Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1281 (24.8.1922)
- Date
- 1922-08-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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>»me d rrten, L)snttrrsrag WVrrwr MorgeirzeMrng. 24. August IS» Skr. 1281 * Eies dürfen brl Erzeugsng alKohoUfcher GolrLnke dicht uerwev-et weröen. Der Bürgermeister bat in einer Vororvnung die Verwendung von Eiern als Zusatz bei der S rzeugung und 'Verabreichung von alkoholischen Getränken ausnabm-lor verboten. Ilejrerlretrmgen werden von den politischen Behörden erster Instanz m>t Geld bis zu 260.000 K. oder mir Lrr-si bis zu sechs Monaten bestraft. Auch kann auf den Verfall der Waren und den Verlust der Gewerbeberechtigung erkannt werden. Die Verordnung ist am 2 d. in, Kraft getreten. * Merkwürdige Metalle und ihre noch merkwürdigeren Eigenschaften. In einer Zeitschrift fiir Chemie wird von einem Fachmann folgende interessante Zusammenstellung sonderbarer Metalle und ihrer sonderbaren Eigenschaften gegeben: In Laienkreisen kann man es .vielfach , hören, daß Aluminium das leichteste Metall sei. Doch ist eine Legronmg von Magnesium und Zink — das sogenannte Korkmetall — um volle 40 Prozent leichter. Noch leichter und damit der leichteste feste Körper, den wir kennen, ist aber das besonders seltene und teuere Lithium, das so weich ist, daß urart es. schon bei gewöhnlicher Temperatur kneten kann. Ganz eigentümlich benimmt sich das Barium, wenn man es in kaltes Wasser bringt; denn im Wasser. erhitzt cs sich alsbald. Große Werte, an «deren Nutzbarmachung man jedoch einstweilen noch nicht denken kann, stecken im Kalzium, das ' sich an der Luft in gelöschten Kalk verwandelt. Sobald es nämlich möglich wäre, Kalzium billig herzustellen, tväre es auch leicht, direkt ans dem Stickstoff der Lust Ammoniak zu erhalten. Merkwürdig ist die Wirkung, wenn man geschmolzenes Cer mit Eisen vermischt und aus eine Feile streicht, da sogleich meterlange Bündel daraus hervorschießen. Man benützt solche Mischungen deshalb besonders zur Herstellung von Zündsteinen. Das Gallium besitzt wieder die Eigenschaft, daß es sich schon in der hohlen Hand verflüssigt; merkwürdigerweise will es dann aber nicht mchr fest weichen, sdgar auch dann nicht, wenn man es in Gefriertemperatur bringt, wogegen das.Magnesium, das bekanntlich mit sehr heller" Flamme brennt, überhaupt nicht schmilzt, sondern höchstens eine teigige Beschaffenheit annimmt. Die grellwoiße Flamme des brennenden Magnesiums Wird, wie man weist, besonders beim Photographieren als sogenanntes Blitzlicht viel verwendet. Anders als Gallium und Magnesium verhält sich . das Kadminm, das-sich, wenn es schmilzt und verdampft, gleich wieder destilliert. Das schwerste aller Metalle der Erde ist i das Osmium, das fast doppelt so schwer ist wie das Blei, .jedoch ungeachtet dieser Schwere schon bei normaler Temperatur verdunstet, sich aber dagegen nicht schmelzen läßt. Es hat also genug der sonderbaren Eigenschaften. Ganz märchenhaft klingt es übrigens auch, wenn man hört, daß eine Legierung von Titan mit Silizium so hart wird, daß man, könnte-'man Messer daraus Herstellen, mit solchen Messern Diamanten wie Aepfel zerschneiden könnte!