Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1263 (6.8.1922)
- Date
- 1922-08-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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v; > * . fclBKlBMimerKi80 Wien: ZumÄbholan in 4er Expedition, II.,Taborstr. 1-3, «der jnaineivV crachieisatelle ^rifil?)2)mp'natlicH *X 5000 Mit foeitv'arsandifwr Wien v. O esterrelch monatl. K 500Ö T$cH e(c h^p-vS l oWa k ei: Mon. K 20: Ung ar n: Mon. K150. Jugoslawien: Mon. Dinar 25. P o 1 e n: Mon. Mark 800. Deutschland: Mon. Mark 60. krankes ich: Monatlich Frcs. 6 Nachzahlungen Preiserhöhungen vorbehajten 1 Tschflcko»fifl(«akii(t «schech.Kt.tO 11 a 1 i an; Monatl. 6. Lira Rumänien: Mon. 40. Lti Schweiz and daß ihrige Ausland nosatlich. Fräs. 2) Redaktion n, Admiaiatratioa Wien, II., TaboiWame 1—3 Telephone: 44-0-38,^5-3-19^' ab v Uhr^ aheads 16-301; TeL-Adr.: ,Morgonzertuag‘,! i Wien : . Oestenreichisches Postapar* kasaen-Konto Nr. 150.693 Nr. 1263 Wie», ßf August 1922 Jahrgang Die Londoner Konferenz. 'tf. W t en, 6. August. '• Morgen vormittags tritt in London der Oberste Rat zu der Von England verlangten Konferenz'zusammen/ mU in dem Reparationskonflikt zwischen Frankreich und Deutschland, der wieder einmal bis zur Androhung gewaltsamer Exekution gediehen isteinen Ausgleich zu versuchen. An der Konferenz sollen alle allierten Großmächte teilnehmendoch ist' die Anwesenheit der Vereinigten Staaten sehr zweifelhaft. Die Gtimmungsberichte aus Washington lassen die Mißsttmmung der amerikanischen .Politik über die' Resnitätlosigkeit aller, europäischen Verhandlungen deutlich erkennest. Die letzte Note Balfours, die von den Verbündeten die; Zahlung dfr Kriegsborschüsfe fordertehat in Amerika eine gün-' stigeAufnahmegefunden,- weil sie ein unter Umständen ' sHr wirksames/Beruhigungsmittel für ^hen aufgeregten H-auvinfsmUs an die Hand gibt Und in'Verbindung mit: . den europäischen Schulden^an Amerika zu einer Neuordnuttg ^.MpämtivnsftNge. Anlast Mieten könnte. Die europäischen 'Schuldner stehen mit 10' Milliarden Dollar in Amerika zu Büch, und man berechnet'jenseits des Ozeans, daß jede Fortsetzung der Kriegspolitik die Zahlungsfähigkeit der-Schuldner herübsetzt.; Sind doch die Staatsschulden aller'am Weltkrieg -beteiligten Staaten '« von 27,8 im Jahre 1914 auf die phantastische Höhe von 224,1 Milliarden Dollar gestiegen, und es ist erklärlich, wenn man in'Amerika gegen jede.'weitere politische Beharcklung der -Finanzfragen und Men -eine Fortdauer bü Rüstungen aüstritt. Diese Forderung Amerikas findet aber'in-Europa noch nicht das Terrmn genügend reif. Die KmÄwstsvertrage-hgben.chm-MÄZtge.von-Fra--’ gen territorialer Natur offen gelassen, und - so lange-solche .-- Konfliktsmöglich-keiten bestehen,'wirdgerüstet,.-gemordet-- und geschossen^- r 7-.X- - r . $ v. :Ni ©ec Beginn oemfranzöstschn.Sanktionen lst,gesternnicht ärsolgt. Die Ankündigung. von .Verwögenskonfis- 'kä^li^nchat ln.^^n7zuerue^^i^^^^s^''^atef^.,- ^füh'^et. Es, - ist .klar,', daß dieser. Staat',7 der ist Genua im VörderMnd der Angriffe aus die Gigentuwspölitik Sowjetrußlands stand und hierbei von Frankreich unterstützt wurde, nicht einer Maßregel züstimmen kann, die den lebhaftesten Applaus in MoMu finden müßte; Die durch Belgiens Einspruch verursachte Verzögerung ist von der deutschen -Regierung zu'einer klugen und kühl gehaltenen Note* an Frankreich benützt, worden, die sich aus den Friedensvertrag stützt und unte^Berusung aus die Senmng der Finanzkrast Deutschlands neue Verhandlungen ' vorschlägt. Diese Antwortist ein brauch-- bares Präludium'für die Londoner Konferenz, die allerdings unter diesen Umständen, wieder nur ein Provisorium schassen -kann;Frankreich.hat sich durch die Aus-; Hebung des Abkommens, vom Sommer 1921 über, die; Liquidation . des deutschem Besitzes . 