Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1297 (19.9.1922)
- Date
- 1922-09-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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‘.wyKstyil7', .'"•'Vf; i2£zzz-z~^^»zzz -M.-'IZS? Wien, Diensrag -^'77^ -~ T—"' E “" "■■”*1 ■■■"■ ■;--- — ■ ■■- ■ Tagesbericht/ Zionistisches Lasdeskvmitse fSr Oesterreich. s . Ve-zirkssektionen, Ortsgruppen, Vereine und Einzelpersonen werden hiermit uerrerlich aufgefordert, endgültig Schekel, Parteisteuer und Schulvereinsbeitrü.ge im Zionistischen Landeskomitee, 2. Bez., Laborsiraße Nr. 20 A, zu verrechnen.-Mt Rücksicht Ms die seit dem testet. Parteitag eingetretone Geldentwertung ist . laut Beschluß des Landeskomidees der Mindestbetrag von lOoO K. für Parteisteuer einzuheben. Alle Schokelblocks, sowohl verkaufte als auch wn v e r ho.«f t c, sind sofort im. Landeskomitee abzuliefern. Wiener MorgenzeUurrg. ZUM NEUEN JAHRE Ihren Berwandleu, Freunden (Gasten, Kunden) . - . in der KosLb--bAscdanAb-- mj-/X Dss jüdische RealgyMnastUM. Erteilung des OesfeütllchkeitsrechteS. Das Bundesminifterium für Unterricht hat mit Erlaß dom 11. d., Z. 14.221—li—4 a, dem Wiener jüdischen Realgymnasmnr das Recht der Ovfsentlrchkeit für das- Schuljahr 1921—1922 verliehen. Die Erteilung dPs QeffeuMchkertsrecht^s an diese Mische Lehranstalt, welche vor dve-i Jahren gegründet wurde» ist der 'Ausdruck der AnerVonmmg ibcg Unterrichtsministeriums , für den hervorragenden Uatterrichtsbetri-eb in. dieser Schule. Wie wir erfahren, wurden anläßlich der zahlreichen fachmännischen . Inspektionen des Unterrichtes der Lehrtätigkeit des Lehrkörpers und seinem Direktor Dr. Viktor Kellner, der die Anstast seit der Gründung leitet, uneingeschränktes Lob und ' Anerkennung ‘ §e>zollt. Tatsächlich ist das jüdische Realgymnasium eine Muster- - anstatt und eine der schönstem kulturellen Errungenschaften des modernen Judentums in Wien. Die hebräische Sprache wird als Inhalt gclehpt und die Schüler der vielen Klasse, bis zu Verdis Anstalt bereits gediehen ist, sind in der Kenntnis des Neu-' hebräischen, der Bibel und der jüdischen Geschichte sehr weit vorgeschritten. Selbstverständlich wird der Unterricht der anderen' Gegenstände, insbesondere aber der Landessprache, nicht nur nicht vernachlässigt, sondern, 'wie anläßlich der Inspektionen sestgestellt wurde, mit außerordentlichem Erfolg« betrieben. Ms das körperliche Gedeihen der Knaben und Mädchen, auf die geftmde Entwicklung ihres Charakters wird größte Sorgfalt verwendet, und die Eltern der 200 Schüler nnd Sch-ülerin-nen, die bisher das jüdische Realgymnasium besuchen, haben ihre Kinder den besten Händen anvertraut. "' Es ivivd nunmehr große Anstrengungen der Wiener jüdischen Kreise/bedürfen, um -dem jüdischen Realgymnasium die entsprecheuden Räume zu sichern, und -der schöne Erfolg, den die Erteilung des Oesfentlichkertsrechtes bedeutet,. 