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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-02 · Heft 1290 (2.9.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1290 (2.9.1922)
Date
1922-09-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Srire 4 M\ti, Samstag entschieden iverden. llleber die Frage dev'Minderheit sagte-der. Ministerpräsident: Ich habe bereits, in meinem Exposee erklärt, daß die nationalen Minderheiten sich iw jeder Hinsicht als Staatsbürger fühlen müssen. Was speziell die Deutschen anbelangt, so sind ihre Forderungen doch anderer Art als die Minoritätenfräge überhaupt und müssen nnt beso nd er er Dorsi cht beharrdelt werden. lieber die allgemei ne Situation des Staates 'äußerte sich Minister Nowak: „Wir smd Pazifisten und "hegen deshalb kerne Befürchtungen hinsichtlich der Erholung des Friedens. Die wirtschaftliche Krise , haben wir überstanden. Die Ernte ist günstig, iveitcms besser als im Vorjahre. Wir werden ohne Hilfe des Auslandes das Auslangen finden. Man darf die Loge des Staates durchaus optim i st i s ch beurteilen." Wahlörsek der Mische« MiAderheilsarbeiLerparjer^n. ./ Warschau, 81. August. (J.'E. DMMH t'kW P o a l e Z t o'u haben mit der Z e i r e Z io n einen Wahlblock geschlossen mit dem Programm des Schutzes der |iy bürgerlichen Freiheiten. Es wurde ein gemeinsames Wahlkomites eingesetzt, welches unter anderen: die Aufgabe hat, mir den sozialistischen Gruppeu der anderen nativ nalenM i n d e rh e i t e n ein Wahlbündnis - e in-. zugehe«. Die linken Poale Zion und der „Bund" wollen bei den Wahlen ganz selbständig Vorgehen und lehnten den Vorschlag der Kommunisten, mit ihnen ein Wahlbündnis einzugehen, ab. Die jüdische Assi m i l a n t e n g r u. p p.e tritt gegen den zustande gekommenen allgemeinen Minder-. heitsblock aus und hat ihr eigenes Wäbiwm:!.'^ . u, ihre Chancen werden aber gering beurteilt. Die Ukrainer urrv die Sejvrwlrhlen in Ostqalizrerr. Lemberg. 31. August. (Tel. der „Wr. Mörgenzerlung".) Auf kiuer hier abgehalrcnen Konferenz der Ukrainischen nationalen Volkspartei wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, sich an den. bevorstehenden Sejmwahlen.der Abstimmung gänzlich zu enthalten. Bezüglich des AtttottoiNieProjeNes stir Ost-- galizien sprach die Konferenz aus, daß die Entscheidung über die politische Zukunft Ostgalizicns nicht in die. Kompetenz der polnischen Regierung falle. Der ^sLnische SLsaLrche? in Kaltsrvitz. Warschau, 3l. August. sI. C. B.) Die deurokratische polnische Presse bringt ausführliche Nachrichten über den Empfang, der dem Staatschef Pilsudski m Kattow i tz zuteil wurde. Besonders in der Arbeiterschaft soll der . Enthnsicisnrus über den Besuch- PilsuhEkis groß gewesen , sein. . Obwohl die.Anwesenheit des Staatschefs ' mit den' antijüdischen Ausschreitungen nicht .'.direkt. in: Zusammenj Hang gebracht wird, so hat hoch feilt Erscheinen' itr'Äattvwktz '! insofern b e r u hi gend gc :)irkt, als cs die demokratische s Arbeiterschaft auflETcn Plan rief rlW HZ-HchkU^Elenreni verdrängt hat. ' - . PiLsuLskis BAkarlstrr ®cije, r? Warschau, 1 September. (Poln. Nl.