Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1237 (11.7.1922)
- Date
- 1922-07-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Rr. 1837 Wien, Dienstag iInstituronen und alle Vertreter von Institutionen nur allzusehr verehre. An die religiösen Grundlagen des Gemeinschaftslebens gemahnte der Inder Bngara, der von dem Bunde der Anhänger des religiösen Sozialisten G h a n d i in Indien erzählte,. warm und gläubig, unintellektuell und uneuropäisch. Im schloß sich Martin Bub er an. Zur Verträglichkeit, so sagte er, müsse rüan mit Förster nur diejenigen mahNen, die keine Gesinnung, die ihnen Wirklichkeit ist und nach der sie leben, sondern eine bloß willkürlich angenommene Richtung vertreten. Nur solche Menschen geraten aneinander, während die von einer realen Gesinnung erMten gewöhnlich mit anderen Realgesinnten auskommen. Diese reale Gesinnung ist aber nur die religiöse. Wer erziehen will, muß sich erst fragen, ob seine Gesinnung von solcher Wirklichkeit'ist, denn nur dann hat er Erfolg. Statt die Menschen dazu zu erziehen, daß sie. die Gesinnung anderer achten, sollte man sie' dazu erziehen, daß sie ihre eigene achten. — Starke Anteilnahme fand der Bericht von Fadrus-Wien, der schilderte, wie man dort zugreift, ohne lang auf eine Aenderung der Gesetze zu warten, die vielmehr der wirklichen Reform Nachfolge. Das Gegenbild zeichneten Olga Essig und Anna S i e m s e n. Die erste Rednerin klagte über hie Not der schulentlassenen Mädchen, die in Deutschland entweder gar keine Weiterbildung bekommen, oder dann eine rein aufs nützliche gerichtete, bei der die Seele verarmt, und die zweite Rednerin empfahl schlechtweg den versammelten Lehrern und Lehrerinnen, dem Geist des Reglernertts, der just in Deutschland stärker als je herrscht, dadurch entgegenzuwirken, daß sie das an diesem Kongreß für gut Erkannte durchzuführen suchen, ohne sich um die Verfügungen der Behörden zu kümmern. — Es wurde Schönes und Ernstes an den vier Tagen gesagt. Betrachtet man aber all es, .was gesagt wurde, so ergibt sich dasselbe verwirrende BUd, das uns das Leben heute bietet. . H. T. Die neuen Sowjetrubel. Die Sowjetregiernng hatte in der ersten Hälfte dieses Jahres neue Geldzeichen unter der Bezeichnung „Staatliche Geldzeichen der R. S. F. S. R. Serie 1922" in den Verkehr gebracht, wobei laut Dekret 1 Rubel der neuen staatlichen Geldzeichen 10.000 Rubel der Kreditbilletie und Verrechnungsscheine aller früheren Ausgaben gleichzusetzen ist. -Ursprünglich verfolgte die Sowjetregierung scheinbar die Absicht, durch diese Maßnahmen zu Beginn dieses Jahres eine Devalvation des Sowjetrubels herbeizuführen. Tatsächlich wurden jedochbisher die alten und neuen Geldscheine gleichzeitig in den Verkehr gebracht, wobei die Bevölkerung die Sowjetrubel der alten Ausgabe bevorzugt. Von Interesse und Bedeutung ist es, baß neuerdings die russische Staatsbank in ihren Kurszetteln die Kurse in Sowjetrubeln der Ausgabe.1922 veröffentlicht. So weist der vollständige Kurszettel vom 22. Juni . I. folgende Notierungen auf: Sowjetrubel Sowjetrubel b. alt. d. Ausg. 1922 Ausg. 1922 Rubel Rubel > 1 Pfund Sterling 1080 10,800.000 1 Dollar 320 3,200.000 1 franz. Franken 20 200.000 1 fränz. Goldfranken 4:i 430.000 1 schwedische Kröne 660.000 100 deutsche Reichsmark 880.000 100 polnische Mark i; 60.000 100 estrrische Mark 50 500.000 100 lettische Rubel 80 800.000 goldenes 10 Rubelstück 1200 12,000.000 Gold in Barren für 1 Solotnik (1 Solotnik gleich 4.26 Gramm) 480 4,800.000 Silber in Barren für 1 Solotnik 12 120.000 Bei Ueberweisung aus dem Auslande durch die Staatsbank wird dem Empfänger der Betrag in Sowjetrubeln der neuen Ausgabe 1922 oder der alten Ausgabe ausbezahlt. Wenn auch der Unterschied zwischen den Sowjetrubeln der neuen Ausgabe 1922 und der alten vorderhand nur für den inneren Gebrauch von Bedeutung sein durfte, so ist doch dieser Unterschied durchaus im Auge zu behalten, umsomehr noch, da wie ersichtlich die Kurszettel der russischen Staatsbank nunmehr in der neuen Ausgabe veröffentlicht werden. * Herzl-Gedenkfeier. Die zionistische Sektion 9 veranstaltet Samstag den 16. d. um 8 Uhr abends im L.