Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1278 (21.8.1922)
- Date
- 1922-08-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IftfYl f tfr i‘ N" <“ >? 'V'-^J'rn-fp'in (i ' ” nazirnttnerizoo Wien; Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr. 1-3, oder in einerVerschieiißtelln (Trafik) monatlich K 7000 MitPostrversand für Wien n. Oesterreich monatl. K 7000 Ts che ch o-Sl owak ei: Mon. K 20. Ungarn- Mon. fC 150. Jugoslawien: Mon. Dinar 25. Polen: Mon. Mark 800. Deutschland: Mon. Mark 60. F rankreich: Monatlich Pres. 6 Nachxählttagen, M PrafaarbSlra&gen twbeMten Tieltfleli«-Sfow«lte|, fschnell« K 1«tO It a! len: Monatl. 6. Lire Rumänien: Mon. 40. Lai Schweiz.und das.übrig« Ausland monatlich Frei. S, Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0*38,43-3-19, ab 6 Uhr abends 16-301. Tel-Adr.: »Morgehssitnnr“ Wien Oösterreichisches Postsparkassen-Konto ' Nr. 150.693 4. Jahrgang Wien, Msntag Nr. 1278 in Qeg »egln« StrSefjiredjitafl** ->j per Hairptautzschu Prag, Ll Mattst. dev..WiettttEorzen-. ^crtangJ'O Der österre chlsche Bundeskanzler Dr. S eipel und Finauzmiuifter deg «r find he«Le, 7 Ahr MH. , auf dem Pepris- Bahnhof eingetroffen. Gie wurden vom MiniftetprSfidenteu B e n e f ch, d em Sekli»r $* chef Z i r s a «nd. einigen höheren Peamten des Untzenministerinmhegrützt «nd. in das Hotel Passage geleitet. - Um 10 Uhr begannen im Auswärtig»« Ministerium die Konferenzen. Um 11 Uhr vormittags wurde Dr. Seipel dom Prästdente« M a f a x y & i« besonderer Audienz empfange«. Die Äbreise von Wien. Offiziell wird berichtet: Bundeskanzler Dr. Seipel und Finanzminister Segur sind gestern abends in Begleitung des Gesandten Dr. Wildner nach Prag abgereist, wo Montag die Besprechungen mit dem ifchecho-slowakischen Ministerpräsidenten und Minister des AeußernDr. Benesch stattsinhen. Mittwoch erfolgt in Berlin die Begegnung mit dem deutschen Reichskanzler. Dr. Pi r t h. . Mit Rücksicht auf die gerade im jetzige« Augenblicke erhöhte Bedeutung der diplomatischen Geschäftsführung verblüht BundeSnMster fist AepßeresM«. G r ün S e r g e^H in V i E^MWe; ^ins'BMW^lersW.^W^ der Berfäffung Vizekanzler Dr. Kran k die Leitung der Regierung. > Der Grundpfeiler Europas. .* Prag. 20. August Zur Reise des Bundeskanzler» Lr. Seipel nach Prag schreibt das „Prager T a g. blati": Die zentrale Lage der Republik Oesterreich gibt diesem die Bedeutung eines Grüudpfeil erS Enrop'ns. Stürzt dieser ein, dann geht ein Ritz durch das ganze Gebäude. Ter „Sozialdemokrat" schreibt: Die amtlichen Nachrichten aus Oesterreich MNgeu ruhig und gemäßigt im Ton. rufen aber die ganze Rot Oesterreichs in die Welt. Dieser Staat har d«8 denkbar M^uscheuw ö g 1 i ch.st e' versuche. der schier unlösbaren Aufgabe gerecht zu werden, sich zu erhalten «nd seiner Bevölkerung de« notw 'ndigsten Lebensunterhalt zu beschaffen. Die letzte in Lo»rdo? erteilte Antwort ans das Hilfsgesuch und die Berwer,nug desselben an den Völkerbund ^be« gezeigt, datz d a S Problem nicht wrrtjchaftttcher, fouder» polkt i s ch e r N a t u r ist. Lee Reise Dr. 6 e i pe l S zeigt deutlich an. datz