Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1310 (4.10.1922)
- Date
- 1922-10-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oktober. / Die Genfer Beratungen über die Kreditaktron für Oesterreich sind, im Wesen beendet: Das Garanüeab-, kommen ist nun auch von Italien akzeptiert wöü>en und es stünde dem sofortigen Beginn der me'ritorrschen Verhandlungen nnt Oesterreich kein politisches; Hindernis mehr im Wege. Das Sanierungsprogramrn des Völkerbundes, das gestern veröffentlicht wurde, enthalt eigentlich nichts anderes als die Zusämmenfajsung der 'Erfahrungen, zu denen im Vorjahr - die Expertenkommission des .Völkerbundes gelangt war. Die drei Kardinälforderungen, die damals gestellt wurden, werden jetzt mit größerem Nachdruck wiäerholt und ihre heutige Mualitäl ist durch die Zeitversäumnis. nMnych krästtger geworden. Der Beamtenaibbau, die Stillegung der Notenprefse und. die Beschränkung des Budgets' auf die unbedingt, notwendigen Verwaltungsausgaben bilden auch jetzt den Kern des Sanierungsprogramms und, es ist eigentlich nur das neu, daß sich mit diesen drei Problemen nicht mehr die österreichische,Hegienrng unter der. lebhaftesten Unaufmerksamkeit der Volksvertrettlng Hplagen muß,daß sie vielmehr eine sehr, kräffide Unterstützung durch eine auswärtige Kontrollkomnusifon er- Mt, der alle unpopulären Maßnahmen nunmehr zu- % So ipeit haben. es1 also die österreichischen Parteien gebracht. Sie haben fast , drei Jahre, lang es an wirrem - Versüch fehlen lassen, 'der Bürde ihrer Würkw sich zu -entledigen, Sie haben sich in allerlei- Kgtzhalgerxren, eischopst, mit denen sie Men Wählern? iM W: WW M Heijung der ^MrArchischWMMWMMHr der-Welt gesucht,-nur -in 'OWwebch uÄM aus hen ersten Selbsthilfe-Bestrebungen > aller Regierun-' gen eine Karrikatur gemacht, bis schließlich die Bevölkeryng.des Spieles müde wurde. Das Parlament, ist heuteeine Körperschaft, die neben dem Volk herlebt, eine ernsthafte Kontrolle der Verwaltung ablehnt und die Verantwortung von sich, abgewälzt hat. In den Stunden der schwersten ^Krisen hat der Nationalrat Ferien gehalten und alle Sorten der Negierung und den außerhalb der verfassungsmäßigen Verantwortung sichenden Klassenorganisationen der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Beamten überlasten. Auf dem Gebiet des Beamtenabbaues -hätten die Parteien durch ihre Einwirkung auf die ihnen nahestehenden Verbände Ersprießliches leisten können^ Aber sie haben es vorgezogen, der Sache fern zu bleiben, und. in der Angst um Mandate und Stimmzettel haben sie die Regelung den Beamten selbst in bte' Hand gegeben. Daß diese sich selbst nicht abbauen.'wollen, ist Menschlich begreiflich, und der Abbaudiktator, dessen Ernennung als ein so großes Ereignis begrilßt wurde, spielt die traurige Rolle des Einsamen. Me Ersparungslonunission, die man seinerzeit auf Befehl des. Völkerbundes eingerichtet hat, besteht noch. Das ist das einzige, was sich von ihr sagen'läßt. Keiyem' Problem des Staates ist der Nationalrat sachlich näher gekommen und es hat ganz den Anschein, als ob die Parteien das wichtige und eigentlich tief beschämendes Ereignis der Einsetzung einer, fremden