Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1308 (1.10.1922)
- Date
- 1922-10-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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. t » ) t"'” 's-, f ii^yt ,> / beite 8 Wien, Sonntag Ü)LNS. Wenn sie mi nicht immer wieder die ganze Klaviatur der Gefühle absolvierte, wenn die Regie sie nur sparsamer £in ließe mit den entzückenden Ausbrüchen ihres Tempera- »n-ents. Frau Lossen entschädigt im Schlußart für blasses, mattes Spiel in den vorhergehenden. Bis zürn Augenblick, da sie die Entscheidung hevbeiführt, war sie so, daß man dem armen Fernando den Seitensprung verzieh. Freilich nahm auch ihre Sehnsucht nach diesem Fernando wunder. Herr Dieterlc, von der Regie sichtlich angelnrbelt, weinte sich durch fünf Akte durch. Eine ainrnerpepi im Offizicrskleid. Ausgezeichnet Frau Scrvaes als Wirtin, die frischeste, klarste Gestalt des Abends. O. A. Dr. Julius L«daf?H gestorben. Gestern früh ist der Schriftsteller Tr. Julius Ludassy gestorben. In: Jah*e 1858 in Wien geboren, hat er hier Jus, Medizin und Philosophie studiert und sich dann der Journalistik zugewendet. Er ivar zuletzt Präsident der Organisation -der Wiener Presse, vorher Redakteur des „Neuen Wiener Tagblattes", des „Fremdenblattes" und der „Wiener Allgemeinen Zeitung". Daneben hat er Theaterstücke und Romane, verfaßt. Sein Volksstück'„Ter letzte Knopf" hat — mit Girardi im Deutschen Volkstheater anfgeführt — zu einem jener Theater» skan'dale geführt, die die Zeit des aufstrebenden Naturalismus charakterisierten. Alle feine Dichtungen zeigendas Wiener Lokalkolorit, in den: Roman „Die trennende-Brücke'' —gemeint ist die Ferdinandsbrücke — hat er d^s I u d e nproblern gestreift. Vorn Vater hatte Ludassy den Adel ererbt. der ihn als Vertrauensmann des Ministers Andrassy erworben hatte, und zwar durch die Redigierung der ungarischen Staatsgrundgesetze, deren eines die Gleichberechtigung der-Juden in der Monarchie aüsfprach. Ter Verblichene hinterläßt außer der Witwe eine Tochter. Seine zwei.Söhne sind' im Weltkrieg gefallen. Die Leichenfeier findet Dienstag den 3. Oktober um 3 Uhr nachmittags auf dein Döblinger isrialitischen Friedhof statt. Aus den Theatern. ImBuratheater rci;t> Dienstag ,D e s Esels schatten" gespielt. Im O p e r n t l) e.o k e r gelärmt Dien tag .Solo m e1* zur Aufführung. In d?r Tllellolle vpradicb'edet siÄ Frau Kammeriönaerin I e r i tz a vor ihrer Gajttpiev lie nach Amerika vom Wiener Publ'kum. Kammcriän-cr P'c.caver lmgj m der kommenden Warte außer dem Grafen Richard im „M ö s k e nb a l l" am'Mittwoch die Rolle des Kerzogs im „R i geleit e." am Samstag den 7. d. Im Akademie the ater mlld Mon'ag und Dienstag. 7 Ahr cbends, das Lojlsme! „Q n a 1 i t y Street“ („Im fliUen Gößchen") von I. M. Barnie mit den Domen A'nnay. Burg. Eloffy, Mayer, Mayen. Mell. Murhamm-r rmd Eeidler, den Kerren Kuder, Keller, Kramer, Pranger und Romi)erg gegeben. Im Redouten saal der Kofburn re^argt morgen" und Donncr-tao „Dame Kobold", Lustspiel von Calderon, iiberstßt von Kugo Kcsmannstda'. zur Wiederholung. Dienstag und Mittwoch geht Grelles „Stella" in Szene. -Im Deutschen Volkstheater wird Leopold Kramer von Dienstag ab im Rahmen e'nss kurzen Galspiels drei seiner ersvigreichsten Rollen spielen, u,d zwar den Gardeolfizier und den Teufel in den rleichnamigen Lustspielen vcn Franz Mo'nar und den Anatol in Aitur EchuiNers Szene'.'