Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1269 (12.8.1922)
- Date
- 1922-08-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Wien, Samstag f-:-- weiße Umlegkragen, eine wyßblaue Badehose, einen Oetmel* kästen, .eilte Geige, einen grauen Plüsch- und einen lichtgrauen Filzhut und einen braunen Wollschal, zusammen mehr als zwei Millionen Kronen wert. Im Gasthos hat sie eine Zeche und Mietschuld von 150.000 K. zurückgelassen. Sie hatte den Wirt mit der Bezahlung immer vertröstet und behauptet, ihr Gatte aus Tropjrau werde konnnen und GM bringen. Die Diebin ist die 29jährige Emma Nell, die schon wiederholt vorbestraft ist. Einmal war sie auch schon in der Landeshvilanstalt in Troppau in freiwilliger Pflege, hat aber auch dort bei ihrem unvermittelten Abgang fremdes Eigentum mitgchen lassen. Die Nell wird verfolgt. Sie -ist am 6. d. gegen Wien gefahren. * Selbstmord. Die Hofratsgatiln Frau Jda S o k o 11 hat 'g Graz aus unbekannten Gründen Selbstmord verübt. Sie war die Gründerin der Schuhkuvse in der Urania. * Lebensüberdruß einer Zroölsjährigen. Gestern ckittags ist bei der Schleufenbrücke in Nutzdorf ein etwa zwölfjähriger'Mädchen in den Donaustro« gesprungen und ertrunken. Das Kind hatte blondes floar, langen Zopf und trug rotes Kleid, dunkle Jacke, weitzgetupfte schwarze flausjchuhr und chwarze SIrümpfe. De Leiche wurde bisher nicht geborgen. * Vierlinge. Aus Riffian wird berichtet: Der Taglöhnerssanrllie Josef und Johanna Moser wurden Vierlinge geboren, die jedoch zehn Minuten nach der Geburt starben. * Die Behandln«- von Knochenlnberkulvfe mit Sonnenstrahlen. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft Hot auf seine» Gründen in Aflenz für Kinder von Gremial- »ikgltedrm Md Handelsangestellien eine fleililätle errichtet, in velcher die überaus geführltche.und sehr schwer heilbare Knochentuberkulose, ferner Erkrankungen d e r V r ü f e n u n 5 Gelenke, welche bisher das fast unvermeidlich lebenslängliche Siechtum in den allermeisten Füllen zur Folge halten» mit natürlichen Sonnenstrahlen behandelt werden. Die Keilerfolge find bereits überraschengünst'ge. Das Unlernehmen ist ein Wohlfahrtsunternehmen und die Panentm haben lediglich den Selbstkostenpreis zu vergüten, * Eise Srfindnuz auf de« Gebiete der Raöiokelezraphte. W oskau, 10. August. iAosta-Wien.) Der rüisischs Ingenieur S ch o r i n hat einen neuen Apparat konstruiert, der sowohl dar Auffangsn wie auch das Absenden von Radialste- . zrammen gestattet. Die Arbeit de- Telegraphisten toll durch den reuen Apparat bedeutend erleichtert und die Leistungsfähigkeit - der Station erhöht werden. Besonders wichiiq ist diese neue Erfindung aus dem Grunde, well sie die almosphäriichen Störungen in bedeutendem Matze ausschaltet. * Neust Naphlhaqaelle» in Baku. In der Nahe von Baku find neue Naphthaquellen entdeckt tr orden, Mt sehr ergiebig zu werden versprechen. * Wo stad Gasgebrechen anzumelden? Ab 11. d. werden die Gebrechen-Anmeldestellen der städtischen Gaswerke im 1. Bezirk, Ballgasse 1 (Fernsprech-Nr. 2335), 8. Bez., Stolzen- . thÄergaffe 3 (Fernsprech-Nr. 18.990) und 12. Bez., Dunklergasse, Stadtbahn bogen (Fernsprech-Nr. Aut. 