Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1236 (10.7.1922)
- Date
- 1922-07-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Siebener-Turnier <mf der Hohen Warte. Sportklub gewinnt den EntschetLungskampf gegen F. A. C. — Vienna gewinnt den Trostpreis. — 5Y00 Zuschauer. — Interessante Kampfe. — Gute Leistungen. Die Fortsetzung deS Turniers brachte gestern recht inter- 'flante Kämpfe, da sich fast alle beteiligten Mannschaften schon ^en ungewöhnlichen Umständen angepaßt hatten und durch den 'ereitS in greifbare Nähe gerückten DiegespreiS zu größtem Lifer angespornt wurden. Die gebotenen Leistungen waren -echt gute, mit Ausnahme deS F. A. C. hatten alle Vereine iehr starke Mannschaften herausgebracht und auch die jungen keservospieler der Floridsdorfer schlugen sich ganz tapfer. Rocht »efriodigend waren diesmal auch die Leistungen der Schivds- 'ichter, zu wünschen ließ nur der Besuch übrig. Dev Siegle! — nach dem Verlauf deS ersten Tages nicht unerwartet -~ •>em Sportklub zu. Der Erfolg der Dornbacher kann, obwohl üwaS tf#**1*) errungen, als verdient bezeichnet werden, er var jedoch hauptsächlich das Werk Professor SchmiegerL, der Uch noch immer als hervoragender Taktiker und Schütze erwies. Die Verringerung d'er Mannschaften auf die Zahl von sieben Spielern, gab zwar der Sektionsleitung des Sportklubs die Möglichkeit, nur die frischesten und schnellsten Leute verwenden u müssen, diese Maßnahme allein hätte aber kaum genügt, *cn Enderfolg zu erringen, und erst der Einfluß Schmiegers, «et seine Partner trotz seiner eigenen geringen Beweglichkeit 'U zweckmäßiger Arbeit zwang, gab den Ausschlag. Schmieger ist zwar heute, wie schon erwähnt, recht bequem geworden, '-"tte er aber den Ball, so fiel fast immer ein Treffer ab. Eine überraschend gute Leistung wten die Stockerauer, und konnten, dank der möglichen AuS« nerzung schwacher Punkte ausgezeichnet abschneiden. Die Pro» mrzler, in deren Reihen übrigens mehrere bekannte Spieler ätig sind, entsprachen zwar nicht in technischer Beziehung, erviesen sich aber als vorzügliche Taktiker und ausgezeichnete Lupfighter. Ihr körperliches Uebergewicht und ihre enorme 'lusdauer machten übrigens manche andere Mängel wett. Die Viennamannschaft, Vte den Trostpreis errang, hätte weit besser abschneiden können; nenn sich die Döblinger Spieler nicht erst im letzten Spiel zmn -ichtigen Cupstil bequemt hätten. Auch Blum, der als Mittelt'ümrer fungierte, brachte den Angriff nicht die notige 'Durchchlagskraft, die Hintermannschaft, speziell Chrenka und der Tormann Maurer aus der Jungmannschaft, befriedigte hinzegen. i Ein Speziallob verdient die jugendliche Mannschaft der Floridsdorfer. Cs war rielleicht nicht richtig, trotz Ankündigung der ersten Mannschaft, »oft die gesamte Reserve spielen zu lassen, dieser Umstand ändert aber nichts an der Tatsache, daß die Jungens sich ganz vortrefflich schlugen und sich bis ins Finale durcharbeiten könneu. Es ist dies als ein ganz außerordentlich hoch zu werten- »cr Erfolg zu betrachten, der so manchem anderen Verein als 'lnreiz zur Nachahmung, d. h. zur Pflege des Nachwuchses die- ->en sollte. Die einzelnen Wettspiele brachten folgende Resultate: F. A. C. - Vienna 2 r 1 (1; v). Verdienter Sieg. F. A. C.: Schuh; Runge, Kariger, Bilek; Novak, Funk, weiter. Vienna. Maurer; Tobias, Kar.fl, Chrenka; Bulla, cllum, Ludwig Schiedsrichter Werner Den Flortdsdorfern gelang e§, die starke Vienna-Manufchaft Knock ont zu schlagen und sich durch diesen