üllner-Tempel, 9. Bez., Grüne Torgasse 13, eine Herzl-Gedenkfeier. * Todesfall. Am 6. Juli starb in Lemberg der als hervorragender Rezitator und Literat bekannte Julius Tenner, der in seiner Jugend an der dramarturgischen Schule des Wiener Burgtheaters bei Baumeister und Müterwurzer Unterricht genossen hatte. Der Verstorbene, der auf seinem Gebiete viel publiziert hat, wirkte auch als Lektor an der Leinberger Universität. * Kallenkreuzler in den Wiener Aeurtern. Eine unserer Leserinnen legt uns einen Brief vor. den sie in der vergangenen Woche an ihre in Lemberg wohnende Mutter obgrsende bat. Der Brief ist privatesten Lnhalts. Er wurde in einem blaüm Kuvert zur Post gegeben, ist aber der Abienderin m einem weißen Kuvert wieder zugegangen. Er hat Wien nicht verlassen. De, Brief ist auf einem ©Jener Postamt geöffnet und mit Beschimpfungen omistmiüschen Inhalts beschmiert sowie mit dcm Äakenk r e u z geschmückt worden. Unter anderem findet, sich die schöne Berlprcchung: »Am Sonntag den 9 um. 5 Uhr nachmittags, gehen rvrr dich fesseln!" Wir Men den Brief der kompetenten Behörde M Verfügung. Merrev Morgettzertunst. * Von der Stadtbi-liothek» Die Wiener Stadtbibliothek bleibt vom 17. d. bis 16. August (an Dienstag- und.Freitagnachlnlttagcn bis 16. September) geschlossen. * 9lc»ie Kino-Eintrittspreise. Der Vorstand des Bundes österreichischer Lichtspieltheater hat in seiner gestern abgehaltenen Sitzung den Beschluß gefaßt, mit Rücksicht auf die stete, unerträgliche Steigerung der Betriebskosten mit 11. Juli eine Erhöhung der Eintrittspreise eintreten zu lassen. * Der GMpfe! des Mount Everest nicht erreicht. Dir von General Bruce aefiihrte Expedition hat es aufaegeben,. den Gipfel des Mount Gvereit noch in diesem Lahre zu besteigen. Die Verfolgung der jüdischen Lehrer in Ungarn. Der Verband ungarländischer jüdischer Lehrer hielt dieser Tage seine Jahresversammmnü ab. Zum-erstenmal seit dem 16jährigcn Bestand des' Verbandes ließ sich oie Regierung nicht vertreten. In det Versammlung wurden Klagen laut, die hauptsächlich die Verfolgung jüdischer Lehrer in der Hauptst a d t und in der P r o v i n z zum Gegenstand hatten. Es würde unter anderem zur Sprache gebracht, daß der Staat beabsichtige, den jüdischen Lehrern die bisher gewährte Subvention zu entziehen, so daß viele ärmere Kultusgemeinden Nicht mehr imstande' sein werden, ihre Schulen auf-, rechtzuerhalten. In manchen Provinzgemeinden sei die Entziehung oer staatlichen Subvention bereits voraenommen worden. Außerdem wurde mitgeteiltdaß in manchen ungarischen Provinzorten den israelitischen Schulen verboten worden sei, christliche Kinder aufzuneh m en, die bisher von ihren Eltern wegen des hohen Niveaus der jüdischen Schulen statt in die staatliche in die konfessionelle jüdische Schule geschickt wurden. (I. C. B.) * Das Vermögen eines Bettlers. Der 61jährige, beschäftigungslose Eisig In den freund, Floridsdorfer Hauptstraße 19 wohnhaft, wurde gestern in 'der Leopoldstadt wegen Bettelns angehalten. Er hatte 157 Kronen erbetteltes Geld in verschiedenen Banknoten bei sich. Bei einer Leibesdurchsuchung wurden mehrere Sparkassenbücher gesunden, denen zufolge er über ein Vermögen von 700.000 K. und mehr als 1000 polnische Mark verfugt. Die Strüfamtshandlung wurde eingelertet. * Die Tariferhöhung beim Platzfuhrwerk Von Sonntag