Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1277 (20.8.1922)
- Date
- 1922-08-20
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Geite 8 Sien, Sonntag Wiener Morgenzeltttng. 20. August 1922 ^r. 12,'7 Aber sowohl* Capablanca als auch Didmar können/ ihn mit je 8'/, Punkten und einer Längsporti« noch überholen und auch Rubinslein kann mit 7 Punkten und 2 Kängepattien ten Führenden erreichen. Die beiden Wiener Tariakover <7) und RLtl,(5V„r) haben ebenfalls den Anschluß an die Spitzengruppe noch nicht verloren. Es folgen sodann: Maroezy &*/„ Bogeljubow 5 (1), Euwe 4V„ Dates 4'/,. Atkins 4 (1). Wahlluch 4, Snvrkv-Bervwsky 3V2 (1), Morrison. 3 (1), Walson 2% Marolli 1. ffitfs Welser Trnmier^ In Wels sindet gegenwärtig ein Turnier statt, das allgemeinem Interest« begegnet. Starke Spieler aus Wien. Oderöflerreich, Tirol. Steiermark und Bayern liefern sich hartnäckige Kämpfe. Der Stand nach der 7. Runde ist: Takacr (Kaksah) 6, Poschanko (Wels) 5'/--l- K.. Kunert 4'/». Ing. Wahle (Lakoak), Kutscha (Linz) 4, Rofendaum (Kakoah)3V„ Platz. Eivenslein 3. Lolzinger 2 V, -i- £>-, Dr. Mense 21/*, Kaag lVt. Afritsch 1. Das Äa«»N«r»irr -er öfterrsichtfchen SchachrerbaA-es ist noch immer nicht entschieden Immerhin hat Fischer (Arb. Sch.) die besten Aussichten, denn er muß seine Köngepariie gegen Sebenkem (Schlechter) nur remisieren. um sich den ersten Platz zu sichern. Ueberholen kann ihn überhaupt nur «och Kermann Weiß (Kcckoah). Die Längeporiien bringen jedenfalls die Entscheidung. Spieltage. Monioa, Mittwoch, Fr.ntag ab 7 Uhr abends, Sonntag ab s Uhr vormittags ,m Cafe Sägerhof. IX., Porzellan- Sofft. Zufchrifts» find an Ernst Wahle, II., Obere Donaufiratze 87, zu richten. ___ Ernährung. Die TeuerrrrrgsbUartz der Woche. Die Lrbe»s«iltrl«Srkle. Die Märkte waren gestern lebhaft besucht. Die weitere Steigerung der Preise ist nicht aüsgeblieben. Von- Woche zu Woche ergibt sich eine Spannung von mehrere» tausend Kronenin den Preisen der einzelnes Fleischsirten. Gegm die Dorwocke hat sich Rindfleischum 1000 dir 40C0 K.. Schweinefleisch um 4000 bis £000 K., Rauchfleisch um 2000 bis 3000 Kalbfleisch ww 6000 bis 11..0C0 K, Speck und Fitz um 8000 K., Schmalz um 4000 dir 5000 K. pro Kilogramm -rhL'-t. Er notierten gestern in der Grvtzmarktdatle: Rindfleisch 12000 di« 20.000 K.. Kalbfleisch 16.000 bis 30.000 K., Schaffleisch 8500 bis 9"0) K., Schweinefleisch 18.000 dis 26.000 Rauchfleisch 20.000 bis 26.0CO £j, Speck 86.(00 dis 40.000 K.. Schmalz 26.000 bis 28.000 K.. Filz 38.000 bis 40.000 K. pro Kilogramm. Kein Wundrr. daß. sich das Publikum bei Gejrierrindfleffch, das pro Kilogramm 7000 dis 8000 K. kostete, und bei geräuckerlem Rindfleisch, das Kilogramm zu 12.000 K., onstellte. Sehr begehrt mar auch Kirsch-- und Rehfleisch, -dar Ki!ogramm zu 8000 bis 16.000 K. Der Geflügelmarkt bracht« Reb- . Hühner zum Preise von 3000 dis 6000 Kühner zu 6000 K., Tauben zu 2000 K. pro Stück. Gänse und Enten kosteten 16.000 bis 20.0:0 K., steirische Ponlards 24.000 K. pro Kilogramm. Der Fiichmarkt war besonders stark beiuchi. Writzfilche notierten 3000 K., Seefische 40)0 bis 5500 K. pro Kilogramm. Auf dein Nafchmarkr erhöhten fich gestern Gurken bis auf 1160 K., Zwiebeln auf 3600 bis k000 K.. Knoblauch auf 5000 K. pro Kilogramm. Sonst alle Gemüsesorien unverändert, auch Obst im Preise gegen den Vorlag gleich. Pfirsich« kosteten 10.CG0 bis 12.000 K., Wassermelonen bis 800 K. pro Kilo, gramm. Die Eier scheinen vollständig in den Sommerfrischen aufgezekrt. zu werden, do» -wenige, was in die Stadt kommt, wird