'in Frankreich präjüdiziert.; Eine endgültige Beilegung des ruinösen Streites wirdauch jetzt nichtmöglich --seich Ihr wirken außer dem Zorn Frankreichs, auch noch die; Verhältnisse in Deutschland selbst entgegen, wo eine politische Beruhigung 'für lange hinaus unmöglich ist. Die Meinungen -.' innerhalb der - Ententestaaten über diese Lage sind, durchaus! einheitlich- -und - wirken naturgemäß -auch auf die Behandlung'; der Resmrationsftage. ' Wenn yachgewiesen ist, daß , die - Ersüllungspolitik nicht die-Unterstützung der fiihrenden Schichten besitzt rmd daß eine durchaus nicht geheime Feine jeden.Widerstrebenden mit dem;?ode bedroht, so kann Deutschland nicht auf Synchathie rechnen und h verfällt der, gleichen Aechtung, wie sie dein Hejjas-Staat zuteil geworden isü . - . - Die österreichische. Sorge, die sich durch den Sturz der Mark bis unmitelbar zur Katastrophe entzpickelt hat, soll von England auf die Tagesordnung der Londoner 'Besprechung gestellt'werden. Die Freigabe der Pfänder, durch die.Reparatlonskomiilission ist allein, ohne.Kreditstützung, nicht.geeignet, eine.-durwgrelser.de.Sanjeruüg zu ^ermöglichen/ Die Milderung der^^ot. Oesterreichs braucht keines so großen finanziellen.;und/ politischen. Apparates.. Sie - ist' schon, -durch-) die; Äussührung * aller Versprechungen ., und ^Mzstßlgen,..M-;.^fiilIftn, zumal Oesterreich ' selbst; durch .seine in-neren;Mäßnahmen dßst. Weg der, Selbsthilfe. beschritten -hat.- Freilich - wirb alles,! was für Oesterreich geschehen kann, pön-MM /heraus. sabotiert,; undies;gehqrt -in -das HaPite^Dx niederträch-' tigsten Verhetzung,, daß das. österreiEche; Regierunbsoxgan gestern-'hie. Subskriptiow Mr stitz^ Notenbcürk zu einem Ausrust benützt,^dex;sehr;oepMh;chaL; Md vom : Ritualmord. singt.Aus biese'r WaW-Pölitist. kann, und wird'keine Rettung kommen. ' 'C,.'---'.” 9HorÖp!att Regelt diis^ein. ~ Subtuhotfj -- Leiter -er Hetze. B e r l stn, 5. Augilst. (Tel,- d. „Wr. Modenzeitung".). Die beiden Attentäter, die csm 15. Juni in Kassel das Blausäureätlentat aus den . ftüheren Ministerpräsibenten scheide mann verWM-v,^-.smd. jetzt,, "genau zwei Monate nach) dem Attentat, in Oberschlesien in einem klei- * neu Orte nähe von Gleiwitz v i r h a f ste t; worden. Sie heißen W nst m Md H a l be r. Hie - haben sich in dem Dorfe bei Gleiwib seit Wochen verborgen gehalten. 2hie Spur der beiden verhafteten Attentäter ist zuerst von der politisHen Hojlizei in K a s s e l aufgenommeü, worden und Wochen Und Monate^^ Pndurch?nnM8siig mist zähem Fleiß verfolgt worden. Sie führte Wächst nach Westfalen, von dort nach Hambutg, weiter nach Berlin und dann nach Schlesien Durch eine Photographie der Verdächtigen, die sich die Krimiüälpplizei verschafft hatte und die den Zeugen des Attentats vorgelegt wurde, gelang es, die Identität festzustellen. Der Ausenthältsort. wurde ermittelt ünd "ümstellt. Einem der Verfolgten gelang es, sich im letzten Augenblick der Verhaftung 'durch?die Flucht zu entziehen.7Er wurde jedoch in seiner Wohnung ermittelt und sestgenommen. Die . beiden Verhafteten sind nach: Berlin gebracht, worden. 