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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-11 · Heft 1317 (11.10.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1317 (11.10.1922)
Date
1922-10-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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' <\J. tllzslnuBnerK UOft Wien:,Zom ÄbHolen in der ExpeditioB,U.,T ahärstr, 1-3, «der ia einerVersctoleisstelle \Trafik) monatl.' K 30X00 . —T-»- , Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. Kl 30.000 Tscheeh.o-Slowa.kei» Mon. K20. Ungarn: Mon.' K600. Jugoslawien: Mon. Dinar 30. Polen: Mpn» Mk. 2200. Deutsehland: Mon. Mark 300.,,Fran,kr., Belgien: Monatl; Pres. 8 WM» kk»vk>r,KIuor«>' 'W^?rei«rkol>ü»s«o '' vord»t»fti«o Rr. 1317 r' » , ' ' 1,' . * ti v ' ■.-;»“. . v!' "■ v , . - " ' . ','■■■ ' . V , , ' ■’ . ■ :;-Xi V V ■ MM. MMmoch, 11. Oktober 1922. fs<h«eho«Slowaitl * tsühech. K I.20;lta 1 ienMonatl.10 Lire R uniänien, Bulgarien: Monatl. 60 Lei bezw.Lewa Schweiz- und das üjbrig« Ausland^ monatlich Frßs. 3. , Redaktion n. Administration ■Wienl ’IIm Tahorstrasse tr-3 Telephone: 44-0-38j43*3rl 9,;ab: .6:Uhr .abends lö-säGl. Tel, - Adr.:>Mor genzeiturig“ , - Wien Öesterreichiäches Postsparkassen-Konto Nt. .150.693 4. Jahrgang Der Beginn der Kampagne in Pole«. (Von -unftvemLembergWi5h>rvespondenten.) . -. Lemberg, 10. Oktober. Es ist emxMder-.Ae.rt.als-'vor dem Kriiege, nndauchdie Ä-ahl-aktiön für den polnischen Sejm und Senat vmst eine bvimeitem andere Physiognomie auf als in früheren Jahren. Die gewaltigen Vorkommnifse der letzten Zeit' häben die Bevölkerung gegeiui'ber Tchgesereignifserr einigermaßen äpätstch gemacht, so daß sie-auch-den bevorstchen-oen Wahlen kein allzu großes Interesse entgegenbringt. Trotz der bereits erfolgten Nominierung.verschiedener Kmididatenlrsten merkt man bisher nicht viel von latent Wahlsieber, wie es beispielsweise gelegentlich der Neichsratswahlen ,vorn Jahre 1907 und 1911 in .Erscheinung getreten - ist. Dies, mag ..auch zum Teil auf fiyarHielle Ursachen zurückznfnhren '.ün. Weder die politischen Organisationen noch einzelne Personen sind in der Lage, e fstt unerschwinglichen -soften für. eine Aus, Monate .ausgedehnte Wrhicklion zu bestreiten. Diese dürfte sich also erst ünrnltretöar Var dern Wahltormin lebhafter gestalten. Insoweit man ijeute die Situation übersehen kann, stebr nach wie vor fest, daß sich die ukrainischeBevölkernng an den Wahlen nicht bc-t-eiligen wird. Daran dürften auch einzelne Extratouren seitens der Altrulhenen wie auch die gerüchtweise angekündigte Kandidatur des gewesenen österreichischen Abgeordneten Dr.Trylowski nicht viel ändern. ' . . Von polnischer Saite werden in erster Reihe die N-ationaldanwkvaten und-die Witos-Partoi,, Welch' letztere einen-ihrer früheren Führer Stapinski vor kurzem ganz abgeschüttelt Hat,- mit Erfolg a:vs den Plan treten. Die -Natwnaldemokvaten, derxn Anhängerschaft vor .allem dcts Gros des städtischen MÄteL-' staHdes-und Boamten;' nüdLehrev wie -mich die GeistRchke.it bilden, dürste im Wahl?' kay^f einerschts-mät.aller Macht.gegen den Staqtschff Pilsudsst aüftreien, asti^yseits dmch -KM semitischer,Schl^woÄe-vhn unteren Zehntomsenden ihr Programm suggerieren, , mn sich so >deren Gefolgschaft zu sichern. Sie.verfügen dabei,über eine vielgeleiene MS sehr gut redigierte Parterpveffe, -die bereits seit Wochen alle Register aufgezogen hat, um -ihren Brobgcbern die segensreiche Arbeit zu erleichtern. In dieser Hinsicht sei aus die