Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1279 (22.8.1922)
- Date
- 1922-08-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wie die jüngst vergangne Geschichte Rußlands auf di« russische Sprache ein gewirkt hat. Was die revolutionären Umtaufen der Städte, Gemeinden, Straßen und Gassen betrifft, so sind triefe vom Volke keineswegs wirklich übernommen worden, und die Wiederherstellung des alten Namens „Petjerburg" durch die bolschewikrsche Regierung blieb insofern unwirksam, als man im Volksmund weder den alten deutschen noch den- Kriegsnamen „Petrograd" gebraucht, sondern kurzhin „Pitser" sagt. Dagegen hat inan die Namen bolschewikischer Persönlichkeiten und Einrichtungen rasch zu neuen, meist ironisch ' gefärbtell Worten verarbeitet. Die vierte Klasse der russischen Eisenbahnen, in der der Aufenthalt nicht eben paradiesisch sein dürfte, und den ganzen mit Viert erklassewagen gebildeter; gemischten Zug nennt mau mit dem Pseudonym des Schriftstehers „Maxinr Gorki" (bitterer Maxim). Der Volkskommissar, für Hygiene heißt Semaschko; folglich nennt man die mit ansteckenden Krankheiten behafteten Leute „Seumschki" (klanglich „Semeschki"— Seuchen gleichlautend). Nach der finnischen Frauenrechterin Kolloutaj heißt die Betätigung der steten Liebe „kolotajej". Nach .dem Namen des Sowjetsckuetärs Wontch-Bvujepitsch formt das Wort „sbourschitj" im Sinne vorr — Anlügen. Vom Namen Kerenskis abgeleitete Wörter, di« Politische Halbheiten zu verspotten bestimmt sind, hat neben dem Nussischen auch das Tschechische gebildet. Nach dem Beispiel der deutschen Kriegs-a-bkürznngen für häufiger genannte Behörden mit langwierigen Amtsyamen nennt man in Rußland die vielberufene Geheimkommission „Werchnaja Tschreswitschaika" in freier Ansdentung der Silbenanfänge mit dem Kosenamen „Wjerovtschka" („kleine Vera"). . Und den Ausdruck für die Todesstrafe:, W. M. (Wysschaja Mjera, das heißt: „Höchstmaß der Bestrafung") fetzt man galgenhumoriftisch in den Franennamen „Wzera Michajlowna" um. Ein anderer Euphemismus ist die Redensart „Sowjet-Sanatorium" für das Gefängnis. * F««»fprSche in Maschinenschris!. Die Aebermitllung drahtloser Meldungen erfolgte bisher mit 55ilse der Zeichen des Morfe-Alphabets. Di» elektrischen Mellen werden in kürzeren und längeren Intervallen ourgesondl. wobei die kürzeren Intervalle den Psnkk«, tsie längeren den Slrlchen der Morse-Schrisi ent-, spreche«. Au» diesen Signalen «erden durch die entsprechende Gruppierung von Punkten und Strichen die Morse-Zeichen. die der Funkentelegraphift, dessen Ohr daraus eingrricht ist. im Lvrer des auf dem Kopfe befindlichen Lmpfangsapparals abhört, um fit sofort schriftlich M notieren. Nun; hat das amerikanische Mrtaramt. vAt es «ilteilt, einen Apparat «ingesührt, -er Leletyp genannt »trd und der dl« Auskahme drahtloser Meldünge» s,fort, in Maschinenschrift ermöglicht. Der neue Apparat soll vornehmlich der Vereinfachung der Verständigung zwischen ylugzeugen und der Erde dienen. Heber die Ko«slruklioa des Letekys wird Lirher »ur gemeldet, daß deslimmte Zeichen vom. yunkfpruchgeder mittel« einer Tastatur automaltlch auf dem ge» wöhaltchen drahtlosen Weg weitergegeben werden. Diese Zeichen werden am Beden von eine» ähnliche« Instrument ausgenommen, das die Stgnatzeichen sofort in Maschinenschrift aus ein Statt Papier ßderttSgj. - * Vi«SHberschüffel -<r Armada. Seit einiger Zeit find Arbeiten im Longe, »inen Teil der mit der großen Armada gesunkenen Schätze zu heben, di» seit mehr als drei Jahrhunderte« in der