7 .v 7. -;7; ' :-7 '7 7 7 Im Laufe der Untersuchung über den'Mord an R a- .t h en ä u war in Hamburg ittne von der O r g a n i s ati om C o n sul;äusgearbeitets- Liste beschlagnahmt worderr,^ welche die Namen von nenn j ü d istch e n P e r s ö nl i-chk ei t e n eNthielt, 'gegen;die Attentatb vorbereitet wurden. Eines diesest. Attentate ist Inzwischen bereits ansgefiihrt worden,;Zwar;.geKn HnFb.e.n/ Heplant Wad,Mter . MünWl n mhd 'die EhefrKaktäirtz Meqdpr -M bWMM. Devtg V e r n h a dit zü' ermochechffHierzrHwird nun aus Leipzig lberichitt: - Professor E i nsthe i n 'hatte, seinerzeit zutzesagtt^^Ms '^r;FäHr hu flb e r;tste i er d er.P.estell-: .s ch aßt de nst scher Natur so rs.cher u nd Aerzte, in Leipzigdie die^^ hMntagendsttn Gelehrten vereinigen tvird, einen /Vortrag über He. R e l a t i v i t a t s t h e ö r i e zu hätten. Nach dem Morde an sstathenau wurde sestpestellt, daß auch der Name E i n st e i fi 7aust der, schwarzen Liste -et Mordorgänisätion stthe. Däräus hat EinMn seine Beteiligung auf dem Natursorschertag ab ge lehn t. Alle Bemühungen, ihn zu einerü Widerruf zu bewegen, find e rsto l glos geblie-en und Einsteiü hat sich jetzt nach dem Aüs-> län-e begeben.! Der preußische »Minlster des Innern S ev e r i n g teilte itt einer Unterredung einem Mitarbeiter des „Berliner Tageblatt" mit, -ätz die neueste UntersckWng gegen die rechtsradikale Mordorganisation schweres Äpweismaterial gegen den General Ludendorsf zutage gefördert , hätte. Bei zahlreichen Hansdurchsuchungen seien s ch r i ft l i che M i t teil u n g e n von General L.u d e udorff aufgefunden wurden, wobei es.sich zum Teil um a u S f L h r l i ch e I n st r u k t i ö n e n hflndett. Fü den sonstigen beschlagnahmten Papieren wird des öfteren daraus, hiägewiesen, daß cheneral. Lu den darf stmöglichst i m Hinterg r u n d e bleiben müsse und sich nicht k o m p t om i t t i e r e n dürfe. Ferner hat die Untersuchung ergeben, daß der berüchtigte und steckbrieflich verfolgte Kapitän Ehr h ardt Po» seinem AuseMhattsorte Innsbruck Instruktionen sehr oft nach München sendet, aber auch sehr oft nach W h e l vsts h äsen fährt, um in diesen beiden Orten die Verbindung mit den i l l e gale n O r gwn i s a t i o n e n Mstochst,zu erhalten. 7 st" "'st ,- ' Wie in politischen. Meisen verlautet, geht der Ritz innerhalb ber.Dentschüntionalen Partei immer Weiter, so daß die Abspaltung des gesamten deutsch v ö lkistchen Flugels sind dessen Umbildung in eine selbständige An tisemitenp artei.nur noch eine; Frage der Zeit zn seist schLiuü Bemerkenswert ist der Kampf, der sich in der Presse däa, beiM Flegel der Deutschnattoualen Partei! uM 7 die , Person , L u d e n d o r f f s -Während die PrW der DentschvAkischen m Lüdendörsf ihren Heros erblickst wagt sich ein Teil, der deutschnätioualön Presse zstm stxsien Mal, mit Angriffchr Meu rstW^Mscher^';MäWE veröffentlicht^. Ä;o.bües Isp WKWPz des.. DWrW, Mist Mm Direnor des asttt-' ^äMftischrst'^De»ff^st).WWatteß^, Herrn Sonntag, unzweifelhäst hervorgeheM In.dieser Korrespondenz läßt sich. Ludendorfs über die Pläne zur Gründung der neuen Partei im einzelnen unterrichten und sorderL Sonntag unter üstderem zu. ettiem Wematischest Angriffsftldzug «ms Gimeral Ho ffutann ans,, der nach Ludendorff ganz unter dem