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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-04 · Heft 1292 (4.9.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1292 (4.9.1922)
Date
1922-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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EiBzelmmner K 400 Wien': ÜÜ tarn'-Ab holen in der Expedition, H.,Taborstr. 1-3, •der in.einerVers chiciss teile Grafik) monatl. K 16.000 ' Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 16.000. Tsch e c h o-S lowak ei: Mon. IC20. Ungarn: Mon. K 150. Jugoslawien: Mon. Dinar 25. Polen: Mon. tyk. 1400. Deutschland: Mon. Mark, 150., Frankreich : Monatlich Frcs. 6 OSir Nachzahl unjen *VR bei Preiserhöhungen Vorbehalten lener Tschecho- Slowakei: tsehech. K l.SO Italien: Monatl. 6 Lire Rumänien: M*n. 40 Lei Schweiz und «las übrige Ausland monatlich Fres, 3. Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abends 16-301, Tel.-Adr.: | Morgenzeitung'' Wien Oesteneichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Mr. 12S2 Wie«, Montag, H Erptemver 192S 4. Jahrgang Das österreichische Problem. Parks, Z. Septernber. Senator D ä ns s e t veröffentlicht in der „Info tute t ion" einen zweiten Artikel über die österreichische Frage, worin er betont, man müsse gevechtevweise anerkennen, daß Bundeskanzler Dr. Seipel ebenso wie sein Vorgänger Schober heroische Anstrengungen gemacht habe, um einen großen Teil der Reformen dürchzuffchren, die in dem Plane A v e n o l s enthalten seien. Der tiefe Sturz der Krone habe aber die meisten ihrer energischen Maßnahmen wirkungslos geinacht. Avenol habe einen Kredit von 500 Millionen Schweizer Franken zur Durchführung seines Planes für unerläßlich bezeichnet,. eine Summe, vor der jedoch die Gro ß nt ii ch t c 5 n r ü ck g e schreckt seien. Heute würden bei dein Tiefstand der Krone 200 Millionen Schweizer Franken geniigen, die Finanzen Oesterreichs zu, sanieren und seinen Kredit Ivicder herzustellen. Dies könne aber nur unter der Bedingung geschehen, die bereits von den Vertretern des'Völkerbundes im Jahre 1021 vorgesehen worden sei. daß die Kontrolle aller Sanierungs maß nahmen einer mit w e -i tg eh e nden Vollmacht e n ausgesta tteten sechsgliedrige:: Kommission: stustohen und Ws Finanz- ' komitee des Völkerbundes als Appellinstanz fungieren solle. Die Aufga'be. des Völkerbundes sei also mehr als zur Hälfte erfüllt. Er werde nur den Plan Avenols wieder .aufzunehmcrt und ihn zu ergänzen habeu.> An den alliierten Mächten Iverde es liegen, das übrige zu trui. Aber nur eine . gemeinsame Aktion der Großmächte könne heilsam sein; denn jede Einmischung des einen oder anderen Nachbarstaates föiutte das Signal zu den schwersten Konflikten geben. Oesterreich dürfe weder Tontschwich noch dem ,Balkan angchörcn, es müsse Oesterreich bleiben. Wenn der Völker- . bund entsprechend, dein Geiste des. Friedeusvertrages wirklich die Lage Europas.' beherffchen unö' seine''beschicke besttntmen solle, gebe es ke-men.besseren Beo bach tu n g § p o ft c lt und kein besseres M a n ö v.e, rst,.eM,ä.ZZ^'HeWnWädl Oesterreichs und man niüsse seinen Sib bähe): nach Wien' verlegen. Der Artikel schließt,/wenn 'man wolle, das; die Frirdensvevtkägedurchgesirhrt werden,. Müsseman> koste es was es wolle/die Geographie int Herzen Europas, wie sie die Verträge Volt Versailles und Saint-Germain sestgelegt hätten, aufrecht'erhalten.' Oesterreich bilde emen Puffer zwischen Bayern, den BaKänstaatm