.» reihe. Im Raimund-Theater geht Keule nachmittags, 2 Uhr. bei sehr ermäßigten Preisen das Volksstück „Der R e b e l l" in Szene. — Das Donnerstag zur Erftau fuhrung gelangende heitere Ehefpiel-von Richard Keßler .Der S ch i Idpatt k n m m“ ist folgend besetzt: Edmund Flemmiug, Generaldirektor. Kurt.Lesfen. Wally, seine.Frau, Annemarie Sleinlieär. Alice von Deckmsjein, Grete Vo'ckmar. Nepomuk Krar» licek, Operettenkomponist, Lud ig Stärk. Kans Walünw, Flemmings Sekretär. Keinz Etransky. Frau Lucre Wahrendorf, Linie Scheurjch. Eva Schmidt, Arrni An,Mgruber. Frau Kon ui Port» rnann, Rosa Fässer. Frau Kauptmonn v. Brandt, Gerlrude Boguto. Frau o. Büxenslem, Kedöa Zinner. Fritz. Eduard Loibner. Anna» Emuly Kern. Lnizenierunz: Dr. Rudolf Beer. Im Johann Strauß-Theater tn'l die bisberige ©affin Gisa K o l d e als festangestelltes Mitglied in den Verband dieser Bühne und wird eine der Kauptpariien in der Novität: „D e r V e t t e rvonDingsda" fingen. In der Nolandbühne gelan-en infolge des andauernd guten Besuches die vier Einakter im Rahmen des Zyklus „E r n lt u n d Scherz i n d e r E r o t i k" noch bis 6. d. zur Aufführung. Im L u ft f p i e l» T h e a te r ist morgrn die 100. Ausführung der Operette „K a n n i ge h t tan z e n“. Ende dieser Woche findet die Premiere der Novität »Prinzessin O l ol a", Opktette in drei Akten und einem Ouvertürenbild von Rudolf Bernauer und Rudolf Echanzer, Musik von Jean Gilbert. statt. In der Titelrolle ist Mizzi Zwerenz tätig. Für die komische Kaupirolle wurde Kerr Rudolf Schönwiefe vom Thalia- Idealer in Berlin als Gast verpflichtct. Die Jüdische Bühne (II., Kotel Stephanie) wird unter der Direktion von I. P o d z a m c z e morgen Montag wieder eröffnet. Zur Aufführung gelangt „I a n k a l e". Die Titelrolle spielt das zwölfjährige Wunderkind Litt: Bell. Clothikse Wenger» die dem Wiener Publikum durch ihre künstlerischen Eriolge in der Volksvper noch in bester Erinnerung steht, gibt auf Einladung der internationalen Konzertüircktion 2 k d e m am 12. d. einen Liederabend im Zermoniesaal. -i- Gerichtssaal. Die „Verkaufte" Arreststrafe. Ludwig Deimel mid Mfved Manhart, zwei junge Arbeiter, sind Freunde. DeimU sicht in Arbeit, Manhart ist ävbsitslos und schuldet dom Doimel einengrößeren Geldbetrag. Als Deimel vom Lrndesgemchhe zu einer mehr- . iwöchigen Arveststrase verirrteilt wurde, machte er dem ,Mauhart den Vorschlag, für ihn zu sitzen; ihm (Man- -- hart) werde es ja lverter nichts machen, denn er sei arbeitss _Wiener MösüettzettüiM los, während er (Doimel)- um seine Arbeitsstelle kommen würde, wenn er wegen der Verbüßung der Arreststrafe wochenlang vonr Arbeitsorte -wegbleiben ivüvde. Als Aequivälent hierfür wurde die Gelds ch u l d des Dtv-nhart vereinbart. Maichart hat sich unter dem Namen fDeimel zum Antritt 'der Strafe gemeldet und auch schon einen Teil derfetbelt verbüßt. Nunmehr kam di Sache in den letzten Tagerr auf. Der unrichtige Deimch also Mavh-art, wurde. zwar sofort aus deni Arrest entlassen, hatte sich aber wegen lldbrrtretung des Betruges zu verantworten. LandesgcrichtSrat Dr. Glaser verurteilte den Angeklagten wegen