Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1277 (20.8.1922)
- Date
- 1922-08-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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jcrinr, 'cpimrnft Schloß ist ein Kiosk aus sich verjüngenden Terrassen. Die! 17. Juli 1922. Für diese Branche kvm nt der Index Zscht Vorhalle hat eine Decke auS Spiegelfassetten.- der GtückmHerstccif' in' der Hainen- Wänden hängen in ln,mem Durcheinander Photographien Engros- und Deiailkonfektion beendet. .. durcheinander Photographien aller Art, meist Evrpfänge und Pvchden, auch dämer Kaiserparade ist dabei.' DMp steigt.-itzaw/-eine Treppe hinan, die Flamingos flankieren. Abtzv^WEiere^ sind aur Blech, schön weiß und rosa bemalt. An einzelnen Stellen ist die Farbe abgegangen und rnau sicht . daL Blech. In der Halle des oberen Stockwerkes gibt es e!m paar Bärenfelle von besonders großen Dimensionen und einige sehr wertvolle schöne Tierbronzen. Dafür hängen da aber auch, schön in Oeldruck, ein paar ganz unmögliche nackte Weiber. Und ic sind alle Zimmer. Sieht man schon in Südamerika meist nur den .Ausschuß europäischer Meierei, so scheint hier ganz besondere Sorgfalt darauf gelegt worden zu fein, selbst einen Kitsch, aber des allernotwendigsten, zu bekommen. In einigen Zimmern sind auf Konsolen unter völliger Verkennung ihres Zweckes elektrische Heizkörper aufgestellt. Was einem aber besonders auffällt, ist, daß man auch in Tevpichen nichts Gutes siebt, sondern nur neues, möglichst grell mit Anilin gefärbte Zeug. Hier tv dem bescheidenen Andermr. das man von der Terrasse aus liegen sieht, wohnte der Schah, bis er fand, dop er am Seinestrand doch/noch chesser und vor allem sicherer wohne. Die Erinnerung an die Art seiner Thron« bestergung hat Sultan Achmed wohl nie verlasien. Sie fand unter dem Flintengeknatter her Revolution und dem Heulen und Wehklagen seimr Eltern statt, die die Führer der siegreichen Nationalisten anflehten, ihnen doch diesen ihren Lreblingssohn zu lasten l.jnd statt desten einen anderen ihrer Söhne zu nehmen. Auch der kleine Achmed weinte Tag und Nacht, bis man ihm erklärte, auf der russischen Gesandtschaft, in dip sich die Zarenfamilie geflüchtet, sei dies wcht erlaubt. Der Knabe wurde dann von den Nationalisten ins Parlament gebracht und sehr gegen seinen Willen zum Schah proklamiert, wahrend ferne Eltern ins Exil gingen. Mrrsien ist heute ü.r ht der Auflösung begriffenes Gebilde, das nichts so notig braucht, wie eine feste stetige Führung. Der Schah aber Ifr ein verweichlichter furchtsamer Schwächling, der ans Bazillenfurcht niemandem die Hand eibt. Und so spricht manche Wahrscheinlichkeit dafür, doß der Kiosk von Dischcwiepe der Palast ist, den ein Scl.oh aus der nnst 7-ubmreichen Dynastie der Kadschoren für sich erbaute. ,,Schah dem Schah" ist aus Spiel Ernst geworden. Der Streik in der KonfekttorrsindsArie. Baldige Aussicht auf Beendigung des Streiks. Im- Bundesministernnn für soziale Verwaltung fanden gestern die ersten Einigungsverhandlungen in' Angelegenheit des Stückmeisterstreiks in der Konfektionsindustrie zwnäjen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer statt. Von den Arbeitgebern waren die Großkonfektionäre Präsident Kommerzialrat Julius Neu mann, Vizepräsident Philipp' K o h n, LeopoD Renner und Kassowitz, von den Arbeit- . nehmern Handelskammerrat Michael Stein schauer und Jedliezka von der tschecho-sowakischen Vereinigung erschienen. Die Arbeitgeber, iie v;lannr!'ch aus die Minimallohnsätze die volle Indexziffer von 124 Prozent bewilligen wollen, erhöhten ihr Angebot dahin, daß sie auch die Grundstücklöhne um 20 Prozent erhöhen wollen, was gegenüber der Indexziffer eine weitere S eiaerung von 39 Prozent bedeutet. Durch dieses Zugeständnis würden sich die neuen Stücklöhne auf das