Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1263 (6.8.1922)
- Date
- 1922-08-06
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980343--11931-2998422- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
. '. s * \ > , 7 * *- r' f I k ■. " '■ ‘ ■';' '' '* ' ' " ■ ' ■ ' ' ' ' /; V 1 ' '■ '?' •••, ZÄröner MorsenzeitUMg. Rr. 1SSS Wi«l, Sonntag Bühne rmd KrrM. A«r Len Theater«. An der Volk so per aetit HE Farmen* mit Kräuseln Schwarz in de.- Titelrolle und Kerrn Anton Ludwig vom Nallvnollbeater in München als Jose in Szene. Ding-nt:' Kerr Leo Kraus. — Serr David N a r o s l a w s k >. den die Direktion vor seiner Abreise nach Amerika noch für einige Gaslspielabende gewonnen hat. gastiert morgen a's Rone? in j£ \ n M a skenbal I". Die Amelia sinnt als Gast Fräulein Mia Bräuner von der Staaisoper in Kannover. Diktgrnt: , Herr Syizio Massini als Gast. 3m Raimund-Theater gelangt die Opsreltmposse „D i e L i e b e g e h! u m!" von Robert Stoiz, welche täglich mit Franz Glawatsch zur Darstellung ailanat. Donnerstag dem 10. d zur 50. Aufführung. Der Komponist wird diese Iubiläumsvorsiellung dirigieren. Profrffor Suloms« Draslawsky» der Leiter des Wiener Kakoab-Orcheslers und des Wiener Jüdischen Gesangvereines, begibt sich demnächst nach Nord-ÄmeriÜa. wo er mehrere. Kovzerte persönlich dirigieren wird. Er wird voraussichtich gegen Ende Oktober zurückkehren, um di? Leitung -er von ihm gegründeten Institutionen und den llgtenicht an den Schulen wieder aufzunchmen. Peeisausschreiben sür jüdische IvßsnSliche. Damit der Wandschmuck des Jüdischen Iungendheims - in der Sozialen Kilssgemeinschost Anitta Müller v.on den jüdischen Jugendlichen selbst' geschaffen werde, verwendet dessen pödagvoilche Leilung eine Privatspende zur Ausschreibung folgender Preise für entsprechende von Jugendlichen flammende Bilder und Zeichnungen, Erster Preis 80.000 K., zweiter Preis 50.000 K.. dritter Preis 30.000 K. Ferner sind fünf bis zehn Anerkennungsvreise in Form von wertvollen Büchern geplant. Das Preisergebnis wird in diesem Blatte verlaulbarl, di? preisgekrönten Arbeiten geben in den Besitz des Jugendheims über. Die Preisrichter werden demnächst genannt werden. Einsendungen sind- bis spätestens 15. November d. 3. zu richten: unter Preisausschreiben an das Jüdische Jugendheim in -der Sozialen K'lfsgömemschcrft Anika Müller. Wien. IX., Berggasse 7. Im Anschluß an das Preisausschreiben ist eine Ausstellung von Kanmeriigkeiten und künstlerischen Arbeiten aller Art der jüdischen Jugend WimÄ geplünt. worauf schon jetzt aufmerksam gemacht werden soll. GerichtssKKl. Der Index für die HäftLingsverpflegung. - Die Gewerkschaft „Justiz" der gerichtlichen Dollstreckungsorgane hat in einer Eingabe an das Justizmini--. sterium gleichzeitig mit anderen Forderungen das Ansuchen gestellt, den mit der Ausspeisung der Häftlinge betrauten Äufsichtsorganen eine entsprechende Erhöhung der Verpslegsgebühren zu gewähren, da die bisherigen - Er- . Höhungsansuchen erst nach längerer Dauer und nicht rückwirkend erledigt wurden, erleiden diese Organe oft einen sehr namhaften finanziellen Schaden, weshalb sie die Uebernahme und. Fortführung der Ausspeisung ablehnen müssten. Es sei daher die'Entlohnung für die Häftlingsverpflegung nach den jeweiligen Marktpreisen der Lebensmittel mit dem Amtsvorstand zu vereinbaren und zum Ankauf der Lebensmittel den Beamten ein angemessener Kostenvorschuß zu gewähren. Auch wurde vorgeschlagen, die Gebühren für die Hästlingsverpflegung nach einer jeweils zu bestimmenden' Indexziffer allgemein sestzusetzen. .Endlich wird gebeten, die Uebernahme der Hästlingsverpflegung nicht mehr als Dienstesobliegenheit anzusehen. Das Justizministerium