und Italien. Wenn es zusanmtenbreche, würde es direkt an Deltt-schlan-d oder einen Nächfolgestaat fallen und den Anlaß zu schweren Konflikten bieten. Nur Frankre: ch, das keine gememsa-men Grenzen mit Österreich habe, könne in vollen: Einvernehmen mit den Alliierten »nd ohne von irgend einer Seite Eifersucht hervorznrnftn, die Initiative zür Durchführung des Planes ergreifen. >der aus den Beratungen in Genf bald hervorgehen werde. Italienische Indnstrie-Enquere Ätzer / Oesterreichs Nom» 2. September. Wie hie Dlailer berichten, hat ÜandelsministLr U.o j s i. eine Enquete der Industrie stiber das Lslerreichische Problem eingeleitet. Sämlliche Blatler eeben die Aeußerüngen N.j t tiL wieder. «Mondo", bemerkt dam, der Vorschlag eines großen'Zollvereines sei undurchführbar, solange, Europa von politischen Leidenschaften zerrissen sei. Eröffmrn^ der Präger MWermeffe. Prag, 3. September. (Tschecho-Sl. Preßb.) Heute vormittags wurde in Anwesenheit der Vertreter der Regierung und des diplomatischen Korps die Prager'M nst e r messe feierlich eröffnet. - Haudel^minister No vakspvach die Ueb erzeug::, :g aus, daß die heimische Industrie den Ernst der Lage mib ihre Bedeutung für d'ie 'Zukunft erkennt. Der Nsinister zweifelt nicht daran, daß auch die Gewerbekreist dazu beitragen werden, die heutigen schweren Zeilen zw überstehen und durch H e ra b setzu ngder Erzeugungsk osten das Leben billiger zu gestalten, was die Regierung mit allen Kräfte». unterstützen werde.; ■ : *. ■■■•,- Der Vorsitzende der Direktion der Mustermesse Bober, erinnerte interner Ansprache' daran, daß' infolge der schwerem wirtschaftli ch e n K r: se alle Kreise der Bevölkerung' mtd die Regieruttzp däzir beitragen müssen, wenn die Republik nicht bis Weihnachten ihren schwersten Folgen aüsgesetzt sein soll. Die Regierung müsse, die Unternehmungslust durch die halbe Redaktion der Steuern, Tarife und Gebühren,, durch" seine wirklich zielbewußte Handelspolitik innd - durch' B esteiti'g.un'g.-aller -.Hinder-' nisse für die Ausfuhr wecken.,,Er sprach schließlichdie UeherzmguM.aus, daß die nächste Frühjahrsmesse im, Zeichen des wirtschaftliche:: Aufschwunges stehen werde. . (Eigenbericht, der.„Wiener Morgenzeitung".) Donnerstag den 3L An^usti vormittags. Iran Fischer Mt den Antrag, die Jahreskönferenz nröge eine Kommission ans drei Personen ernennen,' die nicht der Leitung angehören, stie^dieFrageder Reorganisation aller unserer Jnstituüonen studieren unddem nächsten-Kongreß Vorschläge machen solle. . Prof. P ick beantwortet die M Verlauf der Debatte an ihn gestetilen Anfragen und begründet insbesondere seine Stellungnahine zur Assefath Haniwrachin: damit, daß er der Ansicht ist, eine Organisation des Jischuw sei mw dann von Wert, wenn sie den ganzen Jischuw, also auch den aItenIischn w umfaßt. Eine der wichtigsten. Aufgaben sei die Ueberbrückung des Gegensatzes zwischen neuem und alten: Jischuw. Redner tritt dafür ein, die Frage des Frauenwahlrechles durch ein Restrendnm der inännlichen Bevölkerung zu entscheiden. H.ierüns begründet er. seine Slellnngnahme in der Frage der Arbeiterküche in Jaffa, ' die den Anfördenwgen des' Religionsgesetzes nicht genügt HM. , p . Dr. WMmanw erklärt, in Beaniwortung einer Interpellation Lockers daß die Exekllüve seinerzeit' ans GritMiverschiedener - Anfragen, und Nachrichten in der Presse piMrage der Verhandlungen Jäbotin s'khs, mit SlaMnsky. behandelthat und. dcrzrpin einer Erklärt:-.:g Stelhchg. genommen hat, die