Ducht vo« Todermvry an der schottischen Küste liegen. Ls find bisher schon verschiedene Teile eines der Schiffe ans Land gespült worden, von -e» man glaubt, daß es der .Amiranle de Flvrencia* ist» der den Schah der Erpedmo« im Werte von 80 Millionen Dealer, nach heuitgem Leihe'etwa 14 Millionen Goldfranken, an vord halte. Die Bergung-Versuche werden von Tauchern vorgenommen. Scho« gelang es. wie aus Paris berichtet wird, dir Schwimmerin Margaret Mayla«. eine Stlberfchüffet von SO Zentimeter Umfang zu bergen» deren Wert auf eiwa IOQ.Oqo Franken zeschdht wird. * Dia Geschichte «tue» herLtzmke« Bildes. Das Muieüm von Devey besitzt »ine» der schönsten Bildniffe von Combet» und er ist ans eine merkwürdige Weife zu diescm Schatz gekommin. dm -er Louvre vergeblich zu einem grohen Preise zu erwerben i rach tele. Wie Dämel Po«b- Bovy in der .Dazeit» des Beaux-Arts" erzählt, entdeckte fei« Vater 1882 Im Laden eines Pariser Althändlers eine zufammengeroM« bemalte Leinwand, ein nicht signiertes Mdnnerperträt, in dem er den Pinsel Courbetr zu erkennen glaubte. Sr kaufte es für 600 Franken. Man wollte aber die Urhede»schoft des großen Weisius nicht anerkennen, dis er zufällig der Maler Kenner joh. der ausrief: »Aber, das tst ja das Porträt von WaxBuchvnl Ich Hab; grfchm, wie ,hn Courdrt malte." So war die Echlhiit dieses Meisterwerkrs zweifellos erwiesen. und der . damalige Besitzer Srnest Durnat vermachte es dem Museum von Vevey, dessen größ er Schatz es nun ist. * Da» vielseitige Pier». Der Prager „Tripuna" ist er gelungen, in der Sammlung der Gesetze und Verordnunge« der llchecho-ilowakitchm Republik (Nr. 44 vom 13. Mai 1922) tot* rcpben Satz zu finden: ,,linier dem Namen Pferd versteht man auch dar Mau liier,, den Maulesel und den Esel." Diese Weisheit ist von 14 Mtnistern unterschrieben. V * Namhafte Spende« zugunsten der noileidcndeu jüdischen Stnbentens Zur Linderung der Nvt der jüdischen Slvüenlen in Oesterreich iiberwiesen dem Jüdischen Loch» s ch tt l a u s s ch u fe. IX., Zimmermannpiatz 8: Vöslauer Kiifskomitee für die Mensa academtea j u d a i e a (Präsident: Dr. Emil 55 e d) U Vizepräsident Prokuxist Sakob L ä ch s) 2,231.230 K.: S a m m l u n g d e r i n Wien ll u d l e r e n d e n 55 o ch f ch ü l e r aus P r z emysl 574.488 K.; V e r b a n d ü ft e r r e i ch r i ch e r B.a »Ken und Dankte r s, Dr. S. R ö f e n b l u m, Chicago, je 5OJ.LL0 A.; D. S: 200^00 ff. : Ertrag eines Bunten Abends l n GIetchenbrrg 170.000 K.; 8? A. V. M a k ka b 8 a 168.000 K.; Süd. A k a d. Unterstützung-Verein i n Bern 166.500 A.; 8ng. 8. Glück, E. S. Tobio » B r e ch e r (Aale pro August) je W.000 K.: S a m in l u n g 8 s r a i J Si a r b a « ö 51.000 Ä.: Therme s. Ges. m. b. 55.,; 3 o Han n T a u s s ig. M a x 55 i 11 e r je 50.000 5ü; 8 g n a zAohn 25.000 A.; d'ürch di, 3 sr aalt tische Kultusemnm 3nvr&nfcfftin$. 22. Nn-vst i»rx Seite » g e mein d e -.W i e n 82.500 K.; Speditionsg «f e I t f ch a s t W a w e l. B. A g i d. D a v i d F r t sch e r. 1l n i v e r s a I - V e r s i ch e r u n g s d u r» a u. W e > l e s z & Schwitze r, Dr. 55 e i n r i ch K a m s l e r je 20.000 K.; Jacques 55 e i ft )i 0 o «ft.; Leopold Frankl- SiegmundO ch s & Co., 6 i.e g m u nd 6 p i h, S « fern a n n & M e n k er. Norbert G e y e r l) a h n, Eduard Clias, Brüd,erWagenberg, Israel Gr« i fe m a n n. Paul Kal p o r n. Ä a fa e l Kalporn. Oskar K a m m e r m a n n, L e y p o I d st ä t t.»r M ach i n e nu n d W e r k z e u g f a b r i k G. m. b. 55., E r n i! G o l d d er g e r. M. Glück. Cch