Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1302 (25.9.1922)
- Date
- 1922-09-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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r'1:- r 7 :T^'7;r>' ' * " '> ' ’ / " ’ , t t S , ", ■ " ' '"" <, "i" »i,. . 'E ^Veste"»' _We«, Montag 'E ' Politischen Aspirationen von 700.000 jüdischen Seelen im Lande müßten als eine Provokation an die Adresse der Anden angesehen werden, die die Juden nicht ruhig hinnehmen werden. Der Parteirat erhebt schärfsten Protest gegen das Diktat eines Autonomieprojektes, das die Kardknalprinzipien eines freien nationalen Lebens vergewaltigt. Der Parteirat verwahrt sich gegen die Tendenzen eines politischen Ausschlusses der Juden und erklärt mit Nachdruck, daß die jüdische Bevölkerung nach wie vor unerschrocken vm ihre Rechte kämpfen und auf keinen Fall Konzessionen machen wird. Für die Folgen dieses ausgezwungencn Kampfes werden jene Faktoren, die dies veranlaßt haben, verantwortlich gemacht. Einen ähnlichen Protest hat auch der Parteirat gegen die Beschränkungen in der Aufnahme von jüdischem Hochschülern an der Lemberger Universität gefaßt. Die M i s r a ch i und die A g u d a h haben den Beschluß gefaßt,' ihre Stellungnahme zu den Wahlen oom Beschluß des Zionistischen Parteirates abhängig zu machen. _ Die Poale Zio« in Ostgalrzie« ttitfe die Wahlen. Lemberg, 24. September. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Wie das „Lemberger Tagblatt" meldet, hielten vor kurzem die Vertreter der Poale Zion eine Beratung ab, in der unter anderem auch die Frage ihrer Teilnahme an den Sejmwahlen in Ostgalizien besprochen wurde. In einer Resolution wurde dem Parteisekretariat die endgültige Entscheidung in dieser Hinsicht überlasten. Der Vertreter der ukrainischen Sozialisten erklärte, daß im Falle einer feindlichen Stellungnahme des' jüdischen Proletariats zur ukrainischen Frage das ukrainische Proletariat keine Revanche an den Juden nehmen werde. Mene» MörKeRHeM«s? 88. September 1»K Nr. 1302' Tagesbericht. Streikgefahr in der MetaLindRstrie. Die Lohnverhandlungen zwischen den Arbeitern und llnternehmern der Metallindustrie haben bisher kein günstiges Ergebnis gezeitigt. Während die Unternehmer eine fünfzigprozentige Lohnerhöhung zugestehen wollen, fordern die Arbeiter e i nundneunzig Prozent. Die Metallindustrie erklärt die. geforderte Erhöhung der Löhne nicht bewilligen zu Wrnmt. Am heutigen Tage findet eine Vollversammlung der Unternehmer statt, in det n e u e B o r s ch l ä g e der Arbeiterschaft erwartet werden. Sollten diese das Maß der möglichen Zugeftändniste überschreiten, dann dürste es zum Abbruch der Verhandlungen und zum Lohnkampf kommen, an dem nahezu 200.000 Menschen beteiligt wären. Dr. Wolf Mische! gestorben. Ein Mann von Bedeutung ist auS dem Lebe» geschieden. Hin Talmudisr von Rang, ein Denker, der die meisten Probleme des Judentums behandelt hat, und ein Stilist, der über dir feinsten Nuancen der hebräischen Sprache verfügte. Doktor Wolf Mische! hat rn der Hagadah geradezu bahnbrechend gewirkt, und er hat die Forschungsergebnisse von N. Krochmal. E. H. Weiß, M. Friedmann und Ad. Jellinek angewendet und konsequent durchgchührt. Er war ein gründlicher Kenner der allgemeinen Philosophie, und alles, was er schrieb, trug' an sich den Stempel der Persönlichkeit, denn er war ein ideenreicher, origineller Geist. Er erklärt