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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-08 · Heft 1314 (8.10.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1314 (8.10.1922)
Date
1922-10-08
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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lä|4 ‘ - . '-vichi-NMdi-Dtoge lösen, 4n..ÄAchM ÄuSindtz der Met- HO ^.g^arnMv HauseZ erhöht tver^eü darf, foüdern sie /ZMW» W ''aüH.'-arübe^'LyWn,^ zur Erhaltung H^'Hcmses noHendigen BetrWe auf 'die einzelnen'Wtzet- 'WMmzü veWlen sind. ÄeiMefen Entscheidmtoen wird 4M michizuühersehen stiu,.in welcher.sozialen Lage sich dH Hsnseigentjimer befindet, oh er nicht selbst in' der Lage. ist^ ans ^stinen^ eigenen Einkochmen oder sonstigen Ber- Mqn Wr Mbvsirgen. M einen stinev Mrtvöllsten Ber- HögcnÄgegenstänhe/ nämlich sein Haus, für die Zukunft in Mnenr tvahren Werte zu erhalten,-Ds, wird auch darauf Mcksichtzzy uehnlen sein,, ob das Haus por dem Kriege als -MmögeMMago 'tzrworben Hürde,,' oder' ob es Leim HeranuMn und'Begin.n der EtzW^rtung der.Krone zn fpekulaüven ZwMn.Lijgeschafst ipürtz,Hw. lchterön' Falle ist ja, Hrr herhi^. .ohgn:. angeführt füv die Mgemeinbeit Wne BeMichtstNg vorhanden, dahin zu wirken, Latz die ( Hpekulativn ein günstiges Ergebnis -für den Spekulanten Zeisige. Änd da. gelangen wir zu dey^ was vor dem gngsdrshrenHtreik/dcr HauZiiglntümer schon viele wußten, daß bq*ccit Interessen und Kindernngen ganz verschisdene Richtung -Und ganz verschiedene Begründung haben, und sich -deshalb gay nicht in eure einzige Organisation zu» iHammeufasfen und zu. entern; einheitlichLU Vovgcheil zwingen llasft.: Es gibt -acws - und reiche Hausbsitzer, .Hausbesitz^, M! die das Erträgnis, des Hanfes die Versorgung bilden soÜte, und Hausbesitzer, denen das Erträgnis des HauM ganz''nebensächlich ist, Inländer und Ausländer. bodMandigr Wiener und Fremde, die Wien, gar nicht gesehen, haben, siestte, die 'ihren letzten Sparpsennig in ihrem Haus.' ailgelegt'/hvben, und Spemlattten, denen der Besitz des HönM eine/Opekulation ist-wie jede andere. Daß diese verschieden, gestaltigen Interessen nicht imstande sind, ein -tnhr'ülichpS VovgchM Lr .Hausherren zu erzwingen, hat die Tatsache hMftsen, daß der to-ngodrohte Streik im Sande verlief. Nicht dev Streik der Hausherren und. nicht die Passive WisteqzOes Mieters können diese verwickelten i Interesse ngegensätze schlichten, scndern nur der beide verbindende. Gedanke, daß die Erhaltung der Häuser im In-' trrffe ^eriHimshHren und Mietet gelegen'ist. Ignaz Deutsch» Moses Monte- und Samson Raphael; Eiü.Freuud unseres Blattes schreibt uns: In Hr^mteresMten Studie Dk: Gelber s, die sich mit .derWrföiAchküt'mnddem Wirken Jgnaz'.D'eutsch' beschäftigt» nürd auch .,eines Handschreibens gedacht, das er anläßlich des Falles MDara an die orthodoxen Rabbiner: in Ungarn richtete. Ichhir M-Besitz amer Abschrift dieses Schreibens, dMen Ber-' öMrsliäMß uicht hloß.zur Ergänzung des-EharakterbAdes. dient, haL Tausch m seinen Schriftstücken von sich seWst. entwirft, sondern Gründen höchst beachtenswert erscheinen dürfte, 'i Dc-» 'RüudsHce.ibeN lautet, mit .HinWegläsMg einiger Nebensächlicher ÄMn, wie folgt: Hw,. i^vwüv^:n! -Aus ^er. offiziellen Note der päpstlichen Hjrgrepung über M-traurige MortMÄngeHgenheit in Bologna, Wtzlche in tzenr Abendblatte.der „Wiener Zeitung" vom 