une L Ba rüch K a l p e r n, 8 vsef L. 55 ernfeld. Deuich L Frei, 8 n g. Garsein & To.. G. m. b. 55.» Otto G r o fe, A d o l f S p i h e r L Co. je l0.000 ff. * Tesephonvertzehr. Beim Po.l'amke Groß-Klein iSteierma-ki wurde der stcknsprechdienst ciutqenommen. Die Gebühr für die Krnhett des - ge^öhnl chen -Gespräches zwischen Wien und Grofe-KIein Pelrägt 9(0 K. * Derhasinng eines 'Berliner Bonßüesrsudanten. Am 9. d. iraf beim Wiener Sichcrheilrbureau eine Drpes e der Berliner Ksiminolpoli^ei des FWlies ein.' daß der LZjä'rnge Ban^onflesiellle Walter Arlur Emanuel 55 a n s e n. zü Lzexrk bet Kon'h geboren.^ nach Ualttlchiagung von Werkpap errn in der 5röhe non 220.000 Mark gcftüchfei sei und sich nach Oesterreich pewedet, baden dürste. Er hotte de Lsfekten bei einer anderen B >iik lombardtelt und knapp nach einer unvermuteten Skonirierung seine Wohnung ver'affen. Auf seine Aufgreifung war eine Belohnung von 18.000 Mark und 10 Prozent der' roiebemlanpun Summe ausgeseßi. Die Polizei bat' gestern 55anlen 'm 55oi»l Dominus" in der Fillgradergaffe ausgesoxscht undwerhasiet. * Do» einem wulßranken Kund gebisfsn. Der Gymnasiast Theodor -Tartakower. X!X.. Silbe,gasse 23 rrohnlmst, wurde gestern zwiichen 6 und 7 Uhr abends in der Igiastegaffe vyn einem 55und, an chetnend kleinen ' weifeen. den eine ei«a 50jährige ärmlich gekleidrie . rau an der Le ne führte, gebissen. Diele Frau wird dringendst elsucht, sich denn Polizeikommissarite DöblinA zu melden, damit der Kund tierärzilich untersucht werden kann. * Amtlicher Wrtlerbrrich!. Ganz Oesterreich hat'e gellem Schbnweltcr. Bei wolkenlosem Kimme! war es möraens kübl, auch tagsüber flieg die Tempemiuc nicht über 25°. in Wien 22°. Voraussage: S ch ü n w e! t e r, aber nur mehr e'n bis zwei Tage wärmer. * A»sch»r'S»lÄ«ak<n. Schönfeld. Fellner L Lv.. II.. Kaikgaffe 5, täglich frisch. Lheluzim Aabait. * Gegen -i« Bezeichnung „ynxnsarttket". Unsere ZeilverhSItmffe haben die früher wenig bekannten Ausdrücke „Luxusartikel" zur Bedeutung kommen taffen und die Bevölkerung ist nur zu leicht geneigt, Dmge ober Gebrauchsgegenstärtde. deren Vorteile nicht aufdringlich angeprirsen werden, als unnötige vd-r als Luzusartiket zu betrachten. Ein iolchrr Gegenstand sind ' zum Deiip'ei Aautichukadfätze und Kauischukfoklen. Lin protzer Teil des Publikums ist fick immer noch ntchl darüber im klaren, weiche Ersparnis an Schuhanichaffung erzielt und wie wenig ermüdend selbst vieles Lehe« wirkt, wenn man sich «m paar dauerhafte Palma-Kauifchukadjätz« und Palma-Äautsyhlen anbringen läßt. , , Merem«, BsrirKse ««d Versch««l»nGen. Iugendveretn Ahawath Zion. ll.. Kleine Zufahrtsstraße 160. Keule. 7,8 Ahr abends, wichtig« Ausichutzfthiing, Anmeldungen für dt» hebräischen Kurie werden täglich ad 7 Ahr abends, im Deretnssekrrtariate entgegengmominen. Bühne und Kirnst. Geschichte der zweite« r»sfiche« Revol«ti»n.') . Man iveniet zögernd das erst- Töfatt; Eine Flut von Büchern und Broschüren über die letzt' russische Revolution ergoß sich über den Büchermarkt. Zuvr 'Dsrkleinsten Teil 'aus berufener Feder. Sind doch di« einzelner, Durchbruchszentren dieser vulkanartlgen, urgewaltigen Erschütterung — ivenn überhaupt — ungemein schwer zugänglich und unkontrollierbar', , ein glänzender Tummelplatz für berittene Sensationsjäger und nichtswissende Alleswisser. , Der Titel des uns vorliegenden Buches macht uns daher auch etwas stutzig: Noch ist die Revolution im Gange. Noch ist die in ihrer Kolossalität in der Geschichte der Menschheit einzig dastehende