die Hagadah und Midraschim, aber diese dienen ihm nur als Staffage, denn die meisten Erläuterungen können als selbständige Essays betrachtet werden. Auch veröffentlichte er eine Schrift, ,,MaimonÄ>eS' Erkermtmsrhsorie" wenn er die erkenntnistheoretische und sensualsttische Seite der Maimonidcschen Philosophie besonders heroorhebt und Maimonides gewissermaßen als Vorgänger Humes hmstellt. Viele Cchripen harren noch der Veröffentlichung. Ein reiches Foischcrlebku ist erloschen, ein bedeutender Stilist und Denker har allza früh das Zeitliche gesegnet. Das Glück war ihm nichts weniger als' hold. Viele seiner Schüler wurden Rabbiner ln .außen Städten, er aber blieb Zeit seines Lebens Rclbmer in dem kleinen Kimpolung. Seine Werke nehmen ungefähr dieselbe Stellung ein wie des Dölkerpjychologen Moritz Laurus' „Ethik des Jrrdentums", da eö sich ihm in erste Reihetun die ethische Welt- und Lebensanschounug des Juden'un! handelte. In dem Herzen eines fern,, der ihrpersönlich gekannt hat, hat er sich ein dauerndes Denkmal errichtet. Er stand im 6?. Lebensjahre. . W. M. . Niese«dtedftShle lief de« Semperit- Werke«. Bei den Sempertt-Werken A.-G. kamen seit Monaten Umfangreiche Diebstähle an Benzin, Asbestplatten und Asbestpackungen vor. Die Fabrilsautos fuhren oft an Stellen vor, wo Kunden der Fabrik sicherlich sticht zu suchen waren und es wurde Benzin abgelassen und Asbest abgeladen. Am 19. d. M. machte die Fabrik die Anzeige und bezifferte den Schaden, der ihr aus den Diebstählen, die sowohl in der Fabrik, wie auch in den Staötmederlageri, I. Brucknerstraße 8, verübt wurden, erwuchs,- auf einige h u n d e r t Millionen Kronen. Nach langwierigen -Beobachtungen des Fahrpersonales und der Angestellten konnte festgestellt werden, daß der Rädelsführer bei den ^W>M>WWWWMW>W>WWWMWW>>WK8W8WlW>>>WWv> Kaufen Sie nicht Diebstählen der bei der Firma als Chauffeur bedienstcte ' Karl Czanderle, XX,Kluckygasse 1, war. Czanderle wurde verhaftet und gab beim Sicherheitsbmeau die Diebstähle zu. Das Benün hat er dem Autoschlosser Heinrich Heimann zu äußerst billigen Preisen verkauft. Den Erlös teilte er mit seinem Mitfahrer Alois Balezar. Auch er wurde verhaftet und gestand seine Beteiligung an den Diebstählen. Die im M a g a z i n verübten Diebstähle konnten die beiden nicht allein verüben, und die Nachforschungen ergaben, daß die im Magazin beschäftigten Hilfsarbeiter Franz Marek und Anton Raps Mithelfer waren. Im Ganzen wurden siebzehn Personen verhaftet. * Massenkundgebung der Grotzdeutschen Wiens. Die Grohdeutfchen Wiens 'und Niederösterreichs veranstalteten gestern anläßlich des Jahr'stages der Unterzeichnung des Vertrages von Saint-Germain eine Protestkundgebung vor dem Rathaus, auf der Ringstraße und auf dem Karlsplatz. An der Kundgebung, die ruhig verlies, beteiligten sich ungefähr 120.000 Personen. Abgeordneter Dr. Schürff beendete die Feier mit einer Rede,- in der er den Zusammenschluß mit Deutschland als das Ziel aller Deutschen Oesterreichs bezeichnete. * Auflassung der Platzkarten bei einigen Westbahnschnellzügen. Von heute an werden nachstehende Züge ohne Platzkartenzwäng ab Wien Westbahnhof verkehren: Schnellzug 301 Wien—Selztal, ab 7 Uhr 20 Min., Schnellzug 3 Wien, Bad Aussee und Sembach, ab 8 Uhr 50 Min., Schnellzug D 2o3 Wien—München, ab 10 Uhr 25 Min., Schnellzug 5 Wien—Salzburg, ab 14 Uhr 25 Mm., und Schnellzug D 1o3 Wien—Bad