Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1250 (24.7.1922)
- Date
- 1922-07-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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MMMMN E 80 Ni»»: ZomAbholea in der Expedition, II.,Taborstr. 1-3, oder in einerVcrschleisstelle 'Trafik) monatlich K 2900 ^Äifc Postvers^n'd für Wien n. Oesterreich monatl. K 2900 fschech o-Slowakei: Mo». R20. Ungarn: Mo». (C150. Jugo s lawi en: Mon. Dinar 25. Polen: Mon. Mark 800. Deutschland: Mon. Mark 60.. Frankeich: Monatlich Fr cs. 6 uner Nr. 1250 Wie«, Montag, 24. Juli 1922 T sehecho«SlowBk«i * schech. K 1.20 Italien': Monatl. 6. Lorr Rumänien: Mon. 40. Lei Schweiz und das übrig, Ausland monatlich Fr«. % Redaktion u. Administration Wien, II.,Tftborstrasse 1—I Telephone^4-0-33,43-3-19, ab 6 Uhr abends 16-301. TeL-Adr.: .Morgenzeitung*, ‘ Wien Oesterreich isch es Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 4. Jahrgang Ratistzkerung »es englische« Mandate« durch den VSlKerbnnd. ' London, 23. IM. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitnng".) Der Rat des Völkerbundes hat gestern in geschlossener Sitzung das euglischeMaudatüberPalästina gemäß dem Antrag der britischen Regierung ratifiziert. Der Beschluß wird morgen, Montag den 24. d., in öffentlicher Sitzung proklamiert werden. * Der Mandatsentwurf beruft sich auf die Artikel 32, 05 und 132 des Friedensvertrages von Sevres (1v. August 1920) und immatrikuliert in der Einleitung den Wortlaut der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 betreffend die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk. Das Mandat, das im März 1920 vom Obersten Rat in seiner Konferenz zu. San Remo bestätigt wurde, anerkennt die historische Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina und die Gründlage für die Wiedererrichtung einer nationalen Heimstätte in diesem Land. In Artikel 2 wird die Verantwortlichkeit des Mandatars für die politische, administrative und wirtschaftliche Verwaltung im Sinne dieser jüdischen. Ansprüche unter Wahrung der vollen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung otzsgesprochen. Artikel 4 spricht die Anerkennung der zto* Gntesttekonjerenz um 1 Augstst. "''^7; ' Paris, 22.1 IM..(Havas.) Premierminister Lloyd George.und Ministerpräsident Po.in da re werden wahrscheinlich am 1. August in London zusammentreffen. Außer dem Moratorium und den Reparationen wird Wer Wunsch der Londoner Regierung auch die österreichische Frage in Erwägung gezogen werden. Poineare wird vom Finanzminister de Laftehri«, dem politischen Direktor iw ftanzösischen Ministerium des Aeußern Grfaeu P e r e t t i del a R o e e a «nd den Sach- . verständigen für die einzelnen zu behandelnde« Fragen begleitet sein, Lloyd George von Lord Balsour und Sir Robert Hörne. GerreraLpfarrdrecht und Befreiststgsschulden. Paris, 22. Juli. Zu dem jüngsten Beschluß der Reparationskommisfiou b emerkt der „Temps", Oesterreich have diesmal nicht lange auf "die von ihm angesuchte Hilfe warten müssen. Die Kommission tue alles, warn ihrer Macht liege, um den S st er reich ischenKr edi t w i oder her zu st e ll e «. Das Blatt freute sich, feststelle« zu können, daß: die Nachfolgestaaten dem gestern gefatzten Bsschlutz lr e i n e n W i d c r st an d entgegengesetzt Habe«. Man dürfe jedoch nicht vergessen, daß die Nachfolgestaaten eine Gegenf o r d e tu n g geltend zu machen haben. Sie würden wiinschrn, daß man sie von der Beza hlun g d erBefreinng sschnld en enthebe, wovon die Hälfte aus die Tschecho- Slowakei entfiele. Die Frage werde bei der allgemeinen Negelung erledigt werden müssen, doch hänge der Zeitpunkt der Regelung vor allem davon ab, was sich zwischen den Alliierten und Deutschland abspielen werde, denn die Reparätionsschnld bilde einen Block. Französisch-österreichisches Schiedsgericht. , Paris, 22, Juli. (Havas^) Präsident de laBarra hat im Einvernehmen mit der französischen und der österreichischen Regierung das gemischte französischösterreichische Schiedsgericht zu einer