Hetzkampagne des ,Mowo Polskie" gegen den Vertreter Polens in , der Volkerliga, Professor Aszkenaze, der m, einem der letzten Leitartikel unverblümt als Verräter an den polnischen Interessen gebrarvdmarkt wird, hsfe auch auf die von diesem Blatte inspirierte Hetzaktion gegen' die jüdischen Hpchschüler in Lemberg, .hinHowj-eftn. Die Mtos-Partvi wird jedoch den Nationaldonwkraien einen Teil der Intelligenz, -besonders in den kleiner» Städten, wie auch fast.die. gesamte.polnische Bauernschaft, die sich in den MHkbyrrken '.Sambor, Przemysl, Stryi und Tarnopol konzentriert, abwendig machen. Die polnischen Sozialdeurokraien werden ihre Bemühungen auf die Ewberung ' einzelner Mandate in den Wahlbezirken Przemysl, Strvj-Drohobycz und Lenrberg richten, wöbei ihnen die Kommunisten und' der „Bund", wenn auch mit sehr geringen Aussichten ans Erfolg, in den Rücken. fallen dürften. Angesichts der'strammen Organisation der Hand in Hand mit dein antisermtifchen „Rozwoj" gehenden Nationaldemökvaten dürsten' auch der sogenannten Zentrumsliste, ans welche die Warschauer Zenivalregierung so diel gebaut hat', nicht allzu große Erfolge beschieden sein. Die bisherige Aktion von dieser Seite ist >so schwach und inhaltsleer, daß nftrn den EindMck lwkBnni, als oh es sich hier nre.hr um die Befviedigung persönlicher AnMiotten, als um die' Konsolidierung einer lebensfähigen politischen Gruppe handelt. Dia zionistische Orga»nsation ist nach wie vor die einige, ernst zu nehme-nde Körperschaft, der; die verantwortungsvolle Ausgabe zngefallen ist, die jüdischen ^ntetess-n in dieser schtveren Zeit zu vertreten. Es ist charakteristisch, daß alle übrigen jüdischen Organisationen, angefangen von der Ägüdah bis zu den extremen Liltksparteien, trotz ihrer bekannten Gegnerschaft zu den Ziomsteu, auf die. Beschlüsse der zionistischen Parteiloftunp geloartot Habens ehe sie zur Fra,ze der Tvilnahme an den Wahlen irgendwie Stellung nahmen/Es darf heute als Datsache gelten,, daß sich die zionistische Partei und im Anschlüsse an sie die Misvachl-Organisatilnr durch ihre jahrzehntelange, zielbe-/ tvußie und aufopferüngsvolle Arbeit in der jüdischen Gasse ein« gewisse Autorität in allen die jüdische BevMerttng betreffenden Fragen gesichert IM. Die ZionMsche Paytoi Hat allen ans.Mi- - scher Basis stehenden Organisationen, ohne Rücksicht auf frühere . Borkommnifse, die Hand geboten und in Hinsicht - aus die -Bei iicksichtrgitllg.berechtigter Wünsche. das pMtgehendste -Enigsgenkonnnen au. den Tgg gÄegt. Diuk diesarrr Nrnstande kann rnan in diesem Augenblick-unter dem Gesichtswinkel der, bovorsteheüden Srftnwahlt'll, .von.einer'E-inhcitsfr-nt aller, bewußtjüdischen' Eienlente' m 'OstgalMa.'. 'pv.Hr«. tj'üie schon ftüher berichtet, ist die jiünsche KaMdaterUste süa die WalM zum . Schn und Senat-ün, gege-.seltitzen - Gm» veirltärlirnÄle -aller.ictnuitionalen Parteien und der anae- : HpttmMsche Be»rtetl»irg der Lege Paris/IO. OltoAt. (Lel,^HWMc 'Verhandlung« m Miidania. w.upden heütr Alle. alliierten Pertreter . stüü im Besitze - irbereiWiwunercher . Instrultioney, - sind jedoch,zu keinen b.mdcnd' ..AbtHpchungen berechnt. Nach deft hier eintzetroffeuert^^ .Nachnchienj wich der' ivichiWe PnMjÄer." TagesochWntz, . Die griechische Negierung hat, eiste Ko-nuniffion ein- Emwohner und zirka 150.000 Nüchtlinge aus Kleinasien abtransportiert Werden. . , Die militärische Lage.