6. d. der- '' WietteLMv^iiwnzerttttts. . ' ösferitlichr wurde, werden Ew. Ghrwürden entnommen haben, bist sich n ich L e i n e i n z i g e r orthodoxer R abb.i ne r in tz-an z En röpa.den..MGche'UMeolotzsn in dieser Frage an-, geschlossen hat,!... Hätten,tesi .Pitz.'jüdischen' Reformer .mit tat Sache der Movtarascheit Familie ehrlich 'gemeint' und hätten.'sie sich, an die. päpstliche.Roglerung in etoer Weise gewendet, wie ich eS unseren Glaubensgenossen im Kirchenstaate gleich in her erst'.u Zeit turrch die Herren LuMto und EtAnger empfohlen, wozu onck damals die jüdische.Syftode in Jerusalem mit Nachdruck geraten hatte, so wäre es der päpstlichen Regierung vielleicht möglich gewesen, diese Angelegenheit mindestens teilweise zugunsten der unglücklichen Wern zu ordnen, ohne sich ntzd die-Kirche angesichts ganz Europas Hloßsr.rlttz.n zu müssen. Mein eine günstige Entscheidung lag eben nicht in der Absicht 'der jüdischen Neologen, sie wollten Skandal und Aufsehen erregen, sie wußten, daß sie durch ihr Geschrei in der Presse alle Ungläubigen, somit »alle, revolutionären Elemente» wenn auch aus ganz anderen Gründen, zu ihrer Unterstützung bevoit finden werden und dadurch glaubten sie, die Masse der jüdischen PevAkeru-ng allerwärts für sich zu gewinnen, indern sie scheinbar für ihre heiligsten Lebensinieressen in die Schranken guvüen sürd. Unter solchen Vertzälip.issen hätte ich weiter keine Veranlassung gehabt, über das fernere Benvhmen der österreichischen^ Nü'bbmtr' in der Mortaraschen Angelegenheit den geringsten Zweisel zu hegän oder ihnen sonsi irgeridLine Vorsicht zu empfthle'n für nötig gefunden. Allein seit meinem letzteil Rundschreiben hat in London unter dem Vorsitze des um seine Nation . so hochverdienten Gir Moses M o n t c-f i o r e «in Meeting staktgefunden» ' in welchem beschlossen wurde, - alle Glaubensangehörigen in Europa oufzufordern und sie auf eine nachdrückliche Weise zn vermögen, bei ihren Regieamgen zugunsten der Mortaraschen Angelegenheit 'die nötigen Schritte zu tun, bei welcher Gelegenheit auf die Mitwirklmg der Rabbiner in Oesterreich und ihrer Gemeindeangchövigen aus" besonderen Gründen ein starkes Gewicht gelegt wurde. Ich habe inich dirsfalls zwarjjmit Sir Moses und dem englischen Landesraübiner ins Einverlwhmen gesetzt und habe ihnen die Folgen dieses Schrittes gebühvend ans Herz gelegt, aber es ist dsnnoch möglich, und ich halte es sogar für tvabrscheinliä,'» daß eine schriftliche Aufforderung, mit dem Namen des Herrn Montrfiove versehen, an die. österreichischen Rabbimr gelangen dürste. In dieser Voraussetzung glaube ick nicht unterlassen in dürfen, Cöto. Chrwürden die wahre Sachlage und namentlich die Veranlassung, welche Sir Moses zn solch «mWt Schritte bestimmen konnte, bekanntzugehen. Seit ungefähr zwcurzig Jahren bestcht auch unter den Lvndorrer Juden «ine Reforinpartei, welche unter der Protektion des. Sir I. Leon G'oldswith die äußersten Anstrengungen nrackit, um crrl Aus-dchnnng nnd Bedmiung za gewinnen, da es derselben wohl bekannt ist, daß Sir Moses bei .seinen Glmrbensarkgehörigtzn in großem Ansehen steht» und derselbe durch die iKftiitfkri Artikel in den Londoner Wochenblättern so hart gedrängt wurde, so daß der ehrwürdige 78jährige Greis den Angriffen l der Presse (und man muß wffsen, was die Presse in England, bedeutet) nicht mehr widerstehen konnte. Nun aber kenne ich den Eharakter. und die Gesinnungen