Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1264 (7.8.1922)
- Date
- 1922-08-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980344--11936-2998428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
HuiilNimnieriU40 Wien: Zam Abholen in der Expedition, II.,Taborstr. 1-3, 'ederineinerVerschleisstelle (Trafik) monatlich K 5000 Mjt Postversand für Wien n. Oesterreich monatl. K 5000 Tsehecho-S lowake'i: | Mon. K20. Ungarn: Mon. K150. Jugoslawien: Mon. Dinar 25. Polen: Mon.- Mark 800. Deutschland: Mon. Mark 60. Frankreich: Monatlich Fr«. 6 -Nadrnlilaiigea , bat PreJwhöhunjren vorbabaltM Wiener TicMdio»*towafc«)ff «schach. K f,so! Italien: MonatL. L. Lire Rumänien: Mon. 49. Lei Schweiz and das ihrig« Ausland. monatlich Fr es. 3, Redaktion n. Administration Wien, IL, Taborstrasse 1—J Telephone: 44-0-38,43-3-19,' ab 6 Uhr abends 16-301. Tel.- Adr.: , Morgcnsch«» Wien Oeeterreichisehes Pssteeai« hassen-Konto Nr. 159.691 Rk. 1264 Wie«, Montag, 7. Ängnst 1922 4. Jahrgang Aus führend«« fi«a»zp»litische« Kreise« wird der Korrespondenz Herzog mitgeteilt: Die Vorarbeiten zur Gründung der österreichischen Natioualbank können in ihrem formalen und sachlichen Teile zur Stunde bereits als abgeschlossen bezeichnet werden. Damit tritt der wichtigste Teil der österreichischen Finanzreform in Kraft. Der Abschluß der Arbeiten gerade im gegenwärtigen Augenblicke ist von um so höherer Bedeutung, als er in die Tage der Eröffnung der Londoner Konferenz fällt. Wie aus Mitteilungen der auswärtigen Presse und aus Aeutzerungen von Faktorendie der englischen Regierung nahestehen, hervorgeht, erscheint es als nicht ausgeschlossen, daß die österreichische Frage auch auf der Londoner Konferenz "selbst zur Erörterung gelangen wird. Bei diesen Beratungen käme in erster Linie eine Idee zur Erörterung, die vielleicht schon etwas konkretere Formen angenommen hat, wonach die Hauptmächte der Entente bei der Gewährung eines Kredites für Oesterreich die Garantie übernehmen würden, Es ist daher begreiflich, daß die österreichischen "wirtschaftlichen Kreise dem Verlauf der Londoner Besprechungen mit sehr großem Interesse entgegensehen. Selbst wenn es sich in London etwa infolge anderer Hemmungen als nicht möglich erweisen sollte, bezüglich der österreichi-. schen wirtschaftlichen Angelegenheiten.konkrete Beschlüsse zu fassen, so hat doch die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Tage gezeigt, daß sich ohne, eine, wenn auch nur provisorische Regelung des deutsche» Reparationsproblems dem Miederaufban.c Oesterreichs dnrch die RückwiÜüygen des FaÜes der Mark immer lviedeE sehr bedeutende Hindernisse in den Weg stellen. Von österreichischer Seite uruß daher, der -Wunsch ausgesprochen werden, daß die Londoner internationale Konferenz bezüglich Deutschlands zu konkreten Beschlüssen kommt, da diese mitbestimmend dafür sein werden, daß die innerpolitische österreichische Finanzreform zu einem tatsächllchen Erfolge führt. Trifft diese Erwartung zu, so kann auch damit gerechnet werden, daß im Zusammenhang mit der Gründung der Notenbank, die dem österreichischen Banknotenumlauf nach dreineinhalb Jahren zum ersten Male Widder eine tatsächliche Fundierung gibt, und die, wie man schon heute sieht, nicht ohne Einwirkung auf dgs Ausland -ist, der Höhepunkt der immer drückender werdenden Tchrerung erreicht, ist. In den maßgebenden österreichischen Wirtschäftkreisen verkennt man nicht die großen Schwierigkeiten für das Durchhalten, glaubt aber, daß der Termin hierfür nunmehr als zeitlich begrenzt bezeichnet werden kqrirr. Eintreffen -er Konferenzteilnehmer. London, 6. August/ (Rmter.) Ministerpräsident Poineare und Finanzminister de Lasteyrie, der italienische Minister diiß Aetttzer» Schanzer, der belgische Ministerpräsident ThenniS und Minister des Aeutzern Jaspar sind abends eingetroffen. Die erste offizielle Zusammenkunft der Konferenzteilnehmer ist für Montag um 11 Uhr vormittags im Ministerium des Aeutzern angesetzt. Erklärungen Schauzersünd ZasperS. Schanzer erklärtedie Reparaüonsfrage könne nicht erörtert werden, wenn nicht das S lh ü l d e np r obl am gleichfalls erwogen wxrde. Kasten habe dir beftenMsWey^en^Mlä zuch e l frU, köttN« aber Ächt däM Ae ' italienischen Interessen opfern. 1 Iaspar erklärte, ein Moratorium sür die deutschen Reparationszahlungen sei keine Lösung, da Belgien sofortige Reparationen brauche. Belgien würde ganz besonders unter einem Moratorium leiden, da die diesjährigen Zahlungen Belgien zngetellt werden sollten. Die Saxktioiren gegex Deutschland. Keine offizielle Antwort Deutschlands. Berlin, 6. August. (Del. der Korr. Herzog.)'Die durch die Retorsionen der französischen Regierung geschossene Lage wird durch die zuständigen Refforts der Reichsregierung eingehend geprüft. Das Kabinett selbst hat sich mit der neuen Situation noch nicht befaßt; da deck Reich die getroffenen Maßnahmen nicht in Form einer Note mitgeteilt wurden, liegt für die Regierung für eine offizielle Antwort kein Anlaß vor. Die deutschen Pressestimmen. Berlin, 6. August. Die vom französischen Ministerpräsidenten angeordneten NetorsionKmaßnabmen finden in der hiesigen Presse einmütige Ablehnung. Die „Bossische Zeitung" erklärt, die Maßnahmen stünden in einem völligen Gegensatz zu dem Geiste des Abrechnungsverfahrens, das auf voller Gegenseitigkeit beruhe. Poiuear'ä wollte wohl den Beweis liefern, daß Frankreich sich stark genug fühle, um seine Forderungen gegenüber Deutschland mit Gewalt durchzusetzen. Der „Vorwärts* sagt, ein unerhörter Vertragsbruch reihe sich den bestehenden Gewaltakten, wie der Besetzung der rheiuländischen Städte und der Einführung einer Zollinie zwischen dem besetzten und unbesetzten Deutschland an. Die französischen Intentionen. ‘ um, 6. August. Nach dem „Petit Parisien' hat Poineare gestern zwei Stunden lang mit den Direktoren im Ministerium des Aeußer« über f r a n zösische R e.p a r a t i o n S p l ä n e beraten. Das Blatt glaubt zu wissen, daß der französische Ministerpräsident die einzelnen^Maßnahmen gekennzeichnet hgbe. die die französische Regierung ergreifen wolle, um die Sanierung der deutschen Finanzen zu erreichen-sowie^die wirksameren Bürgschaften, die sie für die Zukunft fordern würde. ' ' , Paris, 6. August. (Wolfs.) „Oeuvre" meldet aus Straßburg, gestern abends sind die e r st e n Ausweisunsgm aßnahmen gegen deutsche Staatsangehörige als VeraeltungSmaßregil angeordnet worden. Sechs Deutsche, die. zugunsten der Politik von Klanö Z o r n von B ü l a ch in einer öffentlichen Verlammlurm Luttdaebungeu