zirka 7000fache der Friedensstücklöhne erhöhen. Der BerhaMungskeiter Sektionsrat Dr. Forchheimer empfahl den Arbeitnehmern, dieses Anbot anzunehmen, zumal die Kosten der heutigen Lebenshaltung bloß einen 5000fachen Friedensstücklohn bedingen würden. Die Arbeitnehmer lehnt e u jedoch dieses Zugeständnis der Konfektionäre ab und erklärten, vor allem auf den Stundenlohn von 2200 K. pro Stunde verharren zu müssen. Hingegen würden sie bei Erfüllung dieser Forderung statt des Indexes per 124 Prozent für diesmal einen solchen von nur 26 Prozent beanspruchen. Dieses Anbot wurde wieder von den Arbeitgebern auS prinzipiellen Gründen abgelehnt. Die Verhandlungen währten bis gegen Mitternacht. Es scheint jedoch, daß sich die noch bestehenden Differenzen leicht. überbrücken lassen werden, und es besteht begründete Aussicht, daß der Streik schon in den allernächsten Tagen beendet sein wird, zumal auf beiden Seiten das Bestreben vorherrscht, zu einer baldigen Einigung zu kommen. Gestern vormittags fanden die Lohnverhandluugen in der Damendetailkonfektion statt. Kommerzialrat F. I. Zabransky namens dör Damendetailkonfektionäre konzedierte den Stückmeistern auf die Iitli-Minimalstücklöhne einen löprozentigen Zuschlag und separat hierzu den vollen Index Per 124 Prozent, so daß sich die Juli-Mmtmallöhne jetzt um 160 Prozent erhöhen würden. Die Vertreter der Stückmeister erklärten, dieses Zugeständnis momentan nicht annehmen zu können, sie müßten erst Berechnungen anstellen. Die Verhandlungen wurden sohin vertagt. Nachmittags wurden die Verhandlungen fortgesetzt und beendigt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigten sich aüf eins löprozentigfe Erhöhung der MinimalgruMöhne vom 17, Juli mit deÄ Zuschlag des vollen Index von 124 Prozent. Diese Erhöhum wird nur für jene Arbeiten bewilligt, die och 16. -d. tttt St Meister abgegeben werden. \; - In der EngroS-Branche der Damenkonfektion einigte man sich-auf einen ganz neuen Mindestlohntarif, dp* um 100 bis 150 Prozent höher ifi als die StücklöbnL 'frm iT .. c-. Kastei ärgern "MCMS aus ^taffee^efeerftelfen" mftgeießiJüirb, ist auf Grund der Steigerung der Rohmaterialien (ein.Hlogramm Käffee über 50.000 K., ein Kilogräntm Zückex!6.00ö K., eine Dose Kondensmilch 6lst)0 ^K., ' ein 'Kilogramm Tee 100.000 K.) eine, abermalige Preisregulierung unvermeidlich und es dürste sich dü'ber demgemäß in den Be-' trieben der Gruppe 1 der Preis für eine Melange auf 1600 bis 1800 K., für einen Mokka auf 1400 bis 1500 K., für eine Schokolade auf 2000 vis 2200 K., Soda mit Hirnbeer auf 1400 bis 1500 K. stellen. In diesen Preisen ist die 15 prozeentige Nahrungs- und Genußmittelabgae inbegriffen, die sich auch auf das Gebäck erstreckt. In den Betrieben der anderen Gruppen verringern sich die Preise entsprechend. MitteilmiWi ans dem Publikum. 123 WÄSCHE-SALON D. ROSEN FELD WIEN I. KOHLMARKT 6 TEL 9307, 5325 KARLSBAD ALTE WIESE TEL. 121/VI KOMPLETTE BRAUTAUSSTATTUNGEN Sali Rosenblatt Jechief Barer Halicz Kalusz Verlobte Wien, im August 1922 Morgenstern; SamekStand Wien „ Lemberg >> . Verlobte r Wien, im August 1922. Sali Morgenstern Abraham Seemam Boryslaur, dzt. Wieft II. Drohobycz Verlobte Wien-Drohobycz, im August 1922 Sali Glaser L3wi. Dichter Wien Drohobycz Verlobte t - , Wien, im August 1922 Betty Markmann Ephraim Hasten Stanislau Chodorow empfehlen sich als Verlobte 1 L.- ~^1T -»j| v':‘T ' Israel; Biegeleisen Bropktyn, New^orit,*1571-47. Ab.'rfr. Bdro / gratuliert herzHchst seihdto Cousin Herrn M. 1» Biegeleisen anlSsslIeh seiner Verlobung mH Frkuleln Rosa Amsterdam & Co. ntike und isodern« m ® dt «M B 1» e i ' 11 für Darren, Demsn und KBn de r . 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Zenlrqle: Oskar Schick, Nyira lo.Ockd,. M. Rübnrr (London) 11 982, E. R. w.oco, Div. 1900. — 1. Bezirk: Otto L3« 50.000. E. Weitzkopf 2000, Div. 1000. 