-Ag.) Die seit längerem vorgesehene und immer wieder. verschobene Reise des Staatschefs Pilfn.dski nach Brtkarest erfolgt, Wie nunmehr feststeht, am 12. Septernber. Minister des Aeüßer« , N a r u L o w i c; wird den Staatschef begleiten. HLs jüdische Schrt-rfrzrtze irr Wilus. Warschau, 31. August. (I. C. B.) Die Wilna er jüdischen Vertreter Tr. W rg o d's k Y und. S ch a b a d erschienen beim Premierminister Nowak und besprächen mit ihm die Frage des j u d i s ch e n S ch ü l w e j e n s .im Wilna er Gebiet. Die jüdischen Vertreter klagten über die V e r f o l g u «ge n, denen die jüdischen Schulen seitens der Regierungsbehörden ausgesetzt sind, und. sonderten eine Regierurrgssubvention für die jüdischen Schulen. Der Premier entgegnete, die Anerkennung der"jüdischen Schulen als Staatsschulen falle in . die Kompetenz des -S e j rn; ,er versprach aber die Frage der Subventionierung in einem g ü n st ig e m S inn e zu erledigen. 2. £tyÜmisi'iitt. «r. 1S9Ö Sttgoffowißtfc EiR Deisektr. f Belgrad, Septeucher. (Amtlich.) Die Regie vung detnenriert in entschiedener Weise alle von ausländischen Blättern und Agenturen verbreiteten Gerüchte über militärische Vorbereitungen oder Truppende-wogungen anläßlich der österreichischen Krise. All« diese Gerüchte sind schon deshalb grundlos, weil zu solchen /Maßna hmen keine Bercmlassung vorhanden ist und alle interessierten Machte bezüglich der Ausrechterhaltung der dmch den Vertrag von Saint-Gernrain geschaffenen territorialen urü> politischen Lage vollkommen einig sind. Rondscha«. Die Entscheidung der Rrpnration«- ftimÄifiijW. f Der Dollar.iir Berg« gefallen. — Mlan-,r«fheII Berlin. I. Teptember. <Ä. ».)-,Lje/WiHM>vO8» parationskommission"wird von der EsttstliWn als Entspannung empfunden und das FalleüMs?'ÄWllWwSseMMStjS ^ak. iie. allaemei» oMimutück aedeutet wird. Der LostaMny wivh als sehr erwünscht bezeichnet und man schöpft Hoffnung. Enttäuschung ist fast nirgends wahrzunehmen,. beim in den letzter! Tagen ivar Sk Stinünung sehr pessimistisch. Allerdings werden noch große Schwierigkeiten voräusgesehen und überdies ist nsan in MgivWAgskreisen. i^ch^Zehr-'-uverstM'ich,..Woil^ die Haltung Poineares noch nn.kl a x ift. - v' . Paris, 1. September. (Havas.), Der Miniftrrrat hat von der Entcheidung der Reparationskommission Kenntnis genommen, sich jedoch hinsichtlich der Zahlungsmodallitäten für die belgische Priorität bis znn: Inkrafttreten der von drr Reparationskomnnssion vorgesehenen Bedingungen Aktions,freihert «bewahrt. T-er. Ministetrat besteht' aus der > thschen Einberufung einer Konferenz bezüglich der intchalliierten Schulden und,f>er Reparatwum. - Paris, 1. Septamber.^HoWaS.) Ministerpräsident Bvineare legte mr heutigen Ministerrat den gegenwärtiigen Stand verschiedener, auf die auswärtige Politik bezüglicher Fragen dar. Getreu der Idee, die. Ministerpräsident' Poincare in London vertrat, beschloß der Ministerrat. tveiters, darauf zu bestehen^ daß in London sobald als.möglich eine , von allen Alliierten eilrberusene Konferenz abgehalten werde, die die Frage der interallierten Schulden, und jene der Reparationen zu prüfen hätte. ' ' Der Mnisterrat setzt« ferner 'den Text der Antwort ans. die Note Balfours betressend die interalliiertem Schulden fest. . •. ' .. , ■ Belgische Droh««gr« gegen Deutsch- , land. Briisstl, i. SeplMber. (Havas.) Anläßlich des in Obers-Kassel.an einer b e lg i sch e