Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1322 (16.10.1922)
- Date
- 1922-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EhzeInüaüerK700 Wien: Zwa Abholen m der Expedition, II.,Taborstr.l-3, oder in cinerVerschleisstelle (Trafik) monath K 30.000 Mit Postversand für Wien u. Qesterr. monatl.. K 30.000 Ts che e.h o-81 owa k e i: töoh. K20. Ungarn :Mon. [£600. Jugoslawien? Mon, Qinar 3(V Pol^n: Mon. Mfr. 2200. Deutsch 1 and: Mbn. Mark 300. Fra n kr.. 8>ölräv>n!, Monatl.;Frcs. 8 WPT Nachzahlungen "VQ bei ’ PretierHohunjen Vorbehalten Skr. 1322 t . i V. J Tsehcclio«8lomkih fschech. K 1.20 Italien: Monatl. 10 Lire Rumänien, Bulgarien: Monatl. 60 Lei bezw. Lewa Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3. Wie», Montag, 1b. Oktober 192S. Redaktion u. Administration .Wien, ll.,Tahorstrasae 1---3 Teicphone: 44.0.38.43.3-1^ ah 6 Uhr abends. 16-301.^ Tel.-Adr.: .Morgenzeitung"' -- Wien O österreichisch es Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 A Jahrgang Pas größte Unglück für vie Eme bemetkeuswertLAeußetungLloy- Georges. i Manchester, 14. Oktober. (Reüter.) Am SGusfe' jete bt Resoimcklub gchältonen Rrile beimrte Lloyd Meprge, das Versagen der Diplomat r e A:s g u i t h § ■ und Grevs gegenüber dendmtschen BestrchMWN. ipr^-Jahve' WT4 sei dasgrößte Unglück, der. Welt gewesen.-Der-Kve-, miernrinister. weist ^!Ln Bmümrrf. zurück,.daß er emo- Politik, der Zerstückelung der Türkei emgeLesiet ^haibe,.-.und-M'Ht>M:. MrischÄr' UMMrck' über / die' OvtznIpolrK, des/ Kabinetts' ovm Jahre 1916, da er die Regierung übernEmenhabe, - bis zur Nüsarbeitung der Grundlagen des Vertrages-von SevveS im Dezember 1919. Er hob hervor, daß ^dänk Mer .Mettantifchrn" MM der Friede ohne Bluwergießeri-erbalten >lvöiden fei. Wenn ryan, sagt: Lloyd George, von ^der Regierung eine klügere Hakkmg verlangt, wrÄ es nicht schwer srm, unter ' den Kritikern. Leute.zu suchen, -diedie Eignung besitzen, .eme. solche - RegiemM...zu- -M^-,-mn-< wenn ein. WechlsÄ ointreten: sollte, Ho wäre memaNd^Km'- ben Sir. wir, glücklicher darüber sals: ich. 'Mich.edwr.Dstften - Anspielung ans die' Dienste, die er geleistet habe, - eÄlarte der. Premierminister, . «: würde gerne die Bemühungenseiner eventuellen? Nachfolger: unterstützen. Hie- .Mede«m^>MüMT der Welt siü eine Frage, deren Lösung nur loWsam-Mid mühsam erreicht werden Wime. Er werde mit allen Hrafwn eine Regierung unterstützen, die sich Mnz und ohne.Furcht c-er PazWi rnntz. weide .sich mit rlkeü - Mästen' einer Regierung - wiWetzen, die ÄHen Weg nicht oinge. Lloyd George schloß: „Wenn ich wegen meiner. Mtmig „in bür Wüste gejqgi^ w^denDÜe, weche.ich^Älch' dort drnrn er4mmm, ^daß,ich^ der/ MtM. we^ um. im MittelpuuM:mcheschveM«her Schrecken.Mtder^-^ iaussnds Von ^Männern, Frauen mÄKindem . die 'auf das Geschworene. Wort .Frankreichs, JWvens und Großbritanniens als ihren..Pchmtz - haben und die. setzt Gott danken, daß Großbrvtmmien sein Hort gehalten hat." - . . . .. .../ .- VJ-V’ Griechenland akzeptiert Har Mkdania- Abko«men. . Konstantinopel, 14. Oktober. (HäväS.) Die Merten Oberkommissäre haben dein kemalistischew Vertreter Hamid Bey eine Erklärung des griechisch e y O berkommissärs übergeben, worin « heißt: Äie griechische Regierung erinnert - an die Bemerkungen der hellenischen Vertreter in Mudania und ist der Meinung, daß ihnen nicht Rechnung getragen wmde. Sie ersucht die Mächte, die A uSwa uderun g der- Christen aus Thrazien zu ün 1erstLitzen und die ^rist für die Auswanderung und für die-Einsetzung der Türken in' Thrazien zu erstrecken.. Die griechische Regierung fügt hinzu, da sie gezwungen sei, sich zu beugen, trete sie'deü Beschlüssen von Müdania bei. Ankunft der Dölkerbunddelegierten in Wien. Wie wir erfahren, werden die provisorischen Delegierten des Völkerbundes in Angelegenheit der Kreditgewährung an Oesterreich am Mittwoch den 18. H. M. in Wien eintreffen und sogleich die Beratungen aufnehmen* Der Vertreter der Tschecho-Slowakei - trifft bereitS heute in Men ein. Volksivirt. Gestempelte Krone ---- -^»«78 Centimes. Auszahlung Wien «—.072 Centimes; Sit Zürich notierte V die österreichische Kronr . . . 