- Im Gegensatz zu dieser Legierung steht das Rubidium als weichstes Metall der Erde; es ist so weich daß es sich selbst bei 10 Grad Kälte noch kneten laßt. Das Selen endlich, das zwar kein eigentliches Metall darstellt, sondern'ein sogenanntes Element, ist sehr abhängig vom Licht; denn es leitet, wenn man es zwischen Metalldrähten anbringt, den elektrischen Strom nur daun, wenn es gleichzeitig beleuchtet wird, während es im Dunkeln den Dienst versagt. AuS diesem Grunde wird es in neuester Zeit zum Schutz gegen Diebe und Einbrecher verwendet. Man bringt es zwischen zwei Metalldrähten an, die zu einem, .Läutewerk führen. Sobald nun in dem betreffenden Raum nachts Licht gemacht wird, fängt das Läutewerk zu lärmen an und die Eindringlinge müssen schleunigst abziehen. * Ei« harknSchi-er Gelvflmöröer. In Draggignu« in Frankreich ist es »ine« 80fSbrigen Kreis nach mehrfach wiederholten Versuchen endlich geglückt, sich dar'Lebenzu nehmen. Zuerst versuchte er.-sich mit Laudanum zu vergiften. Der Versuch mihslückir aber. Den Aerzien gelang es, das Leben des Lebens- «Sven zü. retten. Fetzt hat sich der alte Herr mit feinem Revolver zwei Kugeln in den. Kopf geschossen.' Da er sich nur schwer, verwundet hatte, -riss er zum Rasiermesser, u« sich den Kals abzuschneiden. Auch hiemit halte er «och nicht den gewünschten Lrfolg, so daß er sich, trotz des Blut Verlustes, i» seinen Garten begeben konnte, wo er sich im Springbrunnen erlränktr. * Die 28irJittttg«tt de* «»eritzaaifch«» «llkyholverLstes. Kürzlich waren zwei Fahr« verflossen, seitdem Los . Alkshvlverbot in Len Vereinigten Staaten in Kraft -»treten ist. Die .Gazette des Kopitaux* stellt nun die Resultate zusammen, welche Anhänger und Gegner veröffentlichen. Dia Prohibition hat vor allem einen Fortschritt gebracht, die Verminderung der industriellen Unfälle, aber der Arbeiter verlangt immer noch noch Wein oder Bier; ihm geselle« sich bei alle jene, welche, an Alkohol gewöhnt, nicht darauf verzichten wollen und entweder sich an Len Schleichhandel »enden oder selbst zuhause Bier brauen, war nicht verbote« ist. Neben dieser Minderheit gibt es aber Millionen, welche die Mühe scheuen, eigene Getränke zu brauen und Angst haben, ungesetzliche Wege zu gehe», welche somit abstinent leben, sich so wohl wie früher fühlen v»k gar nicht mehr an das Trinken denken. Diese Waste bildet unbedingt die Majorität, und wenn dies« nach fünf Jahren sich «ieder zu» Alkohol zur6ck«endet, dann wird die Prohibition fallen, im •«- deren Falle bleibt sie sie-reich bestehen. * Amtlicher Wettertzericht. Bereits gestern nachts begann es in den'westliche« AlpenlLridrrn. stellen»eise unter Gewitter, zu regnen. 3n den östlichen war es gestern morgens noch kalb heiter, doch begann rs auch vormittags bereits zu regnen. Nachmittags hatte . das Festland Europas trüber, regnerisches Weiter. Voraussage: Sch l e ch t w e t t e r, trüb, zeitweise Regenböen» Temperatunückgang. starke westliche Wind u *M»fch<»-G«lchM«»». «chönfeld. JMner * Se^ U„ Lajbiaste S. täglich frisch. Lh«luzi«e «etstt. \) . Mitteilüngcn ms dem Publikum. 9ntn8|t imt BerfchMMlrritzO«. Sugerdv erei» Srez Israel, II., Zirkus- <astr L3. Der Verein eröffnet tm Wintersemester folgende Kurse: Kebräisch: A«süna«r>. Mittel- und Vorgeschriileneukurr. Lebräisch« und jüdische Literatur. Englisch für Anfänger unv Vorgeschrittene. Anmeldungen heute vo« 8 dir S Illjr abends im Vereine. - EmShr««8. mmm wmmnwHtmM mmtiaw iiiminui* Krise MMtfes ettf de» Lebe«sMi»tel- »Lrkte«. Wr»e>« «q«h>n>, »«, S»,»q^«lse. Sie Fleischstände der Sroßmarkthalle» mit Ware überladen, lerbken von Lag zu Tag, weil das Ppbliku« immer mehr aufhört, mit dem Fteischgevvtz z« rechnen. Mangels vetailkunbfchaft stehe« auch di« Fleischhauer ool» Einkauf zurück, da sie sich nicht ««f». Geratewohl zu teuren Preise« große Borrüle -inlegen l^i sif 5, Bett der Welt! , & ülederlase: Wien, L, Sciiottenriss 12 Telsphen 16-207 334 o ■] BröBtes Lagerin IMg-, Stahlrahrnnd Rloderballin! h 1 Bisonders pstlgs Htgebolt fSt PaläüMMc ä fej S| ‘ Kultus-u Justiztalare u. Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste SpeilalfJrm» 135 mfnms KMKkVLM Zivil- und vnikmm'cbneider KUUULr möyi nil Wien, II. Taborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet 1366 — Grosse Auswahl feinster Stoffe f. M'vssbesteHungen Können, was namentlich In der jetzigen Fahreszeit nicht gut tunlich ist. So zeigt der Großhandel in den letzten Tagen einen auffallend s ch w a ch e n V e r K e h r. Ob diese Erscheinung des stetigen Abflauens der Käuferschast die Spekulalion zur Besinnung bringen und die Prüfe auf eine halbwegs annehmbare Basis znrückführeir wird, bleibt ab',uwarten. Vorläufig ist davon noch nichts zu bemerken. Fin Gegenteil, fiyd gestern weilere' Erhöhungen der Fleischpreiie gegenüber den horrenden Nolierungen des Dienstag zu verzeichnen. Rindfleisch verteuerte sich, auf ein bedeutendes Ansteigen im Engroßhandel hin, um 2000 bis 3000 K., Kalbfleisch um 3000 K. Schweinefleisch um 6000 K. pro Kilogramm, Es notierten heute: Rindfleisch, vorderes und hinteres 18.000 bis 25.000 Bratensieisch 20.000 bis 38.000 K., Kalbfleisch 17.000 b's'26.000 K., Schnihelfleisch 35.000 bis 36.600 K., Schweinefleisch 22.000 bis 36.000 K. pro Kilogramm. Speck kostete S2.000 bis 56.000 K., Filz 58.000 bis 60.000 K., amerikanisches Schmalz 81.000 K. pro Kilogramm. An Fischen fehlte ^ede Zufuhr. Auch der Rastimarkt zeigie gestern wenig Verkehr. Preise unverändert. -Eier find fast nirgends zu sehen und wurden nicht unter 750 K. abgegeben. Nach Obst, reichlich angeboten, herrscht zu den — in ihrer Köhe — unveränderlen Preisen wenig Nachsrage. . ArrS ds« Thratern. . . Fn der B o l k s o p « r fetzt heute Frau Kammersängen« Alin« S a n b e n als Eho-cho-san i« ,M adameButter» f l y" ihr Gastspiel fort. Außerdem gastieren Frau Besalla als Suzuki und Kerr Ludwig "als Linkerton. Sharpletz — Kerr Kögen. Goro — Kerr Beer. Dirigent: Kerr Lev Kraus. Beginn V,8 Uhr abends. ZmDeurfchenBvlkstheater gelangt morgen Fr»nk W e d e k i n d r Äindertragödi« r ö b 11 n g s CE rw ach ein teilweiser Neubesetzung zur Aufführung. Es spielen zum erstenmal: Kerr Dümont den Gabor, Fräulein Dänegger die Martha und Kerr Teubler den vermummten Keren. Mittwoch den 30. b. fmbet eine Vorieier von Gerhart K a.u p,tm a n.n s 60. Eeburistagö mit der Aufführung von besten Schauspiel ^Gab ri el S chi ilin gr Flucht stait. Dir Titelrolle spielt Krrr Onno, den Maurer Kerr Ehrte, die Lucie Keil — Fräulein Thiele, die Kann« Elias — Fräulein Karoly, die Eveline — Fräulem Werner, den Dr. Nosmussen —- -Kerp Schreiber, dr» Lehrjungen — Kecr Dannegger, den Mqittzias — Kerr Wolf. Fm Besitze ihrer früher gespielten Rollen sind die Kerren." Burtan. Ranzenhoser und Allringen geblieben. Spiel- .leitrr: Friedrich R o s e n t h a l. »»Laaf -och nicht immer herum!" Sin Berliner Theaterprozetz» der schon wiederholt da» öffentliche Zntrreste er- .regte, wird nunmehr auch das dortige Kammergericht beschäftige». Wie erinnerttch, hatte die Direktion des Intimen Theater» seinerzeit