n S ch'ild wach e und einen: belgischst S'e i g c a n t e n d e r Ü b t e n Mordes hat die belgische Regierung den General Rucquoi ersucht in der Stadt HcnrSdurchsuchungen vörzünehmen und den S P i tz e V der p o l i i i s ch e u Z i v i l b e h 8 r d e n mstzitteilen/ daß sie, ...wenn die Schuldige^ nicht iunerhalb.einer Frist^vou sechs Stunden festgertnutmen tzien, p er hafte t w c MM w it rd ci; Miülstrr des Äeußern Zaspar hat ) außerdem beim deutschen GesklEftsträger> energisch Protest eingelegt und ::ntcr dem' Pc-rbMUe späterer Sanktionen' Entschuldigung seitens. der deutschen Regierrmg gefordert. Dev belgische ^berkmnnnssär wurde telegraphisch aufgesordert,,.dw stlterättiierten -Oberkorumission die ilotipeWgen MaßtiahttlM zur.Setvöhrll istuns, der Sicherhei.t der ' gischen Truppen zu'nntirbreiten. ' > ' SSaSjiislQiä jüditihee Parteien in , LeLtlr.«s.;' , , Riga, 30. Äugüst. (F. E. B.) Aus derhier stättgefundenen Konferenz sämtlicher jüdischer Parteien -in Lettland ist nach längerer Debritte bloß rin Wahlbündni§ zwischen -detk.'dr-ei-Parteien:. Matiomüdemokraten", „Zionisten" und ,,M:srachi" zustande gekomnwn. ^Agüdos Jiftoel", ,>Zeire ZiSn", ,>Bolkspartei" und ,Hund" nahmen'am Bündnis sticht teil uüdivetden wahrfcheiulich bei den Wahlen f elbständig-'äustttztett. Die Kanditatenliste' des jüdischen Blocks weist folgende-Mamen auf: L. Fis ch m a n n, T r a n, Rabbiner-^^Nürok, Landau, Dr. Nurok, Dr. Josse. ^ie Bslf«he»i»enysoAe« de« deutschen - Proletsriat helfen. Riga, 81. August. (Tol. der ,Mr. Morgenzeitung".) Im Zusammenhang mit der ökonomischen Knise in Deutschland veröffentlicht ^die „Prawda" einen Leitartikel, in welchem sie erklärt, wenn die deutschen; Astbeitermassen die Notwendigkeit des Kancpfes mit den: französischen -Impervalismus verstehen werden^ so haben sie eine teilweise Hilfe von Rußland zu -er- : warten.. Im Falle das^deutsche Volk zur Wehr greifen tvird, dann wrr-de das russische Proletariat ihm zu Hilfe eilen. Die SyrachLnsrag e m - 'Rnmümen. . Ein Aonsliü zwischen Braüann und Florrscu. Wir berichteten.seinerzeit über die Unterrodurrg des . Präsidenten her Bukowinaer zionistischen Organisation ,Dr^Ma:er^'Ebner mit den: rumänischest MmrsterpräsidÄtei: JoM B r a t r a n u. In dieser Äusspwche, ' wslch.e-in D o rl:a tva trst gelegentlich 'der Feier des Palä- .stinaMandäts stattsanid, legte Dr. Maier-Ebner idem vumänischm Ministerpräsidenten den innerpoliiischen mtd den ' mißersrvliüschen Standp-nntt der Zionistischen Ovganisätwu dar'. EiÄst wichtigen Punkt der Besprechung bildete die S p r a ch e u s r a g e.' Er wies unter anderem aus die Unhaltbarkeit des Zustandes hin, der durch einen Erlaß;< s' Justitm:mst?rS Flore 0 c« geschaffen würdej östs Grund dessen vor den rumänischen Gerichten vom Tag« des Erscheinens -des Erlasses an i ns sch 11 etzlich die rumänische Spra ch e benützt werden dürfe. Dieser Erlaß ' müsse zu den schwerwiegendstett Kontplikationen führen und verstoße auch Men das. Interesse des Staates. Dr, Ebner schlug daher vorden ganzett Komplex der Spra- : chenfrage.in einer von allen Jnberesienten zu beschickenden Enquete zu beraten und inzwischen «in Uebergangsstadium zu schaffen, jedenfalls aber den Erlaß KU suspendieren. Ministerpräsident Bratianu