-ist-gegezüvärüg vollkommen em GleichgÄvicht.'Die' türkischen Truppen^ die gestern in die neutvale Zone anr Bosporus erngchvnngen sind, wurden wicher'zurückgezogen. Es soll der Versuch gemacht werden, ein« neue neutrale Zone zu schaffen, Ww.. die alte wesentlich -zu ^veMenErN. Alle bisher vonden Ächischen^Truptzen besetzten Punkte der neutralen Zone sollen diesen überlassen wechrn- Die ^englische Garnison am Marmarameer wunde zurückgezogen. / Die Hetze der Nati»«alisten. MDWWMchMM tzDehtyWchem^ ... ^Ärrichtersta^er^ .auf Ketnal ein ini gehorch 4 i ausgeübt, um :)n zum Kriege zu tM-rbe,^r,'tzr-difä.e und ägyptische rirnärc in Hcskau und Angora hätten Kemail die V'..'sich'» vung gegeben, daß in Indien und Aegypten Aufftande aus-' krechett ft'ftröcn ”\:ui di- Türken zum Kriege schritten, zlnd der "afghqnistische Lertttto'x-in Angora habe versprochen daß die afghanische Arniee dre indische Grenze für den FaÜ entes Krieges üSerichreiten würde. Auch die. Araber in' Mesopotamien und Syrien hatten alle Anstrengungen gemacht, um eine friedliche Regelung zu verhindern. Die orientalischen Extremisten stellten einen Friedensschluß als, Verrat an der türkischen Sache hin. Indessen Men die gemäßigten Elemente zufrieden^ daß 'der Rüchzälrg des europäischen Prestiges Fortschritte gemacht habe. An Konstantinopel, wo der Niedergang des Ansehens der Westmächte sich besonders enthüllt hätte, dämntere eine neue Zeit für den Osten. \ ' . Die ErrequA^ in Griechenla«-. Pätitz, 10. Oktober. (Tel.-Konrp.) Die Erregung in Griechenland über die bevorstehende'Räunmng Thraziens hat einen solchen Grad angenommen, daß sich , die Athener Regierung veranläßt gesehen hat, den Kriegszustand über Thrazien Zn verhängen. Der griechische General BlachommnmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmHämammmimaBaaa pnlos erklärte einem Mhavherter' des „Ssseph)", -die gri^ chische Armee Mrde. sich eher in' Stücke haften -lassen,' bevor sie Thrazien rauntt. A-ehnlich äußerten--.sich andere hche griechische Offiziere. . ' p p , . ' Die Entente und Rußland. Berlin, 10. OÜobcri ITel.^lomp) .Zur' Vvvgeschichtt -gtäph", daß Poincare, nntorstiltzt'durch den' italienischen Geschäftsträger Galli,' die'kGnladung Rußtauds empfahl^ Die Art und Weise, wie Loch C uwz o n sich mit der Einladung der Sowjetregierung ohneweiters einverstanden etklärte, rief in französischen Regierungskreisen -Erstaunen hervor und ließ erkennen, daß die /Gegensätze^ im eltglischen Kabinett sich verschärft hcchen. Die Englische Regierung , erklärte sich in dem Augenblick mit der Einladung der Russen emverstauden, als L-ovd Cuchon mit seinem Rücktritt drohte, so daß schließlich die Curzonsche Rich.mng die Oberhand behalten l)at. ' Lloyd George deadstchtigt Neuwahlrn. London, 10.. Oktober?" Wolff.) Der politische ,politrsDö öchje Men. Eine Möglichkeit, die sich manche Vor Äugen hielten, seien baldige -Neu w a h l.e u. Dä von chen Feinden der Regierung versucht worden sei, bte PoWk der Regierung als kriegerisch.därzustellen, werde die H eräusforderung dieser Leute ' durch dem-Premiermiuister' ^möglicherweise die. Gestatt von Neuwahlen an» „Daily Expreß" schreibt, lt&rat nt der Frage des nahen Ostens und in den/äude'M auswärtigen Fragen ' .während der nächsten Tage alles gut gehe,Z'ei eiu A p p e l l a n da s L a n d Wohl möglich, Einige der Kollegen des Premierministers 'feien entschieden der Ansicht,, daß Hde .Verzögerung gefährlich sei. Ehamb er ly i n sei der Meinung, laß, ivenn Lloyd George zurücktreten würde,, eine kpnservative -rgierstng ohne Nemvahlen nicht, 'gübiKet' werden 'kömttc, .Italie« und dep' BeeLssy 'vsu