'wird alle -Freunde tvahrhaft .jüdischer Erziehung anspornen,, für das ' jüdische Reolgyrnnasimn zu wirken. Bon de« jüdischeN Barrer» i« Süd-' rntzrrmd. f Verschiedenen in jüngster Zeit eingelangten Berichten über dre gegenwärtigen Zustände in den südrussischeu jüdischen Van-ernkolouien, die vor dem Kriege in hoher Blüte standen, entnehmen wir -das folgende Bild über das Leben dieser Mischen Bauern unter der Herrschaft der Räterogierung. Es gibt - dermalen zwei Kategorien jüdischer Feldarbeiter in Rußland. M sind dies zunächst die sogenannten jüdischen Bauern- 1 olle kt iven, das sind Kolonien, welche ans kommunistischer Grundlage geführt werden. Diieje werden bon der mrssisch-Mischen Hilfsorganisation „O r t" mit. Samenkorn und mit sonstigen Hilfsmitteln unterstützt. Trotzdem ist die Lage dieser bäuerlichen Genossenschaftsgrnppen sehr traurig. Sie haben -kaum einmal int Tag Brot zu essen. Die Mitglieder dieser Gruppe leiden ständig Hunger, sie sind körperlich -bereits so geschwächt, daß ein großer Teil von ihnen kaum mehr fähig lsit, 'die Feldarbeit zu leisten, was wieder zur Folge -hat, daß der von ihnen nur mühsam bearbeitete Boden selbst-in diesem Jahr, has im allgemeinen einen guten Bodenertrag versprach, nicht das gewünschte Erträgnis bringen wird. Dazu kommt noch, daß ihnen nicht der erforderliche Fundus instrurtus zur Verfügung steht. Trotz alle-dem haben es diese kollektivistischen Bauern noch -immer besser als die eigentlichen jüdischen Kolonisten, denn sie sind int Grunde genommen Stadtbewohner, und haben .sich erst vor nicht langer Zeit zu genreinsamer Bestellung einer ihnen zur Vevfii-gung gestellter Bodensläche auf konrmunistischer Grundlage vereinigt. Sie nehmen im Notfälle auch andere städtische Arbeiten au, um vfjxcit Hunger vorübergehend stillen j-u kömien. Schlnmner ist noch die Lage der alten erbgescss-en-eu Molanisten. Die meisten Kolonien sind durch den Krieg und die Dogrome lvahve Ruinen geworden. Im der Kolonie Boboschowka zmn Beispiel haben die Pogromtruppon alles ausigeplündert und zmn Schlüsse sogar die Dächer der Häuser ab- -getragen oder sie den nach denn Pogrom zurückgMiebenen!Frau>en atm eine Kleiwststeit abgekMst. Äls nach N-iederschlagmrg tder Pogrome die Kolonisten wieder heimkehren wollten, sarrden ste keine Unterkunft, denn die Russen, welche. durch enven iSchsinkaikf in den Besitz der Kolon-istenhäufer gelmrgwn, zeigten -keine Neigung, -diese Hauser zrt verlassen, aber auch 'imrchcvus »keinen Willen, die zu dop Häusern gehörenden Felder' zu bearbeiten.- I So kam es, daß die rechtmäßigen Besitzer der Kolonie Mehrere Meilen errtsfernt -in einem Dorfe Unterkunft suchten und gezwungen sind, täglich den weiten Weg auf ihre Felder -zurückzulegen. Durch Hunger und Entbchrungem körperlich hevabgekommen, verfallen viele dein H u n ge r t y p h u 8 und änderen >Eprdeinien. , Nur von einer jüdischen Kolonie wissen die Berichte Cr-!fveul-ichereS zrr melden. Es ist das die jüdische Kolonie „M o n- ' jschorow", die etwa zchn Werst von Boboschowka entfernt Nummer urseres Blattes. Sie sparen Gel-, Zeit und Mühe! Preis für das' E i n h e i t s i n s e r a i: Für Wien und Deutschösterreich.K 16.000 Für die Tschechoslowakei.. . iscbecb. K 20 Fiir Polen ..poln. Mk, 1600 Für Jugoslawien ..Dinar 10 Fiir Holland ............... . holl. fl. 1 Schweis und das übrige Ausland . . . . . . .?rcs. . 