tägiich teurer. Leute flehen rrir schon beie i n e m Ei er» preis von 700 K. Butter not.ert bereit- 32.000 blr 39.000 K. pro Kilogramm. Kindermilchkacten. .Der Magistrat macht nruerlich darauf aufnurklam, dag die neuen Kindermilchkarlen, die am 1. September in Kraft lreten, '.n der Zeit bis 31. August (und zwar A—L dis 23. August, M—Z am 24. August) täglich zwiscren 3 und 6 Uhr nachmittags in den Konsknptionssmtsabteilungen der magistratischen Bezirksämter gegen Vorweisung des Meldezettels, eines Altersnachweises und der btsherigen Milchbar!? ausgegeben werden. Das Verschieben der Kartenbehebung aus die letzien Tage der Frist behindert die schnelle Abfertigung der Parteien an diesen Lagen. Die verspätete Behebung der Karte bewirkt eine Unterbrechung im Milchbezug. ________ Bühne und Kunst. Ande» Theater». Das Burgtheater eröffnet Freitag den 1. Septem- -er die neue Spielzeit mit einer Aufführung des „<£ o x i o I an u s“. Samstag den. 2. : Sepiember wird „D e r junge SU t b a t ö u §*, Sonntag des 3. September „K a m 1 e t" äufgeführt werden. Die Volksoper ffifirt heute „D i e f i n g e r v o n N ü r n b e r g" auf. - Dlorgen eröffnet Frau. .Bline Sonden vöm Opernhaus is Leipzig in der Aufführung von „Cavalleriarusticana" — „Der B ajazz a" ihr Gastspiel alr Santuzm und Nedd«. Als Turri-u und Canto gastiert Herr Anton Ludwig. Die Lucia fingt Fräulein Solinger, d'e Lola Frau Kajegg, den Alfio. und Silvio Kerr Tauber, den Tsnio Kerr Lagen und den Beppo Kerr Beer. Dirigent Kerr Leo Kraus. — Donnerstag den 24. d. setzt Frau Landen in „M a d a m e B n i t e r s 1 y" ihr Gastspiel als Lho-cho-san fort. Die weiteren o sie dieses Abends sind Frau Eugenie Brsalla vom Dpemhaus m Dortmund als Suzuki und Kerr Anton Ludwig als Linkerto«. ' ImDeuifchen VolkStheatrr wird zur Vorfeier von Gerkart Kauptmanns 60. Sedurtrtäg dessen Drama a b r i e l S ch t l l i n g s F l u ch t" «eu emftudiert. Für die Titelrolle wurde Kerr Ferdinand O n n o, der in der vorigen Spielzeit aus dem Verbände dieser Bthne auLgeichieden ist, gewonnen. In den übrigen Kauptrollen find beschäfl-gt die Damen Werner,. Ria L tz t ,e t e., All K aroiy. Kochwald und de Krrren E.h r l e, «.ch r e i b e r. B u r ' a n, R a n z e n h o fe r. D o n « g g r r, A ltr i n g e n und WUs. Spiellr.ler: Friedrich R o s e n t h a l. Im Stadltheater ve-nbschiedet sich K.rr K n e idinger alft. Laienbruder Maiiin in Cvstas Volksstück ,B r.u d e r M a r t r n". W i e n e r O p t r n n « 11 n f 0 r den Mittel- .. a n d. Die Dirrklion der Wiener Mrtlclfiaudsopcr hat >m Einvernehmen mit den .kompetenten Stellen, einen .Opernver«in für den Mittelstand* gegrkfidei. Durch »in Ilebereinkommen mjt der Wiener Mitlelffanesoper wird den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, jrde Opernaufführung bes Unternehmens mit einer Ermähigung von 33V, Prozent aus die odieehin schon niedrizst g«- haltene« Einlrtttspreife besuchen zu können. Beitrittsanmetdungen «erden im Sekretariat des Wiener Opernvereines für de.i Mittelstand, 4. Bezirk, Suttn>r-Plah 9. entgegengenommen. Rothschild als Dramakister. Der bekannte Pariser Arzt Dr. Kenrt de R o t h s ch i l d ist auch als Dramatiker unier dem Namen Anbrö Pascal erfolgreich tätig. Er hat jetzt «in neues Drama: ^Wenn man liebt", aufführen taffen imb damit einen Sukzeh davongrtragen. In diesem Stück beschwört der alte Duc de Valore den jungen Liebhaber der Duchesse, seiner eigenen Frau, der sich von einer Amerikanerin den Kopf verdrehen läßt, die Lady fahren zu lasten, die Duchesse zu heiraten und