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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-16 · Heft 1273 (16.8.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1273 (16.8.1922)
Date
1922-08-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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^teinec angehörte. Daraufhin ift ein Haupknlann Scheuchenstuel zur Polizei gegangen mid hat dort angegeben, das; aus der Wohnung des Steiner Leichengeruch dringe. Bei der Durchsuchung der Wohmmgwurde in einer großen Blumenvase, die 1,40 Meter lang ist, etwa 40 Zentimeter Durchmesser hcit und innen hohl ist, der Kopf und andere Leichentejile gefunden, die mit einer 24 Zentimeter dicken Gipsschichte bedeckt waren. Die Leiche war die der-verschwundenen Nittmei'stersfran. Als Mörder kommen die beiden Lüttgendorf, die ebenfalls in Haft sind, und Steiner in Betracht. Steiner hat cmch' bereits den Schmuck der Ermordeten nach Wien geliefert. Rätselhaftes Verschwinden eines Wiener Schneiders. Der 39 jährige Damenschneider Heinrich Polak, ■ü» Bez./ Suwerftraße 1 wohnhaft, ist seit 9. d. spurlos verschwunden, Polaks beide Söhne weilten im Salzkammergut. Beide sind Realschüler. Erin, der altere, 16 jährige, citt vorzüglicher Geiger, hat über den Sommer eine Stellung als Solist auf der Geige aus der Nudolfshöhe in Bad Ischl. Sigmund, der jüngere, 13 jährige, befand sich als Hortzögling in St. Wolfgang bei der Ferienkolonie für Mittelschüler. Der Vater wollte nun in der vorigen Woche die beiden Söhne besuchen. Mit etwa 80.O0O K. irr der Tasche fuhr er nrn 5.' d. von Men weg und kam am 7. -d. in St. Wolfgang an. Er war heiter und wohlgemut, fühlte sich sehr wohl und reiste noch am selben Tage nach Bad Ischl weiter. Dort blieb er bis zum 9. -d. An diesem Tage ist er nach Wien abgereist. Er hätte am 9. d. oder längstens am 10. d. in Wien eintreffen sollen. Sigmund Polak kehrte ahnungslos am 12. d. hierher zurück und war furchtbar bestürzt, als er hörte, daß sein Vater noch nicht angekvmmen sei. Es wurde an den Bruder Erwin telegraphiert, der znrückdepeschierte, daß der Vater am 9. d. Bad Ischl verlassen habe, um unmittelbar nach Wien zurückzukehren. Polak sen. ist bisehr ganz gesnud gewesen; es ist auch nicht anzunehmen, das; er unterwegs ausgestiegen ist. So ist es nur möglich,.daß Polak einem Unfall oder Verbrech enzum Opfer gefallen ist. Der Vermißte ist mittelgroß, schlank,, hat blondes, meliertes Haar, Stirnglatze, lange, gerade Nase, graue Angen, bartloses Gesicht. Er trug dunkelgrauen Anzug, gelbe Schuhe, weiß-blau oder weiß-Iidr gestreiftes Hemd, grauen, weichen Hut, silbren« Uhr mit Sportkette aus Münzen und Ehering. Er hatte einen Reisekorb mit grauem Sportanzug bei sich und dürste'von dem Gelde nur mehr etwa 10.000 K. besessen 'haben. Die Nachforschungen sind bisher ergebnislos geblieben. Der Streik in der KsAfekLLoNsirrÄ»strie. Der SIreik der Stückmeister in der Konfekttonsindustfte wird mit ziemlicher Kesligkeck nammtlich gegen jene Firmen forigesührt. welche öle jüngst gebildeten „fliegenden Lohn verhandlungsgruppen" der Streikenden mit ihren Anträgen auf Bewilligung der Forderungen unter Hinweis auf die Beschlüsse des Verbandes der Kleiderfabrikanten ab gewie sen haben. Wohl haben In den letzten Tagen wieder einige Konfektionsfirmen die Forderungen bewilligt, so datz insgesamt 7.0 Firmen vom Sireike ausgeschaltet erscheinen und sich die Zahl der streikenden Stückmeister und Gehilfen bereits um ein D r i t t e I vermindert hat. Gestern fand eine' Vertrauensmänner-Dersammlung der Streikenden statt, in