Neberwachlmgskommission .sehr gerne sehen. - ' Wann die Hilfe für Oesterreich wirksam werden wird, darüber sind heute nur Vermutungen möglich. Die Summe von 520 Millionen Goldkronen wird von sechs Regierungen garantiert. Der Kredit selbst ist aber ein Privatkredit, dessen Modalitäten mit privaten Banksyndikaten ser.einbart werden müssen. Es ist wahrscheinlich, daß sich hie garantierenden Stdäien aus. dem Kuchen die Rosinen herausschneide^ und .die von Oesterreich bereits geschuldeten Beträge in Abrechnung bringen werden. Es ist also ftaglich, welcher Betrag Oesterreich zur Verfügung gestellt wird, wer-ihn aufbrmgt, wann er in Wien einfließt , uich. wie er -getilgt werden soll. Sicher' ist vorläufig nurdaß eine Kontrollkömnnssion kommt. Ihre Zusammensetzung wird ersten hem mühseligen diplomatischen Geschäftsgang' bestimmt werden, wobei die Sonderinteressen' der beteiligten* Staaten eine, retardierende Nolle spielenwerden. Cs wird vielleicht der Herbst veMhen^' ehe! wir Marheit darüber erhalten werden, wie sich in Zukunft die. Pertvaltung Oesterreichs und sein inneres Schicksal gestalten wird. Cs stehtnur das eine fest, daß Oesterreich'diir finanzielle BeweMlngsfvei>heit verliert. Daß nichtseine politische Freiheit trotz -der ^feierlichen Bekräftigung' seiner: -Unabhängigkeit verloren geht, wird, die Regierung zu verhindern haben. Aber auch dieser schweren Aufgabe wird sie ohne parlamentarischen Rückhalt sich untergeben WMtt.- kine Mevue rWcken öenttcl) «tii Prag. 3. Ottober. Dle FragerWsie" metzet: Minifkerprasident Lr. Venesch hMpcrschrer rlbeeise mit de« fcr licnstcheu Minister £ ch a nz>teine ZüsammHunft verabredet, die wahrscheinlich am S. Okwber in Ben ed i g stätts . findenwird,wohinDr. Benesch in den uäch^G ^agen abreisü Tie HanprsegenstLnde' to* -dMandlnnwerden Hf , eile. S'r.*V.^:« r o p L i s ch e« P a l i t ibildet», i Prag, 9. Oktober. - Die Hmger MLster wwSffentlichim ein Interview deL Genfer Körrespöndenttn . des PersaiLed BlatteS „Le falut pnblie" mit W MnifierpröPdente« Dr. Benefch über die DriENt^W-der-klE»«« Entente gegen« Aber Polens Oesterreich »Md Angar^ 'worin Hr. Benefch bezüglich der österreichischen Frage ansführt: - Die öfter« reichische Frage ist komplizierter, alS es scheint: O est e rr e i ch .i st i« G e s a h r un d müß'S e r e tt e t' w er d e «. Die, Tfchecho.Tlowakei hat. ihm. bereits anßgiebige HUfe gewährt und, ivird darin forpsahre^ Das Heil Oesterreichs sehe ich in der Zniammenarbcht mit Hn Nachbqni, in edler Reihe van- WMjchaftlichen und finanziellen Abmachungen mit ihnen i« Berträgew die seine terriwriale'Zntegrität uud polttische Sclbstöndigkeit nicht verletzen. Die .Tschechow ' Slowakei «nd bi*^ ubrigen^ ©taafcK b<t;n«itCK sich ganz entschieden einer^ Peremignug Oesterreichs, mit Drntschland widcrsetzen. Mfterrrich mutz/geholsen werden, aber der Status quo muß aufreP bleiben. Der jüdische Nationalsvnds. -; . Dix,- yeLeBedlnaa «ech - qMIfräÄ «pseiye-rl MichEen 'HÄstrüMsn/' Voü-Epez Mvoel' aus seine Tätigkeit ÄuftrchrwJi. - Dies M ein' Mchfigar MeEpunkt. >'m dLr-Geschichte des Dr^n KaMneth. MeMwkung. dieser Ve-rlegung wirb daM SestGen, daß' die^ Hven