gegen den' Berliner Theaterdirektor R. eine Klage auf Zahlung eines gröberen Betrages angestrrngt, weil biesrr seine» Verpflichtungen kezüglich -es von ihm erworbeyen Aufführungsrechtes dr» Stückes „L a «s doch nicht immer nackt herum!" nicht nachgekommen war. Der Beklagte hatte eingrwendet, daß dieses Stück derartig anstößig und nicht zur Aufführung geeignet fei. daß er es nicht wagen könnte, er seinem Publikum' vorzufehen. Die Klägerinhatte auf derschiedene literarische Gutachten Bezug genommen und die VII. Zivilkammer des Landgerichts I war auch zu eiuer Verurteilung des Beklagten gekommen. Zn der Begründung des Urteil» war vom Gericht heroorgehoben worden, daß das komische Moment das erotische kei weitem überwiege unk dies insbesondere der Darstellung zuzuschreiben sei.. Die Klägerin hatte in diesem Pryzeß 'zu« Ueberfluß,noch darauf hingewiesen, daß da» in erpttscher Kinsicht viel weitergehende Stück i e Peitsche und..? schon über hundertmal aufzesührt worden fei und mit Rücksicht auf seinen psychologischen Eharakter keinerlei Urs ache zu Beanstandungen gegeben habe. Nachdem gegen dieses Urteil von dem Beklagten Berufung eirigtlegt worden ist, wird sich nunmehr dar'Kammergericht ' mit der intereffanteu Drage zu beschäftigen haben, ob durch die unkünstlerische Art der Aus- - siiWng ' settens des Beklagten bas rheaterstück einen'[ überwiegend anstößigen Charakter getragen hat, " i Dom Thenler zur Avlogarage. Das Restdenztheater > Kannover, der ehrwürdige Theaterbau, der i» Zähre 1419 oor Bischof Johann Scheele v.o« Lübeck errichtet wurde «»d i» de» von 1852 bis 1920 Theater in allen Hchatlier»ngen gespiel! worden ist. schließt für immer seine Pforten. Eine Automodtt firma hat das Thraker erworben; sie wird es als große Auto mobil- und Molorengarage »erwenden. Dar Restdenztheater i» Kannover blickt auf «ine bewegte Vergangenheit zvrück. Mar hat in dem Theaker Halbe, Kartleben, Dreyer gespielt, Serhar Kauplmann, Karl Kauplmann, Wedekind, Skernhei«, Geor, Kaiser. Kasenclrver. Wenn man. die Namen der Künstler über blickt, die im Nesidenzkheaker in Kannover aufgrtreten find. \i hat «an eine Ueberstcht über die Schauspielkunst fton der Mildes 19. Fahrhunderts bis heute. Man liest auf den Tbealer^elteft die Namen: Bellineioni. Y,ette Suilbert. Lmesto Rosst. Lleonor' D«se, Sara Bernhardt, Gabriele Däjane, Georgette Seblank Maeterlinck, Coquelin, Ludwig Barnay,' Clara Ziegler. Paultn- Ulrich. Devrienl, Lewinsky,' Sonuenihal. Funkermaun, Kelem Odilon, Marie Rrisenhoser. 'Mitterwurzer. Kainz, Malkowsky Agnes Sorma, Lmanuel Reicher. Adele Sondrock, Max Grude Rosa Poppe. Rosa Berten». Luise Dumont, Else Lehmann. Dasserman«,. Max Arinhardt» - Tilla Durieux, Kaytzler» Iren» Trirsch. 30 oder 50 Jahre Schutzfrist 7 Der Berliner.Verband deutscher Bübuenschriftsteller und Bühnmko«ponistcn hat ir einem Schreibe» an dar Reichrjustizminisimum eine Revision der Berner Uebereink«nft gefordert, die die Schutzfrist von 20 au 50 I<)hre hinaufsetzt. Sr «eist'darauf hin,; daß Ungarn,^Bclgien Frankreich 50 Jahre, Spanien sogar 80.Jahre ansetzt und außer Deutschland «ur Oesterreich, die 'Schroesi und seit 1919 cmf Schweden eine Schutzfrist von 20 Fahren kennt. Besonders such« er de» Entwurf zu entkröfiigen, daß die Verlängerung der S tutzfrist die Werke des Künstlers dem Volke zu lange vv^ enihaltr. Trotz der ablehnenden Antwort des Fustizministers kille der Verband von neuem, in