peraustalttt habe». solle«, find ausgewiesen worden. Der Berichterstatter des Blattes bemerkt dazu, es scheine, daß die öffentliche Meinung in ihrer Mehrheit den gegenüber den deutschen Neutralisisationsagitatoren ergriffenen Maßnahmen güusttg gefinnt sei. P a r i s, 6. August. lWolff.) Das Pretzbureau des Oberkommissars von Elsaß-Lothringen hat nach dem „Matin" gestern abends «ntgeteilt, daß nach der Entscheidung vom 5. d. M. die Danke» und F i n a n z i n st i t u 1 e jeder Art in Elsaß-Lothringen nicht mehr berechtigt sind, Yerfoneu ^deutscher Staatsangehörigkeit Wertpapiere, Gelder, die in den Banken oder Kreditinstituten niedergelegt sind, und Zinsenauszuzah l e n, gleichviel zu welchem Zeitpunkt die Deponierung erfolgt sei. Die Banken und Finanzinstitute von Elsaß-Lothringen werde« als Sequester der besagten Konten und Depots angesehen. _ Eixe Kxxferexz der SHeixex Extexte ix Marienbild. Belgrad. 6. August. (Avala.) Ministerpräsident Pasitsch wird am 10. August nach Marieübad abreisen, wo er vier Wochen verweilen wird. Die Minister des Aeutzern der Staaten der Kleinen Entente werden Ende August eine Konferenz in Marienbad abhalten, um die Besprechungen sortzusetzen, die kürzlich in Belgrad bezüglich des gemeinsamen Vorgehens begonnen worden sind. Im Laufe dieses Monats werden in Präg die Finanzminister der Kleinen Entente zusammenkommen, um Außenhandels- und Valutafragm zu erörtern. TeUxahme der belgischen Sozialisten au der ixterparlamextarifchex Konferexz. BrÄffel» 6. August. (HavaS.) Die sozialistischen Mitglieder der belgischen Abteilung der Interparlamentarischen Union haben beschlossen, eine una b h äugige Gruppe zu bilden. Sie Erhielten die Zusicherung, daß sie zur Teilnahme an der bevorstehenden Konferenz in Wien werden zugelafsen werden. Die Mitglieder der neugebildeten Grupve werden am 2«. d. M. nach Wien abreisen. Geftewpett« Kraue —.01-/, L«»ti«ee> A»»z«hl«»g Wie« —.«IV. Leatime«. Sn Zürich notierte > die österreichische Kronr. . . —.01 (—.M*/< am 7. August) die österr. gestempelte Krone, —.01^ (-.01'/, am 7. August) die tschechische Krone .... 12.80 (12.80 am 7. August) die Mark. ........ 0.67 «5.86»/, ' am 7. August) Agram . . . . . ... . . 1.577, ( 1.80' am 7. August) Sofia .......... 3.227, ( 3.15 am 7. August) Budapest . . . ..... . 0.25 ( 0.25 am 7. August) Warschau. .... ... 0.08 (0-08 am 7. August) GrSndong der ungarische» Devisenzentrale. . Budapest,. 6. August.. (U. T.-K.-B.)' , Finanzminister Kalläy informierte Heute mittags die Vertreter der Presse über die geplanten Regierungsmaßnahmen zur De r h i n d e-i r.ung der übertriebenen Valuta- und Devi-i fenspeknlationen, die zur Besserung der ungarischen^ Handelsbilanz durch Verhinderung des unnötigen Imports" Notwendig sind. Hierüber wird Dienstag eine Re gier ü n g s v e r o r b n u n g erscheinen. Die D e v i s en z e ntrale soll Ende der nächsten Woche ihre Tätigkeit beginnen.