Sieg für das Finale zu qualifizieren. Die Vienna konnte sich noch immer nicht entschließen, umzusatteln und so kann ihre Niederlage nicht als unverdient bezeichnet werden. Die Sieger halten ihre besten Leute im Angriff, der ein weitzügiges Kombinationsspiel betrieb, ohne aber ans Einzelvorstöße zu verzichten, sowie im Tor mann Schuh, der eine Reihe schwerster Schüsse hielt. Bei Vienna befriedigte die ganze Hintermannschaft, speziell Chrenka und Maurer waren wieder sehr gilt. Das Spiel begann mit wechselnden Angriffen, ein Freistoß gegen F. A. C. wird von Chrenka wuchtig ins Tor geschossen, aber der Treffer wegen einer Regelwidrigkeit annulliert. Es dauerte aber nicht lange, bis der erste reguläre Treffer fällt, aber der glückliche Schütze ist ein Floridsdarfer. Nach schöner Kombination sendet Reiter ein. Ein Schuß Ludwigs prallt von der Querstange ms Feld zurück, dann Halbzeit. Nach Wiederbegin ist F. A. C. leicht überlegen, aber ein Bombenschuß Chrenkas führt den Ausgleich herbei. Nun entspinnt sich ein heftiger Kampf um den Sieg, rin Treffer Reiters entscheidet schließlich das Treffen. Je ein Tor wird wegen Regelwidrigkeit nicht gegeben. Schiedsrichter Werner gut. Sportklub — Stockerau 3:1 (1:1). * Lebhaftes Spiel. Stocke rau: Seidl; Pfälzer, Zsinmerl, Schober; Kubik, Sach, Zatnik. Sportklub: Kolar; Michalke, Lowak, Plant; Bauer, Schmieger, Gibisch. Schiedsrichter: Ing. Baum. . . Dieses mit großem Interesse erwartete Spiel entsprach, nicht ganz den gehegten Erwartungen, da beide Vegner sichtlich Angjst voreinander hatten, und sich mehr auf Abwehr als Angriff verlegten. Immerhin verlief der Kampf bis zum Schluffe recht spannend und die Entscheidung fiel erst in den letzten Minuten. Sportklub greift heftig an, Gibisch und Bauer verschießen. Eine Flanke Schmiegers wird von Gibisch an die Stange gefeuert, den abprallenden Ball sendet aber Bauer ein. Trotz weiterer Ueberlegenheit der Dornbacher gelingt Kubik noch vor Halbzeit der Ausgleich. Nach Seitenwechsel spielt Sportklub mit dem Wind, erreicht aber lange keine zählbaren Erfolge. Eine gute Gelegenheit 'wird von Gibisch vergeben, Schmieger erhält keine Bälle. Stockerau ist jetzt ebenfalls häufig vor dem gegnerischen Tor, die Entscheidung fällt aber erst drei Minuten vor Schluß, als knapp hintereinander Bauer und Gibisch einsenden. Bierrrm — Stockerau 3:2 (1:2). DiennaS bestes Spiel in der Konkurrenz. Vienna: Maurer; Tobias, Kargl; Chrenka; Bulla, Blum, Ludwig. Stockerau: Seidl; Pfelzer, Zrmmerl; Schober; Kubik, Zach, Zatnik. Schiedsrichter: Waneuva. . In diesem Kampf lieferte die Vienna ihr bestes Spiel und vermochte im Endkamps die Stockerauer, die bis zur Pause in der Führung lagen, zu schlagen. Die Döblinger Stürmer arbeiteten jetzt ziemlich zweckentsprechend,, auch die Verteidigung war recht gut und so konnte der Erfolg nicht ausbleiben. Die Stockerauer zeigten ihre schon bekannten Vorzüge und Fehler und hätten bei etwas Glück auch den Spieß umdrchen können. Ihr bester Mann war diesmal Schober, der seine Stürmer immer wieder nach vorne warf und selbst eine Reihe scharfer Schüsse abgrb. Kubik erringt nach schöner Kombination die Führung, Ludwig erzielt den Ausgleich. Vienna vergibt nun gute Chancen, knapp vor Halbzeit erreicht dagegen der alleinstehende Kubik neuerlich die Führung für Stockerau. Nach der sehr kurzen Pause ist Vienna mehr im Angriff und Bulla bringt mit Prachtschuß den Ausgleich zustande. Der siegbringende Treffer fällt schließlich durch