des Herrn Montefiove sehr genau,Ich bin mit ihm seit Jähren persönlich 'befreundet undIoie^ Eiv. Chrwürden'wissen, war dersolhe erst den verwichenen Somv.Mr nach Wien gereist, um mit mir im besonderen. Jnterssse unserer. GlMlbensgenoffen m Palästina zu sprechen; bei welcher Galygenheit' ich denselben Sie ’vmten» desto höhere Preise m&ssen Sie zahlen. Deeken Sie daher rasch ihren Bedarf in engj. Stoffen, Regenmänteln, Damenu. Herrenwäsche, Bettwäsche, Strick-, und Wirkwaren ete. zu konkurrenzlos billigen Preisen im Warenhaus . Serie'A mehrererr Raten der Krone vorzustellen die. Ehre hatte. Somß hatte ich Veranso ssgrrg getzug,. nsich von Herr Mchchgft ftomme. die eiWgL und ausschsiEche Ursache, das; Sir Moses dwKrncj Nicht .febstondig -mch gewitz nicht, nach seiner imrigsten Uabetz zeugung handsln tonnte,.upd, ich. glaube nicht'nur der Wahrhe^ sehr.nahe.zu sam, sonderst ich mochte, ohne.esivas zu wägen, uch Bestimmtheit behaupten, daß das den: Herrn v. Mo.iüefiore fehl angenehm sein dürfte» swen.n die. schriftliche Aufforderung, woläü mit fchnc.m'Rachen verseheir, in der Mortäraschen Angelegenheij zirkuliert,. be: allen seines..Glanbensangchörigen erfolglos veä Hallen würde. In diesen Sinpe wären'.nun alle schriftliches Aufforderrzngen».. welche in der 'Zukunft..über. , die Morbarasch» ' ÄngklkgcnhLÜ offen oder . gchvim zirkulieren sollten, .aufzufasseh und zu beurteilen und in.diesen.Sinne werdeli' EW. Chrwüvdez auch mit demselben srom.meu Elser wie bisher .hiejeirigerr Rab. b.jner und. verläßlichen Laien, welche ihrem Bezirke angehörcif von Dtit bestehenden Aufforderungen mt§ Laudon unlerrichtcr und vorbereiteu. - . " .... . . Weira ich zum Schlüsse . die Bitte 'wiederhole, gegen dst zweifelhaften Rabbiner dassätbe Verfahren - wie ..bas. letzte Maj berbochten zn wollen» so geschieht dies», , tvcil . ich mir/den Einflus des Sir Moses uud die-Äedelüitng seines, Namens unter unseres, GlaM»sangehörigen Nicht verhelfen kann, weshalb die gänzlicht Hinwegjetzung über, fein« schriftliche Ausfoude.nlng,bei manchen! Anstoß finden dürfte. , . In der angenehmen Erwartung, daß.mir Cw. Ehrwürde^ die Gesinnungen und M'Absichten der Gegner in der Mortarcu scken,Angelegenheit freundlich bekanntgeben möchten, verharrt ich um> Wien» sin November' 1858. Auch oinc-flüchliöe,'frisische Analyse dieses Schreibens er, gibt. dM tx sobald nicht an Perftdie» Verdrchung und jesuitische» Heuchelei, übrvb'öten" werden könnte. -Nehmen wir an, . der Schreiber hätte ehrlich geglaubt, daß seine Methode zur Wäh, rrmg/oer Ehre..und der Interessen des Judentums' im allge, meinen und der Familie Mor'tara im'Ärsovderen -eher zum Er, folg gesucht hätte, als der offene, stürmische Protest gegen daß Vorgehen der Kirche, die die Tauft an einem Kinde, das Nndel seinen eigenen und wider dem Willeri der Eltern^geraubt war, t^'n, sanktioniert hatte, Aber was konnte einem Menschen, der nur einen Funken von Ehrgefühl und.wahrer Liebe zu feiner Religion im Herzen trägt, auf den Gedankeu bringen, daß Naöl-'iner, mögen sie auch nicht orthoboxe-r ^LVservcmz.'fein, ^' Lv ihrem Protest gegen Rmn irr einer solchen Sachewon der'Suchtj Skaitdal und Aufsechn zu erregen, geleitet sein, könnten? Welch ein« niedrige Helatoren-feele' gehört dazu, selbst bei diesem An, lsß^ UNsich bei den klerikalen nnd reaktionärerr Machthabern i n Staate Lieböind zu machen — Rabbm 'r und 'Juden