2 Nüster:" ' Igna/ Loävusteln dlakr.-Ostrau,' Schlos&gasse 13 gratuliert allen Verwandten, Gesinnungsgenossen und Bekannten zum Neuen Jahre! liegt und ihre Rettung ausschließlich der Geistesgegenwart und der hartnäckigen Verteidigung der jüdischen Kolonisten zu danken hat. Nur infolge des Umstandes, daß diese Kolonisten selbst in den schwersten Zeiten ihre Kolonien auf keine Minute der- 1 ließen und durch einen gut organisierten Selbstschutz alle Progr-ome, wenn auch mit Menschenopfern, abschlugen, st-cht sie heute blühend da/ Wohl weisen einige Häuser Schäden auf, doch werden diese allmählich wieder gutgemacht und sämtliche Kolonisten leben auschließlich nach wie vor von der Larvdwirtschast und Viehzucht. Alle Berichte schließen mit dem Hinweis darmf, daß in Südrutzland ein guter, kräftiger jüdischer Baueruschlag fcm Untergang geweiht ist, h)eil die verschiedenen Pogromarm-eeu ihnen nicht nnr das Dach über dem Kopf zerstört, Wagen, Pferde und Viel geraubt haben, sondern vornchmlich deshalb,, weil die Verschiedenen ^europäischen Hilssaki-ionen die Wichtigleit verkennen, welches darin läge, diese jüdischen Bauern, die mit ihrem Boden verwachsen waren uiifo eine gesunde , jüdische BMerngcneration zu züchten imstande ivaren, in die erhoffte Neuordnung hinüberzuretten. * Die Mindestbezüge im Handelsgewerbe im Monat September 1922. Die paritätische Kommission des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft hat die Verteuerung irr der Zeit von Mitte August bis Mitte September mit 9l Prozent festgestellt. Die Mindestbezüge der Angestellten im Atonate September d. I. betragen demnach: Nach der Freisprechung während der ersten sechs Monate der Praxis 219.213 K., für das zweite Halbjahr der Praxis 241.126 K., nach einjährigr Praxis 263.049 K., nach zweijähriger Praxis 29./95Z K., nach dreijähriger Praxis 328.808 Kronen nach vierjähriger Praxis, 361.701 K., nach einer längerer: als fünfjähriger Praxis 394.575 K. Für Angestellte (Anfänger) nach Absolvierung einer zweijährigen Handelslehranstalt für die ersten, dret' Monate ihrer praktischen Betätigung 197.290 K. Die Mindestlöhne der H a n d e l s a r b e i t e r betragen: Für Arbeiter und Arbeiterinnen bis zum vollendeten 17. Lebensjahre 82.525 Kronen, für männliche Arbeiter bis zmn vollendeten 22. Lebensjahre 134.103 K., für männliche Arbeiter nach dem vollendeten 22. Lebensjahre 195.998 K., fiir weibliche Arbeiter bis zum vollendeten 22. Lebensjahre 103.167 K., für weibliche Arbeiter nach dem vollendeten 22. Lebensjahre 134.103 K., Zehrgeld 5169 K. Mit Rücksicht ans die außerordentlichen Teuemngsverhältnisse wird über Ersuchen der in Betracht kommenden Organisationen vom Präsidium des Gremiums der Wiener Kaufmanstschaft