0.0071( 0.0073 , ätn 14. OH) die Ssterr. Zrskempelle Ktone. 0.0078 T 0.0078 um i4. ÖW.) die tschechische Krone . . . . - 18.-/ (18.15 am 14 ORf.) die Marli. ..... . .. 0.30^1 0^0 am 14 ÖM.)‘ Agxan ...... 2.12V«; ( 212V» am 14 OW.> Datrorrst . . . . ... . . 3.35 ( 3.35 dm 14: ÖW.) Sofia . ... . 3.42 ( 9.50 am 1H Skf.» Budapest . .. . . . . 0.21»/, ( 0.2, V« am 14. Öhf.) Warschau.. . o;o5V, ( 0.05*/, «m 14v ökt.) Zwei Tg^ Hchztg Verwundete, 56 Verhaftungen. Berlin, 15. Oktober. Vor dem Zirhts Busch ist es heute zu b l u t i g e n. A u sist ch r e i t u u* g c « d e r K o m m u it t st e n ^Ämmeu. Der „Bünd für Freiheit und Ordnung", ein deutschnationaler Verein, hem fast alle bürgerlichen Parteien angehöreu, hatte für heute Vdrmittag seine Mitglieder zu einer Versammlung im Iikkus Busch einberufen. Das Thema war „Deutschlands Not". Schon gestern abends . hatte jedoch die' Berlmer „Rote Fahne" ihre Leser. ausgefordert, gleichfalls im Zirkus Busch masienhast zu erscheinen und die deutschnationale Bersammlung z u s p r e n g e «. Diese Aufforderung war auf fruchtbaren Boden gefallen. Schon vor 9 Uhr vormittags marschierten die Kommunisten.vor dem Zirkus Büsch auf, besetzten de s s e n de i ü g 8 n g e und als bald darauf die bürgerlichen Versammlungsteilnehmer erschienen, hieben sie. auf diese mit' Stöcken, Totschlägern und Messern ein. In diesem Gemetzel, dem die wenigen Schutzleute, die zur Aufrechterhaltnng der Ordnung am Platze waren,, vollkommen hilflos gegenüberstanden, wurden fechsundzwanzig Personen zum Teil schwer verletzt. Zwei Deütschnattonale wurden zur nahe vorbeifließende» Spree geschleppt und - ins Waffen gewsrfr».: Pur mit Mühe gelang es, sie zu retten. . Inzwischen^ hatte marz polizeilichen Suklms geden sie v o n d e n Ä ade r n H eMEMr M an nno schw/er m i tz h a n d e l t Einem PoÜzeiwachLmeister wurde hiebei der Schädel z ertrümmert, so daß er Uuf der Stelle verschied. Ein neu herbeigeelltes Polizeiaufgebot griff nun ein und es entspann sich eiu StratzeuLampfr bei dem etwa 3V Personen, darunter zwei sehr schwer, Verletzt wurden, der Verkäufer einer deutschnationalen Zeitung und ein K o m m u n i st, der im Lause des Tages seinen Verletzungen erlegen ist: Als abermals polizeiliche Verstärkung heranrückte, wmde diese mit Steinwürsen empfangen. In dem darauf folgenden Handgemenge wurden zwei Schutzleute durch Messerstiche ins Genick schwer verletzt. Erst nach mehreren Stunden gelang es, die gewalttätigen Demonstranten in die Seitenstraßen abzudrängen, wo sie sich in dey ersten Nachmittagsstunden zerstreuten. Am Abend war die Ruhe und Ordnung vollkommen wiederhergestellt. Die Ver-i letzten wurden ms Krankenhaus, die Toten in die Morgüegebracht. Bisnun sind zwei Todesopser zu beklagen, doch ist zu befürchten, daß nicht alle Schwerverletzten Mit' dem Leben davonkommen. Die Zahl der Verwundeten wird mit s e ch z i g angenommen, doch dürsten sich viele leichter Verletzte nicht gemeldet haben, insbesondere Kommunisten, um ihrer Bestrafung z« entgehen. Der Abgeordnete Hergst wird morgen im» preußischen Mgeordnetenhause die Absetzung des Polizeipräfidente». fördern, weil dieser trotz der in der „Roten Fahne" erschienenen Aufforderung die Versammlung zu sprengen,' keinerlei Vorkehrungen zur Austechterhaltung der Ruhe Und'Ordnung getroffen hatte.; Die Nachricht von den bluttgen Vorfällen vor dem Zirkus Busch hätte sich wie ein Lauffeuer in ganz Grotzberlin verbreitet und allenthalben große Beunruhigung ausgelöst. - ". - * - ' Berlin, 