welcher über die Sireihlage berichtet wurde. Es wurde beschlossen,. daß ein Vertragsabschluß mit de« Verband der Kleiderfabrikanien nur unter der Bedingung erfolgen darf, daß zu den geforderten neuen Stück» und Stundenlöhnen der volle Index per 124% hinzugerechnet und von den Arbeitgebern bezahlt werden. Für ein Sakko wurden bisher an Nahlohn 6000 K. bezahlt, gefordert wurden hiefür 19.000 K., mit dem Index von 184% waren demnach für ein Sakko 44.352 K. als Nählohn zu bezahlen. Der Nählohn einer Weste oder Kose betrug bisher je 3000 K., gefordert wurden hiefür je 9900 K. und mit de« Index wären je 22.176 K. zu bezahlen. Ein Sakkoanzug, besseret Lagerarbeit (en gros für Export), würde dem Konfektionär demnach auf 88.704 K. an Arbeitslohn allein zu stehen kommen. Der Nählohn für einen W i n t e r r o ck betrug bisher 10.000 K.. nach der Forderung soll er 85.200 ü. betragen, mit dem Index wird er sich aber auf 78.803 K. belaufen. Die Ker» ftellung eines Damenkostüms wurde bisher mit 27.889 K. enllohni, als neuen Nählohn forderten die Stückmeister der Damenbranche 44.000 K., der sich aber durch den Index auf 98.560 K. erhöhen wird. Für einen Damenmantel bezahlte man bis nun 16.670 K.» gefordert werden 39.600 K., zu bezahlen aber werden 88.704 K. sein. Der Konfektiönslohn für ein M a n t e l k l e i> war mit 11.993 K. berechnet und soll nun auf 30.800 K. erhöht werden. Durch den Index wird aber der Stücklohn 68.992 K. betragen. Für Konseklionsarbeiten komplizierter Art wurden spezielle Und wesentlich höhere Löhne gefordert. Zu bemerken ist. daß eine Reihe von Konfektionsfirmen wett höhere Konsekttonslöhne schon bisher bezahlt hat. als sie tarifmäßig gelautet haben. Der Verband der Kleiderfabrikanten Österreich» hat für beule eine Plenarversammlung seiner Mitglieder einberufen. DieVerka-fshallcn a»f dr«Karl«platz. Die Umfriedung des Baugrundes auf dem Karlsplatz ist nun vollständig gefallen, und die. hier errichteten Verkaufshallen, die von heute an dein Publikum zugänglich sein .werden,'. sind sichtbar geworden. Die Aufführung des Komplexes bildete eine architektonische. Streitfrage, -denn das Bild des Platzes sollte durch den Neubau nicht gestört,' die Ansicht der Karlsiirche nicht verdeckt werden. Und wun Leigt es sich, daß Lvana. »"»ter dem die Bauleitung arbeitete, keinen gesunden Eiinfluß ausübte. Während die Innenarchitektur in ihrer stilvollen Einfachheit vornehme Wirkung ausübt, machen die Fassaden den Eindruck eines .langgestreckten Wirtschaftsgebäudes, das. gewiß nicht zur Verschönerung des Platzes beiträgt. Das Gebäude, ein solider Betonbau.mit Etevnitabdeckung, erhebt sich auf dem Areale von 3000 Quadratmetern. Hier sind 63 der bedeutendsten Wiener Firmen der verschiedensten Branchen aus Industrie, Handel und Gewerbe zu einem Etablissement vornehmen Stils vereinigt. Neben der Maschinenschwerindustrie, der elektrischen. Industrie, der Automobilfabrikation usw. sehen wir hier Vertretungen der Holzwarenerzeugung, der Pelz-, Herren- und Damenkonfektion, der Lederivarenerzeugung, der Wäsche- und Schuhwarenbmnche, Parfümerim. Fabriks- , Vertretungen zur Innenausstattung von Häusern, von ' Ofenwerken, Spiegelfabriken, Likörbrennereien, die Niederlage von Erzeugungsstätten für Emaillvaren, von Möbelfabriken usw. Unter den hier vertretenen Firmen seien unter anderen erwähnt: Karl Beck (Spiegelfabrik), Brunner Maschinenfabrik, Sigmund Engelmann (Damenkonfektion), Germaniakonzevu (Luxusglaswaven), „Grandiosa" (Neuheitsapparate),. reg.. Genossenschaft Kunstpfeiler, Marfon Ine (Damenhutetablissement), Eltse