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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-28 · Heft 1285 (28.8.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1285 (28.8.1922)
Date
1922-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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/ Hizeinmn8ri400 Wien: Zum Abbolen in der Expedition,II.,T aborstr.1-3, bderiaeinerVerschleisstelle (Trafik) -monatl. K 16.000 _L. Mit Postversand für Wien a. Oestenv monatl. K 16.000 Ts.che cho-S 1 owake i: Mon. IC20. Ungarn: Mon. K 150. Jugoslawien: Mon, Dinar 25. P 9 1 e n: Mon. Mk. 1400. Deutschland: Mon. Mark 150. Frankreich: Monatlich Fres. 6. feV Nachzahlungen *WH' bei Preiserhöhungen Vorbehalten TschdchO'Slmkili «schach. K 1.20 Italien: Monatl 6 Lira Rumänien: Mon. 40 Loj Schweiz und da« übrige Ausland monatlieb Frc«. & Redaktion n. Administration Wien, IL, Taborstrasso 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abends 16-301, TeL-Adr.:, Morgen Zeitung" Wien Oösterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 1285 Wies, Montag, 28. Augast 1922 Oesterreich und der Völkerbund. GrLrrberger reift «ach Ge«f. Amtlich wird verlaitt*>art: Bundeskanzler Dr. Seipelx und Finanzminister S e g u r sind gestern im Lause des Vormittags am Westhahnhof eingetroffen. Zum Empfang hatten sich Vizekanzler Dr. Frank, Minister a. D. Dr. G r i m «, Vizekanzler a. D. Breisky, Ministerialrat Doktor H ori e k h, Legatiousrat Lud wig und Sekttousrat Kr. Tr oll/eingefunden. Nachmittags fand eine eingehende Besprechung deZ Bundeskanzlers und des Vizekanzlers Dr. Frank mit dem. Minister des Äeußern Dr. Gründe rge r statt, der sich bereits morgen zu den Verhandlungen des Pölkerbundrates, die bekanntlich am 31. August beginnen, nach Genf begibt. ' , Die Staatsmänner, mit denen der Bundeskanzler in den letztm Tagen Fühlung genommen hat, haben empfohlen, die ö st e r r t i chis cf e Äugele ge nheit zunächst vor dem Völkerbünde zuvetrerven,u»drhreUnterstützung zugesagt. Minister Dr. Grünberger wird in Genf in demselben Sinne, wie es der Bundeskanzler in Prag, Berlin und Verqna getan hat, die Lage unseres Staates, die ikrsrichen der Verzögerung unserer ‘ Selbsthilfeaktiou und die Notwendigkeit darlegen, vhne weiteren B e r z u g Oesterreich jene Mittel zur Verfügung zu stellen, die ssS DMUM ha^tcnuiii In Wien wird ivztoischen alles vorgchhrt werden» um sAr den Fall einer zeitgerechte» günstigen Entscheidung des Völkerbundes deren so fortige Dur ch-- f LH r n n g zu ermöglichen odcr a b er d i e a n d er e n Wege, die der Bundeskanzler und der Finanzminister aus ihrer Auslandsreise eröffnet haben, einzuschlagen. Zu diesem Zwecke wird der Bundeskanzler heute mit den in Wien beglaubigten Vertretern der Mächte und mit den O b m 8 n n e r n d e r P a r t e i e u des Nationalrates Fühlung nehmcn. Mit diesen wird insbesondere über die von der sozialdemokratischen Parteikonferenz angedeutetep Möglichkeit eines Eiutrittes der Opposition i» die Regierung zu sprechen sein. Gewiß wäre es in Zeiten besonderer Not des Vaterlandes Pflicht aller Parteien, durch positive Arbeit an der Abwendung der Gefahren mitznwirken. Ob es in nächster "Zeit zu einem Zusammenschluß aller politischen Kräfte in der Regierung kommen kann, hängt allerdings davon ab, i n w i e weit die sozialdemokratischen Bedingungen mit den Grundsätzen der Mehr heitspa r t e i e n v e r e i n b ä r s i n d. Ter Bundeskanzler wird außerdem in den nächsten Tagen die leitenden Persönlichkeiten d e r I n d u st r i e, d e s H a n de ls und G e w e r b es, der B a n k e u sowie der G e w e r k s ch a f 1 e n zu sich laden, um mit ihnen die wirtschaftliche Situation zu besprechen. MiRifteTraL. Der Mi niste r rat ist ssir Montag den -N August, 3 Uhr nachmittags, der Ausschutz sür Aentzeres für Donnerstag den 31. August, 4 Uhr nachmittags, einberusen. Da der Präsident des Nationalrates Dr. Weiskirchner erst gestern abends nach Wien zurückkehrte, wird die Entscheidung über die Einberufung des Hauptausschusses und eventuell auch