Kasenleth-V-erwMttmy'MMlDeWwem.Enfw^ Äe-McsLriMng der Mittel des KeiM 'Kajemach in- Evez GlieichzMitz'- soll versucht werden, tont' Erez: ZsvcreL aus, auch die gwßeir. Mittel aüszUbvmgm, die in der «KMft' -MÜnft'./fürdie Durch» sührnyg der Ausgaben des Kerrn MtjemÄh Ä^ordMich sind. Ztve>i JrchrWirte Hat dtr Keven. Kaiemech eine' in ihrer . Art einzig oHen von Juden br-' wohnten Landern der Code durchgefichrt und durch diese Sammeltätitzkeit t.alleM'^Hwngen vöWacht,-, diezu den stärkten AktiWrsw»^ -utzlssmr. simchtische»^ ' gchören. Weite! Schicht>e.n des' jüdischen BaMs Ariden. Hurch dm-Keven- Kajemech zu «ationakr Opsierwilsighe.it.heraMeMen-imd eine nach Tausenden zählende Arnvep freiwilliger' Mita-rbotter her» ürchobÄdet.' Durch' eine -gwrze RÄhe poPülaOr SammelmtttÄ, die ties indaß' DMsenchfinden e-mgchvunHn sirtd, . hat der' KerenrÄrajenrech!inzwanzigjcchvrgcr ArbM-Hus Psemrigen,' .Kopeken, Centimes, Hellern nstv.' die ftaMche Ssmmre von' 90 0.00 0 P f.« n d St« r l i n g. MstmM ,- tzebra^ Diese' Summe, darf : nicht nur . nach ihvenr zifferwHßi>gen Wert ge-- npessen werden, sondern auch nach der Fülle hingebungsvoller ArkM, -diesteckt.'- Es ist wecherÄes VoskDapital, mit dem wir in. Evez Jsrchl den GuuMtock'' einer' ^Üecheitzungövollen' mdtionalin. KölonifatzwN.gelegt haben. : Bei -diesem wichtigen Wendepunkte des Keren Kasomech ist. ein 'hryzer, RLÄMick 'Ä>er s«ne'hiHerige örym^-awrische Entwicklung'nichts unangebracht. Aus . denr fünften Zwnistenkon-' greß 1901 geschaffen,' wunde der Kervn Kajemech in den ersten Jah«n als .'chn arga-nisatorisch an das En ge re Akt io n sk ö mite ei nWi a,n angeschlassener.' Föüds geleitet rmd erst 1908.rmch Verlegung der zionistischen- Zentrale von Wien nach Köln,.fevbe ein sölbsländiges' Biwean errichtet. . Bis zum . Icrhn- ^M' befarB sich die Leitung.'des Keichn Ka-jemeth in de«' Händen.^JHhomn Kremenezkhs, - HÄ^ Mit ün-ermMichem Eifer.'.eifertret Tatkraft 'für ihn wirkte.. Zugleich mit der'- Legolifierun>g?Ks KeM Kajdmeth 'Äs' enDsche Genossenschaft, erfolgte /die Errichtung des HanpburE^s' ich K v l n. Instizvat . M'.' B'oÄ.e nheii M e-r hÄte-.M' Vorsitzender des. DwektorinMs .tzMchMig'Hw . .WWufiicht^ Weri daS','HmtPtb»V«m.' - I« dm.' .fosgerchtzn M^ZWxey^. stis.- .1914-,. hat 'das^tzauptburean, dessen GMMfÄvetär' und AmtÄeiker NaGanö ßl war, von, Köln: ans an'.dem ^U»bbau'?har-Änm Kajemeth-Oryanisation gearbeitet,, Äe 'sichheute a^f. M. Länher. nrch^ erstreckt. BÄ Kriegsausbruch nrützte das^ HaützMHr.u nach emem nau- ^tvalerr. Lande VchÄegt,. svählde. hen^ H a a g. Diese Haager PerMe,, dM^bD-^ahke. Für ^den Heren ^Ka-jymeth war sie wichtig irTvd, ivas-seine' materielle Stärkung betrifft, von' günstl^^MlgeN' Ä' •'koimte,.'. .nMe.st'ö'K't durch 'die s chwe r-e n Eds chm tteru n g en d es Krieges, seine OrganssatioN -Westek 'ÄrMjuen'/m-Nd es ist Mn gvlurrgen — trotz j Investierung. WrntWer^Mittel .tzr. Erez-'Israel, insbesondere. I jür llrotMndsar.M-tm, eiste bsträchtlilÜL Sumuw zu tLrsMxiereu. } Diese' SMkML hat es dem KereDs^^Nytkh «r-mögllchi, nach hem-! Krietze^ingratzLr^ Stile- Mit Bodenkämsest zu beginnen und sestwn.