82.505) aufgelassen. Meldungen über Gasleitungsgebrechen werden in der Direktion der städtischen Gaswerke, 8. Bez., Josesstädter- ' stratze 10—IS (Fernsprech-Nr. 20.314 bis 20.320) entgegengenommen. * Flugpostverkehr Prag—Wie«. Ab 14. d. wird zwischen der tschecho-flowakischen Republik , und Oesterreich (Prag- Wien) der regelmäßige Flugpostverkchr ausgenommen wevoen. * Das Handgepäck in D-Züge«. Die BMidesbchndirektion Wien-Nordost Vevl-an-tbart: Reisende, die von Wien-Nord« bahnhof D-Züge nach der tschechoslowakischen Republik oder darüber hinaus benützen, haben bei Mitnahme von zollpflichtigen Gegenständen ■ in ihrem Handgepäck da 5 Zurückbleiben in Lun den bürg (Breclava) zu geroärtigp, da die Zollbchadlnng dieser Gegenstände erst nach Abfertigung aller anderen Reisenden, und nicht im Zuge, sondern in der Revisionshalle vorgenommen wird. Reisende in D-Zügen werden daher gewarnt, zollpflichtige Gegenstände in ihrem Handgepäck mitzuführen. * Gebühren für Verlustanzeigen. Die Polizei hebt von nun an bei Vevlustanze'igen zur Deckung -er flcftefit für Drucksachen und der Verlautbarung im polizeilichen Laufzettel einen Betrag von hundert Kronen ein. . * Wetterbericht. Die Bewölkung hat sich in Oesterreich verringert, es ist oder nicht besonders warm geworden. Morgen» war die Temperatur unter 15 Grad, mittags erhob «e sich auf 22 Grad. Auch im übrigen Mitteleuropa ist es ziemliH kühl geblieben. Voraussage: Mäßige oder leichte Bewölkung» mäßig warm. - * Lvschrr-Gelcstware». Schönfeld. Kellner k So., II,. Laidgatze S, täglich frisch. Shaluzt« Rabatt. * Da» grötzte Lager oller Arten Teppiche: erbte Perserteppichr, anslöndische und inländisch« Knüpfer, Velour-, ¥.:• minfler-, Boucleteppiche. Dodenfilie in ollen Im den. flollünder, Kokvslüufer in allen Breiten, Linoleum in reicher Auswahl, Vorleger, Fell«, Matten, hat stet» das Teppich-Möbethaus 6. Schein» L, Daueminarkt 12—14. keine Filialen. ( V»rtnLge «Nd Bers«««l«ngen. Der D erein Ere z-Ss ra e t, Zirkusgasie 33, «köffnet im Wintersemester folgende Kurse: neb rätsch: Anfänger«, Mittet- und Vorge^chrittenenkurs, flebräifch « und jüdische Literatur, Sngltsch für Anfänger und Vorgeschrittene. Anmeldungen Dienstag von 8 dt» 9 Ahr abends im Vereivstokat, sonst schriftlich an dar Kulturreferat des Vereine». — Zionistisch« Jugend gruppe (Kultursektion). XX,, Karl Meitzlstratzr 5. fleute um 3 Uhr nadv »tttags Vorlesung: flerr Samuel S ch w a g e r. Nachher Mit»! gltederverfammlung mit sehr wichtiger Tagesordnung. — Jüdisch « Do l k d d i d l i ö t d ek .Zion'. flente ü« S Uhr gemütlicher Nachmittag, verbunden mit Vorträgen. Gäste willkommen! Bukowina«« Zen tral ve r I and i« Wien, Sefchästsstellein der österreichisch-rumänischen Äawmer, Ul.. Morxergasse 2. Fernsprecher 45.248, ladet alle Vttbardr- Mitglieder zu der ä« Sonntag den 13. d^, Punkt 9 Uhr vormittags im Cafe .Edison*. I. Bezirk. Franz Iosefskai 13, r. Stock, itattfindenom Verbands-istuisio» verouvdm mit wirtschaftlichen Vorträgen hüfltchst ein. Neuaufnahmen finden dortseldst statt Md liegen stets Lzernowiher Tagesblätter au!. Don Wltgliedrm eingesühttes Dosten Eintritt -qestattetd WieNer Morgeyzeitung. 