dringendst empfohlen, die durch den Index hervorgenlfenen Erhöhungen sobald als nröglich euszubezahlen. die Aochenlöyne der Arbeiter tunlichst Samstag den 23. Srpü-mLer 1922. * Goldene Hochzeiter. Samstag den 16. d. überreichte StMrat Speiser in Vertretung oes Bürgermeisters den nachstvlMden goldenen Hochzeitspaaren die Ehrengabe der Gemourde Wien: Moses und Betti Falti s chek, Johann und - Katharina W e i nb e r g e r, Ferdinand und Jda Jordan, Karl und Aloisia L'eitner. * NachtmahlauSsperinnq der Woja. Der Vorstand der Woja hat beschlossLN, falls sich eine.entsprechende Anzahl von Debimrhmern meldet, zunächst nur m der. MittelstandSküche 1." Bez>, Griechengasse 3, eine Ncichtmahlansspeisung zu lervichten. Anuwldungei: werden im Z-ntral-bure>a'U der Woja, 9. Bez., Brrgtzasse 7, und an den -Kassen -beider MUelstan-siüchen bis 20. o. entgegengeuommcn. * Die Zeitungskrise in Deutschland. Der im Verlag ' August Scherl (Berlin) erscheinende „Rote Tag" wird demnächst sein Erscheinen einstell-en. Auch das seit 50 Jahren m: Trüber Wschoinende „Echo vmn Walde", das „Sozialdemokratische Schwarzwald-Echo" anid die „Zeller Kreiszeitung" werden am 1. Oktober zu Hütchen aushöreu. * Die neuen Straßenbahntarife. Der Ausschuß für die städtischen Unternchmnngen hat in seiner Sitzung vom Montag die Vorschläge der Straßenbahndirektion über den 17V0 K.» Torrf genehmigt. Sie gelangen unn an den Stadtsenat und Gemeücherat. Unerreicht H ist die Billigkeit, Qualität n. reiobe Auswälilixi feinsten englisolien Stoftezi, ItzegenMLntslu» Damenu. Asrrenwäsohe, in Strloknnd ■WirkwÄren im "Warenhaus wm 19. September 1922 Seite 3^ * Die Linke O. Aus die Dauer der Geleisearbeiten in deL Gudrunstraße werden 7vön Mittwoch den 30. d. an die Züg^ der Linie O zwischen Kolinnbusplatz und s Gudrunstraße iw beiden Fahrtrichtungeu. -durch die Lareubtirgerstraße" geführt! * Jüdische Gemeindebibtiothek. £ er Lesesaal der Bibliochek' der israelitischen Kultusgemeinde bleici wegen driugc-uder Ne< visiousarbeitenin der Zeit zwischen den Feiertagen (25. d. bis' inklusive 15. Oktober) geschlossen. . " 1 I * Eröffnungsfeier. Die Zionistische Sektion für die -wc-st^ l:chen Bezirke veranstaltet heute uni 8 Uhr abends in ihreint neuen, vornehm ausgestatteten Heim, Wien, 8. Bez., Bemto-i Platz 1—3, eine Eröffnungsfeier, Mühe die beliebten DieuSürg-! Vorträge dieser rührigen Sektion emleitet. Die Festrede hält, Herr Rabbiner Dr. Feucht wang. Ferner hat ihre freund^ liefe Mitwirkung Frl. - Lilly Gerold zugesagt, deren meisterhafte! Deklamationen -den Mitgliedern der Sektion noch in. bester Erinnerung sind. Den Schluß des Abends bilden Darbietungen des bekannten Biolinvirtuose-n Herrn Rudolf Lampel. Die Sektion' erwa-rtet, daß ihre Freunoe und Mitglieder sich zahlreich' zur Wichercmfnahme -der Herbsttätigkeit emfinden. , , \ * Aufnahme tu die jüdtsthe Volksschule. Die jüdische BolkL«! schule, 2g. Bez.