- ]• Grundbesitz in EreZ. Jstael^ M iMlestqchen. .DW güns^M- CutwicktuNg ist nicht zum grriuWss .^Ü aus die MitaANd M'-WDhMMr dem mich furßM- P^MmchW^- des.c '"5dhre^'' - ^'eyrH,'.'wie,'fie, in tz«-.Londoner' IaK'tÄ. konfsvinzäuWprückt znMt.? *- . Die Kar Ls bah er -Mchr d Skonferenz bat .-in -Mseinemzwanzig- Mvjgm Jubiläwn H^U'nnd' dsr eimnütige« lleberzmgmH- Ausdruck Webm, daßdas Volk, und ganz bvsorchsrs, die PwnisiM der - MM- Walt^tziesd,. Mn« -u-üd'. echqbme iJn-^ Mution 'auch'. wetdechin mit allen' Kräfttn föödern WEN.. Dieser Appell.'war'notwendig,^ in dm Letzten zwei Jcchpu. her- bis dahin-so Hvsreufiche^ÄWwg des Korm Kajemeth Mm Rückschlag erfuhr. Der' . RpckMg der - Gnnahhmm . nur aüf äußere Ursachen zurückzussch/en,-bie durch,dKn Mllchr.. , des Volkes und die verstärkte Warheit '.der-Freunde des . Kajemeth leicht, zu ' bchetzm sittd.W«r, der die SamnEbeit des Heren 'Kajemeth miremigeLmdßenkennt,- ist -sich 'darKer , Kar, daß auch unter den' heutigen unginchigen MrMtnisstn überall die EinnÄhmm,-fLr-' den -5w«« .Kaieineth dmch' oitte bloße,'Vevstävkllng^ der Propa-gckM ünd^cmen''besseren! AMLu seinerOrganisation nmtz - - ganz.' Hedeuten-d vevinchrt,iwMn. können.' Für.den oin^slnensiüd die bisherigen ,Gaben, seÄst wenn sie ans, ein ^Mehrfächtzs '.erhkchl werden,-' noch lange>^n Opfer. Welch ungchmrr«s Reservoir M -den Kertzn Kajepwth. .noch zu vrschbpfoni gcht'am-Mteckoüs -der Tatsache, hetvpr,- dvh trotz einer AwtWMiWitzen-Msi^ SmnmellätigLit/tz^uts noch kaum ein ZchnA 'des- MDn Volkes ' für den:§Mn Kajemech, interessteck wurde.' Die . Gelegenheitenfür' SamrMngen sind so,'zahllos, daß-<mch' von MM bisher Mr. ein PMteil plamnäßig ausgonützt-wurde. Hier muß von allen^z. die Stärkung der SammewrgaNWon ütztz 6dnz besonders die, Karmchrüng 'der fvoiwilligm -MiMbMr amsetze«. ,- ' . ' -• Mit bloßen' Zusallsspenden hat vor zwanzig Z'ahrLn. der, Keren Kajemeth seine Tätigkeit betpun-eu. Dir Folge davon war,-' daß auch seme' ptakfische - Palästina-Arbeit^. diesen.!.Zusallschavakter t«rg. Werm! es ihn -trotzdmn gelrntg, vechällyis-- mäßig große Mittel Mfzubvingm und damit Mvtvollr Stützpunkte für unser - SwdknvgKchekk!': in > Israel zu. schäsfeuMo 'ist dies, der beste!Beweis für die nMende. Kraft, ldie mrdchst Gc-dankcn des Keven Kajenwch enthalten ist. Diese große.Institution ist aber nicht' ein MIes^^lonifationKirchruMst, . sondern der Träger unserer^gasämteU' lä nd l i ch.ru d städtische-n, BpdLnpolit.ik in Erez JsrM,.. : Aufgaben, die er;fet zu' erfüllen hat. sind von tiistvrische^N- : d«rtU-ttg..' Von .der Du-rchMvüng dieser AusgaösN Hangt?' dje! GestÄtimtz 'ünfei^..'iMunMM:'HWstä^ .! f.'-.f::;-' ■' Das dritte ^zenOuw.'des Hetzen Kasemech. nsiMntt.etstien - verheitzungsvollen 'Anfang, 'denn es wird in' Erez 'Jsvacl',M!tz6Weti!'-Die FvduM« 'MwÜ'M'itavbei^r'-des,.Keren MjeWH' ' m' der gäntzeN Welt werden dafür sorM, ,düß ^ttch! dii: ,U»Mstützüwg des jüdische-u -Volkes in diesÄtd' drüton.DeMn'ium %ü4 'Ziel erreicht wird,- für welches biese'.MMtzäMrche-'chchSPfvH Hermann, Sch ap-i räs •ii# Theodor He r z-s'l 8!! «rrichtfi wüHe-. den Böden,'Evez IfraÄK ins, ewige, unberäUßi.wliche EitzeNWmdes'jMsche»ÄKöl'kes-zu bumRu. -