Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1239 (13.7.1922)
- Date
- 1922-07-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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"rite 6 Wtty,-Donnerstag Wiener MorgÄrzeitung. 13. Juli 1922 Nr^lZSS Letzte Nachrichten. Die deutsche Note an die Reparationskommifsion. ' •' Berlin, 12. Juli. Der' Vorsitzende der Kricgslastenkommission Hai heute der Reparationskomtnission in Paris folgende Note der Reichsregierung überreicht: Die deutsche Regierung hat bisher trotz schwerer wirtschaftlicher Bedenken, die sie bereits in der Note vom 28. Jauner d. I. dargelegt hat, diejenigen Zahlungen bewirkt, die in den Entscheidungen der Reparationskommission vom 13. Jän- P' ner und vom 21. März d. I. festgesetzt worden waren. Inzwischen haben sich die Währungsverhältnisse weiter stark zu -ungnnsten Deutschlands verändert. . Im Mai 1921 war der Erfüllung der deutschen Reparatiousverpflichtungen ein Kurs hon 60 Papiermark für den Dollar zugrundegelegt, während 'lder Kurs des Dollars im Mäxz 1922 auf 285 und am 7. Juli 1922 auf 500 Papiermark gestiegen ist. Geht man davon aus, daß von den Verpflich- ' tungen nach dem Londoner Zahlungsplan vom 5. Mai 1921 nach den damaligen Vereinbarungen ein Betrag von 2 Milliarden Goldmark in Barleistungen gedeckt werden sollte, so härter dieser Betrag, wenn es bei den danraligew-Währungsverhältnissen geblieben wäre, eine innere Deckung von rund 28 Milliarden Papiermark erfordert. Zur Erfüllung der nach Entscheidung der Reparationskomission vom 21. März 1922 auf 720 Milliml-en Goldmark ermäßigten Barleistungen wäre nach den Währungsverhältnissen vom März 1922 bereits ein Betrag von 51,4 Milliarden Papiermark erforderlich gewesen, der unter Berücksichtigung der heutigen Währungsderhältnisfe nunmehr auf 80 Milliarden Papiermark gestiegen ist. Zu dieser Summe kommen die übrigen Devisenverpflichtungen des Reiches aus der Erfüllung des Vertrages von Versailles mit insgesamt jährlich rund 600 Millionen Goldmark, d. h. 66 Milliarden Papiermark. Müßte die deutsche Regierung unter diesen Umständen ausländische Zahlungsmittel sür die ihr auf Grund des Vertrages von Versailles auferlegte Verbindlichkeit weiterhin in «inen Umfang beschaffen, der dem bisherigen sich nähert, so würde die gegenwärtige Verminderung des Wertes der deutschen Papiermavk rasch und unaufhaltsam sortschreiten und zu einer vollkommenen Zerrüttung des finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens Deutschlands führen. Die' deutsche Regierung sieht sich deshalb außerstande, unter den gegenwärtigen Verhältnissen die weitere Leistung von Barzahlungen ans Grund der Entscheidung der Reparationskommission vom 21. März 1922 in Aussicht zu stellen. Die deutsche Regierung stellt daher im Hinblick auf Artikel 234 des Vertrages von Versailles den Antrag, ihr nach der genannten Entscheidung während des Kalenderjahres 1922 noch fällig werdende Barzahlungen zu stunden. ' Was den am 15. Juli fälligen Betrag angeht, so vermindert sich dieser um mindestens 17 Mill. Goldmark, die Deutschland im Hinbli«^. auf frühere Leistungen anzurechnen sind. Den Restbetrag von etwa 33 Millionen hat die deutsche Regierung zur Verfügung, weil sie in den vergangenen Monaten gewisse Einkäufe von Devisen hat besorgen können und weil im Monat Juli nach dem Stande der Abrechnung eine Zahlung für das Ausgleichsverfahren nicht zu bewirken ist. Der genannte Betrag würde der deutschen Regierung aber fehlen und sie müßte sich ihm zu dem ‘ heutigen Kurie erneut beschaffen, wobei sie die in den nächsten Monaten eintreffenden ausländischen Getreidemengen zu bezahlen hat. Die deutsche Regierung muß aus diese 'Lage um so mehr Hinweisen, als