Malh, „Miag" (Milchindustrie), Hans Paulsen (Autoindustrie), O. E. Reichel u. Co. (Speditimrs- und Vertvetungskonzern), M. Steiner u. Sohn (Paradiesbettenfabrik), Winter u. Adler (Metallindustrie). Die VerkaufAhallen werden den Zweck, einen Zentralpunkt des Wiener Cngros- und Detailgeschäftes für Einkäufer des-Inu-nd Auslandes zu bllden, vollständig erfüllen. Das Unternehmen wird gewiß nicht erst den Beweis erbringen' müssen, daß es nicht minder für die an der Belebung des Handels interessierten Kreise als auch für die Bedürfnisse des Publikums eine moderne, aus unserer Zeit und für unsere Zeit geborene Schöpfung ist. Cisenbahimnfall bet Sarrod. Lemberg, 10. August. (Tel. d. „Wr„ Morgenzeitung".) In der Nacht vom 6. auf den 7. d. entgleiste ein von Borhslaw äbgegangener Lastzug bei der Station N o w os i e l i c e - G n i e w o s z. Der Zug war ausschließlich mit Naphthazisternen beladen, die für die beimchbarten Destillationslager bestirmnt waren. 26 Zisternen wurden ganz vernichtet, so daß das . in ihnen enthaltene Erdöl die umliegenden Felder ^deckte. Der Schaden wird auf über 50 Millionen Mark beziffert. Ew Weichenwächter wurde sehr schiver verletzt. Der Unfall ist zum Teil auf die, große Reduzierung des Personals zurückzuführen. *DaS NeuesteM.^.^Das NouHe-istder vufgersgte SommerfriMer. Gr rast^ tM, wütet, verfaßt Memoran-. den -und begeht andere WahnsinttStÄen, ja in einer sonst durchaus friedlichen Villegiatnr begann dieSeele des Sommerfrischlers sogar in ErmMgelung emes stärkeren'Wellenschlages auf dem See in so heftige Bewegung zu geraten, daß sie sich As zur Wahl eines Komitees steigerte. Statt, wie es Pflicht und Lebenszweck des braven Sommerfrischlers feit jeher gewesen, friedlich auf der Weide zu grasen, die ihm die bäuerliche Freigebigkeit und Biederkeit zuwies und sich von seinen vierfützigen Weidegmossen nur durch größere Bescheidenheit und Zahlungsfähigkeit zu unterscheiden, statt sich damit zu begnügen,^vier Meter hohe Bergstöcke zu schwingen und die Kühe durch Jodelversuche scheu zu machen, statt im Genuß von ang-ebranntem Sterz,- hellblauer Milch und garantiert landesMich-stilecht-er Wanzen zu schwelgen,-erfrechte sich der Sormnerfrischüing von 1922 mit einem Male, zu finden, daß er zwar sin Oesterveicher, aber immechin doch noch eine Art Mensch und Landsmann sei. Um den Gipfel der Kühnheit zu erklimmen — der einzige, der ihm zugänglich ist 'vermutlich — begann der Sommergast cmch noch zu rechnen. Es zeigte sich zum atenlosen Staunen des ehrsamen Gastwirtestandes, daß der'Ruchlose die.Flelischpreise richtig ermittelt hatte und nun"den sonderbaren Standpunkt vertrat, jene Fleischpovtion, die 12 Dekagramm enthielte, sollte nicht das Doppelte des Kilogvammpreises kosten. Aarch Hinsicht, lich der Zimmerpwise hegt der aufgeregte Soommerfrischler sonderbare Ansichten, denn er weint, daß die Vereinbarung vom 1. bis. mindestens zum 3. Gültigkeit behalten sollte, eine ganz antiquiete Vorstellung sÄbstverstcmWch, die. den Hohn aller Gerechten heransfordern muß. Die Gastwirte des beklagenswerten Ortes, der von den Fluten des Sommersrischler-Bolschewismus bedroht scheint, haben sogleich die richtige Antwort gegeben: sie setzten di« Preise Humus. Im übrigen begnügten sie sich in gewohnter Milde damit, die, Aufrührer zum Hungertod zu verurteilen. Auch sonst fehlen die lichten'Punkte in dem düsteren Bilde nicht. Es steht zu hoffen, daß der Zwischenfall noch ein paar Ausländer auf dm. Gedanken bringt,' im traulichen Oesterreich mit seinen sprichwörtlich niedrigen Preisen (Pension zwei holländische Gulden) Fuß zu fassend