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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-17 · Heft 1295 (17.9.1922) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1295 (17.9.1922)
Date
1922-09-17
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Anhaltend grotze Nachfrage herrscht nach Seefischen, die in beträchtlichen Mengen abgesetzt werden. ■ Neue Lebensmittel- und Frischmilchgutscheine. Die Gut» Schema für Fett, Brot (Störbrotmehl) und. Mchl für die 37. bis 40. Woche, das ist für die Zeit vom 17. d. bis 15. Oktober, werden bei den Brotkymmissionen Mittwoch, Donnerstag und Freitag der kommenden Woche (20., 21. und 22. d.) während der gewöhnlichen DienstsLunden ausgegebcn. Die Ausgabe der neuen Feischmilchgutscheine für die Zeit vom 24. d. bis 18. November findet in den Bezirksfürsorgeinst-ituten gleichfalls Mittwoch, Donnerstag und Freitag der kommenden Woche (2g. bis 22. d.) statt. Dabei ist der Stamm des bisherigen Gutscheinblattes unb die neue braune Knrdermilchkarte vorzuweisen. Die Gutscheine.werden wie bisher mit 800 K. (grün) und 15o K. (grün mit rotem Strich) eingelöst. Bühne und Kunst. RaiN»«h-The«ter. (Zum ersten Male: „Der Rdbell", Tragödie in drei Akten von Hans S a ß m a n n.) Eine Premiere, von der man freudig berichtet. Saßmann versucht sich diesmal mit Glück int Bolksftück. Sein Opus ist ernst zu nehmen, wenn es auch den Vergleich mit den Werken 'berühmter Volksdichter herausfordert. Der Held des Stückes ist eine Art Michael Kohlchaas, der aber nicht fürs eigene Recht kämpft, sondern für fremdes. Cr streitet für die Kleinen im .Dorfe und zerbricht nicht bloß an der Macht der Großbauern, v-e mit-den Hungerleidern nach Belieben schalten, sondern auch an der Gedankenlosigkeit, dem Kleinmut, der Kriecherei jener Getretenen. Fein beobachtet, daß dieser vierschrötige Rebell mit dem Irenen Herzest und der schweren Zunge sich sust am kleinen Unrecht entzündet, das Tritten postiert, aber das große Anrecht geschehen laßt, welches seiner leiblichen Toch-ter widerfährt. Diese Tochter ist eine scharf nmrissene, eigenartige Gestalt, durchaus Saßmanns Eigentum, während die - übrigen Figuren mehr oder weniger übernommen sind. Sie wurde von Hedwig Keller, der Vornehmen, Außerordentlichen, die mit ihrer herben Art tiefste Wirkungen übt, kraftvoll verkörperlicht. Dian hatte das Vergnügen, neben dieser Künstlerin den großen Wiener Komiker Kornelius K r r s ch n e r am Raimund- Theater zu begegnen, der den windigen „Millionenschuster", einen von jenen, die andere vorschieben und rechtzeitig „umfalten", erquicklich spielte. Hingegen erscheint uns die Besetzung der Titelrolle.mit Karl Forest nicht am Platze. .Ter in Wien jetzt übliche Forest.-Kultus verleitet diesen trefflichen'Episodendarsteller. große Rollen zu übernehmen, für die seine Kräfte nicht reichen, sie überdies nicht zu studieren und sich völlig ans den Souffleurkasten;u verlassen. Was hätte Hans Marx ans diesem „Rebellen" gemacht und wie hätte er den Autor gefördert! Alle anderen Rollen waren in guten Händen, und Alfred f Nengebauer verklärte die Dutzendfigur eines verliebten Krüppels zu einem, so rührenden, so verehrnngswürdigen Geschöpf, daß man dem jungen Schauspieler noch in der Erinnerung an diese ergreifenden Minuten wie für eine köstliche Gabe dankt. * Die Novität fand sehr freundliche Aufnah,ne. Der Autor wurde wiederholt gerufen. O. A. Isha«rres Meschaert. Tie junge Generation von Konzertbesuchern hat den großen Oratorien- und Liedersänger nur mehr dem Namen nach gekannt:-jahrelang hat er sich von Wien