Oesterreich entschlossen ist, die politische Lösung des Problems in die Arge zu leitst». „CcS" schreibt: Dr. Setprl wird Wohl hier ein«m hellen Verständnis begegnen. In der Gewährung einer Kredithilf« mütztemdi? Westmächte und die Nachbarstaaten Oesterreichs solidarisch sein und es dürste mit der Auszahlung nicht, gezögert werden. ES mutz im Auge behalten werden, datz Oesterreich erschöpft ist und datz die Hilfe sofort ei nt raten mutz. . Den Westmächten mutz man die Schuld geben, datz sie Oesterreich so lange Kredite versprochen haben, ohne , daß sie jedoch bisher mehr als ein Almosen gewahrt hätte«. Sie kennen die österreichische Lage heute so gut, wie vor einem Jahre. Es war aber auch ein Fehler seitens O e st e rreichs, datz es diese Versprechungen nicht in der richtigen Weise verstanden hat. Aevtzerste DriAglichkett. London, 20. August. (Reuter.) „Observer" schreibt, sei eiu Scherz vo« seiten der Diplomatie und eine Lossagung von der Verantwortlichkeit, zu beschließen, wie es die Londoner Konferenz getan hahe» datz die Lage Oesterreichs erst aufmerksam geprüft werden solle, bevor man etwas tun könne. Der Fall LutzersterDringl i ch k e i t sei evident, den« ans Oesterreich müsse sich sonst "»ne schwere Gefahr für Europa entwickchg. Der .Matin" für SeAerreLch Paris, 20. August. (KavaS.) Der „Malivttösfentlicht einen warmen Aufruf zugunsten Oesterreichs. Die Mari««b»^er fton!evt«$. Prag, 20. August (TÄ. der U-eberHas Programm der MarieubMrZusammenkunft wird hier mvtgeteilt: In erster Lrpre. wird über Milit ä rkon v ention und Han de l sw.e r t rag 'verhandelt werden, die sich als nicht zMeichmp'Wiese« haben, was bei ihrer Anwendung konsMiert wrWeV Wie .wichtig die Militärkonventton mit der Mfchechö-Slbtvakei ist, wurde anläßlich des ReswuratioMversüchM-KaW in Ungarn bewiesen. ES dürften «mH B r a t^ä N p und . Du ca nach/ Marienbad' kommen, Hn das Apbeitsprogvamm der Meinen Entente fortzusetzeH und zu polleichen und Über die Stellungnahme der Kleinen Enw'nte. bei den Debatten des Obersten Rates und derrBötschpfWÄonferenz bezüglich der Aufnahme Deutschlands Und U ng arn s in den Völkerbund zu beraten. Außerdeßi erwartet man die Ankunft des polnischen Vertreters. Dberdies soll auch die Frage des Eintrittes^^ Griechenlands in die,MerOe Entente entschieden werden. Ferner wipd die' Stellungnahme zu der in der letzten Zeit besonders aktuell gewvichenen ofterreichrschen Frage beraten, wMen. Mknisterpräsident B e-- nesch wird auf Grund seiHr Befprechungen^mit Doktor S e i P e l und dem österreichischen ^esaüWn M a r e k bestimmte politische und ftnanzielle Pö^chlM ausarbKiten., ED ist möglich, daß die Kleine Entest^ M auch/ b^üglrch ' -Oesterreichs auf ein. g-MinsameD Vorgehenin /der am 4. September begimrendeUS e sista n des^ B ö l k e r- L'n nd es .emtzen wiU ' ~ ‘ Wl'Ht der uöchsten Woche; Dienstag den 29. oder Mittwoch den 30. d. M., die in Aussicht genommene erste Sitzung. Malten. Darnach wird sich auch die Einberufung eiüer ' S i tz u n g 'de.S Aus schuf seS für Aenß eres als notwendig erweisen. Zn diesen Ausschüssen wird zunächst Über die