-,. Denisgajft A, erösfnet im Schuljahr 1922—3Ydie dritte Klasse. Ausnahmm m die erste, zweite und brüte' Klasse sin-den. täglich in den Vormittagsstunden in der' Schulkanzlei statt. t * Hebräische Schule 12. und 15. Bezirk. Die Schule nimmt! den hebräischen Unterricht am 25. d. wieder aus. Einschreibung gen Dienstag den 19. d., Donnerstag den 21. d. zwischen 7 und' ' 8 Uhr a-berchs im Schullokäle, 15. Bez., Herklotzgassc 21,1. Stock? * Vereinigte hebrä'sche Schulen. Elnschreibungcu für. sämtliche 5turse der hebräischuu Schulen — sowohl für Erwach-* sene wie auch fiir Kinder beiderlei Geschlechts — finden wie! folgt statt: a) für die Schule 2. Bez.,'Große Mohrengasse 16-22,« an Sonntagen von 9 bis 12 Uhr vormittags, an Wochentagen^ von ch bis 8 Uhr abendsb) für d>e Schulen im 20. Bezirk int* Schullokal 20, Bez., OthmarIaise 46 (Bibelschule), au-Sonntagen van 9 bis 12 Uhr, au Wochentagen von 5 bis 8 Uhr.' Die Eiu-schreiHungen mögen -raschestcys vorgenommeu werden) da der Unterricht bereits begonnen hat. ^.Aktion suc Versorgung jüdischer Kinder im Auslandes Gestern wurde von der Km^erakUon -d^r Sozialen Hi-lfsgemein-' schuft Anitta Müller ein TranSprrt von 10 Kindern zu sechs- bis acht-wöchentlichem^ Erholnugsauseulhalt nach Deu-tschl>an.d entsendet. ' j * Lohnerhöhungen für Heiurarbeiter in der Wäsche- und Strickwarenbranche. Die Ze-mra^einrarbeitskomm-iss-ion für dir StrickwareuerzenHUng hat für einiache Kommerzware, das sind, Handschuhe, Strünft>fe und alle sonstigen: hanvfestrickten. ode« gchäckelten, cinfaM-gen, glattmaschigen Artikel 'ohne jede Ver< zeruitg, einen M i n d est st n n d e n. l o h n von 1810 K., für handgestrickte Modeartikel (Wollkleider, Jumper, Schhls usw.)! von 2100 K., für ma-schiu-ge-jtrickte Kammerz-Ware von 2480 lind für nraschingestrick-te Spor:- und Modeartikel(3060^K.'sch-s gesetzt. Für die Fransenknüpserei' be.'rägt der Mindesistundetr-' lohn 1810 K., für das Apsförtigsn van KomMerzware 2290 Kl und von Sport- und 'Mo-de-artikeln 2670 K. In -der Wäsche^ .warenerzeü-mtn-g, einWietzrich^- 4t-'e'.ß- - u-y>d Bnnisticker-e-i sowie der Filet- und' .Spitzttfterzvrgung, 'wpr>de 'der Mindeststundonlohn für Kbm-merzw-lve, da» istmaschingenähte -Wasche^ Schürzen, Schlnng, Krawatten und Ttlpsstick-erci mit 3o80JK.j und für Luxüswa-r-e, das aft. hanoAuähte Wäsche. Seidenwäsche,' Loch- und Spachtelarbeit, die seine Perlarbeit,- (Petit Point/ -Filetstopferei/ die Nadelspitze, Frivolitäten, Richelieu und Mo4 nogra-mme mit 3820 K. ststgesntz:.' Diese Löhne gelten vo-m 18. dl bis ans -wefteres.' '! , . * Die Lohnbewegung der Kellner. Die Kasfeesiüderq genossenischaft hat in einer gestern abgehalteuen Bollrerjamn'-i lung mjt knapper Mehrheit den Beschluß gefaßt^ den Gehüftu; eine fimfziaprozentige Lohnerhöhu-u-g zuzugestshen. Der Ver-i treter der-Gehilfenschaft "gab -die-Erklärung ab, daß dieses Zu^ ' geständnis" schwerlich die Billigung der Gehllfenvers-ainntlnnti erfahren dürste, so daß in allernächster Zeit der A-nsbrnch ' des Streiks un-vermeidlich -sei. e ' ( * Ein Raubansatt in der Innern StM. Ter Inhaber der