ferngehalten, Vorher war jahrelang fast jeder Konzvrtankündigung eine Absage wegen Indisposition gefolgt. Bis in die letzte Zeit hat der Künstler als Lehrer in Berlin und Zürich eine fruchtbringende Tätigkeit entfaltet und so wird Geist von seinem Geiste in seinen Schülern weiterleben. Dieser Geist war es vor allem, der seinem Gesang das Gepräge gab, der seinen Vortrag zum Erlebnis machte. Seine Baritonstimme besaß weder besondere Fülle noch berückenden Schmelz oder heiß ausströmende Sinnlichkeit und doch griff sie aus Herz, erzeugte Rührlmgnlnd Andacht zugleich. Eine in ihrer Art vollkommene Gesangskultur, die er sich bei den Meistern Stockhausen und Wüllner Wiener Morgenzeitung. D 0 R OTH E U M s0“^'0”r,asEe 17 Spiegelpsse Nr. 16 Versteigeruitgs-EihfcHUny für 14 Tage BOfiaiWIW der, Versteigerungen, wo nichts » BHfa» w^ggjBguna anderes vermerkt, nachmittags uni tafBatT Täglich. Qebrauchtgegenstände itn Ludwigstorff-. Rössler- und Kolowrat-Sasl; täolloh ausgenommen Sa Protlosen im Fratz- Saal. Mo 11., Do 14., Fr 15. U.22.IX. Briefmarken im Verst. Saal, VI., Mariahilferstr. 73. Di 12. u. 19. IX.: Silber u. Chinasilber, Mi 13. u. 20. X.: Juwelen. Brillanten,Perlensr.bmuek, Präzisionsuhren im Franz-Saal. Di 12 u. 19.. Fr 15. u 22, IX.r Hausgeräte, Möbel, eis. Kassen, Lbster, Oefen im Olasliof. Milä.u. 20. IX.iPhctopraphlrche Apparate, Farntläser, Hlkroskopc, Schreibmaschinen; Fr 15. IX.: fagdwaffen, Geweihe. Sporlausrilstunj, Reif- Sattelzeug, Pelze iin Ludwigstorif-Saal. Ml 13. u. 20.. Fr 22. IX.: Antiquitäten, Gemälde. Miniaturen, Kunstgev/erbe, Teppiche im Hoch- Saal. Do 14. u. 21. IX.: Sohönes Mobiliar, Klaviere, Porser- und Inlünderteppiche, Gemälde, Kunstoewerbe, Keramik im Franz-Josef- Saal. Do 14. bis SalO. IX.Bibliothek | des ehern. Lande’hptm. v. Tiro» Josef Sohraff!; Do U. bis Sa 23. IX. 35. Bücherauktion, .Austriaca, Belletristik, Geschichte, Technik, illustr. Bücher ctc. im Emingcr- Saal. Mi 20. bis Sa 23. IX.: 332. Kunstauktion Sammlung von Volkstrachten aus Wiener Privatbesitz. Kostüme. Stickereien und Textilien , aus den österr. Alpenländeri: und aus den angrenzenden Oeblctea Deutschlands, der > Tschechoslowakei. Ungarn, Rumänien, Polen, Jugoslawen, Balkan, Russland usw. v , 333. Kunstauktion vom 25. bis 27. Septemter MttsferjawtnlHag SÄftrzdia«-«. Majolika- Manufakturen auf Kuns'gewerbeaustellungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. SCHAUSTELLUNG für beide Auktionen von haut# bis Diestaj den 19. September 1922 ] ab 10 Uhr an Wochentagen bis 1/.6 Uhr, Sonntags bis 1 Uhr im Kunjtauktians-Saalc (Lift). Kaufaufträge übernehmen die Sensal«. Mo 11. bis Sa Kr. IX.: 7 Uhr abends: Bossraufctionon: Antiquitäten, Teppiche, Betnäida, Wäsch«. Kunstgewerbe. Ali u. j Sa auch Brillanten, Perlen-Sckmuck Sllbor und ChiiiasHber im Vergnügungspark im Prater. i Zwelganstalt Baden,1 Karlsplatz 6. Di 12. u. 19., Fr 22. IX.: Möbel, Gemälde, Teppiche, Kleider, Wäsche, Kuustgewerbe. So 17. IX. U,10»Uhr vormittags Knr.stauktion,’Geraälde. Porzellan Perser, Textilien, faponita. So 24. IX. V.10 Uhr: Brülan'.tn . luwelen-Schsnuck, Silber und Chinasilber. Mi 13. u. Do 14. IX.: Aukt. b. Daniel. Baden,Erzn.Rainct-Ring 3 Die tägliche Schaustellung ab 1 Uhr währt in der Regel mehrere vorhergehende Nachmittage bis iiA Uhr nachmittags, mindestens jedoch am Auktionstage bis zur Auktion 22 I Verwertung sabteilung. I. Raukenstcicgaese 8: Wiederaufnahme des Verkaufes der Röcklassgöter der Hauptarstait für Sach de Mobilisierung (9—1 Uiir). und in zähem Selbststudium angeeignet hatte, ein nimmermüder Wille und Achtung