Gärung nicht zur Ruhe gekommen, noch l)wdelt , es unheimlich im Kessel, beim einzelnen. zittert es noch von dem. urgewaltigen Chok, und dom uubeftochenen Outsödcr hält dieses Gewitter den Mund vor Staunen und Grauen offen r- und schon eine „Geschichte" der zweiten Revolution? Wo ist die, Distanz, wo der erhöhte Ruhepunkt, von dem aus das Tohuwabohu sich überblicken, st im Anfänge und Wurzeln sich erspähen ließen? .' . Diele Fragen dürften , sich auch Miljukow ausgedrängt, haben, weswegen er sich selbst ^egeu den Titel seiner Arbeit quasi wehrt. Er will nur „eine möglichst genaue und detailliierte Faktadarstellung des vor unseren Äuget, Geschehenen". Was nützte es ihm; er wollte unter die Chronisten gehen und spart auch nicht an Namen und Daten, er bleibt aber doch auch hier Geschichtsforscher. Und der künftige Geschichtsschreiber der zweiten russischäu Revolution, der den Vorzug, eine'' noch klareren spektrischen Einstellung haben wird, wird an dieser. Arbeit rrscht vorübergehen können. Er wird sie zur Hand nehmen ntüssen nicht nur der Fakta und Daten willen, die kaum einer wie unsere Autor beherrscht — stand er doch selbst als Lenker.mit beiden Füßen darinnen —, sondern auch wegen der historischen Gesichtspunkte, die der gründliche Historiker Mljukow so en Passant im Kaleidoskop der fieberhaften Begebenheiten fesilegt. Der weitausschauende, Ms überschauende und *) Prof. A N. Miljukow: „Geschichte der zweiten russischen Revolution". Interterritorialer Perlag- Men, Berlin, Leipzig, Now-Aork. __. G,,f feine Elemente zurückführende Blick des echten Historsker» und der realsehttide geschn^eidige Politiker verschmelzen sich hier zu einer Einheit. Und die Wärme des Erlebten durchblutet das Werk. Eine Kategorie von Menschen wird natürlich mit diesem Werk nicht zufrioden sein. Und das sind die ,-echten Russen" und mit ihnen alle anderen „Echten", die „Völkischen" oder „Erwachenden" oder mit welchen Rauten sich .diese Raben ÄMÜchen mögen, die in ihrer .erbärmlichen Feigheit eine Schuld nnzugeistöhen, immer nach einem Stuidenbock suchen und ihn ja in der Gestalt der Juden gleich zur Hand haben und umso wütender ächzen und kreischen: Die Inden sind an allen schuld, Judentum und Bolscheivismus und Juden und Bolschewiken identifizieren. Diese würde das Buch eines besseretr belehren, wetm — ja wenn der M sich auf Musik verstüt^e, und wenn die DM.fähig wäre, Orangen zu tragen. Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe, die die Richtschuur für seine rühmliche St:llungtrahme iM.Beilis-Pwzeß lvaren, charakterisieren auch dieses Buch. - , , . . Für ihn ist diese Revolution nicht mir kein „Judenwerk", ' ottlbetn eine notwendige organische Fortsetzung der russischen geschichtlichen Revolution. „Lenin und Trotzky," sagt Miljnkow, „verkörpern eine Bewegüng, die der des Bugatschow, Rasin, Bolotnikow — also des 17; und 18. Jahrhuitderts unserer Geschichte — viel näher ist als den letzten Worten des europäischen Anarcho-Syndikalismus." Miljttkow entschleiert auch teilweise für den Laien die große Sphinx: Rußland. Drei Gvundzüge charakterisieren den gegenüvärtigen Revolutionsp'rozeß: die Schwäche des rusiischen Staatsg-edattkens, die Primitivität der russischen sozialen Stvitktur und drittens die ideologische Hilslosigkort, das Utopiemaßige der Stvebungen, der „Maximalistmts" der russischen Intelligenz. Durch ihre Verspätung ist die vttssische kulturelle Entwicklung unorganisch, scharf und unüberbrückt von der volklichen Kultur einer langen Periode des nationalen