBerWirsuug der Markkrise sich ergebende Lage sowie M Vorschlag BradbnryS erörtern. Es bestätigt sich HM Wiho« Freitag seinen Gegenentlourf betiesfeird dje bezüglich der deutschen Fr-- napM Zn ergreifendLn KsntwMatzregekn einbrüfgen wird."'? -;i' L a n d o tt, ' 17. Oltobet. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitmtg".) : „DaW Mail" belffchW Mer ehte «ahe/bevor«- stehende vollkommene Kch pe MW g in der ftauMchen Nepamtwnspolitst. Dst Wieruyg-Frankreichs sei znr Anschauung gekommen, Hatz DeuMänd ^in langeres M o r t a o r i-« m benötige, da Mdernfalls anch die Hach-) Neferunge« sehr fraglich würden. Frankreich werde sich W Projftt Bradtzury «i ch.t w i d M e tz e », Ws mne strengere Sontrolle Her deutM»: WHchast. durchgefiihrt Die «Schste Sitzung der Reparatwnskommisiivn wird sich mit dem französtschen ProM gar nicht befassen, Ba rt h-o «lwerde bloß im Anschluß M die Besprechung-des Planes Br a v b v r y die fraMfische Auffassung Mir die RoLwetsdigkeit voll Kontrollmühnahmen erläutern. .Da- SWnioll'-erWMscheMj^r'chet.^ chMMVeMSest'wM» " - * Die BölKrrbWtzdxtegLtio« ilt WLM . Gestern früh ist der. größte Terl-der Delegierten -des Fi nan z.k 0 m it e e ä, de tz. Hölkerb u tt d es hiev, eingetroffen, deren Aufgabe es beÜrnntl-ich -ist, gemeinsam mit - österreichischen-Regrettmg-zunächst das neue F iuänzprog rammzu besprechen, deffen. Nichtlinien?.den'Bölkerbunid bei -fernen Gettfer. Beraümgen seststellte.. Es sind hier angelangt: der,Präsident des' Fruattzkmnftees Mons. Ja n s e n, Professor der- StaatswissenschafteN an der'ZNnr-- versität'in Lölven tmdgle-ichzestig Direktor der--Belgische.t Nationalbank; Mons. Ä d e ü 0 l, der Vertreter "Frait f - veichs, der ehekapuLlich -schcht vor - anderthalb > Iv,hren. - nt i t den Lnntaligen VölkevbiMddelegiertett in O^ien weilte, und W.früiheM italienische^ Mmister -Mag-g.io'-rin-o-Fe rra r i s. .Im- Lause--des. heutigen Tages treffen..noch - ein: Mv.-N-i,e m a'y-r, ein ^FütDouär im brftffchen HchaWtt als Vertreter •; der enMö^n Delegierten - Sir Basil Blacket-ft.'Müer'-W.Hrnry. Strak0sch als Vertreter SüdasrAas, Monft' Sa ras in chts Baselals Beriveier. der Schweiz,, ftvnerHer der^'DÄogation als.'Sekretär-zuge-- wllte Mr. P eW^Äeamter des Völlerbundrates, und '.der tfchechrsche DelpgrerwKWpifchil!. ' . ' - Die offiziellen -Bemtusigen' mit' den VerMtern der östärveichffchen WieMNg;MVden heute begyknen^ Hierbet -steht. das von Her:;-yHrvÄchischett 'FachkoMriffion ausgearbeitet« - FinanzprogvWütr' tw Vordergrund c der Bera - Lungen. Die Person des: von eÄmr -: Swderkötnwisfion .des Völkerbundes, die von W. B a l f o u v geleitet wivd, .poft' zuschlagetlden Ge ne.tzck.stk0mmissärs steht Wi'nicht - feftf,- Wahrscheinlich'...'wi'rdl.'die Wähl auf den: Bürgertiteister vor; Rotterdam. MM. M, Z i m pr e r & MH-WM 213136