Resultate der Verhandlungen der- Regierung mit den Nachbarstaaten Bericht erstattet werden. * WnS den Termin der Einberufung des Nationalrates selbst anlangt, so verlautet in parlamentarischen Kreise«, daß dieselbe .für die Zeit , vom 10. biS zum 15. September erfolgen soll. Die RePKrstfon-kOMWisfiK«. Berlin, 21. August. Wie die Morgenblätter berichten, sind die beiden Mitglieder der -Reparätiouskommission Bradburh und Mancl erc gestern abends inBerlrn eingetroffen. Heute vormittags werden sie vom Reichskanzler Dr. Wirth empfangen werden. GeftempetteKrone Ansznhlnng Wien .. 7Sn Mtch notierte Sie österreichische. Krvnr. . . tie öfierr. gestempelte Krone. hie. tschechische Krone .... die Mark. . . . . . . ... Agram » . » ... , » » » . —.00»/4 Centimes. *00Ä/4 Centimes. —.00'/. (—.oov, am IS. 'Augusts -.00". (-.00'/. am 19. August)- 15.72'/, (15-40 am 19. August) Vvrapest. Saeschau. 0.42 l 0.41 .1.52V, (1.50 S.— ( 2.90 0.32 (0.84 .0.07 C 0'07 am 1Ä. August) am 19. August) oM 19. Auguy) am 19. August) am 19. August) HirrÄerrhrrrg in München. München» 21. August. (Tet.-Komp.) Gestern abends ist Gentralfe»dmm schall von S i n d e n d u t g hier eingetroffen und beim Reqierunqsprästdenlen von £ m t abgestiegen. Ss war kein besonderer Emplouq vorneseken. Keule findet eine große Feier zu Ehren Ktndenburgr statt, zuder «ine große Anzahl von Personen aus dem ganzen Lande und viele Fremde bereits eingelroffrn sind.- Bayer« «nd Dentschland. Berlin, 20. August. Heute voxmittaas fanden zwischen den Leiden hier abwesenden bayerischen Ministern und den Vertretern, dex Reichsregierung Konferenzen statt. Es kon nt!e eine Ei»Igang erzielt werde«. Damit haben hie Berliner Verhandlungen ihren Mschlutz erreicht. Heute abends sind die bayerischen Minister nach München zmückgekehrt. Man hofft nunmehr fest, eine Einigung in allen strittigen Fragen zu erzielen. Lloyd Geyrge. London» 2i. August. fTelegramm der „W enn Morgen, aeiiung".) L l v y d G e o r g; vüdringi seine Fetten auf seinem Landouke bei Churt in Surrey; dar er vor ewigen Mo noten erworben hat. Lloyd George hat sein ganzes Befihium, uw ungestött an seinen Memoiren ardeste« zu können, mit einem Stacheldrobtzaun umgeben lassen, desftn Kassierung nur dea mtt ener von Lloyd George selbst -aüsgeftelllen Äeschemigung Legilmierlen gestattet ist. ' §er a»erika«ische Zolltarif. AUshi- .t'o«. IS. August/(Reiüer.) Der Senat hgt^ .den neuen Z o l l t a r i f mit 48 gegen n« a tvl o m mjje. Pofneare gegen die deutsche KriegsNhrnng^ ) Pßrls» Sl. August. (Tel. der ..Wiener Morgenzeitung".) P o i n 'e a r s hielt gestern nachmittags anläßlich der Einwe'hurig eines KrieMdenkmals in T h i a u c o u 11 eine Rede, worin ex-die.deutsche Kriegführung in a u ß e r o rde n t l i ch h e f t ig e n t o i t e n verurteilte. Er erklärte, die Deutschen hWn während des Krieges immer neue Wstlel gelucht, wie zum Peispiel den Gaskrieg, um die Kriegsführung möglichst schrecklich zü'gestatten. Es könne Frankreich nicht genügen, wenn nachtrSglich Einige. Deutsche diese Derwüsiungsmittel tadeln. Während de? Kriegs seien diese Mitte! v