außerordentlichen Tagung in Wien für die Zeit vom 9. bis 221 Oktober einberufen. Maurice Gandolphe wird dev französische und Dt. H a m m e r s ch l a g der üllerreickMe Schiedsrichter Hin- ' nistischeu Organisation als öffentliche Körperschaft aus, welche der Verwaltung Palästinas m allen das Interesse der jüdischen Nation berührenden Angelegenheiten mit Rat und Mitarbeit zur Seite steht. Artikel 6 bezieht sich auf die Erleichterung der jüdischen' Einwanderung und die geschlossene jüdische Siedlung im Lande mit Einschluß der nicht für öffentliche Zwecke erforderlichen Staatsländereie». Artikel 7 normiert die Annahme der palästinensischen Staatsbürgerschaft durch Juden, die ihren dauernden Aufenthalt in Palästina nehmen. Artikel 13 und 14 behandeln den Schütz der heilige» Stätten. Auf diese Bestimmungen bezog sich der Einspruch des Vatikans, der, wie es scheint, durch ein Sonderübereinkommen mit England geordnet wurde, welches eine gemischte Kommission zur Verhandlung aller aus diesem Titel entstehenden Differenzen Vorsicht, die übrigens auch in Artikel 14 angekündigt wird. Artikel 22 erklärt'englisch, arabisch und hebräisch M offizielle Sprachen. Der ratifizierte Mandatsentwurf wird durch den Generalsekretär des Völkerbundes w allen Signatarmachten des Friedensvertrages mit der Türkei übermittelt. Bayerns sreservatrecht im Schutzgesetz. Sprengung der -eutfch^n^tzmusvkoalitryn? : Berlin,Ä. Juli. DieMontagspost" meldet MSÄNnchen: Me - verlautet, soll das ' Staatsministerrmn mit Stimmenmehrheit beschlossen 'haben, eine Berordu-ng zu erlassen, durch die die bayrische Staatsregverung das materielle Recht des Reichsgesetzes zum Schutze der Republik übernimmt, jedoch den Vollzug den bayrischen Staatsanwälten und Volksgerichten überträgt uW damit für Bayern hie Wirksamkeit der Reichsbchorden und des Staatsgerichtshofes ausschaltet. Die Mehrheit des Kabinetts soll fermer beschlossen haben, das Rerchskrrmiualgesetz nicht als rerchsveMrrdlich anzuerkennen, und dessen Vollzug in Bayern nicht zu gestatten. Es heißt, daß die demokratische Partei infolge dieser Beschlüsse das bisherige stdegieryngsprogranmr für.durchbrochen halte und. bit Regierungskoalition für gesprengt ansehe,. da die beschlossenen Maßnahmen mit der Reichs-. und' Landesverfassung, nicht vereinbar seien. Der hchwkratksche Handelsmnnster. Hamm ihckbe daher dem Ministerpräsidenten Grafen Lerchenseld feinen Rücktritt angeze-igt. Das Zentrum i« der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft. . Berlin, 23. Juli. Wie die Morgenblätter melden, erläßt der erste Vorsitzende der Zentrumspartei im Namen des Vorstandes einen Aufruf, worin es heißt: Die Vereinfachung und Vereinheitlichung unseres Parteiwefens ist eine Lebensfrage für Deutschland. Wir brauchen eine starke Partei, die die großen sozialen Ausgaben der Gegenwart meistern und die Trennung nach Klassen überwinden.kann, die Stände und Konfessionen zu aufbanendev politischer Arbeit zurückführt und treu zur Verfassung steht. Die hier beschriebene politische Linie hatdie Zentrumspartei tatsächlich eingehalten. Sie ist deshalb geeignet, sich zur gro ß e n, st arken Mi11 e auszuw achs en und insbesondere auch den K e r n der in der. letzten Zeit viel besprochenen Arbeitsgemeinschast einer verfassungstreuen Mitte abzuqeben. Es wird dann weiter angekündigt, daß bei den nächsten Wahlen eine größere Zahl ni cht k.a th olis ch er K and id a te n aufgestellt werden soll, ohne Rücksicht darauf, ob diese die.- entsprechende Anzahl von Wählern ihres Bekenntnisses hinter sich haben. . > Der Andreas Hofer-Verein. Rom» 22. Juli. Die „Tribuna" meldet aus' Par i S, daß die B otschafterkonferenz einstimmig einen Antrag deS Grafen Sforza angenommen habe, in Berlin einen Kollektivs ch ritt gegen die in der Presse betriebene Aktion und die P r v p a g a n d a des Andreas Hofer-Vereines in Bayern zugunsten der Bereinigung Tirols und Südtirols z» unternehme^. Gestempelte Kröne --- —.02 Centimes. Auszahlung Wien ----- —.1*/* Centimes. Sn Zürich notierte die österreichische Krone . . . —.01»/. (—.Ol3/» am 22. 