n-eologer Gesinnung zn dsnNnzieren,' daß sie durch „ihr Geschrei alle revolutionären Elemente'^;u ihrer Unterstützung herbei-führeq -wollen! Ten Gipfel der Schamlosigkeit tzrklimurt aber der Mtov des'Rundschreibens'durch die schtnachvölle Rolle, --die er bei dieser Gelegenbelt' 'den' jedlen Sir Mofts Monteftore spve-leu l.rsftn will. - . Jtznaz Terltsch wollte derr orthodoxell. Rabbinern einreden, nur dft -Resormrabbiner hätten sich in lauten Protesten in der Atchre Mortara gefallen. Nun, Samson R aphael Hirsch IL, Taborstraße 48 Telephon 47-1-7H En «ir«s Exi d&Sall < Wthenaus Tragik. . Bon Dr. Martha Hofmann. - Es .tvtz« m'IWlm, nach Eismrs Tod, m den Fdbvuarkasten! der 'idoutsihen Revolntion. Ich sprach rnit einem jdek' ÄWy-tzr.-'Iuden, Stn.den't rr>nd Schriftsteller, über GMTpt, -auf welche m München die Rätedrktatur folgen fpM.!' »»Ist es .ttjchi traurig," sagte ich, ,-daß die. besten IW« Wchchen.^ um Menschen zu führen, die von ihnen uiDWfü>hrt.febt wollen? .Die aus deur Instinkte ihrer Andersartigkeit heraus sich - dagegen auftchnen — vielleicht «nt. Recht auflehnen'?" ... <$t' «MrsMch. Nicht dem Iyden hätte die Waffe gegolfeü, fmlidsvu dem Führer, der erMhen, wenn nicht Hmgen wollte. Hätten nicht die Athener ihren Landsmcmn Mkrates mngebracht. weil , er die Jugend verdürbe? Das hMfe uns Juden aber nicht'abihalten, Fahnelckräger der Wktrversöhmuch'zu bleiben, wögir wrr.da'ük unseres mt-ernationakcn Perbrurdenseins mit den übrigen Völkern vor'bestimmk wären. Ich schwieg und dachte sÄnen Worten nach. Ich fühlte,--daß hier das.stolzeste Argument, das es 'Wen den MtivMlcn Zionisnms ivgeiÄ gibt, ins Är-effen geführt worden lvnr. „Aber," dachte ich weiter, „vielleicht W>8en'wir Iudeü mrs gar nW.mit Recht ein, M sehr zurFuhtovn der Böster^KtoiMet.-zu.sei«? Wa»mt' stDenwixI zun< 'Unwillen ^er Nationen,- überall im Bördövgmnde der Revolntiou? Laßt uns unsere Kraft an unL j e l b'st ertoxo'ben'.und dann, so gereist und erprobt, hin-- gehen und' den. anderen BLAern von unserem - Ueckersttch a ögebpn! Msev «sigener Hof Tnd Herd liegen wüst. Wir aber lchrMdrs' aÄeren, Höf und Herd errichten . . An Wes' Gespräch wurde ich gemahnt, als ich von Walter Rachtowchs ErnwrdÜW hörte. War nicht dieser Iu.de wiMich. ^eignet, das Schicksal der Deutschen zu tonten, sieHn -Wg zur VolkervetPhmmg §u. führen? War «rr nicht Europäer und Deutscher.zugtoich wie wenige vor ihm, wie E r n e.r seiner Zeit? Hier War om Jude, der, wenn irgend einer Fähigkeiteu des Aufhauens besaß. Einer, dessen Worte wohl in jÄer Silbe den I n g e n i c u r strebend, die ideellen Grundlagen des menschlichen Lebens und Handelns betonte und verfocht; der unser aller Tagewerk mit folgenden Worten beschrieb: „Jeder Schritt u-nseves Handelns ist ein DoPPelschritt — halb irdisch, halb transzeridentftl. Wir trollen Las G)lte, wir glichen an das Künftige, wir anerkennen das Mgomeingültige, wir verehren das Ewige, auch in der Neinsten unserer Handlungen, soweit sie nicht , tierisch ist: somit leben uich wirten wir un» abläffig iln b>ebftte des Twn-szendentnlen." . Der dies schrieb.'hatte das tiefe, sehnfüchbige Verla>ngen, sich selbst als einen tot Transzendentalen wirkenden Menschen enrpsinden zu dürfen. Denn hierin sah er das Wesen des Edle». Darum gab er, der Tatmensch, sich, und anderen Rechenschaft in Schriften, zeigte sich doüt/ seines realen Wirkens entblößt, als der nackte