Uebertletung des Betruges zu 14 Tagen strengen Arrests. Die für Teimel schon von ihm zum Teil verbüßte Strafe wurde ihm nicht eingerechnet, so daß er d:e 14 Tage ganz verbüßen muß. Dei m el wurde vorerst dein LündeZgericht zur Verbüßung seiner mehrwöchentliche:t Arreststrafe c^geliesert und wird sich nachher ebenfalls' wegen der Üeberiretung des-Betruges (durch „Verkauf" der Hoftstrafe) zu veralltworten haben. llrdrv-Qltljlctcn. In einem Straßerrbahnwagen, der am 12. Februar 'durch den o. Bezirk fuhr, ertönten lviodrrhslt Notsignale, ohne daß die Urheber elltdeckt ivenden konnten. Der Schaffner Johann Preist erschien mtn; int Beiwagen und soll gesagt haben: „Ich muß doch uachseherl, ob sich nicht jemand die Nippen gebrochen hat." Da erhob sich das Mitgljod eines Athletenklubs Rudolf S ch i l d b e r g und schrie: „Wem'willst denn die Rippen brechen?".Es entstand eme Balgerei, wobei SchÄdberg derartige Schläge vnf den Kopf erhielt, d.iß er eine l e i ch t e G e h i r n e r s ch ü t t e r u n g erlitt 'und einige Zeit bernfsunfähig war. Auch der Schaffner Heiselmaher war leicht verletzt worden. Beide bezcichucten den Schildberg als den Hauptaltgroiftr und denjenigett. der khnerr die Verletzungen zugefügt hat. ^We-gen dieses Vorfalles waren Schildbepg und sein Genosse Berawet be>im Landesgericht wegen öffentlicher. Gewalttätigkeit augeklagt. Der Erstangeklagte gab an, daß er von dent Schaffner überfallen worden sei und sich nur zur Wehr gesetzt habe. Be rauer will überhaupt nur Zeuge der Balgerei gewesen sein. Nackr Verncbmnng einer Re'-'hvon Zeugen verurteilte der Richter Schildberg zu drei Mona t e n K c r f e r, Berancl ivurde sreigesproch-u. Die Ansprüche der beiden Schas'ner und der Konumuw werden hu Zivilrechtswege entschieden inerkit. Die Gebühren für GeschW^rne. Nach den: Gesetze über die Bildung der G e s ch w o rn e n- und Sch ö f f e n i st e n haben die Geschworenen und Schöffen Anspruch auf ein Taggeld, ivenn sie voni Tagoedr Wochenlohn loben vdep sonst auf Erwerb angewiesen sind, und Anspruch auf Ersatz, der Reise- und Aitstnithaltskosten, wenn sie nicht am Ort ihrer Verwendung ihrerr Wohnsitz haben. , . . Durch zwei Verordintngen des, VmtdeZinin'isienums für Justiz sind diese Gebühren nunmehr so geregelt,, paß sie sich allmonatlich iw gleichen'Ausmaß erhöhen wie die'Bezüge der Bundesangestelten. Die Taggelder der Geschwornen im Monat Oktober ptragen in Wurn Krönest 40.768. Ein grstzer PetroreNMprvAe?;. Lemberg, 29. Septenrber. (Tel. der „Wr. Morgenzeltun-g".) Die staatliche Naphl'haverwältüüg hät die Firma Silva Plana, -sine französische Aktiteugcstllschaft, aus Herausgabe von 1153 Wügg o n s B o ry s l'a ve r.E r dö l im Werte von 1,6 Milliarden-poln? ^gektacft, die die Regierung unmittelbar ü von den Vvuttoergwtümern L i n d e n b a u m erstqnpen.hat... . , Die Firma Silva Plana iveigert sich, das angeka-ufte Erdöl herauszugeben/trotzdeir; es sich unr -ribgende Lieferungen an die. .Heeresverwaltüing. und für Eisenbahnzwecke handelt. Börsen-KommtssionsgeschSH uncS Wechselstube MäCI d ä €o, Wien, 1., Hohenstaufengasse 11 4027 DMDHD^E>WWWWW>WU>WUWWW>U>WWWWW0WWWVWWWW^W»WWMWWUWWnWn!»UMSW»Si^^EnW>naWWnWWWnnS^8> Volkswirt Gestempelte Krone — —,Q07l8 Centimes. Auszahlung Wien --- —.00% Centimes. In Zürich notierte die österreichische Kronr ... O.OO*/« ( O.OO’/t Qm 29. Sept.) die öslerr. gestempelte Krone. 