sie in den letzten Wochen zusammen mit der Reichsbank bedeutende Mittel verwendet hat, um den Sturz der Mark aufzuhalten. Unter diese« Umständen empfiehlt die deutsche Regierung, ihr den erwähnten Betrag zu erlassen. Bei dem ungeheuren Ernst der gegenwärtigen Lage wird es für die deutsche Regierung nur dann möglich sein, das Gleichgewicht in den sozialen Verhältnissen und in den Finanzen Deutschlands her- Lustellen, wenn sie die Unterstntzuzrg der Reparationskommission findet. Die deutsche Regierung ist nicht im Zweifel darüber, daß zur Wiederherstellung des Markkurses alsbaldige Maßnahmen erforderlich sind, die über das Jahr 1922 hinausreichen, und sie hält es daher sür unerläßlich, daß Deuts chland auch für die Jahre 1923 und 1924 von Barzahlungen aus dem Zahlungsplan vom 5. Mai 1921 befreit werde. Die von der deutschen Regierung erbetene Entscheidung wird nur dann ihren Zweck erreichen, wenn, darin auch die außerhalb der eigentlichen Reparatronsverpflichtungen liegenden Lasten aus dem Vertrag von Versailles, soweit sie in fremden Zahlungsmitteln fällig werden, angemessene Berücksichtigung finden. Hierzu gehören insbesondere die Verpflichtungen der deutschen Regierung, die ihr durch Ausführung zu Teil 10 des Abschnittes 4 des Vertrages von Versailles erwachsen. Auch für die Durchführung der Vereinbarungen, die am IO. Juli 1921 hinsichtlich der deutschen Zahlungen aus dem Ausgleichsverfahren getroffen Worten sind, gelten die gleichen Gründe, die es der deutschen Regierung unmöglich machen, die ans d«r Entscheidung vom 21. März 1922 sich -ergebenden Zahlungsverpflichtungen auszuführen. Die deutsche Negierung wird sich deshalb wegen einer anderweitigen Regelung dieser Ausgleichszahlungen an die beteiligten Regierungen wenden. Sie wird der Reparationskommission alsbald diesen Antrag mittcilen und sie bitten, auch ihrerseits, den Antrag bei den betreffenden Regierungen zu unterstützen. Die Entwicklung des Markkurses in der letzten Zeit, die mit der Vertagung der VrrhaMnngeu de8 Anleihekomitees begonnen Hai, mach: eine alsbaldige Regelung der Barzahlungen Notwendig, da die Unterstützung durch eine äußere Anleihe nicht eingetreien ist. Die deutsche Regierung bitter daher, über ihren Stt-ndung-anirng mit größter Beschleunigung Entscheidung zu treffen, und ste hofft, daß eine solche Entscheidung der Miederaufnawne Auleihevnhandiungnr förderlich sein werde. Das Gesetz ZAM Schutz oer Republik anaeriommeu. Berlin, 12. Juli. (Wolfs.) In.der heutigen Sitzung des Reichstages wurde das Gesetz zum Schutze der Republik dnrchberaten. Zu den einzelnen Paragraphen lagen Abänderungsanträge aller Parteien vor, -die mit wechselnden Mehrheiten angenommen oder abgelehnt wurden. Einige. Milderungsanträge der Mittelparteien werden mit den Stimmen der Bayrischen Volkspartci und einigen Mitgliedern der Deutschen Volks- Partei gegen die Stimmen der Linken angenommen. § 5 des Gesetzes, der die Einsetzung des Staatsgerichtshofes behandelt, wird in der Fassung des Zentrums und der Demokraten, wonach der StaatSgerichtshof aus drei Mitgliedern des Reichsgerichtes und sechs Laienrichtern besteht, angenommen. * Wsttsrüerrchf. In den westlichen Teilen Oesterreichs haben Gemüter Trübung und Abkühlung gebracht. In den östlichen. Teilen war es gestern mil-aas noch heitrr und sehr warm. Wien hastgestern nacbmiilaqs Gewitter. In Deutschland war gestern friifj eine statte Nordströmuna im Vordringen gegen Süden. Gest rn nackmi'tags sind keine Meldungen aus dem Auslände eingelanot. Voraussage: Nach Vorübergang des Gewitters geringe oder mäßige Bewölkung. Temperatur zuzuüachfi etwas gemäßigt, vermutlich bald wiederum Gewitter. * Dorosrkaus von Süöösfin-Fahrkarken für