Sevres. Rom, 10. Oktober. (Priv.) Italien erklärt jetzt, das Wommen zwischen Bcniselos stnd Littont vom -Jahre 1919. nicht! nrehr als bindend änztterkennen. Dies bedeutet für die allgemeine Orientkonftrenz, daß Italien deü Vertrag von Sevres praktisch, als verfallen ansieht. sehensten kaufmännischen und Haudwerkerverein-e ausgestellt worden^ Sie umfaßt sine.Reihe von Personen, ' dtze durch längjäbr-.u' v;rdtett'wolle^ Arbeit auf jüd''ch':,' Geliett^hervorragen, wobei die verschivdensldn religiösen und polittscheu Gruppierungen gehörig vertreten sind. Angesichts der maßlosen 'Agitation, die seitens , der. 9da- , tionaldemokraten mit Hilft des katholischen Klerus für ihre Liste entsgltet wirch ist es eine heilige Pflicht, der -ostgaligvscheU . Jndenschast - alle ihre Kraft«- aufzubieten, um, die nach «Wcher Noberlegrlng. in Angriff geno>mnerre- Wahlaktion zu einem chrerrvollen Abschüch zu bringerr.Uftd der jüdischen Bevölkerrmg die ihr 'gebührende Anzahl von Mandaten zu sichern. -Zum ,, ershenmal werden hrsbesaudeve ,auch die -Mischen' Frauen Gelegenhe.it, finden, ihre Pflicht als .Bürgerinnen zu,-arMen. -Von ihrer Beteiligung an der Wahl hängt znm großen Teil der Er- ' folg, ah, .Die beiden Wahltage, .Her- 6. trnd 12. November, imifen uns' gerWt'stiniden. Jede.Mische. StftnMe, ist.von BeidAttüng.' Die jüdischen Kandidaturen. Lemde.rg,' 10, Oktober. (Tel, t«r .,,Wiener MorgerMtnng".) ''Der. jMschmatimiale. Wahlblock hat^flir die nächsten Tage,sine^ Reihe -von 'WMbsvsanmtlrmgert -in säntll'ichen'OXffchaftelt em- Jm Wahlbezirk LoMepg tverden vom jüdischnatiotmlen .Wahlhlvck D - den - ersten - StÄlen- Dr?^Levn Reich, Dr. David Schreiber, Rosa-MelZer und Ing. Katzler, . nn Wahlbezirk Drohobyez' Dr. Leon R e i ch, Dr. Michael R i n g e l, Redakteur ^-Fr v st i g,- Dr.- Sil her sch e t n» , im Wahlbezirk Tansc^olMoMw,,,- ,Dr., Leon R &...Ibtzeordne-ter. Heinrich' Me.izes, Zwi Heller kandidiert. Bon Mischen- Parteien kandidieren noch der'Bund, dft'Poale Zion and die vereinigte jüdisch-sozialistische Partei. , - - Bon der Hitachduch werden aus den Listen des Blocks der nationalen' Mmderheiten Dr. Wilhelm Berkelhammer und Advokat Lewinsohn kandidiert. -.In Wilma - wevixn von den Iüdischnuftonalen kandidiert:.. Dr. W y g o d s k i, Eleaftr K r u ck, Adolf G o r d o n und Sachs- Die, jüdischen Kandidaten figurieren ans.wer erstem dritten und fünften.Stelle ber,- 8LHalste -dös Dünorstäten'btocks. Rabbiner R -n -b i u st e i n. kandidiert,- - im WachNszirk ,P i a l yft o ck. an erster Stelle znm -Senat und als Liftenfnhrer des Mnderhsitieschlocks im Wahlbezirk Lidä. -? Die polnische Sozialdemokratte. . Marschau, '9. Oktober. .(Tel. der,.-.Wiener.Moygerrzortzmg", Der . Führer . der 'polnischen Soz-ialdemokrati,^. - Mgeordneter Barlicki'ertzlärte in einem Jntervftw mit einem-Mitarbeiter des „Kurftr Polski",. daß Vft polnische Sozi-aldeMokralie 'die gegenwärtige Wa-Hlordrturrg. als ungerecht» insbesondere hinsichl- ' l'ich. der BertÄung der Mandatsanzahl befrachte. . Die Sostaldontpkraten. wenden daher im komn'.e»i-de.n Sejul. für die Verdesftrnng der Wahlordnung im wahrhaft d-nnokralischen Sinne . eintteten. Den Block der nat ionalen Mmdrrheften.evachft , er als ' eM'stnnatiirliche Evschej'.kilNß, dis diefchauvrnist.ische -Politik des - Paters ' L n t o's l a w s k i. Izervorruftn. Mußtet Die. ganze Ber- .mtn-orrurg' für die En.stchang des M.:no:'.llsc,:.'-.- st s 'vre Sdätionaldemokraten-und'.ih^ . / -

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