hat den Index für die Verpslegsgebühren abgelehnt, dagegen das Ansuchen um Erhöhung der Entlohnung sür die Häftlingsverpslegung nach den jeweiligen Marktpreisen der-Lebensmittel bewilligt. Die Sargtischlerei der Gemeinde Wie«. Die Firma „Messe" hatte der Gemeinde Wien — städtische Leichenbestattimg die in' ihrem Hause . üniergebrachte 'Sargfabrik gekündigt, weil von dem Mietobjekt ein unzulässiger Gebrauch gemacht, Fußböden und Mauer- .werk beschädigt und keine Vorkehrungen gegen die' eminente Feuersgesahr getroffen wurden. Das Bezirksgericht Land-!strahe erklärte die Kündigung.für unwirksam. Ueber die dagegen von der Firma Messe eingebrachte Berufung , fand gestern vor einem Ferialfenat des Zivillandesgerichtes unter Vorsitz des Hofrates Dr, Meinhart die . Verhandlung statt. Der Beruftmgsvertreter Dr. Eibuschitz verwies auf das Gutachten des Sachverständigen über die abnormale Abnützung des Bestlandobjektes, ferner darauf, daß in der Sargtischlerer gemütlich geraucht werde, obwohl hier ein eminent feuergefährlicher Betrieb sei und Hobelspäne überall herumliegen. Wenn es sich nicht' um einen städtischen Betrieb handelte, hätte man den Betriebsführer hängst eingesperrt. Es fehle an einer energischen Betriebsleitung zur Bermeidmvg des Mißbrauches. Der Vertreter der Gemeinde Wien Dr. Hosinger erwiderte, die klägerische Fima habe bei dev Vermietung gewußt, daß es sich nur eine Sargtischlerei und nicht um einen Salon handelte. Wenn man eine Sargtischlerei betreibt, so sei es unvermeidlich, daß die Fußböden mehr als normal abgenützt werden, das berechtigt aber die Vermieterin ülo'ß zum Verlangen des Schadenersatzes, nicht aber zur Kündigung. Wenntrotzdes strengen Verbotes, geraucht wurde, so könne das Picht, der Gemeinde Wien als Verschulden angerechnet werden.- Der Sachverständige habe die Schäden - als behebbgr bezeichnet und bei behebbaren Schäden kann von einem Mißbrauch nicht gesprochen werden. Der Berufungssenat.w i es die Berufung ab, weil eine Kontrolle., .gegen .Feuersgefahr durchgeführt worden und die Schäden durch die über das normale Maß chinausgehende Benützung, immerhin behebbar seien, so daß nicht von einem abträglichen Gebrauch des Mietobjektes gesperochen werden könnö. Der UeberfaL aH das Budapester . mnf>C<I?6. Budapest, 6. August. (I. E. B.) Im Herbst 1920 drang eine Schar Erwachender Ungarn in das Klubcafe, einer der vornehmsten Budapester Kaffeehäuser, ein, inszenierte eine Prügelei und schlug sämtliche Einrichtungsgegenständekurz und klein. Zwei Juden, der angesehene Advokat Dr. Geza Varsanyi und Bankdirektor Artur Verebely, wurden während der Prügelei von den Erwachendem e r schoss e n, viele andere Gäste mehr oder minder schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat nun nach zwei vollen Jahren in' dieser Angelegenheit gegen die Exzedenten die Anklage wegen Verbrechens der Gewalttätigkeit gegen Privatpersonen erhoben. v IBörsen>K9mtnisilons geschafft und I WfecftiseSsfBfibe M AG BD & Co. | | Wfen, Io, Hohe«siaw?en23$se 11 4027 J , BoLKswirt. Gestempelte Krone ---- — .öl3/8 Cerrtimes. Auszahlit«g Wien —,01Vi Centimes. 3n Zürich notierte die österreichische Krön: . . . —.Öl */4 <—.01 am 4. August) die ösierr. gestempelte Krone. ^.01% C—.01*/8 am 4. August) die tschechische Krone . ... 1S.L0 (12.90 am 4. August) die Mark . ........ 0j66*/, ( 0.70 am 4 August) Agram . . ... 1.60 ( 1.55 am 4. August) Sofia .. 3.15 („3.20 m 4. Uuguft) Budapest . . . .' .; . . . 0.25 ( 0.24 am 4. August) Warschau. .... . . '. 0.08 ( 0^08 am 4. August) 788'2 MiLiarderr. 