an: - 9--Dezember der Presse übergeben wurde. Dr. Weizmann. verMst^Mft^Eicklärün^ sind dW äm 3. '^ä:u:er 192^ vöy:, A^ionskmjnW^gesaMll UnHsüchpüg der Angelegenheit fordert. -Dr. Weizrnoiin erklärt,' daß nach ' Rückkehr Jäbotinstys ans^ Amerika in - Folge der damÄs gerade bestehenden schwierigen Situation,/ die sosorüge EntstndunZ . Jabonriskys, / nach' ' «AT äst i e^n 'nottvendig machte, die,' Durchführung' ’des,Mschlstffes- 5eZ A. C. noch nicht-'möglich - gewesensei'^ JabotinÄh sei direkt von Italien ' zur Jahreskonstreuz gekonimen, soldaß die Exekutive weder s Zeit noch Möglichkeit hatte, in die! Behandlung der Frage eisizutrÄen. Mit Rücksicht ans. diese:: Sachverlnüt halt hie. Exekutive die Frage für belanglos stur die JahreskoNferenz, - zumal Herr, Jabotüisky' bereih ist, das umfangreiche^ Material, das. er in London hrl, der Exekutive vorzülegen,' und die Exekutive daun soforr'an die Durchführung des B.e-. Muffes des A. C. schreiten wird. Dr. Weizmann bittet daher, die Sache von d e r Ta g e s o r d nint gab zuf e'tz c it, bis die stLxehttive Gelegenheit hatte in das Material Einsicht zu nehmen uird die Sache z:r besprechen. Der Antrag auf Uebergaug zt.tr Tagesordnung wird mit Arajorität a n g e n o nt m c n. Tr. Eh a j e s isbernintmt den Vorsitz und leitet die Absümmuug über die vorliegenden Resolutionen ein. Hermann S t r'n ck'beantragt 'die Teilung der ersten Resolutton in ihre veidet: Absätze und getrennte Abstimmung. p ■'■’: ' ' '' 'Dr. Ar l o s o r v ss gibt namens der Hidachdnth eine Deklaration ab, in der. es heiß::'„Die Fassung des Antrags, der von der Kommission angenommeit wurde, entspricht-in' vielen Punkten, nicht der Auffassung und den Folgerungen der Fraktion. Die Fraktion ist insbesondere der Meinung, - daß gerade in Verbindung mit . unseren Entschließungen, z m: Vtattdatsbestätigung der Gedanke hätte Ausdruck finden müssen, daß die bestehenden Beschränkungen der , A-l iah, welche sögar eine gewisse Verschärfung in der. Richtung des' Ausschlusses ,der Juden, von der Kontrolle der Jnunigrachon erfahren haben, -das eletnentare Recht der Juden verletzen und in nnauslös'lichem'.Wid ersprnch zum Geist- und zu. den Zielen des Maltdats stehen. Da jedoch die Fraktionen die Positive und anarkeunertde ,Wertung der Tättgkeist derpolitischen, Leitungder Zionistischezt. Organisation vollakzeptiert, hat sie es für richtig, hpfünden, allen ihren Einwäjlden gegen . der: '.Antrag -; fechst, zmn Trotz, mit , ihren Stimmen für die in ihm ausgedtückte Stelluttg einztttreten.". ', ^.Dp. D,h'.o nverliest. - sodann..namens der Komnttffion./ diKstiesvlnttoÜcnst ./>.,, p,, ,.j'.st Resolution 1, i. Absatz, tvelcher lautet:. u ■; •; - : ^Der.i Zentvalratder s. Zionistischen . Organisülion P-rMckk-r in sden: :vom.iMkerbt'.ude' an^Großbritänrüenu'; -erteilten .Mandat, - in welchem, die historische' Berknähft-n . . heit.des jüdischett.Voltes mit.Palästina festgestellst-wird, I'dhaunwiderrufli'che ' Alterkennung des Rechtes/ des. >>:st:Msist6'Volkes.anfst^ine.HeiWt und das sichere Volker- , '*.2-^5 V ' ';f' rechtlich geschützte Fundantent für die Wiederansrichttutg der jüdischen nationaler: Heimstätte" wird mit 61 Stimmen bei StimmenenthältuiH der Poale Zion angenommen. 