Auch glaubt man, daß die Revolte auf ein kleines Gebiet beschränkt bleibt. Denn im übrigen Lande herrscht Ruhe und der Sommerfrischler obliegt seiner Haupt- und LichlingsbeschäftiMwg et zahlt. Kater Murr, * Teilnehmer m der" zionistischen Dahrenkonfererrz werden darauf aufmerksam gemacht, daß die .Maariwim", Triest, durch die hiesige Expositur des Lloyd Triestlno für den Palöstina» dienst, Wien, II., Praterstrahe 9, A e feroierungen von Rückfahrtp affagen nach A lexandrien und Jaffa enlgegennimmi. Da für die Dampfer in den Monaten September, Oktober und November die größte Nachfrage herrscht, empfiehlt es sich, die Reservierungen der KajütenpiLtze 3 bis 4 Wochen vor der beabsichtigten Reife vor» zunehmen. Kajütenrestrvierungen «ollen unter Briefadresse: Expositur des Lloyd Trtestino für den PalSstinadienst. Wien, II., Pralerftraße 9, oder unter Telegrammadreste: Palästina Wien, t-chi. reltra angemeldet werden. iv. August 1922 Seite 5 Rischon-le-Zion. Aus Jerusalem, 9. d., meldet da^ I. C. B.: Die ältejte jüdische Klonie Rischon-le-Zion feiert hellte ihr vierzigjährrges Gründungsjubiläum, welches unter großen Feierlichkeiten und unter Teilnahme zahlreicher Gäsp und Delegationen aus dem ganzen Lande verlief. ■* Dalfour als jüdischer Vorname. Ans Jerusalem richtet das I. C. B.: Aus Dankbarkeit und Verehrung für Lord B a l f o n r, der dem jüdischen Volk zur internationaler Anerkennung der jüdischen Rechte auf Palästina verholfen hat werden viele neugeborne jüdische Kinder B a l f o u r benannt. * PrLhifkorische Funde bei Szeged. In der Nähe vor Szeged wurden bei landwirtschaftlichen Arbeiten Gräber aus de' Zeit »der Völkerwanderung entdeckt. Man hält sie für GrabWler einer farmatischen Kolonie. Die Äusgral.ungen dürften noch wniere prähistorisch interesiante Funde an das Tageslicht fördern. * Kein jüdischer Katheder an der litauischen Universität. Aus Kowno wird uns berichtet: Prof. Simon Dubnow richtete nach der Reorganisierung der neuen Statuten der litauischen Universität an den Rektor ein Schreiben, in welchen! er seinen Rücktritt mitteilt. Infolgedessen bleibt die Lehrstelle für selnitische Sprachen und jüdische Sprache an der Litauischen Universität unbesetzt. * Kinozensnr in Palästina. Aus Jerusalem lvird uns berichtet,: Die palästinensische Regierung verbot für Jaffa Und Jerusalem die Ausführung eines das R i t u a l m o r dmärchen abwehrenden jüdischen Films. In Jerusalem wurde die Ausführung des Herzl-Films nur für einmal und nach gewissen Weglassungen gestattet. * Das Wucheraukt und die Firma Meinl. Gm Leser schreibt uns: Die Oeffentl^ykett wird in letzter Zeit häufig vom Kriegswucheramt mit Mitteilungen über seine segensreiche Tätigkett beglückt. Bald hangest es sich um einen Greisler in Ottakring, der mi-t einem Viertelkilogramm Preßwurst „geschoben" hat, bald um einen Leopoldstädter Kaufmann, der ein Taschentuch um zehn Kronen zu teuer berechnet hat. Die Tätigkeit ist löblich, aber nichr ausreichend. Warum werden wir nicht y'-e und da mit Details der Geschästsgebarung von Wiener Riesenslrmen vertraut gemacht, welche den Markt beherrschen. Was ist's mit der Firma Meinl, in deren zahlreichen Filialen ein Hinaufnumerieren der wichtigsten Artikel betrieben wird, das gewiß der Aufklärung bedarf. Die Steigerungen sind einfach entsetzlich. Von einem Tag zum anderen kostet Kaffee um 1Q.000 Kronen mehr. Dabei werden nur ganz beschränkte Mengen abgegeben. Ein Viertelkilogramm wird nicht abgegeben, nur ein Achtelkllogramm. Dafür muß man das zweite Achtelkilogramm am übernächsten Tage um ein- bis zweitcmsend