0.00^/, ( 0.00V, am 29. Sept.) die tschechstche Krone .... I6.f0 (16.50 am 29. Sept.) die Mark. . . . . . 0.32V9V 0.33l/2 am 29- Sept.) Agram. 1.85 ( 1.80 am 29. Sept.) Sofia .. 3.15 ( 3.20 am 29. Sept.) Budapest. 0.21 ( 0.21 am 29. Sept.) Warschau... . 0.06'/« ( 0.06 am 29. Sept.) Die Sphinx z« Genf, , Auf Grund von Informationen besonderer Seite. Aus Genf liegen nur sehr spärliche Nachrichten vor. Das-neue Gewand, in das Oesterreich schlüpfen soll, ist wohl schon zugeschnitten, aber seine Ausfertigung und vor ayem-seine Ausfolgung an den Besitzer sind noch fraglich. F^st steht nur eines, daß die Erhöhung des Kreditbetrages 1. öftoCfcr’192ä ' Ar. 1308 ' : r; 1 "I auf 6 5 0 Millionen Goldkronen vornehmlich äüß dem Grunde erfolgte, um aus dem Erlös der großen Am leihen den englischen Vorschttß von zweieinviertel Millionen Pfund, den französischen Kredit von 65 Mllionen französischer Franken und den' italienischen Kredit , von 70 Millioneri Lire resttudieren zu können. Hierdurch kämen die Einschränkungen irr Wegfall, die speziell in Frankreich und irr Italien an die Verwendung ihrer Sonderkredite geknüpft waren, rrarrlentlich die Bedingung der Ueborlcitung dieser Beträge in die Kassaschränke der neuen Notenbarrk. Gleichzeitig nrüßte aber auch Oesterreich die sehr namhaften Abzüge-bezahlen,, die alle drei Staaten rrrachuug der einzelnen Kreditraten gemacht haben. Fest unter Berufung auf frühere Forderungstitel bei Flüssig-- steht ferner, daß das Notenbankstatut einer neuerlichen. Uniredigierung unterzogen werden muß, beziehungPverse daß die Ausarbeitung eines neuen Notenbankstatuts notwendig erscheint. Der Völkerbund billigl nicht allein die von der Anglobank und Länderbank gemachterr Einwendungerr gegen den rrrsprünglichen Entwitrf. sondern er verlangt noch wert höhere Bürgschaften für die völlige Unabhängigkeit der Notenbank von dev Staatsverwaltung, spricht aber dafür den. Verzicht auf ein: zu hohes Aktienkapital und auf die Staatsgararrtie für das Dividendencrträguis aus. Allerdings könnte nach beit Plärren des Völkerbundes die Notenbank erst dann errichtet werden, wenn das Budget ausbalaneiert ist, die Defizrtque'llen verft0pft ftufr und wenn die M öglichkeit e i n e r D e v a l v a t i o rr beste h t. Die Notenbank wird so die goldene Turrnspitze des Kredit- und Sanierungsgebäudes und könnte erst damr in di" Höhe ragen, wenn dieses vor allem erbaut und späterhin lvohnmigsfähig gestaltet wird. Mit der baldigeu Jnslebenrllsuug einer Notenbank ist infolgedessen nicht zu rechncn, die Beratrrngerr über ein neues Notenbankstatrrt sind nicht mehr aktuell und ein schwerer Stein des Anstoßes bedroht darrrnl gegerrwärtig nicht den parlamentarischen Frieden. Die wichtigste Frage, die Frage des Kredits, wurd" Wohl in Genf ihrer Lösung nähergebracht, ist aber noch immer von Zweifeln umwittert. Der Völkerbund will die große Anleihe unter Solidarhaftung alI er interessierten Staaten zustande bringen, doch sträuben sich teilireise England, hauptsächlich aber. und ganz entschieden Italien, das in gewohnter Weise, gerrc eine Extratour tanzt. Eine Anleihe unter Solidarhaftung der Mächte könnte'' icatürlich viel lejchter