den 10. d. an ist für das Wiener Platzfuhrwerk der erhöhte Tarif in getreten. Er beträgt beim Platzsuhrwerk mit Fahrpreisanzeiger, und zwar: Autotaxi: ,150yfache Taxe 2 und Gepäckszu,chlag von 1600 Kronen. Einspänner: I200fache Taxe L und Gepäckszuschlag von 720 Kronen. Bei Benützung von Platz fuhrwerken ohne Fahrpreisanzeiger (Fiaker) sino 3000 Krone:: für die ersten zehn Minuten, 2000 Krotten für je weitere begonnene zehn Minuten und 1000 Kronen Gepäckszujchlag zu bezahlen. * Auflassung von Bezirksgerichten in Ostgalizien. Aus Lemberg wird uns geschrieben: In . der nächsten Zeit soll eine ganze Reihe von Bezirksgerichten aufgelassen werden. Nach einer Verlautbarung des Obergerichtes kommen vor allem jene Ortern Betracht, wo infolge der Kriegsereignisse die Gerichtsgebäude z e r st b r 1 wurden und auch keine Wohnungen fiir die Familien der Beamten vorhanden sind. * Ein Opfer deS Antisemitismus. Wir haben unseren Lesern neulich das romantische Schicksal einer christlichen Persönlichkeit von vornehmer Abkunft angedeutet, die infolge ihres Eintretens für Menschlichkeit üno jüdische Rechte um ihr ganzes Hab und Gut gekommen ist und nunmehr auf die Hilfe mitfühlender Menschen warten muß, die ihm aus der drückendsten Not helfen. Unser Appell an unsere Leser ist nicht ohne Erfolg geblieben, aber die eingelaufenen Beträge reichen.nicht aus, um den Mann und seine kränke-Frau über Wasser zu halten, .bis es ihm gelingt, zu dauernden Verdlenstmöglichkeiten zu gelangen. Wir erneuern also unsere . Bitte an die jüdische Oeftentlichkeit und ersuchen um, werktätige Unterstützung eines notleidenden Nichtjuden, den sein Kämpf gegen die Pogromantisemiten an den Bettelstab gebracht hat. (Spenden wollen an unsere Administration unter oem Titel, dieser Notiz gerichtet werden.) ‘ * Der Streik in den Gemeinschaftsküchen. Im Skale „zum grünen Tor" fand gestern abends eine Versammlung des Personals jener Gemeinschaftsküchen statt, die die Forderungen nicht bewilligt haben, in denen aber noch nicht gestreikt wird, ferner des Personals dev Rohö-Kiichen. Der Obmann des Lohnkomitees Billini berichtete zunächst über die neuerlich aufaenommcnen Verhandlungen mit der Leitung der Rohv- Küchen, welche heute mit einem vollen Erfolg der Angestellten zu Ende geführt wurden, so daß heute Dienstag die Küchenbetriebe wieder ausgenommen werben. Auch die Küche der Hochschule für den Welthandel hat die Forderungen erfüllt. Insgesamt haben bis heute 66 Küchen die Forderungen be- Oorlligt. Sekretär Ha matsberg er referierte hierauf über jene Küchen, die die Forderungen nicht bewilligt haben. Es sind dies die Gememichaftsküchen der Beamten der Franz Iösefsbahn, der Westbahn, der Telegraphenzentrale, die Postküchen und die Küche der Militärgagisten. In diesen Küchen wird beute Dieüstag die Arbeit eingestellt. Mit der Gemeinschaftsküche im Belvedere werden die Verhandlungen. heute beginnen. Mit den Leitungen der Mensa Academica, Mensa Techniea und der Mensa der Hochschule für Bodenkultur haben noch keine Verhandlungen stattgefunden: Sollte es in diesen Küchen zu keiner Einigung mit dem Personal kommen, so wird auch in diesen Betrieben der Streik proklamiert werden.. * Preiserhöhung in den Mittelstandserholüngsheimen. In den Mittelstandserholungsheimen, für die man, - sich monatelang vorher vormerken wußte, ist dieser Tage eine weitgehende Preissteigerung durchgeführt worben. Reichenau ist von 2800 . auf 3800, das Erholungsheim Sonnblick in Grundlsee von 2600 auf 3200, und eben jetzt auf 1000 Kronen pro Tag und Person gestiegen. Da werden sich die Mittelständler wohl in Wien, erholen müssen —- vor allem von dem Schrecken dieser Hiobsbotschaft. * Wetterbericht. Die gestrige Trübung ist rasch vorübergegangen. Es