o m ge samte n de u if ch ß n V o l k e einstimmig gutgeheißen worden. Frankreich fotd»re: daher, das auch alle Deutschen für die Rep ar at t on e n, g e m e in s cha s tTi ch » e r a n i- „ w o r lTi ch zu machen seien und Frankreich werde diese R°parattoneb zu erlangen wißen. -! <t» fta»zSstscher Mihrrsolg in N»erik«. - - Dre Misirün PttrMentiers eüWe Pvgkttsch mit einem Mißerfolg. Millerand hat richtig gesehen, als er die Entscheidung, diesen Beamten des Finanzministeriums nach WaMngton zu senden, krittsierte. Wir können den Wdenten der RePMik - nicht tadeln, daß er setzt voll seiner^Alutorität Gebrauch gemacht hat, um die Rückbrufung eines n n z u l ä n g l i ch e n U n t e r h ä n d l e r s zu beschleunigen. Wer das nationale Interesse im Auge hat, muß.sich wohl hüten, Herrn Parmentter nach den Vereinigten Staaten zurückzusenden. Dadurch, daß wir euren Beanrten mit einem offiziellen. Auftrag zum amerikanischen Staatsdepartement geschickt haben, haben wir uns osteutatiio von England getrennt, und England seinerseits wollte uns begreiflich machen, daß es unsere Geste verstanden hat. Das Kabinett von Saint James hat auf die Msiion Parmentters mit der Note Balfours geantwortet. _____ Der La«da»-Prozetz. Budapest, 17. August. (Del. der „Wr. Morgenzeft. tung".)' In der gestrigen Verhandlung des Prozesses Landau wurden die Aussagen des Zeugen Dr. S z a v a verlesen. Danach war der Zeuge mit dem Angeklagten Sipos seit langem bekannt. Dieser habe ihm wiederholt gesagt, er werde nur solange arm bleiben, Lis ihm ein p^rar reiche Juden in die Hände fallen, die er dann schröpfen werde. Sipos schrieb wiederholt anonyme Briefe, die er dann dazu benützte, um die von ihm angezeigten Personen gefangen zu nehmen und an ihnen Erpresiungen zu verüben. Zeuge kennt Sipos als ein Individuum, das bei einem materiellen Vorteil zu l'eder Schandtat bereit fei. Sipos bestreitet diese Angaben. In der heutig e n ■ Verhandlung des Landau-Prozesses stEen die.Verteidiger der Angälagten verschiedene' Anträge zur Erweiterung des Beweisverfahrens, besonders in bezug auf den vermögensrechtlichen Prozeß D o b e s mit. Adolf Landau. Als Vertreter der Familie Landau unterbreitete Dr. Ruppert Briefe, aus denen hervobgeht, daß Dobe von. Landau großmütig , unterstützt wurde. Doktor. Ruppert sagte:. „Wir haben nichts dagegen, daß hier Asten gegen Landau gesucht werden. Man möge jedoch nicht Anzeigen, sondern Urteile vorlegen, denn Anzeigen können gegen jedermann erhoben werden. Hier ist die FMe zu bereinigen» ob die Angeklagten schuldig. sind oder nW. Der Beweis für die Ettm'ordüng Landaus WUauf der Hand. Landau war nicht^in der Lage, sich ein Messer zu beschaffen und sich die Adern aufzuschneiden. Ein , weiterer Beweis ist die Erklärung des Angeklagten Sipos, per sagte, er könne Landau nicht auf freien Fuß setzen, denn er würbe sofort ein Visum repertum aufnehmen lassen. Er habe überdies vor Zeugen die Details des Mordes gestanden. Es sei auffällig, daß die verschiedenen ärztlichen Befundeeinander in manchen Punkten widersprechen, Der beschloß, das Peweispersghren m cii'.igeu