placiert werden, als Anleihesegmente, mit' spezifischen Bürgschaften. ' .Aber selbst wenn es nur gelingen 'sollte) einen-stLOprozenttgeu Garantieanteil jeder einzelnen Macht au.detn großen Anleiheblock durchzusetzen, so wäre auch hierdurchein wich-, tiger Schritt nach vorwärts getan. Bis zur Stunde läßt sich .aber. das. Gerüst, b# großen,,Anleihechttion sto^ nicht zimmern, und steht eine uneingeschränkte / 'Aüsümsimug' aller beteiligten Länder, England,- Frankreich^/ Italiens/ der Tschecho-Slowakei und der -MütM'en, -noch-uus^M'Ld i n g u n g s w.e i s e 'Z u-s ich e r u n g e n s i n d a b e r b e r e i t s e in g etr0 fs e n, und es -besteht'darum Mt begründete Hoffijitttg, daß die Hilfsakti'o.n bald aus festen Beinen ste'hen wir'd. ' -' Mit Rücksicht aus die sattsam. bekannte, ^we^ällig-- feit des parlanrentärischen Apparats kann aber mit dc:r Bereitstellung der Kredite frühestens zu Anfang des nächsten Jahres gerechnet werden. Die Regierung ist dcvdmch gezwungen, Vorsorge für ein mehrmonat.ige-s Z w i s ch en sp iel zu treffen. Der Völkerbund soll sich auch mit diesem Problemteil beschäftigen, üntz. es besteht unter anderem die Erwägung/ ditz. von den österreiDscheu Banken für die Notenbänkgründung bereitgestellten sechzig Millionen Schweizer Araüken vorläufig als,innere A'nl c i h e in Anspruch zu nehmen mit dem ausdrücklichen Versprechen, diesen Betrag aus dem Erlös der großen Emission zu refundieron. Wenn sich an diesem Vörlauftr der Sanierung die Anglobank und die Länderbank beteiligen sollten, dann wird an dem Ernst des sülatlichen' Zahlungsversprechens nicht zu zweffeln sein, da die Londoner und Pariser Hintermänner beider Institute über die Stimmung auf den entscheidenden Weltplätzen zweifellos'-besser unterrichtet sind, als unsere Finanzkapitäne. Möglicherweise werden sich zu diesen 60 MMonerr Goldsranken auch, noch das unbeschränkte Versügungsrecht über den' LiqUidatiönserlös der Oesterreichisch-ungarischen Bank, über den französischen und italienischen Kredit hinzugesellen, wodurch sich zweifellos eine Atempause bis zur Konkretisierung der großen Kredite gewinnen ließe, vorausgesetzt, daß diesmal die Zigarette wirklich in Brartd gesetzt wird und nicht, wie beim letzten Eingreifen des Völkerbundes, aus der Tabatiere nicht herausgelangen kann. Zu den gegebenen und nicht möhr schwankenden Tw sachen gehört die Verpflichtung der österreichischen Regierung zur Ausarbeitung und Durchführung eines Finanzplanes nach den Vorschlägen des Völkerbundes. Dieser Finattzplan muß fertiggestellt mtb in Realisierung begriffen sein, noch ehe die Kredite bei uns landen. Weder dem Völkerbund noch den kreditgewährenden Staaten fällt es bei, die soziale Gesetzgebung iu Oesterreich durch eine Dynamitpatrone in die Luft zu sprengen. Unsere engeren Nachbarstaaten, namentlich die Tschecho-Slov akei und Italien, haben ein negatives. Interesse daran, daß sich durch forcierten Lohndruck und durch maßlose Verlängerung der Arbeitszeit unsere Dumpingprämie noch verstärkt. Hingegen soll der Staat mit allön Mitteln aktiv gestaltet werden, und zwar vor allem durch reue AtIreo.fi: Wien. Lothringerstr. '! Tel. interurban 58 2-80 WAWWMmm und JPAPPW aller Art H0BT JSxnort nach allon Litii'iera riut Auet'ukri»«v0i,-llUllL! -"W>U