Sonnunö Fleierragsausflüge. Die Südbabn bat einen Vorverkauf von einfachen Fahrkarten sowie von Rücksahrkarlen. gültig für d>e .Einfahrt an jedem Sarnsian. Sonn- und Feertao, für die Rückiabrl innerhalb der toritwäßigen Gültigkeitsdauer bei den Vorverkaufskas'en Wien-Südbahnhoi und Meid'ing, in der Zweigstelle Kartsplaß des öilerreichiscken Verkehrsbareaus, bei der Firma A u-g u st S i r k, Wien, Körntnerstrake 55 und Ludwin Zwieback und Bruder. Wien, Vf., Mariahitsersttaße lll. eingerichtet. Die Ausflügler werden dringendst aufgesordert, sich d-eser Vorverstaussstellen ausgiebigst zu bedienen. * 200.000 K. Belohnung. Vor einiaer Zeit wurden im Hanse 6. Bez.. Strobachgasse 5, die Geschäfte der Schneidermeister Karl K r u P i c k a, Hans H r u s k a und Frieda H u ck erbrochen. Gestohlen wurden 26 Meter graumelierter Cheviotstoff, eine blaue Kammgarnhose, ein gelber ungefütterter Ueberzieher, 3 Meter lichtgrcmer Cheviotstoff, 3 Meter dunkelgrauer Kammgarnstoff, vier neue Hosen, und zwar zwei dunkelgraue, eine hellgraue und eine dunkelbraune, ,ein drapfärbiges Damenkostüm mit Drapserdenfntter, rot verziert, mit vielen Galalithknöpsen, zusammen im Werte von 700.000, $.• Aus die Wredere.rlangung wurde nun eine Belohnung von 200.000 K. ausgcsetzt. * Volksbibliothek Wertheimstein. Die städtische Volksbibliothek in der Villa Wertheimstein bleibt vom 17. bis 29. d. geschlossen. , * Eine Trinkerheilstätte der Gemeinde Wien. In der gestrigen Sitzung des, Gemeinderatsausschusses für Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge wurde die Errichtung einer eigenen Alkoholikerabteilung innerhalb der Heilanstalt „Am Steinhos" sowie die Gründung einer Trinkerfürsorgestelle beschlossen. * Neue Volkskindergarten. Die Gemeinde Wien hat bereits acht städtische Kindergärten in Volkskindergarten umgewandelt. Der Gemeinderatsausschuß für Jugendfürsorge, hat gestern beschlossen, daß vom -Herbst an weitere 14 städtische Kindergärten zu Bolkskindergärten umgewandelt werden sollen. * Oester reirbffch-deutscher Voxnbend. Die gestrige Veranstaltung des Verbandes österreichischer Faustkämpfer nahm ebenso wie ihre Vorgänge einen sehr gelungenen Verlauf. Da die Kämpfe erst in vorgerückter Abendstunde beendet wurden, bringen wir heute aus tttbnifcfun Gründen nur die Resultate, werden aber auf dies» so örtlich hochsiedende Veranstaltung noch zurückkommen. Wievers (Berlin). 60 Kilogramm schwer, schlägt den uw 3 Kilogramm leich'eren österreichischen Leichtgewichtsmeilür Knrdle in der driiten Runde. Knock out. KlingenÜnner. 67 Kilogramm, bayerischer Meister im Weltergewicht, und Wesselitsch, x österreichischer Mittel gewichtsmeister, 70 Kilogramm, kämpfen über zehn Runden unentschieden. Breitensiräier, 79 Kilogramm, deutscher Schwergewichtsmeister gegen Bruno Schmiedt. 84 Kilogramm. Schmied gibt ln der 4. Runde auf. Kuderrmjsch, 76 Kilogramm, österreichischer Meister int Kaibschwergewichi. gibt gegen Müller (Berlin), 69 Kilogramm, nach der 7. Rund' aus. * Warenverkauf nach dem Kurszettel..Im Zuge der täglichen Revisionen der Lebensmittelhandlungen wurden am 10. d. wieder eine große Anzahl von Gemischtwaren- und Kolonialwarengeschäften kontrolliert, um etwa verheimlichte Zuckervorräte sestzustelleu. In einem einzigen Bezirk wurden in,22 derartigen Geschäften 9000 Kilogramm Zucker sichergestellt, da nachgewiesen wurde, daß die betreffenden Geschäftsleute, ohne 'Rücksicht auf ihre Gestehungskosten, nur unter Hinweis aus die steigende Tendenz der tschccho-slowakischen Valuta unerhört hohe Aufschläge berechneten, während in einigen anderen Fällen'die Verweigerung der Abgabe überhaupt. trotz vorhandenen. Vorräten, festgestellt wurde. Da die Beanständeten sich zum Teil