Aussee, ab 11 Uhr 20 Min. Die Bundesbahnverwaltung behält sich vor, zu Zeiten, in denen mit einem größeren Andrang zu rechnen ist. diese Einrichtung vorübergehend wieder in Kraft zu setzen. Bei den übrigen, vom Mestoahnhos ausgehenden Schnellzügen, das sind Schnellzug 201 Wien- Innsbruck, ab 7 Uhr 55 Min., Schnellzug 405 "Wien—Berlin, ab 16 Uhr, Schnellzug 207 Wien—Lindau, ab 20 Uhr, Zchnetlzug D 209 Wien—Paris, ab 22 Uhr, 30 Min., bleib der Playkartenzwang unverändert aufrecht. * Selbstmord. Sonntag, mittags,'wurde die 45iährige Private Olga Eisenhammer, 9. Bez., Fuchstalergasse 13, in ihrer Wohnung in der mit Leuchtgas erfüllten Küche von ihrem Zimmerherrn leblos aufgefunden. Die sofort berufene Rettungsgesellschaft 'konnte nur mehr den Eintrnt des Todes feststellen. Die Ursache der Tat dürfte Krankheit gewesen sein. * Schlecht belohntes Mitleid. Gestern wurde der Tischlergehilfe Josef C h a r w a t, Arnsteinstraße 52. in seiner Wohnung von einem etwa 18jährigsn blonden Burschen, den er aus Mitleid in seine Wohnung genommen hatte, bestohlen. Der junge > Dieb erbeutete eine schwarze Lederimitationbrieftasche mit zirka 255.000 Kronen und flüchtete. Seine Ausforschung wurde eingeleitet. * Eine angenehme Wohnung. Am 23. d. erschien die 54jährige Prioo e Marie P l a c z e h, S i R k a r b s d u r gg a s i e 7, beim Polneikommiffar'a! Favoriten und z»ig!e an. daß tnfo'ge des plötzlichen Begenwetlers in ihre Wohnung Wasser ein^edrungen sei. Sin Lokolaugenschein ergab, daß die Wohnung von Wasser Üderschwrmmt war und daß sämtliche Möbelstücke jm Wasser standen. Durch,die schoddaste Decke sind di/ Wassermallen in die Wohnung gedrungen. Das Stadtbauantt wurde verständigt. Bühne und Kunst. Stadttheater. Es ist noch nicht lange her, daß „Die Frau im Hermelin" im Theater an der Wien volle Häuser machte. Nun ist sie ins Stadtcheader übersiedelt und hier mit besonderer Wärme willkomen geheißen worden. In der Tat besitzt sie einen Vorzug, der in der Operette selten geworden ist: Eine vernünftige Handlung, die vielerlei und so jedem etwas bringt. Zwischen „Mona Vanna" und „Ahnfrau" spielt sich allerlei Ballettseligkeit und Soldate-nromantik der Dorkriegszeit ab, die Musik ist ebenso reichhaltig als geschmackvoll und die Inszenierung von Miksa P reger, die bereits vom Theater an der Wien bekannt ist, vorzüglich. Die Aufführung ist schon sehenswert um des Herrn Treu mann willen, der in seinem Reiterobevst eine Prachtsigur voll Kraft und Brutalität aus die Bühne stellt. Der Suitangi des Herrn König, der. besonders gefeiert wurde, ist recht ergötzlich; freilich übertreibt er allzu possenhaft und erreicht nicht die gelungene Charakteristik des Herrn Tautenhayn. Eine bezaubernde Tänzerin, die stets ruhelos umherwichelt, ist Frau BartoS-Trau, eine scharmante Gräfin Christi Mardayn. Auch die Herren Viktor Flemming und Eugen Günther bewährten sich. ' fFb. Komödienhaus. Das neue Stück ,Me Mädels von DavoS" .nennt sich Sport-Operettenposse. Ein solcher Titel verpflichtet zu intensiver Sportleistung und so wird recht langatmig Wer Sport geredet, ein Motor geht in die Lust und ein Bobschlitten macht eine unglückliche Probefahrt, die recht glücklich inszeniert ist. Dazu begegnen wir einem mächtigen Schneemann nnd einer Ausstellung von Wintersportkostümen in allen Regenbogenfarben. Sie sind von Wieirer Firmen h-evgestellt, deren Namen auf dem