anerkannte diese Gründe für seinen . Vorschlag und versicherte den Führer der Zionisten, daß der HMß bes-Justizministers Floresm.bis aus weiseres tz-a.x' in WW-'. .z^ter.KitWM einbemsen werden. Vun scheint der'Mimistetpräsident bei dem Justrzminister aus W großen Wider- MdgestotzenKuM,daßdteD^ mMiL aeworden ist. ----- ... Ueber diese Krise teilt -die „L:chta" folgendes-mit: Db politischen Argumentationen des Bttkowinaer zionistischer - Politikers überzeugter: in dollem Maße den. Ministerpräsb. deritey, der . znsagte, - daß er den Vorschlag Maier-iEbnere' verwirkliche» werde. Nach der Unterredung in. Pornawatm kehrte, der Ministerpräsiident nach Bukavest. zurück, um dev in Sinai« abzuhaltLr-den Mmistermt vorzubereiten. E> setzte sich, auch sofort mit dem Justizntstüfter Flovescu iv Verbindung,. machte ihm vorn Vorschlag,Maier-Ebners Mitteilrurg, wies ihn alt, die Drrrchfühyurrg;fetite§ Spra» che»:erlasses - zu suspendiere:: ur:d für die Cinberustutg der Enquete das Entsprechende vorzukehren. Der Justiznnnister widersprach den: auf das entschiedenste. „Ich kann mich tut* - möglich lächerlich machen, indem ich Erlässe herausgeb: - und sie daim widerrufe" — erklärte Floreseu. >,Es ums aber trotzdem geschehen", erwiderte der Minstterpräsideut ' „Nicht, nur, weil Maier-Ebner, recht hat, sondern.auch, well ich mich mit meinem Worte verbürgte, daß sein- Vorschlac durchgeführt wird'." Justizmmister Floresöu gab auch jetzt nicht nach, überreichte jedoch -sein« Deutission,- drnüt der Ministerpräsident sein gegebenes Wort einlösen könne. Die- . ses geschah vor etstm zöhrt Tagen und'stitde.nt schreibeu die.^. ha-upistädtischen. Blätter von der Rekonstruktion-ber Regie- , rung und den: Ausscheiden des Justizministers Florescu als von einer vollzogenen Tatsache. Der' Ministerpräsident nahm pörläusig' di«'Demission des Jnstizrmnisters incht ' zur Kemtinis. Wahrend des Ministervates in Smaia^ forderte der Ministerpräsident Florescu abermals auf,' seine». Sprachenerlas; zurückzuziehen und di^ E-nqnete Liuzttbe- . rufet:, aber Florescu zeigte sich tucheugsam. Wie nuninehr. ans -er u-mnAelbare» UriMbung Bratianus mitgetftlt. ' wird, hat der Mimsterpräsident die Demission des J-ust'z- Ministers zur Kennt n i s g e n o m m e n. TagesberrchL. - Nachwsrt zur Simmerfrischeri« saison 1832. T-er Soinmer unseres Mißvergnügens gcht zur Rüst^ Und was mau von den beliebten >md ob ihrer „Geinütlichkeit" beruh,irt geworbenen österreichischen Tominerfrischen hört, läßt sich de: einiger Ehrlichkeit und bei einigem guttn Willen sich die Wahrheit einzuKestehen,. in den Satz znsamnieusassen: m-an will- Judcw nicht in: österreichcschc-il Astuenlaild. In der einen Somnterfrische schlug man Plakate mit Schmähun-gen und Troynn-' gen an, in der anderen gab es einen „RuMmel", der die'Juden . i veranlaßt-e, schleunigst das. Feld zu räumen, in der'dritten'begnügte man sich vielleicht.damit, an den Hotels und sonstigen - FremdcnherberMn -gewaltige Haleukreuze zur Verunzierung anzubtingm,-man verwehrte, Inden den Zutritt zu Schuh- ' hätten, kurz, die Äblehnuüg war kaum zu verkennen. Wenn :nan ehedent sagte, in Eeslerreich herrsche der Absolutismusgcinildert burch Schlarnpe've:,' so könntenmn nun rvon dru öste-rrei-. - . chischen Sontmerfrischen