2. Bezirk : Dianabad 10.000, I. Ghelber 5000, Wiestn-Afchkenasy 5000» Dio. 1640. — 3. Bezirk: Lewanon 10.000.— 4. Bezirk: 200. — 6. Bezirk: Smlg. Melanie Keidenfeld-Bubin: Km! Peizer 1540, Klinger 5000, Nest, Reisz 1813, Ignaz Rot .2000, Moses Benno 2150. Div. 7891; Wlöch 2 00.000. I. Ehrlich 5000. W. Sachs 20.000. — 9. Bezirk:. d. Ing. Schneider 4000: Adr. Aron u. Malks Malamalb-Garten: ^Dlatt u. Malamath 24.000., — 10./11. Bezirk : 1(00. — .1^/15, BezirkMinna u. Dr. Otto Neumann 2000,' Div. 1000.,18.. Bezirk: Lv0. IT. Pszi-rk: M *. Atz, Lcwdesverb.: AK. P. jüd. Med. : Smlg..;d.. .Weitzmann h. Kochzt. Kaber-Linker: Linker, Ede!- flein je 10.000. Nathan Kriegsfeld, Familie Jung leib, Ma^ Haber, Grober, Ungar, Schmeiger, Neumann }a-5000, Bessie Kriegs seid, I. Kader, Gers, ^aber, Saul Haber. Kerm. Kader,?Fkm7''' Klein.' Fqm. Brandgein, Kerr Rtckier, Frau Fiher je 2000. Div. 6100; Litachduth: Ab. Iwn d. Scharssiein: Mäier Lauterbach 4160, Scharfsiein, Reich & Lo. 3300; Mirrachi d. Benztvn Tauber: Rob. Schapira-Kain: Mendel Vogelmann, K. Ader je 5000, Dr. Schönkel, A. Birnbaum. V..Birnbaum, N. Scherrer je 2000, Div. 12.930; Div. 881.50. — Amsletten t Max Fialta 10.000. — Baden: d. G. Seidemann: Thvraspende Kutscher fen. u. tun. 115.000, Div. 600. —- Gleichmberg: Rudolf Kah (Nagyvarad) 5000. — Gmunden: d. S. Räder: Dio. 1612. — Klagenfurt: Smtg. Sstdor Weinreb 1>.0ov; S. siriedländer 1000. — Linz: 1000. — Melk: 1000. — Preßbaum 1000. * Das Neueste ist... Dar Neueste ist nämlich dos verreiste Geschäft. Gs Hai nur rasch mal ein bißchen Urlaub genommen und eine kleine Svmmerreise «ngelrrirn. Vorüber sind die Zeiten, wo der Chef dem heiratslustigen Angestellten strenge Beispiele von pflichigetteuen Vorgängern erzählte, die in drr Mittagspause Trauuna, Diner. Gratnlation «nd Kschreitsreise erledigt hatten, vorüber sind die Zeiten, da jede verstorbene Erbtonte mit Brief und Siegel «achgewieien werden mußte, um in der Sommerzeit drei Tage Urlaub zu erlangen. Liebesvll und zärtlich mustert der Geschäfirinhaber erst die wohigimästcken Regale, dann die minder wotztgemästeten Verkäufer und stellt fest, daß beiden ein bißchen yurruhen sehr zuträglich wäre. Ob die Angestellten a» Gewicht zunehmm, ist ja nicht ganz sicher, über jeden Zweifel erhaben ist jedoch, daß die Ware« «n Wert zunehmen, sich überhaupt aufs gründlichste erholen werden. Da dem befolgten Geschästsvyter für dieses Ziel kein Vpfet zu groß ist. nimmt ermutig den,Kampf mit dem Genitiv aus und dichtet einen Zettel: „Wegen Demtaubungs des Perfonrle§ des Geschäftes bleibt bjzu« September geschtoste»." Fa» bis zum September! Großzügig scheut der Edle nicht davor zurück, den Preis seiner. Waren auf» Zchnfache zu erhöhe», wenn er nur sicher ist. daß er sie nicht billiger hergeben muß. Die drückende Sommerhitze von 5 Grad 6. macht eine ausgiebigr Erholung unerläßlich, und schließlich will der Angestellte auch wieder einmal wissen, wie der Frosch fingt und der Regenwurm sich välzL Also: wegen Urlaubes,,. .. Andere lassen den Knopf von einer Schublade erneuern.... wegen gründlicher Renovierung — sie lassen ein Osenroh ’ einyipsen... wegen Umhau des Lokals.... Zn jed^m Falle fällt der Rolldalken. Und der Kerr Professor, der die Fnschrtflen liest, mißbilligt die Grammatlh, findet die Maßregel jedoch lobensweri. Venn er versteht sehr wphl. daß auf dicse Meise das Perschleudern der Mare an «usiänder verhütet werde:; soll. Atsv kluge Politik zugunsten'der Inländer. Der Herr Professor lächelt verständnisvoll, geschäftstüchtig und verschmitzt und träumt den seligen Traum des geistigen Ardeiters, den Traum von den Doreats-Schuhm. die nicht die Kälfte des Monatseinkommens verschlingen. Schuh meiner Ttäume» wo weilest du? flettttiu *i