^ Fürdie Uebergangszeit bis zur Konstituierung der Devisen-, zentrale werden. zur/ Befriedigung des legitimen Bedarfes * besondere Verfügungen getroffen. Die Devisenzentrale wird' unter Führ ung des staatlichen Noteninstitutes aus' Mitgliedern bestehen, die vom Finanzminister! ernannt werden. Sie wird-mehrere Ausschüsse bilden, die .zur Entscheidung über die Flüssigmachung und Verwendung der ausländischen Zahlüngsmittel für den Import sowie über Verpflichtungendie mit dem Exporte verbunden sind/ weiters über Verpttichtunaen. die mit der ' i Wfieftnmg der Exportvalpten. , izuschEWSngM,/berufenfeinwerdew'BÄüten^"d nue durch/diy Mitglieder der Devtsenzentrale angekauft - werden. Das Verfügungsrecht über ausländische Guthaben kann nur mit Zustimmung des Noteninstituts' ausgeübt werden. Ohne eine solche Zustimmung.darf dieses Recht nur bis zu der» Grenze von 20.000 Kronen, monatlich jedoch nicht über die Grenze von 200.000 Kronen, Msgeübt werden. . .Der Minister, sprach sMeßlrch die Hoffnung aus, daß trotz vreser Maßnahmen für den Expo rt die nötige Bewegnng'sfreiheit gesich ert bleiben werde, da der Zweck der Regierungsmaßnahmen nur dieVerhind.er u n g. .d e r S p e k n l a t i o n sei. Die Devisenzentrale werde <t»ntlichs, Notierungen veröffentlichen. Es sei auch eine Einschränkung der Liste für fteien Import geplant,' von der Luxusartikel gestrichen werden.sollen. Kaufleute, die Ware verkaufen, deren Import nicht freigegeben sei, werden unter Kontrolle gestellt. Nach Errichtung der Devisenzentrale werden die in jüngsten Zeit entstandenen kleinen Wechseistu bengeschäste entweder eingehe n oder aber sich volkswirtschaftlich nützlicheren Arbeiten widmen müssen. Der Minister hofft, daß die bezüglich des 'Imports angeordneten Einschränkungen die Gestaltung der Handelsbilanz günstig beeinflussen werden. Der Deviseu-Clearivg. N«r Mo»tag. Mittwoch «ad Freitag. Um den äußerst umfangreichen .Devisenverkehr, der nach der letzten Verfügung des Finanzministeriums ausschließlich durch d'ie Devisenzentrale abzuwickeln ist, zu bewältigen, sieht sich die Devisenzentrale veranlaßt, bis auf weiteres den Devisen-Clearing bloß am Montag, Mittwoch und Freitag um halb 1 Uhr mittags übzuhailten Die Einreichungen der Devisenhändler an die Devisenzentrale um - Balutazuteilung werden 'Nur am Dienstag (für ■ das 'Mittwoch-Clearing), am Donnerstag (für das Freitag-Clearing) und am Freitag (für das Montag-Gkearing) bis 1 Uhr am Schalter 6 der Devisenzentrale entgegengenommen werden.. Um eine rasche und sachgemäße Aufarbeitung des eiugereichten Materiales zu ermöglichen, werden die Parteien aufgefordert, bei den in Betracht kommenden Devisenhäüdlern ihre Ansuchen um Balutazuteilung rechtzeitig einzubringen Und denselben 'nicht nur die notwendigen Belege, sondern auch stets die Erklärung (Formular C), daß sie keine fteiversügbaren. ausländischen Zahlungsmittel besitzen, beizuschließen. Die Devisenzentrale ersucht die Devisenhändler, diese Einreichungen getrennt nach 'Währungen vorzuuehmen und die beigelegten Rechnungen und Korre-« spojidenzen derart zu bezeichnen, daß der Zusammenham mit den Einreichungen ohne weiters gegeben erscheint.. Eine Devisenbörse in Bvkarest. Bukarest, 6. August. (Orient-Radio.) Die unter dem Vorsitze des Handelsministers stehende Devisenkommiision hat die E i n f ü h r n n g einer Dev i s e nbörse beschlossen, die ausschließlich für Bank firmen vorb.ehal t e,n ist. Die neue Avsialt wjrd täglich die auswärtigen Wechselkurse und Devisennotierungen ans Grund der zustandegekommenen Abschlüsse veröffentlichen und die Kurle int Verhältnis iu freu auswärtiaen Werten Wetzen.