glücklich zu machen! „korBgu'oa aime . . endet allerdings damit, daß die Ducheffe, überwältigt von dieser Seelengröste ihres Mannes tränenüberströmt hervor- und dem Gatten in die Arme stürzt. Andrä Pascal ist intS'refiant, wenn er spezielle, ihm vertraute Milieus schildert. Geschickt und packend gab er. mit „Le1 Caducöe" ein B'td aus der A e r z t e w e 1 t.. Der Keld Niachtz sich eine tödliche Injektion und beobachtet zum Wohl«, der leidenden Menschheit die W-.rkungen. Literatur. Die Stadt, ohne Juden. Die Stadt ohne Juden ist Wien; , allerdings nur ein utopistisches Wien von übermorgen, das dank seinem genialen Bundeskanzler — dem Antisemitenführer Schwerkfeger — seine Juden durch ein radikales, echt alldeutsch-es Gesetz an Palästina und das restliche philosemitische Ausland a-bgeben'durfte., Wien ohne Juden! Wer hat Phantasie genug, sich das „s-udenfreie" Wien vorzustellen? Hugo Bettauer mutet sich diese überschwengliche Ein-bildiurgskraft zu; es lohnt sich, mit ihm einen kleinen Spaziergang in der arischen Vindobona — weiland dem verjudeten Wien — zu machen. Kärtnerstraße. . . Hier stand einmal ein herrliches, luxuriöses Kaffeehaus; dv'm, hinter den großen Fensterscheiben, wurden Geschäfte abgeschlossen, Zeitungen gelesen, Operetten komponiert, es pochte drin— emsig, rastlos — das Leben und Treiben der Gwßstadt . . . Das war einmal; jetzt ist es eine Bierhalle geworden, auf den hölzernen Bänken sitzen drei Tiroler in kurzen Hosen und den sonstigen üblichen Requisiten der Nationaltracht. Box jedem ein kleines Glast Wein! . . . Bisavis dem Kaffeehause gmg es einmal auch anders zu. Hier stand ein Bankhmrs mit marmornen Hallen, dxm arbeiteten Hurrdert« von Beamten, Telephone klingelten rästlos, Tanserrde von ^Kunden gingen ein und aus, Millionen rmd ä-ber Mllionen wurden umgesetzt. Jetzt herrscht drin eine eisige Ruhe, alles ist still, das Bankhaus wurÄe aufgelassen, denn wozu ein Bankhaus, Wenn keine Juden da sind, die darin Geschäfte machen würden . . . Weiter unten steht das ehemalige Zwieback-Hmrs. Frau Ella Zwieback, eine Jüdin, die jetzt in Brüssel die Tage der Verbannung verbringt,' tvürde in Ohnmacht fallen oder Lachkränrpfe bekommen, wenn sie die Schaufenster des arischen Zwieback-Hauses sehen könnte. Lodenhüte, Tiroler Lederhoserr, enorme Bergsteiger aus Rindsleder, rote Barchentunterhosen machen sich in der Auslage breit. Oben die sensationelle Auffchrift: Die neueste Pariser Mode. Drin gähnen die Verkaufsräume und Herr .HabietnÄ, der einZi-ge arische Geihilfe des ehemaligen Zwieback-Hauses, jetzt — laut des Gesetzes — Besitzer desselben, ringt verzweifelt die Hände. „Was soll aus uns lverden? Seit langen Dagen verkaufen wir gar nichts. Es sind eben keine Jüdinnen mehr in Wien, und die anderen, die haben keinen Sinn für Luxus." Bor dem alten Steffel schaut es traurig aus. Kein Auto ist weit und breit, zu sehen, nicht einmal ein Taxi, denn dieses unfruchtbare Gewerbe wurde ausgegebtzn, da die Krone in Zürich nur mehr mit drei oder vier Nullen gezeichnet wird und niemand die enormen Fahrpreise bezahlen kann . . . Wien ist Verdovft. Der Roman Bettauers ist amüsant zu lesen. Für die monotonen Wiederholungen, deren er sich hier und da schuldig macht, ibieten seine witzigen Einfälle reichliche Entschädigung. Er kann auch mitunter ironisch, ja sogar^. pathetisch sein. Die historische Sitzung des Parlameirts, wo das große Gesetz über die Judenausweisnng ein^ebracht wird, fft dramatisch anschaulich aufgebaut. In dem großen Saale herrscht, eine Grabesstille, das leiseste Nauspern, ja das Surren der Ventilatoren ist zu hören. Aus der Redlrertribüne steht der gernale Bundeskanzler Schwertfeger, seine mächtige Stimme beherrscht die weite Halle. Eigenartig, seine Rede ähnelt verdammt den Ausfühmngen eines leidenschaftlichen Judenfreundes. Er sei immer,, betont er, der Schätzer der Juden gewesen. Er saß einst in den Hörsälen der.