Theaterzettel gewissenhaft chsrmevkt sind. Der Text der Operette von HanS Buhler läßt Berliner Marke erraten, darauf deuten Verse wie etwa: Seidenwasche, die diskret mit Lelia bestäubt, wirkt verwirrend," oder: „Denn von Neu-Ruppin bis nach Kalkutta bestimmt nur eine Firma die Valuta." .. . Europas und Amerikas Firmen, wetteifern miteinander, wer den anderen „emsetfen" wird; auf der einen Seite kämpft Perlhuhn, der Besitzer der „Pehu-Werke", die „pleite" sind, auf der anderen Sette Oliver Smith, ein „smart American"? Da beide Rivalen schöne heiratsfähige Töchter haben, ist ein frohes Ende voräubzusehen. — Die Musik von Martin Knopf ist nicht gerade originell, geht Mr gelegentlich im Boston ins Gemüt und im Foxtrott in die Beine. Die Sänger, allen voran die Damen Neubauer und Schulz, die Herren Turl Wiener, Ba uer und Wernew spielten voll Eifer und fanden den rechten Possenton. VorzkKich klang das bevor Sie unsere konkurrenzlos billigen Preise u für Regenmäntel, engl.Stoffe, Damen* u. Herren- Orchester, das Direktor Max Hellmann leitete. Die von chm! komponierten Einlagen, ein Shymmi und ein Oanstepp, erziel t-cn besonderen Beifall. - flb. GaMpiel des Ehepaars Woifft im Raimuvd-Thealer. Für dqs Ra'mundlhcater wurde?rau Fokanna Terwtntut Di I fi vom Deutschen Theater sn Berlin für ein zweinwnatlaes, Gastspiel, und zwar In den Monaten Dezember und Jänner'verpflichtet. Die Künstlerin wird jetzt, bevor sie ibr Ber». liner Engagement onlr>tt. zweimal im Raimund-Tbeater in derAll-i taasträaöne „N ) u" von Osip Dymow die Titelrolle verkörpern.! Den Dichitzr fp'eit der Gälte der Künstlerin, Alexander M o i i f i, ner damit als letzte neue Rolle in Wien diese Figur darstellt. Die Dorstellunpen finden Sonntag den 1. und Montag den 2. Oktvbck im Raimund-Theaier statt. Brief-aften der Redaktion. „Jarden". „Israel", Noma, Via Veneto 51. Die Adressen der anderen Blätter besitzen wir nicht. — M. K. Fragen Sie im Palästina-Amt, 1. Bez., Bauernmarkt 24, nach. — R., Warschau. Waad Hazirim, Jerusalem. Die Uoberswdlung des. Jüdischen Nationalfondshauptbureaus erfolgt in diesen Tagen. SLeuerfra.aeLasten. Simou. Die Auskunft des Beamten ist richtig. Maßgebend für die Anleiheverpflichtung^ ist der cmf das volle Jahr umgerechnete Crwevbsteuersatz und mcht bloß die auf die Betriebszeit entfallende Quote. — Haus 4. Sie werden trotzdem nur das 420fache der Gebäudesteuer zahlen. Sie müsien jedoch zunächst eine Anzeige an die Steueradmimstvation für den 4. Bezirk machen und bekannt geb en, wann Sie das Haus , gekauft haben. Sodänn ist ein Gesuch an das Bundesministerium für Finanzen, 1. Bez., Himmelpsortgasse 8, zu richten, nt dem Sie Nachweisen, daß das Haus den überwiegenden Teil Ihres Vermögens ausmacht und aus Ersparnissen Ihres Arbeitseinkommens gekauft wurde. Das Gesuch muß bis längstens 1. Oktober denn Ministerium sein. — W. K. Zunächst ist am 1. Oktober das Dreifache der Erwerbsteuervorschveibung für 1920 fällig. Die Erhöhung der Gememdeumlagen auf 800 Prozent mtd 1000 Prozent trifft nur die erste und zweite Erwerbsteuerklasie und wird gleichzeitig fällig sein. — Anleihe F. T. Bringen Sie eine Berufung gegen den Zahlungsauftrag ein und zugleich eine Eingabe an dte Finannandesdirektion um Ermäßigung der Vorschreibung für die Zwecke der Anleiheermittlung, da sie offensichtlich unrichtig und von Ihnen angefochten ist.'