12. Augty» i98r Nr. 1269 Ernährung. Die Lebenrmittrl«iirkte. Fleifchlenernng — trotz grotzer Zufuhren. Trotz reichlicher Zufuhren, auch in Schweinefleisch, waren gestern in der Grotzmarkthalle wiederum erhöhte Preise zu verzeichnen. Im Großhandel erhöhte sich Rindfleisch um 8C0 fl., Schweinefleisch um 1200 fl., Kalbfleisch um 2200 fl., Speck um 1000 K.» Kälber um 1000 fl., Fettschweine um 500 fl., Fleischschweine um 1000 fl. pro Kilogramm. Das Publikum wandte sich mehr dem Fiscbmarkte zu, wo nach Seefischen sehr leb» Haft« Nachfrage herrschte. Seefiische »osteten 3600 bis 5500 fl. pro Kilogramm. Auch Flutzfifche waren heute reichlich zugeführt. E» notieiten: Forellen 28.000 fl.. Scktlle 18,000 bis 26.000 fl., flechte 10.000 K., Karpfen 7000 bis 8000 fl.. Hveißfiifche 3000 fl. pro Kilogramm. Auf dem Wildbretmarkte fehlen flasen. Für heute werde« größere Mengen Reh- und flirschfleisch angekündigt. Geflügel, das reichlich ongeboten wird, bleibt wegen der viel zu hohen Preise zurück. . . Der Naschmarkt weist rach wie vor große Zufuhren an Gemüse auf. Paradriscr sind we ter zurückgegongen urd kosten 2200 bis 2600 fl., grüne Fisolen 2270 dis 2800 fl. pro Kilogramm, Karkosfetn in ollen Sorten 1600 dis 1700 fl. pro Kilogramm. Zwiebel ist bis aut 3100 bis 3200 fl. pro Kilogramm, Knoblauch aus 3400 bis 350u fl. pro Kilogramm gestiegen. Obstpreise unverändert. Eier notierten Astern 540 bis 550 fl. pro Stück, Butler 28.ocv bis 30.000 fl. pro Kilogramm. Woja. Da die Mi!te>standsküche. I. Brstrk, Griechengaste 3. d'.s 28. August infolge Adaptierungsardeiten geschloste« bleib , kann dir Zulassung neuer Teilnehmer erst von diesem Zeitpunkte an erfolgen. Neuanmeldupgen ausschiretzluh im Zenlralbureoü der Woja, IX. Bezirk, Berpgasse 7. jede» Moniag, Mittwoch und Donnerstag von 4 dis V,6 Uhr nachmittags. Bühne und Kunst. A«4 de» Theater». In der. Volksoper spielt .in der heutigen Aufführung von „La Traviata" zu Bsgum des vierten Änjzugcs Konzertmevster Fritz Brunner em Violinsolo. AlS Alfred gastiert Herr Ludwig, alt ckevmont Herr ^saroslawskij. Morgen geht „Die Boheme" mit Fräulein Jovanovic von der Wiener Staertsoper als Mimt und HerM Gabor vom Budapester Operntheater als Rudolf in Szme.— Der weitere Spielpian lautet: Montag, halb 8 Uhr, „Rigoletto". — Dienstag, halb 8 Uhr, „Tosca". —' Mittwoch, 7 Uhr, „Carmen". — Dormerstaa, halb 8 Uhr, „Hoffmanns Erzählungen". — Freitag, halb 8 Uhr, „Tiefland^. —. Samstag, 7 Uhr, „Aida". Im Wiener Stadttheater wird morgen „' Nulle r r, Volksstück..von Karl Itorre^ Montag »Der schweigende See", Boilksstück in^einem Alt von Rudolf Brauner. „Alter Bürgerstolz", Poste m einem Akt von Karl Adolf, „S e" L ie d", Mtlvien-er Bolksstück nrit Gesang in einem Mt von Franz Wunder- Musik von R. H. ^Dietrich, gespielt. ' ' ' Im Raimund-Theater bleibt die Posse „Die Liebe geht um" auch die nächste Woche aus dem Spielplian. Im Wiener Aomtdienhaus gÄamgt häute die erste Abteilung der „Obersmmergauer -Passionsspiel e" zur Uraufführung. Fustion der Volksoper und des Badner StadttheaterS. Wie verlautet, finden derzeit. Verhandlungen statt, die eine Fusionierung der Volksoper mildem Badner.Stadtt h e a