find nur stellenweise geringe Niederschläge gefallen. Gestern früh war es bereits teilweise heiter; mittags herrschte in Oesterreich allgemein schönes, heiteres Wetter. Deutschland hat" teilweise bedeckten Himmel. In Norddeutschland ist es bei lebhaft westlichen Winden verhältnismäßig kühl. Voraussage: Warm, Schönwetter, aber nicht von langer Dauer. _ V * Veränderungen im Dienste der Wiener Polizeidirektionj Polizeipräsident Schober hat eine Reihe von Neuerungen, namentlich von Umgruppierungen der Präsidialressorts der Polizeidirektion, verfugt. Diese Reform bezweckt.einerseits, den vielgestaltigen, sehr umfänglichen Apparat des gesamten. Polizeidienstes durch Neuaufstellung sogenannter „Approbationsgruppen" . zusammengefaßter, übersichtlicher und expeditiver zu macheii. andererseits den hohen Polizeibeamten die v: > rückungsinöglichkeit zu sichern. Die, Approbationsgruppen -r Insassen oie präsidialen Aemter (Vizepräsident Walldorf), die unmittellar dem Präsidium unterstellten Aemter (zweiter Stellvertreter Hofrät F r o n z), das Referat für Orgüuisation und Koriirolle sowie Oberaufsicht über die Polizelkommissariate (Hrsrat Dr. D eh m al), die Ressorts der Kriminalpolizei (Hofrat Nickles), und die Ressorts der administrativen Polizei (Hcsrat Dr. Brand l). Mit dieser Umgestaltung, die auch eine räumliche Verlegung einzelner Bureaus nötig macht, 11. Juli 1922 Seite.5 ji sind auch Personalveränderungen in der hohen Beamtenschaft verbunden. Hofrät Dr. Franz Brand!, der zum Chef einer Ilpprobationsgmppe ernannt wurde, war bisher Vorstand des Rescrats für. Staatspolizei im Präsidium. Den durch seine Vorrückung frei gewordenen Posten eines Chefs, der Staatspolizei crhiell der Vorstand des Kriminalbeämtenreferats Hofrat Heinrich Tandler, und an dessen Stelle wurde Hofrat Frieor'ch Driak.zum Chef des Kriminalbeämteninstituts ernarmt. Hofrat. Dr. Bruno Schultz, der als Nachfolger des Hosrates Stukart seit Jahren mit Umsicht und Erfolg das Sicherheitsburecm leitete/ wurdh zum Vorstand der zweiten Sektion der Polizeidirektion (Sicherheitsdienst) ernannt. Zum Vorstand des Sicherbeitsbureaus wurde der bisherige Vorstand-Stellvertreter Regierungsrat Alexander W ah l designiert. Dem. Vorstandstellvertreter des polizeilichen Paßamtcs Regierungsrat Josef To maier und dem Kommandanten der SicherheilswachabLeilüng Innere Stadt Regierungsrat Dr. Otto L o fit wurde dep Hosratstitel verliehen. * Dev ne«« Gaspreis. Der Gempinderoisausschuß für die städtischen Unternehmungen genehmigte gestern den Antrag der Direktion der Gaswerke, der d e n P r e i s für einen Kubikmeter Gas von 220 aiif 40 ,0 fronen erhöht. Dieser Preis gilt für den siebenten Verrschnung-ababschnilt. Die Direktion begründete die Erhöhung mit den gestiegenen Sohlmkosleu, Mmrrialpreisen und Löhnen. * Eine Kundgebung der Fachlehrer Wiens. Der Verband der Fortbildungsschullehrer Wiens berief für Montag vormittags,, 11 Uhr, seine Mitglieder zu einer Versammlung auf dem freien Platze gegenüber, dem Bundesministerium für Handel, Industrie und Gewerbe ein, um gegen die ablehnende Haltung dieses Bundesministeriums gegenüber seinen Forderungen Protest zu erheben. Hunderte von Lehrern, unter tbiten zahlreiche Leiter der Fortbildungsschulen, nähmen an der Versammlung teil. Diese beauftragte den Reichsbund, sowie den Verband der Fortbildungsschullchrer, von den beteiligten„Bundesministerien eine dringliche Behandlung ihrer Forderungen zu verlangen. Hunderte Lehrpersonen haben ihrer ' Stellung freiwillig entsagt,, weitere werben diesem Beispiele folgen, wenn nichtraschest Abhilfe geschaffen wird. Wir überlassen, heißt es weiter, die Verantwortung für den Niedergang dieser unentbehrlichsten aller Schulen den öffentlichen