— Ziar. Sie haben ganz richtig nach dem Z<chlungsaustrag für 1920 eingezahlt, dä der. Satz über 6000 K. beträgt. Die Porschreibung' für 1922 wäre nur maßgebend, wenn Sie für 192o noch gar nicht erwerbsteuerpflichtig gewesen wären. — Baumanu. 12 Prozent Verzugszinsen und 25 Prozent Berzögevungszuschlag bei mehr als ftinftägigenr Zahlungsverzug der Gememdeumlagen. Trachten Sie, wenigstens diese zu zahlen und machen Sie wegen des Restes em Stundungsgesuch an die Steueradministvation, Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. lieber Unterleibsbrüche bei Kinder«. Unterleibsbrüche gehören bei Säuglingen.und kleinen Kindern , zu häufigen Krankheitserfcheinungen, die den Angehörigen große Sorgen zu bereiten vermögen. Bei Säuglingen handelt eö sich.meist um den Nabel--und Wasserbruch, bei älteren Kindern um den Leistenbruch, doch zeigt sich letzterer bisweilen auch schon, in den ersten Lebensrnonaten. Zu den größten Seltenheiten gchört es, daß ein Kind mit einer solchen Anomalie zur Welt kommt, diese Defekte werden zumeist in der frühesten Lebensperiode erworben. Die größten Befürchtungen hat die Mutter bei bestehenden Nabelbrüchen. Der noch nicht widerstandsfähige Näbelring wird, anstatt sich zu verkleinern, durch die vordrängende Tarmschlinge vergrößert und es entsteht eine kugelige Vorwölbung, die sich beim Schreien, Husten, bei harten Stühlen vergrößert. Unter einem glucksenden Geräusch gelingt es meist, den Nabelbruch zurückzudrängen. Der Leistenbruch wird der sorgenden Mutter weniger leicht offenbar, während der Wafferbruch durch die Vergrößerung des Hodensackes mehr Aufmerksamkeit beansprucht. Dieser Brirch ist eigentlich kein Bruch, da es hier zu keinem Austreten von Darmstücken durch besttmmte Körperlücken kommt, sondern es liegt hier ein Ausschwitzeir von Flüssigkeit in die Scheidenhaut des Hodens oder in die Hohlräume des Samenstranges vor. Diese Abnormität bildet sich meist von selbst ohne jedes ärztliche Hinzuüln zurück und ist jede Behandlung, die ein rascheres Aufsaugen der Flüffigkeit erstrebt, am besten zu unterlassen. SÄten muß man sich zu einigem energischeren Bor-' gehen entschließen, das in einem Ansaugen der Flüssigkeit mittelst Spritze und Einspritzen bestimmter Medikamente besteht. Doch soll man mit' diesem Eingriff ruhig bis Ende des ersten Lebensjahres zuwarten. Infolge der Lage des Wafferbruches nahe der Leistengegend wird er oft mit dem Leistenbruch verwechselt, doch gibt die Erkennung dem Arzte keinerlei Schwierigkeiten. Bei der Behandlung des Nabelbruches werden von den Müttern und Hebammen die unsinnigsten Methoden angewendet. Der Bruch hat lei Kindern, die nicht viel schreien, also an keinem Tarmkatarrh oder Husten leiden, meist dir Tendenz zur Selbscheftung. Tatsächlich verkleinern sich viele Nabelbrüche von selbst. Doch ist es keineswegs empfehlenswert. Diese Heilung der Natur zrk üb:rlaflrn, sondern man wird gut tun, die natürlichen Heilungsbestrebungen zu unterstützen. Pies geschieht aber nicht durch die verschiedenen! Bruchbänder und Pelotten. Diese erfüllen nie ihren Zweck, da sie nie ander richtigen Su-üe liegen bleiben, sich beständig verschieben und, akgl-sehen von der ünnützen Belästigung des Kindes infolge dauernden Druckes und Durchfeuchtung, zu verschiedenen Hauterkrankungen führen. . W kömürt ztt Ekzem und PustplouZschlägen, die auf ehtf II., Taborstraße 84 Telanhon 47rt>79 En oros En deSsl*