EiUslusttz s e ist e r j ü d i sch e n Fra n „in echt jüdischer Weise" väterlänIsche Werke zerstört. Lndendorsf bittest aber Sonntag, hierbei nicht zu. erwahnest, von wem die Anregung zu deft Angriffen stuf Hoffma.un ausging. Der deutschnationale „Tag" wirft LudestdvH leine Kampfesweise im allgemeinen vor und rligst besöstdM^ daß sich Luöendorff im dritten Bände seiner EriMerungen ist feisten Angriffe« auf die Juden und Quellen wie Mie Geheimniste der Wejsen von Zion" siiitzt. " - BerLraümsvoLum für das Kabirrett RoystL. .? Warschau,. 3. August. (Tel..her „Wr. zÄtung".) In der gestrigen Sejmsitzung hielt Premierminister;N o. w a k sein Mose^ Er betonte, er, werde 7chmuht sein,: ebenso wie baß; vqphergehende Kabinett 7Mr finanzielle Lage des Staates zu verbessern und die freund-: schäftUchlen Beziehungen mist. der Entente.und mit Heu. Nachbarländern auch weiterhin, anfrechtzüerhatten. In Lest,1 Beziehungen zu Sowjetrußland und der Ukraine werde sich die Regierung stets nach dem . Friedensvertrag halsest und jeden Äersirch zur Erweiteräng. des guten Verhält- . nistes/geru «stterstützen. Der Mististexpräsident erwähnte. Weiter die Notwendigkeit, daß die iechnische Erledigung.der Wilnafragev und die Regeliing der Helbsiverwaltung in Ostgalizien wie. Lberhästpt die; Ördynng. in, den , Gebietest . mst'gemischter BWÄkchmng, ehWH,durchgeführt? weichem! , ' Der. Premftrministex usttEWt ben in der Kost-, stitutton?estthattWst Pstntt siber die' n a t i o stäke n . R e ch teste r M i nst str h ei welchen er Ws Pn-. halten wolle;: Bei Fordernpg ster Pflichterfüllüng eistes: 7j«chest WDrst We AstWchiestH^ giott 'ststch seitens M ÄWMstg^ll^^ getan Hsedest^ y: stnst-) EstiwickluW'-W Her.MiniW^rW-7 destt'werdeK^^st^^ Neuwahlenin üstpWettMdEKW^'Serben..,7; '.7* V'7 - Abgeoistneter Dr. Dchstn^d'Perftur des^ Premiermistitzers, vallftändlgeL Vertrauen,Htgegenzubtistgm^W^ jüdische KluL. ivotlester Regierung Mt das. BtttHneMytstm' verweigern,» 7' . aber seine weiteren Beziehungen zur Regierung von ihrer Tätigkeit abhängig. Abgeordneter Spiege(tuann erklärte namens des den t.s ch e n K l u b s, daß auch dieser für ein Vertrstuensvotum ^stiMmen -Werde, weil der Premierminister Nowak der erste. Minister in Polen ist, dm in sein Expose die Frage .der.^Wiü-eHMr'echte. chnbeMest. hat,, jedoch , fehle es den Deutschen gänzlich an Zutrauen zu den anderen Ministern.y . ,? 7 . Die rechten Parteien;lehnten das Vertrauensvotum abda das jetzige Kabinett eine Fortsetzung des Kabinetts Sliwinski bedeute.; Die Skulski-Partei erklärte, obzwar sie sich mit ven.^ Parteien der Rechten identifiziere, im Interesse der Staatsnotwendigkeit «icht gegen das Vertrauensvotum zu stinnncn., Die W i t o s - P a r te i nebst allen linken Parteien versprechen. ihre Unterstützung. Abgeordneter Federowics legt namens der Partei der konstituitionellen Arbeit Wende Resolution vor: Der Sejm «immt dÄst Expose das Premierm i n i st e r s. z u r^K e« nt n i y. Die Resolution wurde mit 193 gegen 139 Stitnmen ängenommen. In der Sitzstug wutde.ferner beschlossen, den., Ausnahmsz Ü st a n d^ i N' O st g ä l i z l e y, der! sich, als Erbteil der alte« österreichischen. ReWung eivgenipet hattet zur Gistize astfzuhebest,. "7;,;'7'7 : -l '.7' \ '• ' -Der Dejm Pertagw; sich södayst. auf steü Herbst, wird aber dann nur Mehr ensst Wze Session hätten könnM da sÄstc Matidätsdauer aMnste * MJ ^717