Körperschaften, diese sind berufen, die Kulturgüter vor ihrem Niedergänge zu bewahren. * Borgespiegelte Holzlieferungen. Unter dem Namen einer Halzsirma Werner Stadler hat ein Betrüger, der sich Grabmäier nennt, verschiedenen Wiener Firmen Anbote zur Lieferung größerer Holzsendungen gemacht und sich, wenn Bestellungen vorgenommen wurden, mit Frachtbriefditplikaten ausgewiesen, die besagten, daß das Holz in der Station Nenlenobach aufgegeben worden sei. Aus diese Weise hat der Gauner eine Anzahl Wiener Firmen durch Annahme vom Anzahlungen oder Vorauszahlungen um Hunderttausende geschädigt * Ein Dollardiebstahl. Dem amerikanischen Studenten Stephan Zinec, Haslingergasse 62, wurden gestern aus dem unversperrtem Kasten 130 Dollar, und zwar zwei Noten zu 50, eine Note zu 20 und eine Note zu 10 Dollar gestohlen. * Ein Millkonencinbruch. Am 8. d. wurde bei Frau Marie Schober, 4.. Bcz., .Schelleingasse 37, ein gebrochen. Der unbekannte Täter bat die Wohnung mit Nachschlüssel geöffnet und Juwelen gestohlen, die'die Geschädigte aus 100 Millionen Kronen bewertet. Unter den Juwelen.befindet sich ein dreireihiges Perlenkollier mit drei Brillanienspanqen, eine Brosche mit acht großen. Perlen und Brillanten in Rvchteckform, eine vierzehnkäratig^ Brillantbrosche in Etui der.Firma Hartung, ein goldenes Feuerzeug usw. Vereine, Vorträge und Versammlungen. V o l k s b i b. l i o t h e k Z i o n. Die Entlehner werden ersucht, die Kaution für ein Buch aus 1020 K. zu erhöhen. Neueingeschriebene müssen für je ein Buch 20C0 K. erlegen. — K - b r ü i s ck e r K u lt u r v e r b a n d 8 a b n e. Keule. 7*8 Udr, im Lokale, IX., Türkenstrotze 4. Dorlrag Prof. Dr. Wich. Berkvwicz: .Erinnerungen an Theodor Kerzl." Emtrilt ICO K. für Keren Kajemeth. Ernährung. Die LebensMitLelmarkLe. Auf dem Fleischmarkt ist keine Aenderung der Situation zu verzeichnen. Die Preise blieben aus der gleichen Höhe wie an: letzten Markttag, der Verkehr war fast belanglos. Mit der Bahn sind drei Waggonladungen mit amerikanischem-Gefrierrindfleisch über Italien angekommen, außerdem drei Waggonladungen mit verschiedenen Fleischgattungen aus Steiermark und zwei Waggonladungen aus Jugoslawien, von denen eine Pöckelfleisch enthielt. Die Grünwarenmärkte waren gut beschickt, die Nachfrage war trotz der hohen Preise, die im wesentlichen unverändert blieben, rege. Kochsalat und Neuseeländer Spinat notierten 200, beziehungsweise 100 K. teuerer, dagegen sind kleine Preisrückgänge bei - Fisolen und roten Rüben cingetreten. Bemerkensivert ist, daß trotz dieses Preisrückganges ungarische Fisolen billiger sind als hiesige. Diese kosten nämlich 1400 K., ungarische 1200 K. pro Kilogramm. Auf dem Obstmakt sind Kirschen, Weichsel, Ribisel und Heidelbeeren schwächer vertreten, dagegen nehmen die Marillenzufuhren zu, so daß die Preise fallenden Tendenz zeigen. Im Großhandel stellte sich ein Kilogramm auf 1600 bis 1800 K. Herrenpilze kosteten im Kleinhandel 3200.K. das Kilogramm. Eier und Butter sind genügend vorrätig. Der Eievpreis betrug heute 280 bis 290 K. für ein Stück. Bühne und Kunst. Von Wiener Kunst und Künstlern. -„Die Wiedergabe" ist der ein wenig irreführende Saminelnanre einer Serie anmutig ausgestatteter, ' winziger Büchlein, die der gewissenhafte und kunstverständige Publizist Paul Stefan herausgibt. (Nur die verdächtige Namensäneernng nehmen wir ihm'übel. Ist denn.sein Familienname — Grünfeld hieß er, nannte sich vorübergehend Gruenfeldt und entschloß sich dann fiir „Stefan" — unschön, beschämcnc. oder gar unehrlich? Wer das Pseudonym als Feigenblatt seiner Abstammung benützt, hat im Kanrpf unr „Wahrheit n r-' Reinheit" nicht mehr volle Ellenbogenfreiheit.) Dich Vüchleiu^ Wiemk Kunstfrage,n Md Wewer Zünftlern. Vorzugt