Drogeühandlnng, 1. Bez.,-Georg Kochpttitz 3, Pauk Goldstein, wurde gestern früh gegen 9 TUn', 'als er (sich allein in seinem Geschäft befand, von zwei Vurschett kn offenbar räuberischer. Absicht überfallen, verscheuchte aber die beid-.'u durch seine Hilferufe, -bevor sie ihre Absicht ausführen -konnten. Er kam mit leichten Vevletzungeü und einer Gehirnerschültei mng davon.! * ,,Seh'n Sh so heiler ist das Leben in Wien..Die Polizeidir-ektion' hat eine Zählung der in - ben 22 Polizeibezirken Wiens vorgenommenen Anhaltungeir nnd Zlrrenernngen wegen nächtlicher Ruhestörungen, Trunkenhsits- und Lokalexzessen durchgesührt. Insgesamt wurden im Augnst d. I. 317 2 P e r s o n e n wegen polizeiwidrigen Verhaltens (nächtlicher Ruhestörungen, Trllnkenheitsexzessen, Ausschreitungen in Gast- und Schanklokalen, Raufhändel u. dgl.) beanständet; darunter waren 24 50 Personen, bei denen die Einwirkung des Alk.oholgenuss.es unschwer festzustellen war. Unter den Beanständeten waren 2821 Männer, darunter 2224 Atigetrunkene, nlnd 4 51 Franc u, darunter 2 3 0 An ge t r n >tkene. Der Anteil der Jugendlicheil unter 18 Jahren -ist recht gering. Ans 10t) A>;gehaltene konnncn nnr etwas mehr als drei' Jugendliche. Es eutsielen durchschnittlich auf eilten Sonntag 180, Montag 80, Dienstag 79, Mittwoch 70, Donnerstag 76, Freitag lnl und Samstag 136 Anhaltungen. Tinsichtlich -der. Verteilnng der Beanständetelt aitf die einzeillelt Bezirke wäre zu -bemerken, daß die größte Anzahl^auf Ottakring, Favoriten, Leopoldstadt, Schmelz, Innere Stabt nnd Lanostraße entfällt.; * Ein Wiedersehen in Wie«. Am 13.-d. erblickte d:r Kaufttmnn Ernst Richter, ein amerikanischer Staatsbürger ans Brooklyn, vom Fettster des Riugstraßen-Hotels, in dein er hier wohnt, - einen Mann, in dein er sc-inew Schwag-er An toll Czukor erkaimt, der'vor etwa zehn Jahren eine Schwester Rcchters in NÄvHork hatte sitzen lassen, imt in Kanada eine andere Frau zu Heiratelt, und der deswegen von beit amerikanischen Gerichten wegen Bigamie verfolgt wird. Richter ließ ben M-ann sofort verhaften, dieser behauptete aber voller Entrüstung, es. müsse eine Personsvrrwechslnng vorliegen. Er trat sehr sicher auf uwd wies eine Reihe von Doklunenten auf dni Namen eitles Barons Eopoly vor. Es gelang ihm, Richter schwankend zu machen und der Mann wlrrde nach kurzer Ein- Vernahnve entlassen, ' zumal festgestellt wurde, daß der Verdächtige - wirklich Generaldirektor der „Universelle" und Befmnder der „Ospat" war. Kommissär Dr. Lewisch, der den all int Sicherheitsbureau behandelte, ließ sich aber n-icht so leicht beirren und setzte seine Nachforschungen fort. Diese erga-ben schließlich, - daß der Mann doch der gesuchte BMinist ist und er cmch noch wegen anderer Delikte verfolgt wird. Um sein Sündenregister zu vervoMcindigelt, hat sich das Wiener Sicherheitsburaau mit den PoliMbehördeu in New-?)ork, Loildon, Paris, Berlin, Bukarest, Prag und Budapest in Verbindullg gesetzt. . I!., Taborsirafie 4E Talephon 47-1-79 - En gros En detail