vor dem Kunstwerke, dem er diente, erklären nur einen- Teil seines Erfolges, der Rest war in seiner kraftvollen Persönlichkeit f:ft begründet. Unvergeßlich bleibt sein Vortrag der „Krenzstabkantate", seine Einfühlung in die Bachschen Passionen. Aber auchin der Ausschöpfnng eines kleinen Schubertschen Liedes bot er Vollendung und in der Wiedergabe der „Ernsten Gesänge" von Brahms spürte man das Walten seines Schicksals. — Der gebürtige Holländer, der von Kindheit an für die Musik bestimmt war und sich als Geiger wie auch als Dirigent versucht hatte, ist tief in deutsche musikalische Wesensart eingedrungen und besaß eine echte, starke Empfindung, daneben. auch Sinn für Komik und scharfe Charakteristik. Freilich waren ihm die feinen, vibrierenden Nerven der neuen Zeit versagt, ein gewisser Konservativismus, eine Abneigung gegen alle musikalischen Experimente blieb ihm zeitlebens eigen. Wir sind nicht sonderlich reich an künstlerischen Persönlichkeiten und so bedeutet der Tod Johannes Mescharts einen tiefgehenden Verlust für unser Konzertleben. slb. Die RoviLäterr der SLaatstheaLer. In der Staatsoper sind für diese'"Spielzeit in Aussicht genommen: „Der Schatzgräber" von Franz Schxecker, „F r e d i g n n d i s" von Franz Schmidt und „D e r Z w e r g" von Alexander Z e m l i n s k y. Neu inszeniert und neu einstudiert werden: „Mowa Lisa" von Max Schillings, „Hansel und Gretel" von Humperd in cf, „O bero n" von Webers. Im Redoute nt heater .werden „Don Pasquale" von Donizetti, „Johann von Paris" von Boieldien und „Ter schwarze Domino" von Ander, ferner einige Ballettabende in Szene gehen. . Im B u r g i h c o t c x gelangt zum ersten Male das Lustspiel „De's Esels Schatten" von Ludwig F'ulda zur ersten Ausführung. Es folgt am 7. Oktober- „Der Graf Äsnmircbr Bezirkssslrtion Ecopoldstadi Während derLjokion,^oiortagr findetin den eigenen geräumigen Lokaliiüten 47 statt. Karten (H. Zipkus- HO!K§(ll$tt$l beimSchalter gaffe33) ein —«... ---- der lvienvr INorgenzeitung. v.^ür einige Lethäuser werden Dovbcltzr gesucht und wollen sichBewerber im BüroTaborstr.(/zo a melden . V _17. September 19(22 Nr. 1296 von Charolais" von Richard Beer-Hofmann, am 14. Oktober „D e r A r z t a m Scheideweg e" von' Bernhard Shaw. Flus den Theatern, Im Red oute ns aal der Hofburg gelangt morgen „Elavrgo" von Goethe zur Wiederholung. s In der Volkso p e r geht heute „M a d a m e B u t t e r« f l y" mit Fr. Wagschal als Cho-cho-san, Fr. Besalla als Suzuki und Herrn Ludwig als Linkerton in Szene. Morgen gastieren in der Aufführung von „Carmen" Herr Wilhelm'Kertesz von den Vereinigten Rumänischen Staatstheatern als Jose und ' Herr Sigismondo Zaleschi als Escamillo. Die Titelrolle singt - Frl. Rantzau. ' Im Burat heater gelangt morgen, außer dem Iahresrbonnement, Goeches Schauspiel „G ö tz von B e r l i ch i nge n" zur Aufführung. Beginn 6 Uhr. Dienstag wird, außer dem Jahresabonnement, Shakespeares Lustspiel „Biel L ä r in u m nicht s" gegeben. Beginn 7, Uhr. Als Vorstellungen des Burgtheaters im Akademiet h e a t e r wird morgen „Quality Street" (Im stillen Gätzchen), Lustspiel von I. M. Barrie, gegeben. Beginn 7 Uhr. Dienstag den 19. d. wird das Lustspiel „D a s G l a s Wasser" von Scrilbe aufgeführt. Beginn 7 Uhr. K a m m e r s p i e l e. Täglich abends 7 Uhr: „Die beiden Herren der gnädigen Frau"; täglich abends 10 Uhr (Nachtvorstellung): „Rache". Im D e'u t s ch e n- V o l k s t h e'a t c r wird heute, 6 Uhr, Schillers „Don Carlos" mit Alexander Moissi als Marquis Posa und Dienstag den 19. d., 7 Uhr, Schnitzlers „Paracelsus" und Tolstois „Er ist an allem schuld" mit Alexander Moissi als Paraoelsus und als Wanderbursche gespielt. . Im Ra imu nd-Theater kommt Shakespeares „Othello" mit Fritz Kortner bis inkl. Mittwoch den 20. d. zur Darstellung. Freitag den 22. d. geht zum ersten Male das Schmtspiet von Frank Wedekind „Die Moral der Schönheii" (Hidalla) in Szene. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Damen Janocher, Liedermann-Stärk, Regler, Scheurich und der Herren Böhm, Duschinsky, Forest, Kenne, Schnitzler und Zeisel. Als Karl Hctmann gastiert Fritz Kortner; die Inszenierung leitet Karlheinz Martin. — Als nächste Novitäten sind im Raimund-Theater „Mercadet" mit Ludwig Stärk, in.der Inszenierung Dr. Rudolf Bcers, und „Traumspiel" von Strindberg in der Inszenierung durch Karlheinz Martin vorbereitet. Das W i t it c r Komödienha u s eröffnet die heurige Spielzeit mit der Novität „Die Mädels von Davos", ' Possenoperette von Hans Bühler, Musik von Martin Knopf. Die Hauptrollen befinden fick in den Händen der Damen Hilde Schulz, Liesl Neubauer, H. Martinelli und der Herren Gustav Werner, Turl.Wiener und Hugo Bauer. Für die Partie deS Amerikaners wurde Herr Ernst Murmser gewonnen. Im Carl-Theater gelangt heute, nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen die Operette „Ein Walze r t r a u m" mit der neu engagierten Soubrette Muni Tschauner in der Rolle der Franzi zur Aufführung. Allabendlich um viertel 8 Uhr geht die Kalman-Operette „Die Bajadere" in Szene. '__ Frau Mizzk Zwerenz ist von ihrem ^Unfall wieder ganz bergestellt und spielt täglich wieder im Lustspieltiheater in der Operette „Hanni geht tanzen". Heute itirt halb 4 Uhr. nachmittags und um halb 8 Uhr abends „Hauni geht tanzen" in der Abendbesetzung. Volkstrachtensammlung. Stickereien und Textilien werden ab Dienstag den 19. b., bis Dienstag den 26. 8. ab Io Uhr vormittags .rm Dorotheum zur Schau gestellt. Näheres siehe VersteigerungsLiuteilung im Innern des Blattes. ■jmmmu lumcgnui iijnwii.a»riM»tsarJwmini,»«arriMicqJ0C7!garanpa^iLjiJW.TiM»a»w«»wmmwq—— Börsen-iCommSssBons^esehäK und Wechselstybe MA61D & Co. Wien, Hohonsiaufensesse 11 4027 Volkswirt. Gestempelte Krone --- —.av^/g Cenrimes. Auszahlung Wien --- — Centimes. Fn Zürich noiierie die österreichische Kronr . , . —.C0J/< (-.007, am 15. Sept.s die österr. gestempelte Krone. -.007s (-.007, am 15. Sept.'i die tschechische Krone .... 17.45 (17.70 . am 15. Eept.l die Mark. O.S67j (-.37 am 15. Sept.) Azram. 1.90 ( 1.95 am 15. Sept.) Sofia . 3.20 { 3.35 am 15. Sept? Budapest.. 0.21 (0.23 am 15. Sept?. Warschau. ... 0.08 (0.08 am 15. Sept.) Der Kampf nm die RoteNbarrk. Wer hätte sich vor drei Monaten vorgestellt, daß die Notenbank, die den Hebel für unsere Sanierung von der valutarischen Seite her bilden sollte, zu einenr Zankapfel der Parteien werden würde! Die Regierung besteht nach ivie vor auf der Verwirklichung des Projekts und hat sich allen Wünschen auf Abänderung des Statuts anbeguemt, nur die Zcichnungswilligkeit der Auglo- und Länderbank in reale acht Millionen Schweizer Franken mnzusetzen, ja, sie geht so weit, das; sie die Bank auch dann zu gründen entschlossen ist, wenn es ihr nicht gelänge, die Statuteiu ändernngcn int Nationalrat dnrchzudrücken — angeblich hat sie auch schon Ersatzmöglichkeiten für die in diesem Fälle ansbleibenden Zeichnungen der ausländischen Institute ansfindig gemacht. Ihre politischen Gegner suchen wiederum durch'einen Appell an die nationale Würde die Ztotenbankidee zu diskreditieren, indem sie auf das Uner-^ /

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