Erörterungen über die Verlangeruns der Schutzfrist auf 50 Fahre einzuiretrn. Gerichtssaal. Wirksa«keitdervriefltchenWsh»»»gs» kündig«rrge«. Dem Major Ferdinand Lachnit'wtlvde. von de-r Hausbesitzerin Mina Bleiberg die Wohnung brieflich gekündigt. Major Lachnit legte biester außergerichtlichen Kündigung keine Bedeutung bei, zog zum Küudigungst«Mnn nicht Ms und bezahlte den Zins Werber, der auch angenommen wurde. -ÄlS aber die Hausfrau unter Berufung auf dve briefliche Kündigung, gegen die keine Einwendungen echoben worden seren, die Räumung der Wohnung im Exekutionswege begshvte, brachte der Gekündigte beim Bezirksgerichte Leopoldsladt die Oppositronsklage ein, da die briefliche Kündigung nicht rechtswirksam sei, um so weniger, als der Zins über den Kündigungstermin hinaus angenommen wurde. Das Bezirksgericht, wies diese Klage ab, da auch eine außergevichtLiche Kündigung wirksam sei und die Annahme des Zinses über den Kündigungsievlnin hinMs nicht, als Verzicht aus die Kündigung anzusehen sei. Es kommt oft vor, daß die Gekündigten über den Dermin hinaus in der Wohnung verbleiben, und die Hausfrau konnte sich gedacht haben, daß auch hier der Gekündigte nicht sofort Ausziehen werde. Bei de-r honte über die Bemsung des Klägers bei dem Zivililandesgerichte ftattgehcrbten Verhandlung bestritt der Berufungsvertveter Dr.Tidl die Wirksamkeit der brieflichen Kündigung, die doch imryer nur als Ausnahmsfall zu betrachten sei, da allgemein gerichtlich gekündigt wird. Dem Kläger wurde Mch beim Zinszahlen nach dem Kündigungstermin mÄ keinem Worte gesagt, daß er gekündigt wurde. Darauf kommt eS an und nicht darauf, was sich die Hausfrau gedacht habe. Das Zivillandesgericht (Ferialfewat'■ unter Vorsitz des Hofrates Dr. Notharts« berger) gab der Berufung keine Folge und bestätigte das erstrichterliche Urteil, weil Mch außergerichtliche Kündigungen als wirksam anzuschen seien. . > Die Woh««»z»uot «»» die Fremde«. Der Kaufmann Chaim Benbassat MS Konstantiuopel kam zur Gründung einer österreichischen. Filiale der von ihm vertretenen Äonstanttnopler Firma nach Wien und kündigte hier in dem von ihm erworbenen Haus« dem Mieter Adolf Allerhand die Wohnung, um sMst in dieselbe einzuzvchen. Ms Kündigungsgrund machte er dringenden Eigenbedarf geltend, da er mit seiner aus vier Personen bestehenden Familie in einem Zi-mmer wohnen muff«. Cr benötige eine Wohnung mit Küche, da das GasthMsessen in Wien für ihn unerschwinglich hoch fei. Gegen das bezirksgreichtliche Urteil, Mit welchem die Kündigung für Unwirksam erklärt wurde, brachte Dr. Max Körner für den HaNsbesitzer bitz NeMfung an das Zivilllaudesgericht ein. Der Bvvtreter des Gekündigten Doktor Schönhof erklärte, Wien sei gewiß eine fremdonfveundliche Stadt, wie ja gMz Oestiereich als ftemdenfrenndlich bekannt sei. Bei der katastrophalen Wohnungsnot jedoch müsse den eigenen > Staatsbürgern in bezug auf hie Wohnung vor Fremden >der Borzillg gegeben werden. Man könne nicht einen 76jährigen kranken Mann, , einen Wiener, obdachlos machen, damit ein Fremder, der allerdings unbequem wohnt, aber ftmnerhin ein Dach über dem Kopfe hat, in feine Wohtmng zieht. Der Derufungssenat (Vorsitzender Hofvat Dr. NothartSberger) erkannte <ni$ diesen Gründen auf Abwei sung der Berufung. * VE,lefclcnteläwstr.ME e.sm,n«/^«0^.oM.«« v Kleiderstoff© / Woll-Gabardm sowie sämtliche (grsrn.brr flw!iirel»rz Wäsche, Leinen und Stoffe sehr preiswert ^442