darauf beriefen, daß ihnen seitens der Großhändler unter Berücksichtigung -der derzeitigen Höheder tschecho-slowakischen Krone exorbitant hohe Nachschaffungspreise in Aussicht gestellt wurden, wurden die Erhebungen. auch ans, die Großhändler ausgedehnt, wobei das Kriegswucheramt an dem Grundsatz festhält, daß nur jene Wtöderallschaffllngskosten für die Festsetzung der Vorrats- Preise in Anrechnung gebracht werden dürfen, welche bereits zur Zeit des Ankaufes, sei es' durch tatsächliche Warenübernahme, sei es durch Tätigung eines Abschlusses, den Verkäufer belasten. Es geht nicht an. daß das Sinken der österreichischen Krone ausschließlich auf den Konsumenten überwälzt wird und daß der Kleinhändler beint Handeinkauf und der Verbraucher bei Erwerbung der täglichen Nahrungsmittel sür die Ueberprüfung der von ihm geforderten Preise den täglichen Kurszettehzur Hand nehnien muß. Das Kriegswucheramt wird mir der größten Energie diese Revisionen fortsetzenr * Der angeschosscnc Drahtdieb. Die Telepbondrahtbiibstähle haben in der letzten Zeit wieder gewaltig überhand genommen. 'Namentlich in der Umgebung von Jnzersdorf wurd.n gewöhnlich zur Nachtzeit Telephondrähte in/großem Maßstab gestohlen. Abgesehen von dem sehr bedeutenden Materialschaden, der in die Millionen ging, waren auch empfindliche Störungen die unangenehmen Folgen der Drahtviebstähler In der Nacht zum 8. d, hat der Gendarmerie-Rayonsrnspektor Wurbs bet einer Streifung in der Umgebung von Jnzepsdorf mehrere Leute, die sich in der Nähe der Maste verdächtig, Herumtrieben, angerufen. Sie nahmen jedoch Reißaus, worauf Wurbs ihnen vier Schüsse nachfeuerte. Trotzdem konnten die Täter durch ein Getreidefeld entfliehen. Am tvchsten Tag gab das Jnbilänmsspital bekannt, .daß sich am.9. d. int Spital ein Mann unter dem Namen Wenzel Berger..anfnehmen ließ, der eine Schußwunde in der Bauchgegend hatte. Sie war allerdings'nicht. lebrnsqeführlich, denn dep Kann hatte'eine dick? Fettschichte und die Kugel hatte der Quev, nach als Streifschuß nur sie durchdrungen, so daß der Vev letzte zu Fuß hatte das Spital anfsnchen können. Das Sicher beitsbureau. das m dem Verletzten den, Drahtdieb vermutete, entsendete den Krintinalbeamteninspektor Thetmer ins Spital-' und diesem gestand der Mann, der das Inkognito Wenz^ Berger nicht aufxecbterhalten konnte) der 39jährige Hilfs arbeitet: August Pessina, zu Weidling geboten, zu sein, ß* räumte ein, daß er mit zwei anderen Männern Drahtdieb stähle am 23. Juni begangen hat und auch in der Nacht'vo>( 8. d. begehen wollte, daß "er aber vom Gendarmerieinspektol' Wurbs überrascht worden und geflüchtet sei. Dabei hat er de? , Bauchschuß erhalten. Die Spießgesellen des Drcchtdiebes konni ten noch nicht ausgcforscht werden. Pessina wird nach serno Genesiulg dent Landcsgcricht eingeliefert. Vereine, Vorträge und Versammlungen.. Urania - Cc; h u f f i rf ri a u f Burg t&vi st e i n. Die Exkursion auf Burg Aggstem findet Sonntag bei 16. d. untrr den bereits verlautbarten Modalitäten statt. Adfahv 5 Uhr 50 Min. früh ab Westbahnhof. Anmeldung abgeschlosser Jüdische Tischgesellschaft Land st ratz e Keule abends 8 Uhr Zusammenkunft in der Meierei im Stadt vark (beim Kindersptelplah). Diskttjstonsabend. Gäste will kommen.! Ernährung. ■ —s— - . - Die LebensrnitLelmärkte. Angesichts der unerschwinglichen Fleischpreise wendet sidas Hauptinteresse den Gemüsemär kt en zu. Dpch sink , auch hier die Preise so hoch, daß sich die Hausfrauen, nur aw , den Einkauf der dringendsten Artikel beschränken. Die, .Zw fuhren an Gemüse waren gestern knapp ausreichend, da be> reits für die Sommerfrischen großer Bedarf herrscht. Mv? Ausnahme von S-chnittfisolen, die sich in minderen Qnalitäter - tim 