des Nationalrates heute erfolgen. an Le« VsMerdnud. Rom, 27. August. Wie die Blätter melden, fand gestern ein Mini st er r a t statt, in dem Schatzminister Pa ratore mitteilte, er werde die Verhandlung e n mit Oesterreich möglichst besch l e u n i g e n. Er habe vorher eine Beratung mit dem Finanzminister Vertone gehabt und hege die Absicht, die der Völkerbundtagung vorzulegende n R i ch t l i n i en f.c r t i g z u st e l l e n, weshalb die Verhandlungen in Rom nur von kurzer Dauer sein würden. An einem Gespräche u.it Journalisten erklärte der üinninister, die T r s p o fit i o tt Italiens g e-- a c u ü b c v O e si c r i^e t cl) | c i die g ü » st lg st e/da man die unheilvollen^ LMen emeLZulammenbrnLes 4. Jahrgang Die;:ä Da, Palästi«a.M,«dat (Eigenbericht der ,Merrer Morgenzestung".) rrlsbad, 27. August. Die Jahreskoasirenz wurde am 25.AuMst um 11 Uhr Vormittags eröffnet. Anwefirch sind die Mitglieder der Exekutive, des- Finanz- Und Wrrtschastsrates und des Aktionskomitees sowie'die Delegverben Är Landes- und Sonderverbände, insgesamt zivkai 100 MUn-ehmer (Präsenzliste wird nachgetrogen). Ferner sind die Vertreter der Presse und ein kleiner Kreis von Gästen zugelafsen. Die Versammlung wird eröffnet durch eine hebräische Ansprache des Präsidenten der Zion Mschcn Exekutive, Herrn- - ' •. •; , :' " Nahum Sokolow: Es ist heute unser Feiertag, ein Fest, das man im Lause eines Merteljahrhunderts feiert. 25 Jahve sind verstrichen seit jenem Tage, an dem wituns i n Basel versammelt haben. Es sind hier imter uns Männer, die dort, gewesen sind, die. den Wert dieser Stünde emMschätzen wissen. DamalsHMn sieden neuen Epoche erlebt; sie Haben vor 25 Jahren mmn ahnen können, was wir jetzt erreicht haben. Am Ansang war das Wort, unddiesmal'vielleicht nicht einmal . Wort, sondern nur eine Erkenntnis.>EsFahne einer sondern VWärbigkMühaS-wrr jetzt 'sehen, ist eine Folge von Basel. Wir hatten isie Epo^.desl bloßen Wortesm!ber-. wunden. u.nd s«ch in die Epoche, der Tat -eingetveten. Damals erschien unS der Ster»: des Glanzes, , ein Komet, der. auf. dem Horizont «uftauchte und Mkder' verschwand und nicht mehr da ist: Theodor Herzl. (Die Versammlung erhobt sich.) Ich sagte, er ist nicht mchr; welch ein Irrtum! Er fft auch' hier M Uns, und er war mit uns die ganze Zeit. Uns alle umfängt die Atmosphäre der Wiedergeburt, die damals von ihm geschaffen wurde. Wir können mit Stolz und Fveude darauf Hinweisen, daß eine direkte Liuie v o n B a s el na ch K a rl s bad geführt hat, der gerade Weg vom ersten Kongreß zu dieser Jahveskonserenz. . Mr siehen heute auf dwser Jcchveskonseventz, die die Nachfeier des Mandats ist. Das Mandat wurde durch den Völkerbund bestätigt Das ist noch nicht alles. Das ist die allgemeine Grundlage und die Richtung; der Kommentar muß erst konrmen. Man kann nicht alles an einem Tage Oesterreichs für die Wmschast der Nachbarstaaten erwägen müsse. Der Schatzmmister erinnerte an die Besprechungen mtt Sekttonöchef Schüller während der letzten londoner Konferenz, aus der die österreichische Frage wenigstens formell dem Völkerbünde zugewiesen worden sei. /- Die Blatter begrüßen Sektionschef S ch L l l e r als gut bekannten Unterhändler, der Heuer vor acht und sechs Monaten Besprechungen in Italien gehabt habe. Seine bewahrte Objckttvitäl und Koüzilianz sei ein« Bürgschaft, die ei neu gute n Erfolg der österreichisch - i 1 a l ie n i s ch c n Ente n t e voraussehen lasse. Die Presse hebt hervor, daß Kriegsminister S o l e «€ vom König empfangen und sodann dem Minister des Aeußern Schanzer einen Besuch abgestattet habe. Der Kab nettsches im Kriegsministerium C a s l e t t i sei gestern abends nach Rom abgereist. Si« ZsLi>ü«V«is. Rom. 26. Stnijuft. .Gioraal« d'Jtalia" erklärt, ein Zollverein zwischen Italien und O e st e r r e i ch s e i v e r e i n b a r mik der staatlichen Freiheit. Aufgabe Italiens sei es, M i ß v e r st and nisse von vornherein zu beseitigen. anbo* fordert eine schleunige Prüfung des Vorschlages einer Zollunion und wendet sich in einer Polemik gegen