t e r bezwecken. Das Projekt, 'das von dem Direktor des Badner Stadttheaters Audevich, dem früheren Kapellmeister an der Volksoper, ausgehen soll, hat, wie es heißt, die Billigung der Leitung der Volksoper gefunden. Die einzige Schwierigkeit einer Realisierung des Projekts liegt in der Haltung des Personals der Volksoper, da emzelm hervorragende Mitglieder desselben nicht geneigt sein sollen, auch in Baden zu spielen. Das Wilnaer jüdische Künstlertheater in deutschen Städten. Die Truppe des Wilnaer jüdischen Künstlertheaters, die letzten Winter in Berlin eine seßhafte Truppe bildete, bestmdet sich jetzt auf einer Gastspieltour lnrrch verschiedene deutsche Kultrwzentren. Die Truppe gab biS jetzt Vorstellungen in Hamburg, Leipzig, Köln, Frankfurt und hat auch eine Tour durch Holland absolviert. In allen diesen Städten ver- Mitteilunncu allstem Publikum. Ms Saidenwerk Salomon' ' Wien, XVI. Strusow. (Polen) Verlobte :m> Wien, im August 1922 M e t a 11 w a re n f ab r i k X., Ettenrelchgässe t operiert nt den kulanlciten Btdinyungen «9 . Qaai- und Kflchenj;erSte aller Art, besondere Speziftleneeagunf von elektrischenKoch^Heiz* und Bflselapparaten F # r i a n g e n 8 i « JP r o b p e h t J zeichnete die Kritik einen ungewöhnlichen künstlerischen Erfolg der Truppe und rühmt besonders die Form ihres seelischen Ausdrucks im SM und' ihre - artistische DirrchLMnrng, die sich hoch über den Durchschnitt erhebt. Die Truppe führt in erster Reihe Stücke von Hirschbei, Dobrin, Nombevg und Anski auf. Der Gassenhauer als Goldgrube. Einer der vsliebtesten angelsächsischen Komponisten Frank Dean, dem die Welt verschiedene, überall gesumgem Gassenhauer verdankt, ist Vor kurzem gestovb'en, und aus diesem Anlaß werden die Honorare zrvsammengestellt, die er für einige seiner gelun-, gensten Lieder erhalten -hat. Der Gaffenhauer ,Marguerrte" brachte ihm 28.000 Pfund Sterling Einnahmen, und sein beliebtestes Werck „Daisy Bell" noch rnehr. Ein Lied, das mit dem schönen Vers anfängt „Ihr goldenes Haar hing über ihren Rücket trug Hm die Summe von 20.000, Pfund Sterling ein. Ein Tanzstück „Alexanders Ragtime- Band" wurde in 900.000 Exenrplaren verkauft und warf 12.000 Pfund Sterling ab, während der Schlager „Jedermann tut es jetzt" mit 10.800 Pfund Sterling ausgewogen wurde. Durchschnittlich 10.000 Pfund Sterling brachten ihm verschiedem Gassenhauer, so „Nach dem Ball", „Liebe mich und die Welt ist mein", „Im Schatten des alten Apfelbaumes" üsw. Ohne damtt eine Gegenüberstellung ' nach dem musikalischen Wert zu berichtigen, werden als Vergleich einige Honorare grotzer Meister angeführt. So erhielt Mozart für „Die Hochz-eit des Figaro" 100 Gulden und für „Don Juan" 22h Gulden. Die Erträgnisse, ' die Weber für den „Freischütz" bekam, beliefen sich auf etwa 500 Taler. Dafür starben aber auch Mozart und Weber ganz arm, während Frank Dean ein Riesenvermögen hinterläßt'. Die Salzburger Mozart-Festspiele. Aus Salzburg wird berichtet: Einen besonderen Platz im Rahmen der diesjährigen Festspiele nehmen die Aufführungen der vier Mozartschen Opern ein. Die Bühm des Salzburger Stadttheaters, an dem die Opern in Szene gehen werden, ist zu diesem