Nichtbewußtseins getrennt. Den Gharakder. der Revolution zwang der Evolution erst 'der negative Hauptfoktor auf: der Selbsterhaltungstrieb des alten Reginres und seiner Verteidiger. Das Buch besteht aus zwei in Kapiteln eingeteilten Ab- 'chmttett, den Kapiteln geht eine Jnhaltsangaibe voran und dadurch wird die Erfassung des Inhaltes viel erleichtert. So. liest sich das Buch trotz der vielen angeführten Daten und trotze der hie tmd da vorkommenden Schwerfälligkeit des Satzbaues, die sich aus der ljÜbersetzung ergeben dürfte, wie ein spannender Rontan. Es ist der Hauch des Erlebten. Man schließt das Buch und bedauert aufrichtig, >daß inan nicht gleich focit zweiten Band bei der Hand hat. Z. L >e w a n o n. A«- Ar« Theater«. 8n der V v l k s o p e r fetzt am Donnerstag Fra>» S ä n d e n tn .Madame Butterfly" ihr Goftsptel als Lhv°cho-!an [orti Die wetteren Gäste dieses Abends sind Frau Engenie B e s a l l a vom Op»rnbous in.Dortmund als „Suzuki" und Äerr Anton L u d w t g als Linkerton. 8m D e u t f ch e n Do l k s t b e a t e r wurde sürmorg'n, 7 Uhr Schnitzlers Finakler-Zyklu» „Lebendige Stunden" angeseht. Für die 55at,ptroll» wurde Ferdinand O!, n o gewonnen, überdies sind beschäsiigt die Damen: Wagner. Föry und Boickmar und die Herren: Forest. Amon. Jordan, Krön«». 8wald. Sima und Lackner. — Donnerstag den 24. o. wird zur Vorfeier v»nGerhardt55au»tmanns 60. Geburtslao „Gabriel S ch i l l i n g » F t u ch t". neu «infiudiert. amgesührt. 55err O n n o spielt zum ersten Male die Titelrolle. Frl. K a r o l y die 55anna. Frl. Thiel, d'e Lucio, Frau M «r n e r die Evellne» Kerr S h r l» den Maurer. Kerr Danegger den Lehrjungen. 6p,ettei!er: Friedrich Ä o f e n t h a!. 8m Wiener Komvdienhaus gelangt heute 7 Uhr abends, zum erllen Male die U. Abteilung des biblischen Dramas „Der Le'dens^eg Shristi" von Alex. Gotthard t. Musik von Btrnhard D a y d a zur Aufführung. Gerichtssaal. Folge» der Trunkenheit. In vre Rothe der sich häufenden Trunkenheitsverihrechen zählt der Strästall, der gestern ^den/ Geschworenen in <bcr ersten Sitzung nach -ben Gevichtsfeiien Vorgelegen ist. Es handelte sich um eine Wirtshausvauserei mit tödlichem Ansgange. Der nennzchnjähvige Geschäftsdiener Joses Ju ng ist des Totschlages angGagt worden, Weiler den Hilfsarbeiter Josef Jlgner während eines Streites erstochett hat, außerdem der verbotetten Rückkchr, weil er trotz seiner im Mai 1921 erfolgten Abschaffttng aus Wien hierher zurückgekchrt ist. Der Fall unterscheidet sich aber von «dem Herkömmlichen durch den Umstand, daß der Erstochene der angreifende Teil war und ungeachtet heftiger Gegenwehr des Bedrohten immer wieder mit seinem dolchartigen Messer auf ihn eürgedrungen ist. Der Beschuldigte verantwortete sich mit Notwehr. Die VechaMntlg gegen Josef In n g iourde erst itt später Abendstunde zu Ende geführt. Laut dem Verdikt der Geschworenen verkündete der Vorsitzende den Freifpsruch des BeschtMgten von tee Anklage auf Totschlag und verurteilte ihn lediglich wegen vevbotener Rückkehr zu zweiMonaten Arrest, welche durch die Untersuchuttigshaft verbüßt sind. — Josef Jung wird, da er aus Wien abgeschasst ist, der Polizei zur tveiteren AmtchaNdluug überstellt. »,rf ein Mörder ,« dreitzigjährigem Kerker vrrnrteilt werde»? Ein Ferialfenat des Obersten Gerichtshofes hatte gestern znm ersten Male über die Frage zu entscheiden, ob die Verhängung. eitter längeren des.einer zwattzijährigen Kerkechrafe z,t°^ lässig ist. Der 92jährige Bauernsohn Johann Steinkellner IfflnenstDffe t».";.".'tf