5utf) die öskerr. gestempelte Krone'. —02 <—.02 am 22. Juli) die tschechische Krone . ... 11.30 (11.35 am 22. Juli) die Mark. 1.01 ( 1.04 am 22. Juli) Agram.. . . 1.52V, ( 1.52'/, am.22. Fuli) Sofia ........ . . 3.30 ( 3.4G am 22. Suji) Budapest . . . . . .... 0.32'/- ( 0.327, am 22.' Sult) Warschau. . . , Ö.08‘/s ( 0‘09 am 22.. Fuli) Monarchistischer Geheimschrch. Wie die Parlamentskorrespvndenz meldet, Hab der Führer der sogenannten, ^Oesterreichjschen Staatspolizei Kuno Höynigg, der bekanntlich auch eine legistimistische Zeitung, die „Monarchie" herausgibt, eine geheime Vereinigung unter dem Namen . „E h r e n s ch u tz des Kaiserhauses" gegründet, die zum Zwecke hat, alle Per'onen, die offen und mit „Namensnennung" die. Ehre der lebenden oder verstorbenen Mitglieder des Hauses Habsburg-Lothringen angreifen, zur Verantwortung zu ziehen. Dieser Geheimvrganisation, an deren Spitze Kuno Hoynigg steht, gehören - hauptsächlich, ehemalige Offiziere und Mitglied er der Arist o krati e an. Worin die Durchführung. des Ehrenschutzes besteht, muß sich wohl erst zeigen. Wie mitgeteilt wird, haben sich die Mitglieder der geheimen,Organisation eidlich verpflichtet, für die Durchführung der übernommenen Aufgabe mit ihrem L eb eu ein zu stehen. Das Ehrenpräsidium dieser „Kavaliersliga" soll „eine exterritorial stehende.Perf örtltchkeit von f ürstlichem Range" übernommen Haben. Wrmngel ist Budapest. M« an,WAMMMsches Komplott? Lelgra-» 22. Jüli. (Meldung der Südslawischen Korre». spondmj.) Die serbischtu Blätter teilen mit, daß General ' P r ang e l sich gegenwärtig in Budapest aufhalte und daß er k\t zahlreichen russischen Pnsönlichkeiten, namentlich mit General D e n i k i n l a n g e U n t e r r e d u n g r n gepflogen habe. In russischen politische« Kreisen Belgrads ist mau allgemem der Ueb er;eugung, die Unterredungen Wrangels in Budapest stand nt in Beziehung zur Organisation einer neuen a n t r» b o l s ch e w i k i s ch e » Ä e w e g u u g, au deren Spitze sich F ü r st N i k o l a i zu stelle» beabsichtige. Tagesbericht. Die Optionen. Staatsbürger ohne Heimatsrecht. In einer vorgestern im Rathaus aLgehalteuen Pressekonferenz machte Stadtvat Richter fahr detaillierte Angaben über die allgemeine Verwaltung der Stadt Wien, deren Ressort die Agenden eines Mrmsteriums des Innern erreichen. Es bestehen, um nur einige Ziffern aus dem reichhaltigen Material, des Refererrten herauszugreifen, in Wien derzeit - 20.000 Vereine. Etwa 30.000 Vereinsakten hat die. Gemeinde i n u n g e o r d net e m Z u st a n d von der ausgelassenen Statchalterei übernommen. Die Kongruagebühren, die Wien an die latholische Geistlichkeit zu leisten hat, Lettagen im letzten Halbjahr bereits 60 Millionen Kronen. Weiters sagte Herr Richter: Eine Asttevlung, deren Täügkeit besonders in den letzten Jahren das öffentliche, mtd private Leben stark beeinflußt hat, ist die für^Bedölkerungsangelvgetcheiten. Sie hatte vor allem die ungeheure Flut der Optionsansuchen zu bewältigen, von denen rund 100.000 auf Grund des Friedensvertrages und 20.000 auf Grund des Brunner Vertrages einliefen, die beinahe zur Ganze erledigt sind. Als lebendiges Resultat dieser ungcheuren Arbeitsleistung laufen heute in Wien nahezu e i n e V i o r t e lmillronMens che n herum, die die ö st er r et ch ^' che Staatsbürgerschaft, aber kein Helmatsre cht besitzen, was ihnen bei manchen Behörden und insbesondere a u f d e n H o ch s ch u l e n unbegründete Schwierigkeiten bereitet. Die von der Staatsregrerung bereits im Sommer vorigen Jahres in Aussicht ■ gestellte ■ oosetzliche Zuweisung der Optanten an einzelne Gemeinden sowie die überhaupt dringend nötige Heimatsrechtsreform, find bis heute nicht verwirklicht worden. Wir stehen daher den vollständig geänderten Bevölrerungsverhältnissen ' mit den durchaus unzulänglich gewordenen Zustände gegenüber. Diese Rückständigkeit macht sich auch auf anderen Gebieten füblbar. die m ds» WirkunLskreiL dieser AMlnna fallen.