94,4 Milliarden in einer Woche. Nach dem Ausweis der Oesterreichisch-ungarischen Bank vom 31. Juli hat der Banknotenumlaus in Oesterreich in der letzten Juliwoche um 94,4 Milliarden Kronen z u g e n 0 rn m e n, so daß er ultimo Juli die Höhe von^ 7 8 6,2 M i l l i a r d e n K r 0 n e n erreichte. Die Inanspruchnahme der Bank für kommerzielle Zwecke war in der Bevrchtswoche so groß, daß sie die Hälfte der staatlichen Anforderungen überstieg,, wie aus der Zunahme des kommerziellen Portefeuilles hervovgeht, das um 21-7 auf 255,1 Milliarden gestiegen ist, während das Staatsschatzscheinportefeuille um 40,4 aus, 555,4 Milliarden zugenommen hat. Vom Girokonto wurden ferner 2j,9 Milliarden abgehoben, die Post andere Aktiva ha^ sich um 6,5 aus 61,2 vermehrt. Der Metallschatz repräsentiert-nach den für' Zollzahlungen,in Gold festgesetzten Kursen Men Wert von 10 Milliarden Kronen, so daß 'der gesamte Notenümlaus durch ^Gold und Golddevisen mit rund 1,3 Prozent gedeckt erscheint. ~ Krone rmd Mark. Die vorgestrige leichte Erholung der gestempelten Krone in Z ü r i ch hat sich auch gestern behauptet. Aus- Zahlung Wien besserte sich sogar weiter um ein VieM aus 1,25 Eentimes sür 100 Kronen. Dagegen. ist die. M'a rk, offenbar infolge der französischen Repressalien gegen Deutschland, wiederum, und zwar von 0,70 auf 0,66.60 zuriickgegangen. In Berlin verteuerten sich neuerdings die fremden Zahlungsmittel, der Dollar stieg von 738,25 auf 771,20. Oesterreichische Kronenuoten notierten 1,67.60 (gegen 1,55 am Vortage), während Zahlung Wien unverändert 1,53 geblieben ist. Die chemische Industrie iu der Tschecho- Slomakei. (Von unserem Brunner 8. S.-Korrespondenten. , Mit.dem - Augenblickwo die tschechische Krone nen-erlich eine stark anfsteigende Richtimg genomnken hat, schitzldqtt auch, jene Industrien aus der Exportfahigkeit wwder mW, die sie noch bis zu Vegnnr des heuriigen Ja-Hres; An-s der Ausfuhr ihrer für den Jnl<mds>bodarf viel zu gro- 6. August 1982 %titc 8^- ßen Industrie Laut sich aber, wie bekannt, die AktkvW^ .' der tschechischen Handelsbilanz aus. In dem Maße, Jnlandsiuldustrie ihre Ausfuhrfähigkeit einbüßt, wächst auch die Arbeitslosigkeit und die Unmöglichkeit für.die Industrie, die seitens des Staates geforderten Steadevsummew aufzuDringen. - > Die chemische Industrie ist als Hilfszweig der anderen Produktionszweige auf Gedeih und BeNderb mit ihnen verknüpft. Trotzdem si-e durch die direkte Ausfuhr wenig beschäftigt wird, wirkt dennoch die Exportkrise der anderen Produktionszweige schwer auf diese Jnidrrstrie ein. /' Die Unnröglichkeit der Ä-usswhr ergibt sich m erster Reihe durch den Mangel an inländischen Rohstoffen. (besonders" Fabrik s s a l z), in welchem Artikel bekanntermaßen Deir^chland eine gebietende Stellung i-mrehat. -! -SchWeselsäune wird &ei uns um so viel mehr erzeugt als abgesetzt, daß -inder jüngsten Zeit unter den Schweselsäurefabriken ein heftiger Kampf um die Abnehmer entstand, wobei die Preise dieses Artikels tief unter -das gegenwärtige Erzelrgnngsniveau herabgedrückt 'wirrden. Sulfat (kalziniertes Glaubersalz) findet ebenfalls wenig Absatz, da die Exportfähigkeit der inländischen'Glasfabriken' nahezu gänzlich ins Nocken geraten -ist. - / Für die Salz säu-re, die gemeinsam mit-dem Sulfat erzeugt wird, war es bis vor kurzem möglich, eimn halb- , Wegs befriedigenden Preis zu erreichen, doch gelingt es jetzt den- Erzeugern infolge nrangeluder Nachfrage nicht mehr, die bisherigen Preise aufrecht, zu erhalten und. bröckeln -sie stetig ab. - In Amm 0 niaks 0 d a und Aetznatron bestand bis vor einigen Monaten, zu einer Zeit also, wo in chemischen Produkten allgemeiuier Ueberschuß herrschte, im In-. land empfindlicher Mangel, da nur ein Werk (Nestomitz) diese beiden Artckel erzeugte. Ueber Auftrag der Regievung -wurde diese Fabrik genügeO> vergrößert, um dem