Zweck eigens umgebant worden, in den nächsten Tagen schon sollen die nemn Dekorationen ausgestellt werden. Diese Mozart-Zlufführungen werden sich völlig von denen an der Mener Staatsoper unterscheiden uäd in ihrem, dem Salzburger Milieu angepaßten Stil eine neue Lösung des Problems der Inszenierung Mozartsch-« - Opern versuchen. Gertihtssaal. Der rasende Tod. In der Hernalser Hauptstraße nächst der Vororte linie der Stadtbahn wurde am 16. Mai gegen 7 Uhr abends cm ballspielendes Kind, die neunjährige Stefanie Klu m e s ch, von einem sehr rasch fahrenden Kraftwagen M Boden gestoßen und getörel Der Lenker Julius Knauer - hatte sich gestern vor dem Einzelrrchter OberlandeSgerichjSrat Dr. Werner beim Landesgericht 2 wegen BevgehtznS gegen die Sicherheit des Lehens zu verantworten, weil er, wie' der vom Staatsanwalt Dr. Jocham vertretene Strafantrag sagte, übermäßig schnell, ohne genügende Warnumgssignale zu geben, gefahren war und'dadurch das Unglück verschuldet 'habe.. Der Angeklagte machte zu seiner , Entlastung Selbstverschulden des vevunMcklen Kindes geltend. Die Kleine habe die Seitenfahrbahn üverfchritten, um ihren Ball zu holen, habe den Ball aufgchoben und dann plötzlich eine Kehrtwendung gemacht, wodurch'das linke Vorderrad sie erfaßte uNd zu Boden ritz. Der Angeklagte wies nach, daß er der Mutter des Kindes, der Fleffchbauergehllfensgattin Mari« Klimesch, «ine Entschädigung won 150.000 K. gegeben habe. Der Zeugenbeweis bestätigte die Verantwortung des; Angeklagten. Der Richter nahm geteiltes Verschulden an, das eine mildere Beurteilung zulaffe, und verurteilte den. Knauer b e d i n g t zu d r e i M o n a t e n strengen Arrests Mit dreijähriger Bewährungsfrist. Gestürmte WrrststLtte». Fünf Tischlergehrlfen Franz Br o z t% 5darl Kr ft*- j i c e l, Josef T u r e k, Johann» G n a m. und Karl W a clawik hatten sich 'gestern vor dem Ginzelrichter Dr. Osio wegen Hausfriedensbruches zu verantworten, well sie gelegentlich eines Löhnstreites in die Wetkstatte des Tischlermeffters Kos, Meidling,-Jgnazgasse 29, gewaltsam eingedvuugen und mehrere Schreibtische demoliert haben sollen. Die vo-n Dr. Ingwer verteidigten Angeklagten erklärten sich nichtschuldig. Damals seien. Lohnverhandlungen mit den Unternehmern im Gange gewesen. Als die Arbeiter hörten, daß der Dorstcherstellvertreter der Tifchlevgenossenschast sich gegen die Forderungen der Arbeiter ablehnend verhalte, habe sich Hrer große Erregung bemächtigt, und es erging der Ruf, geschloffen zu Kos zu ziehen. Die Angeklagter: seien rnitgegangen, um die Genossen vor Gewalttättgkeiten.abzuhalten. Tatsächlich .st' nicht viel geschehen. Das Verfahren ergab die Schuldlosigkeit der Angeklagten Guam, Turek und Waelawik, weswegen der Staatsanwalt Dr. S ch w a r z von der Anklagr zurücktrat. Brozek wurde zu sechs Monaten, Krajioek zv vier Monaten schweren Kerkers und zum Ersatz des tu der MeÄstatte Kos angevichteten Schadens von 130.00( Kronen^ Br»zek überdies zum Ersatz des Schadens vor 152.000 K: in der Werkstätte des Tischlers Do rfinger wo aus sein Ansttften die Fenster eingeschlagen worcher waren, verurtellt. [PL Hir Üvrrsn unä Damen, beim IliiilimlrJ C$-C