Kronen teurer bezahlen. Daß Herr Julius Meinl gelehrte Artikel über die Eindämmung der Leiden des österreichischen Volkes schreibt, kann nicht über die Tatsache hinweghelfen, daß in seinen zahlreichen Geschäften Preissteigerungen festzustellen sind, die in den Dtarktvevhältuissen nicht begründet scheinen. Das Kriegswucheramt wird schleunigst dem Gebaren der Firma Meinl Auslnerksamkeii schenken und der Oeffenttichkeit Bericht erstatten müssen, iveil sonst der Vorwurf erhoben würde, daß es die Kleinen packt und »den Großen aus dem Wege geht. , * Waffenplychole in einer Fabrik In den Väumer ' der Allg.'«etrten Llckirizitätsgesellschast „Union" tn Stadlau gab es gestern nachmittags große Aufregung. In einem der Säle war eine Arbeiterin von Unwohlsein befallen worden. Sie ruf law und wand sich in Krämpfe«. Alsbald ertönte da und dort ini Arbeitsfaole das Schreien von Arbeiterinnen. Immer mehr zeigten die gleichen Erscheinungen,. Krämpfe und bystertsches Schreien Wie eine Epidemie verbreitete sich die Erscheinung im ganzen Saal «üd schließlich waren etwa fünfzehn Arbetterinnen davon be^ fallen. Fabrtksärzte waren, bald zur SteltL Die Zentrale und die Filiale der Rettungsgeiellschafi entsandten je einen Ambulanzwayen; unter Leitung des Fnfpektionsarztsr Dr. Kraus wurde den Kranken Kilse zuteil, worauf sie tn den Autos der Fabrik undder Rettungsgefellschost unter großem Aufsehen in den Straßen in ihre Wohnungen gebracht wurden. Er scheint sich, veranlaßt durch das Ilnwohtfeiv der einen Arbeiterin, um eine Massenpsychose zu Handel», wie eine solche vor mehreren Jahren in der Postsparkasse aufgetreten ist. * Dir Tragödie eines Arztes. Der 59jährige praktische Arzt Dr. Moriz W. hat gestern um 10 Uhr vormittags in seiner Wohnung, Gumpeudorferstraße, ein Gramm Veronal genommen und »urda ttes bewustlos ausgesunden. Die Dellungsgesellschasl leistete ihm Kilse u»d brachte ihn ins Duddlfsspital. Das Schicksal des Arztes hat in der Oestentlichkert schon Mitgefühl erweckt. Dr. W. war bei Kriegsausbruch Konsulararzt des rumänischen Konsulates in Bukarest. Er wurde interniert als Rumänien in den Krieg einlrat. Sein ganzes Vermögen und sejne Labe an Möbeln und Kleidern wurde beschlagnahmt. Nach dem Friedensschluß kam Dr. W. wieder aus der Internierung und kehrte als Bettler in die Keimut zurück. Alle seine Bemühungen, die Freigabe seiner Kabe zu erwirken, bl'eben erfolg« los. Die Praxis konnle er nicht ausüben, da die Kriegsjahre bei ihm rin Nervenleiden hervorgerusen hatten. So geriet der Arzt in bitterste Not, und deshalb hat er den Tod gesucht. * Aoklurnv ans dem Alsergrnud. Der Geschäftsreisende Franz S p a ch t a ging über die menschenleere Roßauer Lände und wollte eben in die Georg-Sigl-Gqsse embiegen, all er tn seiner Nähe einen Schuß krache« Hörle. Er zog es vor, sich nicht darum zu kümmern, bestrebt» nach Kaufe zu kdmmen Als er in dir nüchste Gaste kam, vernahm er plötzlich Schritt; hinter sich. Zusletch hört« er die Rufe: o t o r t stehe, b l r i o e n I" 3m nächsten Augenblick war er von dreiMänueri umriyot. Liner von ihnen gab sich alr Kriminalbeamter aus uni herrschte ihn an: >S i e haben geschossen! KLnd. hoch! Dabei tastete er ihm die Klecherlaichen ad. Der zweit» entriß ihm einen Stock, und der dritte hielt ihm einen l ä n z e n d e n G e g r n fl a n d vor. a!» wollte er damit schießen Spachta setzte sich zur Wehr, und während der Balgerei kan Sicrerbeitswache und nahm die drei Mnner fest. Sie sind.de; Aiäbtiae technische Beamt« Zobann K l u a e s. der LLtädrich

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