2. Absatz: . „In voller WürdigrN'g der Bedeutsamkeit dieses historischen Aktes, dessen verheißungsvoller Anfang Theodor Herzls Lebeuslvxrk, war und dessen glücklicher Abschluß der Tätistett p^r Zionistischen Eexeknttve insbesondere aber dstr nttt Energie und Würde unter, ungeheuren Schwierigkeiten geleisteten.zielbewußten politischen,. , . Arbeit' der Herren Präsidenten Weizmann nnd Sokolow zt: danken st, spricht der Zentralrat der Leitung der Organisation Anerkennung und Vertrauen aus" . wird mit-83 Stimmen unter Enthaltung des Misrachi, der Poale Zion und Z'eireZion angenommen. Rcsolnt:on 2: , ' - ^,Der Zentralrat stellt fest, daß die Verwirklichung des von: Mandate bestnnmtert Zieles -der Wiederaufrichti::^ der jüdischen nationalen Heimstätte unlösbar verbunden ist mit $cn hreMM und freiesten 'Möglichkeiten , für die 'EmjvärlÄerüst^'-W'Jnden' nach Erez Israel. .Die jetzt bestehende:: Beschränkungen der jüdischen-Jmmigrativn stehen souttt im Widersprt:ch mit den: Wortlaut, und detz: Weist des Mandats. ):nd. verletze:.: aufs empfindlichste das dem-: jüdischen Volke zuerkannte Recht. - Der . Zentral- - , rat fordert ^hMMMMtw^ ans,>.---mtt astW»Wnerg:e/ - dahiü'Ds wirken,/hast alle-di'ese Beschränkungen mwerzüglich anfgchoben wertztZW^ , ' Resolntiön st '.' ',' ,,Drr ^ent.räsxak ajierkennt mit Freude die -politischL ' und. myralrschestBc'dstnstng/ die :::' den bezüglichen- Brschliisscu der demokrat'. scheu Reprästnianzen des'-britischen und 'amerikanischm Volkes zttm Ausdruck gebrachten Svmvathieknndgeöintgen für unsere nationailen Befreiungsbcst'reWngen. zukommt und spricht jenen hohen parlamentarischen"Kcrperschast-n für den m entschoi- , düngsrioller.',Srürtde aeleisteien Beistand' tiefen:md unvergänglichen Dankans." , Die beiden Msolutionen werden einstimmig angenommen/ ' Sodänu , gelangen . die von Locker nameits der Poale Z:on und Soz. Zerr e -Z i o » eitzgehrachten Resolutionen zur ALstimmung. R c s o l u t i o n L o ck e r Nr. 1:, , , „Tüe Jatzreskonserenz «inwit , mit .Znfrtc-deuhe.it Kenstnjs vonder im .. ratifizierten Mandat erfolgten , ofsLnstWrechrlichech' A rchrkennung. des Rechtes des.Mischst Bolkös, s'm n<:tto:mlt.s Heim in Palästttta ^zu er- , richten.'Ohne den Kräften, die heute die Weltpolittk beherrschen, zu ve'ri rauen, und ohne den Wert, ihrer Znsicherung zu ü-bers6)Ltzen', sicht die Könferettz die Bodeubung dieses/ iniernättotralen /Aktes in der Zustmnnunig der denwkmH'chen.' öffestüchen' Meinung Europas, und Amerikas zu den.ZltteN'des.Zionismus, wie sie in den Worten des englischen 'Vürlarmnts und nt der Stellung der 'englischen ArMierschast Hren Ausdruck gestt-nden hat." , | Erhält lediglich Äster Srimme-n.'... ' ,Resol.ut-iov Locker Nr. 2: ,,.st- -.--„Die- - Jochr-eskonferentz. wiederholt die feierliche Er» klärnng des! 12-'.; Zionisletckoirgrcstses betreffs der jüdischarabischen Beziehungen und begrüßt den brüdevlichm Ruf des Waad Lemni, der gewählten Bertretrmg des jüdischen Bolkrs/h:-Palästmu:, an das arabische Volk, die Bezichu-Mn -beider:-Völker aus der-.Grundlage•• gemev:- sa>mer Arbeit für das Wieder«uslc den Palästinas und des - nalien Ostens aufzubauen." , - Wird'a.ng<nvntmeu. . RefolntttstvnLocker Nr. 3: „Die. JahyeWnfevenz stellt fest, daß trotz der Bcstält» gun-g des Mandats'chie Tore Palästinas noch immer.für jüdische,arbeitsuchende ''Masse,t gesperrt sind. Die Ein-; -wändevttW'SWrÄnknngen der - palästinensischen Regiern-ug von: 3. '-sowie -6ie - Evklarüng -der' 'engli- MMeysWMMg'pM- 3. Jrtli 1922 flehen in scharfem , Widerspruch., zuur esenttaren Recht der freien^ jüdischen - »^Einwan'denmg. 'Dre.JchrMochrrentz. fordert-detz enijpize-,

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