sagen, esherrsche der Haß, gemildert durch Profitgier.' Daß diese. Abschwächüng des teckschen' Zornes - geringer war^als je, liegtan don: Verfall unserer Valuta. Denn selbstverständlich galt'die Abwehr mir 'den Jnlandsjnden, Während die Holländer,. Jtäliencr-nnd alle übrigen Ausländer ohne Unterj^ied -der Nässt des herzlichsten Ernpfan-geS sicher sein konntenselbst wenn ihnen ihre semitische Abstammung noch so deutlich ins Gesicht geschrieben war. Edelvalnta scheint eben an sich unzweifelhaftes Kriertmn zu besitzen und davon genug , auf ihren Eigentümer au'sstrahlen zu können. Wer aber diesen Zauber nicht sein eigen nannte, der fand allüberall in den Al- , penländern offene und versteckte Ahwqhr und dem ströinte' ans allen Worten, allen Handlungen, allen Blicken der Einheimischen dasselbe Gefühl entgegen: Haß, Haß und noch eiinnal Haß. Natürlich gibt es, wie bei jeder' Massenerscheinung, Ausnahmen. Einige wenige; die ruhig, wohlwollend und entgegenkommend blieben — aber es waren heuer wirklich nur einige wenige. Ebenso selbstverständlich waren unter, -den jüdischen Soimnergästen xp'^ße Grvppen, die gär nichts bemerkt haben. - Es sind jene Glücklichen, die auch in Wien vom Antistinitismus noch, nichts gefühlt haben, die ahnungslos an allen Feindschafts- - bezeugnnaen vorüberwandeln. Sie besitzen ein köstliches Talent, nicht zu hören und zn sthen, und eine entzückende Harmlosigkeit . in nationalen Fragen erlaubt ihnen, alle Angriffe gegen Art. 'genössen mif die „anderen", auf eine bestimmte.oder Noch lieber unbestimmte Gruppe, auf „die gewissen" Inden, sozusagen zu lokalisieren. Diese Art Juden sind nie „gemeint" gc-weseu und verstehen es, das solange zu versichern, bis sie selbst es wenig- ' . stens 'glauben. Dazu kouimt noch eine natürliche Neigung, sich .überall anzupassen und "einzufügen, zu verschwinden und sich zu ducken, wo man mißliebig sein könnte, das Judentum zu ' verleugnen, wo eü geht, und so dürfen di« Helden mit Fug und Recht behaupten, daß sie die Angriffe auf ihte Stammesbrüder nichts ««gehen. Sie „begreifen" die EMiterung gegen gewisse rsnsltte« der JMn auf dem Lande so VÄtrefflich, daß sie ganz vergessen, sich über die brut-al« Form, in der sie-sich äußebt, -zu empöre«, und Wenn ihr Humor auch ausreicht, um die Sälontirolere: der Juden zu erfassen, so langt er offenbar doch nicht Mehr für die heiteren Momente im Beschluß «ims oberösterreichischen Sportvereins, voll dett Mitgliedern die Zusichevung zu verlangen, daß schon di« Großeltern vor ihrer Verheiratniig ' getauft gewesen seien. Wobei es nur gut ist, daß man nicht bis . zu den Urgroßeltern forscht, well bekanntlich nach dem. berüh n- 1?n Ausspruch eines großen Humoristen der gewöhnliche Mensch gar keinen Urgroßvater gehabt hat und das ein Vorrecht dc^ Adels ist. Das übrigens die erwähnten Sommer-ungezogenheiten - der MIen betrifft, so lgssen sie-sich natürlich nicht wegleu-gnen. . Aber es.sind. Küm Teil zwar grobe, aber durchaus, harmlose . Gesch'macklosigjstiten, zum Änderen Teil haben diese Unarten keinen ikationalen,'sondern einen sozialen Hintergrund -— es ' -sind Nämlich rdie Ungezogenheiten,'' Taktlosigkeiten, Mßgrlffe *1$ jätzli-nas reich Gewordenen. i

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