die Alliierten, weil sie Oesterreich trotz der.Garantien die Hilfe verweigert hätten. ' ' „Messaggerverörtert unter dem Titel „Notwendige. K'NUeie''^ den' r»"eine-? Ze.llyttnduiss/s nvt Oester- > reich. D^s. Dtüil o^.i.'diyrl, nch b^'U V'erva.nt der nrachen. Unsere Chelluzün werden das wertere tun. Sie sind die ersten, die Bahnbrecher. Es ist ammöglich, mit einem Male alles zu.schaffen, .es rmrß nur der Anfang gemacht werden. Lhaluziuth, Pioniertum, ist der Gedanke des Mandats. Dieser Gedanke ist.auch im Mandat aiNZ-godrückt. Alle möglichen Intrigen der Welt haben sich gegen uns verbunden. Wir haben eine. Stunde der größten Prüfung durchgomacht. Und jetzt'.erfreuen wir uns unseres Sieges, nicht rmr weil er unsere Lebensfrage betrifft, sondern vonr menschlichen Standpunkt, weil hier die Menschlichkeit und. d'ie Moral gesiegt haben. Gesiegt hat die Erkenntnis, daß das^ jüdische Volk lebt und besteht. Dies wurde in dem internationalen Vertrag der Welt gesagt. Man hat gesagt, daß unser Erfolg eine Folge des Krieges ist. Wer es ist kein innerer Znsammenhaug zwischen unserem Ziel uud dem Krieg, nur eine historische Aufemanderfolge. In Wahrheit ist unsere Idee eine Förderung des Friedens. Was wir von den Bölfeu« bekommen haben, trägt bei zur Roalisierimg des Frie» densgsdLmkens, eine Verkörperung der Menschlichen Gerechtiz'kN: '»«d Br.uderüchk?it. Wir haben es ov-U- Völkir-- bnnd erreicht, nnd^ ^vuhat er uh ja1 WM a«-r^Mttt^(BöffE.)MWPWkßen 'H ' . / de« BÄkerbund von diesLr Tribüne aus. ' Mit Hochschatzüng! und. Dankbarkeit gedenken wir Lc 8 Reiches,'um dem wir in Beziehungen getreten sind, und Lvir sprechen unsere Zuversicht aus, daß in dieser neuen Periode, wo wir alle Hindernisse und Störungen überwunden haben, , ein gutes mÄ. -freundschafüiches BerhälMis, klare und aüsrichtigc Beziehungen, geschaffen werden zwischen uns und der' Dcandaisregievung. Wir sprechen unser Vertrauen Nus zur Regierung des Königs Georg von England, in dessen Herrschaftsbereich wir eintreten, und wir evivarten von der Regierung, daß sic alles .tun wird, um ihr Versprechen zu erfüllen, um uns Freiheit und Sicherheit für unsere Arbeit zu geben, auf die wir die Hoffnungeu unseres Volkes bauen, eines alten und unglücklichen Volkes, das jetzt beschlossen hat, sich zu befreien ans den Wirrnissen der Verbannung, um zur Morgenröte einer neuen Zeit auf* zusteigen. Ich Lin überzeugt, daß diese Regremug und dieses ,die1e^Ldee^.Lraat üduL. ,ob. »an_ dir Gefährdu^ng der italienischen Metallindustrie durch die im Besitze der Stin«e--Gr uppe befindlichen Alpine und 'd i e W öllerS d 0 rfer Werke bedacht habe. Dagegen hätte die Zollunion große Vorteile für den italienischen Kredit. Das Blatt verweist schließlich darauf, , daß die Unbestimmtheit des österreichischen Defizits eS notwendig mache, bei einer Münzkonventron bestimmte Grenzen festzusetzen. ^Paese* wirst der ungarischen Presse vor, daß sie gegen den österreichischen Bundeskanzler intrigiere, indem sie durch die Meldung, Ministerpräsident Dr. Benesch habe von Dr. Seipel Zugeständnisse in der Korridorfrage verlangt, dar Mißtrauen Italiens zu erwecken suche. Die Meiste <S*te*te. Prag, 27. August. Als Antwort auf einen Artikel de- Zentralorgans der deutsche» Sozialdemokratre in der Tschecho-Slowakei, worin ein Zusammengehen mit Jugoslawien und Rumänien als politische Gefahr für die Tschecho- S l 0 wak e i hingestellt und die kleine Entente als eine gegen Oesterreich gerichtete Mächtegruppe erklärt wird, schreibt »Pravo Lidu": Konkrete Tatsachen m der politischen Geschichte der Tschecho-Slowakei beweisen, daß diese mit Oesterreich einen p 0 ü tischen B ertrag von anß erord entlich sried fertiger N a tu r abgeschlossen hat, daß sie mit Oesterteich in steten wirtschaftlichen Beziehungen steht und i n n e rb a 1 6 b cr Grenzen ihrer Mittel wirksam hilft. Der Standpunkt der deutschen Genossen zur ilciucn Entente gehe anl dem negativen Standpunkt der dcutjcheu Sozialdemokratie zum tjchecho-slowakischeu Staat

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