100 Krciren pro Kilogramm ermäßigten, blieben die Preisi. so ziemlich utiveräudert. Italienische Kartoffeln stellten sich a\t 840 bis 880 K.. jugoslawische auf 790 K. pro Kilogramm in Großhandel, ungarische Gurken aus 750 bis 780 K., italienisch!' auf 750 bts 750 K. Aus dem Obstmarkt notierten Marillen mii' 1600 bis 1560 K., Birnen mit, 900 bis 1000 K., Kirschen mii 800 bis 1200 K.. Johannisbeeren mit 1200 K. das Kilogramm - Heute waren das erstemal Mirabellen (Reineclauden) zu sehen, die 1000 bis 1200 K. pro Kilogramm kosteten. Tecb atter noiierte mit 13.200 K. pro Kilogramm, Land-, butter rnit 9500 bts 10.000 K. auf dem Naschmarkt. Die Preise für Eier zeigen steigende Tendenz, der Stückpreis betrüg gestern 290 b's 300 Kronen.^ In -er Großmarkthalle ermäßigte sich gestern der Prei» sür mittleres und minderes vorderes Rindfleisch um 400 K. für Pr'masorton um 200 K..pro Kilogramm. Dagegen ev höh'cn sich wct.er nn Kleinverkauf Schweinefleisch um 200. bi^ 400 K»,Schmalz um 400 K. und Speck um 800 K. beim Kilo gramm. Bahnzusnhren fchlten vollständig. Bühne und Kunst. / Baseler Mustkvereiu. In ihrer schmucken schwarz-goldenen Uniform präsen Herrn sich die Mitglieder des Baseler Musikvereins wie Angr hörige einer Regimentskapelle. Auch der stramme Rhythmu-, des Klangkörpers, der aus etwa 50 Musikern bestcht, und dl Beschränkung auf Blasinstrumente mit Ausschluß der Streiche' gemahnt an militärische Uebung. Ihr Programm umfaßt vorwiegend Weisen und. Märsche aus dem Schweizerland,' die sü mit großer Präzision und guter Klangwirkung.vorführen; auch i der Radetzky-Marsch wurde gespielt und von den Wienern, die den weiten Raum des Volksgarten-Restaurants bis auf das letzte Plätzchen füllten, bejubelt und zur Wiederholung verlangt, ein Potpourri aus Lohertgrin bewies, daß diese Schweizer „Dilettanten" künstlerischen Ausgaben gewachsen sind. Jv ihrer Heimat geben, sie Symphoniekonzerte und begleiten konzertierenden Solisten; in der Schweiz, in Deutschland und Italien hat sich der Verein, den der tüchtige Musikdirekwr Kars Schell seit einem Vierteljahrhundert mit Ersblg leitet,'zahlreiche Freunde erworben. Auch in der alten Müsikstädt Wien weiß matt die volkstümliche Kunst der Schweizer zu schätzen. __ flb. A«S den Theatern. holung. Dirigent: Herr Kurinann a.'G. Morgen wird Verdis „La Traviata" mit Frau Frickdl Böhm vom-Deutschen Landestheater, in Prag als Gast als Violetta und Herrn I. Guttmann als Gast als Alfred gegeben. — Santstag gcht Johann Strauß' „Der Ziaeunerbaron" mit, Herrn I. Guttmann als Gast als Barinkay und Herrn Fritz Schönhoff als Gast als Zsupan in Szene. Das Carl-Theater beschließt seine Spielzeit 'am' Sonntag den 16. d. mit der Kalmanschen Operette „Die B a j a d e r e". Infolge notwettdiger baulicher Adaptievungsarbeiten bleibt das Carl-Theater bis 18. August geschlossen. Änr 19. August wird das Theater mit der Operette „Die Bäjadere" wieder eröffnet. Im Bürgertheatcr wird haute „Orpheu.s in^ der Unterwelt", morgen „Der Bettelstudent" ge-, spielt. In der Neuen Wiener Bühne geht morgen-, die deutsche Ura-ukttilrung pes Schwankes „Bobbys Schlafanzug" („Le bonhent de nia Femme") von Rene Peter Maurice Svnlie und. Georges Oumson mit den Damen Panly, Lauterböck, Puchkc und den Herren Lovric. Wurmser, FarkaS, HendrichL, Uiberaäer. Rudolph, Beraun tn den Hauptrollen in Szene. R-gie: Karl Farkas. ' , In der R o l a n d b ü h n.e, Direktion Karl Miksch, gelan-, gen unter.dem Titel „Scherz und Ernst in der Erotik" am 15. d. mit Emmy Flemmich als Gast, Kurt Labatt, Hans Kurz und Karl Miksch in den Httuptryllen Pier neue Einakter zur Darste'lltrng, Darunter „Tazefähr-, li.che Rendezvvtts" von Woligap» Aund „Büauto m e" von Karl Mik-ckr f