Blum, trotz wechselnder Angriffe wird dann am Stande nichts mehr geändert. Sportklub — F. A. C. 4:2 (2 r 1). Schmiegers Mitwirkung entscheidet den Kampf. Sportklub: Kolar; Michalke, Lowak, Plank; Bauer, Schmieger, Gibisch. F. A. C.: Schuh; Runge, Kariger, Bilek; Reiter, Funk, Novak. Schiedsrichter Werner. Unter strömendem Regen ging das Entscheidungsspiel vor sich, das recht guten Sport brachte und mit einem verdienten Sieg der routinierteren Dornbacher endete. Die Sieger hatten in Lowak und Plank ihre besten Leute, die nützlichste Arbeit verrichtete Schmieger. Bei den Unterlegenen bewährte sich diesmal der Angriff nicht so gut wie in den früheren Spielen. Der Kampf ist anfangs rasch wechselnd, bald aber macht sich eine leichte Ueberlegenheit des Sportklubs geltend, der aber vorläufig keinen Erfolg erzielt. Die erste Gefahr ergibt sich vielmehr für die Dornbacher, der Gegenstoß füifjxt jedoch zum ersten von Schmieger vermittelten Erfolg durch Gibisch. Ein Freistoß wird von Schmieger mit Prachtschuß zum zweiten TrcffcL verwandelt, dann holt Novak ein Tor auf. Halbzeit 2:1. Nach Seitenwechsel verfehlt zuerst Bauer das leere Tor, ein Freistoß und ein Korner gegen Sportklub verlaufen ergebnisloS. Schmieger legt den Ball schußgerecht Gibisch vor, 3:1! Noch einmal vermindern die Floridsdorfer den Vorsprung der Gegner, Funk ist der Schütze des Tores. Durch Vermittlung SiirimerSnger ■ Platz Mittwoch den 12. Juli, 6 Uhr abends (mit 20 Min. Wartezeit) Entscheidungsspiel der Meisterschaft I92B/22 W.A.F. fl«8«n Sportklub Vorverkauf ssteHen» Pohl, I., Kämtnerstr'a$se; Cafe Atlashof, I., Wiesingerstrasse; Cäfi Parkring, I>, Weihburggasse lu. ÜUU 1V2L e«tt ———————..—." - --—*—1 Schmiegers fällt schließlich auch das vierte Goal für Sportklub, der damit einen vielbejubelten Sieg erringt. Em sehr guter Schiedsrichter war auch diesmal Herr Werner. . Die leichtathletischen Wettbewerbe. Schöne Erfolge der Hakoah. Die vor den Fußballwettspielen auf der Hohen Warte abgehaltenen leichtathletischen Vorgabekonkurrenzen brachten in Anbetracht der harten Bahn und der drückenden Hitze recht gute Leistungen und den Hakoahnern sehr schöne Erfolge. Die einzelnen Resultate sind: 400 Meter: 1. Hajek (W. A. C., 16 Meter Vorgabe) 62,9 Sek.; 2. Steinitz (W. A. F., 10 Meter) 63,2 Sek.; 3. Scheu (Hakoah, Malmann) 64 Sek/ Scheu lief gut, konnte aber die großen Vorgaben nicht ganz aufholen. 1000 Meter: 1. Dukes (Hakoah, 40 Meter Vorgabe) 2:40,8; 2. Wurm (Hakoah, 10 Meter) 2:41; 3. Kohn (Hakoah, 60 Meter). 6 Teilnehmer. Schöner Erfolg der Hakoahner, die alle Plätze besetzen, wobei Gasser im geschlagenen Feld blieb/ 3000 Meter: 1. Brunnsen (G. Oe. C., Mal) 9:48,2; 2.. Duschet (Falke, 15 Meter).9:47,2; 3. Polinek (Wacker, 60 Meter) 9:67,2. 100 Meter: 1. Koch (Hakoah, 1 Meter) 12 Lek.; 2. Faßlich (Hakoah, 1 Meter), Brustbreite zurück; 3. Kohn (Hakoah, 3 Meter); 4. Braunwieser (Rapid, Mal). Starker Gegenwind, relativ gute Leistung. 1600 Meter: 1. Klein (Hakoah, 40 Meter) 4:36,7; 2. Brunnsen (G. Oe. C., Mal) 4:38,7; 3. Tolinck (Wacker, 35 Meter). 6 Teilnehmer. Scharfer Endkampf. Stafette 3mal 400 Meter: Hakoah gewinnt sicher gegen zwei gemischte Stafetten. Die Floridsdorfer in Brünn. Ein Sieg und eine Niederlage. Die Floridsdorfer gastierten am Samstag und SonÄ-^. in Brünn, wo sie an borden Tagen Spiele gegen den Sportklub Zidenice austrugen. Das erste Spiel konnten die Wiener knapp, aber sicher mit 4:3 Toren gewinnen, nachdem sie in der Halbzeit mit 1:3 Toren im Nachteil waren. 