Künder von Ideen. ' Hierin liegt seine Grenze wie seine Größe. Und was ein Leben Lang schtnerzlich erquält sein mußte, hat sein jäher Tod glarrbhast besiegelt. Rathenau war bis pit Kriege m Europa zumeist bekannt als großzüWger JMrftrieller imd als Schriftsteller von geistreicher DialekK. Heute keMt man ihn als planvollen Staatsmann von Haltung und Geist, als fesselnden Redner von höchster' Kultur, als Orgamfator, Gelehrten. Wirtschaftpolitcker großen SÄs. „Eine führende ouvopärfchc Persönlichkeit," sagen Wst Dsuifchlanids Feinde. ’ Wenn wir uns Rathenau so vor Augen führen, die große Persönlichkeit, die mit ihren Aufgaben wächst, die Staatsmänner der ganzen Welt für sich und die Sache em- UrmMt; : den reichgebÜdeten» kunstverständigen Menschen, der Kuch Weiterschwersender Ideologie aufgeschlossen ist: dann könnte Ms ein herbes Bedauern ^überckommen, daß dieser seltene Jude nie den Weg zum Judentum gefunden hat. Wie sehr fehlt uns soft Htzrzls Tob der Eine, der Traum und Tat, Wort und Welt in seiner Person als ' großer Führer vereint! Wie kam es, daß Rathenaüj der StaatsrnyM des Aufbaues, an dom Gedanken, des Mischen Aufbaues voruLexgrng? Halten wir inne, um Rathenaus Bild mit dem des oben beschworenen Theodor - H o r z l s zu vergleichen. Beide LuLürliL^iiwoLü^.rnLiui^ dock. — welch polarer Gegensatz zwischen den beiden tveUichen Juden! Hier das proußi-sch beherrschte, knappe, jn kalte Europäergesicht mitdem verschleierten, grübelnden Blick des Gelehrten. Dort das odel geschlvmrgene HervschorpvoW mit den dunklen Dichtercmgen urto -denr Barte eines Königs au§ dem Morgenland. Auch Herzl hatte' zu kämpfen, zn überwinden, Widerstände nicht nur der Welt, auch seines, eigenen. .Bvlkes. Auch Herzl.ist, wie man weiß, nicht zuletzt durch die-gestorben^ denen er diMw. Und doch -welche Wärme, welch: Begöisterung, welch. ausslammende Liebevieler Tairsende schug ihm auf seinem Wege entgegen! Das macht, er kaur dem tiefen Bedürfnis eines Volkes entgegen — seines Volkes.. . .r. . . Daß aber tnacht gerade das Gehemmis des Führers. Mts, darin liegt das ursvrürvgliche Mystevi-nm des Königtums, der sreiwPigen Gosolgschast. ^Wer.-Mr - einen: Sie rnüssen mit Liebe an diesen einen gsbuüdstr sein, sie müssen in . feiner Erhöhung sich selbst erhöht fühlen. ■ Anders ist solche Gefolgschust nur! Ztvaug, der nie von Dauer sein kann. — Darum/ endet 'das - Kämgftvm in dAn Augenblick, da die Mchrzalsi der Bürger sichnicht.mehr sin König gespiegelt -und. erhöh! ftAM Die : Herrschaft des Einen ist überlebt: _ . . Aehnlich beim politischen Führer: erblockt es solange und er' ist es in dem Ausmaße, als er BeMnder einer lebendigen Sehnsucht feines Volkes, ja zugleich > ein Stück Erfüllung Md Berkörperune dftstr Sehnsticht ist. Und da darf man ,rch nicht selbst täuschen oder täuschen; lofftn: Nein, wir Jrtoen sind nicht 'BeMMer,''geschwoigv! denn Derkorpenrng einer dorbtschen Sehtrsucht'. t-Lre deutsche Sehnsucht tragt blonde Haare und schaut. aus bläuen Augen.. S'to heißt Mng-WHüod oder. Klesil-^ Roland oddr Hans M Glück, sie töteftden-Lindwurm und-, fvöit um Walküren öder. Wt anr Wchchechab. ein Stöbet1 tzftrftnd,. hat treuherzige Guckcmgen und derbe Fäuste. Das! ist die. deutsche. Sehnsucht, die' aus Liödem mch. Sagen urrSunmittelbar änblickt — toag auch die dckM 'MEMeit! .»LLitELL ÄLvollabücktzL. . '

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