-Universität zu Füßen jüdischer Lehrer, seine besten FreuM waren Juden; der vorbildliche Familiensinn, die Fähigkeit, sich jedem Milieu anzupassen, die der jüdischen Rasse unverwüstlich inne wohnt, hccherr ihn stets mit Bewunderung erfüllt. . Oben in der Jour'naliskenloge sitzt ein englischer Jouriralist. Er fragt' ganz. erstmlnt, ob dieser Herr, der solche' Sprache sühtt, der Vertreter der Judenschast sei. Erst die Konklusion der Ausführungen des Redners macht ihn. stlasiben, daß der ^Demagoge der autisemitische Bnn- >deskanzler ist. - . Wir ösierveichiscl/e' Arier, fährt Bettauers Bundeskanzler fort, sind eben'bell Inden nicht gewachsen. Die Romanen, die Angelsachsen, die Mnkees, ja sogar, der Nord deutsche, sie alle können die Juden verdauen. Uns abe bleiben sie Fremdkörper, denn wir sind ein naives, treu herziges Volk, verspielt, unfruchtbaren Idealen nachhän gend, und so sind die Juderr unsere Herren geworden, ha ben das geistige, wirtschaftliche, und kulturelle Leben unta ihre Macht bekomnten. Wir müssen uns und unsere Km der retten. - Von der Straße her braust aus zehntausenden Kehlei der donnernde Riff: Hinaus mit den Juden! Es ist rühren! zu lesen, wie dann die beiden großdeüffchen Abgeordneter Herr Wondraschek und Jrraschek vor Freude sich kann mehr zu fassen vermögen; Jivaschek bri'lllt mit stark böhmr schein Akzent in den Wirbel hinein: Wotan weilt unter uns Bevor aber das HePP-HePP-Gesetz angenonrnren wird erhebt sich noch der einzige zionistische Abgeordnete.Inge nieur Minkus Wassertrilling; er wartet mit verschränkter Armen bis Rnhe eintritt, dann sagt er: Verehrte Jünger jenes Juden, der sich, um die Menschheit zu erlösen törichterweise ans Kreuz hatte schlagen lasten ... „Hinaus mit den Juden!" brüllt es ihm aus tausend Kehlen entgegen ... Das alles ist in Bettaners Roman anschaulich, Pittoresk und geistreich geschildert. Freilich, einen Ausblick au! irgend? eine weitere Perspektive, eine Stellungnahme, dem, hier angeschnittenen tiefernsten Problem gegenüber ist im Roman nicht zu finden. Bettauer wollte nur unterhalierr und ldas fft ihm trotz den Mängeln seines Buches gelungen Seine Erzählung hätte viel gewonnen, wenn er den „jüdischen" Trick, mit welchem der mutige Zeichner Leo Strakosch die Jüden nach Oesterreich zurückbringt, anders gestaltet oder bleiben lasten hätte. Er ist unwahrscheinlich und simpel. Ue-berhaupt ist dieser geniale Jüngling und seine rührende Liebschaft nur deshalb da, weil ein Roman eiben — nach den festen Regeln der Stilistik — einen Helden und eine Heldin haben soll. Der wirkliche Held von Bet-' tauers Rouran ist aber der Wiener — mit. all seinen Tugenden und Untugenden, den großen und kleinen Dummheiten, mit seinen Christen und Jirden — Wien, ein steingewordenes Symbol menschlichen Treibens. Desiderius Papp. Fean-r Oppenheimer: Die IuSenslaiistik Ses prenhische» Kriegsminister i«ms. Der Verlaa für Kulturpolilik, München, läßt soeben in seiner Schriftenreihe „Fragen der Zeit" den Frankfurter Vörtrag Prof. O p p e n h e i m.c r s erscheinen, über den die „Wener Morgenzeilung" seinerzeit ausführlich berichtet hat. Die Broschüre ist eine wissenschastlich einwcmdsreie, slttiitisch glänzend geschriebene Widerlegung der Machinationen der amtlichen rreutzischen Staiistck und ihrer antisemitischen Nutznießer. Dariibcr hinaus ist sie noch «in wertvoller Beilrag zur Sozialgeschichte der Juden Deuischlands. Dr. R. W. Jüdische Jugend, heräusgeaeben vom Präsidium des Kartells . jüdischer Verbindungen m Berlin. Verlag F. Ostertag (Berlin). Das anspruchslose Lest, erweist sich «als. eine Monistische Propagandabroschüre von gutem Gehalt. Die'meisten Beiträge — sämtliche wurden von Mitgliedern der K. I>D. 