2000 , Zuschauer. Gestern mußten die Floridsdorfer eine 2:4-Niederlage hinnehmen, obwohl sie sich in der Pause Mt 2:1 Toren in der Führung befanden. Der S. bl. NndolfsMftel in Graz. Eine schwere Niederlage. Der S. C. Rudolfshügel spielte gestern gegen den F. tz» Sturm und erlitt eine empfindliche Niederlage. Die Wiener waren in sehr schwacher Aufstellung gekommen und kamen gegen die in guter Fornr befindlichen Sturm-Leute nicht auf. Die Grazer siegten 6:1, nachdem sie bereits zur Halbzeit mit 2:1 Toren in der Führung waren. Ungarn — Schweden 1:1. Die ungarische Ländermannschaft absolvierte gestern ** Stockholm ihr zweites Ländermatch auf ihrer Tournee, das ebenso wie das gegen Deutschland unentschieden endete. Vor 16.000 Zuschauern standen einander im Stockholmer Stadion der bewährte Internationale Patakh eingestellt worden. Die Teams Schwedens und Ungarns gegenüber. Die Ungarn spielten mit derselben Mannschaft wie in der Vorwoche gegen Deutschland, nur war an Stelle des F. T. C.-Mannes Schwarz der bewährte Internationale Patako eingestellt worden. Die Schweden kamen in der 44. Minute durch ein Eigentor Vogls 3 in die Führung. Erst in der 82. Mrnute der zweiten Hälfte gelang dem Törekves-Mann Hirzen der Ausgleich. In der Folge bekundeten die Ungarn eine leichte Ueberlegenheit, doch blieb ihnen infolge mangelnden Schußvermögens ihrer ’ Stürmer ein Endersolg versagt. .. Prag—Christiania 6 :0 (4:0). Das Spiel war nur von 6000 Zuschauern besucht, die auch nicht auf ihre Kosten kamen, denn die Prager machten mir ihren Gegnern was sie wollten und hätten mit einer zweistelligen Tordifferenz gewinnen können. Fußball in der Tfchecho-Slowakei. Prag: D. F. C.—Slavoy 8 6:2 Tore für D. F. C. Horvath (3), Langer, Patek; C. A. F. K.—Brfovice 1:1; Rädlicky A. F. K.-S. K. Krocehlavy 3:0 (2:0). Brünn: Moravska Slavia—Cracovia 0:0. Vorgestern spielte Cracovia in Göding gegen S. E. Hodonin 2:2 (1:0) unentschieden. Bratislava: Slavia (Prag)-S. C. Bratislava 1:0 (0:o). Makkabi—M. T. K/ 4:2. - K r e m s i e r S. C. Kralove Pole—Hanacka Slavia 6:2. Trotz pan: D. Sp. V.—Makkabi (Mähr.-Ostrau) 3:1. TerWiuuot. Die diesjährige Meisterschaft ist noch nicht zu . Ende und schon bereitet die kommende Herbstsaison einzelnen Vereinen große Sorgen. Zwölf Meisterschaftsspiele sollen im Herbst unter Dach gebracht werden und bekanntlich ist diese Jahreszeit dem Fußballsport viel ungünstiger ge-- simtt als das Frühjahr. Wenn es den Vereinen in der Frühjahrsspielzeit nicht gelungen ist, die vorgeschriebenen Treffer zu absolvieren, dann besteht nur herzlich wenig Aussicht, im Herbst mit den Kämpfen fertig zu werden. Am ungünstigsten ist die Hake oh daran, da die hohen jüdischen Feiertage auf Sonntage fallen, an denen sie Meisterschaftsspiele austragen soll. Selbswerständlich werden die Hakoahner an den jüdischen Feiertagen, Neujahr und Ver» söhnnnqstaa. l'e Termine 24. September und 1. Oktober, verlieren. Di- Hakaoh kommt also schon 5U Beginn der Herbstsri'.sor'. mit, d-"' Terminen ins Gedränge. Von den letzten Ereigniffen. Kjngal, der neue linke Flügelsturmer der Admira, ist technisch sehr gut, auch schnell, bringt aber nur selten einen Ball guf zur Mitte, fo daß seine vorzügliche Feldarbeit meist im Sande verläuft. . Edi Kannhäuser zeigte auch diesmal einige bravouröse Paraden, erwies sich aber mehrmals als recht unsicher. Koch, dem vorzüglichen Mittelläufer Admiras, mangelt cS jlchjlich. an Ausdauer. Ohne dieles^ unentbehrliche