Inlandsbedarf an den genannten Artikeln voll zu genügen. Inzwischen ist derselbe jedoch derart zurückgegangen, daß die reduzierte ErzengnngsfähWeit' der Neftomitzer Fabrik genügt und Importe der ausländischen Fabriken des Solvah-KoMrns (dem übrigens das Nestamitzer Werk angelhört) ausgchört haben. , Auch der Absatz der künstlichen Düngemittel * vermag die Fabriken dieses Sonderzweiges der chemischen Industrie nicht mehr voll zu beschäftigen. Um die Einfuhr ausländischer Düngeunttöl zu verhindern, entsteht ein heißer Wettbewerb um die Krmdschaft, wobei die Preise eine rückläufige Bewegung nehmen.; Im allgemeinen sind die Aussichten für die chemi-i sche Industrie der Tschecho-Slowakei im HiMick auf die bestehende Jnditstriekrise sehr trübe. Man Hai in Jndustriellenkreisen gehofft/>daß der lange Zeit hindurch mit kleinen Ausschlägen. gehaltene Kursstand von 10 in Zürich einen Abbarc der inländischen Gestehungskosten und da'durch ein Erwachen der Expovtfähigkeit im Gefolge haben wird.; Ehe jedoch dieser Traum verwirklicht werden konnte, setzte die neuerliche Mertsteigerung unserer Krone ein und ist dadurch ein rauher Reif auf die auftauchenden Hoffnungen gefallen.! Der Finanzmarkt. Die Wektenvevsorgung, aestattete sich mit Mcksicht auf den knappen. Geld st and'schwierig, und bezeichnend Hiefür sind die gwßen Unterschiede in den Kassakursen zwischen zwei Arrangements, so daß am - Freitag Heispielsweise für die Versorgung eines Schlusses/. Staatsbahn- Attien 40.000 Kronen. Pro Stück befahlt wurden. Im Privatverkehr vom Samstag war idi? Lenden^ zu Beginn fest, dock) waren die Kürstaxatwnen im ' weiteren B-erkruse niedriger gehalten. ., . . ' . Die Finanzmatznahmen in Ungarn. B n d a p e st, 5. August. (Tel. der „Wiener 'MorgMzeitnn^.) Die RegieDuugsveroro-. nnng über die Errichtung einer Dewiisenzentrale wird.° demnächst erscheinen und die . Zentrale wird, im Rahmen her. Notenbank errichtet werdm. Gleichzeitig soll eine andere Regierungsverordnung die Ausfuhr von Valutan, Devisen und Wertpapieren auf ein Minimumbes ch ränken und in dieser Buchung bed-Mäend strengere Weisungen enchalten, als es vor dem Itegime Hegedüs der Fall war. Münzprägima für Ungarn durch die Bernborfer. Budapest, 5. August. (Tel. der „Wiener Morgenzeitun-g".) Mit den K r n p p - Werken werden Verhandlungen Wer die Prägung von Metallmünzen geführt. Es ishbealbsichtigt, Münzen zu 1, 6, 10, 20 und 60 Kronen aus einer Legierung von Blei, Aluminium und Kupfer prägm zu lassen. Der Kohlenarbeiterstreik in Ungarn. Budapest, 6. August. (Tel. der „Wiener Movgenzeitung".) Der bereits seit acht Tagen anhaltende Streik im S. a l g 0/ T a r j a n e d ^Kohlengebiet veMNsdchte lbisher einen Ausfall von 4000 Waggons Kohle mrd 140 Millionen Kronen an Ärbektslöhrlen. Die Polizei hat 20 Führer der streikenden Bergarbeiter wegen Msveizung verhaftet. , Masseninsolvenzen unter den Budapester Börsenfirmen. Aus Biuoapest wird uns berichtet: Nach denn gestrigen Rückgang an der hiesigen Börse konnten zahlreiche kleinere Börsenagenten ihren Bervstichtungen nicht Nachkommen^ weshalb binnen! 34 Stunden 41 Strafanzeigen bei der Polizei gegen verschiedene Börsenfirmm erhöben wurden, die stch geweigert ' hatten, die übernommenen Aufträge äbzuwickeln. Zollaufgeld in Italien. Wie das Handelsmuseünr mittcilt, - wurde das ZöllgoldaUsgebd in Italien für die Zeit vom 1. bis 15. August mit 32 2 Prozent festgesetzt, so daß bei Zahlung i des Zolles in Papievlire für eine G o l d l i r a 4,22 P a p i e rli r e zu entrichten sind. " Die neue Valuta für Litauen. Aus K 0 w.n 0 wird uns berichtet: Der Wistschaftsansschuß des Landtages hat den Gcsetzentwnvf zur Einführung einer neuen Valuta für Litauen