15. Oktober. (Wolfs.) Das Polizeipräsidium teilt' mit, daß die Nachricht, über den Tod eines bei den heutigen Zusammenstößen schwer verletzten Anterwachtmeisters erfreulicherweise nicht dm Taffücheu entspricht. Der Beamte ist aber schwer verletzt und bdfindet sich noch . nicht außer Lebmsgefahr.. Berltü,167 . ...... t ... . _ pos^ Meldet, Hai der Berliner Pölizeipräfideut üuf die E' r § reifst U g - der verbrecherischen Urheber der gestrigen blutigen Zusammenstöße vor dem Zirkus Bitsch eine BeloH«ung vo«-S00.000 Mark ausgefetzt. Der.sestgenommene Obmann des Berliner Obdachlosenasyls hat aüsgcfagt, daß die Asylinsassen von der Kommumsthiheu Parie. zur Teilnahme an der Demonstratio« besonders aufgebotm worden seien und von den Äommnünistru Geld dafür erhalten hatten. Wie die Blatter weiter melden, kam es »ach Schluß der Kundgebung im Zirkus zu neuen Zusammenstößen im Kastauienwäldchm. Kommunisten überfielen und sprengten einen Zug von Versammlungsteilnehmern. Auch mehrere Studenten, die von der Feier der Rektorsmaugnration aus der Universität kamen, wurden mitzyanvelt. Gegen diejenigen, die die kommunistische Aktion mszemert haben, wird das Strafverfahren wegen Landfriedensbruch, beziehungsweise Anstiftung dazu emgeleitet werden. Die Bergarbeiter verlange« eine Der» biMgung der Kohle. Dar Ende des etreiks imOfirauer Revier. MSHrisch-Ostrau, 15/ Oktober. (Tschechoslowakisches Preßbureau.) Auf. der heutigen Vertrauensmännerkonferenz der Bergarbeiter in Lazy wurde nach Anhören des Berichtes, über die Verhandlungen in Prag nach längerer, teilweise erregter Debatte mit Zweidrittelmehrheit eine Resolution angenommen, worin die Vereinbarung Über den Lohnkonflikt bezüglich Herabsetzung der Löhne bis zum. 18. November um 25 Prozent und vom 19. November um weitere 5 Prozent genehmigt wird. Mit Rücksicht darauf, daß - sich das Einkommen der Arbeiterschaft durch diesen Ausgllich beträchtlich vermindert, erwartet die Arbeiterschaft, daß diese Herabsetzung "zu einer Kihl-enpreisverbilligung, somit auch zu einem größeren Absatz der Kohle Und zu größerer Beschäftigung sühpen werde und. - daß auch der Staat alletun werde zur-Verbilligung der Kohle. Die Konferenz beschloß ferner, die Arbeit am Dienstag wieder auftu- 7 Nehmen, und zwar hauptiächlich deshalb, weit bei einer" Mehrzahl von Gruben Montag erst die notwendigen Vor-' bereitungen getroffen werden müssen, um' die regelmäßige Arbeit^zu. beginnen. Die schlesischen Lokalbahnen haben .den regelmäßigen Betrieb wieder anfgenommen, der infolge Einstellung des.elektrischen Betriebes Mstand. Die RKnmnns Thraziens. ' Konsiantiuopel, 15. Oktober. (Havas.) Nmu von den Verbündeten bestellte Abordnungen sind nach den verschiedenen Mieten Thraziens adgegangen, um die Räumun« seitens der Griechen zu übe-vwachen. * ■ Konstautinopel, 16. Oktober. (Havas.) Der Rückzug der türkischen Tuppen an der Front bei Tschanak ist beendet. KoMMUniste«k0Ngretz in Paris. Parts» IS. Oktober. iWolff.) Der kommunistische Kongreß, der heute vormittags eröffnet wurde, wählte Marcel Lächln zum Vorsitzenden. In seiner Begrüßungsansprache gedachte Cachin der Streikenden von Le Kavre und der gesamien proletarischen Welt mit besonderem Kinweis auf das deutsche Proletariat. In der. Nachmittagssthung trat der Kongreß in die eigentliche Ärbeä ein. Die neue destsche Devise»ardnu«g. ' Berlin, 16.- Oktober. Der „Montagpost" zufolge werden demnächst Znsätzbeftinummgen zur Devisenordmrng erschemeu, die eine Reihe noch vorhandener Lücken ausfüllen sollen. Nanrentlich wird bei der Umwandlung der Verorduüng des Reichspräsidenten in eür Gesetz von der Regierung im Reichstag beantragt werden, Bestimrmrngen emznfügen, die die Wirksamkeit der Vorschriften erhöhen Umd insbesondere die nachträgliche Revision dev bisher ab- ..LesMossenen Devisengeschäfte evmöalicken wecheNx '