'geliefert — zeigen ein erfrenliches Nieoeaü. Dies gilt namen lich von Dr.M. B t l es k i s klarer und gut disponierter Untersuchung über jüdische Polriik und von Dr. S. K r o i a n k e r r glänzend geichriebe-- nen Aufsatz über den „Fall Naumann". Auch di- Arbeit von Laus I o n ö s über d e Idee der Zerslreuung und Wiedersammlung bei den Propheten ist anerkennenswerte Arbeit. B e s o ndereLervorhebung verdient der Bericht Über die Laisa erÄealscku l e. die, von dem K. Ä. D Dr. B i r a m geiettet. die Methoden neupäoagvgüchen Werk- ' un'ierrichis den besonderen Bedürfnissen Erez Israels onzupassen sucht; herzersteuende Darlegungen..deren Kenntnisnahme jeden pädagogisch Interessierlen dringend zu empfehlen ist. A. F. AMvErlalbidllvIhaK des Klvl-Verlags (Berlin). Ja diesem neuen, unier der Leitung des Dichters D i a l i k stehenden hebräischen Verlagsunternehmen erscheint in volkstümlicher, reckt ge chmackvoller Ausgabe eine Reihe von mehr oder weniger klassischen Schriften älterer und neuerer hebrälicder Literatur. Don den beiden mir vorliegenden Bündchen enthält das eine eine Auswahl von D i ch t u n g e n aus d e m . D i v a n Jehuda Kalevis, wohl die kürzeste, .dennoch alle Arten der Dichtung Halevis umfafiende Auswahl; das zweit: « i a l i K r „A r j e h D a a l - G u f" (in d,uisch«r Uebersetzung einmal als „Arjeh der Kraftmensch" wiedergegeben), «in etwas groteskes Menschenbild, das in Stoff und Stil an Mendel« erinnernd, sich durch «inen eigenartigen malerischen Naturalismus in Bild und Wort ouszeichnet. S. M. _Drr Ivb«.- Eine Monatsschrift. Kerausgegeben von Doktor Mariin B u b e r, im Jüdischen Verlag. Berlin KW 7, Dorotheenftraß« 35. Das 9. Keft des VI Jahrganges ist soeben erschienen und hat folgenden Inhalt: Oskar Karbach. .Das Prinsip der Assi- Miktion'. Benzion Rubstetn. ^Die ökonomische Lage der Juden in der Ukraine und ihre Perspektiven". Loses We st, »Ziele und Aufgaben der jüdischen GeichrchiSschreibung^. Samuel Äappaport. .Aus dem religiösen Leben der Ostjuden". Vl. 8. D., »Namen andern", «ans Kohn. »Andrs Spire". Martin Puder. »Die zwei Ich". Bemerkungen: Eduard Strauß. »Dom Ursprung des Ehristeniums". Ruth Morold. .Untergangsprobleme". U mschau: S. Iawneeli, .Grundsätzliches zur Siedlungsardeit". Ketene Kann« Cohn. ^Kunstausstellungen in Iriusaiem". — Abonnemenlspreiie: Deutschland öü Mk>, Oesterreich 55 Mk.» Polen und Ungarn 60 Mk., Tschecho-Slowaket 20 tschech. K.. Rumamen 40 Lei. Jugoslawien 30 Dinar, Schweiz 2 Franke». Lolland 1.S0 holl. Gulden. Frankreich 3.50 Franken. England 2 Schilling, Amcrika by Cenis pro Quartal Gerichtssaal. Die MehlvorrLte der BLcker %\t wöchentlich steigenden BrsLpreise. . Das Zivillandesgericht hat gestern.Erhebungen darüber beschlossen, ob die Bäcker berechtigt sind, große Mehldorräte einzulageru und hierdurch bei den von Woche zu Woche steigenden Mehlpreisen Niesengewinne zu erzielen. Der in der Alienbrunngasse im Bezirk ctMierte Bäcker Adolf Werner ' hatte denr Eisen Händler David Go Idstein das ihm während